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Tod im Goldenen Dreieck 1 – Im Feuerhagel

Tod im Goldenen Dreieck 1 – Im Feuerhagel

Hans-Jürgen Raben

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Inhaltsverzeichnis

Title Page

Tod im Goldenen Dreieck 1 – Im Feuerhagel

Klappentext:

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22.

23.

ENDE Band 1 | Wie geht es weiter?

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Also By Hans-Jürgen Raben

About the Publisher

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Klappentext:

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Man sollte sich davor hüten Wünsche zu äußern, wenn man nicht bereit ist, die vollen Konsequenzen zu tragen, wenn sie in Erfüllung gehen ...

Steve McCoy, der Einzelgänger und Geheimagent für besonders heikle Fälle, träumt davon, Urlaub in einer sonnigen Gegend zu machen – kurz darauf klingelt sein Telefon, und sein nächster Auftrag führt ihn in eine wirklich warme Gegend, die man „Goldenes Dreieck“ nennt. Nur sollte es kein Urlaub, sondern der schlimmste Albtraum seines bisherigen Lebens werden.

Brian Kent ist Profikiller und weltweit einer der Besten in diesem Geschäft. In „Fachkreisen“ gilt er als gradenloses Raubtier in den Dschungeln der Städte. Er hat den Ruf, dass er jeden tötet, der ihm gefährlich wird oder für dessen Tod er den Auftrag hat und diesmal heißt sein Ziel Steve McCoy. Doch er ist nicht der Einzige, der Jagd auf McCoy macht ...

***

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1.

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New York, John F. Kennedy Airport, Februar 1984

Den beiden Männern entging nichts. Sie glichen sich wie ein Ei dem anderen, obwohl sie keine Zwillinge waren. Aber sie gehörten dem gleichen Typ an. Sie waren hart und schnell.

Auf dem New Yorker John F. Kennedy-Flughafen herrschte der übliche Trubel, der nur in den Nachtstunden abflaute. Tausende von Passagieren hasteten durcheinander, hantierten mit ihren Gepäckstücken oder suchten nach dem Ticket. Sprachfetzen aus vieler Herren Länder schwirrten durch die Luft.

Einer der beiden Männer nahm langsam seine Sonnenbrille ab. Unauffällig nickte er zu einem Zollbeamten an der Sperre hinüber, der nur leicht das Gesicht verzog, zum Zeichen, dass er verstanden hatte.

Gleichzeitig wandte sich der Mann an seinen Begleiter, der unbeweglich die Menschen anstarrte, die sich durch die Zollschleuse drängten.

„Das ist unser Mann. Der dort drüben in dem braunen Anzug.“

„Er hat nur eine Reisetasche“, bemerkte der zweite Mann. „Reisen die Kuriere heutzutage mit so leichtem Gepäck?“

Der Erste verzog keine Miene. „Es ist unauffälliger. Eine Masse von Koffern erregt die Neugier von Zöllnern auf der ganzen Welt. Der Mann muss einige Kontrollen passieren, ehe er hier ankommt. Meist winkt man einen Passagier mit einer Reisetasche einfach durch. Was kann er schon mitgebracht haben?“

Der andere nickte. „Viel Platz nimmt das Zeug nicht weg. Und schon mit einem oder zwei Kilo lässt sich ein gewaltiger Profit herausholen.“

Inzwischen war der Mann im braunen Anzug in der Schlange ein ganzes Stück weiter gekommen. Nur noch eine Frau stand zwischen ihm und dem Zöllner. Sie musste gerade ihren Koffer öffnen, in den der Beamte neugierig hineinspähte.

Die beiden Männer setzten sich in Bewegung. Sie hatten die Hände in den Taschen vergraben und schlenderten wie Leute, die auf einen Ankömmling warteten, auf den Ausgang zu.

Der Mann im braunen Anzug hatte sie bereits registriert. Seine Lippen verzogen sich unmerklich. Er warf einen raschen Blick über die Schulter, aber er war in der Menge eingekeilt.

Die Frau hatte endlich ihren Koffer wieder geschlossen, schnappte sich ihr Gepäck und ging durch die Sperre. Jetzt war der Mann im braunen Anzug an der Reihe. Er wollte schon durchgehen, aber der Zöllner deutete auf seine Tasche, und mit einem schiefen Grinsen stellte der Mann sie auf den Tresen.

Der Zöllner begann mit einer sehr gründlichen Untersuchung. Er packte alles aus und drehte es hin und her. Aber seine Miene wurde immer länger, und er warf den beiden Männern vor der Sperre einen hilfesuchenden Blick zu. Die reagierten nicht, sondern starrten auf den Passagier im braunen Anzug, dessen Grinsen immer breiter wurde. Schließlich gab der Zöllner auf. Er zog den Reißverschluss der Tasche zu und winkte den Mann weiter.

Als er die Sperre verlassen hatte, stellten sich ihm die beiden anderen in den Weg. Einer zückte einen Ausweis. „Wir möchten Sie bitten, mit uns in unser Büro zu kommen.“

Der Mann im braunen Anzug umklammerte seine Reisetasche fest mit beiden Händen. „Warum? Ich bin gründlich durchsucht worden. Was wollen Sie denn noch von mir? Ich bin jetzt außerhalb des Zollbereichs.“

„Wir haben Grund zu der Annahme, dass Sie eine größere Menge Rauschgift mit sich führen. Und wir sind sicher, dass wir es bei Ihnen finden werden. Also kommen Sie bitte mit.“

Die Augen des Mannes im braunen Anzug irrten hilfesuchend durch die Gegend. Dann ging plötzlich ein Ruck durch seine Gestalt: „Wie Sie wollen. Wo ist Ihr Büro?“

„Dort drüben.“ Der Mann zeigte die Richtung.

Der Mann im braunen Anzug heftete seinen Blick auf eine bestimmte Stelle der riesigen Ankunftshalle. Seine Unsicherheit schien völlig verschwunden zu sein. Er schien sich überhaupt keine Sorgen um sein Schicksal zu machen, was nicht an seinem guten Gewissen lag.

Die Dreiergruppe hatte kaum zehn Schritte zurückgelegt, als es geschah. Von rechts näherte sich ein Mann, der einen hellen Mantel über dem Arm trug. Er ging sehr zielbewusst.

Mit einer plötzlichen Bewegung flog der Mantel zur Seite und rutschte auf den Boden. Der Mann trug eine kurzläufige Maschinenpistole über dem Arm. Er visierte kurz, und dann ratterte die Waffe los. Aus der kurzen Entfernung konnte es keine Fehlschüsse geben.

Die beiden Beamten hatten keine Zeit, nach ihren Waffen zu greifen, als sie schon durch die Einschläge der Geschosse zurückgeworfen wurden. Der neu angekommene Passagier im braunen Anzug streckte noch mit einer sinnlos abwehrenden Bewegung die Hände nach vorn, ehe ihn die Kugeln ebenfalls trafen. In seinen Augen lag ein Ausdruck ungläubigen Staunens, doch die Worte, die er noch sagen wollte, sollte niemand mehr hören.

Noch ehe die drei Männer vollends zu Boden gegangen waren, eilte ein weiterer Mann zu der angeschossenen Gruppe, schnappte sich die Reisetasche mit einem raschen Griff und rannte zum Ausgang.

Der Todesschütze hatte seine Waffe unter der Jacke verschwinden lassen und drängte sich durch die Menge, die noch gar nicht begriffen hatte, was geschehen war. Der Killer schien keine Eile zu haben.

Der ganze Zwischenfall hatte nur Sekunden gedauert. Erst jetzt gellten die ersten Schreie durch die Halle, und Menschen warfen sich zu Boden, während andere fassungslos auf die Getroffenen starrten.

Die Panik brach aus, als die Gangster bereits den Flughafen verlassen hatten.

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2.

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Steve McCoy, erfolgreicher Geheimagent des Department of Social Research, die Tarnbezeichnung einer Organisation, die sich in Wahrheit dem Kampf gegen die organisierte Kriminalität widmete, hatte seine Füße auf die Schreibtischkante gelegt und blätterte in der Morgenzeitung.

Er schüttelte beim Lesen der Überschriften den Kopf. Wenn die Welt so blieb, wie sie war, würde er noch lange Zeit in seinem Beruf tätig sein können.

Steve blätterte weiter. Eine farbige Anzeige einer fernöstlichen Luftlinie weckte kurz sein Interesse, die behauptete, dass sie weich wie Seide sei. Er lächelte und dachte kurz daran, dass ein Urlaub in diesen sonnigen Gegenden auch nicht schlecht sei.

Es war gut, dass er in dieser Sekunde nicht wusste, wie rasch sein Wunsch erfüllt werden würde, nur mit einem kleinen Unterschied. – Es sollte kein Urlaub werden, sondern ein Albtraum.

Noch allerdings war es ein schöner Morgen in Washington. Er hatte gerade einen Fall abgeschlossen und rang noch mit sich, ob er diesen Tag freinehmen sollte. Es war Zeit, in seinem Haus in Brooklyn, das er von seinen Eltern geerbt hatte, nach dem Rechten zu sehen. Ein älteres Ehepaar aus der Nachbarschaft kümmerte sich zwar um das Haus, doch er war längere Zeit nicht mehr auf dem Brooklyner Friedhof gewesen, wo er seine Verlobte vor einigen Jahren an einem regnerischen Tag beerdigt hatte.

Jill war bei einer Auseinandersetzung zwischen Gangstern als Unbeteiligte in einem Restaurant erschossen worden, als Steve ihr gerade den Verlobungsring an den Finger stecken wollte. Seitdem spürte er einen tief sitzenden Hass auf die Kriminellen, die den Tod von Unschuldigen in Kauf nahmen. Ein gewisser Colonel Alec Greene hatte ihn damals aus seiner Verzweiflung gerissen und ihm einen Weg gewiesen, wie er seine Wut auf Verbrecher aller Art in die richtigen Bahnen lenken konnte. (vgl. Al Capones Vermächtnis Teil 1 – Der Mann aus Alcatraz) Seitdem war er Feldagent des Departments, das dem Justizministerium unterstand und immer noch von Alec Greene geleitet wurde.

Er seufzte. Arbeit im Büro gehörte nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen, auch wenn er die Notwendigkeit einsah, die neuesten Akten und Erkenntnisse zu studieren, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Er schlürfte seinen heißen Kaffee, als das Telefon klingelte.

Er starrte auf den Apparat, der ihn aus seinen Erinnerungen gerissen hatte und ließ ihn erst ein paar Mal klingeln, bevor er den Hörer abnahm und sich meldete.

Wenige Minuten später saß er in Colonel Greenes Büro und hörte sich an, was sein Boss und Mentor ihm zu sagen hatte.

„Steve, es ist Ihnen bestimmt nicht neu, dass in der Politik ein Geben und Nehmen unerlässlich ist. In unserer Position müssen wir häufig Gefallen einfordern, sei es vom Ministerium, vom FBI oder von anderen Diensten. Gelegentlich müssen wir diese Gefallen auch erwidern.“

Jetzt kommt etwas ungewöhnliches, dachte Steve. Mit diesen Anfangsworten hatte er noch nie einen Auftrag erhalten.

„Der Justizminister hat mich persönlich angerufen“, fuhr der Colonel fort. „Er hat einen guten Freund, dem er sehr verpflichtet ist.“

„Mit anderen Worten, der Mann hat für den Wahlkampf des Ministers reichlich gespendet.“

Greene war leicht ungehalten über die Unterbrechung, doch er ging auf die Bemerkung nicht weiter ein. „Der Mann heißt John C. Barwick, und er hat ein Problem, bei dem wir ihm helfen können. Der Minister will keine offizielle Ermittlung durch das FBI oder andere Organisationen, sondern dachte an uns, da wir unter dem Radar operieren können.“

„Welches Problem hat denn Mister Barwick?“

„Das wird er Ihnen selber sagen.“ Colonel Greene schob einen Zettel über den Tisch. „Hier ist die Adresse. Setzen Sie sich mit ihm in Verbindung und helfen Sie ihm. Alle Informationen zu dem Fall laufen ausschließlich über mich. Die Sache hat absolute Priorität und Sie bekommen, was immer Sie benötigen.“

Als Steve wieder in seinem eigenen Büro war, dachte er angestrengt darüber nach, wo er den Namen Barwick schon einmal gehört oder gelesen hatte.

Dann wusste Steve plötzlich, wer John C. Barwick war. Ein vielfacher Multimillionär, der in der Politik und Wirtschaft des Landes eine beträchtliche Rolle spielte. Das heißt: gespielt hatte. Heute hatte er sich ziemlich zurückgezogen. Aber man wusste, wie das bei solchen Leuten war. Sie gingen nie wirklich in den Ruhestand.

Steve holte sich eines seiner Nachschlagewerke über bedeutende Persönlichkeiten aus dem Bücheregal und sah nach. Barwick stand drin, aber nur mit wenigen Zeilen, die praktisch nichts aussagten. Immerhin konnte man sein Alter entnehmen. Er war verwitwet und weit über sechzig. Und er hatte einen Sohn.

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3.

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Das Büro war nicht so prächtig eingerichtet, wie Steve vermutet hatte. Der Millionär schien einen einfacheren Lebensstil vorzuziehen. Aber das konnte auch nur Tarnung sein.

Barwick hatte eisengraue Haare und dunkle Augen unter buschigen Brauen. Sein Blick strahlte eine seltsame Faszination aus, und an seinen ganzen Bewegungen merkte man, dass er es ein Leben lang gewohnt war, Befehle zu erteilen und Widerspruch nicht zu dulden.

„Setzen Sie sich!“ Barwick deutete auf einen Sessel vor dem Schreibtisch.

Steve McCoy nickte und nahm Platz. Dann wartete er darauf, wie es weitergehen sollte.

Barwick öffnete einen Umschlag, zog ein Bild heraus und schob es über den Tisch. „Sehen Sie sich das Foto an.“

Steve studierte das Bild. Es zeigte einen männlichen Weißen von knapp dreißig Jahren, der offensichtlich tot war. Er trug einen braunen Anzug, in dem man deutlich mehrere Einschusslöcher erkennen konnte.

Steve gab das Bild zurück. „Ich habe den Mann noch nie gesehen, falls es das ist, was Sie wissen wollen.“

Barwick winkte ab. „Ich weiß, wer das ist.“ In seinen Augen war ein merkwürdiger Ausdruck von Trauer. „Dieser Mann war als Kurier für eine Drogenlinie beschäftigt, und außerdem ...“

Steve beugte sich vor. „Was außerdem?“

Barwick blickte zur Seite. „Er war mein Sohn“, sagte er leise.

„Wer hat ihn erschossen?“

„Vermutlich die Gangster, für die er arbeitete. Er hatte gegen die Killer keine Chance.“

Steve McCoy schwieg einen Moment. Er konnte gut nachfühlen, wie es dem Mann ergehen musste, der seinen Sohn verloren hatte. Die Erinnerung an die tote Jill stieg schmerzhaft in ihm hoch.

Barwick starrte auf die Tischplatte. Seine Augen glänzten feucht. Er schien jedoch genau zu wissen, dass sein Sohn gegen Gesetze verstoßen hatte.

„Erzählen Sie mir zunächst, was genau passiert ist“, sagte Steve.

Barwick sah Steve beim Sprechen nicht an. „Zwei Beamte der Drug Enforcement Administration haben meinen Sohn am Flughafen erwartet. Es hieß, dass er ein bis zwei Kilo Heroin bei sich haben sollte. Als die Männer meinen Sohn in ihr Büro bringen wollten, tauchte plötzlich wie aus dem Nichts ein Mann auf und schoss alle drei mit einer Maschinenpistole zusammen. Ein zweiter Gangster nahm die Reisetasche an sich, die mein Sohn bei sich hatte. Die Angreifer konnten unbehelligt entkommen.“

„Was ist mit den beiden Beamten geschehen?“

„Einer ist so schwer verletzt, dass die Ärzte keine Hoffnung mehr haben. Der andere muss noch ein paar Wochen im Krankenhaus liegen. Von ihm kommen die wichtigsten Informationen. Vor allen Dingen eine: Er hat uns ein Phantombild des Schützen geliefert.“

„Uns?“, fragte Steve scharf.

Barwick lächelte schwach. „Ich meine natürlich die Polizei. Aber Sie können davon ausgehen, dass ich eine Menge Freunde bei den einschlägigen Behörden habe. Sie schlagen mir selten einen Wunsch ab – und sie haben Verständnis dafür, dass ich den Tod meines Sohnes aufklären will.“

Steve McCoy nickte. „Ich verstehe.“ Bei den Verbindungen des Millionärs war es in der Tat kein Problem, an die notwendigen Informationen heranzukommen.

„Wer war der Schütze?“

Barwick schob ein zweites Bild über den Tisch. Es war ziemlich unscharf und zeigte ein verschwommenes Gesicht hinter einer Sonnenbrille. Der Mann mochte knapp über dreißig sein. Sein Mund wirkte wie ein schmaler Strich, und die hochstehenden Wangenknochen gaben ihm ein slawisches Aussehen. „Ich konnte nur dieses Bild bekommen. In den Archiven der Polizei und des FBI gibt es kein besseres Bild dieses Mannes, der nach dem Phantombild identifiziert wurde.“

„Wer ist der Mann?“

„Sein Name ist Brian Kent. Er ist Engländer und Profikiller. Er gilt in Fachkreisen als Spezialist für schwierige Sachen. Er ist sehr teuer, aber auch sehr erfolgreich, wenn man bei dieser Arbeit von Erfolg sprechen kann. Die Polizeidienststellen verschiedener Länder haben dicke Akten über ihn angelegt, können ihn aber nicht überführen. Kent arbeitet international. Man macht ihn für eine ganze Reihe von Morden verantwortlich, hat aber keine Beweise. Er hat den Ruf, dass er jeden tötet, der ihm gefährlich wird. Vielleicht war dies auch ein Grund, der ihn der Mafia sympathisch machte. Meine Verbindungsleute bei den Behörden sind ziemlich sicher, dass er für diese Verbrecherorganisation arbeitet, und zwar für eine New Yorker Familie, einen gewissen Robert Lucas, der zurzeit allerdings in Untersuchungshaft sitzt.“

Steve McCoy nickte. „Das wäre also die erste Spur. Und nun erzählen Sie mir etwas über Ihren Sohn.“

Barwicks Gesicht verfinsterte sich. Er sprach leise. „Ich habe mich zu wenig um den Jungen gekümmert. Meine Frau ist vor vielen Jahren gestorben, und ich habe mich in die Geschäfte gestürzt. Als ich merkte, wie weit ich mich von meinem Sohn entfernt hatte, war es schon zu spät. Er hatte sich anderen Kreisen angeschlossen. Er bekam von mir Geld – nicht allzu viel, aber ausreichend. Ich habe ihm außerdem eine Wohnung finanziert und einen Wagen. Jahrelang dachte ich, dass dies ausreichend sei, und ich glaubte ihm, dass er sich künstlerisch verwirklichen wolle. Ich fragte ihn nie, wie weit er gekommen ist. Vielleicht habe ich geglaubt, dass er genauso sei wie ich, und dass er seinen Weg schon machen würde.“

„Aber dann geriet er in schlechte Gesellschaft“, unterbrach Steve McCoy, der ähnliche Schicksale zur Genüge kannte.

„Ja. Er wurde rauschgiftsüchtig. Auch das habe ich zu spät bemerkt. Wir haben uns nicht sehr häufig gesehen. Lange Zeit dachte ich, es sei harmlos. Aber es wurde immer schlimmer. Die Gangster machten meinen Sohn bewusst süchtig, um ihn abhängig zu machen.“

„Ich kenne solche Fälle. Wie ging es weiter?“

„Irgendwann übernahm mein Sohn Kurierdienste für die Gangster. Heute weiß ich, dass es für die Organisation dieses New Yorker Mafiabosses war, doch leider fehlen die Beweise. Mein Sohn hatte offensichtlich die Route Bangkok–New York. Er nahm unterschiedliche Flugverbindungen, meistens die östliche Route über Hongkong nach San Francisco, seltener die westliche Verbindung über London nach New York. Die Fluggesellschaften waren unterschiedlich. Offenbar wurde er von den Gangstern überwacht, und als sie am Schluss der letzten Reise merkten, dass mein Sohn von den Beamten angehalten wurde, haben sie ihn einfach umgelegt.“

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