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14 Tage Andalusien und 7 Tage Madrid

Aufregungen vor dem Flug

„Schreibst Du wieder ein Buch?“ wurde ich gefragt, als ich auf den bevorstehenden Urlaub in Spanien hinwies. „Das ist davon abhängig, ob es genug zu erzählen gibt.“ In diesem Jahr, 2019, hatten wir - meine Frau Angelika und ich - uns für die „Costa de la Luz“ in Spanien entschieden, dort für den Ort Novo Sancti Petri, etwa 30 km von Cadiz, 45 km von Jerez und 130 km von Sevilla entfernt, womit die zu besuchenden Städte schon mal klar waren. Zum ca. 100 km entfernten Gibraltar, da waren wir uns einig, wollten wir nicht fahren: „Affen können wir uns woanders ansehen."

Als Tennisfans wollten wir die Urlaubszeit auch wieder zur „Vorbereitung auf die Sandplatzsaison“ nutzen. Da ich vermutete, dass etliche andere das genauso planten, nahm ich frühzeitig per Mail Kontakt mit Tennisplatzbetreibern auf. Die meisten, nämlich 11, Plätze in „unserem“ Ortsteil Novo Sancti Petri gab es im Aldiana Club Andalusien. Sie standen aber leider, wie man mir mitteilte, nur Clubgästen zur Verfügung. Das Angebot „1 Schnuppertag in unserer Clubanlage für 150 € / Person“ kam für uns nicht in Betracht. Ein zweiter Platzanbieter (6 Sandplätze) ließ meine Anfrage unbeantwortet, aber der Club „Matchpoint World Baleares SL“, bei dem es außer 7 Sand- auch noch 4 Greenset- und 6 Paddelplätze gab, antwortete umgehend, sogar auf Deutsch. Der Kontakt entwickelte sich sofort interessant und in netter Art und Weise. Wir vereinbarten ein Treffen für den zweiten Tag unseres Urlaubs, um dann vor Ort Tenniszeiten zu besprechen.

Tja, drei Wochen vor Urlaubsbeginn wurden diese Pläne in Frage gestellt. Angelika knickte beim Tennis in der Halle so heftig um, dass der linke Fuß sofort dick anschwoll und bei jeder Bewegung schmerzte. Zunächst wandten wir die im Sport bekannte „PECH“ Regel an: Pause, Eis, Compresse, Hochlegen. Nach einer Woche mit Eisbeutel- und Salbenbehandlung ließen Schwellungen und Blutergüsse sichtbar nach, leider aber nicht die Bewegungsschmerzen. „Ich muss doch zum Arzt“, stellte Angelika fest und bekam erfreulich kurzfristig einen Termin bei dem Orthopäden, den wir bei Bedarf schon seit über zwanzig Jahren kontaktierten. Es war wohl genau diese langjährige „Treue“, die den kurzfristigen Termin ermöglichte. Der Arzt bestätigte, dass die „PECH“ – Behandlung richtig war, stellte dann aber auf dem Röntgenbild fest: „Das sieht nach einer Verletzung des Sprunggelenkes aus; das muss per NMR (Kernspinresonanz) genauer untersucht werden, damit wir Klarheit bekommen.“ Er gab Angelika eine Liste mit zehn „Kernspinzentren“ (in Neuwied und im Umkreis von 50 km) mit, wies jedoch schon darauf hin, dass es Wartezeiten geben würde. Nachdem ich bei sechs Anrufen in Neuwied, Koblenz und Montabaur jeweils zu hören bekam: „Termin frühestens Ende Mai“, meinte ich: „Die haben sich anscheinend wohl alle terminlich abgesprochen.“ Wieder einmal half mir meine „Glückszahl Sieben“; beim siebten Kontakt wurde ein Termin in Lahnstein vereinbart. Der erfolgte dann ohne viel Wartezeit, aber leider auch ohne Besprechung des Befundes. Dafür musste erneut ein Termin beim Orthopäden gemacht werden. Der fand drei Tage vor unserem Flug nach Spanien statt. Oh je, da wurde die Urlaubsvorfreude getrübt: Sprunggelenksverletzung (Syndesmoseband), vielleicht ein Knochenbruch! „Das muss sich ein Chirurg ansehen“, sagte der Orthopäde. „Bis auf Weiteres keine Laufbelastung!“ Damit war der Plan „Tennisvorbereitung auf die Sandplatzsaison“ erledigt, vermutlich sogar die ganze Tennissaison. Es wurde stattdessen zunächst noch ein Paar weit geschnittene und gut gepolsterte Schuhe gekauft, um zumindest das Spazierengehen zu ermöglichen. Außerdem wurde mit der Sportorthopädie eines Kölner Krankenhauses ein Untersuchungstermin in vier Wochen vereinbart. Dort war im Vorjahr eine Team-Kollegin von Angelika erfolgreich behandelt worden; sie hatte die Klinik entsprechend empfohlen.

Es gab kurz vor Urlaubsbeginn aber noch einen weiteren „Aufreger“: Ich stellte eines Abends erstaunt fest, dass mein Personalausweis nicht mehr gültig war. Das war vielleicht ein Schock! Am nächsten Tag hetzte ich morgens so früh wie möglich zum Fotoladen, um ein Passfoto machen zu lassen. Im Internet hatte ich rausgesucht, welcher Fotoladen in Neuwied am frühesten öffnete. Die Aufnahme verzögerte sich einige Minuten, weil der Fotograf feststellte: „Oh, Ihre Brillengläser haben sich verdunkelt, die müssen mal erst heller werden.“ Wegen des Zeitdrucks schaute ich mir die Passfotos gar nicht an, akzeptierte sie ungesehen. Ich sagte mir: „Dem Ausweis ist es eh egal, wie ich darin aussehe.“ Bei dem späteren Betrachten zu Hause stellte ich fest: „Tja, das Foto entspricht nun mal Deinem Alter.“ Die Mitarbeiterin im Bürgerbüro der Stadtverwaltung Neuwied, die für das Ausstellen von Personalausweisen zuständig war, hatte das Foto kommentarlos akzeptiert. Na, es war ja auch nicht schlecht. Die Mitarbeiterin sorgte außerdem dafür, dass sich meine Nervosität legte. Als ich auf die bevorstehende Urlaubsreise hinwies, sagte sie: „Das ist kein Problem. Ich bestelle Ihren neuen Ausweis; die Bearbeitung dauert etwa drei Wochen. Für Ihre Reise bekommen Sie von mir hier jetzt gleich einen vorläufigen Ausweis. Der gilt in Europa, also auch in Spanien. Er kostet allerdings 10 Euro extra.“ Na, da „fiel mir doch ein Stein vom Herzen“ – die Reise war gesichert. Als ich der Frau dankbar einen kleinen Betrag „für die Kaffeekasse“ geben wollte, bekam ich zu hören: „Das ist nett von Ihnen gedacht, aber wir dürfen nichts annehmen.“ „Auch nichts für eine Kaffeekasse?“ „Nein, auch das nicht.“ Der vorläufige Ersatzausweis hatte allerdings einen Nachteil; er war größer als das normale Scheckkartenformat und passte nicht in meine Ausweismappe. Okay, etwas „Strafe für meine Schusseligkeit“ musste ja sein.

Wie seit etlichen Jahren starteten wir unsere Urlaubsreise einen Tag vor dem Abflug, um in der Nähe des Flughafens „Park, sleep & fly“ zu nutzen, damit wir früh morgens kein Anreiseproblem hatten. Die Fahrt nach Düsseldorf begann unerfreulich; schon nach zehn Minuten kam auf der B 256 vor Rengsdorf der erste Stau. Ein Grund für den Stau war dabei nicht ersichtlich. Im Kölner Ring erfolgte dann der nächste Stau, na, das kannte man ja aus jahrelanger Erfahrung. Den dritten Stau erduldeten wir an der Abfahrt Ratingen, fünf Kilometer vom Hotel entfernt. Insgesamt benötigten wir etwa eine halbe Stunde länger als geplant. Da war es doch gut, dass wir das nicht am Abflugtag erleben mussten.

Als wir zum Hotelparkplatz kamen, staunten wir, wie voll er war. Im Hotel stellten wir fest, dass es dort zwei Veranstaltungen (Seminare) gab. „Gut, dass ich ein Zimmer schon frühzeitig gebucht habe. Nachher beim Abendessen wird es im Restaurant vermutlich auch voll sein“, folgerte ich. Die Anmeldung verlief problemlos. Bei der anschließenden Fahrt zum Flughafen freuten wir uns, dass es keinen Stau mehr gab. Am Schalter für das „Vorabendeinchecken“ lief ebenfalls alles „ruck-zuck“. Nach den anfänglichen Stauproblemen hatten wir jetzt also „einen Lauf“. So waren wir dann im Hotelrestaurant noch vor den Arbeitsgruppen, konnten in Ruhe speisen und recht früh zu Bett gehen.

Eine sehr schöne Hotelanlage

Der Reisewecker bimmelte um 03: 30 Uhr. Um 04: 12 Uhr waren wir im Hotelfoyer und nutzten das Angebot „Early-Bird-Frühstück“. Das Flughafentaxi kam pünktlich um 04: 40 Uhr. Die Sicherheitskontrolle im Flughafen hatten wir um 05: 08 Uhr passiert, um 05: 17 Uhr waren wir am Abfluggate 26 – wir hatten über dreißig Minuten Wartezeit bis zum Boarding. Angelika fand das alles sehr gut gelungen; ich hingegen meinte: „Da hätten wir ja eine halbe Stunde länger schlafen können.“

Im Vergleich zu unseren sonstigen Erfahrungen ging es erstaunlich problemlos weiter. Pünktlich um 06: 20 Uhr wurde gestartet, um 09: 10 Uhr in Jerez gelandet. Dort stellten wir erstaunt fest, dass „unser“ Flieger zu dieser Zeit ganz alleine auf dem Flugplatz stand. Als wir zum Koffertransportband kamen, lief auch das schon und einer unserer Koffer kam ziemlich schnell am Anfang. Es irritierte uns dann schon ein wenig, dass der zweite Koffer auf sich warten ließ. Kennen Sie die in einem solchen Fall zunehmende Verunsicherung? Na, der Koffer war nicht verloren gegangen, er wurde als Vorletzter transportiert.

Bei der Busfahrt zum Hotel wiederholte sich das „Koffererlebnis“ – unser Hotel war das vorletzte Ziel der Tour. So bekamen wir bei den Zwischenhalten einen Eindruck von der Vielfalt der Hotelangebote. Die ersten Blicke auf und in „unser“ Hotel waren vielversprechend:

An der Rezeption wurde u.a. „deutsch“ gesprochen; das machte die Anmeldeformalitäten einfach. Bis zum „Appartement 302“ hatten wir danach etwa drei Minuten zu gehen, ohne unsere Koffer, die waren inzwischen schon transportiert worden und standen im Flur, als wir ankamen. Der erste Rundgang durch die Zimmer ergab: „Ja, schön und groß wie beschrieben!"

Dieses Foto vom Wohnzimmer wurde gemacht, nachdem wir uns schon eingelebt hatten; deshalb waren dort die Sofakissen jetzt etwas unordentlich.

Die Hotelanlage begeisterte uns: alles topp gepflegt und wunderschön gestaltet, 5 Schwimmbecken, Wasserfälle, Teiche, Blütenpracht: