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Alpengold - Folge 264

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bluemchen

Die Schuld der Kranzhof-Bäuerin

Wenn Leidenschaft zur Sünde führt

Von Maria Fernthaler

Durch die milde Sommernacht schleicht eine Gestalt hinüber zum Anwesen des Kranzhof-Bauern, späht vorsichtig um sich und bleibt dann vor einem Fenster an der Hinterseite des Hauses stehen.

Ein kurzes Klopfen genügt, dann wird hastig das Fenster aufgerissen, und zwei weiche, sonnengebräunte Arme strecken sich dem Mann entgegen …

So geht das nun schon den ganzen Sommer über, Nacht für Nacht. Der junge Mann ist niemand anderer als der Rieder-Toni, der Bergführer von Kramsach. Und die Frau, die er in die Arme schließt, heißt Margret und ist seit fast zehn Jahren mit dem Kranzhof-Bauern verheiratet …

Durch die milde Sommernacht schlich eine Gestalt hinüber zum Anwesen des Kranzhof-Bauern. Ein aufmerksamer Beobachter hätte feststellen können, dass dies nicht der erste Abend war, an dem der hochgewachsene junge Mann vorsichtig um sich spähte und dann vor dem Fenster an der Hinterseite des Hauses stehen blieb.

Ein kurzes Klopfen genügte, dann wurde das Fenster hastig aufgerissen, und zwei weiche sonnengebräunte Arme streckten sich dem Mann entgegen.

»Bist du endlich da, Schatzerl«, flüsterte eine vor Aufregung raue Stimme, dann wurde das Fenster leise wieder geschlossen. Der Mann war verschwunden, und nur wer besonders gute Augen hatte, hätte sehen können, dass er sich blitzschnell auf die Fensterbank geschwungen hatte und von da aus in das Zimmer gestiegen war.

So ging das nun schon den ganzen Sommer, Nacht für Nacht. Der junge Mann war niemand anders als der Rieder-Toni, der Bergführer von Kramsach, und die Frau, die er fest in seine Arme schloss, hieß Margret und war seit fast zehn Jahren mit dem Kranzhof-Bauern verheiratet.

Dass die verbotene Liebe den Dörflern noch nicht aufgefallen war, schien fast wie ein Wunder, denn für gewöhnlich blieb den Kramsachern kaum etwas verborgen.

Aber heute war Toni nicht so recht bei der Sache. Nervös strich er über die nackten Arme der Margret.

»Mir ist net ganz geheuer, Margret. Der Bernd schaut mich in letzter Zeit gar net so freundlich an. Etwas muss ihm zu Ohren gekommen sein.«

Die Frau, die im Schein der Kerze wirklich schön zu nennen war, lachte leise auf.

»Aber geh, Toni, du wirst doch keine Angst haben? Und noch dazu vor dem Bernd«, sagte sie in geringschätzigem Ton, »so ein Mannsbild wie du, fast zwei Köpfe größer als er!«

Doch Toni war nicht so leicht zu beruhigen.

»Wir müssen vorsichtig sein, Margret. Wenn er uns erwischt, ist es aus. Dann können wir uns nimmer sehen lassen im Dorf.«

Fast ängstlich sahen ihn ihre dunklen Augen an.

»Das kannst du mir net antun, Toni. Ich wüsst net, was aus mir werden sollt ohne dich.«

Ihr Kuss war heiß und leidenschaftlich, und für einige Sekunden vergaß Toni seine Sorgen. Als irgendwo eine Tür klappte, fuhr er zusammen.

Margret strich über sein dunkles Haar.

»Es ist besser, du gehst, Schatzerl, sonst wirst du mir noch ganz krank vor Angst.«

Er sah ihren roten Mund, der ihn spöttisch anlachte. Noch einmal presste er sie fest an sich.

»Ja, ich geh und komm erst übermorgen wieder. Morgen muss ich hinauf auf den Geigelstein. Die Leut wollen dort übernachten und erst am nächsten Morgen wieder hinuntersteigen.«

Ihre Augen zogen sich zu schmalen Schlitzen zusammen. Es passierte in der letzten Zeit häufig, dass er mit einer Bergsteigertruppe über Nacht ausblieb. Das machte Margret misstrauisch. Sie traute keinem Mannsbild – und schon gar nicht dem Toni – über den Weg. Schließlich gab es Jahr für Jahr eine Menge Urlauberinnen, die nur allzu gern ihre Tage in Tonis Nähe verbringen wollten.

»Wenn du mich anlügst und zu einem Madl gehst, dann sag es lieber gleich«, sagte sie böse.

Er nahm ihr Gesicht in beide Hände.

»Du weißt, dass ich es net vertragen kann, wenn du hinter mir her spionierst. Ich hab nur dich gern und keinen Blick für eine andere. Wann merkst du dir das endlich?«

Seine Worte hatten sie wieder einigermaßen beruhigt, zärtlich schmiegte sie sich an ihn.

»Sei net bös, aber ich hab dich halt viel zu gern. Bis übermorgen also, und mach dir keine Sorgen. Der Bernd ahnt bestimmt nix von uns beiden.«

Ein letzter heißer Kuss, dann verschwand Toni ebenso lautlos, wie er gekommen war in der Nacht.

Margret beugte sich aus dem Fenster und schaute hinauf zu der Kammer, wo Bernd schlief. Es war alles dunkel und ruhig. Erleichtert atmete sie auf. Toni hatte sich bestimmt getäuscht, als er ein Geräusch gehört haben wollte.

Sie setzte sich auf ihr Bett und überlegte. Bald war der Sommer zu Ende, und dann hatte sie keinen Grund mehr, hier unten allein zu schlafen. Sie hatte richtig lügen müssen, bis es der Bauer endlich eingesehen hatte, dass es ihr oben in der Kammer unter dem Dach zu heiß war.

Er hatte sie angesehen, als hätte sie gesagt, sie wolle von ihm weggehen.

»So, zu heiß ist es dir auf einmal? Hoffentlich bin net ich daran schuld. Mich wundert nur, dass du es fast zehn Jahr ausgehalten hast in unserem Ehebett.«

Sie hatte sich an ihn geschmiegt, ohne ihn dabei anzusehen.

»Sei doch net so grantig, Bernd. Der Sommer ist im Nu vorbei, und wo ich halt einmal net schlafen kann bei der Hitz da oben …«

Mit seinen großen Händen hatte er ihr übers Haar gestrichen.

»Ist schon gut, Margret, ich hab’s net so gemeint.«

Und triumphierend war sie in die Kammer gezogen, wo sonst die Magd gewohnt hatte. Gleich in der ersten Nacht war er dann schon gekommen, der Toni.

Er war der fescheste Bergführer, den es je in Kramsach gegeben hatte. Beim Sonnwendfeuer hatte er nur Augen für sie gehabt. Die Madln aus dem Dorf hatten sich die Augen nach ihm ausgeschaut, getanzt hatte er aber nur mit ihr, der Kranzhof-Bäuerin.

Sie war einige Jahre älter als er, aber das störte weder sie noch ihn. Man musste vorsichtig sein und sich bei Tag aus dem Weg gehen. Aber da war der Toni ja meistens oben auf den Bergen. Nur die Nächte, die vielen heißen Sommernächte, gehörten ihnen, und es graute oft schon der Morgen, wenn er sich über die Wiesen davonschlich.

Margret legte sich zurück. Sie konnte sich ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Noch nie war sie in ihrem Leben so verliebt gewesen. In Bernd nicht und in keinen anderen.

Andere hatte es ja auch kaum gegeben für sie. Schon als sie siebzehn war, hatte sie der Vater gedrängt, den reichen Sohn vom Kranzhof-Bauern zu heiraten. Er sah zwar net so aus, wie sich die Margret ihren zukünftigen Mann vorgestellt hatte, aber er war gutmütig, und er hatte sie sehr gern.

Und weil sie es endlich leid war, auf dem armseligen Hof der Eltern zu leben und ohne Lohn zu arbeiten, hatte sie schließlich Ja gesagt und war nach Kramsach gezogen. Sie hatte die Eltern drüben in Eschendorf nicht oft besucht, weil ihr das Gejammere der Mutter über die viele Arbeit auf die Nerven gegangen war. Außerdem hatten sie ja noch die Lena, die jüngste Tochter.

Wenn Margret an ihre Schwester dachte, konnte sie sich eigentlich gar nicht mehr so recht an sie erinnern. Sie wusste wohl, dass Lena in einem anderen Dorf als Magd arbeitete.

Zwischen den beiden Schwestern bestand keine Verbindung, die Mutter erzählte nur manchmal, der Lena gefiele es sehr gut an ihrem Arbeitsplatz.

Margret überlegte. Die kleine Schwester musste jetzt etwas über achtzehn sein. In dem Alter war sie schon verheiratet gewesen und stolze Bäuerin auf dem Kranzhof. Aber die Schwester würde es nicht so leicht haben.

Margret erinnerte sich an ein mageres Gesicht mit fast zu großen blauen Augen und dünnem blondem Haar. Lena hatte immer im Schatten ihrer schönen Schwester gestanden, und Margret konnte sich nicht vorstellen, dass sich einer der reichen Bauernsöhne um sie bemühen würde.

Aber was sollten diese Gedanken überhaupt mitten in der Nacht? Nur noch wenige Stunden, dann würde der Morgen grauen, und auf dem Kranzhof hieß es früh aus den Federn. Noch ein allerletzter Gedanke gehörte dem Toni, dann schlief die Bäuerin mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen ein.

***

Toni hatte ein gutes Stück zu gehen bis zu dem Haus, wo er ein kleines Zimmer hatte. Die Kramerin hatte es ihm zur Verfügung gestellt, damals im Frühjahr, als er ohne Geld, Hab und Gut in Kramsach angekommen war.

Er hatte ein ähnliches Leben hinter sich wie die Kranzhof-Bäuerin, nur, dass es ihm jetzt noch nicht so gut ging wie ihr. Daheim auf dem Hof waren sie sieben Kinder gewesen, und der Vater war froh, wenn einer das Haus verließ und sich Arbeit suchte.

Schon als kleiner Bub war Toni mit den Fremden auf die Berge gekraxelt und war selig gewesen, wenn sie ihm eine Tafel Schokolade oder einen Euro in die kleinen Hände gedrückt hatten.

Später dann hatte ihn der Xaver, der alte Bergführer, mitgenommen, und Toni hatte sich sehr gelehrig angestellt. Schon bald hatte man ihm die Bergsteiger auf kleineren Touren anvertrauen können. Das Geld, das er verdient hatte, musste er bis auf den letzten Cent daheim abgeben, und das hatte ihm gar nicht gepasst. Schließlich hatte er schon seit Jahren auf ein Motorrad gespart, wie es die anderen jungen Burschen in seinem Alter auch hatten.

Und als er es sich endlich gekauft hatte, war der Vater außer sich gewesen vor Wut. Nur einen Tag stand es da, dann hatte er es heimlich verkauft.

Das war dem Toni zu viel gewesen, und in der Nacht war er gegangen ohne Geld in der Tasche. Er hatte Glück gehabt. In Kramsach hatte man einen Bergführer gesucht und war froh, dass er da war.

Die Kammer bei der Kramerin war klein und niedrig, aber das machte ihm nichts aus. Er war den ganzen Tag unterwegs und abends so müde, dass er oft noch in den Kleidern in sein Bett fiel.

Ja, und dann hatte er Margret kennengelernt. Die Kranzhof-Bäuerin galt als schönste Frau in Kramsach, und es gab keinen, der Bernd nicht um sie beneidete. Hals über Kopf hatte sich Toni in sie verliebt und gleich gemerkt, dass auch er ihr nicht gleichgültig war.

Die Gewissensbisse hatte er längst aufgegeben. Bernd war ja selber schuld. Wenn man eine Frau wie Margret hatte, dann musste man sich auch ein bisserl um sie kümmern und nicht nur den Hof und die Felder im Kopf haben.

Nur in letzter Zeit, da schien es dem Toni, als würde ihn der Bernd manchmal so eigenartig ansehen. Es mochte sein, dass er sich täuschte, besonders viel hatte er mit dem Kranzhof-Bauern noch nie zu tun gehabt.

Er sah auf die Uhr. Mitternacht war längst vorüber, und es wurde Zeit, dass er zu Bett ging. Morgen in aller Frühe würden ihn die ausgeschlafenen Bergsteiger erwarten.

***

Eschendorf lag an der anderen Seite des Inns, und man musste die Brücke, die nach Maisdorf führte, benutzen, wenn man in das kleine Dorf wollte, das nur aus fünf Häusern und einer baufälligen, kleinen Kirche bestand.

Der Hof, dem man ansah, dass er schon einige Jahrzehnte hinter sich hatte, gehörte dem Geißbauern. Eigentlich hieß er Geißer, aber weil er so nach und nach seine ganzen Kühe und Pferde verkaufen musste, um überhaupt leben zu können, und jetzt nur noch zwei armselige Geißen im Stall standen, war er für alle nur noch der Geißbauer.

Die Bäuerin war nicht die Gesündeste, und seit auch ihre jüngste Tochter, die Lena, fort war, musste sie sich um das ganze Haus kümmern. Wenn nur etwas Hilfe von der Margret käme, die mit dem reichen Kranzhofer verheiratet war. Aber die Tochter ließ sich kaum noch sehen, und die beiden Alten hatten das Gefühl, dass auch ihr Besuch drüben in Kramsach nicht so sehr erwünscht war.

Bernd freute sich immer über den Besuch der Schwiegereltern und gab ihnen immer etwas mit. Aber Margret tat grad so, als schämte sie sich, wenn sie sich in ihren abgetragenen Sonntagskleidern auf dem Kranzhof sehen ließen. Sicher wusste der Bauer nicht einmal, wie arm sie waren, die Margret tat darüber bestimmt nicht den Mund auf.

Da war doch die Lena ganz anders. Sie verdiente auch nicht so viel, aber den größten Teil ihres Geldes brachte sie jeden Monat heim.

Die Mutter war dann immer ganz gerührt. Sicher hätte Lena sich auch einmal gerne ein neues Kleid gekauft oder ein Paar Schuhe. Aber wenn sie den Eltern eine Freude machen konnte, war ihr das viel mehr.

Heute hatte die Geißbäuerin Wäsche gewaschen, und sie war grad damit beschäftigt, sie auf der Wiese aufzuhängen, als sie eine helle Gestalt erblickte, die auf das Haus zulief. Die Bäuerin legte die Hand an die Augen. Die Lena! Was wollte sie denn mitten unter der Woche hier?

Das Mädchen umfasste die Mutter und gab ihr einen Kuss.

»Da komme ich ja grad recht!«

Lena griff sofort zu und hängte die restlichen Wäschestücke gemeinsam mit der Mutter auf die Leine.

Voller Stolz blickte die alte Bäuerin auf ihre Tochter. Sie wurde wirklich jedes Mal schöner, die Lena. Die armselige Kleidung sah man gar nicht, wenn man in diese großen dunkelblauen Augen blickte und den roten Mund sah. Das dichte blonde Haar, das in der Sonne wie pures Gold schimmerte, trug sie im Nacken zu einem Knoten gesteckt.

Im Nu waren die beiden fertig mit der Arbeit.

»Ja, sag einmal, was ist denn geschehen, dass du so unerwartet kommst, mitten in der Woche?«, fragte die Mutter nun.

Über das feine Gesicht des Mädchens glitt ein Schatten.

»Wir kochen uns erst eine Tasse Kaffee, dabei redet sich’s leichter.«

Mit sorgenvoller Miene schritt die Bäuerin hinter ihrer Tochter her. Hoffentlich war nix Unangenehmes geschehen.

In der einfach eingerichteten Küche drückte Lena die Mutter auf die Bank.

»So, jetzt ruhst du dich ein bisserl aus.«

Die Bäuerin sah ihr zu, wie sie mit flinken Händen den Kaffee aufbrühte.

»Nun red schon, Madl, was ist passiert?« Die Geißbäuerin konnte ihre Ungeduld nicht länger zügeln.

Lena schenkte die beiden Tassen voll und setzte sich neben die Mutter.

»Ich geh nimmer hinüber nach Bergau. Ich hab den Dienst gekündigt.«

Um ein Haar wäre der Mutter die Tasse aus den Händen gefallen.

»Ja, um Himmels willen, Lena, warum denn? Du warst doch immer zufrieden mit deiner Arbeit!«

Ein spöttisches Lächeln lag um den Mund des jungen Mädchens.

»Ja, freilich war ich das. Und der Bauer auch. Sehr zufrieden sogar. Er hat keine Gelegenheit ausgelassen, um mir das zu sagen. Allein natürlich. Du verstehst, was ich meine?«

»Er hat dir nachgestellt, der Bauer?« Die Mutter schüttelte entsetzt den Kopf.

Lena senkte den Kopf.

»Ja, es war nimmer auszuhalten.«

Die Bäuerin fuhr mit ihren rauen Händen über das seidige Haar des Mädchens.

»Dann sei froh, dass du da weg bist, Madl. Das wär nie und nimmer gut gegangen. Hast du schon eine Idee, wo du jetzt hinwillst?«

Lena schüttelte den Kopf.

»Ich fahr morgen in aller Früh hinüber nach Kramsach zur Margret. Kramsach ist ein großes Dorf, und es tät mich sehr wundern, wenn es da für eine Magd keine Arbeit gäb. Die Margret kann mir vielleicht dabei helfen, eine Stelle zu finden.«

Die Mutter dachte nach. Die Schwestern hatten sich lange nicht gesehen. Und Margret hatte sich immer nur ganz nebenbei nach der Lena erkundigt. Aber helfen konnte sie ihr sicher. Der Bernd hatte einen großen Einfluss auf die anderen Bauern im Dorf.

»Der Gedanke ist gar net so schlecht, Madl. Wir wollen sehen, was der Vater dazu meint.«

Müde und erschöpft kam der Geißbauer am Abend von seinen Wiesen zurück. Als er hörte, wie es Lena ergangen war, wurde er sehr zornig. Wenn sie auch arm waren, an seiner Tochter durfte sich niemand vergreifen. Dass sie sich jetzt in Kramsach Arbeit suchen wollte, freute ihn. Vielleicht wurde dann die Verbindung zu Margret wieder besser.

***

»Am Samstag ist Schützenfest im Ort. Da wird wieder einmal ordentlich gefeiert«, verkündete der Kranzhofer am Frühstückstisch.

Margret, die bis dahin müde in den strahlenden Sommermorgen gesehen hatte, horchte auf. Sicher würde auch der Toni kommen, da wollte sie besonders hübsch aussehen. Das Dirndl, das sie beim Johannisfeuer getragen hatte, kannte er schon. Sie musste hinüber in die Stadt fahren und sich ein neues kaufen.

Der Bauer schüttelte den Kopf, als er das hörte.

»Das braucht es doch wirklich net, Margret. Das Dirndl hast du dir doch erst kürzlich gekauft, und du schaust wirklich fesch darinnen aus.«

Sie zog einen Schmollmund, weil sie wusste, dass er da nur sehr schwer widerstehen konnte.

»Aber das Grün gefällt mir nimmer so recht. Eines in Silber wär mir lieber«, schwärmte sie.

Bernd kratzte sich am Kopf.

»Du gibst ja doch keine Ruh, dann meinetwegen. Fahr am Nachmittag in die Stadt. Vormittags hilfst du mir beim Heuen, ja?«

Er verlangte selten von ihr, dass sie mit aufs Feld kam, aber heute war eine der Mägde zu ihrer Mutter gefahren. Es war unsinnig, ihm da zu widersprechen. Hauptsache, sie durfte sich das Kleid kaufen.

»Freilich, Schatzerl, und wenn wir net fertig werden, dann fahr ich halt erst am Spätnachmittag.«

Sie gab ihm einen Kuss und ging hinaus.

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