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Alpengold 322 - Heimatroman

Fremde Rosen auf des Liebsten Grab

Ihr Leidensweg zur großen Liebe

Von Toni Wendhofer

Neun Jahre lang hat es Manfred Tannreiter in der Fremde ausgehalten. Jetzt kehrt er endlich wieder heim. Schuld daran ist ein Brief seines Bruders Felix, der den elterlichen Hof übernommen hat. Von klein auf hat Manfred im Schatten seines Bruders gestanden. Trotzdem hat er ihn immer gern gehabt und freut sich auf das Wiedersehen – zu Felix‘ Hochzeit.

Manfred Tannreiter ahnt nicht, dass sein Bruder ihn nur als Werkzeug benutzen will, um wegen einer alten Schuld nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden. Im Grunde ist es genau wie früher. Auch da hat Manfred meist den Jüngeren vorgeschoben, wenn es galt, einer Strafe zu entgehen. Nur, dass es sich damals um harmlose Bubenstreiche gehandelt hat – jetzt aber um ein gewissenloses, gefährliches Spiel mit Menschenherzen …

Es war ein strahlender Morgen, als Manfred Tannreiter sein Heimatdorf Oberach erreichte und die Glocke an der Haustür des Tannreiter-Hauses zog. Nach einer Weile näherten sich von drinnen Schritte. Die Tür wurde geöffnet.

„Jesses Maria“, stammelte eine erschrockene Frauenstimme. „Wer bist denn du? Es ist noch viel zu früh! Der Bauer schläft noch!“

Mali Förner hatte den Mann vor der Haustür nicht erkannt, sie hielt ihn für den ersten Hochzeitsgast. Schon wollte sie ihm die Tür vor der Nase zuschlagen, als er lachte und halblaut rief: „Mei, Mali, kennst du mich denn net wieder?“

Da kam sie einen Schritt näher und spähte ihm von unten herauf ins Gesicht. Dann schlug sie plötzlich die Hände zusammen und rief: „Marandjosef, das ist ja der Mandi! Bub! Mandi! Mein lieber Bub!“ Und sie schloss ihn wie eine Mutter in die Arme.

Als Alma Tannreiter, Felix und Manfreds Mutter, gestorben war, hatte Mali Förner die Befehlsgewalt im Haus übernommen und versucht, den Buben die Mutter zu ersetzen. Es war ihr allerdings nur halb gelungen. Sie hatte es nicht vermocht, Mandis Stellung als Sohn zu festigen oder gar, ihn vor dem Vater als Gleichberechtigten neben Felix in den Vordergrund zu schieben.

Mali Förner war seinerzeit, als Manfred fortging, beinahe drei Wochen krank vor Kummer gewesen. Sie hatte dem Bauern kündigen wollen, aber letzten Endes war sie doch geblieben.

„Komm rein, Bub“, bat sie unter Tränen und zog Manfred ins Haus, in die Stube, rückte den Stuhl zurecht und streichelte dem Heimkehrer übers Haar. „Mein Gott, dass du nur endlich da bist, Bub“, stammelte sie.

Er hielt sie an den Händen fest und zog sie auf den Schoß. Seine Arme umschlangen die rundliche Gestalt und drückten sie fest an sich.

„Wie geht es dir denn, Mali? Ich freu mich so, dass du die erste bist, die mich reingelassen hat.“

Und sie blieb auf seinem Schoß sitzen und fing unter Tränen zu erzählen an, dass sie all die Jahre hindurch hart gearbeitet und oft und oft an ihn, den Mandi, gedacht hatte. Und dass sie manchmal drauf und dran gewesen sei, nach Tirol hinüberzugehen und ihn zu besuchen.

„Aber weißt du, Bub“, sagte sie, „ich hab halt nie Zeit gehabt, ich musste ja immer schaffen.“

Dann berichtete sie, wie schwer sie es manchmal hatte und dass sich auf dem Tannhof vieles geändert habe; von den früheren Dienstboten sei niemand mehr da, nur der alte Wastl, der Altknecht. Und der Felix habe sich in den letzten Jahren auch nicht gerade zu seinem Vorteil verändert.

„Weißt du, Mandi“, flüsterte sie mit einem Blick zur Stubenecke hinauf, über der die Schlafkammer des Hofherrn lag und wo noch alles still war, „weißt du, Bub, der Felix hat mir schon recht viel Kummer gemacht.“ Sie seufzte und stand auf. „Aber vielleicht wird‘s jetzt anders – und besser. Denn so, wie er es bislang getrieben hat, so geht es net weiter.“

„Und wer ist‘s, die er heiratet?“, fragte Manfred die alte Hausnerin.

Mali richtete den Tisch für das Frühstück her, und Manfred hörte mit Erstaunen, dass der Bruder die Monika Hampmüller als Bäuerin heimführe – die einzige Tochter des steinreichen Eduard Hampmüller, der in Mühlbach drüben einen Hof und ein Sägewerk hatte.

O ja, das war schon eine gute Wahl, die Felix getroffen hatte! Die Monika war schon seinerzeit, als Manfred die Heimat verließ, ein bildhübsches Mädchen gewesen, von dem es hieß, dass es der Vater wie seinen Augapfel hüte.

„Die Monika also“, murmelte Manfred, und er dachte an jene Episode, die sich vor Jahren zugetragen hatte. An einem Sonntagmorgen war‘s, als Manfred nach dem Gottesdienst den Bach entlangging und nach Forellen Ausschau hielt, die er gelegentlich mit der Hand fing.

In der Nähe der oberen Holzbrücke traf er die Tochter des Hampmüller; damals war sie noch ein sehr schmales, aber bereits bildschönes Mädchen gewesen, hochmütig freilich und schon recht eingebildet.

Manfred fragte sie, ob er ihr eine Forelle fangen solle, worauf sie nur geringschätzig den schönen Mund verzog und erwiderte: „Was brauch‘ ich eure Forellen, wir haben selber genug im Mühlbach!“ Und mit einem halb verächtlichen, halb neugierigen Blick auf den Tannreitersohn war sie davongegangen.

Das war vor etwa zehn Jahren, und damals war Monika nicht älter als vierzehn gewesen. Demnach musste sie heute ungefähr vierundzwanzig sein. Seltsam schon, dass sie noch nicht vergeben war, und noch seltsamer, dass ausgerechnet der Felix das Glück hatte, die Monika Hampmüller als Frau heimführen zu können.

„Ich weiß net genau, wie‘s zugegangen ist“, erzählte Mali jetzt weiter, „ich weiß nur, dass es damit angefangen hat, als der Felix den Bauernwald an den reichen Hampmüller verkauft hat.“

„Was?“, rief Manfred erschrocken. „Unseren Wald hat er verkauft?“

Die Mali nickte resigniert.

„Weil‘s Geld knapp geworden ist. Und es ist schon oft knapp gewesen, Bub“, fügte sie besorgt hinzu.

„Dann ist der Hof wohl recht verschuldet?“, forschte Manfred.

Die alte Hausnerin zuckte hilflos die Schultern und meinte: „Ich weiß nix Genaues, Mandi – niemand weiß was Genaues. Der Felix lässt sich net in die Karten schauen.“ Dann schlug sie ein anderes Thema an und erkundigte sich bei Manfred, ob er jetzt ein anständiges Frühstück haben wolle und ob er vom langen Weg müde wäre.

„Ja“, antwortete der jüngere Tannreitersohn, „Hunger hab ich, bring was auf den Tisch. Aber zuvor möchte ich mich ein bisschen herrichten.“

Inzwischen war es draußen völlig Tag geworden, und Manfred ging hinaus zum Brunnen, um sich zu waschen und ein frisches Hemd überzuziehen. Mit einem Blick über den Hof sah er, dass sich einiges verändert hatte. Das Stallgebäude war neu gedeckt, frisch gestrichen, der Misthaufen war von einer Zementmauer umgeben, im Wagenschuppen standen die Fahrzeuge in Reih und Glied, darunter die mit Girlanden geschmückte Hochzeitskutsche.

Gerade als Manfred sich wusch, kam jemand aus dem Stall und rief mit heiserer Stimme: „Wer bist denn du, ha? Zum Waschen ist das Waschhaus da!“

Es war Wastl, der Altknecht, der herübergehinkt kam und vor Manfred stehen blieb.

„Jö, du bist‘s!“, rief er, und dann umarmte Wastl den Heimkehrer, schlug ihm auf die Schulter und lachte. „Der Mandi! Mei, der Mandi ist wieder da!“

Noch ein paar Dienstboten kamen heran. Es waren lauter fremde Gesichter, die neugierig auf den jüngeren Tannreiter schauten und verlegen grinsten, als sie dem Manfred vorgestellt wurden: der junge Knecht Franzl Daxeder, der bucklige Senner Peppi Gschwendner und die zwei Stalldirnen Emma und Rosl.

„Jö, ist der Manfred aber ein netter Kerl“, sagte die Rosl zur Emma, als sie im Stall waren und die Kühe molken. „Ich hab gar net gewusst, dass der Bauer einen so hübschen Bruder hat!“

„Hübsch ist er schon“, meinte die Emma, „aber er hat nix, er ist nur ein Knecht.“

Inzwischen schwatzten Wastl und Manfred am Brunnen weiter, und der Wastl sagte ein übers andere Mal:

„Bub, ich freu‘ mich so, dass du gekommen bist. Hast dich sakrisch gut herausgemacht!“ Und der Wastl musterte Manfred wie ein Vater den Sohn und klopfte ihm auf den Rücken. Dann fragte er, ob Manfred länger bliebe.

„Nur ein paar Tage“, antwortete Manfred ihm lachend. „Mein Bauer braucht mich nötig. Da bin ich wichtiger als hier.“

Dann sprachen sie über den Hof, der so neu und ordentlich aussah, und Wastl sagte, dass der Felix viel Geld reingesteckt habe und den Ehrgeiz hege, den schönsten Hof im Umkreis zu besitzen.

„So was kostet halt Geld“, meinte der alte Knecht und warf einen Blick zu den oberen Fenstern hinauf, hinter denen der Bauer schlief – noch schlief, obwohl im Hof schon die Arbeit begonnen hatte.

„Er ist gestern spät heimgekommen“, verriet Wastl dem Manfred. „Er hat wohl wieder gefeiert und Abschied genommen vom Junggesellenleben! Es ist Zeit, dass er unter die Haube kommt, Mandi!“

Während sie so schwatzten, wurde im ersten Stock das linke Fenster aufgestoßen, ein strubbeliger Kopf erschien, eine Gestalt im Schlafanzug. Sie gähnte, blinzelte und entdeckte drunten im Hof die beiden Gestalten.

„Hö, was steht ihr rum! Ist im Stall keine Arbeit?“ Aber plötzlich erkannte Felix Tannreiter, dass die schlanke Gestalt der Bruder war. „Du bist‘s, Mandi!“, rief er herunter. „Meine Güte, war ich denn blind?“

Manfred winkte zum Fenster hinauf.

„Grüß dich, Bruderherz!“

Der Mann am Fenster stand einen Augenblick starr da und wischte sich dann über die Augen; ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht.

„Herzlich willkommen, Mandi! Geh derweil in die Stube, ich mach‘ mich gleich fertig!“

Der Wastl schnäuzte sich ins karierte Sacktuch und rieb sich die Nase. Er schielte dabei zum Fenster hinauf, hinter dem sich Felix Tannreiter zum Hochzeiter herrichtete.

„Es wird eine große Hochzeit werden“, sagte Wastl, steckte das Sacktuch weg und blinzelte Manfred an. „Wie hast du‘s erfahren, Mandi?“

„Er hat mir geschrieben“, antwortete der andere und wusch sich im eiskalten Brunnenwasser.

„So“, murmelte der alte Knecht, „geschrieben hat er dir‘s? Dann hat er dich also eingeladen?“

Manfred prustete erst eine Weile und ließ sich das erfrischende Wasser über Kopf und Arme laufen. Dann nahm er das grobleinene Handtuch und rieb sich trocken.

„Freilich“, lachte er, „freilich hat er mich eingeladen, und ich bin schon recht gespannt auf die Braut.“

„Es ist die Hampmüller-Monika“, brummte der Knecht. „Somit kriegt er schon was auf den Hof … O ja …!“ Der Wastl wackelte eine paarmal mit dem Kopf. Plötzlich kniff er die Augen zusammen und fragte hastig: „Hast du dein Erbteil schon ausbezahlt bekommen, Bub?“

„Wie kommst du darauf?“ Es klang verwundert.

„Es ist nur eine Frage“, erwiderte der Knecht.

„Mein Anteil steckt noch im Hof“, gab Manfred zur Antwort, „und er kann getrost drinbleiben.“

Über das faltige Gesicht des alten Knechtes huschte ein besorgter Ausdruck.

„Hör zu, Bub“, raunte er und packte Manfred beim Arm. „Der Felix hat in den letzten drei Jahren viel gebaut und den Hof aufgeputzt wie ein eitles Frauenzimmer. Es wär‘ net notwendig gewesen, und tät‘ dein Vater selig noch leben, wär‘ manches beim Alten geblieben. Aber der Felix will höher hinaus, als er kann, und drum sorg‘ ich mich um deinen Erbanteil, Mandi. Fordere ihn, rate ich dir, nimm‘s und mach dich irgendwo selbstständig.“ Noch ein warnender Blick, dann hinkte der alte Knecht davon und verschwand im Stall.

Manfred Tannreiter schaute der etwas krummen Gestalt nach, dann glitt sein Blick über den Hof.

Es hat sich viel geändert, o ja, dachte er. Aber das Alte hat mir besser gefallen, ich muss mich erst zurechtfinden auf unserem Hof.

***

Der große Tisch in der Stubenecke war festlich gedeckt, und im getäfelten Raum roch es nach Kaffee und Kuchen. Die Tür zur Küche stand einen Spalt offen. Man hörte drinnen Mali rumoren.

Die beiden Brüder saßen sich am Tisch gegenüber und frühstückten. Sie sahen sich nicht ähnlich. Felix Tannreiter war groß und breit, hatte ein kantig geschnittenes Gesicht, graue scharfblickende Augen unter buschigen Brauen und ein vorspringendes Kinn, das Kraft und Willensstärke verriet. Er trug einen maßgeschneiderten Trachtenanzug, ein blütenweißes Hemd und eine goldgestickte Weste unter dem Janker. Die Talerkette – ein Erbstück vom verstorbenen Vater – baumelte an der Weste.

Verglichen mit Felix, sah Manfred wie ein armseliger Wanderbursche aus. Sein Anzug war abgetragen, das Hemd buntkariert und am Kragen geflickt. Die Hose besaß keine Bügelfalte und glänzte, die Füße staken in schweren Nagelschuhen. Aber Manfred besaß ein sympathisches Gesicht und ein Paar warmblickende, sanfte Augen.

Felix berichtete vom Verlauf der letzten Jahre und stellte ab und zu Fragen an den Bruder.

Manfred erzählte von seiner Arbeit drüben im Tirolerischen, von dem Hof, auf dem er sich einen Platz geschaffen hatte, und vom Bauer, der seinen Knecht gut behandelte.

„Ich bin allzeit zufrieden gewesen“, schloss Manfred seinen Bericht, „und es fällt mir net schwer, drüben zu leben.“

„Bist du noch frei?“, fragte Felix.

Manfred lächelte und nickte. „Es ist mir noch net die Richtige über den Weg gelaufen, Felix … Wohl dann und wann eine, aber nie was Ernsteres.“

Felix‘ Blick wurde lauernd.

„Aber ans Heiraten hast du doch ab und zu schon gedacht?“

„Ich streit‘s net ab“, lautete die Erwiderung, „aber als Knecht überlegt man sich so eine Sache schon länger, Felix.“

Ein kurzes Schweigen trat ein. Felix rieb sich das glattrasierte Kinn und musterte Manfred in eigentümlicher Weise – so, als wolle er dem Bruder ins Herz schauen.

Dann sagte Felix gedehnt: „Du weißt ja, dass dein Erbteil noch im Hof steckt, und der Hof ist schöner geworden. Es hat viel Geld gekostet, Mandi. Kämst du jetzt und wolltest dein Erbteil ausbezahlt haben – ich könnte dir keinen Cent geben.“

Manfred schwieg, dann nickte er nur.

„Ich bin net deswegen gekommen, Felix. Und ich denke auch net daran, etwas zu fordern. – Freilich“, fügte er ernst hinzu, „wissen möcht‘ ich schon, ob ich jemals damit rechnen kann, mein Erbteil zu kriegen.“

Die Uhr schlug sieben Mal.

„Wir haben noch Zeit, über alles zu reden“, sagte Felix und rutschte unruhig auf dem Stuhl hin und her. „Die Gäste kommen erst in einer Stunde, um Punkt neun Uhr bringt der Hampmüller die Braut ins Dorf. – Und weil wir schon einmal beim Thema Hof und Erbteil sind, Mandi, wollen wir‘s auch gleich zu End‘ bringen.“

„Wir können es aufschieben“, schlug Manfred vor, „es ist für mich net von Wichtigkeit. Du heiratest heute, da sollten wir nix von anderem reden.“

„Ich muss aber mit dir reden, Mandi.“

„Na gut“, nickte Manfred, „wie du willst.“

„Schau, Mandi“, fing Felix an, „als der Vater tot war, bin ich darangegangen, den Hof neu herzurichten. Das war notwendig, und es ist ein gutes Stück Geld draufgegangen, das ist ja klar … Es sind Schulden auf dem Hof.“ Er fuhr sich nervös durchs Haar. „Das soll aber net heißen, Mandi, dass ich nimmer aus noch ein wüsste und dass mir‘s Wasser bis zum Kragen steht. Nein, so ist es net, Mandi. Bloß, ich könnte dir, wenn du jetzt was von mir verlangtest, nix geben. Die Moni aber bringt mir einen Batzen Geld ins Haus. In vier Wochen könntest du dein Erbteil ausbezahlt kriegen. So hat‘s auch der Hampmüller vorgeschlagen.“

Manfred nickte nur, aber er hatte das Gefühl, als ob der Felix mit noch etwas herausrücken wolle – mit irgendeiner Sache, die ihm unangenehm war.

„Dann bringt dir also die Moni eine gute Mitgift“, murmelte Manfred.

„Und net nur das, Mandi.“ Felix grinste. „Sie ist auch sonst nobel beisammen.“

„Du hast sie gern?“

„Ja, ich hab sie gern. Ihretwegen geb‘ ich meine Freiheit auf, Mandi.“

Die Brüder sahen sich an, ernst und lange. Dann sagte Felix zögernd: „Glücklich und zufrieden könnte ich sein, Mandi – aber mir hängt etwas an, was mir heimliche Sorgen macht. Darüber möchte ich jetzt mit dir reden.“

Felix stand auf und ging zur Küchentür, die einen Spaltbreit offen stand. Er schloss sie und kam wieder an den Tisch zurück.

„Es braucht niemand zu hören, was wir jetzt reden“, sagte er mit gedämpfter Stimme. Dann folgte ein geplagter Seufzer.

„Du hast Kummer?“, vermutete Manfred.

Der andere nickte.

„Mandi“, murmelte er, „ich hoffe, dass du mir helfen kannst. Und kannst du‘s net, dann – dann findet heute keine Hochzeit statt, und für mich bricht der Himmel ein.“

Manfred erschrak.

„Was ist, Felix?“, fragte er hastig.

„Hör zu …“ Felix beugte sich über den Tisch zu Manfred hinüber. „Es ist bald zwei Jahre her, dass ich in Tiefenbach drunt‘, als Viehmarkt war, mit einer Dirn zusammengekommen bin. Sie ist Kellnerin beim Postwirt in Tiefenbach. Franziska Strobel heißt sie. Sie kommt aus der Ramsau und hat mir erzählt, dass sie und ihr Vater einen Hof hatten. Der Vater aber vertrank alles, und das Zeugl kam vor etwa drei Jahren unter den Hammer. Der Strobel starb, und die Franzi musste ihr Bündel schnüren und irgendwo Arbeit suchen. Auf diese Weise ist sie Kellnerin geworden. Sie ist hübsch, und die Mannsbilder sind hinter ihr her wie der Teufel hinter der armen Seel‘.“

Felix schaltete eine Pause ein.

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