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Aron Lubor - Gefangen im All: Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 9

Aron Lubor - Gefangen im All: Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 9

Harvey Patton

Published by BEKKERpublishing, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Aron Lubor - Gefangen im All

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Further Reading: 30 Sternenkrieger Romane - Das 3440 Seiten Science Fiction Action Paket: Chronik der Sternenkrieger

Also By Harvey Patton

About the Publisher

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Aron Lubor - Gefangen im All

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Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 9

von Harvey Patton

Der Umfang dieses Buchs entspricht 140 Taschenbuchseiten. 

Als der Planet Ramon im fernen Lyk-System von Schwarzen Raumern zerstört wird, überlebt eine Hand voll Ramoner die Katastrophe. In verzweifelter Lage setzen sie alles daran jene Sauerstoffwelt wiederzufinden, die nach uralten Berichten ideal für eine Besiedlung ist und nur von Halbwilden bewohnt sein soll.

Über dem gesuchten Planeten entkommt der Humanoide Aron Lubor als einziger ihrem explodierenden Suchschiff Arit. Mit dem Raumer gehen die Koordinaten Ramons verloren. Von Peter Lorre, dem Sohn des Besitzers der HFL-Raumschiffwerft gerettet und von Ärzten operativ auf das Seh- und Hörvermögen der Menschen umgestellt, wird Aron Lubor dessen Freund. Lorre verdankt es dem Ramoner, daß seine Raumjacht PLUTO mit dem ersten Transitionstriebwerk ausgerüstet wird, und Aron Lubor kann hoffen, mit ihr seine Heimatwelt Ramon wiederzufinden.

Hinter dem Planeten Pluto entdeckt die PLUTO einen vor 1350 Jahren teilzerstörten Kugelraumer und richtet ihn als Basis I für das Schiff ein. Wenig später stößt man im Alpha Centauri-System auf den zur selben Zeit entvölkerten Planeten Enigma (Rätsel) und neben einer gigantischen Stadt auf dem Gebirgskontinenten Mih eine Defensivzentrale, die sich als Basis II anbietet.

Die Suche nach dem Lyk-System mit seinem Planeten Ramon ist eine Kette dramatischer Abenteuer. Erst in letzter Minute werden die wenigen Überlebenden einer vom Aussterben bedrohten Spezies durch Einsatz eines alt-Ramonischen Raumers nach Kuus in Sicherheit gebracht.

Doch nach wie vor stellen die Schwarzen Raumer der Zyklops die größte Gefahr im Spiralarm der Galaxis dar, die zuletzt vor 1350 Jahren Planeten vernichteten oder entvölkerten, bis die PLUTO die Einsatzhäfen der schwarzen Roboterschiffe entdeckt und auch den Planeten im Leerraum, auf dem die schlummernde Brut der Zyklops auf ihr Erwachen wartet. Durch das Auftauchen der PLUTO in seiner Ruhe gestört, vernichtet der Brutplanet sich selbst.

Der Exodus der Terraner nach Enigma im Alpha Centauri nimmt seinen Anfang. Die kleine Raumjacht wird durch die größere PLUTO 2, mit Hilfe Ramonischer Ingenieure auf den höchsten Stand gebracht, abgelöst. Niemand an Bord ahnt, was ihnen die Zukunft noch bringen wird. Die Crew der PLUTO 2, nun zweiundzwanzig Personen stark, kennt nur ein Ziel, das Universum für die Terraner zu erforschen und ihr Weg führt von Stern zu Stern.

Im Kosmos der Serie 'Weg in die Galaxis' sind bisher erschienen:

Spur ins andere Kontinuum

Planet der Maschinen

Die Rebellen von G’oerr

Jagd durch das Sol-System

Das Cyborg-Projekt

Herrscher über ein Dutzend Welten

Aron Lubor und die Energiefalle

Aron Lubor und der Sprung ins All

Aron Lubor und die Sklavenwelt Pygma

Aron Lubor und die Macht im Dunkeln

Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit

Aron Lubor und die Falle im Nichts

Aron Lubor und die vergessene Kolonie

Aron Lubor und die Fremden

Aron Lubor und der Ringplanet

Aron Lubor – Gefangen im All

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Aron Lubor: Augenfarbe schockgrün, silberglänzendes Haar, schulterlang, hat mit seinen breiten Schultern und schmalen Hüften Ähnlichkeit mit Peter Lorre. Alter: Laut eigenen Angaben ca. 26 bis 29 Jahre. Humanoide aus dem Lyk-System vom Planeten Ramon.

Peter Lorre: Sohn des Connor Lorre, Besitzer der HFL, der größten Raumschiffwerft der Erde, 27 Jahre alt, 1,78 groß, strohblond mit dem Aussehen eines Wikingers und 81 Kilo schwer. Er ist Inhaber der ›Großen Lizenz‹ und weltraumsüchtig. Trotz seiner Jugend schon examiniert in Kybernetik, Raumschiffbau und Astronavigation. Zuverlässig, reaktionsschnell und draufgängerisch, aber kein Supermann.

Elaine Tacled: 23 Jahre, die attraktive Jugendfreundin Peter Lorres, schwarz und langhaarig, technisch hochbegabt, bekommt aber jedes Mal einen Wutanfall, wenn man bei Verteilung der Arbeit auf sie als Frau Rücksicht nimmt. Geht netten Männern nie aus dem Weg.

Björn Grenell: 26 Jahre, 1,76 groß, 84 Kilo schwer, Peter Lorres Studienfreund aus den letzten Semestern. Dunkelbraunes Haar, eisgraue Augen, ein Mann der Ruhe und der Zurückhaltung und der richtige Ausgleich für Peter Lorre und Elaine Tacled.

Icinu: Aron Lubors Frau, mit schulterlangem, silberglänzendem Haar, schockgrünen Augen, besitzt die Idealfigur einer terranischen Frau, ausgeglichener Typ mit enormen Kenntnissen der Ramonischen Technik, nach eigenen Angaben 25 Jahre alt.

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Die Sekretärinnen in den Vorzimmern warfen sich bedeutungsvolle Blicke zu, als vier Männer mit kurzem Gruß an ihnen vorbeigingen, um dann im Allerheiligsten zu verschwinden. Das war das Arbeitszimmer Connor Lorres, des Chefs der HFL-Corporation, deren Stellung als führende Raumschiffwerft der Erde unbestritten war.

Das Rotlicht über der Tür flammte auf, und eine Leuchtschrift besagte: NICHT STÖREN – KONFERENZ!

Es tat sich also wieder einmal etwas besonderes in diesem Raum, in dem schon viele folgenschwere Entscheidungen getroffen worden waren. Das ging auch aus der Zusammensetzung der Gruppe hervor, die soeben ihren Chef aufsuchte. Diese vier waren die Mitglieder des so genannten Kleinen Planungsstabes, die engsten Vertrauten Lorres. Mit ihnen zusammen pflegte er Pläne zu entwerfen, deren Realisierung später stets erhebliches Aufsehen in der Fachwelt hervorrief.

Dr. Ing. Mark Nedol war Chefkonstrukteur der HFL-Werke, und in seiner »Geheimküche« entstanden dann die entsprechenden Geräte und Apparaturen. Ingenieur Sertlow Odo war einer seiner engsten Mitarbeiter als Leiter der Entwicklungsabteilung; ihm unterstanden die Asistroniker der HFL, jene Männer also, in deren Köpfen sich irdisches und Ramonisches Fachwissen vereinten. Dr. Golden wiederum war einer der führenden Kybernetiker im HFL-Rechenzentrum, und Salf Oberv, der vierte im Bunde, einer der Ramonischen Experten, die auf der Erde für die HFL arbeiteten.

Connor Lorre begrüßte seine Besucher, bot ihnen Getränke und Zigaretten an, und nahm dann wieder in seinem Sessel Platz. Seine riesige, auch im vorgerückten Alter immer noch imposante Figur dominierte in dem Raum. Er nickte den vier Männern zu und begann zu sprechen.

»Zuerst möchte ich Sie davon unterrichten, daß die Ramon unter Captain Safrinski vor einer Stunde nach Kuus gestartet ist. Sie werden in Kürze Verstärkung durch einige Ihrer Gefährten erhalten, Mr. Oberv.«

Der silberhaarige Ramoner nickte. »Das freut mich zu hören, Mister Lorre. Hängt das mit dem Pomcitani zusammen?«

»Ganz recht«, sagte Lorre. »Auf seinem letzten Flug von Enigma hierher hat er ein Hyperfunkgespräch mit Orsoth Unig geführt und ihm dabei von diesem neuen Gerät und seiner Wirkungsweise berichtet. Er war dabei nicht wenig überrascht, als Unig ihm daraufhin sagte, in der Vergangenheit Ramons habe es ein derartiges Gerät – oder zumindest doch etwas ähnliches – auch schon gegeben. Er meinte, daß einige Techniker Ihres Volkes sich in seiner Konstruktion und Arbeitsweise auskennen würden. Safrinski hat mich davon unterrichtet und mir den Vorschlag gemacht, diese Männer zur Erde zu holen. Ich habe natürlich zugestimmt, und nun ist er bereits wieder zu dem Haloplaneten unterwegs.«

»Ausgezeichnet, Chef!« freute sich Mark Nedol. »Das gibt uns die Hoffnung, daß wir über die Arbeitsweise des Pomcitani bald völlige Klarheit haben werden. Wir haben zwar mit seinem Studium schon große Fortschritte gemacht, aber es geht uns damit wie mit allen Fremdaggregaten der Bewohner Enigmas: Wir müssen uns langsam vorwärts tasten, viel zu langsam für meinen Geschmack. Wenn wir nun die richtigen Leute dazubekommen, sind wir vielleicht schon in ein paar Wochen soweit, daß wir einen funktionierenden Nachbau herstellen können.«

»Dann haben Sie tatsächlich schon große Fortschritte gemacht«, meinte Connor Lorre überrascht. »Was können Sie mir im Einzelnen dazu sagen?«

Der schlanke, dunkelhaarige Odo meldete sich zu Wort.

»In dem Pomcitani steckt noch viel mehr, als wir nach den Ereignissen auf Enigma annahmen, Chef. Er ist, wie unsere neuen Versuche ergeben haben, nicht nur imstande, die Speicher von Computern zu löschen, sondern besitzt eine erstaunliche Doppelfunktion. In demselben Ausmaß, wie er die Daten auslöscht, absorbiert er auch das Wissen der Speicher – er nimmt es einfach auf! Und nicht nur das, er rechnet obendrein alle Werte in seine eigene Terminologie um und gibt sie auf Abruf wieder frei ...«

»Allerdings nur, wenn die Daten in den Speichern nicht verschlüsselt sind«, schränkte Salf Oberv ein. »Doch das ist bei einem normalen Computer, ganz gleich, ob stationär oder in einem Raumschiff, normalerweise kaum der Fall.«

»Das wäre auch ein viel zu umständliches Verfahren«, warf Dr. Golden ein. »Besonders in Raumschiffen kommt es ja darauf an, daß alle Rechenvorgänge möglichst schnell ablaufen, weil oft genug die Sicherheit eines Schiffes davon abhängt. Fragen Sie Ihren Sohn, er wird es Ihnen bestätigen.«

Connor Lorre nickte langsam. Er überlegte eine Weile und fragte dann: »Sehen Sie irgendwelche Schwierigkeiten, dieses Gerät in eines unserer Schiffe einzubauen, in die PLUTO 2 oder auch in die RAMON?« Der Chefkonstrukteur schüttelte den Kopf.

»Keineswegs, Chef. In beiden Schiffen ist genügend Platz dafür, und die Energieversorgung reicht vollkommen aus. Doch wozu ...«

Lorre hob die Hand und schnitt ihm damit das Wort ab.

»Ich bin zwar kein Techniker, habe aber im Laufe meines langen Lebens kombinieren gelernt, Nedol. Ein solches Gerät an Bord eines Schiffes, und jeder Raumer feindlich gesinnter Intelligenzen ist verloren! Ohne die Daten der Computer kann er nicht mehr navigieren, und unser Schiff erhält außerdem noch alles Wissen, das in seinen Speichern enthalten ist ...«

Atemlose Stille breitete sich über den Raum.

Connor Lorre hatte recht – der Pomcitani war eine Waffe, weit wirksamer als Strahlgeschütze! Eine reine Defensivwaffe zwar nur, denn er vernichtete weder Schiffe noch Leben, doch im Endeffekt äußerst wirkungsvoll. Kein Gegner würde mehr imstande sein, sich auf die mit drei Lasergeschützen geringer Reichweite mehr als kümmerlich bewaffnete PLUTO 2 zu stürzen, wenn seine Computer plötzlich versagten, die zur Steuerung der Waffensysteme unbedingt erforderlich waren.

Keiner der vier Männer sagte noch etwas, doch ihre Gedanken standen förmlich in ihren Gesichtern geschrieben. Ihr Chef nickte erneut.

»Ich sehe, Sie haben mich verstanden, Gentlemen. Der Pomcitani ist für uns das Nonplusultra – aber nicht nur für uns! Er kann als Defensivwaffe verwendet werden, die das Leben unserer Leute schützt; er kann aber ebenso gut auch mißbraucht werden! Was meinen Sie wohl, was geschehen würde, wenn dieses Gerät in die Hände von Leuten käme, die wenig oder gar kein Gewissen haben? In die Hände von Verbrechern beispielsweise, oder in die eines Despoten, die es ja auf der Erde leider auch heute noch gibt ...?«

»Das wäre tatsächlich furchtbar«, sagte Dr. Golden heiser. »Kein Geheimnis wäre dann noch sicher, das irgendwie in einem Computer verankert ist, weder in der Wirtschaft noch im Staatswesen. Wer dieses Gerät besitzt, kann tatsächlich die gesamte Weltordnung zerstören, wenn er es darauf anlegt.«

Connor Lorre lächelte humorlos.

»Ich wüßte einige Fälle, in denen der Einsatz des Pomcitani sogar wünschenswert wäre«, knurrte er. »Doch wir werden natürlich nichts dergleichen unternehmen, sondern uns darauf beschränken, ihn in dem vorher erwähnten Sinne einzusetzen. Das legt uns zugleich die Verpflichtung auf, über die Existenz dieses Gerätes die strengste Geheimhaltung zu legen. Keiner, der nicht unmittelbar damit zu tun hat, darf etwas darüber erfahren, und Sie haben alle nur möglichen Maßnahmen zu treffen, daß Ihre Männer schweigen. Es dürfte am besten sein, wenn sie gar nicht erst erfahren, was sich mit diesem Gerät alles anfangen läßt, soweit das nicht unbedingt nötig ist.«

Vier sehr nachdenkliche Männer verließen wenig später das Arbeitszimmer ihres Chefs.

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»Warum so nachdenklich, Dad?« Lorre schrak zusammen, denn er hatte nochmals das Problem Pomcitani durchdacht und dabei vollkommen überhört, daß sein Sohn Peter sein Arbeitszimmer betreten hatte. Es war inzwischen Nachmittag geworden, die Konferenz mit den Technikern lag bereits einige Stunden zurück.

»Hast du ein schlechtes Gewissen?« neckte ihn Peter, der es sich als einziger erlauben konnte, unangemeldet ins Allerheiligste einzudringen. »Du wirst doch nicht auf deine alten Tage noch ...«

»Laß den Unsinn«, unterbrach ihn Connor Lorre und deutete auf einen Sessel. »Nimm dir etwas zu trinken und dann hör mir zu, ich habe einiges mit dir zu bereden.«

Peter nickte und ging zum kleinen Barschrank, wo er sich einen Longdrink mixte. Sein Vater sah ihm zu und konnte einen Anflug von Stolz nicht unterdrücken. Der Junge war zwar nicht so groß wie er selbst, aber athletisch gebaut, und seine blonde Mähne verriet etwas von der ungebändigten Kraft, die in ihm steckte; die ihn oft schnell und impulsiv handeln ließ, was natürlich stets Gefahren in sich barg, wenn er mit seinem Schiff zwischen den Sternen unterwegs war. Doch zum Glück war ja sein Freund Björn Grenell immer dabei, der dann als Gegenpol wirkte, wenn Peter sich Hals über Kopf ins Abenteuer stürzen wollte.

Lorre Junior kam zum Tisch, warf sich in den Sessel und holte nach einem ersten Schluck eine Zigarette hervor. Als diese brannte, sah er seinen Vater an und ein jungenhaftes Grinsen flog über sein Gesicht.

»Ich muß dir auch etwas berichten, Dad. Ich bin eben von den Terra States aus DaCern-City zurückgekommen, die ich besuchen sollte, weil sie einen Auftrag für die PLUTO 2 erteilen wollten. Pjotr Lazarev war nicht anwesend und ich habe mit einem seiner Abteilungsleiter gesprochen, der für das Ressort Fremde Welten zuständig ist. Dieser Herr hatte nichts weiter vor, als mich einzuwickeln!«

»Inwiefern?« fragte sein Vater gespannt. Peter streckte die Beine von sich und nahm einen weiteren Schluck.

»Daß es den TST so ergeht wie der alten UNO – jede Menge Mitglieder, aber keiner will pünktlich seinen Beitrag zahlen – wissen wir ja schon. Dieses Verfahren wollte der Mann nun auch bei mir zur Anwendung bringen: Wir sollten losfliegen, um drei Sonnensysteme zu erkunden, sollten aber vorerst nur fünfzig Prozent der zu vereinbarenden Bezahlung erhalten. Der Rest sollte nur dann zur Auszahlung kommen, wenn wir diesen Auftrag zufrieden stellend erledigen.«

»Das ist wirklich die Höhe!« knurrte der alte Lorre entrüstet. »Hinterher hätte man dann behauptet, das Ergebnis wäre nicht zufrieden stellend, und du hättest in die Röhre gucken können. Was denken sich diese Leute eigentlich?«

»Das habe ich Mister  Namguth auch gefragt. Ich habe mich erkundigt, wie hoch die TST das Risiko eines Fluges über mehrere tausend Lichtjahre wohl einschätze, noch dazu in vollkommen unbekanntes Gebiet. Außerdem habe ich ihm klargemacht, daß wir auf die Aufträge der Terra States keineswegs angewiesen sind. Schließlich blieb ihm nichts weiter übrig, als einen dezenten Rückzieher zu machen – du hättest miterleben sollen, wie eifrig er sich bemühte, mich bei Laune zu halten! Er wußte genau, daß wir die einzigen sind, die über ein Schiff verfügen, das diese Aufgabe erledigen kann, wollte es aber erst einmal auf die krumme Tour versuchen.«

»Darüber werde ich mich nochmal mit Lazarev unterhalten«, sagte sein Vater mit gerunzelter Stirn. »Jetzt aber weiter: Wie seid ihr euch schließlich einig geworden?«

»Ich habe mit  Namguth einen Betrag von 3,8 Millionen Sol vereinbart, zahlbar im Voraus«, schmunzelte Peter.

»3,8 ...?« echote Connor Lorre fassungslos. »Junge, das ist – das ist ja fast unglaublich! Wie hast du das nur zuwege gebracht?«

»Mit den Praktiken meines Herrn Vaters ...«, sagte Peter amüsiert. »Außerdem habe ich auch die Hintergründe für diesen Auftrag in Erfahrung gebracht, obwohl  Namguth zuerst nicht damit herausrücken wollte. Die TST haben in aller Stille einige Astro-Experten angeheuert und sich von diesen drei Sonnen aussuchen lassen, die voraussichtlich Planetensysteme besitzen. Man will nun durch uns feststellen lassen, ob es dort Sauerstoffwelten gibt, die später besiedelt werden können.«

»So ein Unsinn«, meinte der alte Lorre kopfschüttelnd. »Ihr könntet den Leuten doch eine armlange Liste solcher Planeten vorlegen, wozu dann noch diese Umstände?«

Sein Sohn hob die Schultern.

»Dasselbe habe ich  Namguth auch gesagt, aber er wollte sich einfach nicht umstimmen lassen. Nun, uns kann es ja gleich sein, wir profitieren schließlich davon.«

»Und nicht schlecht«, schmunzelte Connor Lorre. Dann wurde er unvermittelt wieder ernst. Er berichtete Peter von seiner Unterhaltung mit den Mitgliedern des Planungsstabes und den ungeahnten Möglichkeiten, die sich aus der Anwendung des Pomcitani als Defensivwaffe der PLUTO 2 und Ramon ergeben konnten. Seine Bedenken in Bezug auf dieses Gerät erwähnte er ebenfalls.

»Der Pomcitani ist ein zweischneidiges Schwert, Peter. Wenn er in die falschen Hände gerät, kann das unabsehbare Folgen haben. Deshalb habe ich auch sofort strengste Schweigepflicht für alle angeordnet, die mit diesem Projekt beschäftigt sind. Ich bin auch fest entschlossen, nur diese beiden Schiffe damit ausrüsten zu lassen. Daß ihr von der PLUTO 2 nicht leichtsinnig damit umgehen werdet, ist mir klar, und auch Captain Safrinski erscheint mir vertrauenswürdig genug.«

»Unbedingt, Dad«, nickte Peter. Er trank sein Glas leer und erhob sich. »So, damit wäre wohl zwischen uns alles gesagt. Ich will jetzt noch kurz bei Karen Astrup vorbeisehen, sie hat ab heute Urlaub und fliegt um 18 Uhr zu ihren Eltern, die irgendwo in Illinois wohnen.«

»Da bist du ja heute Abend ausnahmsweise einmal frei, wie?« lächelte sein Vater. »Was hältst du davon, wenn wir beide mal einen Abstecher nach Joy City machen, wie in alten Tagen, als du noch nicht den Sternenvagabunden gespielt hast? Im Saturn war es doch immer besonders nett.«

»Okay«, gab Peter zurück. »Ich hole dich dann also gegen 18.30 Uhr hier ab und wir fliegen zusammen hin. Morgen um diese Zeit bin ich schon wieder ein paar tausend Lichtjahre weit weg.«

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Er war pünktlich, und dann saßen die beiden Männer in Connor Lorres luxuriösem Gleiter und flogen auf Joy City zu.

»Ich habe auch noch Nicholas O'Malley auf Enigma angerufen«, meinte der alte Lorre unterwegs. »Er und seine Männer in der Defensivzentrale von Mih hatten ja als erste mit dem Pomcitani zu tun. Jetzt wissen auch sie Bescheid, daß dieses Thema gegenüber allen Außenstehenden tabu ist.«

»Wie gestaltet sich jetzt überhaupt das Verhältnis zwischen unseren Leuten auf Mih und dem Spaceguard-Kommando in Alpha City?« erkundigte sich Peter.

Vor einiger Zeit hatte es auf Enigma einen Zwischenfall gegeben, als eines der beiden auf dem Hauptkontinent stationierten Polizeiboote den der HFL gehörenden Kontinent Mih überflogen hatte. Chefingenieur O'Malley hatte daraufhin mit einem der alten Abfangjäger der Enigma das Boot gejagt und schließlich mittels eines Traktorstrahls eingefangen und auf dem Landefeld von Alpha City abgesetzt. Damals war bei der Spaceguard und den Terra States einige Aufregung entstanden, denn zuvor hatte niemand etwas von der Existenz der Abfangjäger geahnt.

»Überhaupt nicht«, schmunzelte der Vater. »Man beschränkt sich auf gelegentliche Funkgespräche, wenn man sich etwas zu sagen hat, das ist alles. Bisher ist es auch Pjotr Lazarev noch nicht gelungen, mir etwas über die Jäger zu entlocken, obwohl er mich schon verschiedentlich anzubohren versucht hat.«

Joy City kam in Sicht.

Es war dunkel geworden, und eine Flut zuckender Lichter in allen nur erdenklichen Farben leuchtete dort auf. Joy City besaß seinen Namen nicht zu Unrecht. Es war eine moderne Neuauflage des schon legendären Las Vegas in der amerikanischen Wüste vor Nevada. Wer sich dort vergnügen wollte, der konnte das ausgiebig und ununterbrochen vierundzwanzig Stunden am Tage tun – vorausgesetzt, daß sein Geld so lange ausreichte ...

Peter Lorre ordnete den Gleiter in den West-Ost-Luftkorridor ein und steuerte das Stadtzentrum an. Dort befanden sich die gehobenen Vergnügungsstätten, und eine der exklusivsten war das Saturn, auf dessen Parkplatz Peter das Flugzeug niedergehen ließ.

Es ruhte wie eine große, irisierend leuchtende Planetenkugel auf einem runden Sockel, in dem sich die Ein- und Ausgänge befanden.

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