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Aron Lubor und die Fremden: Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 7

Aron Lubor und die Fremden: Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 7

Harvey Patton

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Aron Lubor und die Fremden

Copyright

Die Hauptpersonen des Romans:

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Further Reading: 30 Sternenkrieger Romane - Das 3440 Seiten Science Fiction Action Paket: Chronik der Sternenkrieger

Also By Harvey Patton

About the Publisher

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Aron Lubor und die Fremden

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Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 7

von Harvey Patton

Der Umfang dieses Buchs entspricht 136 Taschenbuchseiten. 

Als der Planet Ramon im fernen Lyk-System von Schwarzen Raumern zerstört wird, überlebt eine Hand voll Ramoner die Katastrophe. In verzweifelter Lage setzen sie alles daran jene Sauerstoffwelt wiederzufinden, die nach uralten Berichten ideal für eine Besiedlung ist und nur von Halbwilden bewohnt sein soll.

Über dem gesuchten Planeten entkommt der Humanoide Aron Lubor als einziger ihrem explodierenden Suchschiff ARIT. Mit dem Raumer gehen die Koordinaten Ramons verloren. Von Peter Lorre, dem Sohn des Besitzers der HFL-Raumschiffwerft gerettet und von Ärzten operativ auf das Seh- und Hörvermögen der Menschen umgestellt, wird Aron Lubor dessen Freund. Lorre verdankt es dem Ramoner, daß seine Raumjacht PLUTO mit dem ersten Transitionstriebwerk ausgerüstet wird, und Aron Lubor kann hoffen, mit ihr seine Heimatwelt Ramon wiederzufinden.

Hinter Pluto entdeckt die PLUTO einen vor 1350 Jahren teilzerstörten Kugelraumer und richtet ihn als Basis I für das Schiff ein. Wenig später stößt man im Alpha Centauri-System auf den zur selben Zeit entvölkerten Planeten Enigma und neben einer gigantischen Stadt auf dem Gebirgskontinenten Mih eine intakte Defensivzentrale, die sich als Basis II anbietet.

Die Suche nach dem Lyk-System mit seinem Planeten Ramon ist eine Kette dramatischer Abenteuer. Erst in letzter Minute werden die wenigen Überlebenden einer vom Aussterben bedrohten Rasse durch Einsatz eines alt-Ramonischen Raumers nach Kuus in Sicherheit gebracht.

Doch nach wie vor stellen die Schwarzen Raumer der Zyklops die größte Gefahr im Spiralarm der Galaxis dar, die zuletzt vor 1350 Jahren Planeten vernichteten oder entvölkerten, bis die PLUTO die Einsatzhäfen der schwarzen Roboterschiffe entdeckt und auch den Planeten im Leerraum, auf dem die schlummernde Brut der Zyklops auf ihr Erwachen wartet. Durch das Auftauchen der PLUTO in seiner Ruhe gestört, vernichtet der Brutplanet sich selbst.

Der Exodus der Terraner nach Enigma im Alpha Centauri nimmt seinen Anfang. Die kleine Raumjacht wird durch die größere PLUTO 2, mit Hilfe Ramonischer Ingenieure auf den höchsten Stand gebracht, abgelöst. Niemand an Bord ahnt, was ihnen die Zukunft noch bringen wird. Die Crew der PLUTO 2, nun zweiundzwanzig Personen stark, kennt nur ein Ziel, das Universum für die Terraner zu erforschen und ihr Weg führt von Stern zu Stern.

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IM KOSMOS DER SERIE 'Weg in die Galaxis' sind bisher erschienen:

Spur ins andere Kontinuum

Planet der Maschinen

Die Rebellen von G’oerr

Jagd durch das Sol-System

Das Cyborg-Projekt

Aron Lubor und die Energiefalle

Aron Lubor und der Sprung ins All

Aron Lubor und die Sklavenwelt Pygma

Aron Lubor und die Macht im Dunkeln

Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit

Aron Lubor und die Falle im Nichts

Aron Lubor und die vergessene Kolonie

Aron Lubor und die Fremden

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Aron Lubor: Augenfarbe schockgrün, silberglänzendes Haar, schulterlang, hat mit seinen breiten Schultern und schmalen Hüften Ähnlichkeit mit Peter Lorre. Alter: Laut eigenen Angaben ca. 26 bis 29 Jahre. Humanoide aus dem Lyk-System vom Planeten Ramon. 

Peter Lorre: Sohn des Connor Lorre, Besitzer der HFL, der größten Raumschiffwerft der Erde, 27 Jahre alt, 1,78 groß, strohblond mit dem Aussehen eines Wikingers und 81 Kilo schwer. Er ist Inhaber der ›Großen Lizenz‹ und weltraumsüchtig. Trotz seiner Jugend schon examiniert in Kybernetik, Raumschiffbau und Astronavigation. Zuverlässig, reaktionsschnell und draufgängerisch, aber kein Supermann.

Elaine Tacled: 23 Jahre, die attraktive Jugendfreundin Peter Lorres, schwarz und langhaarig, technisch hochbegabt, bekommt aber jedes Mal einen Wutanfall, wenn man bei Verteilung der Arbeit auf sie als Frau Rücksicht nimmt. Geht netten Männern nie aus dem Weg.

Björn Grenell: 26 Jahre, 1,76 groß, 84 Kilo schwer, Peter Lorres Studienfreund aus den letzten Semestern. Dunkelbraunes Haar, eisgraue Augen, ein Mann der Ruhe und der Zurückhaltung und der richtige Ausgleich für Peter Lorre und Elaine Tacled.

Icinu: Aron Lubors Frau, mit schulterlangem, silberglänzendem Haar, schockgrünen Augen, besitzt die Idealfigur einer terranischen Frau, ausgeglichener Typ mit enormen Kenntnissen der Ramonischen Technik, nach eigenen Angaben 25 Jahre alt.

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1

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Geduldig wartete Red-F, bis die Luft aus der kleinen Durchgangsschleuse zum Lagerraum abgesaugt war und das Freizeichen aufleuchtete. Ein Knopfdruck, das Schott glitt auf, und langsam erhellte sich die Decke. Red-F machte einen Schritt nach vorn, schrak dann zusammen und blieb wie angewurzelt stehen.

Der Lagerraum war leer!

Entsetzt starrte Red-F mit seinen großen roten Augen auf die Stelle, an der sich der Behälter mit der Reservefüllung für den Konverter hätte befinden müssen. Diese Stelle war leer – der Behälter war spurlos verschwunden.

Gab es Geister an Bord der EGOH-C ...?

Nein, an Geister glaubte Red-F nicht. Er war ein nüchterner, aufgeklärter Reresh und als Raumfahrer mit einer soliden wissenschaftlichen Ausbildung versehen. In seiner Vorstellungswelt gab es keinen Platz für Geister – an solche glaubten höchstens die niederen Klassen seine Spezies.

Doch die Tatsache, daß der Behälter mit dem unersetzlichen Kernbrennstoff verschwunden war, ließ sich nicht aus der Welt schaffen. Red-F konnte sich den Kopf zerbrechen wie er wollte, er fand einfach keine Erklärung dafür.

Schließlich rief er den Kommandanten an und berichtete ihm von diesem Rätsel.

Norh-K hörte ihm ruhig zu, ohne ihn zu unterbrechen. »Ich komme zu dir«, sagte er knapp, und schon wenig später befand er sich neben Red-F.

»Kannst du dir das erklären?« fragte dieser mit schriller Stimme. Der Kommandant legte beruhigend eine Hand auf den Ärmel seines Raumanzuges.

»Noch nicht, aber wir werden eine Erklärung finden, soviel ist sicher. Es gibt nichts, das sich nicht irgendwie erklären ließe, wenn man es systematisch anfängt. Komm, wir gehen zurück in die Zentrale.«

Dort hielt sich im Augenblick nur noch Urk-J auf, die drei Frauen, die mit zur Besatzung der EGOH-C gehörten, waren in ihren Kabinen. Norh-K und Red-F legten ihre Raumanzüge ab, und der Kommandant warf einen kurzen Blick auf die Instrumente am Kommandopult und auf die Bildkugeln. Alles war in Ordnung – jedenfalls soweit, als man in einem Raumschiff, dessen Konverter ausgebrannt und die Reservefüllung dafür verschwunden war, von Ordnung reden konnte.

»Wann warst du zuletzt in dem Lagerraum?« erkundigte er sich bei Urk-J. Dieser pendelte mit dem Kopf.

»Nicht mehr, seit wir diese Reise angetreten haben, Kommandant. Ich habe aber nach jeder Schlafperiode den Isolierraum über die Bildanlage kontrolliert, zuletzt heute Morgen. Da befand sich der Behälter noch auf seinem Platz, das ist sicher.«

»Das war also vor etwa sechs P-res«, überlegte Norh-K, »also muß es in der Zwischenzeit geschehen sein. Rekonstruieren wir also, was jeder von uns heute getan hat, um Klarheit zu erlangen, denn von selbst kann der Behälter nicht verschwunden sein.

Dazu brauchen wir auch die Frauen – ruf sie herauf, Red-F.«

Wenige Fragen genügten, dann hatte der Kommandant die Lösung des Rätsels gefunden.

Law-Q, seine eigene Gefährtin, die ihre erste Raumreise machte, hatte das Unglück verursacht! Hatte aus Versehen auf einen falschen Knopf gedrückt und anstatt der Bordabfälle war der Behälter mit dem Kernbrennstoff in den Raum ausgestoßen worden ...

Das war ein Unglück, denn ohne eine neue Füllung des Konverters konnte die EGOH-C nie mehr auf ihren Heimatplaneten zurückkehren. Die Energie, die jetzt noch erzeugt wurde, reichte zur Not für das Normaltriebwerk, aber keinesfalls für Ferntransitionen.

Norh-K machte Law-Q die Tragweite ihrer Unachtsamkeit mit knappen Worten klar. Danach gab er seinen Entschluß der Besatzung bekannt: »Wir fliegen die nächstgelegene Sonne an. Vielleicht gibt es dort einen Planeten, auf dem wir spaltbares Material finden. Bereitet euch auf eine lange Reise vor ...«

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2

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Ein bleigrauer Himmel hing über dem Großen Sklavensee, und ein scharfer Nordwind pfiff um das Haus Connor Lorres, des Chefs der HFL, der größten Raumschiffswerft der Erde. Noch war es Herbst, aber hier im Norden kam der Winter früh, und der kalte Wind ließ ihn bereits ahnen.

Doch im Haus selbst war es gemütlich warm, und die im Kamin prasselnden Holzscheite verbreiteten einen Hauch von Behaglichkeit. In dem großen Wohnraum hielten sich neben dem Hausherrn der Ramoner Aron Lubor mit seiner Frau Icinu, die attraktive Elaine Tacled und Björn Grenell, die Freunde von Peter Lorre, auf. Nur einer vom Führungsteam der PLUTO fehlte, eben Peter Lorre.

Sein Vater warf einen Blick auf den Chrono und schüttelte dann unwillig den ergrauten Kopf.

»Ob der Junge meint, ich hätte meine Zeit gestohlen? Wenn er nicht in einer Viertelstunde hier ist, muß ich weg ins Hauptwerk, für zehn Uhr ist eine Besprechung des Planungsstabes angesetzt.«

In diesem Moment klang von draußen das Geräusch eines anfliegenden Gleiters herein, der gleich darauf vor dem Haus landete. Der Erwartete sprang heraus und kam mit eiligen Schritten über den Rasen ins Haus, seine blonde Mähne flatterte im Wind.

»Tut mir leid, daß ich mich verspätet habe«, entschuldigte er sich. »Ich hatte in Joy City noch eine Kleinigkeit zu erledigen, und das hat länger gedauert, als ich gedacht habe.«

Elaine Tacled, die ihren Jugendfreund bestens kannte, feixte hintergründig.

»Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Ob es aber Karen Astrup gern hören würde, daß du sie als Kleinigkeit bezeichnest ...?«

»Laß Karen aus dem Spiel!« knurrte Peter ungehalten. Als er dann merkte, daß er sich damit selbst verraten hatte, lächelte er etwas verlegen und warf sich in einen freien Sessel.

Connor Lorre schmunzelte.

»Laßt doch Peter das Vergnügen, er hat jedenfalls einen guten Geschmack. Ich habe übrigens selbst veranlaßt, daß Dr. Astrup frei bekommt, sobald ihr auf der Erde seid. Wir haben ihr bekanntlich eine ganze Menge zu verdanken, sie hat schließlich damals die Angelegenheit mit den vermeintlichen Seuchenerregern aufgeklärt.

Doch nun zum eigentlichen Thema. Während ihr euch erholt habt, hat man in der Werft hart gearbeitet, um die PLUTO 2  in Ordnung zu bringen. Das war keine Kleinigkeit und es wäre nett, wenn ihr mit dem Schiff vorsichtig umgehen würdet. Das neue Material, aus dem die Hülle besteht, ist noch sündhaft teuer.«

Peter Lorre hob die breiten Schultern.

»Wir machen keine Vergnügungsreisen, Dad, sondern wichtige Erkundungsflüge. Und dabei sind Schäden nicht immer zu vermeiden. Wir werden aber auch nicht immer solches Pech haben, wie im My 246-System.«

»Euch traue ich mittlerweile alles zu«, brummte sein Vater. Elaine lachte amüsiert auf.

»Sie sollten einmal mit uns fliegen, Mister Lorre, vielleicht ändern Sie dann Ihre Meinung.«

Der alte Lorre winkte entschieden ab. »Nein, Elaine, für solche Abenteuer bin ich einfach zu alt. Wenn es hoch kommt, werde ich einmal mit nach Enigma fliegen, damit ich wenigstens einmal einen fremden Planeten zu sehen bekomme. Doch darüber wollte ich gar nicht mit euch sprechen. Ich wollte euch davon in Kenntnis setzen, daß ich über die Terra States durchgesetzt habe, daß Basis I der HFL als uneingeschränktes Eigentum zuerkannt wurde.«

Basis I, der teilweise zerstörte Kugelraumer, den das PLUTO-Team in der Nähe von Pluto entdeckt hatte, war lange Zeit ein wohlbehütetes Geheimnis der HFL gewesen. Man hatte ihn zu einer Raumbasis ausgebaut und auf eine andere Umlaufbahn gebracht, um ungestört die vielen fremden Aggregate darin studieren und für den eigenen Gebrauch auswerten zu können. Störsonden und ein weitgehender Ortungsschutz hatten geholfen, dieses Geheimnis während längerer Zeit zu bewahren.

Das war nicht mehr möglich, seit auch die Spaceguard Schiffe mit Transitionstriebwerken benutzte und dadurch die Flüge der HFL-Raumer zu kontrollieren im Stande war, auch jene, die hinter Pluto scheinbar im Nichts endeten. Es gab ein Gesetz, nach, dem Fundstücke aus dem Raum erst dann Eigentum des Finders werden konnten, wenn dieser sie auf die Erde, den Mond oder einen der anderen Planeten gebracht hatte. Doch das ließ sich mit dem riesigen roten Raumschiff einfach nicht bewerkstelligen. Andererseits hatte die HFL Millionen Sol in dieses Projekt investiert, die sie nicht einfach verloren geben konnte.

So hatte Connor Lorre in zähen Verhandlungen mit den TERRA STATES, der irdischen Raumfahrtbehörde, deren Chefbevollmächtigter der Russe Lazarev war, die Anerkennung seiner Ansprüche durchgesetzt. Das war von großer Bedeutung für die HFL, denn die Auswertung der Fremdaggregate in diesem Schiff versprach eine Menge Neuerungen für die irdische Raumfahrt. Eines dieser Geräte, das Ortemaked, war bereits in der alten PLUTO verwendet worden und befand sich auch in der PLUTO 2.

Aron Lubor nickte erfreut.

»Das ist eine gute Nachricht, Mister Lorre. Nur schade, daß ich mich nicht auch an den Arbeiten dort beteiligen kann.«

»Wer kann schon alles tun, was er gern möchte ...?« philosophierte Lorre. Dann aber gab er sich einen Ruck. »Herrschaften, es wird Zeit, daß ich ins Werk fliege, also will ich mich gleich verabschieden. Da ihr heute schon wieder starten wollt, werde ich euch doch nicht mehr zu Gesicht bekommen. Wohin soll die Reise denn diesmal gehen?«

»Mizar im Großen Bär, dir vielleicht besser als der mittlere Deichselstern des Großen Wagens bekannt«, sagte sein Sohn. »Reza Katte hat dieses Ziel für uns ausgewählt, damit wir auch einmal ein Doppelsternsystem erforschen können.«

Es folgte ein kurzer Abschied, und wenig später flogen alle sechs davon. Connor Lorre in sein Werk, das ihm die heutige Größe verdankte, das Führungsteam der Raumjacht zur Startpiste, auf der die PLUTO 2, nun wieder voll einsatzfähig, auf Peter und seine Freunde wartete. Zur Mittagszeit befand sich das Schiff bereits im Raum und trat die Reise zum Doppelsternsystem Mizar/Alkor an.

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3

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Wochen waren vergangen, und die EGOH-C war immer noch unterwegs. Zwar arbeitete der Konverter nur noch mit einem Bruchteil seiner Kapazität, aber es war Norh-K und seiner Besatzung doch gelungen, das Schiff auf zwei Drittel der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen. Der dabei bereits eintretende Dilatationseffekt kürzte die Reisezeit beträchtlich ab, die sonst mehr als ein halbes Jahr betragen hätte.

Die EGOH-C war ein relativ kleines Schiff, nur etwa sechzig Meter lang, granatförmig mit einem mittleren Rumpfdurchmesser von fünfundzwanzig Meter. Die Zentrale sowie die Wohn- und Lagerräume befanden sich im Vorderteil, während Maschinenraum und Antriebsanlagen im rückwärtigen Teil angeordnet waren. Sie besaß drei Heckflossen, die zugleich als Landestützen dienten. Außerdem waren in ihnen die Korrekturtriebwerke untergebracht.

Ihre Außenhülle schimmerte metallisch blau und ähnelte damit der Hautfarbe ihrer Insassen. Diese hätte ein irdischer Biologe als »zur Gattung der Säugetiere gehörend und weitgehend humanoid« bezeichnet.

Das stimmte insofern, daß die Reresh, was ihre Größe und Körperform anging, fast vollständig den Menschen glichen. Die Unterschiede begannen bei der Hautfarbe und fanden ihren krassesten Ausdruck in der Gliederung des Gesichtes. Hier stimmte so gut wie nichts mehr mit den Menschen überein, denn alle Sinnesorgane waren anders angeordnet.

Die großen, einfarbig roten Augen saßen dort, wo beim Menschen die Schläfen begannen, was eine bedeutende Erweiterung des Gesichtsfeldes ergab. Sie besaßen weder Wimpern noch Brauen, waren jedoch durch zwei warzenartige Hautwülste geschützt. Unter jedem Auge lag ein Atemschlitz, und unterhalb dieser Schlitze befanden sich die beiden Münder – von denen stets nur der dem Gesprächspartner zugewandte benutzt wurde –, deren blasse Farbe in starkem Kontrast zu dem vollen Blau der Gesichtshaut stand. Dafür saßen die Ohren – zwei bewegliche trichterförmige Gebilde – mitten auf dem Hinterkopf und dort, wo sich beim Menschen die Nase befindet. Das Kinn fehlte fast ganz, der rundliche Kopf verschmolz beinahe übergangslos mit dem Hals. Kurze, weißblau getönte Haare bildeten ein Rund auf der Oberseite dieses eigentümlichen Kopfes, der im Übrigen völlig haarlos war.

Die Bekleidung der Schiffsinsassen bestand aus kombinationsähnlichen hautengen Anzügen aus einem elastischen Faserstoff. Hellblau in der Farbe, ließen sie die vollen Formen der Frauen hervortreten, die man sonst kaum von den Männern hätte unterscheiden können. Gürtel in verschiedenen Farben vervollständigten die Kleidung. Norh-K trug einen goldfarbenen Gürtel, der ihn als Schiffskommandant auswies. Er saß im Pilotensitz und starrte angestrengt auf die vor ihm in einem Fesselfeld schwebende Kristallpyramide der Fernortung. Endlich hob ein befreiter Atemzug seine Brust. Er öffnete den rechten Mund und sagte zu dem neben ihm sitzenden Schiffstechniker Red-F:

»Die Götter meinen es gut mit uns, denn die vor uns liegende Sonne besitzt ein Planetensystem! Das heißt, System ist wohl zu viel gesagt, denn es ist nur ein Riesenplanet, aber drei große Monde umkreisen ihn. Sehr wahrscheinlich finden wir dort Material, das als Brennstoff für unseren Konverter geeignet ist.«

Red-F seufzte erleichtert.

»Ein Glück, denn mit dem Meiler geht es rapide zu Ende. Die Energie dürfte gerade noch für die Bremsperiode und eine Landung reichen, keinesfalls aber für den Weiterflug zu einem anderen System.«

Norh-K bestimmte die Entfernung zur Sonne und gab Urk-J die Order, die Daten für die Bremswerte und -zeiten auszurechnen. Leise summend nahm der Bordrechner seine Tätigkeit auf, und Red-F sah besorgt auf die Anzeigen der Energiespeicher. Er atmete auf, als der Computer schon nach wenigen Sekunden wieder abgeschaltet werden konnte. Jedes Energiequant, das jetzt verbraucht wurde, konnte unter Umständen die Landung in dem rettenden System unmöglich machen!

Urk-J gab die Datenfolien an den Kommandanten weiter. »Noch acht P bis zum Beginn der Verzögerungsphase«, stellte dieser fest. »Wir können also noch essen und schlafen, ehe es soweit ist.«

Er erhob sich und schaltete sorgsam alle Instrumente ab, auch die Ortungen. Nur ein schwaches Notlicht brannte, als die drei Reresh den Steuerraum verließen. Sparen war seit Wochen ihr oberstes Gebot ...

Sie wollten überleben, wollten Reresh wiedersehen!

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4

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»Alles in Ordnung, Reza?« fragte Peter Lorre. Der kleine, aber in seinem Fach überragende Astro-Navigator nickte ihm vorn Bildschirm her zu.

»Alle Messungen beendet, die Auswertungen stehen kurz vor ihrem Abschluß. Ich glaube nicht, daß wir noch mehr über Mizar und Alkor herausfinden können.«

Sein Gesicht trug einen leicht enttäuschten Ausdruck, und das war verständlich. Er hatte sich von dem Flug zu dem Doppelsternsystem mehr versprochen. Gewiß, man hatte eine Reihe von Aufschlüssen über die wechselseitigen Auswirkungen der beiden Gestirne aufeinander erhalten, aber im großen und ganzen war es nur eine Bestätigung längst bekannter Theorien. Die erhofften Sensationen waren auf der ganzen Linie ausgeblieben.

Selbst die vier Planeten, die die beiden Sonnen auf äußerst exzentrischen Umlaufbahnen umkreisten, waren – von dieser Tatsache abgesehen – uninteressant gewesen. Da sie einen ständigen Wechsel von Hitze und Kälte durchmachen mußten, und obendrein dauernd den zerrenden Gravitationskräften beider Gestirne ausgesetzt waren, hatte nie auch nur die geringste Chance bestanden, Leben zu entwickeln. Falls sie einmal Atmosphären besessen hatten, waren diese längst verloren gegangen, jetzt waren sie nur noch Wüsten aus Sand und Steinen.

Peter Lorre lachte leise auf.

»Nehmen Sie es nicht weiter tragisch, Reza. Das Universum ist voller Überraschungen. Diesmal haben wir eben nur eine Sieben erwischt, anstelle der erhofften Asse.&

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