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Aron Lubor und die Macht der Doraner: Weg in die Galaxis, Raumschiff Pluto 11

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Inhaltsverzeichnis

  • Aron Lubor und die Macht der Doraner
  • Copyright
  • Die Hauptpersonen des Romans:
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 10 
  • 11 
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Aron Lubor und die Macht der Doraner

Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 11

von Harvey Patton


Der Umfang dieses Buchs entspricht 139 Taschenbuchseiten.


Als der Planet Ramon im fernen Lyk-System von Schwarzen Raumern zerstört wird, überlebt eine Hand voll Ramoner die Katastrophe. In verzweifelter Lage setzen sie alles daran jene Sauerstoffwelt wiederzufinden, die nach uralten Berichten ideal für eine Besiedlung ist und nur von Halbwilden bewohnt sein soll.

Über dem gesuchten Planeten entkommt der Humanoide Aron Lubor als einziger ihrem explodierenden Suchschiff ARIT. Mit dem Raumer gehen die Koordinaten Ramons verloren. Von Peter Lorre, dem Sohn des Besitzers der HFL-Raumschiffwerft gerettet und von Ärzten operativ auf das Seh- und Hörvermögen der Menschen umgestellt, wird Aron Lubor dessen Freund. Lorre verdankt es dem Ramoner, daß seine Raumjacht PLUTO mit dem ersten Transitionstriebwerk ausgerüstet wird, und Aron Lubor kann hoffen, mit ihr seine Heimatwelt Ramon wiederzufinden.

Hinter dem Planet Pluto entdeckt die PLUTO einen vor 1350 Jahren teilzerstörten Kugelraumer und richtet ihn als Basis I für das Schiff ein. Wenig später stößt man im Alpha Centauri-System auf den zur selben Zeit entvölkerten Planeten Enigma (Rätsel) und neben einer gigantischen Stadt auf dem Gebirgskontinenten Mih eine intakte Defensivzentrale, die sich als Basis II anbietet.

Die Suche nach dem Lyk-System mit seinem Planeten Ramon ist eine Kette dramatischer Abenteuer. Erst in letzter Minute werden die wenigen Überlebenden einer vom Aussterben bedrohten Rasse durch Einsatz eines alt-Ramonischen Raumers nach Kuus in Sicherheit gebracht.

Doch nach wie vor stellen die Schwarzen Raumer der Zyklops die größte Gefahr im Spiralarm der Galaxis dar, die zuletzt vor 1350 Jahren Planeten vernichteten oder entvölkerten, bis die PLUTO die Einsatzhäfen der schwarzen Roboterschiffe entdeckt und auch den Planeten im Leerraum, auf dem die schlummernde Brut der Zyklops auf ihr Erwachen wartet. Durch das Auftauchen der PLUTO in seiner Ruhe gestört, vernichtet der Brutplanet sich selbst.

Der Exodus der Terraner nach Enigma im Alpha Centauri nimmt seinen Anfang. Die kleine Raumjacht wird durch die größere PLUTO 2, mit Hilfe Ramonischer Ingenieure auf den höchsten Stand gebracht, abgelöst. Niemand an Bord ahnt, was ihnen die Zukunft noch bringen wird. Die Crew der PLUTO 2, nun zweiundzwanzig Personen stark, kennt nur ein Ziel, das Universum für die Terraner zu erforschen und ihr Weg führt von Stern zu Stern.


Im Kosmos der Serie 'Weg in die Galaxis' sind bisher erschienen:

Spur ins andere Kontinuum

Planet der Maschinen

Die Rebellen von G’oerr

Jagd durch das Sol-System

Das Cyborg-Projekt

Herrscher über ein Dutzend Welten

Aron Lubor und die Energiefalle

Aron Lubor und der Sprung ins All

Aron Lubor und die Sklavenwelt Pygma

Aron Lubor und die Macht im Dunkeln

Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit

Aron Lubor und die Falle im Nichts

Aron Lubor und die vergessene Kolonie

Aron Lubor und die Fremden

Aron Lubor und der Ringplanet

Aron Lubor – Gefangen im All

Aron Lubor und der Sprung in die Vergangenheit

Aron Lubor und die Macht der Doraner


Die Hauptpersonen des Romans:

Aron Lubor: Augenfarbe schockgrün, silberglänzendes Haar, schulterlang, hat mit seinen breiten Schultern und schmalen Hüften Ähnlichkeit mit Peter Lorre. Alter: Laut eigenen Angaben ca. 26 bis 29 Jahre. Humanoide aus dem Lyk-System vom Planeten Ramon.

Peter Lorre: Sohn des Connor Lorre, Besitzer der HFL, der größten Raumschiffwerft der Erde, 27 Jahre alt, 1,78 groß, strohblond mit dem Aussehen eines Wikingers und 81 Kilo schwer. Er ist Inhaber der ›Großen Lizenz‹ und weltraumsüchtig. Trotz seiner Jugend schon examiniert in Kybernetik, Raumschiffbau und Astronavigation. Zuverlässig, reaktionsschnell und draufgängerisch, aber kein Supermann.

Elaine Tacled: 23 Jahre, die attraktive Jugendfreundin Peter Lorres, schwarz und langhaarig, technisch hochbegabt, bekommt aber jedes Mal einen Wutanfall, wenn man bei Verteilung der Arbeit auf sie als Frau Rücksicht nimmt. Geht netten Männern nie aus dem Weg.

Björn Grenell: 26 Jahre, 1,76 groß, 84 Kilo schwer, Peter Lorres Studienfreund aus den letzten Semestern. Dunkelbraunes Haar, eisgraue Augen, ein Mann der Ruhe und der Zurückhaltung und der richtige Ausgleich für Peter Lorre und Elaine Tacled.

Icinu: Aron Lubors Frau, mit schulterlangem, silberglänzenden Haar, schockgrünen Augen, besitzt die Idealfigur einer terranischen Frau, ausgeglichener Typ mit enormen Kenntnissen der Ramonischen Technik, nach eigenen Angaben 25 Jahre alt.



1

Langsam schob sich der große Transporter auf den Schlagbaum zu, der die Zufahrtsstraße zum Startgelände des HFL-Hauptwerkes am Rande des Sperrbezirks I blockierte. Etwa fünfzig Meter davor mußte er anhalten, denn vor ihm standen noch zwei andere Wagen, die gerade kontrolliert wurden.

Zwar hatte sich die Konkurrenz der HFL-Corporation in letzter Zeit ziemlich ruhig verhalten, doch die Werkspolizei nahm es trotzdem mit ihren Aufgaben nach wie vor sehr genau. Wenn sich erst einmal Nachlässigkeit und Schlendrian einschlichen, mußte sich das rasch herumsprechen und so geradezu die Werksspione der anderen Raumschiffirmen herausfordern.

Chris Ipkiss lehnte sich aus seiner Fahrerkabine und winkte einem der patrouillierenden Posten zu. »He, Johnny, wie geht’s denn noch?« fragte er.

Der Polizist hob die Schultern. »Immer dasselbe, Kumpel, Koorc hält uns schon auf Trab. Was bringst du denn da in deiner Kutsche angeschaukelt?«

»Keine Ahnung«, sagte der Fahrer wahrheitsgemäß. »Eine ganze Ladung Container ohne Aufschrift, die Götter mögen wissen, was da drin ist. Ist alles für die PLUTO 2, es scheint also ein ziemlich weiter Flug anzuliegen. Doch das kümmert mich wenig, ich muß nur darauf achten, daß bei mir alles in Ordnung ist.«

Der Werkspolizist nickte ihm zu und ging weiter. Er wußte von Berufs wegen am besten, wie streng die Bräuche waren, sobald es um den Sperrkreis I im allgemeinen und den Raumer Peter Lorres im besonderen ging.

Ipkiss warf einen Blick hinüber zu diesem Schiff, dessen tropfenförmiger Rumpf teilweise zwischen den Kuppeln der Werfthangars zu sehen war. Man sah ihm nicht an, wie viele tausend Lichtjahre er bereits durchmessen, wie viele Abenteuer seine Besatzung bereits erlebt hatte.

Der Fahrer träumte selbst davon, die Erde verlassen zu können. Er hatte sich längst schon als Siedler für Enigma gemeldet, jenen Planeten, den die PLUTO-Crew gleich bei ihrem ersten interstellaren Flug entdeckt hatte. Eine sehr erdähnliche Welt, vor langer Zeit von ihren Bewohnern verlassen, als ihnen ein Überfall durch die mörderischen Zyklops drohte. Doch die Warteliste der TERRA STATES, der terranischen Weltraumbehörde, war lang, er war nur einer von vielen Tausenden, die bei ihr vorgemerkt waren. Jeden Monat starteten einige Großtransporter ins Alpha Centauri-System, die Berichte sprachen bereits von mehr als 50.000 Menschen, die dorthin übergesiedelt waren.

In Gedanken sah Chris Ipkiss die Riesenstadt Alpha City vor sich, deren Bild oft genug in TV-Berichten zu sehen war: Den kilometerweiten Zentralplatz in ihrer Mitte, die riesigen cremefarbenen Bauten drumherum; das unermäßliche Häusermeer, von fünf großen freitragenden Ausfallstraßen durchschnitten, das sie umgab. Schön mußte es dort sein, weit von der übervölkerten Erde, und er würde … Ein schriller Pfiff riß ihn aus seinen Gedanken, der Posten neben dem Schlagbaum winkte ihm heftig zu. Ipkiss fuhr zusammen und bemerkte erst jetzt, daß die beiden Wagen vor ihm längst durch die Sperre geschleust waren. Hastig schaltete er den Motor des Transporters ein und zog ihn bis zum Schlagbaum vor.

»Träumst du am hellen Tage?« fragte ihn der Sergeant der Werkspolizei, der die Aufsicht führte, mit mildem Spott. Er wartete jedoch nicht auf eine Antwort, sondern ging um Bennys Wagen herum, um die Plomben an der rückwärtigen Klappe zu kontrollieren.

Sie schienen in Ordnung zu sein, denn der Sergeant machte einen Vermerk in seiner Liste und gab einem seiner Männer das Zeichen zum Öffnen der Sperre. Der Schlagbaum schwenkte hoch, Ipkiss fuhr wieder an und steuerte auf die noch mehrere hundert Meter entfernte PLUTO 2 zu.

Wieder mußte er warten, bis die vor ihm stehenden Wagen abgefertigt waren. Dann übergab er die Begleitpapiere einem der Lademeister, dieser las die darauf eingestanzten Computersymbole so flüssig, wie ein anderer den Wetterbericht und winkte dann dem Entladekommando.

»Container 81 bis 90, die kommen in Lagerraum IV. Gut aufpassen, der Inhalt ist zerbrechlich, okay?«

Einer der Männer nickte und ging daran, die Plomben am Transporter zu lösen. Zwei andere stiegen in ihre Antigravlader und steuerten sie heran, sobald die Rückwand des Wagens heruntergeklappt war.

Chris Ipkiss hatte vorerst nichts zu tun. Er stieg aus und sah zur PLUTO 2 hinauf, deren tropfenförmiger Rumpf auf den Teleskopstützen waagerecht auf der Piste lag, nur etwa fünfzig Meter von ihm entfernt. Er sah das Schiff nicht zum ersten Mal, und doch faszinierte ihn sein Anblick immer wieder aufs neue.

»Aufpassen!« schrie plötzlich jemand hinter Chris. Er fuhr herum und sprang rasch beiseite – keinen Augenblick zu früh.

Einer der beiden zimmergroßen Container, die sich auf einem der Antigravlader befanden, war plötzlich ins Rutschen gekommen! Ob das durch eine Fehlschaltung des ihn bedienenden Technikers oder durch einen technischen Fehler geschehen war, blieb Ipkiss unklar. Eines stand für ihn mit Sicherheit fest: Wäre er unter ihm begraben worden, hätte ihn diese Last zerquetscht!

Bleich vor Schreck sah er, wie der Container aus etwa fünf Meter Höhe abstürzte, genau auf die Stelle, an der er sich eben noch befunden hatte. Dumpf polternd prallte der Plastikbehälter auf den Hafenboden, überschlug sich noch einmal, und blieb dann auf der einen Schmalseite liegen. Gedämpftes Klirren zeugte davon, daß in ihm einiges zu Bruch gegangen war.

Dann erklang ein Schrei.

Auch er klang nur leise und gedämpft, doch es war eindeutig ein Schrei des Schmerzes und der Verzweiflung! Chris Ipkiss fuhr erneut herum. Rasch lief er um den Container herum, denn er vermutete, daß sich dort derjenige befand, der geschrien hatte. Zu seiner Verblüffung mußte er allerdings feststellen, daß sich bei dem Behälter außer ihm niemand befand.

Wer hatte aber dann geschrien?

Auch die Männer der Verladekommandos hatten es gehört. Es war ihnen gelungen, den auf dem Lader verbliebenen Container zu stabilisieren. Nun kamen sie ebenfalls angelaufen, um nach dem vermeintlichen Unfallopfer zu sehen.

»Ist dir etwas passiert, Chris?« fragte einer von ihnen, als er außer dem Fahrer niemand sah, der geschrien haben konnte. Chris schüttelte ratlos den Kopf.

»Mir nicht, ich dachte es hätte einen von euch erwischt. Hier ist doch aber niemand, obwohl der Schrei …«

Er unterbrach sich, denn ein zweiter Schrei klang auf, der in ein schmerzerfülltes Wimmern überging. Die Männer schraken zusammen, aber nun wußten sie, woher diese Laute kamen.

In dem abgestürzten Behälter hatten sich nicht nur Güter für die PLUTO 2 befunden, sondern auch ein Mensch …!


2

Die nächsten Minuten vergingen in hektischer Betriebsamkeit.

Durch Zuruf wurde einer der in der Nähe patrouillierenden Werkspolizisten aufmerksam gemacht, der sofort durch einen Funkimpuls eine am nächsten Hangar angebrachte Sirene aufheulen ließ. Schon zwanzig Sekunden später raste ein Fahrzeug des Werks-Rettungsdienstes heran und stoppte neben dem umgestürzten Container. Drei Sanitäter sprangen heraus und wurden durch knappe Worte von dem Geschehen unterrichtet.

Ihr Anführer nickte nur, riß eine Klappe an seinem Wagen auf und holte eine Ultraschallfräse hervor. Gleich darauf fraßen sich die unhörbaren Schwingungen durch das Plastikmaterial des Behälters und schnitten seinen Deckel auf.

Er klappte herunter, und aus den zerbrochenen Kisten ergoß sich ein Regen von elektronischen Bauelementen verschiedener Art. Wieder erklang das schmerzliche Stöhnen, und es kam aus einer Kiste, die heil geblieben, aber mit mehreren Löchern versehen war. Rasch lösten die Männer ihren Deckel, und dann wurde ein menschlicher Körper sichtbar, der sich schwach bewegte.

Die Sanitäter griffen zu und holten vorsichtig die verkrümmte Gestalt ins Freie, wo sie sie auf eine Trage betteten.

Chris Augen würden groß, als er sah, um wen es sich bei dem Verletzten handelte. Es war ein schmächtiger blonder Junge, kaum mehr als sechzehn Jahre alt …

Er war mit einem grünen Trainingsanzug bekleidet, außerdem hatte er sich in eine dicke Decke gehüllt. Diese hatte ihn wohl auch während des Aufpralls vor dem Schlimmsten bewahrt; trotzdem schien er noch schwere Verletzungen davongetragen zu haben, denn er stöhnte bei jedem Atemzug und war offensichtlich nicht voll bei Bewußtsein.

Dem trugen die Sanitäter Rechnung. Eine Injektionspistole zischte kurz auf, gleich darauf streckte sich der Körper des Jungen, als das Morphin zu wirken begann. Schnell und geschickt wurde er in dem Rettungsfahrzeug verstaut, das sich Sekunden später mit heulender Sirene in Bewegung setzte, der Werksklinik der HFL entgegen. Sie war das modernste Hospital weit und breit, dort würde alles geschehen, um dem verletzten Jungen zu helfen.

»Eine schöne Bescherung«, schimpfte der Lademeister, »der Inhalt des Containers dürfte restlos im Eimer sein. Wie konnte das eigentlich passieren? Ich hatte doch eigens darauf hingewiesen, daß es sich um zerbrechliche Fracht handelt.«

Der Fahrer des Antigravladers hob die Schultern.

»Ich kann es mir nur so erklären, daß sich der Junge da drin plötzlich heftig bewegt hat, gerade in der Phase, als der Behälter vollkommen gewichtslos und noch nicht verankert war. Darauf war ich nicht gefaßt und konnte deshalb nicht schnell genug reagieren. Wer rechnet auch mit so etwas?«

»Verdammter Bengel«, knurrte der Lademeister, der allerlei Ungelegenheiten auf sich zukommen sah. »Was hatte der wohl in dem Container zu suchen – und vor allem, wie mag er hineingekommen sein? Der Behälter war ordnungsgemäß verschlossen und versiegelt und durch die üblichen Kontrollen gegangen.«

Doch nicht er allein und die bei ihm stehenden Männer, die nun ans Aufräumen gingen, zerbrachen sich den Kopf darüber. Das tat auch der HFL-Sicherheitschef Koorc, der sofort von diesem Vorfall benachrichtigt worden war.

Schon wenige Minuten nach dem Rettungsfahrzeug traf er in der Werksklinik ein, um der Sache nachzugehen. Doch schon am Eingang, wurde er von Dr. McNamara, einem der Ärzte der Klinik, gestoppt.

»Nichts zu machen, Mister Koorc, der Junge ist verletzt und muß versorgt werden. Ich glaube nicht, daß er vor heute Abend irgendeine Aussage wird machen können.«

Das strenge Gesicht des Sicherheitschefs verdüsterte sich noch mehr.

»Ich bestehe darauf, ihn vernehmen zu können, sobald er versorgt und wieder bei Bewußtsein ist, Doc. Diesen Vorfall dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen – vermutlich steckt dahinter eine neue Raffinesse der Konkurrenz, die uns auf diese Weise einen Spion auf den Hals schicken wollte.«

McNamara sah ihn zweifelnd an.

»Geht da nicht die Fantasie mit Ihnen durch, Mister Koorc? Zugegeben, die Sache ist reichlich mysteriös, aber daß dieser Junge ein Spion sein soll, erscheint mir doch recht unwahrscheinlich. Ich habe da einen ganz anderen Verdacht.«

»Ich habe schon Pferde …« begann Koorc, doch der Arzt unterbrach ihn energisch. »Geschenkt, ich kenne diesen albernen Spruch. Der junge Mann bleibt vorläufig in unserer Obhut, bis er wieder voll da und schmerzfrei ist. Erst dann können wir Ihnen gestatten, sich mit ihm zu unterhalten; ich gebe Ihnen Bescheid, sobald es soweit ist.«

Koorc wandte sich wortlos um und ging, während McNamara mit dem Antigravlift ins dritte Stockwerk hinaufschwebte, in dem sich der Patient befand. Auf dem Flur kam ihm Dr. Lemberg, der Chefarzt, entgegen.

»Wie steht es um den Jungen?« erkundigte sich McNamara. Der Chefarzt wiegte den Kopf.

»Nicht gerade besonders, Kollege. Drei Rippenfrakturen, eine saftige Schulterprellung, dazu Hämatome fast am ganzen Körper. Damit ist er noch recht glimpflich davongekommen – hätte ihn die Decke nicht geschützt, könnte er jetzt tot sein!«

»Koorc war hier und wollte ihn gleich sehen«, berichtete ihm sein Untergebener. Lemberg zog eine Grimasse.

»Der erstickt noch einmal in seinem eigenen Mißtrauen, fürchte ich. Ich wette, er liegt jetzt schon dem alten Lorre in den Ohren, um auf diese Weise ans Ziel zu kommen.«



3

Dr. Lemberg war ein guter Prophet.

Connor Lorre legte Wert darauf, unverzüglich von allen Ereignissen unterrichtet zu werden, die aus dem üblichen Rahmen fielen. Das war hier nach Koorcs Ansicht in besonderem Maße der Fall, darum zögerte er nicht, den Firmenchef über Sicht-Sprech anzurufen.

Er hatte sich zuvor mit allen Augenzeugen des Unfalls unterhalten und konnte Lorre sämtliche Details aufzählen. Der grauhaarige Riese hörte ihm ruhig zu, die Brauen zusammengekniffen, das Kinn in die Hand gestützt. Als der Sicherheitschef geendet hatte, wiegte er überlegend den Kopf.

»Sie meinen also, unsere liebe Konkurrenz könnte wieder mal dahinter stecken. Sicher, zuzutrauen wäre es den Leuten, daß sie auf diese Weise jemand zu uns hereinschmuggeln; daß das aber ausgerechnet ein Sechzehnjähriger sein soll, erscheint mir wenig plausibel. Ihm fehlen doch aller Voraussetzungen, vor allem das technische Wissen, auf das es hier vor allem ankommt.«

Koorc wiederholte seine bereits gegenüber McNamara geäußerte Ansicht, das könnte ein besonders geschickter Schachzug sein, doch damit überzeugte er Lorre ebenfalls nicht.

»Ich weiß, es ist Ihre Aufgabe, den Vorfall vor allem aus dieser Perspektive zu betrachten, Koorc, und das verführt sehr leicht zur Einseitigkeit. Endgültige Klarheit werden wir aber wohl erst erhalten, wenn der Junge vernehmungsfähig ist. Bis dahin können Sie Ihre Männer dazu einsetzen, die Spur des Containers rückwärts zu verfolgen. Wissen Sie, von welcher Zulieferfirma er an uns überstellt wurde?«

Der Sicherheitschef nickte eifrig. »Von der US-ELECTRONIC CO., genauer gesagt, von ihrer Niederlassung hier bei Joy City. Es handelt sich um insgesamt zehn Container, die von einem unserer Werksfahrer dort abgeholt wurden. Ipkiss führt öfters solche Fahrten durch und hat beteuert, daß er alle zehn Behälter von der US-E erst nach sorgfältiger Überprüfung der äußerlichen Beschaffenheit übernommen hat.«

»Das würde bedeuten, daß der Junge von einem Angehörigen dieser Firma in den Container geschmuggelt wurde«, überlegte der Konzernchef. »Dann wissen Sie ja, wo Sie mit Ihren Recherchen ansetzen müssen, Koorc. Die US-E dürfte Ihnen dabei kaum Schwierigkeiten machen, ihr muß daran gelegen sein, die Sache möglichst schnell aufzuklären, denn wir sind ihr bedeutendster Abnehmer.«

»Okay, ich fahre selbst hin, Mister Lorre«, sagte Koorc. »Sobald ich Bescheid weiß, erstatte ich Ihnen Bericht.«

Lorre nickte. »Ich werde inzwischen veranlassen, daß man die Identität des Jungen herauszufinden versucht, dann können wir die Sache von einer zweiten Seite aus angehen.«

Er beendete das Gespräch und sah eine Weile überlegend vor sich hin. »Möglich ist alles, aber ich kann es einfach nicht glauben«, sagte er dann halblaut vor sich hin.

»Was kannst du nicht glauben, Dad?« klang die Stimme seines Sohnes von der Tür her auf. Peter Lorre war in das Arbeitszimmer seines Vaters gekommen, ohne daß dieser, in seinen Gedanken versunken, es bemerkt hatte.

»Oh, du bist schon wieder zurück?« bemerkte er überrascht. »Das war aber ein kurzer Urlaub.«

Peter winkte ab. »Mir ist einiges schief gelaufen, da habe ich ihn einfach abgebrochen; hier kann ich wenigstens Björn und Aron bei den Vorbereitungen für unseren Start helfen. War hier etwas Besonderes los, weil du so nachdenklich bist?«

Connor Lorre berichtete ihm kurz, und Peter zog die Stirn unter dem blonden Haar kraus. »Wirklich eine merkwürdige Sache, das kann man schon sagen. Nun, Koorc wird schon herausfinden, was dahinter steckt, da bin ich sicher, also sollten wir uns nicht unnütz die Köpfe zerbrechen.«

»I

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