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Bad Earth - Folge 39

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Folge
  3. Über die Autoren
  4. Was bisher geschah
  5. Impressum
  6. Notruf der Cirr
  7. In der nächsten Folge

Über diese Folge


Folge 39: Notruf der Cirr

Die RUBIKON dringt ins Imperium der Virgh ein

Der galaktische Krieg ist vollends entbrannt. Und auf der Giga-Spore im Auri-System ist etwas erwacht, das offenbar in enger Beziehung zu denjenigen steht, die nun dabei sind, die Allianz CLARON zu überrennen … Steht das Ende der Allianz bevor?

Währenddessen kommt es in der Großen Magellanschen Wolke zur lange erwarteten Konfrontation: Die Besatzung der RUBIKON II wird Zeuge des Wütens einer Virgh-Patrouille …


Bad Earth – das spektakuläre Weltraum-Abenteuer in die Zukunft der Menschheit. Ein atemberaubender Trip in fremde Galaxien, zu epischen Raumschlachten und inmitten eines intergalaktischen Konflikts voller Intrigen.

Über die Autoren


Manfred Weinland schrieb bereits für renommierte Serien wie Perry Rhodan Taschenbuch, Ren Dhark, Maddrax, Dino-Land, Jerry Cotton, Gespenster Krimi, Professor Zamorra u.a., ehe er das Konzept für die Serie Bad Earth ausarbeitete. Zusammen mit Erfolgsautoren wie Alfred Bekker, Luc Bahl, W. K. Giesa, Peter Haberl, Horst Hoffmann, Claudia Kern, Achim Mehnert, Susan Schwartz, Conrad Shepherd, Marc Tannous, Michael Marcus Thurner und Marten Veit, die ebenfalls alle bereits jahrelange Erfahrung im Schreiben von Science-Fiction-, Action- und Abenteuer- oder Horrorromanen haben, gelang eine ebenso spannungsgeladene wie komplexe Science-Fiction-Serie, die sich einem Thema widmet, das alle interessiert: Der Zukunft der Erde und der Menschheit.

Was bisher geschah


Die RUBIKON hat die Große Magellansche Wolke erreicht. Von dort flohen die Foronen vor Jahrzehntausenden an Bord der SESHA-Arche vor den übermächtigen Virgh.

John Cloud gelingt es mit seinen Gefährten, die Macht über das Schiff an sich zu reißen. Ein historischer Moment, denn Sobek und Siroona, die bisherigen Herren an Bord, werden zu Gefangenen.

Dennoch ist eine Rückkehr zur Milchstraße vorerst ausgeschlossen. Die RUBIKON ist beschädigt, und so bleibt nur der weitere Vorstoß in die sehr viel näher gelegene alte Heimat der Foronen.

Und während in der heimatlichen Milchstraße Zukunftsweisendes geschieht, der Konflikt zwischen Erinjij, Jay’nac und den Völkern der Allianz CLARON offen ausbricht, findet die RUBIKON in der Urheimat der Foronen erste Spuren der gefürchteten Virgh. Damit einher geht die Begegnung mit den Satoga, die aus der Kleinen Magellanschen Wolke stammen. Ihr Anführer Artas zerstört einen ganzen Planeten samt darin entdeckter Virgh-Brut. Und dann, nach einer kurzen Phase trügerischer Ruhe, überschlagen sich die Ereignisse …

 

Bad Earth

 

Manfred Weinland

Notruf der Cirr

 

Die RUBIKON dringt ins Imperium der Virgh ein

 

1.

In der Ödnis des Alls trieben die Trümmer einer ganzen Welt.

Der Anblick … nein, wohl eher das Gefühl für die Katastrophe, die sich hier ereignet hatte, rief in John Cloud ein beklemmendes Gefühl hervor. Es war sehr viel stärker als die Anspannung, die ihn ohnehin jedes Mal befiel, sobald er sich in den Sarkophag zurückzog.

Der Sarkophag: einer von insgesamt sieben Kommandositzen in der Zentrale der RUBIKON . Eine Einrichtung, so über allem stehend, was er als Mensch des 21. Jahrhunderts auf der Erde kennen gelernt hatte, dass sie ihm immer Unbehagen verursachen würde – was daran liegen mochte, dass sie nie für Menschen geschaffen worden war, sondern für Außerirdische.

Foronen wie Sobek, Siroona, Mont, Mecchit, Sarac, Ogminos und Epoona – der Herrscherrat, der einst über zahllose Welten der Großen Magellanschen Wolke geherrscht hatte.

Bevor die Virgh aufgetaucht waren. Bevor die Virgh ihre Macht brutal demonstriert, das foronische Reich überrannt und sämtliche Welten verglast hatten.

Verglast …

Schon der Begriff rief einen Schauder hervor. Umso mehr bei jemandem, der das Resultat gesehen hatte.

Cloud hatte es gesehen – auf Galvaur.

Und auf Zentalo, dem Planeten, dessen Reste jenseits des Stahls der RUBIKON durch den Permafrost des Weltraums trieben – eine ehemalige Foronenwelt, von den Virgh-Aggressoren vor langer, langer Zeit – einer halben Ewigkeit – nicht nur unbewohnbar gemacht, sondern …

Sondern was?

Cloud spürte mit den künstlichen Sinnen des Schiffes nach einem viele Kilometer durchmessenden schroff zerklüfteten Felsen, der wie eine Klippe in der Samtschwärze des Vakuums aufragte.

Artas’ Bombe hatte den Himmelskörper zerrissen, der von einer glasartigen Schicht mit psionischer Ausstrahlung umhüllt gewesen war – und in dessen Innern sie etwas entdeckt hatten, wonach sie zwar gesucht, das sie so aber nie zu finden erhofft hatten.

Virgh!

Schlafende, seltsam – gespenstisch! – verpuppte Virgh, die dort im Innern Zentalos geschlafen hatten. Oder konserviert gewesen waren.

Oder schlicht begraben …?

Umschlossen vom Sarkophag, der ihn von der Bordzentrale abschirmte und ihm ermöglichte, sich ganz auf das Schiff, ganz auf dessen feinfühlige Steuerung einzulassen, schüttelte er den Kopf.

Nein. Nicht begraben, dachte Cloud.

So wie Jarvis und Artas es beschrieben hatten, war die entdeckte Brut noch sehr lebendig gewesen, nur inaktiv, wie abwartend … wie auf den Tag, die Stunde zudämmernd, da sie schlüpfen, erwachen durfte …

Oder musste.

Artas hatte diesem Zustand ein rigoroses Ende bereitet – ein gewiss anderes Ende, als es sich die schlafende Brut erhofft hätte. Falls sie bereits des Hoffens und Denkens fähig gewesen sein sollte.

Zentalo war durch der Gewalt einer Megabombe zerrissen worden, und seine Eingeweide trieb jetzt dort draußen – Splitter, Scherben, von kilometergroß bis staubfein.

Die gewaltigsten Trümmer untersuchten sowohl die RUBIKON als auch die PERSPEKTIVE der Satoga, dem Schiff, das Artas führte.

Cloud schüttelte die Gedanken an das Geschehene ab und konzentrierte sich allein auf das Manöver, das ihn noch näher an den Berg im All heranführen sollte. Die Sensoren des Schiffes tasteten über die Bruchstellen des toten Giganten, der bald von dem Muttergestirn eingefangen werden würde. Sein Schicksal würde es sein, in der Systemsonne zu verglühen.

Dem verheerten Brocken, diesem aus dem Planetenkörper herausgerissenen Batzen, war es vermutlich gleichgültig. Aber vielleicht …

Vielleicht nicht dem, was in ihm ruht und immer noch lebt, überlegte Cloud.

Dies herauszufinden, war Sinn und Zweck dieses Unternehmens, das sie immer noch ans Zentalo-System band. Obwohl nicht auszuschließen war, dass bereits eine Vergeltungsflotte hierher unterwegs war. Um zu bestrafen, was Menschen und Satoga den Virgh angetan hatten.

Und falls sie auch nur andeutungsweise dem entsprachen, was die Foronen über sie berichtet hatten, würden sie in diesem Falle auch nicht unterscheiden, wer die Bombe gezündet hatte.

Die Gefahr schweißte Satoga und Menschen zusammen.

Und so hielt ein Teil John Clouds auch unaufhörlich Ausschau nach dem geringsten Anzeichen, dass sich ihre Befürchtungen bewahrheiteten.

Dass Virgh im Zentalo-System erschienen – wache, agile und kompromisslos zurückschlagende Virgh!

Aber solange sich dafür noch kein Anhaltspunkt ergab, wollte Cloud die Chance nutzen, mehr über den einstigen Gegner der Foronen herauszufinden – das mutmaßliche Herrschervolk dieser Kleingalaxis.

Näher und näher heran rückte die gewaltige Klippe, in deren Innern die Ortung der RUBIKON einen künstlichen Hohlraum und ebenso schwache, wie fremdartige Vitalimpulse geortet hatte …

***

Das Zentalo-System …

Sechs Planeten unterschiedlicher Größe, die weiterhin ihre Bahnen um das Zentralgestirn zogen. Einige besaßen Monde, einige hatten Atmosphären. Aber keine dieser Welten war in der Lage, Leben, wie Cloud es kannte, hervorzubringen oder auch nur zu bewahren.

Im Gegensatz dazu das Trümmerstück, auf dessen Parallelkurs sich die RUBIKON gesetzt hatte. Nachdem die geschlossene Struktur der einst Planeten umspannenden PSI-Kruste aufgeplatzt war, waren Lebensimpulse, mochten sie auch noch so fremdartig sein, angemessen worden.

Plötzlich, noch während er die eingehenden Daten für sich verarbeitete, wurde das Verlangen fast übermächtig, selbst in diesen zersprengten Teil der einstigen Planetenkruste vorzustoßen. Selbst dort nach dem Rechten zu sehen.

Aber es war unmöglich.

Er war gefesselt. Mit der seltsamsten Fessel, die einen Menschen je in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt hatte. Das Schiff – präziser ausgedrückt: die Schiffs-KI – ließ es nicht zu, dass er die RUBIKON verließ. Aus Gründen, die sie ihm bislang nicht völlig offen gelegt hatte, akzeptierte sie ihn seit den Geschehnissen im Sonnenhof als einzige Autorität an Bord, von der sie Befehle entgegennahm.

So hatte er Sobek und Siroona abgelöst, die im Gegensatz zu ihren Artgenossen im Schmelztiegel der Schwarzen Sonnen zwar nicht getötet, aber verändert worden waren. Ihre Gehirne hatten Schaden genommen – nicht in dem Umfang, dass sie zu lallenden Idioten verkümmert wären, wohl aber so weit, dass die Schiffs-KI sie offenbar nicht mehr erkannte. Oder zumindest in dieser Verfassung nicht mehr akzeptierte.

Offenbar hatte die Schiffs-KI den psychischen Schaden der beiden überlebenden Foronen als irreparabel eingestuft. Jedenfalls hatte sie keine erkennbaren Anstrengungen unternommen, die Mitglieder des Herrscherrats zu heilen. Was Cloud auch nicht ohne weiteres zugelassen hätte – in der Position, in der er sich nun befand: Kommandant und Gefangener in einem.

Welch abstruse Situation.

Wir schleusen Roboter aus, befahl er SESHA, der künstlichen Intelligenz des Schiffes. Ich will niemanden gefährden.

Die KI setzte Clouds Befehl unverzüglich in Taten um …

***

Der zerstörte Planet hatte zahllose dieser Kavernen enthalten. Hohlräume, in denen »eingesponnene« Kreaturen ruhten, die wie eine Mischung aus irdischem Spinnen- und Krabbengetier wirkten – nur um ein Vielfaches größer.

Andere, kathedralenartige Bereiche hatten Schiffe beherbergt, Raumschiffe, auf ebenso gespenstische Weise »eingemottet« wie die Virgh selbst. Beides hatte den Anschein vermittelt, als warteten die Schläfer nur darauf, den Weckimpuls zu erhalten, ihre zeitlose Starre abzustreifen und die bereit stehenden Schiffe zu bemannen.

Als hätten sie vom Plan der Foronen gewusst, durchrann es Cloud. Und ihre Gegenstrategie dazu entwickelt.

Vieles sprach tatsächlich dafür, dass die Virgh damals sämtliche Welten der Foronen überrannt, die Bewohner getötet, die Städte und sonstigen Bauten zerstört und dann die nackten Planeten für ihr weiteres Vorgehen präpariert hatten.

Obwohl Cloud sich ermahnte, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen, musste er sich eingestehen, dass diese Einschätzung bereits fest in ihm verwurzelt war. Die Satoga hatten bestätigt, weitere Welten – abseits von Galvaur, abseits von Zentalo – im gleichen Zustand vorgefunden zu haben: verglast und höchstwahrscheinlich mit Virgh-Brut verseucht!

Dadurch ergab das Vorgehen der Virgh damals immer weniger Sinn.

War es denkbar, dass sie die Große Magellansche Wolke nur erobert hatten, um die Saat einer Folgegeneration auszubringen – oder sich in die Tiefen psionisch ummantelter Planeten zurückzuziehen? Der Gedanke, sie könnten dies nur getan haben, um in ferner Zukunft – der jetzigen Gegenwart – da zu sein, falls es den Foronen einfiel, wieder in ihre Urheimat zurückzukehren, war …

Cloud stockte. Es fiel ihm schwer, das passende Wort für diese Möglichkeit zu finden. Andererseits sprach die künstliche Formation von Sonnengebilden draußen im Halo der GMW für die These, mochte sie auch noch so aberwitzig klingen.

Die Schwarzen Sonnen hatten einen gezielten Lockruf in Richtung Milchstraße abgestrahlt – auf Foronisch. Dorthin, wo die SESHA – die jetzige RUBIKON – einst mit den letzten Foronen an Bord geflohen war.

Es gab keine Anzeichen dafür, dass auch die Virgh jemals die Distanz zur großen Nachbargalaxie überbrückt hatten. Daran zu glauben, dies wäre ihnen technisch nicht möglich gewesen, war mehr als nur illusorisch. Nicht nur der Sonnenhof bewies, wozu sie fähig waren – letztlich bezeugte dies allein schon die Tatsache, dass sie die hoch entwickelten Foronen damals offenbar mühelos aus deren Heimat hatten vertreiben können.

Außerdem stand nach wie vor die Frage im Raum, von wo die Virgh stammten.

In Gesprächen mit Sobek war eines völlig klar geworden: Bei den Virgh handelte es sich um keine Spezies, die sich allmählich in der GMW entwickelt hatte und irgendwann außer Kontrolle geraten war. Sie kam von außerhalb.

Und außerhalb bedeutete offenbar weder die Kleine Magellansche Wolke – dann hätte Artas sie kennen müssen –, noch die Milchstraße, wo es sicherlich auch die ein oder andere Spur von ihnen hätte geben müssen, auf die zumindest die Foronen einst gestoßen wären.

Cloud rief eine generierte Darstellung der lokalen Gruppe ab, zu der außer der Milchstraße auch noch Andromeda als Großgalaxie gehörte, darüber hinaus etliche kleinere Sterneninseln, angefangen von Sculptor über Fornax bis hin zur fernen Triangulum-Galaxis.

War eine dieser Galaxien die Urheimat der Virgh? Oder lag deren Herkunft noch viel tiefer im Dschungel des Kosmos verborgen?

Die einzige Möglichkeit, dies herauszufinden – was nicht einmal den Foronen von damals gelungen war –, bestand darin, einen oder mehrere Virgh lebend in die Hand zu bekommen.

Und ihnen ihr Wissen abzupressen.

Als Clouds Gedanken an diesem Punkt angelangt waren, erreichte der ausgeschleuste Roboterschwarm durch ein Labyrinth von Gängen, die wie zerrissene Adern im Torso eines Giganten anmuteten, einen intakt gebliebenen Bereich im Innern des Planetentrümmers.

Es kostete Cloud nur einen knappen mentalen Befehl, dann wechselte er im Geiste hinüber und sah mit den Augen der Maschine …

***

Eine bizarre Umgebung.

Ein seltsames, den Atem selbst über die Entfernung hinweg erschwerendes, ihn beinahe abschnürendes Licht.

Cloud regte sich auf seinem Sitz. Unbewusst. Er war dort, wo die Augen des Spinnenroboters schauten, in den er geglitten war.

Die Wände, die sich glatt und schlauchförmig durch das Erz wanden, atmeten diesen erstickenden, lähmenden Schein aus.

Abrupt endete der Tunnel vor einem rubinrot glimmenden Schott. Es strahlte, als wohnte ihm Kraft, spielerisch gezähmte, unbekannte Energie inne.

Cloud lenkte die Maschine näher.

Ganz nahe.

Ein Ausleger, ein Gliedmaß seiner fernen Körperprothese berührte die Barriere – und etwas brannte, bohrte, fraß sich sengend in Clouds Geist!

Er prallte zurück.

Als er sein Bewusstsein erneut in den Robot leiten wollte, stellte er fest, dass es nicht möglich war – nicht in denselben Robot jedenfalls …

Also wählte er einen anderen. Andere Augen, anderer Körper.

Insektenhaft näherte er sich dem zerschmolzenen Klumpen, der einmal er – nein! – der einmal das Ding gewesen war, in dem er sich zuvor eingenistet hatte.

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