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Bad Earth - Folge 09

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Folge
  3. Über die Autoren
  4. Was bisher geschah
  5. Impressum
  6. Die Grenze zum Nichts
  7. In der nächsten Folge

Über diese Folge


FOLGE 09: DIE GRENZE ZUM NICHTS

Im Herzen des Vaaren-Reichs – die letzte Frist verstreicht

Wiedervereint sehen sich John Cloud und die GenTecs mit dem rigorosen Ultimatum der Vaaren-Königin konfrontiert. Doch wird sie ihre schrecklichen Drohungen tatsächlich in die Tat umsetzten? Was wird wirklich passieren, wenn sie sich ihr widersetzen sollten?

Und warum ist die von »sprechenden Tafeln« markierte Kubus-Zone den Vaaren überhaupt heilig? Haben möglicherweise die ominösen Sieben Hirten, auf die Cloud bereits während seiner Gefangenschaft aufmerksam geworden ist, etwas damit zu tun?

Ungeachtet der harschen Drohung beschließt die Besatzung des Karnuts, tiefer in den brisanten Bereich vorzudringen. Doch ihre Flucht findet ein jähes Ende, als sich vor ihnen die Grenze zum Nichts erhebt …


Bad Earth – das spektakuläre Weltraum-Abenteuer in die Zukunft der Menschheit. Ein atemberaubender Trip in fremde Galaxien, zu epischen Raumschlachten und inmitten eines intergalaktischen Konflikts voller Intrigen.

Über die Autoren


Manfred Weinland schrieb bereits für renommierte Serien wie Perry Rhodan Taschenbuch, Ren Dhark, Maddrax, Dino-Land, Jerry Cotton, Gespenster Krimi, Professor Zamorra u.a., ehe er das Konzept für die Serie Bad Earth ausarbeitete. Zusammen mit Erfolgsautoren wie Alfred Bekker, Luc Bahl, W. K. Giesa, Peter Haberl, Horst Hoffmann, Claudia Kern, Achim Mehnert, Susan Schwartz, Conrad Shepherd, Marc Tannous, Michael Marcus Thurner und Marten Veit, die ebenfalls alle bereits jahrelange Erfahrung im Schreiben von Science-Fiction-, Action- und Abenteuer- oder Horrorromanen haben, gelang eine ebenso spannungsgeladene wie komplexe Science-Fiction-Serie, die sich einem Thema widmet, das alle interessiert: Der Zukunft der Erde und der Menschheit.

Was bisher geschah


2041: Die irdischen Astronauten John Cloud, Scobee, Resnick und Jarvis, werden an einen unbekannten Ort der Galaxis verschlagen. Und in eine unbekannte Zukunft, eine Zeit, in der die Menschen Erinjij genannt werden und sich zur verhassten Geißel der Galaxis entwickelt haben.

Die Gestrandeten geraten zwischen alle Fronten. Als sie von irdischen Raumschiffen gejagt werden, können sie mit knapper Not in den geheimnisumwitterten Aqua-Kubus flüchten. Dort befreit der Außerirdische Darnok den Menschen Cloud schließlich aus der Gewalt derer, die den Kubus beherrschen – die Vaaren.

Auf der weiteren Flucht vor ihnen werden sie von Rurkka unterstützt, der sich selbst Meister der Materie oder Protoschöpfer nennt. Sie stoßen immer tiefer in den Heiligen Bezirk vor, eine verbotene Zone. Rurkka stirbt unter nicht völlig geklärten Umständen, zuvor befreit er die Menschen noch von den winzigen Maschinen, die ihnen das Atmen unter Wasser ermöglichten. Bei John Cloud kommt es im Zuge der Beseitigung zu Komplikationen, er behält einen Rest von Protomaterie in sich.

Die Flüchtlinge erreichen das Herz von Tovah’Zara: ein kugelförmiges, scheinbar absolut leeres Gebilde, dessen Oberfläche aus einem karmesinroten Energiegeflecht besteht. Dann greifen Protoschwärme an, und die Gejagten sehen keinen anderen Ausweg mehr als sich mit Darnoks kleinem Raumschiff in die Vakuumsphäre zurückzuziehen.

Zugleich beginnt der Aqua-Kubus – jenes wassergefüllte Gebilde mit einer Kantenlänge von einer Lichtstunde – plötzlich Fahrt aufzunehmen.

Wird Lovrena, die Königin der Vaaren, ihre Drohung wahrmachen, mit ihrem bizarren Reich bewohnte Welten ansteuern und unschuldige Geschöpfe für den Tabu-Bruch Darnoks und der Menschen büßen lassen?

 

Bad Earth

 

W. K. Giesa

Die Grenze zum Nichts

 

Im Herzen des Vaaren-Reichs – die letzte Frist verstreicht

 

Prolog

Was ist das?, fragte sich Lovrena, die Vaaren-Königin.

Vor ihr erschien ein seltsames Gebilde, das sie nie zuvor gesehen hatte. Es durchdrang die geschlossene Tür, bewegte sich in den Raum hinein, in welchem die Königin sich befand.

Und doch fühlte sie sich nicht bedroht.

Das Etwas sah aus wie eine Lichtkugel, deren Durchmesser etwa der Körperlänge des Menschen Cloud entsprach, mit dem sie noch vor kurzer Zeit zu tun hatte. Nein, es war sogar noch ein wenig größer.

Und es schien zu leben.

»Was ist das?«, wiederholte sie ihre gedankliche Frage. Vorsichtig sandte sie Nesselfäden aus, die sich von ihrem silbrig schimmernden Körper auf das Etwas zu bewegten. Sie versuchte es zu berühren, aber es gelang ihr nicht. Die Lichtkugel wechselte nur ihre Farbe und ihre Position. Dabei kam es zu keiner Wasserbewegung.

Es war, als durchdringe sie das überall befindliche Wasser ebenso, wie sie durch die geschlossene Tür in das Zimmer gelangt war.

»Wer bist du?«, drängte Lovrena erneut. »Was treibt dich, in meinen Palast einzudringen? Warum haben die Wachen dich nicht aufgehalten?«

Die Lichtkugel antwortete nicht, veränderte diesmal nur ihre Leuchtkraft. In sanften Bögen bewegte sie sich vor der Königin hin und her.

»Was willst du?«

Reagierte die Kugel jetzt erstmals auf Lovrenas Fragen?

Obgleich es zu keiner Berührung kam, die für Vaaren eine der Voraussetzungen für direkte Kommunikation waren, wehten der Königin Bilder und Begriffe entgegen. Lovrena konnte sie umsetzen und verstehen, aber sie erfasste auch, dass sie auf eigentümliche Weise alt waren.

Nicht ihr Inhalt, sondern die ganze Art der Übermittlung!

So uralt wie der Palast, in dem die Königin der Vaaren residierte …?

Sie fröstelte plötzlich. Für kurze Zeit hatte sie das Gefühl, als würde etwas aus tiefster Vergangenheit nach ihr greifen und sie in einen Strudel reißen wollen, dem sie nie mehr würde entrinnen können.

»Du bist …«

– Ein Besucher –, schien die Lichtkugel ihr mitteilen zu wollen. – Ich bin gekommen, um dir meine Aufwartung zu machen, amtierende Königin. Das seltsame Etwas wusste also, welche Funktion sie innehatte.

Natürlich, warum sonst wäre es auch hierher gekommen, in diesen Palast, ins Zentrum der Vaaren-Macht, wo alle Fäden innerhalb von Tovah’Zara zusammenliefen?

»Ein Besucher«, wiederholte sie in ihren eigenen Sinnbildern, welche die Lichtkugel mühelos verstand, wie es Lovrena vorkam. So unterschiedlich die »alte« und die »neue« Verständigungsart auch waren, jeder verstand, was der andere meinte.

Und irgendwie begannen die Unterschiede zu verschwimmen, zu verwischen. Eines passte sich dem anderen an.

Was geschieht hier?, fragte sich die Herrscherin über Tovah’Zara.

»Woher kommst du? Warum besuchst du mich? Wer hat dich geschickt?«

Doch die Lichtkugel ging nicht auf Lovrenas Fragen ein. Sie glitt nur noch etwas weiträumiger durch das Gemach, schien hier und da die Wände zu streifen und darin einzudringen. Dabei war gerade dieser Raum herausragend groß. Deshalb hielt Lovrena sich zumeist hier auf, sie schätzte den Platz, der ihr hier zur Verfügung stand. Viele andere Räume im Palast waren kleiner, und im »Thronsaal« selbst fühlte sie sich – wie bizarr – nicht immer wohl.

– Ich bitte dich, mir zu folgen –, nahm sie die Aufforderung der Kugel wahr.

»Warum sollte ich das denn tun? Du hast meine Fragen noch nicht beantwortet.«

– Du wirst Antwort auf Fragen erhalten, die du niemals gestellt hast –, orakelte die Lichtkugel. – Möchtest du mir nicht folgen und den Wissensdurst stillen, den ich in dir pochen fühle? »Vielleicht will ich das tatsächlich nicht«, erwiderte sie.

– O doch, du willst es. Jedes denkende Wesen strebt nach Mehrung seines Wissens. Auch du, Bevollmächtigte der Hirten. Die Erwähnung der sieben Eckpfeiler der Vaaren-Mythologie durchfuhr Lovrena wie ein Stromstoß. »Dann fang doch einfach damit an, meinen Wissensdurst zu stillen, indem du meine Fragen beantwortest. Hier und jetzt.«

– Erst wenn es an der Zeit ist. »Es ist an der Zeit.«

– O nein. Noch nicht. Folge mir. »Ich könnte dich von den Wachen aus meinem Palast entfernen lassen«, drohte sie. »Offenbar unterschätzt du meine Möglichkeiten – und das könnte tragisch für dich enden, wer oder was auch immer du bist.«

Lachte die Kugel?

Eine Flut seltsam abgehackter Bildimpulse durchflutete die Königin und verzerrte auch die Sicht durch das Wasser. Im nächsten Moment glitt die Kugel durch die Wand davon, um Augenblicke später an der entgegengesetzten Seite des Raumes wieder aufzutauchen.

– Könntest du das wirklich? Wer will mich fangen, wer mich halten? Niemand kann etwas fassen, das unfassbar ist. Ihr entging nicht der Doppelsinn der Behauptung. »Und was ist, wenn ich dir nicht folge, namenloser Besucher?«

– Du wirst mir folgen. Du wirst mich – und auch dich selbst – nicht enttäuschen. Damit bewegte sich die Kugel auf die Tür zu, glitt hindurch und kehrte diesmal nicht wieder zurück.

***

Der Besucher hat Recht, erkannte Lovrena. Sie war neugierig!

Also folgte sie ihm. Sie schwamm zur Tür, öffnete sie und erreichte den Korridor, an dessen Ende sie die Lichtkugel ausmachte. Das namenlose Etwas verschwand soeben um eine Biegung, und Lovrena musste sich beeilen, um aufzuschließen. Sie hatte zu lange gezögert, dem Besucher zu folgen.

Aber schon nach kurzer Zeit erreichte sie ihn. Der fremde Eindringling ließ sich jetzt Zeit, aber er zeigte sich nicht mehr besonders auskunftsfreudig, reagierte auf keine der Fragen, die ihm Lovrena stellte. Es schien ihm völlig zu reichen, dass sie ihm wunschgemäß folgte.

Wohin würde er sie führen?

Der Palast war riesig, es gab erdrückend viele Räume, von denen die wenigsten wirklich benutzt wurden, und es gab endlose Gänge und Rampen von einer Etage zur anderen.

Je weiter sie vordrangen, desto weniger Vaaren begegneten ihnen. Die Königin hatte sogar den Eindruck, als mache die Lichtkugel absichtlich weite Umwege, um anderen Vaaren aus dem Weg zu gehen.

In der Tat waren die wenigen Begegnungen mitunter erschreckend. Einige Vaaren flohen entsetzt vor der Lichtkugel, andere versuchten, sie anzugreifen, weil sie ihre Königin in Gefahr glaubten. Lovrena musste sie jedes Mal mit all ihrer Autorität davon abhalten.

Sie war nicht sicher, was geschehen würde, käme es tatsächlich zu einer Auseinandersetzung. So, wie die Lichtkugel auftrat und sich zu bewegen wusste, war sie möglicherweise selbst den Vaaren weit überlegen. Die konnten nur verlieren, und das lag nicht in Lovrenas Interesse. Sie wollte keine Gewalt und keinen Tod, keine Verletzungen innerhalb ihres Palastes. Sie wollte grundsätzlich nicht, dass Vaaren verletzt wurden, ganz gleich von wem.

Und weiter ging es …

Weiter …

Allmählich verlor Lovrena die Orientierung. Es bestürzte sie, ausgerechnet hier im Herzen ihres Reiches so in Konfusion zu verfallen. Der Besucher hingegen ging überaus zielstrebig vor.

Schon bald befanden sie sich in einem Palastbereich, der ihr unbekannt war. Nie zuvor war sie hier gewesen. Es hatte auch nie ein Anlass dazu bestanden. Der Palast war älter, als ein Vaare zurückdenken konnte, und er war riesig, war immer wieder erweitert worden. Auch Lovrena hatte schon für neue Bereiche gesorgt. Es war einfacher, als alte Räume zu modernisieren. Man gab sie einfach auf, ließ sie leer stehen. Und was lange Zeit nicht mehr genutzt wurde, geriet allmählich in Vergessenheit.

Es wurde auch immer dunkler. Die Lichtkörper, die die bewohnten Räume erhellten, waren längst verloschen und niemals erneuert worden. Nur der Eindringling selbst strahlte jetzt noch Helligkeit aus, die Lovrena dabei half, ihren Weg zu erkennen.

Immer wieder fragte sie sich, was das für ein Wesen war, mit dem sie es zu tun hatte. Es hatte nichts Vaarisches an sich und glich auch keiner anderen Lebensform in Tovah’Zara, von der die Königin jemals gehört hätte. Und es gab der Arten viele, intelligente wie unintelligente.

Die düsteren Gänge wurden enger, teilweise gewundener. Hier und da zeigten die Wandungen Risse. Auch das Wasser roch in diesem verlassenen Bereich bei weitem nicht mehr so frisch wie in den bewohnten Regionen. Es war alt.

Alles deutete auf fortschreitenden Verfall hin.

Vielleicht, überlegte die Königin, verfaulte und starb der Palast von innen nach außen, von unten nach oben – so wie er umgekehrt immer wieder nach außen hin erweitert und damit verjüngt wurde. Eines Tages, dachte sie, wird all das hier vielleicht in sich zusammenbrechen und damit der gesamten Konstruktion den Halt rauben. Wenn der Kern schwindet, zerbirst auch die Schale.

War es das, was der Besucher ihr zeigen wollte?

Wollte er sie mit dieser Exkursion darauf aufmerksam machen, dass es nötig war, sich auch um die aufgegebenen Bereiche des Palastes zu kümmern und sie wieder zu stabilisieren?

Aber dann hätte er Teil des Palastes, seines uralten Kerns, sein müssen, und irgendwie konnte sich Lovrena das nicht vorstellen. Nein, es war wohl höchstens ein Nebeneffekt dessen, was der Besucher bezweckte.

Es gab ihr allerdings auch zu denken, dass er aufgetaucht war, kurz nachdem der Angriff der Erinjij auf Tovah’Zara abgewehrt worden war. Und dieser Angriff war erfolgt, nachdem der Mensch Cloud …

Sie verdrängte den Gedanken. Das hier konnte nichts mit Cloud und den anderen Entführern eines der Jadeschiffe zu tun haben. Es ging hier um anderes, um viel mehr, als sie es sich vorstellen konnte.

Das begriff sie, als sie das Ziel des Besuchers erreichten.

Er öffnete eine Tür.

Wie er es bewerkstelligte, entzog sich ihrer Wahrnehmung. Schließlich besaß die Lichtkugel keine Extremitäten, auch keine Nesselfäden, mit denen man Schalter oder Griffe betätigen konnte. Brauchte sie auch nicht, denn es war ihr ja möglich, alle feste Materie einfach zu durchdringen. Aber da Lovrena dazu nicht fähig war, war das unbekannte Wesen so zuvorkommend, für sie ein Tor zu öffnen.

Er glitt voran und geradewegs in etwas hinein, das …

… die Königin entsetzte!

***

Eine riesige Halle öffnete sich vor ihr. Sie war dermaßen gigantisch, dass mehrere Jadeschiffe gleichzeitig problemlos darin Platz gefunden hätten.

Doch diese Halle wurde ganz sicher nicht als Schiffshangar benutzt. Sie diente einem völlig anderen Zweck.

Lovrena selbst befand sich ebenso wie die Lichtkugel auf einer umlaufenden Galerie, von denen es gleich fünf gab, die in regelmäßigen Abständen stockwerkartig angeordnet waren.

In der Mitte der Halle existierte eine pulsierende Kugel, die ähnlich wie der Lotse ständigen Farbwechseln unterlag, aber diese Wechsel erfolgten nicht synchron.

Unten, am Boden der Halle, gab es eine Reihe von Schaltpulten und Ruhemöglichkeiten, die vaarentauglich waren – wie alles im Palast oder den Jadeschiffen. Kontrollbildschirme glommen, hier und da leuchteten Diagramme auf.

An den Wänden glommen und blinkten Farbfelder. Sie signalisierten mit ihrem arhythmischen Blinken Informationen, die Lovrena nicht verarbeiten konnte, da sie den zu Grunde liegenden Kode nicht kannte.

Sie verstand nur, dass es sich um ein leistungsstarkes Rechenzentrum zu handeln schien.

»Wer hat das erbaut? Meine Vorfahren?«

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