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Bergkristall - Folge 302

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Sie liebte ihren Lebensretter
  4. Vorschau

Sie liebte ihren Lebensretter

Doch die reiche Hoferbin hatte sein Wort

Von Maria Fernthaler

Bodenloser Leichtsinn kostet die Fabrikantentochter Silvia Rieger beinahe das Leben: Ganz allein nimmt sie in der Dämmerung bei Schneetreiben eine schwierige Abfahrt, um schneller drunten im Tal zu sein. Plötzlich steigt Nebel auf. Im letzten Moment stoppt das orientierungslose Madel vor einem Abgrund und kauert sich unter einen Felsvorsprung. Hier ist sie zwar vor dem Schneetreiben sicher, aber nicht vor der eisigen Kälte.

Da – ist das nicht ein Licht? „Hilfe“, ruft Silvia schwach, und endlich erscheint vor ihr schemenhaft ein Mann. Skilehrer Thomas Bruckner kennt die Piste auch unter schlechtesten Bedingungen und bringt Silvia schließlich sicher ins Tal – nicht ohne saftige Strafpredigt.

Als sich die beiden später auf einer Feier wiedertreffen, fallen seine Worte an Silvia weit sanfter aus, denn ein unbeschreiblicher Zauber geht von dem Madel aus, dem sich Thomas einfach nicht entziehen kann. Silvia geht es genauso: Sie hat sich Hals über Kopf in ihren Lebensretter verliebt! Aber Thomas ist nicht mehr frei: Die reiche Hoferbin Liesel hat sein Wort …

Lachen und übermütige Zurufe folgten dem Mann im gelben Skianzug, der etwas mühsam seine Skier um die Torstangen zu lenken versuchte und dabei den einen oder anderen Stock ausließ. Erschöpft blieb er unten am Ziel stehen und sah hinauf zum Start, wo eine Gruppe junger Mädchen wartete. Aus seinem Anorak holte er eine Stoppuhr und winkte hinauf.

„Los, die Erste muss hinunter. Gaby hat die Nummer eins.“

Ein rundliches Mädchen schob sich nach vorn. Das Gesicht mit den vielen Sommersprossen war vor Eifer gerötet. Sie kam allerdings nicht weit, nahm eine der Torstangen mit und stürzte. Voller Wut hieb sie mit dem Skistock in den Schnee.

Eine nach der anderen fuhren die Mädchen nun nach unten, mal gut und elegant, mal unbeholfen und ängstlich. Schließlich stand nur noch eine oben und wartete auf das Startzeichen.

Gaby unten im Ziel neben dem Lehrer maulte ein wenig: „Bestimmt macht Silvia wieder das Rennen. Es macht gar keinen Spaß zu fahren, wenn sie dabei ist.“

Dr. Hofner warf ihr einen strafenden Blick zu.

„Solches Gerede mag ich nicht, Gaby. Silvia fährt nun einmal am besten, und wir sollten ihr den Sieg gönnen. Aber schaut, da kommt sie schon.“

Wie keine andere nahm das Mädchen Silvia die Torstangen. Einem Wirbelwind gleich fuhr sie in eleganter Haltung, als habe sie ihr Leben lang nichts anderes gemacht. Die Kameradinnen sahen ihr bewundernd zu und klatschten, als sie mit Schwung durchs Ziel fuhr. Es gab keinen Zweifel: Sie hatte auch in diesem Jahr wieder das Rennen gemacht. Zum letzten Male heuer, denn für die Mädchen war nach den Ostertagen die Schulzeit zu Ende. Sie hatten ihr Abitur gemacht und würden nach dieser letzten Klassenfahrt in die Berge auseinandergehen.

„Bravo, Silvia!“ Dr. Hofner schlug dem Mädchen kameradschaftlich auf die Schulter. „Du hast es wieder einmal geschafft.“

Silvia Rieger hatte den auffälligen roten Skihelm von den dunklen Locken gezogen, die jetzt weit über die Schultern fielen. Ihre dunklen, samt schimmernden Augen strahlten, während die Kameradinnen ihr gratulierten.

„Dieser Sieg wird gefeiert“, rief sie laut, „ich lade euch alle zu einem Glühwein in die Almhütte ein!“

Der Lehrer nickte zustimmend.

„Dann aber los, lange können wir uns nicht mehr Zeit nehmen. Es wird bald dunkel, und sicher wird es wieder zu schneien anfangen. Und für die Abfahrt brauchen wir eine gute halbe Stunde.“

Sie stellten ihre Skier zusammen in den Schnee. Während er hinter den Mädchen zu der Hütte am Rande der Piste stapfte, dachte Dr. Hofner über seine Gruppe nach. Gaby zum Beispiel war zweifellos eine seiner besten Schülerinnen, und doch war sie anders, so, als gehöre sie gar nicht zu dem lustigen Haufen, der seit zehn Jahren beinahe unzertrennlich war. Sie verstand sich nicht mit Silvia Rieger, und hierfür wusste der junge Lehrer auch den Grund. Gaby kam aus ärmlichen Verhältnissen, sie musste nebenbei noch mehrere kleine Geschwister versorgen, weil die Mutter berufstätig war. Silvia hingegen war das einzige Kind des schwerreichen Fabrikanten Rieger. Vor wenigen Wochen war durch die Presse gegangen, dass sie sich nach Schulabschluss mit Rainer König, dem Sohn des Stadtkämmerers, verloben sollte.

Aber wozu machte er sich Sorgen? Nur noch wenige Tage, dann würden sich die Mädchen eh nicht mehr sehen.

Es war sehr lustig in der gemütlichen Hütte, und nach einem Glas voll heißem Wein wurde den Mädchen, die den ganzen Tag über im Freien gewesen waren, schön warm. Abends wollte Dr. Hofner noch mit ihnen zum Tanzen gehen als schöner Abschluss des Tages.

Als sie schließlich wieder draußen vor der Hütte standen, sah der Lehrer erschrocken zur Uhr. Er hatte sich wieder einmal von seinen Mädchen einwickeln lassen und zu spät zum Aufbruch gemahnt.

„Nun aber nichts wie hinunter“, befahl er, und schnell schnallten sich die Mädchen die Ski wieder an. „Wir nehmen die Abfahrt über das Hörndl, die ist nicht so steil. Bitte alle zügig hinter mir herfahren.“

Nach der Pause war der Schwung der Mädchen allerdings deutlich erlahmt. Sie kamen nur langsam vorwärts, und Silvia, die als Letzte fuhr, schüttelte den Kopf. Die andere Abfahrt war viel schneller, und sie war eine geübte Fahrerin. Unten würde sie die anderen dann wieder treffen.

Das Schneien hatte sich verstärkt, und Silvia suchte in ihrem Anorak nach der Schneebrille. Keine hatte sich umgedreht, sie sah die Mädchen und den Lehrer unter sich immer kleiner werden. Dann schwang sie auf den anderen Hang ab. Er war menschenleer. Sie war ihn schon einige Male gefahren und kannte seine Tücken. Allerdings war er jetzt in der Dämmerung schwieriger zu nehmen. Die Piste war vereist, die Temperaturen waren wieder gesunken.

Sie war etwa fünf Minuten gefahren, als sie vor sich eine Nebelwand sah. Erschrocken blieb sie stehen, damit hatte sie nicht gerechnet. Nicht einmal mehr die Hand vor Augen konnte man sehen, während mehrere Meter oben noch alles klar war. Es hatte jetzt auch keinen Sinn, wieder hinaufzusteigen. Der Nebel würde auf jeden Fall schneller sein.

Wenn sie vor Einbruch der völligen Dunkelheit unten sein wollte, musste sie da hindurch. Langsam fuhr sie an, in den Nebel hinein. Sie sah keine Pistenmarkierungen mehr und auch nicht die Felsen am Rand des Schneefeldes. Sie fuhr auf gut Glück mit einigem Herzklopfen.

Plötzlich hatten die Skispitzen vorne keinen Halt mehr, keinen Schnee mehr unter sich. Es musste die Schlucht sein, vor der sie jetzt stand. Tränen liefen ihr über die kalten Wangen. Über sich sah sie einen Felsvorsprung. Zu ihm musste sie gelangen, dort konnte sie sich unterstellen. Sie schnallte die Ski ab und trat auf den Schnee, die Stöcke in der Hand. Ein Ski machte sich selbstständig und verschwand im Nebel.

Das Mädchen tastete sich zu dem Felsvorsprung. Hier war sie vor dem Schnee sicher, aber nicht vor Kälte und Dunkelheit. Bange sah sie hinauf zum verhangenen Himmel, wo jetzt die ersten Sterne sichtbar wurden. Wann würden die unten sie vermissen und suchen? Jetzt konnte ihr nur noch der Herrgott helfen, dass es nicht zu spät sein würde …

***

„Dank dir schön, Thomas, dass du mir das Dach noch repariert hast.“ Der Hüttenwirt, ein alter Mann mit weißem Bart, schenkte ein Schnapsglas bis zum Rand voll. „Wenn ich einen vom Dorf hätt heraufkommen lassen müssen, wär eine Woche vergangen, und wir hätten die Stube net derheizen können.“

Thomas Bruckner streckte sich lachend. Er hatte dem alten Josl gern geholfen, für den Mann wäre es zu schwierig gewesen, bis hinauf aufs Dach zu steigen und die undichten Stellen auszubessern. Er schaute auf die Uhr.

„Ich muss hinunter, es ist höchste Zeit. Gib mir bitte eine Lampe mit, dann kann ich die steile Abfahrt nehmen und bin schneller unten.“

„Hast es wohl eilig, zu deinem Schatz zu kommen?“ Der Alte grinste und zeigte seinen einzigen Zahn, den er noch im Mund hatte. „Wann soll denn die Hochzeit sein mit der Liesel?“

Der junge Skilehrer grinste.

„Bald schon, Josl, nur wollen wir eine schönere Zeit abwarten. Im Mai vielleicht.“

„Ich freu mich mit dir, Thomas. Ist was Wahres dran an dem Gerede, dass du dann schon im nächsten Winter die Skischule von der Liesel ihrem Vater übernehmen sollst?“

Thomas schüttelte ein wenig unwillig den Kopf.

„Dass die anderen sich immer den Kopf über mein Leben zerbrechen müssen! Erst hat es geheißen, ich nehm die Liesel nur, weil ihr Vater die Skischule hat, und jetzt soll ich sie auch schon übernehmen. Nein, das wird noch eine gute Weile dauern.“

Der Alte sah den jungen Burschen blinzelnd an.

„Er kann aber auch stolz auf seine Liesel sein, der alte Festl, weil sie sich gerade den besten von den Skilehrern ausgesucht hat.“

Thomas winkte ab und band sich die große Lampe um seinen Skianzug.

„Also, behüt dich, Josl, bis morgen. Vielleicht streich ich noch einmal ein bisserl Teer über die Schindeln.“

Der alte Mann nickte und machte sich ans Aufräumen, zusammen mit seiner Frau, die den hilfsbereiten jungen Mann ebenfalls in ihr Herz geschlossen hatte.

„Er schaut am besten aus von all unseren jungen Burschen, und gefällig ist er auch. Das ist net so häufig heutzutag“, sagte sie oft.

Für Thomas war der plötzliche Nebel nichts Außergewöhnliches. Schon oft hatte er um diese Stunde die Abfahrt gemacht. Er hielt sich immer ein bisserl länger oben bei den Hüttenbesitzern auf, ganz einfach, weil er die beiden Alten gernhatte und es ihm Freude machte, ihnen ab und zu helfen zu können.

Plötzlich war es ihm, als dränge aus dem Nebel eine Stimme zu ihm herauf. Er bremste ab und lauschte. Mit seiner Lampe leuchtete er die nächtliche Umgebung ab. Nebel, wohin er auch sah. Und dann wieder dieser seltsame Ton, der wie der Hilferuf eines Menschen klang. Sollte jemand noch im Nebel diese Abfahrt gewagt haben? Was für ein unbeschreiblicher Leichtsinn. Diese Abfahrt war schon bei günstigem Licht sehr schwierig.

Dort drüben war die Schlucht, der Hang nahm damit ein jähes Ende. Und genau aus dieser Richtung schien der Hilferuf zu kommen. Er musste die Ski abschnallen, in den Schnee stecken und hinüber zu den Felsen stapfen.

Die Rufe waren verstummt. Ein eisiger Wind wehte Thomas den Schnee ins Gesicht, und seine Hände froren trotz der dicken Handschuhe. Aus dem Nebel tauchten die zackigen Felsvorsprünge auf. Mit der einen Hand hielt er sich dran fest, mit der anderen hielt er die Lampe.

„Hallo!“ Jetzt war er es, der rief, und die Antwort kam sogleich.

„Hilfe, ich bin hier!“, tönte es von gar nicht weit her.

„Bleiben Sie, wo Sie sind, und rühren Sie sich net vom Fleck“, rief er laut.

„Bitte kommen Sie schnell“, war die Antwort.

Das Schneetreiben, das sich noch mehr verdichtet hatte, war schuld, dass er nur sehr langsam vorwärtskam. Doch dann hatte er den Vorsprung gefunden, unter dem eine schneebedeckte Gestalt kauerte.

„Sind Sie denn noch gescheit!“ Er konnte seinen Zorn nicht bremsen. „Wissen Sie denn net, dass es fünf Meter weiter in die Schlucht abfällt?“

Die Gestalt im Anorak hatte sich aufgerichtet, und Thomas sah, dass es ein noch sehr junges Mädchen war. Tränen liefen jetzt über die blassen Wangen, und sie zitterte am ganzen Körper.

„Ich wollte es nicht, ganz bestimmt nicht. Der Nebel kam viel zu schnell“, flüsterte sie, und ihre Stimme klang heiser vom vielen Rufen.

„Dass Sie sich und andere in Lebensgefahr bringen würden, daran haben Sie wohl net gedacht“, gab Thomas böse zurück, „sicher wird man unten im Dorf längst nach Ihnen suchen und hat vermutlich schon die Bergwacht alarmiert!“

Das Mädchen hatte den Kopf gesenkt und wagte den zornigen jungen Mann gar nicht mehr anzusehen. Er band seine Lampe ab und stellte sie in den Schnee.

„Ziehen Sie Ihren Anorak aus, er ist ja patschnass“, befahl er und tat dasselbe. Als er ihr den seinen reichte, schüttelte sie den Kopf.

„Nein, das möchte ich nicht, Sie werden sich erkälten.“

„Um das, was Sie möchten, geht es hier net“, entgegnete er und half energisch nach, als sie sich wehren wollte, „ich hab noch einen dicken Skipullover darunter. Wo sind Ihre Skier? Wir müssen sie finden.“

„Ich habe nur noch den einen, der andere ist weg“, sagte sie leise und biss sich auf die Lippen.

„Dann brauchen wir ihn auch net suchen“, brummte er zornig, „geben Sie mir die Hand, wir müssen ein Stück zurückgehen.“

Folgsam stieg sie hinter ihm her und war froh, dass er jetzt keinen Ton mehr sagte. Er war verärgert und hatte vollkommen recht. Durch ihren Eigensinn hatte sie ihn und sich in Gefahr gebracht. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn er nicht gekommen wäre – die Nacht hier oben am Hang hätte sie nicht überlebt.

Sie waren nun dorthin gekommen, wo seine Skier im Schnee steckten. Es hatte aufgehört zu schneien, und auch der Nebel war dünner geworden.

„Sie stellen sich hinten auf meine Brettl drauf“, sagte er und musterte sie mit einem kurzen Blick von oben bis unten, „schwer sind Sie ja net, also müsste es gehen.“

Bis es ging, dauerte es allerdings noch eine Weile, denn das Mädchen rutschte immer wieder ab. Er befahl ihr, sich an ihm festzuhalten, und sie schlang ihre Arme um seine Taille. Sie fühlte eine heftige Müdigkeit in sich aufsteigen und spürte, wie die Kälte langsam abnahm. Sie hatte Angst davor, was die anderen sagen würden, und sah schon den Vorwurf in Dr. Hofners Augen …

Den Vorwurf machte der junge Lehrer im Augenblick nur sich. Heil und munter waren alle unten angekommen, und erst nach einer Weile hatten sie festgestellt, dass Silvia Rieger fehlte. Zuerst hatten alle an einen Scherz geglaubt.

Schließlich war es aber allen klar geworden, dass Silvia noch nicht unten im Dorf sein konnte. Und Dr. Hofner vermutete gleich richtig: Silvia hatte die andere Abfahrt genommen. Der Schreck war groß, und der Pensionsinhaber, bei dem die Mädchengruppe logierte, alarmierte sofort die Bergwacht.

„Bei dem Nebel kommt die da net allein lebend herunter“, meinte er zu dem Lehrer, der außer sich vor Angst war. Noch hatte er die Verantwortung für die Mädchen, selbst wenn sie erwachsen waren. Wenn Silvia etwas passiert wäre – nicht auszudenken.

Die anderen Mädchen ließen ihren Lehrer nicht allein. Sie konnten nachfühlen, wie ihm zumute war. Der Lift wurde noch einmal in Betrieb gesetzt, diesmal für die Männer der Bergwacht. Die anderen blieben unten in der Dunkelheit zurück, und manch einer von ihnen sandte ein kurzes Gebet zum Himmel …

„Da kommt jemand!“, schrie eines der Mädchen plötzlich in die Nacht hinein.

Oben am Hang kam eine Gestalt langsam auf Skiern heruntergefahren und bremste unten am Lifthäuschen ab. Einer der Skilehrer war es, und hinten auf seinen Skiern stand Silvia. Ihr Blick suchte den Dr. Hofners, der auf sie zugeeilt war.

„Verzeihen Sie mir“, sagte sie leise. In einer jähen Aufwallung drückte er sie an sich.

„Mein Gott, Silvia, dass du nur wieder da bist.“

Thomas hatte seine Ski abgeschnallt. Während einige der Mädchen Silvia vorsorglich ins Haus führten, reichte Dr. Hofner dem jungen Skilehrer, den er von der Piste her kannte, die Hand.

„Mit Worten lässt es sich gar nicht ausdrücken, was Sie für uns getan haben. Trotzdem weiß ich net, wie ich Ihnen anders danken kann.“

Thomas winkte ab.

„Das Madel hat noch einmal Glück gehabt. Kann mir vorstellen, dass es net leicht ist für Sie mit einem so quirligen Haufen. Aber lesen Sie ihr trotzdem tüchtig die Leviten. Sie soll ein für alle Mal geheilt sein.“

„Darauf können Sie sich verlassen, Herr Bruckner. Also, noch einmal meinen herzlichen Dank.“

Thomas nickte nur und nahm seine Skier auf die Schulter.

„Hunger hab ich und frieren tut mich auch. Also, auf Wiedersehen.“

Dr. Hofner hielt ihn zurück.

„Einen Augenblick noch, Herr Bruckner. Wir feiern heute Abend ein bisschen. Einige von ihren Kollegen werden kommen, und ich würde mich freuen, wenn auch Sie dabei sind. Vielleicht ist Silvia dann schon so weit, dass sie sich bei Ihnen bedanken kann.“

Thomas lachte.

„Das ist net so wichtig, aber ich werd es mir überlegen. Geben Sie noch schnell eine Nachricht hinauf zum Hüttenwirt. Die Bergwacht muss wissen, dass alles gut ist und sie die Suche abbrechen können.“

Thomas nickte dem jungen Lehrer noch einmal zu und verschwand dann in der Dunkelheit. Sein Magen war leer, und er freute sich auf die warme Küche zu Hause auf dem Hof. Die Mutter kam ihm schon unter der Haustür entgegen mit einem vorwurfsvollen Gesicht.

„Du weißt doch, dass wir mit dem Essen immer auf dich warten, die Liesel wartet auch schon auf dich und wollt gerade gehen.“

Thomas wurde wieder lebendig.

„Ist schon gut, Mutter, es kann ja mal was dazwischenkommen. Wo ist die Liesel?“

Sie saß in der Küche zwischen den Leuten vom Brucknerhof, und ...

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