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Cotton Reloaded - 48

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über diese Folge
  4. Über den Autor
  5. Titel
  6. Impressum
  7. 1
  8. 2
  9. 3
  10. 4
  11. 5
  12. 6
  13. 7
  14. 8
  15. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Über diese Folge

Folge 48.

Ein hochrangiger Mafia-Boss wird hingerichtet – und mit ihm seine gesamte Familie. Dabei stand der Mann im Zeugenschutzprogramm des FBI. Als innerhalb kürzester Zeit weitere Menschen getötet werden, ruft das das G-Team auf den Plan. Denn die Toten alle haben eines gemeinsam: Ihnen wurde mithilfe des Zeugenschutzprogramms eine neue Identität verschafft. Zudem scheint der Killer immer derselbe zu sein: Er hinterlässt an jedem Tatort die Tarot-Karte »Der Gehängte«. Die Karte steht für Verrat. Für Philippa Decker und Jeremiah Cotton beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit – bevor »Mister Hangman« weitere Menschen killt, die unter dem Schutz des FBI stehen.

COTTON RELOADED ist das Remake der erfolgreichen Kultserie und erscheint monatlich in abgeschlossenen Folgen als E-Book und Audio-Download.

Über den Autor

Alfred Bekker schreibt Krimis, Fantasy, Science Fiction, historische Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Er war Mitautor von Spannungsserien wie Jerry Cotton, Kommissar X und Ren Dhark. Außerdem schreibt er Kriminalromane, in denen oft skurrile Typen im Mittelpunkt stehen.

1

Bayside, Massachusetts …

»Wann segeln wir los, Dad?«

»Gleich, muss eben noch den Haken hier befestigen.«

Der Killer stand auf dem Landungssteg im Jachthafen von Bayside. Er trug Handschuhe. Die Waffe mit dem aufgeschraubten Schalldämpfer verbarg er noch unter der Jacke.

Sei Blick war auf die vierköpfige Familie gerichtet, die gerade ihre Segeljacht zum Auslaufen vorbereitete. Ein Mann mit dunklem Haar und hoher Stirn, seine Frau und zwei Kinder im Teenager-Alter. Das Mädchen wirkte etwas älter als der Junge. Der Killer schätzte sie auf 16, den Jungen auf höchstens 14. Das Mädchen balancierte gerade an der Reling entlang. Der Junge war hinten beim Heck.

Die Sonne schien. Der Himmel war wolkenlos, und das Meer glitzerte im Sonnenlicht. Ein Tag, wie geschaffen, um hinauszufahren.

Der Killer trat näher.

»Mr Rudy Camilieri?«, fragte er.

Der Mann blickte auf. Blankes Erstaunen stand in seinem Gesicht. Mit diesem Namen hatte ihn schon sehr lange niemand mehr angesprochen. Er öffnete halb den Mund, so als wollte er etwas sagen. Aber da hatte er bereits eine Kugel im Kopf. Es geschah fast lautlos. Das Schussgeräusch wurde durch den Schalldämpfer so reduziert, dass es wie der Schlag mit einer Zeitung klang.

Rudy Camilieri sackte in sich zusammen.

Der nächste Schuss tötete den Jungen. Er traf in die Herzgegend. Das T-Shirt färbte sich rot. Die Tochter an der Reling schrie. Der Killer schwenkte mit seiner Waffe herum. Zwei Schüsse kurz nacheinander trafen ihren Körper. Sie fiel über Bord.

Der Kopf einer Frau war jetzt im Kajüteneingang zu sehen. Sie sah ihren toten, seltsam verrenkt daliegenden Mann. »Was ist denn hier …«

Noch ehe sie die Situation auch nur ansatzweise begriffen hatte, sank auch sie getroffen in sich zusammen und fiel schließlich in die Kajüte hinein.

Der Killer blickte sich um. Es schien ihn niemand bemerkt zu haben. Er steckte die Waffe ein. Dann stieg er an Bord. Aus der Innentasche seiner Jacke zog er etwas hervor.

Eine Spielkarte.

Sie zeigte einen Mann, der an einem Bein aufgehängt worden war. Der Killer beugte sich über die Leiche von Rudy Camilieri und steckte sie dem Toten in die Brusttasche.

»Erledigt«, murmelte er vor sich hin.

2

Riverdale, New York City, ein paar Tage später …

Allan Kirby sah in den Spiegel. Die grauen Haare machten ihn mindestens zehn Jahre älter, als er in Wirklichkeit war. Aber das war eine notwendige Maßnahme.

Besser alt sein als tot, dachte er.

Auch wenn es ihm nicht leichtfiel, sich an den Anblick zu gewöhnen, ebenso wie an den Namen, den er jetzt trug. Allan Kirby. Ein Name, der keinerlei Rückschlüsse auf seine wahre Herkunft und Abstammung erkennen ließ. Der klang, als wäre er nie etwas anderes gewesen als ein White-Anglo American. Manchmal dachte er an seine Kindheit auf Puerto Rico zurück. Dort lebten immer noch seine Eltern. Aber Allan Kirby wusste genau, dass er nie wieder einen Fuß auf diese Insel setzen konnte. Es wäre Selbstmord.

Allan Kirby bemerkte, dass der tiefschwarze Haaransatz langsam wieder begann, herauszuwachsen. Es wurde Zeit, dass er nachfärbte. Mache ich in ein paar Tagen, dachte er. Aber länger konnte er das nicht vor sich herschieben.

In diesem Augenblick klingelte es an der Tür. Allan Kirby verließ das Bad. Er bewohnte einen einfachen Bungalow in einer breiten Allee in Riverdale. Riverdale war immer noch Bronx und nur ein paar Meilen von den Orten entfernt, an denen er früher für ein großes Syndikat den Vertrieb von Drogen über mehrere Latino-Gangs koordiniert und damit Millionen umgesetzt hatte. Jetzt ging er für einen Bruchteil davon einem Büro-Job nach. Aber Geld war nicht alles. Das hatte er inzwischen gelernt. Es gab Dinge, die wichtiger waren. Das nackte Überleben zum Beispiel oder das beruhigende Gefühl, sich abends ins Bett legen zu können, ohne befürchten zu müssen, dass man ungebetenen Besuch bekam.

Allen Kirby ging zur Tür. Unterwegs nahm er eine Waffe aus einer Schublade. Es war ein kurzläufiger Revolver. Handlich, leicht, aber auf geringe Distanz so tödlich wie ein größeres Kaliber.

Kirby zog sein T-Shirt so, dass es den Griff der Waffe bedeckte.

Er fühlte sich sicherer so, obwohl es für diese Vorsichtsmaßnahme eigentlich schon lange keinen Grund mehr gab. Wenn es jemandem aus seinem alten Leben tatsächlich gelungen wäre, seine Spur aufzunehmen, dann hätte der ihn längst finden müssen. Es waren jetzt so viele Jahre vergangen. Kirby hätte sich sicher fühlen können. Eine Einschätzung, die auch sein Verbindungs-Agent vom FBI teilte.

Nur Kirbys Unterbewusstsein machte da nicht so ganz mit. Sein Instinkt war stets alarmiert. Er konnte das einfach nicht abstellen. Da halfen auch alle Vernunftargumente nichts. Das Misstrauen gegen alles und jeden blieb. Überall glaubte er, Gesichter aus seinem alten Leben zu erkennen. Wenn ihn jemand zu lange anstarrte, wurde er unruhig und gereizt. Einmal, in der Subway, wäre eine derartige Situation fast eskaliert.

Spätestens nach anderthalb Jahren wechselte Kirby den Wohnort und den Job. Das hatte er sich zur Regel gemacht.

Irgendwann war es vielleicht so weit, dass er innerlich wieder Ruhe finden konnte. Aber bis dahin würden sicher noch ein paar weitere Jahre ins Land gehen.

Es klingelte erneut.

Kirby blickte durch den Spion. Der Mann, der vor der Tür stand, sah aus wie jemand von der Post.

Kirby betätigte die Sprechanlage. »Legen Sie es vor die Tür«, sagte er.

»Ich brauche eine Unterschrift.«

»Ich habe nichts bestellt.«

»Ist was Offizielles.«

Kirbys Hand griff zum Revolver. Er sah noch mal durch den Spion. Im nächsten Moment krachten kurz hintereinander drei Kugeln durch die Tür. Sie trafen Kirby in Brusthöhe. Er stand einen Augenblick lang schwankend da und schlug dann der Länge nach hin. Die linke Hand presste sich dabei gegen den Oberkörper, so als wollte Kirby damit die Blutung stoppen. Rot rann es ihm zwischen den Fingern hindurch. Die rechte umklammerte noch den Griff des kurzläufigen Klein-Kaliber-Revolvers.

Ein Auge blickte im nächsten Augenblick durch das daumendicke Loch, das mit einer aufgesetzten Automatik mit aufgeschraubtem Schalldämpfer in die schlichte Holztür gestanzt worden war.

Das Auge betrachtete den Toten für ein paar Augenblicke aufmerksam. Dann verschwand es.

Wenig später wurde eine zusammengerollte Spielkarte durch das Loch gesteckt. Sie segelte auf der anderen Seite der Tür zu Boden und landete auf dem linken Bein des Toten.

Die Karte zeigte die Abbildung eines Mannes, der an einem Bein aufgehängt worden war.

3

»Special Agent Philippa Decker. Das ist mein Kollege Special Agent Jeremiah Cotton. Wir übernehmen jetzt den Fall.«

Decker hielt ihre Card hoch. Die uniformierte Kollegin vom NYPD schaute sie sich mit einem Stirnrunzeln an. An ihrem Uniformhemd stand ihr Name: Officer Travis.

»Ich weiß nichts davon, dass dies ein Fall für das FBI ist, Ma’am«, sagte sie. »Ich habe die strikte Order, niemanden zum Haus zu lassen.«

»Wer hat die Order gegeben?«

»Lieutenant Renfield, Homicide Squad II, 87. Revier.«

»Sie ist hiermit aufgehoben, Officer Travis.«

Travis war kräftig und groß. Gegenüber der schlanken, eher grazilen Philippa Decker wirkte sie ziemlich gewaltig.

Decker wollte einfach an ihr vorbeigehen, aber Travis schien das vorausgeahnt zu haben. Sie stellte sich Decker erneut in den Weg. »So einfach geht das nicht, Ma’am. Das ist ein Tatort, und es gibt Zuständigkeiten. Und wenn Lieutenant Renfield das FBI angefordert hätte, dann wüsste ich davon. Und wenn Sie glauben, dass …«

»Manchmal kommen wir auch, ohne dass uns jemand anfordert«, sagte jetzt Cotton, der etwas abseits gestanden und bisher geschwiegen hatte. Stattdessen hatte er den Blick über die Szenerie schweifen lassen. Fast ein Dutzend Einsatzwagen blockierten vor dem Bungalow mit der Hausnummer 223 in der Harper Lane, Riverdale, die Straße. Bei den meisten Fahrzeugen handelte es sich um Dienstwagen der City Police. Cotton erkannte aber auch den Leichenwagen des Coronors und Fahrzeuge der Scientific Research Division, dem zentralen Erkennungsdienst aller New Yorker Polizeieinheiten, der im Übrigen auch vom FBI immer wieder genutzt wurde.

Das Gelände war weiträumig abgesperrt. Erkennungsdienstler in weißen Schutzoveralls suchten die Rasenflächen des Vorgartens und den Weg zur Haustür nach Spuren ab. Leute aus der Nachbarschaft waren zusammengekommen und beobachteten die Geschehnisse. Manche der Anwohner wurden von Officers des NYPD befragt. Schließlich war es durchaus möglich, dass jemand von ihnen etwas gesehen hatte.

»Und wer sind Sie?«, fragte Lieutenant Travis jetzt ziemlich barsch an Cotton gerichtet. Offenbar schien es sie zu provozieren, dass Cotton sie bisher kaum beachtet hatte.

Cotton zog ebenfalls den Dienstausweis und hielt ihn ihr hin. Den Hinweis, dass seine Kollegin Decker ihn gleich zu Anfang bereits vorgestellt hatte, verkniff er sich. »Nennen Sie mich einfach Cotton. Wir haben nur eine sehr knappe Meldung bekommen, aber wie es scheint, hängt der Tod von Allan Kirby mit einer Reihe von anderen Morden zusammen, deren Opfer allesamt im Zeugenschutzprogramm waren. Uns geht es hier nicht darum, irgendwem den Fall wegzunehmen, und wir reißen uns auch nicht darum, Ihren Job zu machen, aber wenn wir nicht sehr schnell herauskriegen, wer da anscheinend an ein paar sensible Daten über Teilnehmer des Zeugenschutzprogramms herangekommen ist, dann wird es vermutlich noch ein paar weitere Opfer geben.«

»Lieutenant Renfield wird sicher froh sein, dass Sie ihm helfen wollen«, glaubte Travis. »Ich bring Sie hin.« Travis wandte sich an einen uniformierten Kollegen in der Nähe. »Bin gleich wieder da«, meldete sie sich ab und ging voraus.

»Was war das denn, Cotton?«, fragte Decker leise genug, dass Travis davon nichts mitbekam.

»Gehirnwäsche durch Charme«, gab Cotton zurück.

»Noch nie davon gehört.«

»Das hätte ich mir denken können.«

»Wie?«

»Ach, nichts …«

»Ich habe das gehört, Cotton. Ich konnte nur nicht glauben, dass Sie das wirklich gesagt haben.«

»Wieso? Sie haben mir doch empfohlen, zu diesem Fortbildungskurs in Quantico zu gehen. Sie wissen schon, wo man lernt, mit Gesprächspartnern besser klarzukommen, indem man ihr Selbstwertgefühl schont und so weiter.«

»Mr High und ich waren übereinstimmend der Meinung, dass Sie in diesem Bereich etwas Kompetenzzuwachs benötigen, Cotton«, sagte Decker nüchtern.

»Sehen Sie: Und ich habe meine neue soziale Kompetenz gleich nützlich eingesetzt.« Cotton grinste. »Sie hätten den Kurs auch besuchen sollen, Decker.«

Decker verdrehte die Augen. »Sie sind unverbesserlich, Cotton.«

Vor der Tür trafen sie Lieutenant Renfield, der sich gerade mit dem Gerichtsmediziner unterhielt. Die Leiche lag bereits in einem Zinksarg. Cotton warf einen Blick zur halb offen stehenden Haustür. Zwei Spurensicherer der Scientific Research Division waren noch damit beschäftigt, dort ihrem Job nachzugehen.

Unterdessen sprach Travis Renfield an. Renfield war ein korpulenter Mann von kräftiger Statur. Auf seiner hohen Stirn bildeten sich ein paar Falten, während er zuhörte. Dann wandte er sich an Cotton und Decker. »Sie glauben, dass das zu einem Fall gehört, den Sie bearbeiten?«, fragte er knapp. »Wir haben die Einzelheiten noch gar nicht an unser Revier gemeldet.«

»Die Identität des Opfers reichte uns in diesem Fall aus«, sagte Decker. »Mr Allan Kirby wurde unter dem Namen Alonso Marquez geboren und koordinierte für ein Drogensyndikat einige puertoricanische Gangs in der Bronx.«

»Zeugenschutzprogramm?«, fragte Lieutenant Renfield.

Decker nickte. »Exakt. Marquez alias Kirby hat dafür gesorgt, dass ein paar wirklich große Haie jetzt in einem Aquarium auf Rikers Island ihre Runden schwimmen müssen und dort wohl auch bis ans Ende ihrer Tage bleiben werden.«

»Dann dürfte dort vielleicht der Urheber dieses Anschlags sitzen«, glaubte Renfield. »Leider ist es noch nicht gelungen, wirkungsvoll zu verhindern, dass einsitzende Mafiosi aus dem Knast heraus Mordaufträge lancieren.«

»Wenn es nur so einfach wäre«, sagte Decker. »Das ist nicht der erste Fall dieser Art. Natürlich müssen wir die ballistischen Tests abwarten, aber ich gehe jede Wette ein, dass sich herausstellen wird, dass Kirby von demselben Schützen erschossen wurde wie kürzlich ein gewisser Rudy Camilieri.«

Renfield runzelte die Stirn. »Meinen Sie den Rudy Camilieri, der früher in Little Italy gethront und die Mingella-Familie mit eiserner Hand regiert hat – solange es sie noch gab?«

»Das ist genau das richtige Stichwort«, bestätigte Decker. »Solange es sie noch gab. Dass es die Organisation der Mingella-Familie nicht mehr gibt, verdankt unsere Stadt Rudy Camilieri.«

»Habe mich immer schon gewundert, wo der wohl damals so schnell hin verschwunden ist …«, murmelte Renfield. »Wissen Sie, ich war früher in einer NYPD-Abteilung für organisiertes Verbrechen in Manhattan.«

»Dann kennen Sie sich ja aus.«

»Und Camilieri hat’s auch erwischt?«

»Mitsamt seiner Familie«, bestätigte jetzt Cotton. »Und dazu noch ein halbes Dutzend anderer Personen, verteilt über die ganze Ostküste.«

»Da macht anscheinend jemand die ganz große Abrechnung«, sagte Renfield.

»Und er ist verdammt schnell und rücksichtslos«, stellte Cotton fest. »Sagen Sie, haben Sie bei dem Toten zufällig etwas gefunden?«

»Ich wüsste jetzt nicht, was Sie meinen, Agent …«

»Cotton. Einfach Cotton.«

»Also nach unseren Ermittlungen ist Folgendes passiert. Jemand ist zur Tür gegangen. Wahrscheinlich ein Paketbote oder dergleichen. Er hat geklingelt. Vermutlich fand eine Kommunikation über die Gegensprechanlage statt. Es gibt in der Tür einen Spion. Mr Kirby hat mit Sicherheit durchgesehen, um sich davon zu überzeugen, wer da was von ihm will.«

»Und dann?«

»Der Killer hat einfach durch die Tür geschossen und darauf spekuliert, dass Kirby dahintersteht. Ein großes Kaliber, ging glatt durch. So eine Holztür hält ein derartiges Geschoss nicht auf.«

»Schüsse aus nächster Nähe«, bestätigte der Mann neben Renfield. Er nickte Cotton und Decker kurz zu.

»Das ist Dr. Brent Heinz vom gerichtsmedizinischen Institut der Scientific Research Division«, erläuterte Lieutenant Renfield. »Aber ich könnte mir denken, dass Sie sich …«

»Wir kennen uns«, sagte Decker nüchtern.

»Also in drei bis vier Stunden bin ich mit der Obduktion durch«, sagte Dr. Heinz und sah auf die Uhr. »Na ja, wenn ich meine Essenspause ausfallen lasse und sich mein Assistent heute ausnahmsweise mal nicht verspätet. Aber zurück zu Kirby oder wie auch immer er jetzt in Wahrheit geheißen haben mag.«

»Kirby war der Name, den er zuletzt auch vor dem Gesetz trug«, mischte sich Decker ein.

Lieutenant Renfield grinste. »Dies ist Amerika! Da kann jeder seinen Namen ändern, wie er will, vorausgesetzt es geschieht nicht nachgewiesenermaßen in betrügerischer Absicht.«

Dr. Heinz öffnete die durchschossene Tür vollends. Die Markierungen auf dem Boden waren nun gut zu sehen. Cotton sah sich genau an, wie der Tote offenbar gelegen hatte. »Es waren Holzsplitter in der Wunde«, erklärte Heinz. »Ich meine, ich will jetzt wirklich keiner Analyse vorgreifen, aber das konnte ich mit bloßem Auge erkennen. Das ist nur erklärbar, indem man annimmt, dass Kirby direkt vor der Tür stand, als geschossen wurde.«

»Haben Sie zufällig eine Spielkarte bei dem Toten gefunden?«, fragte Decker.

Renfield war überrascht. Dr. Heinz ebenfalls. »Ja, sie lag auf dem Boden«, bestätigte Lieutenant Renfield. »Und Kirby hatte außerdem eine Waffe bei sich, was beweist, dass er offenbar damit gerechnet hat, unerfreulichen Besuch zu bekommen.«

»Wo ist die Karte jetzt?«, hakte Decker nach.

»Keine Ahnung«, sagte Renfield. »Wieso ist das so wichtig?«

»Weil der Täter sie hinterlassen hat«, stellte Decker fest.

»E

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