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Cotton Reloaded: Blutiger Valentin

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über diese Folge
  4. Über den Autor
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Hinweis
  8. 1
  9. 2
  10. 3
  11. 4
  12. 5
  13. 6
  14. 7
  15. 8
  16. 9
  17. 10
  18. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. COTTON RELOADED ist das Remake der erfolgreichsten deutschen Romanserie JERRY COTTON.

COTTON RELOADED SERIENSPECIALS erscheinen zu besonderen Anlässen. Alle COTTON-RELOADED-Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Über diese Folge

Ausgerechnet am Valentinstag feiert ein Killer seinen ganz persönlichen Tag des Hasses: Als die scheinbar willkürlich ausgesuchten Opfer per E-Mail eine Animation mit einem bluttriefenden Veilchenstrauß zugeschickt bekommen, glauben sie noch an einen Scherz. Ein paar Stunden später sind sie tot.

Der Killer nennt sich selbstherrlich Valentine Blood – Lordmaster of Hate. Mit jedem Valentinstag steigt die Zahl seiner Opfer rasant. Die Special Agents Jeremiah Cotton und Philippa Decker setzen sich auf die Spur des mysteriösen Mörders. Doch die Zeit spielt gegen sie. Denn je näher der Valentinstag heranrückt, desto mehr Opfer erhalten seine zynische E-Mail-Botschaft – und stehen damit auf der Todesliste!

COTTON RELOADED SERIENSPECIAL: Hochspannung pur zum Valentinstag!

Über den Autor

Alfred Bekker schreibt Krimis, Fantasy, Science Fiction, historische Romane sowie Kinder- und Jugendbücher. Er war Mitautor von Spannungsserien wie Jerry Cotton, Kommissar X und Ren Dhark. Außerdem schreibt er Kriminalromane, in denen oft skurrile Typen im Mittelpunkt stehen.

 

»Blutiger Valentin« ist ein
COTTON RELOADED SERIENSPECIAL
und spielt vor den Ereignissen in
»Tödliches Finale« (Folge 50).

1

»Ray, lass das Handy aus! Wir haben heute unser Valentine’s Dinner, und du kannst nicht ohne das Ding auskommen!«

Ray Cameron lächelte verlegen. »Die Firma …«

»Ja, es ist immer die Firma!«

»Wir haben da im Moment ein Projekt, und ich erwarte eine wichtige …«

Ray Cameron erstarrte, als er auf das Display seines Smartphones blickte. Selbst der warme Kerzenschein konnte nicht verbergen, dass sein Gesicht innerhalb einer Sekunde so weiß wie die Wand geworden war.

Kimberley Dalehouse, eine dunkelhaarige Schönheit mit seidigem, weit über die Schultern fallendem, rabenschwarzem Haar, stellte ihr Weinglas ab. Die wütende Stirnfalte wich einem Ausdruck von Besorgnis.

»Was ist los, Ray?«

»Nichts.«

»Das stimmt nicht. Du siehst aus, als wäre dir eine Laus über die Leber gelaufen! Wenn dein Projekt geplatzt ist, können wir gerne darüber reden.« Sie seufzte. »Meinetwegen auch beim Dinner für Liebende am Valentinstag. Ich sehe doch, dass es dir wirklich nahegeht.«

»Es hat nichts mit dem Projekt zu tun«, sagte er.

Ehe er sich versah, hatte sie ihm das Smartphone aus der Hand genommen. »Jetzt will ich es wissen!«, meinte sie. Und dann erstarrte auch sie.

Auf dem Display war eine Animation zu sehen.

Ein Strauß Veilchen, aus dem plötzlich ein Schwall von Blut herausspritzte. Immer wieder. Es wurde dabei die Illusion erzeugt, als würde das Blut von innen gegen das Display spritzen.

»Das ist ja abartig! Wer schickt dir denn so ein Zeug?«

»Ich habe keine Ahnung«, sagte Ray Cameron.

Nachdem die Blutspritzer das gesamte Display rot gefärbt hatten, erschien eine Schrift in Großbuchstaben. VALENTINE BLOOD, LORDMASTER OF HATE, MIT DEN BLUTIGSTEN GRÜSSEN ZUM TAG DES HASSES.

Ray nahm Kimberley das Smartphone wieder ab.

»Ich wollte dir nicht die Laune verderben, Darling.«

»Du bist doch der größte IT-Crack, den ich kenne! Kannst du nicht herausfinden, von wem das stammt?«

»Ich hab’s versucht.«

»Das heißt, es ist nicht die erste Botschaft dieser Art?«

Ray seufzte. Er mochte ihre Scharfsinnigkeit. Aber in Augenblicken wie diesem war sie ihm lästig.

»Nein, ich habe gestern schon mal so eine Nachricht bekommen.«

Sie strich sich das Haar zurück und sah ihn an. »Und du hast wirklich keine Ahnung, wer dahinterstecken könnte?«

»Dem hätte ich so einen Virus auf den Rechner geschickt, dass er damit ganz bestimmt nie wieder irgendein Animationsprogramm angerührt hätte«, gab Ray zurück und steckte sein Smartphone wieder in die Innentasche seines Jacketts. Er versuchte, locker zu wirken. Aber sein Lächeln wirkte gezwungen. »Hör mal, ich hätte gar nicht erst zum Smartphone greifen sollen, und es ist ganz sicher nicht meine Absicht, unseren Abend durch so einen Quatsch zu ruinieren, Kimberley. Am besten, wir versuchen diesen Mist einfach zu vergessen und genießen dieses einmalige Dinner!«

»Ray …«

»Schließlich hast du dir doch sehr gewünscht, dass wir solch ein Dinner mal mitmachen. Ich bin ja eigentlich nicht der geborene Romantik-Freak, aber ich muss sagen, die Atmosphäre hier gefällt mir sehr gut. Und du natürlich auch. Das Kleid, das du ausgewählt hast, sieht wirklich spitzenmäßig aus. Da komme ich mir in meinem ausgeleierten Jackett richtig schäbig vor.«

Ray hatte nur ein Jackett. Normalerweise hing es in seinem Büro. Auch wenn er als Star-Programmierer einer aufstrebenden Software-Schmiede normalerweise im T-Shirt arbeitete, gab es doch den einen oder anderen Termin, bei dem förmliche Kleidung selbst für ihn unumgänglich war. In erster Linie galt das natürlich für Geschäftstermine mit Investoren. Für diesen Abend hatte er das ungeliebte Jackett allerdings liebend gern aus dem Schrank geholt.

Ray hob das Glas.

»Auf uns, Kimberley! Und auf diesen wunderschönen Abend an einem wunderschönen Valentinstag. Das ist der Tag der Liebenden. Also unser Tag. Und über alles andere sollten wir uns heute keine Gedanken machen.«

»Mich beunruhigt allerdings jetzt der Gedanke, dass dich da offensichtlich jemand mit seinem Hass verfolgt.«

»Na ja, wir wollen mal nicht übertreiben.«

»Das ist nicht übertrieben, Ray. So was würde ich ganz eindeutig eine Hass-Botschaft nennen.«

»Kimberley …« Er nahm ihre Hand. Und er verwünschte sich dafür, überhaupt auf sein Smartphone gesehen zu haben. Aber das konnte er jetzt nicht mehr rückgängig machen. Geschehen war geschehen, so war das nun mal. Aber vielleicht konnte er noch verhindern, dass dieser Abend völlig ruiniert wurde. Eigentlich hatte er sich einen anderen Ausklang des Tages vorgestellt, als dass sie jetzt beide darüber nachdachten, wer wohl hinter der mehr als unhöflichen Attacke steckte.

Die Wahrheit war: Seitdem Ray die erste Botschaft am vorangegangenen Tag bekommen hatte, hatte er kaum noch an etwas anderes denken können. Er hatte sich das Hirn über die Frage zermartert, wer wohl hinter der Attacke stecken mochte. Auf jeden Fall war das Programm, mit dem die Simulation lief, außerordentlich gut gemacht. Das war einer vom Fach, war Rays erster Gedanke gewesen, nachdem er sich vom ersten Schrecken einigermaßen erholt hatte.

Jemand, der programmieren konnte.

»Bist du in letzter Zeit irgendjemandem auf die Füße getreten?«, wollte Kimberley wissen.

»Komm, lassen wir das jetzt.«

»Was soll das heißen: Lassen wir das jetzt! Du bekommst quasi eine anonyme Morddrohung und wir sollen noch nicht einmal darüber reden?«

Er atmete tief durch und nahm ihre Hand. »Das ist ein übler Scherz. Und ganz sicher auch geschmacklos. Aber das ist keinesfalls eine Morddrohung.«

»Ich würde das aber so verstehen.«

»Ich krieg schon raus, wer dahintersteckt«, meinte Ray Cameron. »Verlass dich drauf! Und jetzt sollten wir uns wirklich den schönen Abend nicht länger verderben lassen. Denn dann hätte der Mistkerl doch genau das erreicht, was er damit bezwecken will, oder?«

»Du gehst also schon mal davon aus, dass es ein Mann ist.«

»Kimberley, ich gehe von gar nichts aus. Aber ich arbeite in einer Branche, in der überwiegend Männer tätig sind. Also, wenn ich jemandem in die Quere gekommen bin, dann wird es ein Mann sein.«

»Und da du außerhalb deines Jobs kaum ein Privatleben hast, wäre es wohl ziemlich unwahrscheinlich, dass die Ursache für die Attacke in einer Bekanntschaft liegt, die du außerhalb deines beruflichen Umfeldes gemacht hast«, gab Kimberley etwas spitz zurück.

Ein altes Thema zwischen ihnen. Und eines, das immer wieder für Differenzen in ihrer jungen Liebe gesorgt hatte. Für Kimberley war der Job nämlich nicht alles. Bei Ray hatte sie aber manchmal schon den Eindruck, dass sie es mit einem 24-Stunden-Workaholic zu tun hatte. So etwas wie eine Work-Life-Balance schien es bei ihm nicht zu geben.

»Hast du mal darüber nachgedacht, die Polizei zu verständigen?«, fragte Kimberley.

»Mal sehen, vielleicht hört es ja von selbst auf. Aber ich glaube nicht, dass die Polizei wirklich etwas herausbekommt. Die Computerfähigkeiten der Cops beschränken sich doch darauf, dass sie eine schöne Homepage für das Department gestalten und Zugriff auf die Datensätze von Kriminellen haben. Ansonsten ist das für die eine fremde Welt.«

Die Ausgelassenheit, die zu Anfang ihres Valentine’s Dinners geherrscht hatte, kehrte nicht zurück. Auch wenn Ray sich bemühte, seine Angespanntheit dadurch zu überspielen, dass er viel redete und versuchte, witzig zu sein. Kimberley kannte ihn inzwischen einfach schon zu gut, um sich davon täuschen zu lassen.

Schließlich kam das Dessert.

Es bestand aus zwei verschiedenfarbigen Cremes in Rosa und Dunkelrot. Ein rotes Herz auf rosafarbenem Untergrund.

»Sehr stilvoll«, sagte Kimberley und verzog das Gesicht.

*

Als sie schließlich das Restaurant verließen, war es schon sehr spät. Sie hatten noch viel geredet, sich lange unterhalten und zu schmalzigen Broadway-Schlagern aus den Fünfzigern getanzt.

Die Nacht war nasskalt. Es nieselte leicht. Der Neonschriftzug mit dem Namen des Restaurants leuchtete auf. Es hieß Valentine’s Inn. Schon deshalb war der Valentine’s Day hier immer ein ganz besonderer Tag, an dem sich die Inhaber einiges für romantisch eingestellte Liebespaare einfallen ließen.

Ray nahm Kimberley in den Arm. Sie küssten sich.

»Es war ein sehr schöner Abend«, sagte sie. »Du hast dir das wirklich toll ausgedacht.« Sie sah kurz zu dem Neonschriftzug hin. »Und du hast die richtige Nase für das passende Restaurant gehabt.«

Ray lächelte. »Kunststück – bei dem Namen.«

Sie lachten beide.

»Trotzdem: Das war toll!«

»Der Name hat übrigens gar nichts mit dem Valentine’s Day zu tun.«

»Ach, nein? Ich dachte, das wäre ein Marketing-Gag.«

»Der Besitzer heißt so: Jack Valentine.«

In diesem Augenblick rempelte ein Mann im Kapuzenshirt Ray ziemlich heftig an.

»He, können Sie nicht aufpassen?«

Der Mann im Kapuzenshirt drehte sich kurz um. Da er die Kapuze tief ins Gesicht gezogen trug, konnte man im flackernden Schein des Neon-Schriftzugs nur sein Kinn erkennen.

Und den Mund.

Er sah zuerst aus wie ein dünner Strich und verzog sich dann allerdings zu einem höhnischen Grinsen.

In diesem Augenblick fasste sich Ray Cameron plötzlich an den Hals. Er schien keine Luft mehr zu bekommen, röchelte. Seine Augen traten hervor. Sein Gesicht erstarrte.

»Ray!«, stieß Kimberley hervor.

Er brach in sich zusammen. Kimberley versuchte ihn zu halten, aber da er sehr viel größer und schwerer war als sie, konnte sie gerade noch verhindern, dass er mit voller Wucht auf das Pflaster stürzte.

»Ray!«

Er zuckte noch einmal, dann lag er still. Es dauerte eine furchtbare, sich ihrem Empfinden nach wie eine Ewigkeit in die Länge ziehende Schrecksekunde, bis sie begriff, was geschehen war. Er war in ihren Armen gestorben.

Sie blickte auf und sah noch immer das Grinsen des Kapuzenmannes. Dieser drehte sich nun um und war im nächsten Moment zwischen ein paar Passanten verschwunden. Der dunkle Schatten eines Hauseinganges verschluckte ihn.

2

Fünf Jahre später …

»Schön, dass Sie heute mal ausnahmsweise alle pünktlich sind«, sagte Mr John D. High. Der Chef des hochgeheimen G-Teams, einer Sondereinheit des FBI, ließ seinen Blick einige Augenblicke lang über die sechs Mitarbeiter streifen, die er in sein Büro gebeten hatte.

Special Agent Jeremiah Cotton saß direkt vor ihm und ließ einen Bleistift durch seine Finger wandern.

Nun mach’s nicht so dramatisch, dachte Cotton. Inzwischen war er lange genug beim G-Team, um selbst das ziemlich regungslose, durch ausgesprochen sparsam eingesetzte Mimik gekennzeichnete Gesicht von Mr High in der Regel richtig interpretieren zu können.

Seine Dienstpartnerin Special Agent Philippa Decker hatte ebenfalls Platz genommen.

Agent Steve Dillagio wirkte ziemlich entspannt und lässig. Er unterdrückte ein Gähnen. Offenbar war der Italoamerikaner etwas übernächtigt.

Außerdem waren noch der IT-Experte Zeerookah, die Forensikerin Sarah Hunter und der Kriminalpsychologe Les Bedell anwesend.

Les Bedell war kein fester Mitarbeiter des G-Teams. Seine Dienste wurden für besondere Fälle angefordert. Er galt als einer der besten Profiler des FBI.

Offenbar liegt genau so etwas vor uns, ging es Cotton durch den Kopf. Also geht es vermutlich um die Jagd nach irgendeinem Irren, der ansonsten ungehindert weiterhin Schaden anrichten könnte!

»Der nächste Valentinstag steht kurz bevor«, sagte Mr High. »Man spricht ja immer vom sogenannten Tag der Liebenden. Andere sehen darin mehr oder minder einen PR-Gag der Schnittblumen-Industrie. Aber wie immer Sie persönlich dazu stehen mögen: Dieses Mal könnte er sich erneut in einen Tag des Hasses verwandeln, falls wir nicht erfolgreich sind. Ein Internet-Phantom mit dem vielsagenden Nick-Name Valentine Blood, Lordmaster of Hate, hat nämlich angekündigt, am diesjährigen Valentinstag zweiunddreißig Menschen umzubringen.«

»Wieder dieser Irre, der im letzten Jahr schon sechzehn Leute auf dem Gewissen hatte?«, meinte Steve Dillagio.

»Ob Irrer oder nicht, das werden wir herausfinden. Denn der Fall wurde uns übertragen, weil die Kollegen nach wie vor im Dunklen tappen«, erwiderte Mr High. Der Afro-Amerikaner mit dem völlig haarlosen Kopf wirkte gewohnt kühl und sachlich. Emotionen ließ er für gewöhnlich nicht erkennen. Was in ihm vorging, was ihn bewegte, das ging niemanden etwas an, außer ihn selbst.

»Sie alle haben sicher von den letztjährigen Anschlägen gehört. Aber ich fasse noch einmal zusammen: Alles begann vor fünf Jahren«, erklärte Mr High. »Der selbst ernannte Lordmaster of Hate schickte einem gewissen Ray Cameron, seines Zeichens CEO in einer Software-Schmiede mit exponentiellem Wachstum, eine Nachricht, die diese Animation enthielt.«

Mr High aktivierte einen überdimensionalen Flachbildschirm. Der blutende Veilchenstrauß war zu sehen, dazu der Schriftzug von Valentine Blood, Lordmaster of Hate.

»Passt eher zu Halloween«, meinte Cotton.

»Verbunden mit der in der Nachricht enthaltenen Drohung, den Betreffenden umzubringen, ist es eine Straftat«, sagte Mr High. »Ray Cameron erhielt diese Nachricht bei einem sogenannten Valentine’s Dinner in einem Lokal. Seine damalige Freundin war dabei. Als die beiden das Lokal verließen, wurde Ray Cameron von einem Unbekannten angerempelt und starb wenige Augenblicke danach. Wie sich später bei der Obduktion herausstellte, hatte er eine Einstichstelle an der Schulter, über die ihm ein schnell wirkendes Gift verabreicht wurde, das ihn getötet hat.«

»Gibt es ein Phantombild des Täters?«, fragte Dillagio.

»Gibt es.«

Mr High zeigte das Phantombild in Überlebensgröße auf dem Großbildschirm.

»Außer einer Kapuze, einem Schatten und der nicht besonders individuell geformten Kinnpartie kann ich da nichts erkennen«, meinte Dillagio und verdrehte die Augen. Er wandte sich an Decker. »Aber es soll manche hier im Team geben, die bessere Augen haben und manchmal sogar Dinge sehen, die gar nicht da sind.« Dillagio grinste.

Decker strich sich eine Strähne ihrer langen, glatten Haare aus dem Gesicht und ignorierte Dillagios Bemerkung geflissentlich.

»Sie haben recht, Agent Dillagio«, sagte Mr High. »Die einzige Zeugin hat leider auch nicht mehr gesehen. »Streng genommen wissen wir noch nicht mal, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Das schließen wir nur aus den Angaben über Körperbau, Größe, die Art, in der er sich bewegt hat. Das heißt, die Zeugin ist sich sicher, dass es sich um einen Mann gehandelt hat.«

»Was ist der dunkle Punkt zwischen Kinn und Mund?«, fragte Cotton.

»Gute Frage«, sagte High. »Niemand weiß es, die Zeugin auch nicht. Sie besteht aber darauf, dass dort etwas Dunkles war, und hat sich davon während der anderthalb Stunden, in denen dieses Bild nach ihren Angaben entstanden ist, auch nicht abbringen lassen.«

»Dann könnte das alles Mögliche sein«, schloss Decker. »Ein Schatten, ein Mini-Bärtchen, ein Muttermal, ein Piercing …«

»Wir wissen noch nicht einmal, ob die Person identisch mit der Person ist, die sich Valentine Blood, Lordmaster of Hate nennt«, erklärte Mr High. »Es wäre durchaus denkbar, dass wir einen Komplizen haben. Oder einen Auftragsempfänger, der einfach nur für ein paar Dollar einen Mann, von dem man ihm zuvor vielleicht ein Foto hat zukommen lassen, zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Lokal abgepasst und angerempelt hat. Dabei wurde dem Opfer dann das Gift injiziert.« Mr High präsentierte ein weiteres Bild. Es zeigte einen Ausschnitt der Leiche in starker Vergrößerung. Sehen konnte man das nur an der Bildunterschrift.

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Viel Spaß!



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