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Der Niedergang des Hotels Dumort (Die Chroniken des Magnus Bane Band 7)

Cassandra Clare/Maureen Johnson

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

DER NIEDERGANG
DES HOTELS DUMORT

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Aus dem Amerikanischen
von Ulrike Köbele

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Cassandra Clare
wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres
Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken
der Unterwelt
sowie die Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden
auf Anhieb zu internationalen Erfolgen, ihre Bücher stehen weltweit auf
den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen
und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in
Massachusetts.

Weitere Titel von Cassandra Clare im Arena Verlag:

CHRONIKEN DER UNTERWELT:

City of Bones

City of Ashes

City of Glass

City of Fallen Angels

City of Lost Souls

City of Bones/Ashes/Glass/Fallen Angels sind auch als Hörbuch
erhältlich.

CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER:

Clockwork Angel

Clockwork Prince

Clockwork Princess

Clockwork Angel ist auch als Hörbuch erhältlich.

Weitere Titel in der Reihe

DIE CHRONIKEN DES MAGNUS BANE

Was geschah tatsächlich in Peru? Bereits erschienen
Die Flucht der Königin Bereits erschienen
Vampire, Scones und Edmund Herondale Bereits erschienen
Tochter der Finsternis Bereits erschienen
Der Aufstieg des Hotels Dumort Bereits erschienen
Die Rettung Raphael Santiagos Bereits erschienen
Der Fluch wahrer Liebe (und erster Dates) November 2013
Was braucht ein Schattenjäger, der schon alles hat? Dezember 2013
Der letzte Kampf des New Yorker Instituts Januar 2014

Cassandra Clare/Maureen Johnson

Die Chroniken des Magnus Bane

DER NIEDERGANG DES HOTELS DUMORT

Aus dem Amerikanischen
von Ulrike Köbele

JULI 1977

»Und, was machen Sie so?«, fragte ihn die Frau.

»Dies und das«, entgegnete Magnus.

»Was mit Mode? Sie sehen aus, als würden Sie was mit Mode machen.«

»Nein«, erwiderte er. »Ich bin die Mode.«

Das war eine recht versnobte Antwort, aber seine Sitznachbarin im Flugzeug schien darüber entzückt. Ehrlich gesagt, war seine Bemerkung eine Art Test gewesen. Seine Nachbarin schien nämlich alles zu entzücken – die Rückenlehne des Sitzes vor ihr, ihre Nägel, ihr Glas, ihre eigenen Haare, die Haare aller anderen, die Spucktüte …

Das Flugzeug war erst seit einer Stunde in der Luft, aber Magnus’ Reisegefährtin hatte in dieser Zeit bereits vier Mal die Toilette aufgesucht. Jedes Mal war sie wenig später ganz zappelig wiedergekommen und hatte sich wie wild die Nase gerieben. Nun beugte sie sich so weit zu ihm rüber, bis die Spitzen ihrer blonden Fönwellen in sein Champagnerglas hingen. Ihr Hals roch nach Eau de Guerlain und an ihrer Nase klebten immer noch Spuren weißen Pulvers.

Mit einem Portal hätte er diese Reise innerhalb weniger Sekunden hinter sich bringen können, aber irgendwie mochte er Flugzeuge. Sie hatten einen gewissen Charme, waren auf gemütliche Weise beengt und langsam. Hier lernte man Leute kennen. Magnus lernte gerne Leute kennen.

»Und was tragen Sie da?«, fragte sie weiter. »Was ist das?«

Magnus sah auf seinen Oversize-Anzug aus rot kariertem Stoff und schwarzem Vinyl hinunter, unter dem er ein zerrissenes T-Shirt trug. In der Londoner Punkszene war das momentan der letzte Schrei, aber New York war wohl noch nicht so weit.

»Ich mache Pressearbeit«, fuhr die Frau fort. Sie hatte ihre Frage augenscheinlich längst vergessen. »Für Discos und Clubs. Die besten Clubs. Hier. Hier.«

Sie wühlte in ihrer gigantischen Handtasche und hielt nur kurz inne, als sie ihre Zigaretten fand. Sie steckte sich eine zwischen die Lippen und zündete sie an, dann wühlte sie weiter, bis sie schließlich ein kleines Schildpatt-Etui zum Vorschein brachte. Das klappte sie auf und entnahm ihm eine Karte, auf der ELECTRICA stand.

»Kommen Sie dorthin«, forderte sie ihn auf und klopfte bekräftigend mit einem langen roten Nagel auf die Karte. »Unbedingt. Der macht gerade neu auf. Das wird der Wahnsinn. Viiiieeeel besser als das Studio 54. Oh. Entschuldigen Sie mich einen Moment. Sie auch?«

Sie zeigte ihm eine kleine Phiole auf ihrer Handfläche.

»Nein, danke.«

Ein weiteres Mal schob sie sich umständlich aus ihrem Sitz, um die Toilette aufzusuchen. Ihre Tasche landete mit einem Schlenker in Magnus’ Gesicht.

Die Irdischen waren wieder einmal ganz versessen auf Drogen. Solche Phasen hatten sie gelegentlich. Diesmal war es das Kokain. Das hatte er seit der Jahrhundertwende nur noch selten zu Gesicht bekommen. Damals hatten sie das Zeug wirklich überall reingemischt – in ihre Medizin und Lebenselixiere, sogar in Coca-Cola. Eine Zeitlang hatte er geglaubt, dass sie diese Droge endgültig abgeschrieben hatten, aber jetzt war sie wieder da und zwar in voller Pracht.

Magnus hatte für Drogen noch nie etwas übrig. Ein guter Wein – ja, dafür konnte er sich immer erwärmen. Von den ganzen Wässerchen, Pülverchen und Pillen ließ er dagegen die Finger. Drogen und Magie vertrugen sich einfach nicht. Außerdem fand er Leute, die Drogen nahmen, einfach nur langweilig. Hoffnungslos und unerträglich langweilig. Das Zeug machte sie entweder viel zu langsam oder viel zu schnell und zudem kannten sie kaum ein anderes Thema als Drogen. Irgendwann hörten sie dann damit auf – ein schmerzhafter Prozess – oder sie starben. Dazwischen gab es nichts.

Wie alle Phasen, die die Sterblichen durchliefen, würde auch diese vorübergehen. Hoffentlich bald. Er machte die Augen zu und beschloss, die restliche Atlantiküberquerung schlafend zu verbringen. London lag hinter ihm. Nun war es Zeit, nach Hause zurückzukehren.

Als er aus dem Flughafen JFK trat, fiel Magnus augenblicklich wieder ein, warum er New York zwei Sommer zuvor den Rücken gekehrt hatte. New York im Sommer war verdammt noch mal viel zu heiß. Das Thermometer kratzte bereits an der Vierzig-Grad-Marke und der Gestank von Kerosin und Flugzeugabgasen mischte sich mit den sumpfigen Gasen, die diesen äußersten Zipfel der Stadt umwaberten. Es würde nur noch schlimmer werden, das wusste er.

Mit einem Seufzen reihte er sich in die Schlange am Taxistand ein. Im Taxi war es so gemütlich, wie man es von einer Blechbüchse, die in der prallen Sonne gestanden hatte, erwarten konnte, und der schwitzende Fahrer leistete seinen eigenen Beitrag zu der Duftwolke, die in der Luft hing.

»Wo soll’s hingehen, Kumpel?«, fragte er mit einem Blick auf Magnus’ Outfit.

»Ecke Christopher Street und Sixth Avenue.«

Der Fahrer grunzte und startete sein Taxameter, dann fädelte er sich in den Verkehr ein. Der Rauch seiner Zigarre zog nach hinten zur Rückbank und Magnus direkt ins Gesicht. Magnus hob einen Finger und lenkte ihn aus dem Fenster.

Die Straße vom JFK nach Manhattan war seltsam. Sie schlängelte sich mal durch Viertel mit Einfamilienhäusern, mal durch trostlose Abschnitte und mal vorbei an weitläufigen Friedhöfen. Das war eine jahrhundertealte Tradition: Halte die Toten von der Stadt fern – aber nicht zu fern. London, wo er gerade erst gewesen war, war umringt von alten Friedhöfen. Und rund um Pompeji, das er einige Monate zuvor besucht hatte, gab es sogar ganze Totenstädte; die Gräber dort reichten bis zur Stadtmauer. In der Ferne, hinter all diesen New Yorker Vierteln und Friedhöfen, am anderen Ende der überfüllten Schnellstraße, schimmerte Manhattan, dessen Nachtbeleuchtung soeben an Dächern und Turmspitzen aufflackerte. Vom Tod zum Leben.

Er hatte nicht vorgehabt, so lange wegzubleiben. Eigentlich hatte er nur einen winzigen Kurztrip nach Monte Carlo unternehmen wollen … aber wie das Leben so spielt, wurde eine längere Reise daraus. Aus einer Woche Monte Carlo werden zwei Wochen an der Riviera, an die sich wiederum ein Monat in Paris anschließt, auf den zwei Monate in der Toskana folgen, und plötzlich findet man ...

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