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Der Tod ist das Ende - oder ein Anfang

Der Tod ist das Ende – oder ein Anfang

Hans-Jürgen Raben

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Vier in sich abgeschlossene Kurz-Thriller um und mit Steve McCoy, der für die Mafia schlimmer als Pest und Cholera ist.

Inhaltsverzeichnis

Titelseite

Der Tod ist das Ende - oder ein neuer Anfang

Klappentext:

Auf verlorenem Posten

Ein Kuss vor dem Tod

Die Wette gilt

Tod im Korallenmeer

About the Publisher

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Klappentext:

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Wie er wurde der er ist – ein Geheimagent der Extraklasse.

Was treibt einen Menschen dazu, sein Leben für die Gesellschaft sowie im selbstlosen Kampf gegen das organisierte Verbrechen einzusetzen? – Die Liebe seines Lebens und Hass, Verzweiflung und ein stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn.

Steve McCoy, der einst Architekt werden wollte, wird von Ereignissen mit stets tödlichem Ausgang für seine Lieben gezwungen, über den Sinn des Lebens nachzudenken und eine Entscheidung zu treffen, die nicht nur sein Leben von Grund auf ändern wird ...

***

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Auf verlorenem Posten

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Fort Benning, Georgia, Vereinigte Staaten, April 1977

Er war nicht gerade bester Laune. Ein nächtlicher Patrouillengang, um die Posten an verschiedenen Toren zum riesigen Militärgelände in Fort Benning zu kontrollieren, gehörte nicht zu seinen Lieblingsaufgaben.

Es war stockdunkel und kühl. Tiefhängende Wolken verdeckten den Mond und schienen selbst das schwache Licht zu schlucken, das von den Lampen am Zaun herübersickerte. Hier im Wald trennte nur ein hoher Maschendrahtzaun den Stützpunkt von der zivilen Umgebung.

Steve McCoy beschleunigte seine Schritte, als in einiger Entfernung die hellere Beleuchtung des Tores mit seinem Postenhäuschen zu sehen war. Er straffte seinen einen Meter achtzig großen Körper und nahm das M 16 vorschriftsmäßig vor die Brust. Als er sich vor einem Jahr nach dem Tod seiner Mutter zum Militärdienst gemeldet hatte, waren seine Vorstellungen vom Dienst für sein Land andere gewesen. Doch inzwischen hatte er sich sogar an den oft stupiden Tagesablauf in der Kaserne gewöhnt.

Seine Schritte stoppten abrupt, als seine Augen sich an das hellere Licht angepasst hatten und etwas wahrnahmen, was ganz sicher nicht mitten in der Nacht zum normalen Ablauf an einer Nebeneinfahrt des Stützpunktes gehörte: Ein ziviler Truck, der mit laufendem Motor und heruntergeklappter Rückwand diesseits des Tores stand. Drei Männer mit dunklen Windjacken und Baseballkappen standen neben dem Laster. Die seitliche Aufschrift war aus dieser Entfernung nicht zu lesen.

Steve fummelte das Nachtglas aus seiner Hülle und musterte die Szene in vielfacher Vergrößerung. Die Aufschrift lautete: Transports from coast to coast – Columbus. Also ein Transportunternehmen aus dem Nachbarort.

Die drei Typen mit ihren zu langen, fettigen Haaren waren ganz sicher keine Soldaten des 75th Ranger Regiments. Der Posten in seinem verglasten Häuschen allerdings schon. Er schien sich nicht dafür zu interessieren, was an seinem Tor geschah.

Steve McCoy ließ das Fernglas sinken. Was ging hier vor?

In diesem Augenblick hörte er das typische Geräusch eines näher kommenden Fünftonners, wie ihn die Army vielfach in Gebrauch hatte. Ein M 809 tauchte zwischen den Bäumen auf und parkte unmittelbar hinter dem zivilen Transporter. Aus der Fahrerkabine stiegen zwei Männer in Uniform. Steve hob das Glas erneut vor die Augen, doch die Gesichter waren auch damit nicht zu erkennen. Immerhin verriet das Ärmelabzeichen, dass einer von ihnen den Rang eines Staff Sergeant besaß.

In die anderen drei Typen kam Bewegung. Sie öffneten die Plane an dem Armeelaster und zerrten an offenbar schweren, länglichen Kisten, die sie auf dem Boden stapelten. Einer von ihnen hatte plötzlich ein Stemmeisen in der Hand und machte sich an einem Kistendeckel zu schaffen. Das Knallen, der mit Gewalt herausgedrückten Nägel, war gut zu hören.

Der Mann legte den Deckel beiseite und griff in die Kiste. Steve hielt die Luft an, ahnte jedoch, was er gleich sehen würde: Ein schwarz schimmerndes M 16 Sturmgewehr!

Er überschlug die Zahl der Kisten im Geiste und stellte fest, dass hier mindestens einhundert Gewehre entladen worden waren. Dies gehörte ganz sicher nicht zu den regulären Vorgängen auf einem Armeestützpunkt. Allerdings konnte er sich vorstellen, dass die Waffen einen beträchtlichen Wert besaßen, wenn sie auf dem schwarzen Markt verkauft wurden.

Steve war sich nicht sicher, was er tun sollte. Das Kräfteverhältnis stand sechs zu eins gegen ihn. Er musste schließlich damit rechnen, dass die Männer alle bewaffnet waren. Ein Funkgerät gehörte nicht zu seiner Ausrüstung, und bis er es zu Fuß zu seinem wachhabenden Offizier geschafft hätte, wären die Gewehre bestimmt verschwunden.

Steve setzte sich in Bewegung. Er erinnerte sich an seinen Vater, der ihm immer geraten hatte, das Richtige zu tun. Sein Vater war Polizist in New York gewesen und bei einer Razzia von Drogendealern erschossen worden. Auch einer der Gründe, weshalb Steve sein Architekturstudium abgebrochen hatte, um sich bei der Army zu bewerben. Den letzten, entscheidenden Anstoß hatte der Tod seiner Mutter gegeben, die nach dem Verlust ihres Mannes in tiefe Depressionen versunken war. Im letzten Jahr war auch sie gestorben, und Steve machte letztendlich die Mafia auch für ihren Tod verantwortlich.

Die Männer hatten damit begonnen, die Kisten auf den zivilen Transporter zu verladen. Steve nutzte die Deckung der Sträucher und Bäume aus, um sich näher an das Tor heranzupirschen. Als nur noch eine sehr gut überschaubare freie Fläche vor ihm lag, blieb er im Schatten der letzten Sträucher stehen. Der Militärlaster setzte in einem weiten Bogen zurück, wobei er die geteerte Straße verlassen musste. Im Seitenfenster erschien der Kopf des Fahrers, der nach hinten blickte.

Steve riss das Glas vor die Augen. Das Gesicht kannte er: Staff Sergeant Franklin!

Der Fünftonner rumpelte über die Straße zurück in das Innere des Stützpunkts. Steve kannte den Mann vom Sehen, obwohl er nicht genau wusste, welche Funktion er im Stab des Bataillons besaß.

Jetzt waren es zwei Gegner weniger. Steve entschloss sich zum Handeln und setzte sich in Bewegung. Bis zum Tor mit dem Schlagbaum waren es nur noch etwa zehn Schritte.

„Keiner bewegt sich!“, brüllte er und brachte sein Gewehr in Anschlag.

Die Männer, die mit dem Beladen fertig waren, fuhren herum, zogen blitzschnell ihre Waffen und feuerten sofort. Einige Kugeln verfehlten ihn nur knapp, andere gingen weit ins Leere. Steve jagte eine kurze Geschossgarbe in die Luft und warf sich gleichzeitig zu Boden. Bevor er erneut zielen konnte, hatten sich die drei Männer in der Fahrerkabine des Trucks in Sicherheit gebracht.

Der Truck blies eine Rauchwolke aus dem Auspuff, fuhr an und durchbrach den Schlagbaum. Steve hörte eine lange Salve und splitterndes Glas, doch diesmal lagen die Einschläge nicht einmal in seiner Nähe.

Steve erhob sich und marschierte vorsichtig auf das Tor zu. Von dem Wachtposten war nichts zu sehen. Als er näher kam, erkannte er auch den Grund dafür. Die Scheiben des Wachhäuschens waren zertrümmert, und der Soldat lag auf dem Boden in einer sich langsam ausbreitenden Blutlache. Die Gangster hatten keinen Zeugen hinterlassen.

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DER CAPTAIN WINKTE ihn zu sich heran. „Eine schöne Schweinerei haben Sie da entdeckt, Corporal“, bemerkte er. „Ab jetzt wird sich die Militärpolizei um den Fall kümmern. Ich will jedoch nicht, dass die ihre Nase zu tief in unsere Angelegenheiten stecken. Sie machen Ihre Aussage, und die reichen wir schriftlich weiter. Das war’s dann für Sie.“

Steve nickte. Diese Lösung war durchaus in seinem Sinne, denn er wusste immer noch nicht, wie er sich verhalten sollte. Einen höheren Dienstgrad zu beschuldigen, ein Verbrechen begangen zu haben, war nicht so einfach, und er beschloss, den Namen des Staff Sergeant zunächst wegzulassen, bis er mehr über die Hintergründe dieser Geschichte wusste. Denn seine Nase wollte er durchaus in diese Angelegenheit stecken.

„Melden Sie sich im Stabsgebäude, Raum acht“, fuhr der Captain fort. „Dort wird man Ihre Aussage aufnehmen.“

Steve salutierte und machte sich auf den Weg. Wenige Minuten später wollte er gerade an die Tür zu Raum acht klopfen, als seine Hand wie erstarrt in der Luft hängen blieb. Sein Blick bohrte sich geradezu in das Namensschild: Staff Sergeant T. Franklin.

Tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Er klopfte.

„Herein!“, schallte es von drinnen.

Steve trat ein und blieb in vorschriftsmäßiger Haltung vor dem Schreibtisch stehen, hinter dem der leicht übergewichtige Franklin zurückgelehnt saß, die Stiefel auf der Tischkante, und ihn aus zusammengekniffenen Augen anstarrte.

„Corporal McCoy, Sir!“

Der Staff Sergeant nahm die Füße herunter und klappte nach vorn. „Sie haben den Überfall also gesehen“, stellte er fest.

„Nicht ganz, Sir. Als ich ankam, fuhr der Truck bereits los. Ich habe ein paar Mal in die Luft geschossen, doch es war zu spät. Erst als ich näher kam, sah ich dass der Posten erschossen worden war. Danach habe ich meinen vorgesetzten Offizier verständigt.“

„Sie haben keine Ahnung, worum es ging?“, fragte Franklin lauernd.

Steve schüttelte den Kopf. „Nein, Sir!“ Die Lüge kam ihm flüssig über die Lippen. Er musste höllisch aufpassen, dass er nichts sagte, was Verdacht erregen könnte. Man hatte den Bock zum Gärtner gemacht, und nur er wusste davon.

Franklin stand auf und kam um den Schreibtisch herum. Er baute sich dicht vor Steve auf. Seine Gestalt war beeindruckend. Er war mindestens drei Zoll größer als Steve und hatte die Figur eines Catchers. „Sie sind absolut sicher, dass Sie alles erzählt haben?“

„Jawohl, Sir!“

Der Staff Sergeant blickte ihn durchdringend an. Schließlich nickte er. „Gut, kommen Sie in einer Stunde wieder, damit Sie das Protokoll unterschreiben können. Wegtreten!“

Steve McCoy atmete tief durch, als er wieder vor der Tür stand. Was sollte er tun? Den Captain informieren? Würde man ihm überhaupt glauben? Nein, es war besser, selbst ein paar Nachforschungen anzustellen.

*

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COLUMBUS WAR EINE DER größeren Städte in Georgia und grenzte direkt an den Army-Standort Fort Benning, der neben dem 75th Ranger Regiment auch die 3th Infanterie-Division und diverse andere Einheiten beherbergte. Daneben gab es zahlreiche Ausbildungsstätten.

Steve McCoy hatte seinen freien Tag genutzt, um in Zivilkleidung mit dem Bus nach Columbus zu fahren. In einem Post Office blätterte er als Erstes in einem Telefonbuch. Er fand die Spedition sofort, die damit warb, Transporte von Küste zu Küste auszuführen. Er schrieb sich die Adresse auf und gedachte, als Nächstes einen Blick auf das Unternehmen zu werfen, das ganz sicher nicht offiziell mit dem Transport gestohlener Waffen beauftragt war.

Weder der Captain noch Franklin hatte ein Wort über die Sturmgewehre verloren. Vermutlich war der Diebstahl noch nicht entdeckt worden, und der Staff Sergeant würde natürlich eisern schweigen.

Die angegebene Adresse war leicht zu finden, und Steve musterte das Areal zunächst aus sicherer Entfernung. Hinter einer langen Ziegelmauer, die von Stacheldraht gekrönt wurde, ragten die Dächer verschiedener Gebäude hervor, die vermutlich ...

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