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Der kleine Johnson 2010

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Zum richtigen Gebrauch

Bei den meisten Stichwörtern besteht die erste Zeile aus folgenden Kurzinformationen:

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1Weinname und Gegend des betreffenden Landes, aus der der Wein stammt (Hinweise auf Landkarten im Buch).

2 Welche Farbe der Wein hat; ob er trocken, lieblich oder süß ist; schäumend, in verschiedenen Formen vorkommt (und welcher die größte Bedeutung zukommt).

r rot tr trocken*
rs rosé lbl lieblich
w weiß s süß
br braun / bernsteingelb sch schäumend
(  ) in Klammern gesetzte Angaben bedeuten relativ bescheidene Produktionsmengen
* steht hier keine Angabe, wird von einem trockenen Wein ausgegangen

3 Allgemeiner Qualitätsstand; eine freilich nur grobe Einstufung aufgrund des derzeitigen Ansehens, wie es sich aus dem Preis ergibt.

* einfache Qualität für jeden Tag
** überdurchschnittlich
*** bekannt, berühmt
**** erstklassig, anspruchsvoll, teuer
* usw. farbige Sterne erhalten Weine, die nach meiner Erfahrung in der jeweiligen Preisklasse besonders gut sind; das gilt für gute Alltagsweine ebenso wie Luxuskreszenzen.

4 Der Jahrgang: Angegeben sind die empfehlenswerten neueren Jahrgänge, zusammen mit einer Einschätzung, ob sie bereits trinkreif sind (Ziffer in fetter Schrift) oder ob sie sich bei weiterer Lagerung noch entfalten (normale Schrift). Bitte beachten Sie aber, dass die Entwicklung eines Weins vielen Faktoren unterliegt und auch anders verlaufen kann als erwartet. Sind sowohl rote als auch weiße Weine angegeben, so ist der Rotwein gemeint, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt.

15 usw. allgemein erhältliche, empfohlene Jahrgänge, die sich für weitere Lagerung eignen
17’ usw. nach Angaben der jeweiligen Erzeuger besonders gut ausgefallener Jahrgang
12 usw. genussreifer Jahrgang
11 usw. 2017 bevorzugt zu genießender Jahrgang
(18) usw. vorläufige Bewertung

Deutsche Weinjahrgänge werden nach einem anderen System geführt.

Näheres siehe >.

Sonstige Abkürzungen

BV baldiger Verbrauch, d. h. möglichst jung zu trinken
oJ ohne Jahrgangsangabe auf dem Etikett. Bei Champagner eine einheitlichen Geschmack garantierende Mischung mehrerer Jahrgänge

Weitere, länderspezifische Abkürzungen befinden sich am Anfang des jeweiligen Kapitels.

Erzeuger- oder Weinnamen in Farbe kennzeichnen Hugh Johnsons persönliche Favoriten.

KAPITÄLCHEN verweisen auf eigene Einträge im selben Kapitel oder im Abschnitt »Rebsorten«, >.

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Zur Ausgabe 2020

Falls Sie meinen, dass die Weinwelt Jahr für Jahr einfach so vor sich hin dümpelt – Champagner so wie immer, Bordeaux so wie immer, Burgunder noch teurer, Napa auch, Australien so australisch wie nie –, dann lassen Sie sich gesagt sein, dass das aus meiner Warte ganz anders aussieht. Global wie lokal, Klima oder Trauben, Böden, Eigentümer, Maschinen, Chemie, ja sogar die Sprache: alles ist anders.

Die meisten Veränderungen sind organisch, was aber nichts mit Ökoweinbau zu tun hat, sondern Vorgänge meint, die in der Natur der Weinindustrie liegen. Unterschiedliche Interessen wirken darin aufeinander ein, wie das in jeder expandierenden Branche der Fall ist. Das Marketing teilt der Produktion mit, was es möchte, die Produktion versucht, das hinzukriegen, und heraus kommt ein Kompromiss – möglicherweise ein Juwel, vielleicht eine Niete oder auch eine gelbschwänzige Yellow-Tail-Kreatur, mit der man millionenfach Kisten absetzen kann.

Die Natur erzwingt Veränderungen: Frost, Hochwasser und Trockenheit (meistens Trockenheit) stoßen die Winzer mal hierhin, mal dahin. Manche Produzenten schützen sich vor natürlichen Schwankungen: schlaue Leute im Champagnergeschäft oder Sherry-Bodegas oder Weinmacher, die langfristig verschneiden, haben gelegentlich zwar Engpässe bei den Vorräten, sind aber weniger anfällig für die Gemeinheiten der Natur.

Die Mode: Führt sie Veränderungen herbei oder folgt sie ihnen? Modeerscheinungen spielen eine immer größere Rolle für unser Trinkverhalten, aber auf eine undurchschaubare Art. Auf der einen Seite kann sie eher unbekannte Weine wie Albariño zu einem internationalen Hit machen, auf der anderen Seite grandiose Geschöpfe wie deutschen Riesling und die feinsten Sherrys jahre- oder jahrzehntelang aufs Abstellgleis schieben.

Einzelpersonen, die Einfluss auf den allgemeinen Geschmack nehmen, bleiben eine Ausnahme; dass Robert Parker seine bevorzugte Art von Weinen so pushen konnte, ist tatsächlich ein Einzelfall. Aber warum hat das so gut funktioniert? Weil Parker dazu ein einfaches Bewertungssystem einführte, eines, das Amerikaner instinktiv verstanden. Die Benotung in der High School geht bis 100 – doch die ersten 50 Punkte fallen unter den Tisch, somit reicht die tatsächliche Spanne von 50 bis 100. Es ist also ein 50-Punkte-System mit aufgeblasenem Ergebnis: 95 sieht besser aus als 45. In der Praxis benotet auch niemand einen Wein mit weniger als 70 – es ist also im Endeffekt eine 30-Punkte-Skala, in der man bis 100 benoten kann. Nach Schulnoten wäre 70 eine 4 – gerade noch ausreichend. Über 90 ist eine 1, 80–89 eine 2, 71–79 eine 3. Jeder Wein, der einer kritischen Betrachtung für wert befunden wurde, bekam (nach Schulnoten) eine 2, jeder »feine« Wein eine 1. Kein Wunder, dass den Weinmachern das gefiel. Doch Weine sind keine Schulkinder und schreiben keine Examen.

Nun, da das 100-Punkte-System zum Mainstream geworden ist und nicht mehr unter Parkers Aufsicht steht, verliert es immer mehr an Bedeutung. Leider fühlt sich fast jedes Weinmagazin und jede Website verpflichtet, es zu übernehmen. Kann man das ernst nehmen? Verschiedene Autoritäten bombardieren uns mit 89er-, 92er- und 94er-Bewertungen, und am Ende bietet man uns nur noch den Durchschnitt der Durchschnitte. Es gibt etwas Besseres: Man nennt es den Markt.

Das Internet verschafft uns Zugang zu Weinpreisen in Echtzeit. Auf der Website Winesearcher.com erfahren Sie sofort den Preis nahezu jedes Weins von jedem Erzeuger aller verfügbaren Jahrgänge auf fast jedem Markt. Auch Infos über verfügbare Mengen, Auktionspreise und viele Meinungen dazu bekommt man dort (und sogar eine durchschnittliche 100-Punkte-Bewertung). Adam Smith würde es lieben.

In vorderster Linie stehen auch immer mehr Sommeliers. Bei ihnen hat sich eine Menge getan seit dem Tag, als ich in einem Drei-Sterne-Restaurant in Paris dem strahlenden zuständigen Herrn höflich zu verstehen gab, dass das Château, das er als St-Émilion anbot, in Wirklichkeit in St-Estèphe stand. »Oh«, sagte er, »tatsächlich?«, holte einen Bleistiftstummel hervor und korrigierte die bibelähnliche Carte des Vins. Nein, der heutige moderne Sommelier ist höchst qualifiziert. Ich gebe zurzeit im Restaurant gerne an, was ich esse, erkläre, dass es kein Gala-Abend werden soll, und bitte ihn oder sie, mich zu überraschen. Auf diese Weise lerne ich alle möglichen Schätze aus Griechenland oder Tasmanien kennen.

Das Thema Sommelier leitet über zu Gläsern, und zwar immer spezialisierteren, die so groß und zerbrechlich wirken, dass sie zu Hause keine Chance hätten. Es war der Österreicher George Riedel, der die Welt davon überzeugte, dass jede Art und jeder Stil von Wein ein eigenes Glas benötigt – ein riesiges. In der ganzen Welt wurden die Schränke bis zum Bersten mit seinen eleganten Monstern gefüllt. Doch die Zeiten ändern sich; heute scheint ein Glas mit flachem Boden (immer noch riesig) das Ding der Stunde zu sein – und meine Freundin und Kollegin Jancis Robinson hat die andere Richtung eingeschlagen. Für sie reicht ein einziges Modell (ihres) für alle Arten von Wein (das Glas ist voluminös – und hat einen flachen Boden). Wie sie das zu Hause hinbekommt, bewundere ich: Pro Person steht nur ein Glas auf dem Tisch, egal, wie viele Weine serviert werden. Ein Kübel steht bereit, um die nicht ausgetrunkenen Reste loszuwerden, bevor sie den nächsten Wein einschenkt. Für Weinprofis funktioniert das. Meine Gäste möchten all ihre Gläser immer lieber behalten und noch weiter an ihnen nippen, auch wenn ich schon längst den nächsten Wein serviert habe.

Eine Begleiterscheinung der superdünnen und superleichten Gläser sind natürlich die überschweren Flaschen. Das ging wahrscheinlich in Italien los. Ein Erzeuger möchte hervorheben, wie speziell (und wie teuer) sein Wein ist, und bestellt deswegen Flaschen, die leer so viel wiegen wie normale Flaschen in gefülltem Zustand. Seine Konkurrenten folgen natürlich auf dem Fuße. Supermarktkunden, die vielleicht weniger gut Etiketten lesen als Flaschen in der Hand wiegen können, sind beeindruckt. Die Glasfabriken freuen sich natürlich. Und die Transportkosten steigen. Nur unser armer alter Planet hat eine weitere Bürde zu tragen. Schraubverschlüsse dagegen haben meine uneingeschränkte Unterstützung, ausgenommen nur einige wenige Weine, die sich langsam entwickeln. Für die vielen von uns, die den Wein nach dem Kauf gleich aufmachen, sind sie ideal.

Eine Handvoll Weinautoren hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Weinbegriffe zu erfinden, anstatt nur weitere Analogien zu Früchten zu verwenden. Andrew Jefford ist vielleicht der poetischste und produktivste. Wer könnte einer Beschreibung widerstehen, die da lautet: »Ein Wein, der sich gegen den Wind lehnt und an der Leine zerrt«? Schwierig nur für andere Autoren, darauf einzugehen. Einige Wörter scheinen bei vielen Leuten einen Nerv zu treffen; sie werden sofort übernommen und verlieren, fürchte ich, ebenso schnell ihre ursprüngliche Bedeutung. »Zitrus« ist so etwas wie ein Adjektiv geworden. Jeder Hinweis auf eine Art Schärfe, so wie in Zitronen oder Limetten, wird derzeit »Zitrus« genannt.

Und natürlich »mineralisch«. Ich habe einige Jahre lang versucht, dieses Wort aus diesem Buch zu verbannen, da es so gut wie bedeutungslos ist – im eigentlichen Sinne auf jeden Fall. Dann regte jemand an, dass es die Vorstellung einer elektrischen Energie hervorrufe, die entsteht, wenn zwei komplementäre Mineralien kollidieren. Elektrisch oder zumindest Energie: na gut, meinetwegen. Und was ist mit »kristallin«, der neuesten Prägung, zusammen mit »präzise«? Ich verstehe genau, worum es deren Erfindern ging, aber wenn solche Begriffe in das Sammelsurium von Klischees auf Rückenetiketten oder Bistro-Getränkekarten verrührt werden, müssen neue Metaphern her, um sie zu ersetzen.

Die Mythologie des Weins wird weiter genährt. Man trifft auf mehr und mehr »Einzellagenweine«, als ob Trauben automatisch besser wären, wenn sie von einem einzigen Stückchen Land kommen. Das mag schon sein – oder auch nicht. Oder vins de garde. Es stimmt, dass die besten Weine der »besten« Regionen normalerweise ein paar Jahre in der Flasche brauchen, um ihr Potenzial voll zu entfalten. Manchmal viele Jahre. Folgt daraus, dass ein langsamer Starter ein besserer Wein ist? Es könnte auch heißen, dass er in keinem Alter besonders angenehm zu trinken ist.

Kurz, es gibt genügend Wandel, um eine weitere Ausgabe meines Kleinen Johnson zu rechtfertigen – für mich ist es die 43. Die Fakten ändern sich, die Welt ändert sich. Ich hatte einfach Glück, dass ich mich auf diese köstliche Ware mit eingebauter Obsoleszenz verlegt habe, die also schnell veraltet und daher immer wieder Erneuerung fordert.

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Hugh Johnson

Der Jahrgang 2018

Nachdem die Lese 2018 beendet worden war, hörte man aus dem Weinbaugebieten vor allem eins: Seufzer der Erleichterung. 2017 hatte es alles gegeben, von Frost bis Feuer, 2018 dagegen würden einige Regionen am liebsten zum Jahrhundertjahrgang ausrufen. Aber sie wissen nur zu gut, dass unsere Reaktion wäre: »Was? Schon wieder einer?«, also lassen sie es.

In England gibt es Anzeichen dafür, dass dies der beste aller Jahrgänge überhaupt ist, mit reichlichem Ertrag reifer, gesunder Trauben. Mehr als ein Erzeuger plant dieses Jahr einen roten Pinot noir im Burgunderstil, und die Schaumweinproduzenten sind bester Laune.

Aber nicht überall ging es völlig glatt. Aus dem nassen Frühling in Nordeuropa resultierten einige heftige Mehltau-Attacken in Bordeaux, und wenn die Winzer und ihre Teams nicht schnell in ihren Stiefeln waren, konnten sie einen großen Teil ihres Ertrags verlieren. Ein Winzer machte le pont – die Gewohnheit, den Freitag schon als Brücke zum Wochenende freizunehmen – für einen Gutteil des Schadens verantwortlich. Wer in diesem Jahr seine Mannschaft nicht auch am Freitag, Samstag und Sonntag – oder wann immer es nötig war – in den Weinberg bekommen konnte, zahlte den Preis dafür. Selbst die gewissenhaftesten Winzer fangen sich aber an zu fragen, ob Ökoweinbau bei einem so hohen Krankheitsdruck in Bordeaux wirklich praktikabel ist. Wer das jedoch überstand – und nicht alle waren betroffen – brachte glänzende Weine hervor. Auch Sauternes ist glücklich; nachdem die reifen Trauben etwas eingeschrumpft waren, folgte reichlich Botrytis.

Burgund erlebte dagegen ein relativ ruhiges Jahr. Die üblichen Schreckensnachrichten von Hagelkörnern groß wie Golfbälle blieben diesmal aus. Mehltau war jedoch ein Problem, und wie immer half nur sehr präzise Arbeit im Weinberg. Es sieht nach guter Qualität aus.

Auch an der Rhône hatte man Probleme mit Mehltau – manche Teile im Süden verloren die Hälfte ihrer Grenache-Ernte, auch wenn im Juni der Mistral zu Hilfe kam. Der Sommer war glühend heiß, doch ein bisschen Regen im August hielt den Reifungsprozess am Leben. Die Säure ist dennoch ziemlich niedrig. Die Roten haben samtige Tannine; die Weißen wurden häufig früh gelesen, um die kostbare Säure zu bewahren.

In der Champagne verwendet man Wörter wie »fabelhaft«, »umwerfend«, »außergewöhnlich«, woraus man auf eine gewisse Zufriedenheit schließen kann. Das Muster war das gleiche: ein nasskalter Frühling, dann ein trockener, heißer Sommer. Es gab ein bisschen Hagel, ein bisschen Mehltau und einen frühen Lesebeginn, was mehr als einen chef de cave überstürzt vom Strand zurückkehren ließ. Schon die ersten Verkostungen der vins clairs bestätigten, dass es wunderbar reife, ausgewogene Weine sind, wenn auch nicht vollkommen einheitlich. Man kann in den nächsten Jahren eine gute Menge Jahrgangsweine und Prestige Cuvées von 2018 erwarten sowie reichlich gebunkerte Reserveweine als Ersatz für die jüngst aufgebrauchten. Jahrgangschampagner sieht man jetzt häufiger denn je. »Großzügig« war auch das Wort des Jahres im Elsass: Nach dem Rekordtief von 2017 sagt Hugel: »Es ist ein gutes Gefühl, Trauben an den Reben hängen zu sehen.« Pinot noir sieht gut aus, ebenso wie die weißen Sorten.

Wenn das nasse Frühjahr in Frankreich Sorgen bereitete, so brachte es am Douro ein Ende der 20 trockenen Monate in Folge. Wie üblich überkompensierte die Natur und ließ in Pinhão in weniger als zwei Stunden 90 mm Regen vom Himmel fallen. Das führte zu massiver Erosion und Sturzbächen an den Hängen, wodurch Steine durch die Gegend geschleudert und Olivenbäume geschädigt wurden. Im ganzen Land mit Ausnahme des Alentejo sind die Erträge sehr gering, auch wenn die Qualität sowohl für Port als auch für Douro-Tischweine sehr gut ist.

Norditalien erfreute sich hoher Erträge gesunder Trauben; die Toskana hatte Mehltau, aber keinen Hagel, und die Resultate sehen vielversprechend aus, obwohl man im regnerischen Frühling »starke Nerven brauchte«, wie Axel Heinz meint, Kellermeister bei Ornellaia.

Deutschland scheint einen schon fast unheimlichen Jahrgang an der Grenze zur Perfektion zu haben: heiß, trocken, krankheitsfrei, schädlingsfrei, mit guten Erträgen und schönen Süßweinen als krönendem Abschluss. Die Erzeuger behaupten, dass sie immer besser mit heißen Sommern umgehen können: Die Weine sollten nicht überreif oder zu schwer sein. Mit Sicherheit ein Jahrgang zum Kaufen.

Südafrika hatte aufgrund der anhaltenden Trockenheit 2018 eine insgesamt kleine Ernte, und am kleinsten war sie in Swartland. Trotzdem scheint die Qualität gut zu sein: All die Hitze liebenden Sorten – Buschreben mit Chenin blanc, Grenache, Marsanne, Viognier –, die in Swartland Stars sind, brachten intensive, gewichtige Weine hervor.

Und Kalifornien? In vielen Teilen war es recht ruhig. Trockenheit ist weiterhin ein Problem, Waldbrände verursachten schreckliche Schäden, auch in der relativ neuen AVA Malibu Coast, doch die meisten Erzeuger meldeten einen heißen Juli und einen kühlen August; es gab Trockenheit in Santa Barbara County, aber im Allgemeinen gute Aromen bei relativ niedrigen Zuckerwerten. Waldbrände betrafen auch Oregon – über dem Willamette Valley hing tagelang eine Rauchwolke –, doch die Weinmacher berichteten von einem schönen Jahr mit rekordverdächtigem Sonnenschein und hohen Temperaturen. Regen gab es gerade rechtzeitig, um die Reben wiederzubeleben und die Temperaturen für die Lese herunterzukühlen, und trotz der Hitze scheinen die Pinot-noir-Weine eine gute Säure zu haben. In Washington war es ebenfalls warm, kühlte aber wie in Oregon genau zur rechten Zeit ab. Cabernet Sauvignon sieht gut aus, wie auch Syrah. Nur an den Finger Lakes im Bundesstaat New York war der Sommer verregnet, wodurch Fäulnis drohte. Dann wurde es wieder heiß und zur Zeit der Lese mild, aber als einfach würde wohl niemand diesen Jahrgang bezeichnen. Die Zuckerwerte liegen niedriger als üblich, aber an Aroma und Reife mangelt es nicht.

2017 unter der Lupe

Wie viele Weine müssen heutzutage wirklich noch altern? Über australische Weine gibt es schon lange den Witz, dass ihre Reifung nur so lange dauert wie die Fahrt vom Laden nach Hause. Wenn man sich umsieht, stellt man fest, dass der Rest der Welt dem still und leise gefolgt ist.

Zum Beispiel der Jahrgang 2017 in Burgund. Das sind so saftige, aromatische, straffe Weine, weiß wie rot, dass sie einen förmlich anflehen: »Trink mich! Jetzt!« Sie sind einfach nur bezaubernd, und dazu gibt es zum ersten Mal seit etlichen Jahren genug von ihnen. Die Mengen einzelner Crus von individuellen Gütern mögen gering sein – so ist das nun mal in Burgund –, doch insgesamt können Sie nichts falsch machen, wenn Sie sich in diesem Jahr daranmachen wollen, Pinot noir in seinem Kernland kennenzulernen. Ja, die Grands crus der Spitzenerzeuger dürften inzwischen ausverkauft sein, denn die Einkäufer, die sich auf große Namen spezialisiert haben, klappern die wichtigsten Handelshäuser ab und nehmen, was sie kriegen können. Doch wenn dieses Buch erscheint, wird es noch einfachere Weine in den Listen der Händler geben – Bourgogne Rouge und Blanc, einige Premiers crus, einige Weine aus dem Mâconnais und der Côte Chalonaise. Kaufen Sie sie. Die Weißen sehen großartig aus – es sind die besten weißen Burgunder seit Jahren. Die Roten sind vielleicht einen Tick dahinter, aber immer noch köstlich, voll schwarzer Frucht und knackiger Textur, sehr rein und straff.

Tatsächlich werden viele Händler erfreut sein, wenn Sie anrufen. Sie brauchen Käufer wie Sie, denn das Angebot an geringeren Weinen ist weitaus größer als das der Spitzengewächse, und die Großeinkäufer kann man anscheinend nicht damit belästigen. Also ist das Feld frei für Sie. Gehen Sie zu einem Burgunderspezialisten, denn diese haben von Anfang an die schönsten Weine im Sortiment. Und genießen Sie sie. Doch denken Sie daran: Rotweine aus einem guten Jahrgang wie diesem werden über die Jahre noch besser.

Und andere 2017er? Viele im Rest von Europa hatten es richtig schwer. Aber die Weine sind gut, und natürlich gab es für jeden Erzeuger, der von Frost oder Hagel getroffen wurde, einen anderen, der verschont blieb. Gute Weine gibt es überall, und viele können jetzt direkt getrunken werden.

Ja, roter Bordeaux kann länger brauchen, so wie auch Burgunder sich zwischendurch für ein paar Jahre verschließt und Zeit benötigt, um sich zu entwickeln. Beim Riesling aber ist das offenbar nicht so, er ist überall trinkreif. Ebenso Grüner Veltliner. Garnacha von Erzeugern der neuen Welle, die ihn nicht mit Eiche erschlagen, schmeckt jung wunderbar. Für junge Weine von der Rhône und jungen Nebbiolo gilt dasselbe. Barolo dagegen braucht Zeit.

Und schließlich Vintage Port: Die 2017er, jung geöffnet, bevor sie die Zeit hatten, sich zu verschließen, sind schlicht göttlich. Vergessen Sie staubige alte Flaschen. Ehrlich.

Alternativen gefällig?

Sie mögen Rhône-Weißweine – probieren Sie Verdicchio

Wirklich gleichsetzen kann man die beiden nicht. Rhône-Verschnitte von Marsanne und Roussanne duften intensiv nach den Blüten und Kräutern der garrigue und verbinden Schmelz und Geschmeidigkeit mit einer belebenden phenolischen Bitterkeit. Verdicchio ist tanninreich und forsch – einer der Weißen, die die Italiener als »Ersatzrotweine« ansehen – und glänzt mit Zitrusfrucht und Melone sowie Noten von Kamille und Apfel. Er ist ein recht kräftiger Wein, reichhaltig, aber trocken, ein exzellenter Speisenbegleiter, der im Alter Noten von Honig und Bienenwachs annimmt. In den Weinbaugebieten der italienischen Marken liegen die Standards hoch, und die Namen der besten Erzeuger finden Sie auf >. Lugana vom Gardasee ist die gleiche Traube.

Sie mögen Riesling aus dem Rheingau – probieren Sie neuseeländischen Riesling

Vor ein paar Jahren hätte ich das noch nicht geschrieben. Aber die neuesten Rieslinge aus Neuseeland legen nahe, dass man mit der Traube dort jetzt ganz richtig umgeht; die Weine sind spannend, geradlinig, konzentriert. Wer diese Spannung scheut, kommt mit dem Riesling nicht zurecht; man muss sie vielmehr anstreben. Im Rheingau wissen die Winzer genau, was sie tun und versuchen, die Unterschiede der einzelnen Lagen herauszuarbeiten. In dieser Hinsicht hat Neuseeland noch zu lernen, aber Geradlinigkeit und Spannung sind bereits jetzt im Glas vorhanden. Das führende Gut dort ist Felton Road mit charaktervollen, durchdringenden, detailliert bereiteten Weinen von biodynamisch bewirtschafteten Lagen. Sie sind weltweit konkurrenzfähig.

Sie mögen Loire-Weißweine – probieren Sie welche aus Swartland

Je mehr Weißweine aus Swartland ich trinke, umso mehr frage ich mich, warum ich überhaupt noch etwas anderes trinke. Von den Roten könnte ich dasselbe sagen, stimmt, aber wir wollen uns hier auf die Weißen konzentrieren. Meist basieren sie auf Chenin blanc, und diese Sorte hatte jahrelang den miesen Ruf, nur für billige Abfüllungen zu taugen. Dann kamen ein paar einfallsreiche Weinmacher, sahen die alten Buschreben im Trockenanbau und die konzentrierte Frucht, die sie hervorbrachten, und fragten sich, ob die Welt hier nicht gerade etwas verpasse. Herausgekommen sind Weißweine, die zu den feinsten überhaupt zählen, mit straffer Konzentration, kräuterwürziger, salziger Frische, großer Eleganz und Komplexität sowie der Fähigkeit zu altern. Alles also, was man auch von Spitzen-Chenin-blanc von der Loire erwartet, ausgenommen die Tendenz zur Süße.

Sie mögen Sauternes – probieren Sie Vin de Constance

Es mag pervers erscheinen, Sie von einer ganzen Region auf einen einzelnen Erzeuger zu verweisen, aber ein bisschen Perversität hat noch niemandem geschadet. Vin de Constance gibt es seit 1685, allerdings mit Höhen und Tiefen – im Moment ist er jedoch sehr eindrucksvoll auf der Höhe. Der 2015er ist der beste, den ich je verkostet habe, voller Zitrus- und Ananasnoten, Orangenschale, Säure und Struktur mit einem sehr schmalen Streifen Tannin, der sich durch ein dichtes, geradliniges Gefüge zieht. Dieser Wein hat große Konzentration und eine schwerelose Gewichtigkeit. Er ist süß und erfrischend, vielleicht etwas enger im Profil als Sauternes, und bereitet von anderen Trauben: Muscat de Frontignan statt dem Sauternes-Verschnitt aus Sémillon und Sauvignon blanc. Ich kann ihn mir gut zum britischen Treacle Tart vorstellen, einem Kuchen aus Mürbeteig und Golden Syrup.

Sie mögen Rotweine von der südlichen Rhône – probieren Sie Weine aus dem Libanon

Okay, die Trauben sind andere, aber das Gefühl des Weins – und das französische Erbe – werden Sie wiedererkennen. Die südliche Rhône setzt auf Grenache, Mourvèdre und den Rest einer beachtlichen mediterranen Crew für Verschnitte mit Lavendel- und Kräuterduft, die gleichermaßen ausladend wie straff sind und bei der Reifung Noten von Leder und Unterholz entwickeln. Im Libanon verschneidet man rote Trauben ganz nach Belieben: Cabernet Sauvignon mit Syrah und/oder Grenache und/oder Cinsault – oder Cinsault reinsortig oder Mourvèdre mit Cabernet Sauvignon. Sie wissen, was ich meine: Es gibt keine Vorschriften in puncto Verschnitte. Die Weine sind unterschiedlich gut, ja, aber wenn es Fehler gibt, dann rühren sie meist von zu viel Eichenholz her. Die besten Weine (siehe dazu >) sind geschmeidig, komplex und aromatisch, mit Leder, Erde, Gewürzen, balsamischen Kirschnoten, Blumen und Kräutern, und das bei einem mäßigen Alkoholgehalt von unter 14 %.

Sie mögen Beaujolais – probieren Sie Okanagan Gamay

Ich könnte auch sagen: Wenn Sie Gamay mögen, trinken Sie mehr davon. Die Region Beaujolais floriert gerade nicht besonders, auch wenn ihre Weine besser sind denn je: mehr Charakter, feiner, präziser. (Nein, ich spreche nicht vom Nouveau; Beaujolais Nouveau vergessen wir einfach.) Gamay in Bestform hat all die Frische, Saftigkeit und Ausdrucksstärke, die man sich nur wünscht, und die Crus sind wie Burgunder für Anfänger. Aber sollte Ihnen einmal ein Gamay aus dem kanadischen Okanagan über den Weg laufen, von den steilen, schönen Hügeln rund um den gleichnamigen See, dann greifen Sie zu. Man baut nicht sehr viel Gamay in Okanagan an, sollte das aber tun, um noch mehr von diesen wunderbar seidigen, geschmeidigen, würzigen Rotweinen zu erzeugen. Es gibt sogar ein wenig Pét-Nat-Gamay voller Aromen von Rosen und Sauerteig.

Sie mögen St-Émilion – probieren Sie Napa Cabernet

Napa Cabernet verändert sich. Ja, es gibt noch Erzeuger auf dem »Luxusgüter«-Trip, die der Überreife, Überextraktion und Überholzung nicht entkommen können oder wollen. Doch mehr und mehr geht die Tendenz von Fruchtbomben zu etwas Ernsthafterem. Die Eiche zieht sich zurück, die Frucht tritt mehr hervor – und kann sich als geschmeidig, seidig, würzig, auf süße Weise reif und ziemlich verführerisch präsentieren. In Napa hieß es immer, dass man über wunderbares Terroir verfüge, und nun fängt man auch an, es zu zeigen. Napa Cabernet ist keinesfalls ein genaues Gegenstück zu Bordeaux, doch reifer, von Merlot angeführter St-Émilion mit seinen Noten von Früchtekuchen kommt ihm am nächsten. Und zwar auf sehr schöne Weise.

Rebsorten

In den vergangenen Jahrzehnten vollzog sich allenthalben ein grundlegender Wandel, von dem nur die Weinländer mit der längsten Tradition ausgenommen waren. Mit einem Schlag wurden die Namen einer Handvoll Rebsorten zur geläufigen Bezeichnung für die verschiedenen Weine. In den alten Weinländern dagegen, insbesondere in Frankreich und Italien, bezeichnet man alle seit Langem renommierten Weine weiterhin mehr oder weniger genau nach ihrem Herkunftsgebiet, weniger nach der Traube, aus der sie gekeltert wurden.

Nach wie vor liegen die beiden Bezeichnungsmöglichkeiten im Wettstreit miteinander. Am Ende dürfte sich die Herkunftsbezeichnung gegenüber der Rebsorte wieder durchsetzen, zumindest für Qualitätsweine. Im Augenblick allerdings ist die Traubensorte und ihr Geschmack für viele Weinfreunde der einfachste und wichtigste Bezugspunkt – ungeachtet der Tatsache, dass der Geschmack oft durch die Eichenholzkomponente nicht unerheblich verändert wird. Käme es nur auf das Traubenaroma an, dann wäre dieses Buch um einiges schmaler.

Gleichwohl spielt die Traubensorte eine wichtige Rolle, und darüber Bescheid zu wissen kann helfen, neue Geschmacksnuancen zu entdecken und Vergleiche zwischen den Regionen anzustellen. Daher ist auch der zuerst in Kalifornien entstandene Begriff »sortenreiner Wein« sinnvoll, unter dem man Wein versteht, der grundsätzlich aus nur einer Traubensorte bereitet wurde.

Bei mindestens sieben Sorten – Cabernet Sauvignon, Pinot noir, Riesling, Sauvignon blanc, Chardonnay, Gewürztraminer und Muscat – sind Geschmack und Duft so eindeutig, dass sie zu internationalen Unterscheidungskategorien geworden sind. Dasselbe gilt für Merlot, Malbec, Syrah, Sémillon, Chenin blanc, Pinot blanc, Pinot gris, Silvaner, Viognier, Nebbiolo, Sangiovese, Tempranillo … Hier nun folgen die besten bzw. beliebtesten Rebsorten.

ANMERKUNG: Alle Verweise auf Rebsorten und deren Synonyme in anderen Kapiteln dieses Buchs beziehen sich auf dieses Kapitel.

Trauben für Rotwein

Agiorgitiko (Aghiorgitiko) Griechische Sorte; ursprünglich aus der Region Nemea, heute aber fast überall angebaut. Vielseitig und köstlich, von weich und charmant bis dicht und alterungswürdig. Unbedingt probieren.

Aglianico Süditalienische Traube, aus der u.a. der Taurasi bereitet wird: dunkle, tiefgründige Weine, derzeit sehr in Mode.

Alicante Bouschet Galt früher wenig; ist nun beliebt im Alentejo und in Chile, v. a. von alten Reben.

Aragonez Siehe TEMPRANILLO.

Auxerrois Für Rotwein siehe MALBEC. Die weiße Auxerrois hat einen eigenen Eintrag bei den Trauben für Weißwein.

Băbească Neagră Die traditionelle »schwarze Großmuttertraube« aus der Moldau-Region liefert rubinrote Weine mit leichtem Körper.

Babić Rotweinsorte aus Dalmatien, wächst in steinigen Lagen an der Küste bei Šibenik. Enormes Potenzial für hohe Qualität.

Baga Portugiesische Rotweintraube (Bairrada). Dunkel, tanninreich – großes Potenzial, aber schwierig im Weinberg.

Barbera Weit verbreitete Rebsorte in Italien, am besten im Piemont. Viel Säure, wenig Tannin, Kirschfrucht. Weine gibt es von seriös mit Barriqueausbau bis halbsüß und perlend. Auch in Kalifornien und Australien in Mode; vielversprechend in Argentinien.

Blauburger Österreichische Kreuzung von BLAUEM PORTUGIESER mit BLAUFRÄNKISCH. Einfache Weine.

Blauburgunder Siehe PINOT NOIR.

Blauer Portugieser Mitteleuropäische Sorte, v. a. in Deutschland (Rheinhessen, Pfalz, meist für Rosé), Österreich, Ungarn. Leichte, fruchtige Rotweine; jung und leicht gekühlt trinken.

Blaufränkisch (Kékfrankos, Lemberger, Modra Frankinja) Im österreichischen Mittelburgenland weitverbreitet. Mittelschwere Weine mit pfeffriger Säure, einer charakteristisch salzigen Note sowie Beeren- und Eukalyptusaromen. Häufig mit CABERNET SAUVIGNON oder ZWEIGELT verschnitten. Heißt in Deutschland Lemberger, in Ungarn Kékfrankos, in Slowenien Modra Frankinja.

Bogazkere Tanninreiche türkische Sorte, liefert körperreiche Weine.

Bonarda Mehrdeutiger Name. Im italienischen Oltrepò Pavese nennt man so die Croatina und erzeugt milden, frischen roten Frizzante und Stillwein aus ihr. In der Lombardei und der Emilia-Romagna ist es ein Synonym für die Uva rara. Wieder anders im Piemont. Bonarda aus Argentinien kann beides sein – oder etwas ganz anderes. Großartig ist keine.

Bouchet Anderer Name für CABERNET FRANC in St-Émilion.

Brunello Anderer Name des SANGIOVESE, großartig in Montalcino.

Cabernet franc Die geringere der beiden in Bordeaux angebauten Cabernet-Sorten; herrscht jedoch in St-Émilion vor. Übertrumpft CABERNET SAUVIGNON an der Loire (Chinon, Saumur, Champigny und Roséwein), in Ungarn (Tiefe und Komplexität in Villány and Szekszárd) und oft in Italien. Viele Reben in Nordostitalien, die man für Cabernet franc gehalten hatte, entpuppten sich als CARMENÈRE. Überall auf der Welt in Bordeaux-Verschnitten mit Cabernet Sauvignon und MERLOT verwendet.

Cabernet Sauvignon Traube mit großem Charakter, langsam reifend, würzig, kräuterduftig, gerbstoffreich, Aroma von Schwarzen Johannisbeeren. Die Hauptsorte im Médoc; liefert meist auch die besten kalifornischen, südamerikanischen und osteuropäischen Rotweine. Verträgt sich gut mit Shiraz in Australien. Wird nahezu überall angebaut und leitete etwa in Italien eine Weinrenaissance ein. Spitzenweine brauchen Zeit zum Reifen. Cabernet Sauvignon gewinnt in Verschnitten z. B. mit MERLOT, CABERNET FRANC, SYRAH, TEMPRANILLO, SANGIOVESE usw. Liefert auch aromatischen Rosé.

Cannonau Sardische Form der GRENACHE: meist sehr gut und stark.

Carignan (Carignane, Carignano, Cariñena) Weine von alten Reben mit geringem Ertrag sind überall von Südfrankreich bis Chile schwer in Mode; am besten in Corbières: sehr tiefgründig und lebhaft. Bei hohem Ertrag flach und harmlos. In Nordafrika, Spanien (als Cariñena) und Kalifornien verbreitet.

Carignano Siehe CARIGNAN.

Cariñena Siehe CARIGNAN.

Carmenère Eine alte Rebsorte aus Bordeaux, jetzt ein Star in Chile (dort »Carminjer« oder auch »Carminaire« ausgesprochen) für volle, tiefe Weine. Wird auch in Bordeaux wieder beachtet.

Castelão Siehe PERIQUITA.

Cencibel Siehe TEMPRANILLO.

Chiavannasca Siehe NEBBIOLO.

Cinsault (oder Cinsaut) Bedeutend in Südfrankreich; sehr gut bei niedrigen Erträgen, sonst Massenprodukt. Erbringt guten Rosé. Elternteil von PINOTAGE.

Cornalin du Valais Schweizer Spezialität mit großem Potenzial, v. a. im Wallis.

Corvina Dunkle, würzige Traube, eine der besten im Valpolicella-Verschnitt. Die noch dunklere Corvinone ist eine eigene Rebsorte.

Côt Siehe MALBEC.

Dolcetto Liefert im Piemont süffige, milde, trockene Rotweine. Heute groß in Mode.

Dornfelder In Deutschland, Teilen der USA und England angebaute Sorte, die angenehm leichte, einfache, in der Regel rustikale dunkle Weine erbringt. Die Rebfläche in Deutschland hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt.

Duras Die nur in Gaillac und Teilen des Tarn-Tals (Südwestfrankreich) vorkommende Sorte liefert pfeffrig-würzige, strukturierte Weine.

Fer Servadou Kommt nur in Südwestfrankreich vor; heißt in Marcillac auch Mansois, in Gaillac Braucol und in St-Mont Pinenc. Duftet nach roten Sommerfrüchten und Gewürzen.

Fetească neagră »Schwarze Mädchentraube«. Die rote Fetească hat das Zeug dazu, Rumäniens Paradestück zu werden. Kann tiefgründige, körperreiche Rotweine mit viel Charakter ergeben. Zunehmende Anbauflächen.

Frühburgunder Alte deutsche Mutation von Spätburgunder (PINOT NOIR), die man vor allem an der Ahr findet, aber auch in Franken und in Württemberg, wo man sie verwirrenderweise als Clevner kennt. Nicht so säurereich wie Pinot noir.

Gamay Die Beaujolais-Traube: sehr leichter, duftiger Wein, jung am besten, außer in den teilweise sehr guten Beaujolais-Crus (siehe Frankreich >), die 2–10 Jahre alt werden können. Wird an der Loire, in Zentralfrankreich, in der Schweiz und in Savoyen angebaut. Kalifornischer Napa Gamay ist in Wirklichkeit Valdiguié (Gros Auxerrois).

Gamza Siehe KADARKA.

Garnacha Siehe GRENACHE.

Garnatxa Siehe GRENACHE.

Graciano Die spanische Sorte zählt zu den traditionellen Rioja-Zutaten. Veilchenaroma, tanninreich, schlanke Struktur, ein bisschen wie Petit Verdot. Im Anbau schwierig, doch immer mehr in Mode.

Grenache (Cannonau, Garnatxa, Garnacha) Weit verbreitete, blassfarbige, kraftvolle Traube, extrem beliebt bei terroiristes, da sie den Lagencharakter sehr gut ausdrückt. Haupttraube im Châteauneuf-du-Pape. Auch gut für Rosé und Vin doux naturel. Wird in Südfrankreich, Spanien und Kalifornien angebaut und bildet die Hauptingredienz des mächtigen Priorat. Weine von alten Reben erfreuen sich in South Australia höchster Anerkennung. Meist in Verschnitten mitverarbeitet. Heißt Cannonau in Sardinien, Garnacha in Spanien, Garnatxa auf Katalanisch.

Grignolino Italienische Sorte; liefert im Piemont guten Alltagswein.

Kadarka (Gamza) Erbringt in Osteuropa würzige, leichte Rotweine. Wurde in Ungarn v. a. für Bikavér wiederbelebt.

Kalecik Karası Türkische Sorte mit Sauerkirschnote, frisch, geschmeidig. Ein bisschen wie GAMAY. Jung trinken.

Kékfrankos Ungarisch für BLAUFRÄNKISCH.

Lagrein Norditalienische Sorte: dunkel, bitter im Abgang, volle Pflaumennote. DOC in Südtirol (siehe Italien).

Lambrusco Ertragreiche Sorte in der unteren Po-Ebene, erbringt lebendigen, lieblichen, perlenden, ausgesprochen italienischen Rotwein.

Lefkada Wiederentdeckte autochthone Sorte aus Zypern, von besserer Qualität als MAVRO. Wird wegen ihrer aggressiven Tannine meist verschnitten.

Lemberger Siehe BLAUFRÄNKISCH.

Malbec (Auxerrois, Côt) In Bordeaux in geringem Maß angebaut, in Cahors (als Auxerrois) und besonders in Argentinien verbreitet. Dunkler, dichter, gerbstoffreicher, aber fleischiger Wein mit echtem Qualitätspotenzial. Exemplare von hoch gelegenen Weinbergen aus Argentinien sind das Allergrößte. So kommt Cahors wieder in Mode.

Maratheftiko Dunkle zyprische Traube mit Qualitätspotenzial.

Marselan CABERNET SAUVIGNON x GRENACHE, 1961 gekreuzt. Schöne Farbe, Struktur, geschmeidige Tannine, altert gut.

Mataro Siehe MOURVÈDRE.

Mavro Zyperns meistangebaute dunkle Traube, aber nur passable Qualität. Am besten für Rosé geeignet.

Mavrodaphne Griechische Rebsorte, wörtlich »schwarzer Lorbeer«. Gespritete Süßweine von ihr sind eine Spezialität der Region Patras; auch auf Kefallonia anzutreffen. Auch trockene Versionen, die sehr vielversprechend sind.

Mavrotragano Nahezu ausgestorbene, nun aber auf Santorini wiederbelebte erstklassige griechische Traube.

Mavrud Gilt als Bulgariens beste Rebsorte, in Thrakien heimisch und spät reifend. Bringt alterungsfähige dunkle Rotweine mit Pflaumenaroma hervor.

Melnik Bulgarische Traubensorte aus der gleichnamigen Region. Dunkle Weine mit angenehm dichtem Sauerkirschcharakter, die gut altern können.

Mencía Schlägt derzeit Wellen im nordspanischen Bierzo. Aromatische Weine mit stahligen Tanninen und viel Säure.

Merlot Die Traube hinter den großen, duftigen, pflaumenwürzigen Weinen von Pomerol und (zusammen mit CABERNET FRANC) von St-Émilion; unabdingbar im Médoc. Merlot ergibt in Kalifornien, Washington, Chile und Australien weiche und starke (Mode-)Weine; leichtere, häufig gute Tropfen kommen aus Norditalien (in der Toskana teils Weltklasse), der italienischen Schweiz, Slowenien, Argentinien, Südafrika, Neuseeland usw. Die Anpassungsfähigkeit tut ihr nicht immer gut, manche Weine können auch ziemlich mies sein. Schmeckt grün, wenn sie nicht ganz reif ist. Sehr verbreitet in Osteuropa, v. a. in Rumänien.

Modra Frankinja Siehe BLAUFRÄNKISCH.

Modri Pinot Siehe PINOT NOIR.

Monastrell Siehe MOURVÈDRE.

Mondeuse Vorkommen in Savoyen; dunkle Farbe, gute Säure. Mit SYRAH verwandt.

Montepulciano Die dunkle Rotweintraube ist vorherrschend in den italienischen Abruzzen und bedeutend entlang der Adriaküste von den Marken bis in den Süden Apuliens. Die gleichnamige bekannte toskanische Stadt hat nichts mit der Traube zu tun.

Morellino Synonym für SANGIOVESE in der südtoskanischen Maremma, v. a. Scansano.

Mourvèdre (Mataro, Monastrell) Ein Star in Südfrankreich (z. B. Bandol, beeinflusst zunehmend auch Châteauneuf-du-Pape) Australien (alias Mataro) und Spanien (alias Monastrell). Exzellente dunkle, aromatische, tanninstarke Traube, die sich gut in Verschnitten macht. Erfreut sich auch in South Australia und Kalifornien wachsender Beliebtheit.

Napa Gamay Identisch mit der südfranzösischen Sorte Valdiguié. Nichts, worüber man ins Schwärmen geraten könnte.

Nebbiolo (Spanna, Chiavennasca) Eine der besten roten Trauben Italiens für Barolo, Barbaresco, Gattinara und Valtellina. Intensiv, edle Frucht, volles Bukett, stahlige Tannine – gewinnt durch jahrelanges Altern.

Negoramaro Wörtlich »schwarzer Bitterer«. Apulische Traube mit Zeug entweder zu Qualität oder zu Quantität.

Nerello mascalese Sizilianische Rotweinsorte mit Charakter (v. a. am Ätna), Potenzial für Eleganz.

Nero d’Avola Dunkelrote Traube aus Sizilien, deren Qualitätsniveau von großartig bis industrielle Massenerzeugung reicht.

Nielluccio Korsische Sorte; säure- und tanninreich. Gut für Rosé.

Öküzgözü Türkische Rebsorte, die weiche, fruchtige Rotweine liefert. Oft mit BOĞASKERE verschnitten, so wie man in Bordeaux MERLOT mit CABERNET SAUVIGNON verschneidet.

País Spanische Pionier-Traube auf dem amerikanischen Kontinent. Rustikale Weine; einige Erzeuger geben sich jetzt mehr Mühe.

Pamid Traube für leichten, weichen Alltagsrotwein aus Bulgarien.

Periquita (Castelão) In Portugal verbreitet, insbesondere um Setúbal. Nach der beliebten (eingetragenen) Marke von Fonseca ursprünglich Periquita genannt; der offizielle Name ist aber Castelão. Liefert feste Rotweine mit Himbeeraroma, im Alter entwickeln sich Feigen- und Teernoten.

Petite Sirah Traube für rustikale, tanninreiche dunkle Weine, glänzt in Kalifornien in Verschnitten mit ZINFANDEL. Vorkommen auch in Südamerika, Mexiko und Australien. Hat nichts mit SYRAH zu tun.

Petit Verdot Ausgezeichnete, aber schwierige Traube im Médoc, weltweit in CABERNET-Gebieten angepflanzt, um Duftigkeit beizusteuern. Wird meist verschnitten, es gibt aber auch einige sehr gute sortenreine Weine, v. a. in Virginia.

Pinotage Südafrikanische Kreuzung (PINOT NOIR x CINSAULT). Genoss mal mehr, mal weniger Ansehen, wird bei Spitzenerzeugern aber besser. Auch guter Rosé. »Coffee Pinotage« ist leicht süß, mit Espressonote und hat ein junges Publikum als Zielgruppe.

Pinot Crni Siehe PINOT NOIR.

Pinot Meunier (Schwarzriesling, Meunier) Die dritte Traube der Champagnerproduktion, besser bekannt als Meunier. Großartige Verschnittsorte, kann aber auch reinsortig, da man sie nun besser versteht als Bindeglied zwischen PINOT NOIR und CHARDONNAY, überraschend feine Weine hervorbringen. Die besten Stillweine kommen von Kreideböden (Damery, Leuvigny, Festigny) bei Epernay.

Pinot noir (Spät- oder Blauburgunder, Pinot nero, Modri Pinot, Pinot Crni) Die große Burgundertraube der Côte d’Or hat in Bukett, Geschmack und Fülle nicht ihresgleichen. Auch im Elsass fein. Neuere Bemühungen in Deutschland sind revolutionär. Sehr gut auch in Österreich, v.a. im Kamptal, im Burgenland und in der Thermenregion. Leichte Weine in Ungarn, durchschnittlich und leicht bis mittelgewichtig in der Schweiz (alias Clevner). Ausgezeichnete Ergebnisse in Sonoma, Carneros und an der Central Coast (Kalifornien), in Oregon, in Ontario, im Yarra Valley und in den Adelaide Hills (Australien), in Tasmanien, im neuseeländischen Central Otago und in Südafrika (Walker Bay). Auch in Chile ein paar sehr hübsche Weine. Neue französische Klone lassen auf Verbesserungen in Rumänien hoffen. In Slowenien liefert sie als Modri Pinot die wohl besten Roten des Landes. Die besten Ergebnisse in Italien kommen aus dem Nordosten, Richtung Süden nimmt die Qualität zunehmend ab. PINOT BLANC und PINOT GRIS sind Mutationen von Pinot noir.

Plavac Mali (Crljenak) Kroatische Rotweintraube, verwandt mit ZINFANDEL. Gutes Potenzial für hochklassige und langlebige Weine, kann aber auch sehr alkoholstark und stumpf ausfallen.

Primitivo Süditalienische Traube, aus Kroatien stammend, die ausladende, rustikale Weine ergibt. Der Name bedeutet nicht »primitiv«, sondern »früh reifend«. Jetzt in Mode, da Primitivo genetisch identisch ist mit ZINFANDEL – ursprünglich hießen die beiden Sorten wohl Tribidag.

Refosco (Refošk) Etliche italienische DOCs, v. a. in den Colli Orientali. Ergibt tiefe, hocharomatische, lagerfähige Weine, v. a. in wärmerem Klima. Dunkel, säurereich. Die Refošk in Slowenien und weiter östlich ist genetisch nicht identisch, schmeckt aber ähnlich.

Refošk Siehe REFOSCO.

Rubin Bulgarische Kreuzung (NEBBIOLO x SYRAH), pfeffrig und körperreich.

Sagrantino Italienische Sorte mit Hauptvorkommen in Umbrien; liefert kräftige Weine mit Kirschnote.

Sangiovese (Brunello, Morellino, Sangioveto) Die wichtigste Rotweintraube der Toskana und Mittelitaliens. Nicht einfach im Anbau, doch wenn man sie richtig behandelt, ergibt sie vorzügliche, langlebige Weine. Vorherrschend in Chianti, Vino Nobile, Brunello di Montalcino, Morellino di Scansano und verschiedenen feinen IGT-Weinen. Auch in Umbrien (z. B. Montefalco und Torgiano) und jenseits der Apenninen in der Romagna und in den Marken zu finden. Weniger gut geht es ihr in den wärmeren, niedriger gelegenen Weinbergen an der toskanischen Küste oder in anderen Gegenden Italiens (obwohl sie fast allgegenwärtig ist). Auch in Australien interessant.

Sangioveto Siehe SANGIOVESE.

Saperavi Die wichtigste Rotweinsorte Georgiens, der Ukraine usw. Wird gern mit CABERNET SAUVIGNON verschnitten (v. a. in Moldawien). Das enorme Potenzial wird leider nur selten umgesetzt.

Schiava Siehe TROLLINGER.

Schioppetino In Nordostitalien heimische Sorte, säurebetont, gute Qualität; liefert elegante, verfeinerte Weine, die altern können.

Schwarzriesling Württemberger Name für PINOT MEUNIER.

Sciacarello Korsische Sorte mit Kräuter- und Pfeffernote; nicht sehr tanninstark.

Shiraz Siehe SYRAH.

Spanna Siehe NEBBIOLO.

Spätburgunder Name für PINOT NOIR in Deutschland.

St. Laurent Dunkle, geschmeidige und hocharomatische österreichische Spezialität. Kann leicht und saftig, aber auch tiefgründig und strukturiert sein. Auch in der Pfalz anzutreffen.

Syrah (Shiraz) Die große Traube der Rhône erbringt tanninreichen, pfeffrigen, purpurroten Wein, der sich superb entwickeln kann. In Australien als Shiraz von großer Bedeutung. Unter beiden Namen in Chile und Südafrika immer besser, wunderbar in Neuseeland (v.a. Hawke’s Bay). Sehr weit verbreitet.

Tannat Gerbstoffreiche Traube mit Himbeerduft, die fest strukturierten Rotweinen aus Südwestfrankreich wie Madiran oder Tursan Kraft verleiht. Auch für Rosé. In Uruguay jetzt ein Star.

Tempranillo (Aragonez, Cencibel, Tinto fino, Tinta del País, Tinta Roriz, Ull de Llebre) Die aromatische, feine, früh reifende Rioja-Traube heißt in Katalonien Ull de Llebre, in La Mancha Cencibel, in Ribera del Duero Tinto fino, in Kastilien Tinta del País, am Douro Tinta Roriz und in Südportugal Aragonez. Wird jetzt auch in Australien angebaut. Groß in Mode; erbringt elegante Weine in kühlem, mächtige in heißem Klima. Die Trauben reifen früh, die Weine können lange altern.

Teran (Terrano) Naher Verwandter der REFOSCO; wächst vor allem auf Kalkstein (Karst) in Slowenien.

Teroldego Rotaliano Die beste einheimische Rebsorte des Trentino erbringt anspruchsvollen, gehaltvollen Wein; v. a. auf dem flachen Campo Rotaliano.

Tinta Amarela Siehe TRINCADEIRA.

Tinta del País Siehe TEMPRANILLO.

Tinta Negra (Negramoll) Bis vor Kurzem Tinta Negra Mole genannt. Die meistangepflanzte rote Rebsorte in Madeira, sehr produktiv und Hauptbestandteil der billigeren Madeira-Weine. Kommt jetzt in Colheitas zu ihrem Recht (siehe Portugal>).

Tinta Roriz Siehe TEMPRANILLO.

Tinto fino Siehe TEMPRANILLO.

Touriga Nacional Rote Traube der Spitzenklasse für Port; am Douro mehr und mehr auch für blumige, stilvolle Tischweine verwendet. Bei der australischen Touriga handelt es sich in der Regel um dieselbe Sorte, die kalifornische kann auch Touriga Franca sein.

Trincadeira (Tinta Amarela) Sehr gute rote Traube im Alentejo (Portugal) für würzige Weine. Am Douro als Tinta Amarela bekannt.

Trollinger (Schiava, Vernatsch) In Württemberg beliebte hellrote Traube, in Südtirol Vernatsch/Schiava genannt. Umfasst eine ganz Gruppe von Rebsorten, die nicht unbedingt miteinander verwandt sind. In Italien lebhafte, schmissige Weine.

Vernatsch Siehe TROLLINGER.

Xinomavro Griechenlands Antwort auf NEBBIOLO; der Name bedeutet »säuerlich schwarz«. Dient als Grundlage für Naoussa, Rapsani, Goumenissa und Amindeo. Auch etwas stiller und schäumender Rosé. Hervorragende Qualität, Jahrzehnte haltbar. Wird auch in China ausprobiert.

Zinfandel Vielseitige, fruchtige Sorte aus Kalifornien mit (manchmal metallischem) Brombeeraroma. Kann strukturiert und überaus üppig geraten und hält sich dann jahrzehntelang, wird aber auch weiß bzw. hellrosa (blush) gekeltert und ist dann üblicherweise süß und marmeladig. Genetisch identisch mit der süditalienischen PRIMITIVO.

Zweigelt (Blauer Zweigelt) Kreuzung aus BLAUFRÄNKISCH x ST. LAURENT; in Österreich beliebt für aromatische, dunkle, geschmeidig-samtige Weine. Wird auch in Ungarn und Deutschland angebaut.

Trauben für Weißwein

Airén Sorte für Massenweine aus La Mancha, Spanien; bei guter Bereitung frisch.

Albariño (Alvarinho) Spaniens schicke und teure Sorte liefert Weine mit guter Säure und Aprikosenduft. Hervorragend in Rías Baixas, taucht aber zunehmend auch anderso auf. Wird nicht überall dem Hype gerecht, der um sie gemacht wird. Ebenso gut in Portugal als Alvarinho mit aromatischem Vinho Verde, v. a. in Monção and Melgaço.

Aligoté Die zweitwichtigste weiße Traube in Burgund. Scharfer, jung zu trinkender Wein; mit Cassis (Schwarzem Johannisbeerlikör) zum Kir gemixt, ist er hervorragend. Die Sorte ist auch in Osteuropa, v. a. in Russland, verbreitet.

Alvarinho Portugiesisch für ALBARIÑO.

Amigne Schweizer Spezialität mit Tradition im Wallis, die auf insgesamt 43 ha angebaut wird, v. a. in Vétroz. Körperreiche, schmackhafte Weine, oft mit etwas Restsüße, manchmal sehr trocken.

Ansonica Siehe INSOLIA.

Arinto Portugiesische Traube, die in Bucelas sehr aromatische, zitrusduftige Weine erbringt und, v. a. im Alentejo, Verschnitten Spritzigkeit verleiht.

Arneis Aromatische Traube aus Nordwestitalien mit Apfel-/Pfirsicharoma, die hohe Preise erzielt. Im Roero (Piemont) wurde eine DOCG für sie eingerichtet, in den Langhe eine DOC.

Arvine Seltene, aber exzellente Schweizer Spezialität aus dem Wallis (auch Petite Arvine genannt). Wird trocken oder süß ausgebaut und bringt frische, elegante Weine mit langem, leicht salzigem Abgang hervor.

Assyrtiko Sorte aus Santorini; eine der besten Weißweintrauben des Mittelmeerraums mit schöner Balance von Kraft, Mineralität, Extrakt und kräftiger Säure. Potenziell langlebige Weine, die die Welt erobern könnten …

Auxerrois Roter Auxerrois ist ein Synonym für MALBEC, während weißer Auxerrois eher wie eine fettere, würzigere Version von PINOT BLANC wirkt. Im Elsass häufig für Crémant verwendet; kommt auch in Deutschland vor.

Beli Pinot Siehe PINOT BLANC.

Blanc fumé Siehe SAUVIGNON BLANC.

Boal Siehe BUAL.

Bourboulenc Ergibt, ebenso wie die seltene Rolle-Rebe, einige der besten Weine des Midi.

Bouvier Indigene österreichische aromatische Traubensorte, besonders gut für Beeren- und Trockenbeerenauslesen; wird selten trocken ausgebaut.

Bual (Boal) Liefert hochwertigen süßen Madeira, weniger voll als MALMSEY.

Carricante Italienische Sorte, Hauptzutat im Etna Bianco. Gewinnt wieder an Boden.

Catarratto Die ertragreiche Weißweintraube ist in ganz Sizilien anzutreffen, v. a. im Westen in der DOC Alcamo.

Cerceal Siehe SERCIAL.

Chardonnay (Morillon) Die weiße Traube von Burgund und der Champagne, jetzt weltweit allgegenwärtig – z. T. auch, weil sie so leicht an- und auszubauen ist. Auch eine Mâcon-Villages-Gemeinde heißt so. Die Mode für überholzte Karamellbonbon-Versionen ist glücklicherweise vorüber. In der Steiermark Morillon genannt.

Chasselas (Fendant, Gutedel) Schweizer Rebsorte (ursprünglich aus dem Waadtland). Im Geschmack neutral, aber je nach Terroir mit starkem lokalem Charakter, der von elegant (Genf), finessenreich-vollmundig (Waadt) bis zu kräftig-rassig (Wallis) reicht. Im Wallis wird sie Fendant genannt. Fast ein Drittel der Schweizer Weine sind von Chasselas, die Traube wird jedoch mehr und mehr von anderen Sorten verdrängt. Heißt Gutedel in Deutschland und wird v. a. in Südbaden angebaut. In anderen Gegenden meist eine Tafeltraube.

Chenin blanc Die großartige weiße Traube an der mittleren Loire (Vouvray, Layon usw.). Ergibt trockenen bis lieblichen (sogar süßen) Wein, doch stets mit reichlich Säure. Wurde in Südafrika früher Steen genannt und erbringt dort viele gewöhnliche, im Bestfall aber sehr edle Weine. In Kalifornien kann sie sich gut schlagen, doch macht man sich dort nicht die Mühe.

Cirfandl Siehe ZIERFANDLER.

Clairette Schwach säurehaltige Sorte; in Südfrankreich wichtig und in vielen Verschnitten zu finden. Verbesserte Weinbereitungsmethoden wirken sich positiv aus.

Colombard Leicht fruchtige, angenehm säuerliche Traube, aus der man in Südafrika, Kalifornien und Südwestfrankreich Alltagsweine bereitet, oft in Verschnitten.

Dimiat Stark duftende bulgarische Sorte, die trocken oder halbtrocken ausgebaut oder zur Destillation verwendet wird. Hat weit mehr Synonyme, als eine Traube je braucht.

Ermitage Schweizer Name für MARSANNE.

Ezerjó Sinngemäß etwa »tausend Segnungen«. Ungarische Rebsorte mit scharfer Säure.

Falanghina Die historische italienische Traube aus dem kampanischen Bergland erbringt gute, dichte, aromatische trockene Weißweine.

Fendant Siehe CHASSELAS.

Fernão Pires Siehe MARIA GOMES.

Fetească albă/regală Rumänien hat zwei Weißweinsorten namens Fetească, beide mit leichtem, an MUSCAT erinnerndem Aroma. Fetească regală, eine Kreuzung aus Fetească albă und GRASĂ, besitzt mehr Finesse und eignet sich gut für Spätleseweine. FETEASCĂ NEAGRĂ ist eine Rotweinsorte.

Fiano Qualitätstraube, ergibt im süditalienischen Kampanien würzige Weine mit Pfirsichnote.

Folle blanche (Gros Plant) Viel Säure, wenig Aroma, ideal für Branntwein. Heißt in der Bretagne Gros Plant, in Armagnac Picpoul, obwohl keine Verwandtschaft mit der echten PICPOUL besteht. Auch in Kalifornien angesehen.

Friulano (Sauvignonasse, Sauvignon vert) NorditalienischeTraube für frische, pikante, subtil florale Weißweine, am besten in den Gebieten Collio, Isonzo und Colli Orientali. Hieß früher Tocai friulano. Im benachbarten Slowenien Sauvignonasse genannt, ebenso in Chile, wo die Sorte lange mit SAUVIGNON BLANC verwechselt wurde. Der ehemalige Tocai aus Venetien heißt jetzt Tai.

Fumé blanc Siehe SAUVIGNON BLANC.

Furmint (Šipon) Ausgezeichnete, charaktervolle Rebe, das Gütezeichen Ungarns sowohl als Haupttraube im Tokajer als auch in lebendigen, kräftigen Tafelweinen, die manchmal mineralisch, manchmal mit Aprikosennote und manchmal beides sind. In Slowenien unter der Bezeichnung Šipon. Auch in Rust in Österreich trocken und süß ausgebaut.

Garganega Die beste Traube im Soave-Verschnitt, auch in Gambellara. Spitzenweine, v. a. süße, altern vorzüglich.

Garnacha blanca (Grenache blanc) Die weiße Ausgabe der GRENACHE/Garnacha, sehr verbreitet in Spanien und Südfrankreich. Säurearm; kann recht harmlos, aber auch überraschend gut ausfallen.

Gewürztraminer (Traminac, Traminec, Traminer, Tramini) Eine der ausdrucksvollsten Trauben, identisch mit SAVAGNIN; ausgesprochen würzig, erinnert an Rosenblüten, Gesichtscreme, Litschis und Grapefruit. Die Weine sind oft voll und weich, selbst wenn sie trocken ausgebaut sind. Am besten im Elsass; auch gut in Deutschland (Baden, Pfalz, Sachsen), Osteuropa, Australien, Kalifornien, im pazifischen Nordwesten und in Neuseeland. Kann als »Traminer« (oder Varianten davon) etikettiert relativ unaromatisch ausfallen. Trockene Versionen in Italien heißen Traminer aromatico. Außerhalb deutschsprachiger Länder oft ohne Umlaut »Gewurztraminer” geschrieben.

Glera Glanzloser neuer Name für die Prosecco-Traube; in der EU ist Prosecco nur noch der Wein. In Australien allerdings weiterhin Name einer Traubensorte.

Godello Erstklassige Rebsorte in Nordwestspanien; erbingt intensive, mineralische Weine. Im portugiesischen Dão heißt sie Verdelho, ist aber nicht verwandt mit der echten VERDELHO.

Grasă (Kövérszőlő) Rumänische Sorte; der Name bedeutet »fett«. Anfällig für Botrytis. Die wichtigste Traube in Cotnari, kann herrliche Süßweine hervorbringen. Wird im ungarischen Tokaj unter dem Namen Kövérszőlő angebaut.

Graševina Siehe WELSCHRIESLING.

Grauburgunder Siehe PINOT GRIS.

Grechetto Alte Rebsorte aus Mittel- und Süditalien mit gutem Ruf für lebendige, stilvolle Weine. Wird verschnitten oder (in Orvieto) sortenrein verwendet.

Greco In Süditalien tragen einige Weißweinsorten den Namen Greco (wahrscheinlich griechischen Ursprungs), was aber nicht bedeutet, dass sie verwandt sein müssen. Bekannt ist v. a. der Greco di Tufo mit anregenden Pfirsicharomen. Greco di Bianco wird aus halbgetrockneten Trauben gewonnen. Als dunkle Verson gibt es auch Greco nero.

Grenache blanc Siehe GARNACHA BLANCA.

Grillo Italienische Sorte; Haupttraube im Marsala. Liefert auch sehr gute trockene, körperreiche Tischweine.

Gros Plant Siehe FOLLE BLANCHE.

Grüner Veltliner Das Flaggschiff unter Österreichs Weißweinsorten ist ausgesprochen vielseitig: von einfachen, pfeffrigen Alltagsweinen zu Kreszenzen mit großer Komplexität und Alterungspotenzial. Kommt auch in anderen Ländern Mitteleuropas und anderswo vor.

Gutedel Siehe CHASSELAS.

Hárslevelű Die »Lindenblättrige« ist die zweite wichtige Traubensorte im Tokajer, aber weicher und pfirsichfruchtiger als FURMINT. Gut auch in Somló und Eger.

Heida Schweizer Name für SAVAGNIN.

Humagne Schweizer Spezialität, älter als CHASSELAS, die frische, dralle, nicht sehr aromatische Weine liefert. Humagne rouge ist nicht mit ihr verwandt, sondern identisch mit Cornalin d’Aoste; Cornalin du Valais ist wieder etwas anderes.

Insolia (Ansonica, Inzolia) Sizilianische Weißweintraube, heißt an der Toskanaküste Ansonica. Frische, rassige Weine im Bestfall. Für Süßweine werden auch halbgetrocknete Trauben verwendet.

Irsai Olivér Ungarische Kreuzung;aromatische Weißweine, die an MUSCAT erinnern und jung zu trinken sind.

Johannisberg Schweizer Name für SILVANER.

Kéknyelű Wenig ertragreiche, aromareiche Traube für einen der besten ungarischen Weißweine. Hohes Potenzial für feurigen, würzigen Wein.

Kerner Recht erfolgreiche deutsche Kreuzung. Reift früh und liefert blumige (manchmal etwas aufdringliche) Weine mit guter Säure.

Királyleányka Ungarische Sorte; erbringt sanfte, frische Weine (z. B. in Eger).

Koshu Vermutlich autochthone japanische Traube und ihr Wein, der gerade einen Hype erlebt. Frisch, harmlos.

Kövérszőlő Siehe GRASĂ.

Laski Rizling Siehe WELSCHRIESLING.

Leányka Ungarische Sorte (»Mädchentraube«); erbringt weiche, blumige Weine.

Listán Siehe PALOMINO.

Longyan Autochthone chinesische Traube (wörtlich: Drachenauge). Gute, gehaltvolle, aromatische Weine.

Loureiro Die nach ALVARINHO beste Vinho-Verde-Traube ergibt zart blumige Weißweine. Kommt auch in Spanien vor.

Macabeo Siehe VIURA.

Maccabeu Siehe VIURA.

Malagousia Wiederentdeckte griechische Rebsorte für wunderbar aromatische Weine.

Malmsey Siehe MALVASIA. Der süßeste Madeira-Stil.

Malvasia (Malmsey, Malvazija, Malvoisie, Marastina) Keine einzelne Varietät, sondern gleich eine ganze Gruppe von Rebsorten, die nicht unbedingt miteinander verwandt sind oder auch nur Ähnlichkeiten aufweisen. In Italien, Frankreich und überall auf der iberischen Halbinsel vertreten; die Weine können rot oder weiß, still oder schäumend, kräftig oder mild, süß oder trocken, aromatisch oder neutral sein. Die slowenische bzw. kroatische Version Malvazija istarka (in Kroatien manchmal auch Marastina genannt) liefert knackige und leichte Weine, aber auch reichhaltige Gewächse, die in Eiche ausgebaut werden. Das Wort »Malmsey« (der süßeste Madeira-Stil) ist eine Verballhornung von Malvasia.

Malvoisie Siehe MALVASIA. Der Name wird in Frankreich für verschiedene Sorten verwendet, darunter BOURBOULENC, Torbato und VERMENTINO. Im Wallis nennt man den PINOT GRIS so.

Manseng, Gros/Petit Traube für wunderbar würzige, florale Weine aus Südwestfrankreich. Der Schlüssel zu Jurançon. Liefert auch ausgezeichnete Spätlesen und Süßweine.

Maria Gomes (Fernão Pires) Portugiesische Traube für reif-aromatische, leicht würzige Weißweine aus den Regionen Bairrada und Tejo.

Marsanne (Ermitage) Neben ROUSSANNE die Hauptweißweintraube an der nördlichen Rhône (Hermitage, St-Joseph, St-Péray). Auch in Australien, Kalifornien und (als Ermitage blanc) im Wallis mit Erfolg angebaut. Milde, volle Weine, die sehr schön altern.

Melon de Bourgogne Siehe MUSCADET.

Misket Bulgarische mild-aromatische Traubensorte; Grundlage der meisten Weißweine des Landes.

Morillon In einigen Teilen Österreichs der Name für CHARDONNAY.

Moscatel Siehe MUSCAT.

Moscato Siehe MUSCAT.

Moschofilero Hochwertige griechische Traube mit Rosenduft, hellroter Schale und kräftiger Säure. Liefert eher alkoholschwache Weine, meist weiß, es gibt aber auch ein paar Rosé-Versionen sowie Schaumwein.

Müller-Thurgau Liefert aromatische, jung zu trinkende Weine. Die süßen Varianten können gut sein, die trockenen dagegen sind oft nichtssagende, derbe Wässerchen. In Deutschland v. a. in der Pfalz, in Rheinhessen, an der Nahe, in Baden und in Franken verbreitet. Hat sich in Italien (Trentino–Südtirol, Friaul) einige Meriten verdient. Wird in der Schweiz manchmal noch (inkorrekt) Riesling x Sylvaner genannt.

Muscadelle Verleiht manchem weißen Bordeaux (v. a. Sauternes) besondere Würze. Wird im australischen Victoria (zusammen mit MUSCAT, mit dem keine Verwandtschaft besteht) für Rutherglen Muscat verwendet.

Muscadet (Melon de Bourgogne) Erbringt leichte, sehr trockene, erfrischende Weine mit einem Hauch von Meer in der Gegend um Nantes (Bretagne). Als Melon de Bourgogne auch in Teilen Burgunds anzutreffen.

Muscat (Moscatel, Moscato, Muskateller) Diese Sorte existiert in vielen Varianten, am besten ist Muscat blanc à petits grains (alias Gelber Muskateller, Rumeni Muškat, Sarga Muskotály, Yellow Muscat). Die weit verbreiteten, leicht erkennbaren, ausdrucksvollen Trauben werden meist zu bukettreichen, süßen Weinen verarbeitet, oft auch gespritet (z. B. Vin doux naturel in Frankreich). Wunderbar dunkel und süß in Australien. In Spanien süß, z. T. sehr gut. Ungarischer Muskotály ist meist Muscat Ottonel, nur in Tokaj, wo Sarga Muskotály vorherrscht, bringt er (in kleinen Mengen) Duft in den Verschnitt. Gelegentlich (z. B. im Elsass, in Österreich und in Teilen Süddeutschlands) auch trocken ausgebaut. Süßer Muscat vom Cap Corse kann vorzüglich sein. In Norditalien als Moscato leichter Schaumwein.

Muskateller Siehe MUSCAT.

Narince Türkische Sorte; frische und fruchtige Weine.

Neuburger Lange vernachlässigte österreichische Traube, anzutreffen v. a. in der Wachau (elegante, blumige Weine), in der Thermenregion (körperreich, breit) und in den nördlicheren Teilen des Burgenlands (kräftig, voll).

Olaszriesling Siehe WELSCHRIESLING.

Païen Siehe SAVAGNIN.

Palomino (Listán) Die wichtigste Traube für Sherry. Kaum eigener Charakter, es kommt alles auf die Bereitungsmethode an. Liefert unter dem Namen Listán auf den Kanarischen Inseln trockenen Weißwein.

Pansa blanca Siehe XAREL-LO.

Pecorino Keine Käsesorte, sondern ein verführerischer trockener Weißwein (IGT Colline Pescaresi) von der gleichnamigen Sorte, die vor Kurzem noch fast ausgestorben war.

Pedro Ximénez (PX) Wird für süße, braune Sherry-Stile (reinsortig unter dem eigenen Namen) sowie für Montilla und Málaga verwendet. Auch auf den Kanaren, in Argentinien, Australien, Kalifornien und Südafrika angebaut.

Picpoul (Piquepoul) Südfranzösische Traube; am bekanntesten ist der sortenrein von Piquepoul blanc bereitete Picpoul de Pinet. Sollte säurereich sein. Picpoul noir hat eine dunkle Schale.

Pinela Lokale slowenische Sorte für subtile, säurearme, jung zu trinkende Weine.

Pinot bianco Siehe PINOT BLANC.

Pinot blanc (Beli Pinot, Pinot bianco, Weißburgunder) Cousin des PINOT NOIR. Ähnelt CHARDONNAY, ist aber milder im Charakter. Leicht, frisch, fruchtig, kaum aromatisch, jung am besten. Gut für italienischen spumante, im Nordosten potenziell exzellent, v. a. in hohen Lagen in Südtirol. Weit verbreitet. Heißt in Deutschland Weißburgunder und glänzt dort v. a. im Süden, da er rassiger ausfällt als Chardonnay.

Pinot gris (Pinot grigio, Grauburgunder, Ruländer, Sivi Pinot, Szürkebarát) Als Pinot grigio in Norditalien extrem beliebt, selbst für Rosé – charaktervolle Spitzenweine können aber exzellent sein (Südtirol, Friaul). Billige Versionen sind nur dies: billig. Großartig im Elsass für würzige, körperreiche Weißweine. Heißt in Deutschland Ruländer (süß) oder Grauburgunder (trocken); die besten Weine kommen aus Baden (v. a. vom Kaiserstuhl) und der Südpfalz. Szürkebarát in Ungarn, Sivi Pinot in Slowenien (charaktervoll, aromatisch).

Pošip Kroatische Sorte v. a. auf der Insel Korčula. Recht charaktervoll, Zitrusaroma, hohe Erträge.

Prosecco So hieß früher die Traube, aus der Prosecco gemacht wird. Heute muss man sie GLERA nennen.

Renski Rizling Rheinriesling. Siehe RIESLING.

Rèze Sehr seltene alte Sorte aus dem Wallis, die für Vin du Glacier verwendet wird.

Ribolla gialla/Rebula Säurehaltige Weine mit Charakter; in Italien v. a. aus dem Collio, in Slowenien traditionell aus Brda. Kann sehr gut sein, selbst wenn sie auf exzentrische Weise bereitet wird.

Rieslaner Deutsche Kreuzung zwischen Silvaner und Riesling; bekannt für geringe Erträge und schwierige Reifung, inzwischen sehr selten geworden (weniger als 50 ha). Erbringt in Franken und der Pfalz gute Auslesen.

Riesling italico Siehe WELSCHRIESLING.

Riesling (Renski Rizling, Rhine Riesling) Die großartigste, vielseitigste Weißweintraube, im Stil völlig anders als CHARDONNAY. Riesling bietet eine Fülle von Duft- und Geschmacksnoten – die Bandbreite reicht von stahlig bis üppig, doch immer mit positivem Grundton – und hat viel mehr Alterungspotenzial als Chardonnay. Großartig in allen Stilrichtungen in Deutschland; kraftvoll und stahlig in Österreich; Noten von Limettensirup und gerösteten Früchten in South Australia; reichhaltig und würzig im Elsass; vielversprechend am deutschen Stil augerichtet in Neuseeland, dem Staat New York und dem pazifischen Nordwesten der USA; mit Potenzial in Ontario und Südafrika. Bekommt in warmen Klimata schnell eine Petrolnote (Geruch nach Benzin).

Rkatsiteli In Osteuropa, Russland und Georgien sehr verbreitete Sorte, winterhart und säurereich, liefert daher auch bei schlechter Weinbereitung zum Teil noch einigermaßen akzeptable Ergebnisse. Wird auch im Nordosten der USA angebaut.

Robola Erstklassige Traube aus Griechenland (Kefallonia) mit blumigem Aroma. Nicht mit Ribolla gialla verwandt.

Roditis Rosafarbige Traube, die vorwiegend Weißwein liefert, in ganz Griechenland verbreitet. Bei niedrigen Erträgen gute Ergebnisse.

Roter Veltliner Österreichische Sorte, nicht verwandt mit dem GRÜNEN VELTLINER. Es gibt auch Frühroten und (nicht verwandten) Braunen Veltliner.

Rotgipfler Einheimische aromatische Traubensorte der österreichischen Thermenregion. Ergibt im Verschnitt mit ZIERFANDLER lebendige, üppige, aromatische Weine.

Roussanne Rhône-Traube von echter Finesse, die man jetzt auch in Kalifornien und Australien antrifft. Kann viele Jahre altern.

Ruländer Siehe PINOT GRIS.

Sauvignonasse Siehe FRIULANO.

Sauvignon blanc Erbringt sehr ausdrucksvolle, aromatische Weine mit Noten von Gras bis hin zu tropischen Früchten – pikant in Neuseeland, oft mineralisch in Sancerre, reifer in Australien; gut auch in Rueda, Österreich, Norditalien (Isonzo, Piemont, Südtirol), dem chilenischen Casablanca-Tal und Südafrika. Wird in Bordeaux mit SÉMILLON verschnitten. Kann herb ausfallen oder auch herzhaft (und manchmal ganz schrecklich). Sauvignon gris ist eine weniger aromatische Version mit rosafarbener Schale und noch unerforschtem Potenzial.

Sauvignon vert Siehe FRIULANO.

Savagnin (Heida, Païen) Die Traube des Vin jaune aus dem Jura; ihre aromatische Spielart ist der GEWÜRZTRAMINER. In der Schweiz als Heida, Païen oder Traminer bekannt. Körperreiche, säurebetonte Weine.

Scheurebe Deutsche Traube mit Grapefruitaroma, wahrscheinlich eine Kreuzung aus RIESLING x SILVANER. In der Pfalz sehr beliebt, besonders für Auslesen und darüber. Als trockener Wein manchmal krautig, nur voll ausgereift gut.

Sémillon (Semillon) Verleiht dem Sauternes seine Fülle, ist aber immer weniger von Bedeutung für Graves und andere trockene weiße Bordeaux-Weine. Grasig, wenn nicht voll ausgereift, kann aber weichen, trockenen Wein mit großem Alterungspotenzial liefern. In Australien (wo man sie ohne Akzent schreibt) hervorragend; in Neuseeland und Südafrika vielversprechend.

Sercial (Cerceal) Die portugiesische Traube liefert den trockensten Madeira. Als Cerceal (ebenfalls portugiesisch) scheint man dieselbe Sorte zu bezeichnen, aber auch noch einige andere.

Seyval blanc In Frankreich gezüchtete Hybride aus französischen und amerikanischen Reben. Sehr widerstandsfähig, angenehm fruchtig. Im Osten der USA und in England recht erfolgreich, von den dogmatischen Richtlinien der Europäischen Union jedoch nicht für »Qualitätswein« zugelassen.

Silvaner (Johannisberg, Sylvaner) Kann in Rheinhessen und der Pfalz exzellente Ergebnisse hervorbringen, besonders aber in Franken mit ihren pflanzlich/erdigen und mineralischen Noten. Liefert im Wallis als Johannisberg sehr guten, kraftvollen Wein. Im Elsass die Sorte für die leichtesten Weine.

Sipon Siehe FURMINT.

Sivi Pinot Siehe PINOT GRIS.

Spätrot Siehe ZIERFANDLER.

Sylvaner Siehe SILVANER.

Tămâioasă românească Zur MUSCAT-Familie gehörige rumänische »frankincense«-Weißweintraube mit exotischem Aroma und Geschmack.

Torrontés Eine ganze Reihe von Trauben wird so genannt, die meisten haben einen aromatischen, floralen, manchmal etwas seifigen Charakter. Eine Spezialität in Argentinien, auch in Spanien anzutreffen. Jung zu trinken.

Traminac Alias Traminec. Siehe GEWÜRZTRAMINER.

Traminer In Ungarn auch Tramini. Siehe GEWÜRZTRAMINER.

Trebbiano (Ugni blanc) Die wichtigste weiße Sorte der Toskana, kommt aber in verschiedenster Gestalt in ganz Italien vor. Erhebt sich selten über die Masse, außer im toskanischen Vin Santo. Einige gute trockene Weißweine unter den DOCs Romagna und Abruzzo. Trebbiano di Soave alias VERDICCHIO ist nur entfernt verwandt. Trebbiano di Lugana heißt jetzt Turbiana. Wird in Südfrankreich als Ugni blanc und in Cognac als St-Émilion angebaut. Liefert meist dünnen, neutralen Wein, gut für Verschnitte geeignet. Bräuchte mehr Sorgfalt beim Anbau.

Ugni blanc Siehe TREBBIANO.

Ull de Llebre Siehe TEMPRANILLO.

Verdejo Die Traube von Rueda in Kastilien kann feinen, langlebigen Wein erbringen.

Verdelho In Australien hervorragende Qualität (körperreich und etwas scharf); selten, aber gut (und mittelsüß) auf Madeira.

Verdicchio Liefert den potenziell guten, muskulösen trockenen Wein gleichen Namens im östlichen Mittelitalien.

Vermentino Italienische Traube, die lebhafte Weine mit ordentlicher Textur und guter Alterungsfähigkeit ergibt. Hat Potenzial.

Vernaccia Steht für viele Trauben in Italien, die nicht miteinander verwandt sind. Vernaccia di San Gimignano ist frisch und lebhaft, Vernaccia di Oristano eher sherryähnlich.

Vidal Franzöische Hybridrebe; verbreitet in Kanada für Eiswein angebaut.

Vidiano Die meisten Erzeuger auf Kreta lieben diese kraft- und stilvolle Traube mit Noten von Limette und Aprikose und guter Säure.

Viognier Die Rhône-Traube ist gerade groß in Mode. Die besten Exemplare stammen aus Condrieu, danach kommen die immer noch aromatischen Weine aus dem Midi. Auch in Kalifornien, Virginia, Uruguay und Australien bereitet man gute Versionen.

Viura (Macabeo, Maccabéo, Maccabeu) Die häufigste weiße Sorte Nordspaniens, weitverbreitet in Rioja und den katalanischen Cava-Gebieten. Wird auch jenseits der Grenze in Südwestfrankreich angebaut. Gutes Qualitätspotenzial.

Weißburgunder Deutscher Name für PINOT BLANC.

Welschriesling (Graševina, Laski Rizling, Olaszriesling, Riesling italico) Liefert leichte und frische bis süße und volle Weine in Österreich; in Osteuropa allgegenwärtig, wo einige bemerkenswert gute trockene und süße Weine aus ihr bereitet werden. Mit RIESLING nicht verwandt.

Xarel-lo (Pansa blanca) Traditionelle katalanische Traube, zusammen mit Parellada and MACABEO für Cava verwendet. Neutral, aber sauber. Charaktervoller (mit Noten von Limettensirup) als Pansa blanca in Alella.

Xynisteri Die meistangebaute Weißweintraube Zyperns. Kann recht schlicht geraten und wird meist jung getrunken; in Höhenlagen liefert sie allerdings frische, ansprechende, mineralische Weine.

Zéta Ungarische Kreuzung von BOUVIER und FURMINT, die einige Winzer für ihren Tokaji Aszú verwenden.

Zierfandler (Spätrot, Cirfandl) In der österreichischen Thermenregion vorkommende Weißweinsorte, oft mit ROTGIPFLER zu aromatischen, gewichtigen Weinen mit Orangenschalenduft verschnitten.

Wein und Speisen

Hat sich jemals die Mode beim Essen schneller verändert? Die Küche scheint der Entwicklung der Weine zu folgen (und was es heute an Weintrends gibt, war vor fünf Jahren noch nicht auf dem Markt). Speisekarten sind heute oft kaum mehr als Zutatenlisten. Eine Reihe Klassiker bleibt natürlich, Gerichte, in denen die Hauptzutat noch die Hauptzutat ist. Bei der Wahl des Weins muss man da nicht originell sein, die erprobte Formel ist ja kein Geheimnis. Wählen Sie Austern zum Chablis, wenn Sie können. Möchten Sie originell und schon fast futuristisch im Trend liegen und Ihr Essen trotzdem genießen, nehmen Sie Sherry. Erst Fino, dann Oloroso.

Vorspeisen

Aïoli Zu so viel Knoblauch braucht man einen Durstlöscher. Kalter junger weißer Rhônewein, Picpoul, Rosé aus der Provence, Verdicchio oder Sauvignon blanc von der Loire. Oder Bier, Marc oder Grappa … Sie werden den Unterschied kaum merken.

Antipasti Für den Klassiker mit Schinken, Oliven und eingelegtem Gemüse: trockener oder halbtrockener Weißwein aus Italien (Arneis, Verdicchio, Pinot grigio, Vermentino, Grechetto) oder ein leichter, aber griffiger Rotwein, z. B. Vapolicella. Auch Fino Sherry – in Italien leider nicht zu bekommen.

Artischocken Ein ausdrucksvoller, trockener Weißer, z. B. neuseeländischer Sauvignon blanc, Côtes de Gascogne oder ein moderner Grieche (ein vier Jahre alter Malagousia, um genau zu sein). Evtl. Côtes du Rhône, rot oder weiß.

Auberginenpüree (Melitzanosalata) Frischer Sauvignon blanc aus der Neuen Welt, oder ein moderner trockener griechischer bzw. sizilianischer Weißer. Auberginengerichte aus dem Ofen brauchen einen kräftigeren Roten: Shiraz, Zinfandel oder tatsächlich türkischen Wein. Oder Weiße aus dem Mittelmeerraum (einschließlich Fino).

Austern Roh: Champagner oJ, Chablis, Muscadet, weißer Graves, Sancerre – oder Guinness. Probieren Sie Sauternes. Manzanilla passt hervorragend.
Gegart: Puligny-Montrachet oder ein guter Chardonnay aus der Neuen Welt. Champagner passt zu allen Austern.

Avocado Gerade schwer in Mode, für Wein aber kein Selbstläufer. Trockener bis leicht lieblicher Weißwein, z. B. Pfälzer oder Rheingauer Kabinett, Grüner Veltliner, Riesling aus der Wachau, Sancerre, Pinot grigio, australischer Chardonnay (ohne Eichennote) oder ein trockener Rosé.

Burrata Vergessen Sie Mozzarella; dies ist die Crème de la Crème. Also muss ein erstklassiger italienischer Weißer her, Fiano oder der Grillo von Cusumano. Ich werden es auch mal mit Sauternes probieren.

Carpaccio Vom Lachs: Chardonnay oder Champagner.
Vom Rind: Hierzu passt fast jeder Wein, auch ein Roter. Ein Toskaner ist eine gute Wahl, aber auch ein feiner Chardonnay oder ein Jahrgangs- oder Rosé-Champagner. Probieren Sie mal Amontillado.
Vom Thunfisch: Viognier, kalifornischer Chardonnay, Marlborough Sauvignon blanc. Oder Sake.

Ceviche Australischer Riesling oder Verdelho, Sauvignon blanc aus Chile, Torrontés. Manzanilla.

Dim-Sum Klassischerweise: chinesischer Tee. Pinot grigio oder klassischer deutscher Riesling, auch ein leichter Pinot noir. Bei Rotweinen sind weiche Tannine der Schlüssel: Bardolino, Rioja, Côtes du Rhône. Sonst Champagner oJ oder englischer Schaumwein.

Eierspeisen Siehe auch Soufflé. Nicht einfach: Eier breiten sich recht eigen im Mund aus. Bei Omelettes sollte der Maßstab die anderen Zutaten sein; Pilze wahrscheinlich mit Rotwein. Jahrgangschampagner zu Trüffelomelette. Zu Rührei trinke ich allenfalls Champagner.
Œufs en meurette: Ein Geniestreich aus Burgund; die Eier in Rotweinsauce verlangen natürlich nach einem Burgunder.
Wachteleier: Blanc-de-Blancs-Champagner, Viognier.

Fischterrine oder Fischsalat (inkl. Krebse) Braucht etwas Feines. Trockene Pfälzer Riesling Spätlese, erstklassiger Grüner Veltliner, Chablis Premier cru, Sonoma Chardonnay oder Manzanilla.

Forelle, geräuchert Feiner als Räucherlachs. Riesling Kabinett oder Spätlese von der Mosel. Chablis oder Champagner Blanc de Blancs.

Gänseleberpastete Süßer Weißwein: Sauternes, Tokaji Aszú 5 Puttonyos, Pinot gris Spätlese oder Riesling, Vouvray, Montlouis, Jurançon moelleux, Gewürztraminer. Ein alter trockener Amontillado kann vorzüglich sein. Zu warmer Gänseleberpastete alter Jahrgangschampagner. Auf keinen Fall Chardonnay, Sauvignon blanc oder irgendein Rotwein.

Hering, grün oder Matjes Junger Genever, Aquavit aus Skandinavien oder kühles Bier. Wenn es unbedingt Wein sein soll: Muscadet, aber es wäre schade um ihn.

Kaviar Eiskalter Wodka; körperreicher Champagner (z. B. Bollinger, Krug). Niemals rohe Zwiebeln dazugeben!

Lachs, geräuchert Trockener, aber ausdrucksvoller Weißwein, z. B. Fino (v. a. Manzanilla), Condrieu, Elsässer Pinot gris, Chablis Grand cru, Pouilly-Fumé, Pfälzer Riesling Spätlese, Jahrgangschampagner. Wodka, Aquavit.

Mezze (eine Auswahl warmer und kalter Gemüsegerichte) Ein Heimspiel für Fino Sherry oder einen griechischen Weißen.

Mozzarella mit Tomaten und Basilikum Siehe auch Avocado. Ein frischer italienischer Weißwein (z. B. Soave, Südtiroler). Vermentino aus Ligurien oder südfranzösischer Rolle.

Pasta Rot- oder Weißwein, je nach Sauce.
Mit Fleischsauce: Montepulciano d’Abruzzo, Salice Salentino, Malbec.
Mit Pesto: Barbera, Vermentino aus Ligurien, neuseeländischer Sauvignon blanc, ungarischer Furmint.
Mit Sahnesauce (Carbonara): Orvieto, Greco di Tufo. Junger Sangiovese.
Mit Seafood (z. B. Muscheln): Verdicchio, Lugana, Soave, Grillo, Cirò, Chardonnay ohne Holznote.
Mit Tomatensauce: Chianti, Barbera, sizilianischer Rotwein, Zinfandel, südaustralischer Grenache.

Pastete Hühnerleber: Ein pikanter Weißer (Elsässer Pinot gris oder Marsanne) oder milder Roter (leichter Pomerol, Volnay, neuseeländischer Pinot noir). Zu kräftigeren Pasteten (Entenleber usw.) passt Gigondas, Moulin-à-Vent, Chianti Classico oder guter weißer Graves. Amontillado kann wunderbar passen.

Pastrami Elsässer Riesling, junger Sangiovese, St-Émilion.

Prosciutto (auch mit Melonen, Birnen oder Feigen) Gehaltvoller trockener bis halbtrockener Weißwein: Orvieto, Grechetto, Grüner Veltliner, Furmint-Tokajer, australischer Semillon, Jurançon Sec. Sercial Madeira. Manzanilla.

Risotto Je nach Geschmacksrichtung: Mit Gemüse (z. B. Primavera): Pinot grigio aus dem Friaul, Gavi, recht junger Semillon, Dolcetto, Barbera d’Alba.
Mit Steinpilzen: Feinster reifer Barolo oder Barbaresco.
Nero: Voller trockener Weißer: Viognier oder sogar Corton-Charlemagne.

Salate Jeder trockene und appetitanregende Weißwein.

Hinweis: Essig in Salatsaucen zerstört das Aroma des Weins. Will man einen guten Wein zum Essen trinken, sollte der Salat (behutsam) mit Wein oder etwas Zitronensaft angemacht werden. Meersalz und reichlich gutes Öl sind das Geheimnis.

Schnecken Rote von der Rhône (z. B. Gigondas, Vacqueyras) oder weißen St-Véran oder Rully. Im Midi nehme man einen Weiß-, Rosé- oder Rotwein der Gegend zu Petits gris. Im Elsass Pinot blanc oder trockener Muscat.

Soufflé Hierzu gehört ein ***-Wein. Zu allen Soufflé-Arten passt Champagner, insbesondere Jahrgangschampagner.
Fischsoufflé: Trockener Weißwein: Burgunder, Bordeaux, Elsässer, Chardonnay usw.
Käsesoufflé: Reifer roter Burgunder oder Bordeaux, Cabernet Sauvignon (nicht aus Chile oder Australien) usw. Oder feiner weißer Burgunder.
Spinatsoufflé: Schwierig zu Wein. Mâcon-Villages, St-Véran, Valpolicella.

Spargel Sowohl grüner als auch weißer Spargel sind leicht bitter, es muss also ein ausdrucksstarker Tropfen sein. Vielleicht Viognier; Riesling ist immer einen Versuch wert, Rheingau-Riesling ein Klassiker. Sauvignon blanc verstärkt den Spargelgeschmack. Australischer Semillon ist besser als Chardonnay, der wiederum besser zu zerlassener Butter oder Sauce hollandaise passt. Elsässer Pinot gris kann gehen, sogar trockener Muscat oder Jurançon Sec. Auch für einen richtig süßen Wein gibt es Argumente, vielleicht keinen Yquem.

Tapas Perfekt ist kalter, frischer Fino Sherry, der die ganze Bandbreite an Geschmacksrichtungen der warmen und kalten Speisen abdeckt. Auch Sake.

Tapenade Manzanilla oder Fino Sherry oder jeder leicht scharfe, trockene Weißwein oder Rosé. Auf keinen Fall Champagner.

Tarama/Taramosalata Mediterraner, möglichst griechischer Weißwein mit Charakter. Fino Sherry passt gut. Ebenso ein Marsanne von der Rhône.

Wurstwaren/Salami Säurebetonte Rotweine ohne Eichennote eignen sich besser als Weiße. Einfacher Valpolicella, Refosco, Schioppetino, Teroldego, Barbera. Wenn es ein Weißer sein muss, braucht er Säure. Chorizo lässt den Wein metallisch schmecken. Feine Kreszenzen wären hier verschwendet.

Meeresfrüchte & Fischgerichte

Aal, geräuchert Erste Wahl ist Fino Sherry. Sonst Riesling aus dem Elsass oder aus Österreich, Grüner Veltliner. Jahrgangschampagner. Schnaps.

Barsch, See- Jeder delikate Weißwein eignet sich gut, z. B. trockener Clare-Riesling, Chablis, weißer Châteauneuf-du-Pape, Weißburgunder aus Baden oder der Pfalz. Aber je kräftiger der Fisch gewürzt ist, desto aromareicher sollte der Wein sein: mit Ingwer, Frühlingszwiebeln usw. etwa ein gehaltvoller Riesling, nicht unbedingt trocken.

Brandade Chablis Premier cru, roter Sancerre oder Neuseeländer Pinot noir.

Fisch in Beurre blanc Bester Muscadet sur lie, Sémillon/Sauvignon-blanc- Verschnitt, Chablis Premier cru, Vouvray, Albariño, Rheingauer Riesling.

Fischpastete (mit Sahnesauce) Albariño, Soave Classico, Riesling Erstes Gewächs, spanischer Godello.

Fish and Chips, Fritto misto, Tempura Jeder Weißwein geht, solange kein Essig im Spiel ist. Chablis, weißer Bordeaux, Sauvignon blanc, Pinot blanc, Gavi, Fino, weißer Dão, Koshu, Sake; oder Champagner oJ bzw. Cava.

Forelle, gegrillt oder gebraten Delikate Weißweine, z. B. Mosel (v. a. von der Saar oder Ruwer), Elsässer Pinot blanc, Fendant.

Garnelen Mit Knoblauch: leichter, trockener Weiß- oder Roséwein.
Mit Gewürzen (auch scharf, mit Chili): Hier ist etwas mehr Körper nötig, aber keine Eichennote: trockener Riesling oder ein Italiener, etwa Fiano, Grillo.
Mit Mayonnaise: Menetou-Salon.

Glattbutt Delikater als Steinbutt, also ideal für feinen alten Puligny und dergleichen. Mit einer üppigen Sauce Hollandaise wäre sogar ein Montrachet angeraten.

Graved Lachs Sercial Madeira (z. B. 10 Jahre alter Henriques), Amontillado, Tokaji Furmint, orangefarbener Wein. Oder Champagner oJ.

Heilbutt Siehe Steinbutt.

Heringe, gebraten, gegrillt Ein kantiger Weißwein, der dem ausgeprägten Geschmack des Herings entgegenwirkt: Rully, Chablis, Bourgogne Aligoté, griechischer Weißwein, Sauvignon blanc. Oder indischer Tee. Oder Cidre. Ein Speyside Malt Whisky zu Bückling ist denkwürdig.

Hummer Nur gegrillt oder kalt mit Mayonnaise: Champagner oJ, Elsässer Riesling, Chablis Premier cru, Condrieu, Mosel Spätlese oder ein lokaler Schaumwein.
Mit reichlich Sauce, z.B. Thermidor: Jahrgangschampagner, feiner weißer Burgunder, Graves Cru classé. Alternativ Sauternes, um der vorhandenen Süße gerecht zu werden, auch Pfälzer Spät- oder sogar Auslese.

Jakobsmuscheln Am besten halbtrockene Weißweine.
Auf asiatische Art: ein Neuseeländer Chardonnay, Chenin blanc, Godello, Grüner Veltliner, Gewürztraminer.
Gegrillt oder sautiert: weißer Hermitage, Grüner Veltliner, weißer Pessac-Léognan, Jahrgangschampagner oder Pinot noir.
In Sahnesauce: Deutsche Spätlese, Montrachet, erstklassiger australischer Chardonnay.

Kabeljau, gebraten Eine gute, neutrale Grundlage für feine trockene bis halbtrockene Weißweine, z. B. Chablis, Meursault, Corton-Charlemagne, Graves Cru classé, Grüner Veltliner; Kabinett oder Großes Gewächs aus Deutschland; oder auch ein guter, eher leichter Pinot noir.
Black cod mit Misosauce: Pinot noir aus Neuseeland oder Oregon, Meursault Premier cru, Rheingauer Riesling Spätlese. Jahrgangschampagner.

Kedgeree (anglo-indisches Fischgericht) Volle Weißweine, auch schäumend: Mâcon-Villages, südafrikanischer Chardonnay, Grüner Veltliner, ein deutsches Großes Gewächs oder (zum Frühstück) Champagner.

Krabben (Krebse) Krabben und Riesling (oder Champagner) sind füreinander geschaffen.
Mit Chili und Knoblauch: Ein eher kraftvoller Riesling, vielleicht ein Großes Gewächs oder einer aus der Wachau.
Chinesische Art, mit Ingwer und Zwiebeln: Deutscher halbtrockener Riesling (Kabinett oder Spätlese); Tokaji Furmint, Gewürztraminer.
Cioppino: Sauvignon blanc. An der amerikanischen Westküste trinkt man Zinfandel. Auch kalifornischer Schaumwein.
Kalt angemacht: Spitzenriesling von der Mosel, trockener Elsässer oder australischer Riesling, oder Condrieu.
Mit Schwarzer-Bohnen-Sauce: Kräftiger Barossa-Shiraz oder Syrah.
Softshell crabs: Chardonnay, Albariño oder deutsche Riesling Spätlese.
Thailändische Crabcakes: Ausdrucksvoller Sauvignon blanc (von der Loire, aus Südafrika, Australien, Neuseeland) oder Riesling (deutsche Spätlese oder aus Australien).

Lachs, sautiert oder gegrillt In Mode ist Pinot noir, doch Chardonnay ist besser. Merlot oder leichter Bordeaux sind auch nicht übel. Am besten ist feiner weißer Burgunder: Puligny- oder Chassagne-Montrachet, Meursault, Corton-Charlemagne, Chablis Grand cru; oder Grüner Veltliner, Condrieu, Chardonnay aus Kalifornien, Idaho oder Neuseeland, Rheingau-Riesling (Kabinett/Spätlese) oder aus Australien.
Lachsklößchen: Ähnliche, aber weniger große Weine.

Makrelen Gegriltt: Weiße mit kräftiger Säure: Sauvignon blanc aus der Touraine, Gaillac, Vinho Verde, weißer Rioja, englischer Weißer. Oder Guiness.
Geräuchert: Ruiniert Wein mit seiner Öligkeit. Manzanilla, Vinho Verde oder Schnaps, Wodka mit Pfeffer- oder Büffelgrasaroma.

Meeräsche Verdicchio, Rully, Chardonnay ohne Eichenwürze.

Meerbarbe, Rote Eine feine, köstliche Verwandlungskünstlerin, passt sich sowohl guten Weiß- als auch feinen Rotweinen an, v. a. Pinot noir.

(Mies)Muscheln Muscadet sur lie, Chablis Premier cru, Chardonnay ohne Eichennote.
In Curry: Mittelsüßer Wein; Elsässer Riesling.
Gefüllt, mit Knoblauch/Petersilie: Siehe Vorspeisen/Schnecken.

Paella, mit Schalentieren Körperreicher Weißwein oder Rosé, Chardonnay ohne Eichennote, Albariño oder Godello. Oder den lokalen spanischen Rotwein.

Rochen, in brauner Butter Würziger Weißwein, z. B. Elsässer Pinot gris oder Roussanne, oder sauberer, einfacher Wein wie Muscadet oder Verdicchio.

Sardellen, mariniert Die Marinade verträgt sich mit kaum einem Wein. In Salade niçoise vielleicht provencalischer Rosé.

Sardinen, frisch gegrillt Sehr trockener Weißwein, z. B. Vinho Verde, Muscadet, moderner griechischer Wein.

Sashimi Die Japaner präferieren körperreichen Weißwein (Chablis Premier cru, Elsässer Riesling) zu weißem Fisch, Pinot noir zu rotem. Beide brauchen Säure. Einfacher Chablis ist vielleicht zu dünn. Wenn Sojasauce dabei ist, passt ein tanninarmer Roter (wieder Pinot). Ansonsten Sake (oder Fino). Auf Champagner wären Sie sicher selbst gekommen.

Schalentiere Trockener Weißwein zu gekochten Schalentieren, vollere Weine zu gehaltvollen Saucen. Riesling ist die Traube der Wahl.
Zu einem Meeresfrüchteteller: Chablis, Muscadet de Sèvre et Maine, Picpoul de Pinet, Pinot bianco aus Südtirol.

Schellfisch Reichhaltige trockene Weißweine: Meursault, kalifornischer Chardonnay, Marsanne oder Grüner Veltliner.

Schnapper Sauvignon blanc, wenn orientalische gewürzt; Rhône-Weißwein oder provençalischer Rosé mit mediterranen Aromen.

Schwertfisch Körperreicher, trockener lokaler Weißwein (und warum nicht auch Rotwein?), aber nichts Besonderes.

Seehecht Sauvignon blanc oder sonst ein frisch-fruchtiger Weißwein, z. B. Pacherenc du Vic-Bilh, Tursan.
Kalt mit Mayonnaise: Feiner Chardonnay.

Seeohr (Abalone) Trockener bis halbtrockener Weißwein, z. B. Sauvignon blanc, Meursault, Pinot grigio, Grüner Veltliner.
In Hongkong: Mindestens Dom Pérignon.

Seeteufel Ein üppiges, aber neutrales Gericht; vollaromatischer Weiß- oder Rotwein, je nach Sauce.

Seezunge, Scholle u. Ä. Gegart, gegrillt oder gebraten: Ideal zu feinen Weinen: weißer Burgunder und Gleichrangige.
Mit Sauce: Je nach den Zutaten der Sauce; säuerlich-trockene Weine bei Tomatensauce; ziemlich reichhaltige Tropfen für sahnigere Varianten.

Skandinavische Küche Skandinavische Gerichte sind oft mit Dill, Kümmel und Kardamom gewürzt und verbinden süße und scharfe Noten. Ein Wein dazu braucht Säure und genug Gewicht: Godello, Falanghina, Verdelho, australischer, Elsässer oder österreichischer Riesling. Eingelegter/fermentierter/roher Fisch stellt eine größere Herausforderung dar: Bier oder Aquavit.

Steinbutt Trockener Spitzenweißwein, z. B. Meursault, Chassagne-Montrachet, Corton-Charlemagne, reifer Chablis oder sein kalifornisches, australisches bzw. neuseeländisches Äquivalent; reife Rheingauer, Mosel- oder Nahe-Spätlese oder Auslese (nicht trocken); Condrieu.

Sushi Wird meist schon mit scharfem Wasabi zubereitet. Trockener deutscher QbA, einfacher Chablis, Alvarinho oder Champagner Brut oJ passen gut. Nichts mit zu deutlicher Frucht. Ansonsten natürlich Sake und Bier.

Tagine, mit Couscous Nordafrikanische Aromen brauchen gehaltvolle Weißweine – aus Österreich oder von der Rhône – oder frische, neutrale Weiße, die nicht mit ihnen konkurrieren. Vorsicht mit Eichennoten. Viognier oder Albariño können gut passen.

Teriyaki Eine Zubereitungsmethode ebenso wie eine Sauce, für Fisch wie für Fleisch. Halbtrockener RIESLING mit Körper hat sich in Deutschland durchgesetzt. Ein Kabinett kann zu leicht sein.

Thunfisch, gegrillt oder sautiert Wird am besten nicht ganz durchgebraten (oder sogar roh) mit leichtem Rotwein serviert: Junger Cabernet franc von der loire oder roter Burgunder. Junger Rioja ist auch eine Möglichkeit.

Zander Exquisiter Fisch, verlangt feinsten Wein: weißer Spitzenburgunder, Elsässer Riesling Grand cru oder edler Mosel. Oder Chasselas aus der Schweiz (Dézaley, St-Saphorin).

Fleisch, Geflügel & Wild

Barbecue Passende lokale Weine kommen aus Australien, Südafrika, Chile oder Argentinien. Rote brauchen Tannin und Kraft. Oder die Frische eines Beaujolais Cru.

Bœuf Stroganoff Massiver Rotwein: Barolo, Amarone della Valpolicella, Priorat, Hermitage, Zinfandel Spätlese, sogar Saperavi aus Georgien oder Negru de Purkar aus Moldawien.

Boudin blanc Chenin blanc von der Loire; falls mit Äpfeln serviert: trockener Vouvray, Saumur Savennières; ohne Äpfel: reifer roter Côtes de Beaune.

Boudin noir (Blutwurst) Sauvignon blanc oder Chenin blanc aus der Gegend, insbesondere an der Loire. Oder Beaujolais Cru, v. a. Morgan. Oder ein leichter Tempranillo. Oder Fino.

Brasilianische Küche Intensive, würzige Speisen, bei denen sich verschiedene kulinarische Traditionen mischen. Mit Sherry käme eine weitere hinzu. Rotweine aus Rhône-Sorten oder Weißweine mit Substanz: Verdicchio, kalifornischer Chardonnay. Oder Caipirinha. Und hinterher ein 15-km-Lauf …

Bratenreste, Kalte Besser ein sehr aromatischer Weißer als Rotwein. Sehr gut passen Mosel-Spätlese, Hochheimer oder Weine von der Côte Chalonnaise und aus dem Beaujolais. Den Rest aus der Champagnerflasche.

Bratwurst In England trinken wir jungen Malbec aus Argentinien, jedenfalls einen Roten.

Cajun-Küche Fleurie, Brouilly oder Sauvignon blanc aus der Neuen Welt.
Gumbo: Amontillado.

Cassoulet Rotwein aus dem Südwesten Frankreichs (Gaillac, Minervois, Corbières, St. Chinian, Fitou) oder Shiraz. Am besten ist jedoch ein Wein aus Fronton, ein Beaujolais Cru oder junger Tempranillo.

Chili con Carne Junger Rotwein: Beaujolais, Tempranillo, Zinfandel, argentinischer Malbec, chilenischer Carmenère. Viele trinken Bier.

Chinesische Küche Für die Puristen unter uns: Eine »chinesische Küche« als solches gibt es nicht, sie ist aufgeteilt in viele regionale Varianten – wie in Italien, nur noch verwirrender. Zu chinesischen Speisen biete ich häufig Weiß- und Rotwein gleichzeitig an; kein einzelner Wein deckt die ganze Bandbreite ab. Pekingente verträgt fast alles. Champagner löscht den Durst, Bier natürlich auch.
Kanton-Art: Rosé oder trockene bis halbtrockene Weißweine (Riesling Kabinett von der Mosel oder trockene Spätlese). Riesling sollte nicht zu trocken sein; Gewürztraminer wird zwar häufig vorgeschlagen, passt aber selten; Grünen Veltliner trifft es besser. Der Wein braucht Säure. Trockener Schaumwein (v. a. Cava) passt zur Textur. Rotweine können passen, aber sie dürfen weder junge Tannine noch eine zu starke Eichennote haben und nicht zu trocken sein. Pinot noir ist erste Wahl, probieren Sie auch St-Émilion (**) oder Châteauneuf-du-Pape.
Shanghai-Art: Reichhaltiger und öliger als kantonesisches Essen, nicht der ideale Partner für Wein. Es ist nicht so scharf, enthält aber mehr Essig. Deutsche und Elsässer Weißweine, vielleicht ein bisschen süßer als für kantonesische Gerichte. Bei den Roten ist Merlot eine Option, er passt zum Salz. Oder reifer Pinot noir, doch der ist schon fast wieder verschwendet.
Szechuan-Art: Verdicchio, Elsässer Pinot blanc oder sehr kaltes Bier. Auch hier kann reifer Pinot noir passen (aber siehe oben). Der natürliche Partner ist schwarzer Tee.
Taiwanesisch:LAMBRUSCO passt zur traditionellen Taiwan-Küche, wenn Sie kein Bier mehr mögen.

Choucroute garnie (Schlachtplatte) Elsässer Pinot gris, Pinot blanc, Riesling oder Bier.

Confit d’oie/de canard Junger, tanninreicher roter Bordeaux, kalifornischer Cabernet Sauvignon und Merlot sowie Priorat nehmen diesem Gericht die Schwere; Elsässer Pinot gris oder Gewürztraminer passen ebenso.

Coq au vin Roter Burgunder. Der Idealfall ist eine Flasche Chambertin im Gericht und zwei auf dem Tisch. Siehe auch Huhn.

Dirty Rice (kreolisch) Voller, geschmeidiger Rotwein: neuseeländischer Pinot noir, Garnacha, Bairrada, Malbec.

Eintopfgerichte Burgunder wie Nuits St-Georges oder Pommard, aber eher einfacher; andernfalls kräftiger, geschmacksintensiver Rotwein, z. B. jun- ger Côtes du Rhône, Blaufränkisch, Corbières, Barbera, Shiraz, Zinfandel o. Ä.

Ente oder Gans Gehaltvoller Weißwein: Pfälzer Spätlese oder halbtrockener Elsässer Grand cru; gut reife Rotweine mit Wildaroma wie Morey-St-Denis, Côte Rôtie oder Pauillac. Mit Orangen oder Pfirsichen ist Sauternes zu empfehlen, aber auch Monbazillac bzw. Riesling Auslese. Darüber hinaus reifer, körperreicher Jahrgangschampagner, der sich zudem überraschend gut mit Rotkohl versteht.
Peking-Ente: siehe Chinesische Küche.
Wildente: Ausdrucksstarker, üppiger Rotwein, z. B. Hermitage, Bandol, kalifornischer oder südafrikanischer Cabernet Sauvignon, australischer Shiraz – am besten Penfolds Grange, wenn man ihn sich leisten kann.
Mit Oliven: Spitzen-Chianti oder ein anderer Toskaner.
Gebratene Entenbrust sowie Confit mit Puy-Linsen: Madiran, St-Émilion, Fronsac.

Gulasch Aromatischer junger Rotwein: ungarischer Kékoportó, Zinfandel, Tannat aus Uruguay, roter Douro, Mencía, junger australischer Shiraz, Saperavi. Oder trockener Weißwein aus Tokaj.

Hamburger Junger Rotwein: australischer Cabernet Sauvignon, Chianti, Zinfandel, argentinischer Malbec, chilenischer Carmenère oder Syrah, Tempranillo. Oder echte Cola (nicht »Light« oder »Zero«). Mit Käse und sonstwas drauf? Da müssen Sie selbst sehen, wo Sie bleiben.

Hammel Der Geschmack ist intensiver als bei Lamm, das Fleisch wird meist durchgebraten. Braucht eine kräftige Sauce. Hier ist ein robuster Rotwein angeraten – und auf jeden Fall erstklassig: reifer Cabernet Sauvignon oder Syrah. Eine gewisse süße Fruchtnote (z. B. Barossa) passt gut.

Hase Hasenpfeffer verlangt nach einem vollduftigen Rotwein: nicht zu reifer Burgunder oder Bordeaux, von der Rhône (z. B. Gigondas), Bandol, Barbaresco, Ribera del Duero oder Rioja Reserva. Dasselbe gilt für Hasenrücken oder -ragout mit Pappardelle.

Hühnchen Kiewer Art Elsässer Riesling, Collio, Chardonnay, roter Bergerac.

Huhn, Perlhuhn, Pute, gebraten So gut wie jeder Wein, auch bester trockener bis halbtrockener Weißwein und feiner alter Rotwein (v. a. Burgunder). Welcher Wein am besten passt, entscheidet die Sauce.

Indische Küche Hier gibt es viele Möglichkeiten; trockener Sherry passt ausgezeichnet. Wählen Sie einen einigermaßen gewichtigen Fino zu Fisch und einen Palo Cortado, Amontillado oder Oloroso zu Fleisch, je nach Schwere des Essens. Die Schärfe ist kein Problem, und die Textur passt auch. Ansonsten lieblichen Weißwein ohne Holznote, gut gekühlt: Orvieto abboccato, südafrikanischen Chenin blanc, Elsässer Pinot blanc, Torrontés, indischen Schaumwein, Cava oder Champagner oJ. Rosé passt im Prinzip immer. Tannin – Barolo, Barbaresco bzw. andere geschmacksintensive Rotweine wie Châteauneuf-du-Pape, Cornas, australischer Grenache bzw. Mourvèdre oder Amarone della Valpolicella – betont die Schärfe. Sauer-scharfe Gerichte brauchen einen säurehaltigen Wein.

Japanische Küche Auf Textur und Balance kommt es an, die Aromen sind sehr delikat. Guter reifer Schaumwein passt ebenso wie reifer trockener Riesling: Säure, etwas Körper und Komplexität sind gefragt. Trockener Furmint kann gut passen. Fleischgerichte mit viel Umami freunden sich mit leichten, geschmeidigen Roten wie Beaujolais oder reifem Pinot noir an. Der intensive Geschmack von Yakitori braucht ähnliche Rote in einer lebhaften, fruchtigen, jüngeren Version. Koshu mit rohem Fisch, Orange Koshu mit Wagyu-Rindfleisch. Siehe auch Sushi, Sashimi, Teriyaki (Fischgerichte).

Kalbfleisch, gebraten Gut für feine alte Rotweine, die mit der Zeit ein wenig Aroma verloren haben (Rioja Reserva, alter Médoc, Côte de Nuits). Oder deutscher bzw. österreichischer Riesling, Vouvray oder Elsässer Pinot gris.

Kalbsbries Ein reichhaltiges Gericht, also ein großer Weißwein: Rheingau-Riesling, Silvaner Spätlese aus Franken, Elsässer Grand cru Pinot gris oder Condrieu, abhängig von der Sauce.

Kaninchen Lebendiger, mittelschwerer, junger italienischer Rotwein, etwa Aglianico del Vulture, Refosco; Chiroubles, Chinon, Saumur Champigny oder Roséwein von der Rhône.
Mit Pflaumen: Mächtigerer, gehaltvollerer, fruchtigerer Rotwein.
Als Ragout: Mittelschwerer Rotwein mit genug Säure.
Mit Senf: Cahors.

Kebab Kräftiger Rotwein, z. B. ein moderner griechischer Wein, Corbières,
chilenischer Cabernet Sauvignon, Zinfandel oder Barossa-Shiraz. Viel Knoblauch wird von Sauvignon blanc gemeistert.

Kohl, gefüllt Ungarischer Kadarka; Côtes du Rhône-Villages; Salice Salentino, Primitivo und andere würzige Rotweine aus Süditalien. Oder argentinischer Malbec (ohne Eichennote, wenn möglich).

Koreanische Küche Fruchtbetonte Weine scheinen am besten mit dem kräftigen, scharfen Geschmack koreanischer Speisen zurechtzukommen. Probieren Sie Pinot noir, Beaujolais oder Valpolicella, wichtig ist die Säure. Oder nichtaromatische Weiße: Grüner Veltliner, Silvaner, Vernaccia. Ich trinke allerdings Bier.

Lamm, gebraten Traditionell einer der besten Partner für sehr guten roten Bordeaux oder entsprechenden Cabernet Sauvignon aus der Neuen Welt. In Spanien feinster alter Rioja, Ribera del Duero Reserva oder Priorat, in Italien ebensolcher Sangiovese.
Langsam geschmorter Braten: Ideal für Spitzenrotweine, allerdings mit weniger Tannin als für rosa gebratenes Fleisch.

Leber Junger Roter: Beaujolais-Villages, St-Joseph, italienischer Merlot, Breganze-Cabernet-Sauvignon, Zinfandel, Priorat, Bairrada.
Kalbsleber: Roter Rioja Crianza, Fleurie. Oder eine mächtige Pfälzer Riesling-Spätlese.

Mexikanische Küche Kalifornier bevorzugen Riesling: Das Restaurant Calavera in Oakland führt 33 Rieslinge auf, die meisten aus Deutschland.

Moussaka Rot- oder Roséwein, z. B. griechischer Naoussa, Sangiovese, Corbières, Côtes de Provence, Ajaccio, junger Zinfandel, Tempranillo.

Ochsenbrust, geschmort Ein wunderbar zartes, schmackhaftes Fleisch, das den besten körperreichen Rotweinen schmeichelt: Vega Sicilia, St-Émilion.

Ochsenschwanz Ziemlich gehaltvoller Rotwein: St-Émilion, Pomerol, Pommard, Nuits-St-Georges, Barolo, Rioja Reserva, Priorat oder Ribera del Duero, kalifornischer oder Coonawarra-Cabernet-Sauvignon, Chateaneuf-du-Pape, mittelschwerer Shiraz, Amarone.

Osso buco Geschmeidige, tanninarme Rotweine: Dolcetto d’Alba oder Pinot noir. Auch trockener italienischer Weißwein wie Soave.

Paella Junge spanische Weine: Rote, trockene Weiß- oder Roséweine, z. B. Penedès, Somontano, Navarra oder Rioja.

Pot au feu, Bollito misto, Cocido Rustikale Rotweine aus dem jeweiligen Heimatland; Sangiovese di Romagna, Chusclan, Lirac, Rasteau, portugiesischer Alentejo oder spanischer Yecla bzw. Jumilla.

Quiche Eier und Speck sind nicht ideal für Wein, aber man muss ja etwas trinken. Klassiker sind Elsässer Riesling oder Pinot gris, sogar Gewürztraminer. Beaujolais könnte auch gut sein.

Rindfleisch (siehe auch Steak) Gebraten: Hierzu passt jede Art von feinem Rotwein. Vielleicht Amarone? Siehe auch im Folgenden die Bemerkung zu Senf.
Gekocht: Rotwein, z. B. Bordeaux (Bourg oder Fronsac), Roussillon, Gevrey-Chambertin oder Côte Rôtie. Gut ist auch weißer Burgunder aus dem mittleren Segment, z. B. Auxey-Duresses. In Österreich könnten man Ihnen dazu einen Traminer anbieten. Senf lässt tanninreiche Rote sanfter erscheinen, Meerrettich ruiniert Ihren Geschmackssinn – aber manchmal muss man eben Opfer bringen.
Geschmort: Stämmige Rote: Pomerol oder St-Émilion, Hermitage, Cornas, Barbera, Shiraz, Ribera del Duero, roter Douro.

Saté Shiraz aus dem McLaren Vale oder Elsässer bzw. neuseeländischer Gewürztraminer. Mit der Erdnusssauce hat es kein Wein leicht.

Schinken, gegart Weichere rote Burgunder, z. B. Volnay, Savigny, Beaune, Chinon oder Bourgueil; lieblicher deutscher Weißwein, z. B. Riesling Spätlese; ein leichter Cabernet Sauvignon (z. B. aus Chile) oder Pinot noir aus der Neuen Welt. Schinken und Sherry sind eine göttliche Kombination.

Schweinefleisch Gebraten: Eine kräftige Grundlage für leichte Rote oder reichhaltige Weiße. Aber ein ***-Wein sollte es schon sein, z. B. ein Médoc. Zu portugiesischem Spanferkel trinkt man Bairrada-Garrafeira, zu Schweinefleischgerichten aus Südamerika Carignan, zu chinesischen Pinot noir.
Schweinebauch: Langsam gegart und sehr zart, benötigt er einen Roten mit ausreichend Tannin oder Säure, vielleicht einen Italiener: Barolo, Dolcetto oder Barbera. Sonst Loire-Rotwein, leichter argentinischer Malbec.

Singapur-Küche Teils indisch, teils malaysisch, teils chinesisch. Sehr kräftige Geschmacksnoten, nicht einfach mit Wein. Halbtrockener Riesling ist einen Versuch wert. Zu Fleischgerichten reife, geschmeidige Rote: Valpolicella, Pinot noir, Dornfelder, Merlot ohne Holznote oder Carmenère.

Steak Bistecca alla fiorentina: Chianti Classico Riserva oder Brunello. Je roher das Steak ist, desto klassischer sollte der Wein sein, je durchgebratener, desto mehr passt ein süßer/kräftiger Tropfen aus der Neuen Welt. Argentinischer Malbec ist ideal für Steaks auf argentinische Art (d. h. komplett durchgebraten).
Filet, Ribeye oder Tournedos: Jeder gute Rotwein, v. a. Burgunder (doch zu Sauce béarnaise keinen alten Wein, dann ist ein Spitzen-Pinot-noir aus der Neuen Welt besser).
Koreanisches Yuk Whe (das weltbeste Steak Tatar): Sake.
Pfeffersteak: Eher junger Roter von der Rhône oder Cabernet Sauvignon.
Tatar: Wodka oder leichter junger Roter: Beaujolais, Bergerac, Valpolicella.
T-Bone: Strukturreicher Rotwein wie Barolo, Hermitage, australischer Cabernet Sauvignon oder Shiraz, chilenischer Syrah, Douro.

Tagine (nordafrikanisches Schmorgericht) Kommt drauf an, was unter dem Deckel schmort, doch fruchtige junge Rote sind meist gut: Beaujolais, Tempranillo, Sangiovese, Merlot, Shiraz. Amontillado ist großartig.
Huhn mit eingelegten Zitronen und Oliven: Viognier.

Tandoori Chicken Riesling, Sauvignon blanc oder junger roter Bordeaux, auch leichter, gekühlter Roter aus Norditalien. Ebenso Cava oder Champagner oJ, oder aber Palo Cortado oder Amontillado Sherry.

Taube Pinot noir passt perfekt; sonst junger Rhône-Wein, argentinischer Malbec, junger Sangiovese. Oder probieren Sie eine Silvaner Spätlese aus Franken.

Thai-Küche Ingwer und Zitronengras passen zu pikantem Sauvignon blanc (Loire, Australien, Neuseeland, Südafrika) oder Riesling (Spätlese oder aus Australien). Die meisten Currys mögen aromatische Weiße mit einem Hauch Süße wie Gewürztraminer.

Vietnamesische Küche Das berühmte vietnamesische Restaurant The Slanted Door in San Francisco bevorzugt trockenen oder Spätlese-Riesling aus Deutschland, Österreich, Neuseeland. Auch Grüner Veltliner oder Sémillon; bei Rotwein Pinot noir, Cabernet franc, Blaufränkisch.

Vitello tonnato Körperreicher Weißwein, v. a. Chardonnay; leichter Rotwein (z. B. Valpolicella), kühl serviert. Oder ein Rosé aus dem Süden.

Wachtel Rioja Reserva, reifer roter Bordeaux, Pinot noir. Oder ein milder Weißer wie Vouvray oder St-Péray.

Wild Mächtige Rotweine, u. a. Mourvèdre – reinsortig wie aus Bandol oder in Verschnitten. Rhône-Wein, Languedoc, Bordeaux, Gimblett Gravels (Neuseeland) oder kalifornischer Cabernet Sauvignon eines reifen Jahrgangs; auch voller Weißwein, z. B. Pfälzer Spätlese oder Elsässer Pinot gris. Zu Wild mit süß-scharfer Beerensauce probieren Sie einen deutschen Riesling Großes Gewächs oder einen chilenischen Carmenère oder Syrah.

Wildgeflügel Jung, gebraten: Der beste Rotwein, den man auftreiben kann, aber nicht zu schwer.
Ältere Exemplare in der Kasserolle: Rotwein, z. B. Gevrey-Chambertin, Pommard, Châteauneuf-du-Pape, St-Émilion Grand cru classé, Rhône-Wein.
Gut abgehangen: Vega Sicilia, ein großer Roter von der Rhône, Château Musar aus dem Libanon.
Kaltes Wildgeflügel: Bester deutscher Riesling oder reifer Jahrgangschampagner.

Wildpastete Kalt: Guter weißer Burgunder oder ein Erstes Gewächs aus Deutschland, Beaujolais Cru oder Champagner.
Warm: Rotwein: Pinot noir aus Oregon, St-Émilion Grand cru classé.

Wildschwein Spitzen-Toskaner oder Rioja, neuseeländischer Syrah.

Zunge Ausladender Rot- oder Weißwein, besonders italienischer. Auch Beaujolais, Rotwein von der Loire, Tempranillo sowie voller, trockener Rosé.

Vegetarische Gerichte

Siehe auch Vorspeisen.

Bärlauch Nicht einfach. Am ehesten ein neutraler Weißer mit guter Säure.

Blumenkohl Geröstet, gebraten etc.: Richten Sie sich nach den (meist kräftigen) Geschmacksnoten und probieren Sie österreichischen Grünen Veltliner, Valpolicella, neuseeländischen Pinot noir.
Mit Käse überbacken: Frischer, aromatischer Weißwein: Sancerre, Riesling Spätlese, Muscat, Albariño, Godello. Beaujolais Villages.
Mit Kaviar: doch wirklich. Jahrgangschampagner.

Couscous mit Gemüse Junger Rotwein mit Biss: Shiraz, Corbières, Minervois; Rosé; orangefarbener Wein; italienischer Refosco oder Schioppettino.

Fenchelgerichte Sauvignon blanc (Pouilly-Fumé oder aus Neuseeland), Sylvaner oder englischer Seyval blanc oder auch ein junger Tempranillo.

Fermentierte Speisen Siehe auch Choucroute garnie, koreanische Küche (Fleisch). Kimchi und Miso sind Teil vieler asiatischer Speisen. Hier wird generell Frucht und Säure benötigt. Zu vegetarischen Gerichten mit erkennbarer Süße passt vielleicht ein Elsässer.

Kürbis in Ravioli/Risotto Körperreicher, fruchtiger, trockener oder halbtrockener Weißwein: Viognier oder Marsanne, halbtrockener Vouvray, Gavi, südafrikanischer Chenin blanc.

Linsengerichte Ein stämmiger Roter: Corbières, Zinfandel oder Shiraz.
Dhal mit Spinat: Schwierig. Am besten ein leichter, weicher Roter oder Rosé – und keineswegs ein Spitzengewächs.

Makkaroniauflauf, mit Käse überbacken Wie für überbackenen Blumenkohl.

Mediterranes Gemüse, gegrillt Ein weißer Italiener; oder rot: Brouilly, Barbera, Tempranillo oder Shiraz.

Nudeln und Pasta, überbacken Vegetarisch gefüllte Lasagne, Cannelloni oder Pasticcio bieten großen Weinen Raum zur Entfaltung, etwa sehr feinem rotem Toskaner, aber auch Bordeaux oder Burgunder.

Paprika oder Auberginen, gefüllt Lebhafter Rotwein: Nemea, Chianti, Dolcetto, Zinfandel, Bandol, Vacqueyras.

Pilze Die meisten Roten und einige Weiße passen ganz ausgezeichnet. Art und Zubereitung spielen eine große Rolle. Pomerol, kalifornischer Merlot, Rioja Reserva, Spitzen-Burgunder oder Vega Sicilia. Champignons mit Sahne passen zu feinen Weißen, sogar zu Jahrgangschampagner. Für Pilze auf Toast nehmen Sie Ihren besten Bordeaux – oder sogar Port. Zu Steinpilzen schmecken am besten Ribera del Duero, Barolo, Chianti Rufina, Pauillac, St-Estèphe oder Gimblett Gravels (Neuseeland).

Ratatouille Kräftiger junger Rotwein: Chianti; Cabernet Sauvignon aus Neuseeland, Merlot, Malbec, Tempranillo; junger roter Bordeaux, Gigondas oder Coteaux du Languedoc. Auch Fino Sherry könnte gehen.

Rote Bete Hat eine Note, die auch roter Burgunder zeigt. Bleiben Sie dabei. Gut ist auch Grenache/Garnacha der neuen Welle (sprich: leicht).

Seetang Hängt ab vom Kontext. Siehe auch Sushi (Fisch). Die Jodnote passt gut zu Grünem Veltliner oder Riesling aus Österreich.

Trüffel Schwarze Trüffel passen zu feinstem Bordeaux von rechten Ufer, aber noch besser zu gereiftem weißem Hermitage oder Châteauneuf. Weiße Trüffel verlangen nach dem besten Barolo oder Barbaresco aus ihrer Heimat Piemont. Mit Pasta und Butter: Lugana. Zum Frühstück auf Rührei: Barbera.

Vegetarische Gerichte (scharf) Siehe indische bzw. Thai-Küche (Fleisch).

Wurzelgemüse, gebraten Süßkartoffeln, Möhren usw., oft zusammen mit Roter Bete, Kohl, Knoblauch, Zwiebeln usw. haben jede Menge Süße. Rosé, v. a. mit etwas Körper, oder orangefarbiger Wein. Mit Pesto eher Weißwein.

Zwiebel-/Lauchtarte Fruchtiger, trockener bis halbtrockener Weißer: Elsässer Pinot gris oder Gewürztraminer, Riesling aus Kanada, Australien oder Neuseeland, Jurançon. Oder Cabernet franc von der Loire.

Desserts

Apfelkuchen, -strudel oder -tarte Süßer Weißwein aus Deutschland, Österreich oder von der Loire, Tokaji Aszú oder kanadischer Eiswein.

Birnen in Rotwein Rivesaltes, Banyuls oder Riesling Beerenauslese.

Crème brûlée Sauternes oder Rheinwein-Beerenauslese bzw. bester Madeira oder Tokajer. (Mit Früchten: einfacherer Süßwein, z. B. Monbazillac.)

Crèmes und Puddings Sauternes, Loupiac, Ste-Croix-du-Mont oder Monbazillac. Siehe auch Schokoladen-, Kaffee-, Rumdesserts.

Eiscreme und Sorbet Lassen Sie dem Wein eine Pause.

Erdbeeren Mit Sahne: Sauternes oder ähnlicher süßer Bordeaux, Vouvray moelleux oder Jurançon Vendange tardive.
Walderdbeeren (ohne Sahne): Mit rotem Bordeaux (sehr erlesen ist Margaux) übergießen.

Himbeeren (ohne Sahne, wenig Zucker) Sehr gut zu feinen Rotweinen, die selbst eine Himbeernuance besitzen: junger Juliénas, Regnié.

Kaffeedesserts Süßer Muscat, australischer Liqueur Muscat, Tokaji Aszù.

Käsekuchen Süßer Weißwein (Vouvray, Anjou) oder Vin Santo – nichts zu Spezielles.

Kuchen und Gebäck Bual- oder Malmsey-Madeira, Oloroso oder Cream Sherry. Siehe auch Schokoladen-, Kaffee-, Rumdesserts.

Meringen Recioto di Soave, Asti oder reifer Jahrgangschampagner.

Nüsse Feinster Oloroso Sherry, Madeira, Jahrgangs-Port oder Tawny (ideal für Walnüsse), Tokáji Aszú, Vin Santo, Moscatel de Setúbal. Cashews mit Champagner sind fantastisch, Pistazien passen besser zu Fino.
Salziges Nussparfait: Tokaji Aszú, Vin Santo.

Orangengeschmack, Desserts mit Versuchsweise alter Sauternes, Tokaji Aszú oder kalifornischer Orange Muscat.

Panettone Vinsanto. Jurançon moelleux, Riesling Spätlese, Barsac, Tokaji Aszú.

Rumdesserts (Baba, Mousse, Eiscreme) Muscat – vom Asti bis zu australischem Likörwein, je nach Schwere des Desserts.

Schokoladendesserts Kräftige Geschmacksnoten sind gefragt: Bual, kalifornischer Orange Muscat, Tokaji Aszú, australischer Liqueur Muscat, 10-Year-Old Tawny oder sogar junger Vintage Port, Asti für leichte, luftige Mousse. Versuchen Sie auch volle, reife Rote: Syrah, Zinfandel, vielleicht sogar Shiraz-Schaumwein. Banyuls, wenn man es etwas schwerer mag. Médoc nimmt es auch mit schwarzer Bitterschokolade auf, ist aber eher eine Verschwendung: Amarone macht mehr Spaß. Oder guter Rum.
Schokoladen-Olivenöl-Mousse: 10 Jahre alter Tawny, oder wie für Bitterschokolade oben.

Soufflés, süß Sauternes oder Vouvray moelleux; süßer (oder reichhaltiger) Champagner.

Tiramisù Vin Santo, junger Tawny, Muscat de Beaumes-de-Venise, Sauternes oder australischer Liqueur Muscat. Noch besser: gar kein Wein.

Trifle Sollte bereits reichlich mit Sherry (Oloroso) getränkt sein.

Zabaglione Leichter, goldener Marsala, edelfauler australischer Semillon oder Asti.

Zitronengeschmack, Desserts mit Für Nachspeisen wie Tarte au Citron bietet sich süßer deutscher oder österreichischer Riesling an, aber auch Tokaji Aszú – je saurer, desto süßer.

Technische Weinsprache

Alkoholgehalt (vorwiegend Ethanol) Er wird in Volumenprozent (Vol.-%) angegeben, d.h. in Prozent des Gesamtflüssigkeitsvolumens. Tischwein enthält in der Regel zwischen 12,5 und 14,5 Vol.-%; zu viele Weine erreichen heute sogar bis zu 16 Vol.-%.

Alte Reben ergeben einen intensiveren Geschmack. Der Begriff ist aber gesetzlich nicht definiert: manche »vieilles vignes« sind ca. 30 Jahre alt, doch 50 oder mehr Jahre sollten es schon sein, um ernst genommen zu werden.

Amphoren Das Gärgefäß von vor 7.000 Jahren feiert gerade fröhliche Urständ. Amphore öffnen, Trauben einfüllen, Amphore wieder verschießen und in sechs Monaten wiederkommen. Das Ergebnis kann wunderbar sein oder einfach nur scheußlich.

Barriques Kleines (225 l) Eichenfass, das in Bordeaux und dem Rest der Welt für die Gärung und/oder Reifung von Wein verwendet wird. Je neuer das Holz, umso stärker wirkt sich der Eicheneinfluss auf Geruch und Geschmack aus; französische Eiche wirkt subtiler als amerikanische. Die Mode, alle möglichen Weine mit neuer Eiche zu erschlagen, ist vergangen; heute wird Eichenholz rund um den Globus wieder mit viel mehr Fingerspitzengfühl eingesetzt.

Biodynamisch Diese Methode des Weinbaus verwendet Präparate aus Kräutern, Mineralien und organischen Stoffen in homöopathischen Mengen, und richtet sich auch nach den Mondphasen und den Bewegungen der Planeten. Klingt wie Hokuspokus, doch einige Spitzenerzeuger schwören darauf.

Biologischer Säureabbau (BSA) Inkorrekt auch malolaktische oder Zweitgärung genannt, findet der BSA nach der alkoholischen Gärung statt: Die scharfe Apfelsäure wird in die mildere Milchsäure umgewandelt. Sowohl Rot- als auch Weißweine können dabei komplexer werden. Wird in heißen Gegenden, wo der Säuregehalt von Natur aus gering und daher kostbar ist, meist vermieden.

Bio/öko Beim ökologischen/biologischen Weinbau (die Begriffe werden gleichbedeutend verwendet) sind die meisten chemischen Produkte im Weinberg verboten. Ein als Biowein etikettierter Wein darf nur in geringem Umfang geschwefelt werden und muss von biologisch angebauten Trauben erzeugt sein.

Ganztraubenvergärung ist vor allem in Burgund für Pinot noir beliebt: Ganze Trauben werden mit Stielen in den Gärbehälter gefüllt. Liefert eine merkliche Herzhaftigkeit, Pfeffer, Lebhaftigkeit, Länge, Raffinesse, Geradlinigkeit, kann aber auch grüne Tannine einbringen.

Mikrooxidation heißt eine weitverbreitete Methode, den Wein während der Reifezeit kontrolliert mit Sauerstoff in Kontakt treten zu lassen. Sie macht den Geschmack weicher und hilft, den Wein zu stabilisieren.

Mineralisch Ein Verkostungsbegriff, der mit Vorsicht verwendet werden sollte: als Beschreibung für kreidige/steinige Eigenschaften eines Weins in Ordnung; oft aber falsch verwendet, um zu implizieren, dass Mineralien aus dem Boden in den Wein gelangt seien. Das ist unmöglich.

Naturwein Es gibt keine feste Definition für diese Art Weine, hat aber auf jeden Fall mit ökologischem oder biodynamischen Weinbau zu tun sowie mit minimalen Eingriffen in der Kellerei und so wenig wie möglich bis gar keiner Zugabe von SO2. Die Weine können exzellent und charakterstark sein – oder oxidiert und/oder schmutzig. Hat manchmal ein bisschen was von des Kaisers neuen Kleidern.

Orangefarbige Weine sind tanninhaltige, auf den Schalen vergorene Weißweine, womöglich in Amphoren. Vorsicht: Wie bei den Naturweinen gibt es gute und weniger gute.

Pét Nat (pétillant naturel) Wein, der vor dem Ende der Gärung in Flaschen abgefüllt wird. Die Gärung setzt sich dort fort; der Wein perlt, behält etwas Restsüße und ist relativ alkoholarm. Derzeit ungeheuer in Mode.

pH-Wert Das Maß für die Säure: je niedriger der pH-Wert, umso schärfer ist die Säure. Im Wein beträgt der pH-Wert normalerweise 2,8 bis 3,8. In heißen Ländern kann ein zu hoher pH-Wert zum Problem werden. Ein niedriger pH-Wert ergibt eine bessere Farbe, wirkt schädlichen Bakterien entgegen und lässt mehr freies, konservierendes SO2 zu – ist also im Allgemeinen ein gutes Zeichen.

Restsüße ist der nach Beendigung oder Unterbrechung der Gärung im Wein verbliebene Gesamtzucker, gemessen in Gramm pro Liter (g/l). Trockener Wein hat fast keine Restsüße.

Säure kommt im Wein in nichtflüchtiger und in flüchtiger Form vor. Nichtflüchtige Säuren sind v. a. Wein-, Apfel- und Zitronensäure aus der Traube sowie Milch- und Bernsteinsäure aus der Gärung. Die Säure kann von Natur aus vorhanden oder (in warmen Klimata) künstlich zugesetzt sein. Die wichtigste flüchtige Säure ist Essigsäure, die bei Sauerstoffkontakt von Bakterien gebildet wird. Ein Hauch an flüchtiger Säure ist unvermeidlich und kann die Komplexität erhöhen. Zu viel davon, und es gibt Essig. Gesamtsäure nennt man die Summe aus flüchtigen und nichtflüchtigen Säuren.

Schwefeldioxid (SO2) gibt man dem Wein bei, um Oxidation oder andere Fehlentwicklungen bei der Weinbereitung zu verhindern. Ein Teil des SO2 verbindet sich mit dem Zucker und ist also »gebunden«. Nur »freies« SO2 wirkt konservierend. Der Trend weltweit geht dahin, weniger zu SO2 zu verwenden. Ganz darauf zu verzichten, verlangt Mut.

Tannine (Gerbstoffe) sind ein wesentlicher Bestandteil der meisten Rotweine und auch einiger Weißer. Sie stammen aus den Traubenschalen und -kernen und sind deshalb auch in Weißweinen zu finden, die in Amphoren vinifiziert wurden. Rotweinerzeuger konzentrieren sich auf reife, seidige Tannine, indem sie bei der Traubenlese mehr auf die Tanninreife achten als auf den Zuckergehalt. Das kann man auch übertreiben.

Terroir Die Grundidee (und der Begriff) stammen aus Frankreich: Boden, Klima, Ausrichtung zur Sonne und Höhenlage verleihen im Zusammenspiel jedem Weinberg einen eigenen Fingerabdruck. Je kleiner und besser das betreffende Gebiet ist, umso mehr gewinnt das Terroir an Bedeutung. Hohe Erträge, überreife Trauben, stark interventionistische Weinbereitung usw. tendieren dazu, das Terroir zu verschleiern. Mehr Kellermeister reden darüber, »das Terroir auszudrücken«, als es tatsächlich zu tun.

Toastwürze kommt von der Anröstung des Fasses auf der Innenseite, die dafür sorgt, dass der Wein die Holzaromen integrieren kann. Eine zu starke Anröstung verleiht dem Wein karamellähnliche, verkohlte Aromen, zu wenig kann paradoxerweise die Holznote zu stark werden lassen.

Die richtige Temperatur

Nichts tut einem Wein beim Servieren so wohl oder weh wie die Temperatur. Weißwein schmeckt unweigerlich flach und langweilig, wenn er zu warm ins Glas kommt, und Rotwein zeigt enttäuschend wenig Duft und Geschmacksfülle, wenn er zu kalt ist. Nachstehend sollen einige Hinweise auf die richtige Serviertemperatur für verschiedene Weine gegeben werden.

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Übersichtstabelle der Weinjahrgänge

Diese Tabellen sollen ein allgemeines Bild der in den Hauptanbaugebieten erzeugten Qualitäten vermitteln und als Anleitung dienen, ob ein Wein getrun­ken oder noch aufbewahrt werden sollte. Verallgemeinerungen sind unvermeidlich.

IMG jetzt trinken IMG muss noch länger lagern
IMG kann jetzt mit Genuss getrunken meiden werden, bessere Weine lohnen jedoch weitere Aufbewahrung IMG meiden
0 nicht gut
10 am besten
Deutschland Italien Spanien
Jahrgang Rhein Mosel Piem rot Tosk rot Rioja
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