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Der magische Blumenladen - Ein zauberhafter Adventskalender

1. Dezember - Guten Appetit!

„Lecker, lecker!“, jubelte Lady Madonna, als Jack zwei große Becher voller Sonnenblumenkerne, Weizenkörner und Mais in eine Schüssel kippte.

Der türkisfarbene Wellensittich flatterte von der Gardinenstange auf den Tisch und sperrte den Schnabel auf, so weit es ging.

„Nichts da!“, erklärte Violet und schüttete drei Tassen Haferflocken zu der Körnermischung. „Die Futterplätzchen sind für die Vögel, die im Garten wohnen und nichts zu fressen haben.“

Vor zwei Tagen war nämlich der erste Schnee gefallen und nun fanden die Vögel keine Würmer und Insekten mehr und litten im Gegensatz zu Lady Madonna echten Hunger.

„Bitte schön?“ Madonna trippelte aufgeregt hin und her und legte dabei den Kopf schief. „Danke schön?“

„Hier, du armer verfressener Vogel.“ Zack legte ihr ein paar Körner vor die Füße. „Weil bald Weihnachten ist.“

„Achtung: heiß und fettig!“ Jack nahm den Topf vom Herd, in dem sie Kokosfett geschmolzen hatten. Vorsichtig goss sie die dampfende Flüssigkeit über die Körnermischung in der Schüssel und verrührte das Ganze mit dem Kochlöffel.

Ihr Bruder legte ein Blech mit Backpapier aus.

Die Zwillinge glichen sich wie ein Ei dem anderen, aber im Gegensatz zu Zack war Jack ein Mädchen. In Wirklichkeit hieß sie Jacqueline. Weil sie aber kurze blonde Haare hatte, immer Hosen trug und der beste Stürmer in der Jungen-Fußballmannschaft war, hatte das so gut wie jeder in Rivenhoe vergessen.

Nachdem Zack die Futtermasse auf dem Backblech verteilt hatte, stellten sie sie zum Abkühlen ans offene Fenster.

„Ich schneide schon mal die Kordel zum Aufhängen!“ Violet holte eine Schere aus der Schublade im Küchentisch und schnitt lange Schnüre von einem Knäuel.

Danach zerteilte Jack die Futtermasse in kleine Vierecke und Violet und Zack bohrten in jedes einzelne ein Loch.

„Jetzt muss es nur noch hart werden“, sagte Violet. „Dann können wir die Plätzchen aufhängen.“

„Perfektes Timing!“ Jack stellte die leere Schüssel in die Spüle. „Es ist gleich fünf. Wir müssen in einer halben Stunde in der Aula sein.“

Heute Abend fand nämlich die Vorbesprechung für das Krippenspiel statt, das am letzten Schultag vor Weihnachten von den vierten Klassen aufgeführt wurde – und in diesem Jahr waren Violet und die Zwillinge in der Vierten.

„Ich bin total gespannt, wer welche Rolle kriegt“, sagte Violet.

„Hillary spielt natürlich den goldenen Engel“, sagte Zack. „Sie hat sogar schon den Text gelernt.“

Der goldene Engel war die Hauptrolle im Stück und das Beste daran war, dass man bei der Aufführung an eine Art Angel gebunden wurde und dann die ganze Zeit über der Bühne schweben durfte.

Violet fand das mit dem Fliegen toll, aber nachdem sie gesehen hatte, wie viel Text der Engel auswendig lernen musste, wollte sie ihn doch nicht spielen.

Hillary Dandelion aus der Parallelklasse war dagegen total versessen auf die Rolle. Und sie würde sie bestimmt bekommen, da war Violet ganz Zacks Meinung. Hillary sah mit ihren langen blonden Locken sogar ohne Kostüm schon aus wie ein Engel. Außerdem konnte sie super singen, das musste der Engel auch können.

„Mrs Bachelor hat gesagt, dass noch alles offen ist.“ Jack klatschte in die Hände. „So, Leute! Wir müssen!“

„Und was ist mit Aufräumen?“, fragte Tante Abigail, die soeben in den Raum gekommen war.

„Oje.“ Violet blickte sich erschrocken um. In der Küche sah es aus wie auf einem Schlachtfeld. Überall lagen Haferflocken und Körner und schmutziges Geschirr. Und der Tisch stand voller Joghurtbecher. „Können wir das vielleicht ... äh ... morgen machen?“

Tante Abigail pustete eine rote Haarsträhne aus ihrer Stirn. Sie und Violet hatten die gleichen knallroten Locken und überall Sommersprossen. Man sah sofort, dass sie verwandt waren.

„Wenn wir nicht rechtzeitig in der Schule sind, kriegen wir keine Rolle“, erklärte Zack.

„Das wäre ja schrecklich.“ Zu Violets Erleichterung begann Tante Abgail zu lächeln. „Dann lauft. Ich mach das hier. Lady Madonna hilft mir bestimmt.“

„Guten Appetit!“ Lady Madonna schlug begeistert mit den Flügeln.

Dazu brauchst du:

– 300 g Kokosfett
– 1 Löffel Sonnenblumenöl
– 2 Tassen Haferflocken
– 2 Tassen Sonnenblumenkerne und gehackte Nüsse
– 1 Backblech mit Backpapier
– 1 Stricknadel
– Schnur

Wenn draußen alles kalt und verschneit ist, freuen sich die Vögel über diese Plätzchen, die du ganz leicht selber machen kannst.

Und so geht’s:

1 Kokosfett und Öl langsam in einem Topf schmelzen lassen.

2 Haferflocken, Sonnenblumenkerne und Nüsse unterrühren.

3 Das Ganze auf ein Blech mit Backpapier schütten und glatt streichen.

4 Wenn die Masse abgekühlt ist, schneidest du sie in Rechtecke oder Romben und bohrst in jedes Viereck ein Loch. Über Nacht härten lassen!

5 Am nächsten Tag wird etwas Schnur durch die Löcher gefädelt. Häng die fertigen Plätzchen an einen ruhigen, trockenen Ort, den du vom Fenster aus gut beobachten kannst.

2. Dezember - Anila