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Die Welt in Seiten

Liebeserklärungen an Buchhandlungen

Herausgegeben von Henry Hitchings

Aus dem Englischen von Gerhard Henschel

Atlantik

Einleitung

Henry Hitchings Ein Ort zum Verweilen

Ich bin neun Jahre alt und habe zum Geburtstag einen Gutschein für ein Buch bekommen. Meine Mutter begleitet mich, damit ich ihn einlösen kann. Der Laden, ganz aus glänzendem Holz und grünem Teppichboden, erinnert mich an einen Billardtisch. Ich habe vor kurzem mit Vergnügen Frank Herberts Roman Der Wüstenplanet gelesen, in dem viele Figuren Namen tragen, die selbst einem Neunjährigen sonderbar altmodisch vorkommen (Duncan Idaho, Wellington Yueh), also suche ich mir die Fortsetzung aus, Der Herr des Wüstenplaneten, und dann schnappe ich mir die nächsten beiden Bände der Reihe, Die Kinder des Wüstenplaneten und Der Gottkaiser des Wüstenplaneten. »Wen willst du damit beeindrucken?«, fragt ein anderer Kunde und fügt hinzu: »Der beste Band ist Die Beach Party auf dem Wüstenplaneten.« »Den kenne ich nicht«, sage ich kleinlaut, und er lacht.

Wenn ich jetzt daran zurückdenke, habe ich genau vor Augen, wie die »Wüstenplaneten«-Bücher aussahen, obwohl ich schon mitten im zweiten Band aus der Serie ausgestiegen bin. Aber am deutlichsten sehe ich dabei das Buch vor mir, das es nicht gab; »Die Beach Party auf dem Wüstenplaneten« hätte tatsächlich geschrieben werden sollen – schön, Sie wiederzusehen, Duncan Idaho –, und manchmal träume ich davon, einen Buchladen zu entdecken, der so üppig bestückt ist, dass es den Roman dort gibt.

1939 veröffentlichte Jorge Luis Borges einen Aufsatz, in dem er eine »totale Bibliothek« entwarf, die ausnahmslos jedes Buch enthält, und in seiner Erzählung Die Bibliothek von Babel griff er dieses Motiv wieder auf und malte sich eine Büchersammlung aus, die alles umfasst, »was ausgedrückt werden kann, in jeder Sprache«. Mir schwebt eine Variante davon vor: ein totaler Buchladen, zu dem, wie zu Borges’ Bibliothek, auch ein zuverlässiger Katalog der gesamten Bestände gehört, eine Fülle falscher Kataloge, Beweise für die Falschheit der falschen Kataloge, Beweise für die Falschheit des echten Katalogs …

 

Ich bin fünfzehn, und im örtlichen Buchladen, einem einzelnen hellen Raum mit hohen weißen Regalen, befindet sich ein großer Verkaufsständer, überladen mit Picador- und Faber-Taschenbüchern, die alle verlockend aussehen. Ein paar Wochen lang beäuge ich Die große Haifischjagd – eine dickleibige Ausgabe der journalistischen Arbeiten von Hunter S. Thompson, die von schwindelerregenden Wortkaskaden überquillt. (Im Nachhinein bin ich mir nicht sicher, wieso ich das Buch nicht gekauft habe, doch es kann sein, dass es mein Schuljungenbudget überstieg.) Als ich eines Tages in Die große Haifischjagd blättere, werde ich von einem Freund abgelenkt, der losziehen und ein paar Nerds auftreiben will – Süßigkeiten, die sprudelnden Tropfen aus Kerzenwachs ähneln –, und erst als ich mich rund einhundert Meter von dem Laden entfernt habe, merke ich, dass ich das Buch befreit habe. Jetzt stehe ich vor der Herausforderung, es unbemerkt zurückzubringen. Es wäre natürlich einfacher, das Buch zu behalten, und ein Teil von mir ist dazu bereit, so zu tun, als gehörte Hunter S. Thompson zu den Autoren, deren Bücher man stehlen müsse. Aber stattdessen gehe ich zurück und versuche Die große Haifischjagd an den rechtmäßigen Platz im Verkaufsständer zurückzuschmuggeln, und ich werfe ihn beinahe um, und dann wirft er mich beinahe um, und der Ladenbesitzer, der einem wütenden Habicht gleicht, kommt angeschossen und fragt mich, was zum Teufel ich da treibe.

Während meiner gesamten Teenagerjahre dienten mir Buchhandlungen als Orte der heimlichen Selbsterziehung. Der Gedanke, dass ein Buchladen eine zwanglose Bücherei sein kann, wenn auch keine Leihbücherei, gefällt mir bis heute, und ich weiß, dass ich durch das Herumschnüffeln in wohlgefüllten Romanabteilungen viel über Literatur gelernt habe. Ich kann mich erinnern, dass ich zu einer Zeit, als ich noch nichts von Virginia Woolf wusste, eine Ausgabe von Wer hat Angst vor Virginia Woolf? in die Finger bekam; ich gelangte zu dem Schluss, dass sie jemand sei, der mich einschüchtern müsste, und infolgedessen war es ein Nervenkitzel, als ich wenig später ein ganzes Regal mit ihren Romanen erblickte (die Oxord-World’s-Classics-Edition, jeder Band mit einem gelben Rücken und einem roten Streifen oben) und Orlando herausgriff und zu lesen begann.

»Er – denn es konnte keinen Zweifel an seinem Geschlecht geben, wenngleich die Mode der Zeit es eher verkleidete …« Was war das für ein Irrsinn? Bereits die Worte »Es konnte keinen Zweifel an seinem Geschlecht geben« öffneten dem Zweifel Tür und Tor, und ich war begeistert. Der nächste Absatz, fast drei Seiten lang, enthielt ein Wort, das ich noch nie gesehen hatte, »Asphodele«, und in der fieberhaften Freude der Begegnung stieß ich mit einer Kundin zusammen, die zweifellos annahm – und aus gutem Grund, wenn auch irrtümlich –, dass ich auf diese Weise zu flirten versuchte. So viel Wissenswertes. So viel Entdeckenswertes. Und immer die Bedeutung der Buchhandlung selbst als Wunderkammer, als Zeitmaschine und als Stätte kleiner Peinlichkeiten.

 

Ich bin achtzehn, und ich halte eine Ausgabe von Ezra Pounds Cantos in der Hand. Das ist in Blackwell’s Bookshop in Oxford, in der Abteilung für gebrauchte Bücher, einem Ort, wo die Ernsthaftigkeit sich verzweigt und fortpflanzt – und wo der ganze Bestand überteuert zu sein scheint, aber auch dringend erforderlich oder quälend begehrenswert. Pounds Cantos sind eine Kombination aus beidem: Ich sollte mit diesen Gedichten vertraut sein, da ich die Moderne studieren will, und diese besondere Ausgabe, mit Gaudier-Brzeskas Skizze von Pound auf dem Buchrücken, ist in tadellosem Zustand. Ich drehe und wende das Buch mehrere Male und versuche herauszufinden, wie es in das Durcheinander auf meinen studentischen Bücherregalen passen könnte. Eine Stimme mischt sich ein: »Das ist zu hoch für dich.« Sie dringt aus dem Bart eines Gastwissenschaftlers, den ich schon vorher in der englischen Fakultätsbibliothek habe herumspuken sehen, und er nimmt mir das Buch aus der Hand und sagt zu seinem jungen Begleiter: »Liest du es, wenn ich dich dazu zwinge?« Ich möchte ihm sagen, dass diese Ausgabe mir gehört und dass er ein scheißefressender Feigling ist, der niemanden zu irgendwas zwingen sollte. Doch er kommt mir zuvor: »Bleib bei dem einfachen Zeug, kleiner Mann.«

Mit achtzehn war das einfache Zeug das Letzte, was mich interessierte. Ich war fest entschlossen, mich zu entfalten, meine Wirklichkeit zu erweitern. Mit seiner Verschmelzung von privater und intellektueller Geschichte war Pounds ausuferndes, widerspenstiges Epos genau das, was ich gesucht hatte.

Kürzlich habe ich die Cantos wiedergelesen, angeregt durch eine Reise nach San Michele, der Insel in der Lagune von Venedig, wo Pound begraben liegt – und wo ich jämmerlicherweise außerstande war, im rauschenden Juniregen sein Grab zu finden. Jetzt sehe ich meine Ausgabe des Buchs wieder an. Ich habe das Datum hineingeschrieben: 2. November 1993. Hmmm. Ich war damals achtzehn, und vielleicht war der junge Begleiter des Gastwissenschaftlers am Ende gar nicht überzeugt.

 

Ich bin sechsundzwanzig, und ich befinde mich im City Lights Bookstore in San Francisco, der berühmt dafür ist, dass ihn der Dichter Lawrence Ferlinghetti gegründet hat (und nicht ganz so berühmt dafür, dass er von Peter D. Martin mitgegründet worden ist, dem Sohn des antifaschistischen Kreuzritters Carlo Tresca). Ich habe Ferlinghetti gelesen und halte ihn für eine unbeschreiblich romantische Gestalt – der Name trägt dazu bei, ebenso wie die Tatsache, dass er Allen Ginsbergs Howl verlegt hatte und wegen dessen vermeintlicher Obszönität angeklagt worden war. Eine halbe Stunde lang schnüffele ich in dem Laden herum und fühle mich irgendwie an eine verlassene Straßenbahn erinnert; es gelingt mir, nicht als der Trottel aufzutreten, der die Frage stellt: »Wo ist Ferlinghetti heute?«, und ich kaufe eine Nummer von McSweeney’s, einer nagelneuen und vielbewunderten Literaturzeitschrift, von der ich schon gehört, die ich aber noch nicht gesehen habe. Sie ist gebunden und kostet ungefähr doppelt so viel, wie ich fürs Abendessen ausgegeben habe. Aber sie enthält eine CD mit 44 Tracks, wobei jedes Musikstück einem Thema in der Zeitschrift entspricht; da gibt es beispielsweise eine einseitige Kurzgeschichte von Lydia Davis, »Oral History mit Schluckauf«, und der dazugehörige Track von They Might Be Giants nennt sich »Drinkin’« und ist ein Instrumentalstück mit einem Bass-Saxophon, vermutlich gespielt von John Linnell, der im Ranking der größten Schönheiten des Jahres 1998 im People-Magazin an neunter Stelle stand. Der Typ an der Registrierkasse sieht so aus, als wüsste er das alles. Er dreht die Zeitschriftennummer auf dem Tresen herum und sagt grinsend: »Jetzt bist du ein Teil des Problems.«

Des Problems? Wenn ich mir diese Episode ins Gedächtnis rufe, glaube ich, dass er einen Witz gemacht hat. Ich ziehe die Möglichkeit in Betracht, dass er mich für irgendeinen weiteren kopfkratzenden Möchtegern gehalten hat, aber ich komme zu dem Schluss, dass er erkannt hat, was ich gewesen bin: ein bisschen zu beflissen, um die coolen neuen Geschmacksrichtungen wahrzunehmen, aber tauglich für eine Ermutigung. Er wollte mir das Gefühl geben, dass ich etwas Bahnbrechendem oder jedenfalls Neuem auf der Spur sei.

Das »Problem« ist also gut. Ein Buchladen kann ein Magnet für Eigenbrötler und Nomaden sein. Ein Versammlungsort, eine Oase, eine Plattform für kulturelle Veranstaltungen. Ein Zentrum für Streit und Radikalismus. Ein Ort für die Verbreitung von Ideen, die zu fremdartig oder zu explosiv für die breite Masse sind. Ein Mittel zur Gründung und Pflege von Lesezirkeln. Solche Gedanken tauchen in diesem Buch immer wieder auf: Ich denke an Alaa Al Aswanys Metapher von einem Buchladen als Appellplatz für die Teilnehmer an der Revolution in Ägypten im Jahr 2011 und an Andrey Kurkovs Porträt von Bukinist, einem Nervenzentrum des künstlerischen Lebens in Czernowitz, dem sogenannten Klein-Wien der Ukraine.

Eine letzte Anmerkung zu City Lights. Vor nicht allzu langer Zeit las ich ein Interview mit einigen der jetzigen Angestellten, und einer von ihnen, Tân Khánh Cao, erzählte: »Eine Frau hat sich hier manchmal durch eine Personaltür geschlichen und ist über die hölzerne Rampe in den Raum gerutscht, wo wir die Bücher in Empfang nehmen. Sie hat sich am Ende der Rampe ein Bett aus Luftpolsterfolien gebaut und ist dort mehrmals schlafend vorgefunden worden.« Das ist nicht die Art Gastfreundschaft, die man normalerweise von Buchhandlungen erwartet, aber im Fall von City Lights, wo man sich immer damit gebrüstet hat, eine Wiege der Demokratie zu sein, erscheint sie mir angemessen.

 

Ich bin neunundzwanzig und befinde mich in einem Buchladen an der Charing Cross Road in London. Einem dieser altersgebeugten Bunker, die ganz und gar aus dunklem Holz bestehen. Ich bin hineingegangen, weil eine im 18. Jahrhundert gedruckte Ausgabe von Samuel Johnsons Dictionary of the English Language im Schaufenster steht. Ich schreibe meine Doktorarbeit über Johnson und würde liebend gern diesen Dictionary besitzen. Ich frage, um welche Auflage es sich handele. Der Mann, der die Kasse bewacht, mustert mich von oben bis unten. »Die sechste.« Ich weiß, dass die sechste Auflage 1785 veröffentlicht wurde, in dem Jahr nach Johnsons Tod. Ich frage nach dem Preis, und der Verkäufer sagt, dass ich mir das Buch nicht leisten könne, und ich sage, dass ich trotzdem gern den Preis wüsste, und der Verkäufer erklärt, dass manche alten Bücher schwer aufzutreiben und deshalb wertvoll seien, und ich sage, dass ich das wisse, und dann sagt er, dass ich mit meinem großen Mantel wie ein Ladendieb aussähe und mich besser verziehen sollte, sonst werde er die Polizei rufen.

Was hätte die Polizei getan? Zu diesem Zeitpunkt (2004) war es noch nicht die Regel, dass man verhaftet wurde, weil man einen dicken Mantel trug. Möglicherweise bestand mein Vergehen darin, dass ich an eine dieser Buchhandlungen geraten war – jetzt sind sie nicht mehr so verbreitet wie früher –, in denen der Bestand genau genommen nicht verkäuflich ist und deren Raison d’être es ist, Arbeitsplätze für Leute bereitzustellen, die konstitutionell ungeeignet für jede Form der Arbeit sind, für die man Sozialkompetenz benötigt.

Ich weiß, dass die Sache noch eine andere Seite hat. In seinem gallenbitteren Essay Erinnerungen an eine Buchhandlung berichtet George Orwell von den Kunden, die ihm auf die Nerven fielen, als er in der Booklover’s Corner in Hampstead schuftete, zu der Zeit, als er seinen Roman Die Wonnen der Aspidistra schrieb. Es war keines dieser »Paradiese, in denen charmante alte Herren endlos in kalbsledergebundenen Folianten schmökern«, und Orwells Anwesenheit war nicht deshalb erwünscht, weil er etwas von Literatur verstand, sondern weil er groß war und die höchsten Ladenregale ohne Leiter erreichen konnte. Er musste Studenten bedienen, die nach billigen Lehrbuchausgaben suchten, und »begriffsstutzige Frauen, die nach Geburtstagsgeschenken für ihre Neffen verlangten«. »Viele der Menschen, die zu uns kamen«, schreibt er, »gehörten zu der Sorte, die überall ein Ärgernis wäre, aber in einer Buchhandlung besonders günstige Bedingungen vorfindet.«

Es hat zweifellos Zeiten gegeben, in denen ich einer dieser Menschen gewesen bin. Manchmal quälend pedantisch. Manchmal quälend ungenau: »Ich habe dieses Buch gesehen. Ich weiß noch, dass es einen weißen Umschlag hat. Ich glaube, es geht darin ums Gehirn …«

 

Ich bin vierundvierzig und befinde mich im Londoner Stadtteil Crystal Palace in The Bookseller Crow – benannt nach einem seiner Inhaber und anscheinend auch als Hommage an die gefräßigen Vögel, die die Besucher des nahegelegenen Parks terrorisieren. Es ist ein dezidiert unabhängiger Buchladen; laut meiner Ausgabe der »London Bookshop Map« einer von 107 in der Stadt, und er »hat die größte Auswahl an englischen und US-amerikanischen Titeln südlich der Themse«. Ich entscheide mich für Tom Drurys Roman Das Ende des Vandalismus. Der Mann hinter der Ladentheke, den ich später als den Miteigner Jonathan Maine identifiziere, lässt die Bemerkung fallen, dass er bei der Veröffentlichung des Buchs in England behilflich gewesen sei, mehr als zwanzig Jahre nach dessen Erscheinen in den USA.

 

Ich bin in Buchhandlungen gewesen, die Kaffee und Kuchen verkaufen, und ich weiß von einer, die ein thailändisches Restaurant ist, und ich bin auf einige gestoßen, die augenscheinlich als Anlaufstelle für die Verzweifelten dienen. Es ist heutzutage eine gängige Vorstellung, dass Buchläden, die florieren wollen, zu etwas anderem gut sein müssen als dem Verkauf von Büchern. Ich suche in Buchhandlungen aber immer noch nach einer Leidenschaft für die Bücher selbst. Damit meine ich keine aufdringliche, missionierende Leidenschaft, sondern die Art Feuereifer, die sich in dem Verlangen ausdrückt, Bücher bereitzuhalten, die es in anderen Läden nicht gibt, und mit Feingefühl und Überzeugungskraft die Welt der Bücher zu repräsentieren. Die Art Feuereifer, die sogar den Buchverkäufer selbst dazu bringen kann, sich bei der einen oder anderen Gelegenheit in die Produktion und die Reproduktion von Literatur einzuschalten.

 

Ich bin siebenunddreißig und mache einen Wanderurlaub in Norfolk. Eines Nachmittags lege ich in Burnham Market eine Pause für ein Sandwich ein und tue so, als stattete ich dem Brazen Head Bookshop, der sich über mehrere Räume in einem alten, wie Haferbrei aussehenden Haus erstreckt, einen schnellen Besuch ab. Ich bin nicht schnell. Es gelingt mir jedoch, den Drang zu bezwingen, ein halbes Dutzend Bücher zu kaufen, und ich gehe mit einem einzigen wieder hinaus – dem viktorianischen Tagebuch von Benjamin Armstrong. Ich bin von einer Eintragung verführt worden, in der er von einer enttäuschenden Party berichtet: »winzige Zimmer, verstimmtes Klavier, schlechter Wein und dumme Leute«. Das ist ein ziemlich hartes Urteil, und es wirkt noch drastischer, wenn man bedenkt, dass der Verfasser ein Geistlicher ist.

Als ich meine Erwerbung beim Hinausgehen untersuche, entdecke ich darin einen Zugfahrschein: von Cambridge nach Norwich, erster Klasse. Was steckt dahinter? Ein Wissenschaftler, der zwischen Lehrstühlen pendelt? Ein Benjamin Armstrong unserer Tage, der von einer Domstadt zur anderen gondelt? Ein karrierebewusster Fußballspieler, der sich einen vorteilhaften Transfer erhofft? Abstrus, ich weiß. Aber das ist die Kraft der Verzauberung, die von gebrauchten Büchern ausgeht.

 

Virgina Woolf schreibt, dass »gebrauchte Bücher wilde Bücher sind, heimatlose Bücher; sie bilden gewaltige Herden mit buntem Gefieder und besitzen einen Charme, der den domestizierten Bibliotheksbänden fehlt«. Je größer die Herde ist, desto buntscheckiger ist sie, und, wie Michael Dirda in seinem hier vorliegenden Essay bemerkt, »in der überwältigenden Fülle liegt die Möglichkeit, einen verborgenen Schatz zu entdecken«. Aber unabhängig vom Umfang hat eine Kolonie gebrauchter Bücher einen suggestiven Geruch. Auf die Gefahr hin, wie ein atemloser Weinliebhaber zu klingen, möchte ich behaupten, dass zu ihren üblichen Düften Mandel und Vanille gehören, eine grasige Anmut, feuchtes Holz und sogar ein Hauch von Pilzen; von diesen Aromen gefoppt, finde ich mich in einem Wald wieder und bin imstande, zwischen Welten und Zeiten hin- und herzuspringen, wobei ich hoffe, dass irgendwo hinter dunklen Blättern goldene sind.

Jedes Antiquariat bietet die Gelegenheit zu einer Schatzsuche und ist randvoll mit Geschichten, weil jedes Objekt auf den Regalen mit zusätzlichen historischen Schichten versehen ist – den Spuren früherer Besitzer, ihren gekritzelten Randbemerkungen und Haftnotizen. Ihren Zugfahrscheinen. Ich habe einmal einen Band mit Elizabeth Barrett Brownings ausgewählten Gedichten gekauft, in dem sich, als behelfsmäßiges Lesezeichen, eine Kondomhülle befunden hat. Wie ich dich liebe? Lass mich zählen, wie.

In Ihrem Essay Buchladenzeit schreibt Ali Smith davon, wie wir »uns selbst durch diese scheinbare Schutthalde in unseren Büchern« verewigen. Aussortierte Bücher sind »Speicher des Lebens, dem sie so nah gewesen sind«, und ein Antiquariat ist ein Museum besonderer Augenblicke jenes Lebens. Viele davon sind durch Inschriften beglaubigt – melancholische Eintragungen, da sie von Menschen, die jetzt wahrscheinlich tot sind, liebevoll niedergeschrieben und empfangen wurden.

Eine der sonderbarsten Widmungen, die ich je in einem Buch aus zweiter Hand gefunden habe, steht in meiner Ausgabe von Antal Szerbs Reise im Mondlicht; es ist im Grunde eine Liebeserklärung, in einen verqueren Stil gefasst, den manche als typisch englisch betrachten, und deshalb ist es mehr als bloß ein bisschen traurig, dass ich das Buch nur wenige Wochen nach dem Datum am Ende der Seite in einem Wohltätigkeitsladen erworben habe.

 

Ich bin einunddreißig, und ich bin in Buenos Aires. Mein Freund Ben, der kein großer Leser ist, besteht darauf, dass wir El Ateneo besichtigen (oder, um den vollen Namen zu nennen, El Ateneo Gran Splendid), eine Buchhandlung, die sich in einem ehemaligen Theater befindet, dessen kunstvolle Fresken und Schnitzereien erhalten geblieben sind. Auf den ersten Blick wirkt sie nicht ungewöhnlich, aber dann stehe ich in einem hell erleuchteten Theatersaal und lege den Kopf in den Nacken, um die Ränge und die bemalte Decke zu betrachten. Ich beschließe, dass ich etwas von Borges kaufen muss; ich habe Übersetzungen seiner Geschichten gelesen, und obwohl mein Spanisch nicht im Mindesten dazu ausreicht, mich am Original zu versuchen, fühle ich mich jetzt verpflichtet, mir selbst in die Tasche zu lügen, dass ich zu dem Versuch gerüstet sei und meine Sprachkenntnisse vielleicht verbessern könne, indem ich durch die Prosa des argentinischen Meisters schwimme. Nicht dass seine Prosa wirklich etwas wäre, in das man eintauchen könnte, denn sie ist schroff und epigrammatisch – geradezu karg. Doch das muss mir erst noch klar werden. Als ich in einer Taschenbuchausgabe von Borges’ Fiktionen blättere, erzählt mir ein anderer blätternder Kunde, dass ich Adolfo Bioy Casares lesen müsse, und als meine ungeschickte Erwiderung verrät, dass mir das Spanische schwerfällt, wechselt er ins Englische über und teilt mir mit, Casares sei »sogar noch raffinierter als Borges«. Ein älterer Mann mischt sich ein und sagt, dass Casares mit Silvina Ocampo verheiratet gewesen sei, deren Geschichten »Träumen gleichen«, und dann erkundigt sich seine Begleiterin, ob ich Julio Cortàzar gelesen hätte. Habe ich nicht, und sie bringt mich dorthin, wo Cortàzars Romane stehen. »Der beste ist Rayuela«, sagt sie, »aber der ist kompliziert.« Ich frage sie, ob sie mir etwas Leichteres empfehlen könne, und sie lacht. »Nichts von Cortàzar ist leicht. Alles ist alucinación.«

Von Ratschlägen überschüttet verließ ich El Ateneo mit leeren Händen. Ben war nicht beeindruckt. Was war ich – ein Pilger?

 

In Wahrheit können Liebhaber von Buchhandlungen in vielem wie Pilger sein; manchmal steht ein Laden in einem heiligmäßigen Ruf, und wir machen uns in der Hoffnung auf einen erlösenden Moment auf den Weg. Nach Paris zu Shakespeare and Company, dem Tribut des verstorbenen George Whitman an die Buchhandlung gleichen Namens, die von Sylvia Beach geführt wurde, der Verlegerin von James Joyces Ulysses. Zu Bertrand in Lissabon, die 1732 eröffnet wurde und an ihren jetzigen Standort in der Rua Garrett umzog, nachdem der ursprüngliche Laden beim großen Erdbeben von 1755 zerstört worden war. Zu Selexyz Dominicanen, die sich in Maastricht in einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert befindet und als ausnehmend majestätischer Fahrradschuppen gedient hat. Zu dem heute nicht mehr bestehenden Buchladen Rizzoli an der 57th Street in New York mit seinen effektvollen Kronleuchtern und Flachreliefs oder zur Buchhandlung Morioko Shoten in Tokio, die zu jedem beliebigen Zeitpunkt zahlreiche Ausgaben eines einzigen Buchs vorrätig hält. Nach Hay-on-Wye an der Grenze zwischen England und Wales, einer Stadt mit 1500 Seelen, in der es ein Dutzend Buchläden gibt und die jedes Jahr für kurze Zeit anschwillt, um die fünfzigfache Zahl von Menschen zu beherbergen, wenn dort das berühmte Festival stattfindet, das Bill Clinton einmal als »das Woodstock des Geistes« bezeichnet hat.

Die reichsten Buchhandlungsoffenbarungen sind den meisten von uns aber nicht an Orten widerfahren, zu denen wir wie fromme Sucher getippelt, sondern an Orten, auf die wir zufällig gestoßen sind.

 

Ich bin zweiunddreißig, und ich bin in Rouen, dem Geburtsort von Gustave Flaubert. Ich bin Flaubert zuerst in Julian Barnes’ Roman Flauberts Papagei begegnet, der von einem schrulligen, im Ruhestand befindlichen Arzt erzählt wird, Geoffrey Braithwaite, der davon besessen ist, Trivialwissen über den Schriftsteller zusammenzutragen, in dem Bestreben, »den Prozess der menschlichen Identität zu analysieren«. Einen Tag nachdem ich in einer von Rouens ruppigeren Kneipen zu viel belgisches Bier getrunken habe, bin ich nur dazu in der Lage, die zornigen Rhythmen meines Katzenjammers zu analysieren, aber ich kaufe eine Ausgabe von Flauberts Madame Bovary. Der Laden ist klein und braun und riecht nach den Zigaretten von gestern, und auf jedem Buch hat sich oben eine hartnäckige Staubschicht abgelagert; kurzum, ich befinde mich im Reich der Klischees, und die zugeknöpfte Besitzerin sieht so aus, als könnte sie einen der Thénardiers in Les Misérables spielen – nicht die tonnenförmige Madame, sondern den gebrechlichen Monsieur. Der Preis meines Fundstücks ist lächerlich niedrig. Es ist die blassgelbe Ausgabe von Gallimard. Ich hüte sie wie meinen Augapfel, trage sie zu einem Café, wo ich ein stärkendes Badoit bestelle, und beginne zu lesen. Ich habe diese spezielle Ausgabe von Madame Bovary begehrt, seit ich sie im Grant & Cutler in London gesehen hatte, vielleicht sechs oder sieben Jahre zuvor. Das Buch ist von einer militärischen Steifheit, die den Gedanken nahelegt, dass es hergestellt worden sei, um viele Male gelesen zu werden. Ich komme mir reif und seriös vor, einfach weil ich es in meinen Händen halte. Meine ganz persönliche Ausgabe. Und es stört mich nicht, dass die Leute an den Nachbartischen mit den Augen rollen – Voici un touriste prétentieux!

In einem Aufsatz über sein Leben als Bibliophiler erinnert sich Julian Barnes an eine Zeit in seinen Teenagerjahren, als er »das Erregende und die Bedeutung des Besitzens« entdeckte: »Ein bestimmtes Buch zu besitzen – eines, das man selbst ausgesucht hatte – hieß, sich selbst zu definieren.« Es heißt noch mehr, wie mir scheint; sich für ein Buch zu entscheiden und es in Obhut zu nehmen bedeutet eine kleine Erweiterung des eigenen Selbst. Viele von uns huldigen Büchereien, die durch und durch wundervolle demokratische Institutionen und oft ein Born von Ideen sind, aber die Archive unserer Sehnsüchte, Schwärmereien und Verrücktheiten stehen in unseren eigenen Bücherregalen, die von unseren Erwerbungen überquellen.

 

Ich bin dreizehn und begleite meinen Englischlehrer zu einem Laden in unserer Stadt – einem Geschäft, das in meiner Erinnerung die gleiche Blautönung hat wie das Ei eines Rotkehlchens –, um ein paar Bücher auszusuchen, die sich für die Preisvergabe am Ende des Schuljahrs eignen. Die Idee dahinter ist die, dass ich dem Lehrer dabei helfe, Bücher auszuwählen, die meine Mitschüler tatsächlich interessieren, und nicht die drögen Wälzer, die bei solchen Gelegenheiten normalerweise verteilt werden. Als ich die gebundenen Neuerscheinungen mustere, sehe ich, dass ein anderer Kunde mitten zwischen ihnen ein Buch namens Merde platziert hat, voll von »dem wahren Französisch, das Ihnen in der Schule niemals beigebracht worden ist«, und mein Herz schlägt höher.

Das war, auch wenn es absurd klingen mag, ein entscheidender Moment in der Entwicklung meines Interesses an der Sprache – am Slang und an den verblüffend unterschiedlichen Slangs einzelner Sprachen. Ein Zufall in einer Buchhandlung hat eine lebenslange Leidenschaft wachgerufen.

Diesem Phänomen widmet sich Mark Forsyth in seinem Aufsatz Das unbekannte Unbekannte: Buchhandlungen und das Entzücken darüber, nicht das zu bekommen, wonach man gesucht hat. Wenn man online einkauft, ist es einfach, das zu finden, wonach man sucht, aber wenn es um Bücher geht, »genügt es nicht, das zu bekommen, von dem man schon weiß, dass man es haben will. Die besten Dinge sind die, von denen man nie gewusst hat, dass man sie haben wollte, bevor man sie bekommen hat.« »Ein erfüllter Wunsch«, folgert Forsyth, »ist eine dürftige und kümmerliche Sache. Aber ein neuer Wunsch!«

Buchläden erzeugen immer neue Wünsche, und sie säen unaufhörlich Begierden in uns, die lange Zeit schlummern und dann plötzlich auskeimen. Das ist ihre Magie: Inspiration schwebt durch uns hindurch, glückliche Fügungen erwecken ungewohnte Sehnsüchte, Träume schwellen an, Erleuchtung lässt die Seele erstrahlen.

In seinem Beitrag zu diesem Sammelband vergleicht Saša Stanišić die Beziehung zwischen Buchhändler und Leser mit der Verbindung zwischen einem Drogensüchtigen mit seinem Dealer: Der eine hat Ware, der andere braucht welche. Manchmal sucht der Buchkäufer nach Stoffen, die ihre Wirkung schnell entfalten, und manchmal beschert einem der Trip die kompliziertesten Gefühle.

Ungeachtet dieser bewusstseinsverändernden Magie leben wir in einem Zeitalter, in dem Buchhandlungen verwundbar sind. Ihre Einkünfte werden ebenso von steigenden Mieten und Steuerabgaben bedroht wie vom Onlinehandel und von der Verführungskraft grellerer und aggressiver beworbener Formen der Unterhaltung. Nebenbei bemerkt: Obwohl Buchhandlungen Wirtschaftsunternehmen sind, bleiben sie von der verbreiteten Abneigung gegen den Kommerz weitgehend verschont; zum einen, weil sie der Lesekultur und der Allgemeinheit dienen, zum anderen aber auch, weil sie uns mit einer Vergangenheit verbinden, in der das Geschäftsleben weniger halsabschneiderisch und dafür individualistischer war.

 

Die folgenden Essays feiern die Institution der Buchhandlung; sie bezeugen ihren Wert und preisen ihren Charme. Zugleich huldigt jeder Essay einem bestimmten Buchladen oder der Buchhandlungskultur eines bestimmten Ortes. Juan Gabriel Vásquez schreibt über seine zwei Lieblingsläden in Bogotá, beides »Orte der Transformation«; Elif Shafak wird in Kadikoy in die Gerüche von Kaffee und Lindenblüten gehüllt; Pankaj Mishra erkämpft sich in Delhi einen Freiraum für seine Phantasie; und Ian Sonsom lädt bei Foyles in der Charing Cross Road Neuerscheinungen aus, während der Entertainer Danny La Rue seinem rosa Rolls-Royce entsteigt. Daniel Kehlmann entführt uns nach Berlin-Mitte in das Ensemble verschwörerischer Tischgäste; Dorthe Nors in das ländliche Jütland und das elegante Kopenhagen; und Yvonne Adhiambo Owuor in die Stadt Nairobi, die »ein Delirium der Wiederherstellungschirurgie« durchlebt. In einigen Fällen ist der Essay ein Denkmal: Iain Sinclair schreibt über die verblichene Buchhandlung Bookmans Halt in St. Leonards-on-Sea; Yiyun Li über Pekings vor langer Zeit entschlafenen Foreign Language Bookshop; Stefano Benni über die »dunkle, geheimnisvolle Höhle«, die La Palmaverde in Bologna war.

Dies ist kein Ortsverzeichnis, kein Reiseführer zu den Buchhandlungen der Welt. Stattdessen ist es eine Anthologie persönlicher Erfahrungen mit dem Buch, dem am stärksten nachhallenden Gegenstand des vergangenen Jahrtausends, und mit dem besonderen Ort, den Leser aufsuchen, um ihre Bücher zu erwerben – einer Apotheke oder einem Medizinschrank, einem Wunder des Eklektizismus, einem geheimen Garten, einem ideologischen Pulverfass, einer Bühne für den Protest gegen die Banalität und die Oberflächlichkeit der restlichen Welt und zudem einem Ort der Geborgenheit und der Vernunft, der einzigen Art Grotte, die zugleich ein Leuchtturm ist.

Ali Smith Zeit für die Buchhandlung

In den vergangenen Jahren habe ich von Zeit zu Zeit für ein paar Stunden in der Woche ehrenamtlich im Books for Amnesty gearbeitet, dem hiesigen Antiquariat von Amnesty International. Ich wohne in einer Universitätsstadt im Süden Englands, und die Bücherspenden, die eingehen, manchmal sieben oder acht Bände in einer Plastiktüte, manchmal eine ganze Lkw-Ladung aus einem aufgelösten Haushalt, die vollständige Bibliothek eines Menschen, sind unendlich fesselnd und meist bunt zusammengewürfelt, und fast immer sind sie überraschende Speicher des Lebens, dem sie so nah gewesen sind.

Öffnen Sie diese Ausgabe von Ballerinas of Sadler’s Well (A. & C. Black Ltd. 1954) mit dem auch nach sechzig Jahren noch leuchtend orangen Einband, dem Schwarzweißfoto von Margot Fonteyn auf der Vorderseite und dem Originalpreis in Höhe von sechs Shilling auf der Rückseite (jetzt kostet das Buch zwei Pfund). In blauer Tinte auf der ersten Seite, in ordentlicher Kinderhandschrift: »Weihnachten 1954 – Für Caroline von Christopher«. Daneben ist eine Ansichtskarte eingelegt, die eine stolzierende gescheckte Katze mit einem Halsband zeigt, und auf der Rückseite steht in verblasstem Blau in der Handschrift eines Erwachsenen: »CAROLINE, MEIN SCHATZ, BITTE schick mir eine Liste der Sachen, die Du Dir wünschst, damit es mir etwas leichter fällt, ein Geburtstagsgeschenk für DICH auszusuchen. Ich werde nächste Woche im LIZZIE’S shoppen, also sag Nannie bitte, dass ich im Trumpeter’s House logieren werde. Alles Liebe xx von Mama xxxxx – Ich fand Dein Geschenk für Papa wunderschön.«

Oder in Cennino Cenninis Buch von der Kunst (Allen and Unwin 1930) ein Einzelfahrschein, datiert vom 20. Juli 1936, Chatham and District Traction Company.

Oder in der ersten amerikanischen Edition von Edna St. Vincent Millays The Buck in the Snow (Harpers and Brothers 1928) eine Visitenkarte der Klavierlehrerin Miss Katzenberger mit einer Adresse in Queens, New York.

Wir verewigen uns selbst durch diese scheinbare Schutthalde in unseren Büchern: Zigarettenbilder von Bäumen oder wilden Tieren; Apothekenrezepte; Opern- oder Konzert- oder Theaterkarten; Zug- oder Straßenbahn- oder Busfahrscheine aus allen Jahrzehnten; Aufnahmen von Orten ...

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