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Die maskierte Welt

Anita Graf

Die maskierte Welt

SARS-CoV-2 - Eine kritische Auseinandersetzung im Umgang mit einer globalen Epidemie und die daraus resultierenden existenziellen Folgen

Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu
gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

Benjamin Franklin

Inhalt

Das frühe Versagen

Die rechtliche Lage

Kinder, Kitas, Schulen

Die Situation für Frauen

Die Situation für alte und pflegebedürftige Menschen

Psycho-soziale, gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen

Angstschüren als treibende Kraft

Welche Blüten all das treibt …

Die Rolle der Medien

Maskenpflicht

No-Covid-Strategie

Die Medizin

Impfung gegen SARS-CoV-2

Kritik, Kunst und Kulltur

„Lichtfenster“

Fazit

Nachwort

Das frühe Versagen

Am 11. März 2020 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die seit Dezember 2019 erfolgte Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 zur Pandemie.

Das zunächst regionale Aufflammen eines Virus in China, welches sich dann in kürzester Zeit rasant und unaufhaltsam als ein weltweiter Flächenbrand ausweitete, steht im Hinblick sowohl auf fehlende Weitsicht, als auch vernachlässigten vorbeugenden Bevölkerungsschutz und, als Folge dessen, hierauf hektisch und panisch getroffener Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und unter Inkaufnahme aller für die Menschen drastischen Folgen, als Sinnbild für ein kollektives globales Versagen auf politscher und gesundheitsbehördlicher Ebene.

Das folgenschwere Versäumnis der Regierungen weltweit - und damit auch der deutschen Bundesregierung - bestand bereits lange vor der aufziehenden pandemischen Lage. Als dann der Ernstfall über das Land hereinbrach, zeichnete sich sehr schnell ab, dass ein ausgereiftes Pandemieschutzkonzept gar nicht existierte.

Denn hätte dieses existiert, hätte man zum Schutz der Bevölkerung bereits lange im Vorfeld für den Fall einer potenziellen Pandemie ein Frühwarnsystem errichtet und mit Blick auf eine kompetente Politikberatung ein multidisziplinäres, breit aufgestelltes Expertengremium gebildet. Dieses hätte, neben der Expertise unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen, auch mit der Expertise aus den Gebieten der Soziologie, der Psychologie, insbesondere auch der Kinder- und Jugend-Psychologie, des Bildungswesens, des Gesundheits- und Pflegewesens, der Rechtswissenschaft und der Wirtschaft besetzt sein müssen. Ein vernetztes System von Krisenstäben, das - wie es der Ärztepräsident Dr. Klaus Reinhardt im Juni 2020 formulierte, „dauerhaft auf Standby geschaltet ist.“

Auch wurde nach dem SARS-CoV Ausbruch im Jahr 2002 die Entwicklung eines Impfstoffes wegen nicht ausreichend zur Verfügung gestellter Gelder für die Forschung auf diesem Gebiet auf Eis gelegt. Nun, da es die Welt mit einer wirklichen Pandemie kalt erwischt hatte, sammelte die Europäische Union jedoch scheinbar ohne große Mühe Milliarden von Euro bei Geldgebern, wie Regierungen, Organisationen und Privatleuten, damit Impfstoffe, Medikamente und Testmaterial innerhalb kürzester Zeit entwickelt werden sollten.

Statt dass die Erfahrungen früherer Pandemien ausreichend berücksichtigt wurden - während Corona nutzte man überwiegend die virologische Fachexpertise zur Beratung - agierten die Regierungen hinsichtlich der staatlich verordneten Abwehrmaßnahmen dieser Epidemie weltweit vergleichbar, wie sie es in der Zeit zwischen 1918 - 1920 taten, als die sogenannte „Spanische Grippe“1 grassierte, deren Namensgebung allerdings irreführend ist, da die Pandemie ihren Ursprung nicht in Spanien hatte:

Man verhängte Kontaktverbote, soziale Abgrenzung, das obligatorische Tragen von Schutzmasken, Mobilitätseinschränkungen, Ausgangssperren, Quarantäne etc. Und wir sind 100 Jahre weiter!

Liberale, demokratische Staaten im 21. Jahrhundert schränkten die Grund- und Freiheitsrechte massiv ein, wie nie zuvor. Jegliche Verstöße, und beruhten sie auf noch so abstrusen Verordnungen, wurden und werden durch Staatsgewalt teilweise rigoros verfolgt und sanktioniert.

Es ist ein Phänomen! Wir leben in einer Welt, die sich in diesen einhundert Jahren komplett verändert hat. Im Hinblick auf die staatlich verordneten Maßnahmen zur Eindämmung einer Epidemie jedoch, scheint die Welt seitdem offenkundig stehen geblieben zu sein. Die als Folge dessen existentiellen Auswirkungen auf den einzelnen Menschen und auf die Gesellschaft als Ganzes, insbesondere in Bezug auf die physische und psychische Gesundheit der Menschen als sekundäre Krankheitsfolgen, in sozialer und kultureller Hinsicht, und nicht zuletzt auf die rechtliche und wirtschaftliche Situation, hat vor allem aufgrund der Dauer der Einschränkungen ein solch gravierendes Ausmaß erreicht, welches die freiheitlich-demokratische Grundordnung in ihrem Kern entwürdigt.

Virolog*innen, Epidemiolog*innen, Infektiolog*innen, Beamt*innen des öffentlichen Gesundheitswesens und des Robert Koch-Instituts (seines Zeichens die Leitforschungseinrichtung der Bundesregierung) oder auch die sogenannten Modellier*innen, die theoretische Berechnungen zur Entwicklung der Pandemie anstellen: Sie alle sind eben das, was sie sind. Und niemand spricht ihnen in ihrem Fach die Kompetenz ab. Aber sie sind - mit Verlaub - keine Krisenmanager*innen. Und die Gesellschaft ist keine mathematische Simulation. Die Genannten wären also allenfalls ein Teil jenes multidisziplinären Krisenstabes, dessen es unabdingbar bedarf, um eine solche Krise zu bewältigen. Ihnen allerdings - wie geschehen - das Feld nahezu allein zu überlassen, ist geradezu sträflich fahrlässig und unverantwortlich. Zumal sie schon innerhalb ihrer Fachbereiche nicht mit einer Stimme sprechen.

Plötzlich galt in den meisten Staaten dieser Welt weitgehend der virologische Imperativ. Dieser fordert uns dazu auf, uns so zu verhalten, als wäre die menschliche Gemeinschaft nichts weiter, als eine Infektionskette. Das bedeutet, dass jede einzelne Person pauschal als Virusüberträgerin unter Generalverdacht gestellt wird, mit der Konsequenz, dass allen drastische Maßnahmen auferlegt werden, bis hin zur Isolierung von ihrer Umgebung, unabhängig davon, ob diese Person infektiös, d.h. ansteckend, oder nicht infektiös, symptomatisch oder asymptomatisch, ist. Durch 2-fach Impfung, massenhafte und kontinuierliche Testung (PCR oder Antigen-Schnelltests) oder Genesung obliegt es jeder und jedem von uns verpflichtend, den Beweis zu erbringen, ob wir mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert sind oder nicht. Es ist also an uns, unsere Ungefährlichkeit zu belegen. Bedeutet das nicht eine Umkehr dessen, was in unserem Rechtssystem vorgesehen ist?

Sehr bald nach Ausrufung der Pandemie im März 2020 durch die WHO folgte nahezu weltweit ein erster sich über viele Monate erstreckender harter Lockdown. Man war regelrecht eingesperrt, durfte das Haus ausschließlich zum Einkaufen, Arztbesuch oder Arbeit verlassen, unter Einhaltung weiterer streng verordneter Einschränkungen, vornehmlich Maske tragen, Abstand halten, Kontakte vermeiden. Sogar ganze Stadtviertel wurden teilweise abgeriegelt. Nahezu jedes Land auf jedem Kontinent agierte mehr oder weniger auf diese Art und Weise (in Europa bildete Schweden eine Ausnahme). Besonders Spanien, Italien und Frankreich setzten auf strikteste Maßnahmen, aber z.B. auch Australien, Neuseeland und die USA verordneten ihrer Bevölkerung drastische Einschränkungen. In einigen Ländern durften Kinder und Jugendliche - wenn überhaupt - nur unter Aufsicht eines Erwachsenen eine Stunde an die frische Luft, hatten kaum die Möglichkeit, sich draußen zu bewegen oder Sport zu treiben.

Man kann es zusammenfassend so formulieren, dass sich der überwiegende Teil der Menschen weltweit durch Verordnungen der jeweiligen Regierungen zwingend wiederholt in den Lockdown begeben musste, durch die jeweilige Staatsmacht unter Überwachung stand und bei Zuwiderhandlung Repressalien erfuhr.

Wenn also der virologische Imperativ primär gilt und über allem steht und alle anderen Aspekte und Bedürfnisse im Alltagsleben der Menschen sich dem unterzuordnen haben - völlig ungeachtet der daraus resultierenden folgenschweren Herausforderungen und existentiellen Nöte - dann hat man den Menschen ihre Eigenverantwortung entrissen und sie zur Unmündigkeit degradiert.

Hier erlangt ein alter Satz aus der Mathematik Bedeutung:

Aus Falschem folgt Beliebiges.

1 Die spanische Presse konnte unzensiert über den Ausbruch der Krankheit berichten; im Unterschied zu anderen betroffenen Ländern, wurden Berichte über das Ausmaß der Seuche nicht unterdrückt. Die internationale Presse gebrauchte ab Ende Juni 1918 zunehmend die Bezeichnung „Spanische Grippe“, was zudem von einigen kriegführenden Regierungen gefördert wurde, um die tatsächliche Verbreitung zu vertuschen.

Die rechtliche Lage

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ist ein Glücksfall der Geschichte. Und dieses Grundgesetz muss auch und gerade in Zeiten einer Krise gelten und Bestand haben. Es muss wie ein Rettungsanker der Demokratie allen Kräften trotzen, die bemüht sind, die Grund- und Freiheitsrechte auszuhebeln und diese ihren Verboten und Einschränkungen unterzuordnen.

Wir erleben den schwerwiegendsten Grundrechtseingriff in der Geschichte dieses Landes seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949. Trotz massiver Einschränkungen von Grund- und Freiheitsrechten durch die Bundes- und Länderregierungen und der damit einhergehenden, streckenweise quasi Stilllegung des öffentlichen Lebens, trotz des Hangelns von einem Lockdown zum nächsten (der natürlich die einfachste Lösung ist!) - für die man irgendwann übrigens völlig skurrile Begrifflichkeiten wie „Lockdown light“, „Wellenbrecher Lockdown“ oder „Brücken-Lockdown“ konstruierte - konnte man im Hinblick auf die staatlich verordneten Anti-Corona-Maßnahmen eine große Akzeptanz konstatieren und eine in weiten Teilen gehorsame und unkritische Bevölkerung beobachten. Die Restriktionen über diesen langen Zeitraum wurden in Kauf genommen, ungeachtet der Notwendigkeit, dass deren Verhältnismäßigkeit immer wieder aufs Neue zu überprüfen ist.

Bemerkenswert war auch das Verhalten der Opposition. Selbst das politisch linke, links-liberale und grüne Spektrum - die bislang die Fahne der Freiheit, der Selbstbestimmung und des Schutzes unserer Verfassung zu Recht immer hochgehalten haben - stellten den überbordenden Aktionismus und die Aushebelung von Grund- und Freiheitsrechten nicht in Frage, sondern trugen all die Beschlüsse in Gänze mit. Die Vermutung einer potenziellen Gefahr reichte ihnen offenbar aus, Grundrechtseinschränkungen in diesem Ausmaß für legitim anzuerkennen. Bis auf einzelne, zuweilen kontroverse Stimmen aus der FDP, arrangierte sich die politisch demokratische Opposition2 mit der Bundesregierung. Schloss einen Burgfrieden. Passte sich an. Differenzierte nicht. Hinterfragte nicht kritisch. Wer hätte das noch vor kurzer Zeit gedacht!

Bei fortdauernden Grundrechtseinschränkungen ist eine kritische Evaluation der rechtlichen Lage jedoch unerlässlich. Dass beispielsweise das Grundrecht auf Bewegungs- und Versammlungsfreiheit erst einmal gerichtlich durchgesetzt werden musste, ist einer liberalen, freiheitlichen Demokratie unwürdig.

Ebenso wenig rechtfertigt eine epidemische Lage die Verletzung des Art. 13 GG, der das Grundrecht der Unverletzlichkeit der Wohnung gewährleistet. Dieses dient dem Schutz der räumlichen Privatsphäre vor Eingriffen von staatlicher Seite. Wenn also Polizeibeamt*innen in Privatwohnungen geschickt werden, um nachzuprüfen, ob sich da ein Ortsfremder - im übertragenen Sinne - „unter dem Bett“ versteckt hat, ist das skandalös. Das Gleiche gilt für polizeiliche Maßnahmen, wie beispielsweise Hubschrauber oder Drohnen einzusetzen, um das Kontaktverbot zu kontrollieren, ob auch ja nicht mehr als zwei Personen draußen im Gelände zusammen unterwegs waren. Dafür fehlte der Polizei nach Einschätzung des Frankfurter Staatsrechtlers, Prof. Dr. Uwe Volkmann, auch die Berechtigung.

Anfangs sah man vielerorts - auch an Fenstern privater Häuser und Wohnungen - Banner und Plakate mit der Aufschrift „Wir bleiben zu Hause“. Manche trugen T-shirts mit Aufdruck auf der Rückseite wie: „STOP! Ich halte Abstand! Du auch?“. Auf Smartphone-Displays, als Abschlussformel in E-Mails oder Messenger-Nachrichten, in Werbespots im TV las und hörte man „Bleiben Sie gesund!“ oder „stay home“. Eine große Anzahl von Prominenten aus unterschiedlichen Branchen, rief im Hinblick auf die angebliche Rettung millionenfachen Lebens eindringlich zum quasi dauerhaften Maskentragen auf.

„Wir haben schon auch einen moralischen Imperativ, der unser Verhalten reguliert.“, formulierte es kritisch Prof. Dr. Uwe Volkmann in Bezug auf solche Appelle.

In Zeiten der Corona-Krise gewinnt die Angst exponentiell an Bedeutung. Es war von der „größten Bedrohung seit dem Krieg“ die Rede. Frankreichs Präsident Macron betonte beispielsweise in seiner Fernsehansprache im März 2020 sechs Mal „Nous sommes en guerre.“ Wir sind im Krieg.

Es gab sogar Stimmen, die von der „dunkelsten Stunde der Menschheit“ sprachen.

Was für eine historische Verzerrung! Was für eine zynische Rhetorik! Das hier ist kein Krieg und es fallen einem weiß Gott noch viele, viel dunklere Stunden in der Menschheitsgeschichte ein.

Die tief sitzende Virus-Angst der Menschen wurde von Beginn an zusätzlich geschürt, indem man von Seiten der Politik und der verschiedenen ...

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