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Dorian Hunter 0045 - Horror-Serie

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah
  4. DER TEUFELSEID
  5. 1. Kapitel
  6. 2. Kapitel
  7. 3. Kapitel
  8. 4. Kapitel
  9. 5. Kapitel
  10. mystery-press
  11. Vorschau

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Der ehemalige Reporter Dorian Hunter hat sein Leben dem Kampf gegen die Schwarze Familie der Dämonen gewidmet, seit seine Frau Lilian durch eine Begegnung mit ihnen den Verstand verlor. Seine Gegner leben als ehrbare Bürger über den gesamten Erdball verteilt. Nur vereinzelt gelingt es dem »Dämonenkiller«, ihnen die Maske herunterzureißen. Unterstützung in seinem Kampf erhält er zunächst durch den englischen Secret Service, der auf Hunters Wirken hin die Inquisitionsabteilung gründete.

Bald kommt Dorian jedoch seiner eigentlichen Bestimmung auf die Spur: In einem früheren Leben schloss er als französischer Baron Nicolas de Conde einen Pakt mit dem Teufel, der ihm die Unsterblichkeit sicherte. Um für seine Sünden zu büßen, verfasste de Conde den »Hexenhammer« – jenes Buch, das im 16. Jahrhundert zur Grundlage für die Hexenverfolgung wurde. Doch der Inquisition fielen meist Unschuldige zum Opfer; die Dämonen blieben ungeschoren.

Als de Conde selbst der Ketzerei angeklagt und verbrannt wurde, ging seine Seele in den nächsten Körper über. So ging es fort bis in die Gegenwart. Dorian Hunter begreift, dass es seine Aufgabe ist, de Condes Verfehlungen zu sühnen und die Dämonen zu vernichten. Er jagt die Dämonen auf eigene Faust, und als die Erfolge ausbleiben, gerät Trevor Sullivan, der Leiter der Inquisitionsabteilung, unter Druck. Die Abteilung wird aufgelöst.

Hunter bleibt nur sein engstes Umfeld: die junge Hexe Coco Zamis, die früher selbst ein Mitglied der Schwarzen Familie war, bis sie wegen ihrer Liebe zu Dorian den Großteil ihrer magischen Fähigkeiten verlor; weiterhin der Hermaphrodit Phillip, der weder Mann noch Frau ist und dessen hellseherische Fähigkeiten ihn zu einem lebenden Orakel machen – sowie die Ex-Mitarbeiter des Secret Service Marvin Cohen und Donald Chapman. Letzterer wurde bei einer dämonischen Attacke auf Zwergengröße geschrumpft.

Trotz der Rückschläge gelingt es Dorian, Asmodi, das Oberhaupt der Schwarzen Familie, zu vernichten. Doch mit Olivaro steht schon ein Nachfolger bereit, der in der Vergangenheit keinerlei Skrupel hatte, sogar mit Dorian zusammenzuarbeiten, wenn es seinen eigenen Interessen diente.

So hat Olivaro auch Coco Zamis durch eine Intrige auf seine Seite gezwungen. Dorian müsse Coco weiterhin vertrauen, erklärt die Inka-Prinzessin Machu Picchu, die Dorian aus Kolumbien nach London begleitet hat. Doch Dorian missachtet ihre Hinweise. Seine Aufmerksamkeit wird von Lilian beansprucht, die als geheilt aus der O’Hara-Stiftung entlassen wurde. Daraufhin setzt Machu Picchu ihrer »geträumten« Existenz freiwillig ein Ende. Dorian aber wird die geheimen Gedanken an Coco nicht los – erst recht nicht, als der Hermaphrodit Phillip von einer rätselhaften Frau namens Aphrodite entführt wird, die sich als seine Mutter bezeichnet ...

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DER TEUFELSEID

von Ernst Vlcek

Sie waren ganz in schwarze Lederkombinationen gekleidet, die sie mit Totenköpfen und anderen Horrormotiven bemalt hatten. Mit ihren Sturzhelmen, deren Sichtscheiben dunkel getönt waren, glichen sie Raumfahrern aus einem Science-Fiction-Film.

Kitty fühlte sich von den sieben motorisierten Rockern verfolgt. Kaum hatte sie die City von London verlassen, als sie hinter ihr aufgetaucht waren. Von da an waren sie ständig hinter dem weißen Mini geblieben.

Kitty fielen plötzlich wieder die seltsamen Anrufe ein, die sie in den vergangenen Tagen erhalten hatte. Sie hatte sie nicht besonders ernst genommen, weil sie dachte, dass sich Harrys Freunde nur einen üblen Scherz mit ihr erlauben wollten.

Vor einer Woche hatte sich die hohlklingende Stimme zum ersten Mal gemeldet und ihr vorgeworfen, dass sie Harry betrüge. Beim nächsten Anruf hatte man ihr gesagt, dass Harry es sich nicht gefallen lassen würde, wenn sich sein Mädchen mit anderen einließ.

1. Kapitel

Aber Harry war doch seit mehr als drei Monaten tot!

Es war nicht ihre Schuld, dass er sich mit seiner Maschine bei Tempo 150 überschlagen und sich das Genick gebrochen hatte. Sie hatte ihm natürlich nicht den Tod gewünscht, aber sie war doch froh gewesen, als dieses Verhältnis zu Ende gewesen war.

Sie sah im Rückspiegel, wie einer der vermummten Motorradfahrer aus der Gruppe ausscherte. Er brauste mit Vollgas heran. Kitty sah ihn im Außenspiegel schnell größer werden. Und dann war er auf gleicher Höhe mit dem Mini. Es krachte, und Kitty sah, wie der Außenspiegel barst. Der Rocker hatte ihn im Vorbeifahren abrasiert.

Sie wusste, dass jetzt der Terror begann.

Sie trat das Gaspedal durch, bog in eine Seitenstraße ein. Abraham Road, las sie auf einem Straßenschild. Links und rechts standen Reihenhäuser, die sich glichen wie ein Ei dem anderen.

Da brauste der nächste Rocker heran. Er schwang etwas in der Rechten. Es sah aus wie die mit Eisendornen gespickte Kugel eines Morgensterns.

Das schwere Ding an der Eisenkette krachte gegen die Windschutzscheibe. Kitty trat unwillkürlich auf die Bremse und schloss die Augen. Die Windschutzscheibe zersprang in tausend Trümmer.

Als sie die Augen wieder öffnete, sah sie durch das Seitenfenster den nächsten Motorradfahrer heranbrausen. Er raste gegen die Fahrertür, rammte sie mit solcher Wucht, dass der Mini ein Stück zur Seite geschleudert wurde.

Kitty hatte sich von der Erschütterung noch nicht erholt, als von der anderen Seite mit einer schweren Brechstange gegen das Dach ihres Wagens getrommelt wurde.

Schnell legte sie den ersten Gang ein und fuhr mit heulendem Motor an. Sie musste das Steuer herumreißen, als einer der Rocker mit seiner Maschine kehrtmachte und sie schneiden wollte.

Hinter den Fenstern einiger Reihenhäuser waren Lichter angegangen. Aber Kitty wusste, dass sie von den Bewohnern keine Hilfe erwarten konnte. Diese Spießbürger würden keinen Finger rühren. Vielleicht würden sie morgen in der Zeitung lesen, dass auf der Straße ein Mädchen vergewaltigt und durch Messerstiche übel zugerichtet worden war. Und dann konnten sie ihren Bekannten gegenüber sensationslüstern behaupten: »Ich hab’s gesehen!«

Kitty musste wieder einem Motorradfahrer ausweichen. Er warf etwas nach ihr, das wie eine Orange aussah. Das Ding klatschte ihr ins Gesicht und platzte – eine warme, süßlich schmeckende Flüssigkeit rann ihr übers Gesicht.

Blut!

Links und rechts von ihr heulten die Motoren der schweren Maschinen. Die Rocker nahmen sie in die Zange. Sie fuhren einhändig und hieben mit allen möglichen Werkzeugen auf ihren Kleinwagen ein.

Eine Brechstange knallte auf die Motorhaube, die aufsprang und Kitty die Sicht nahm. Aber sie fuhr blind weiter. Nur nicht stehen bleiben, sonst war sie verloren!

Der Morgenstern zertrümmerte das Seitenfenster. Die Splitter des Sicherheitsglases lagen wie Tautropfen auf Kittys Haar.

»Kitty!«

Unwillkürlich drehte sie sich nach dem Rocker um, der neben ihr herfuhr. Die Stimme war ihr irgendwie bekannt vorgekommen, obwohl sie verzerrt klang.

Der Rocker nahm im Fahren seinen Sturzhelm ab. Als Kitty sein Gesicht sah, entrang sich ihrer Kehle ein Schrei des Entsetzens.

Der Rocker hatte Harrys Gesicht. Sie erkannte es, obwohl es schrecklich zugerichtet war. Das Gesicht, von den Narben des Motorradunfalls entstellt, war ein grinsender Totenschädel. Die Augen darin wirkten tot, starr, blicklos. Jetzt zückte der Rocker mit Harrys Schädel ein Messer, beugte sich im Fahren hinunter und schlitzte den Vorderreifen von Kittys Mini auf.

Sie spürte, wie der Wagen vorn einknickte, noch bevor sie den Knall des platzenden Reifens hörte. Das Auto zog plötzlich nach links; krachte über die Kante des Bürgersteigs und raste gegen den niedrigen Holzzaun eines Reihenhauses.

Kitty war mit der Brust gegen das Lenkrad geprallt. Ihr blieb die Luft weg. Sie glaubte ersticken zu müssen. Vor ihren Augen verschwamm alles. Die Fahrertür war aus den Angeln gerissen worden und lag einige Meter entfernt. Kitty fühlte sich so schwach, dass sie am liebsten hier sitzen geblieben wäre. Egal was mit ihr passierte – ob sie verbrannte, oder ob sie den Rockern in die Hände fiel.

Aber dann hörte sie das Aufheulen der schweren Maschinen, sah die vermummten Gestalten heranrasen – und das weckte ihre Lebensgeister.

Sie befreite sich aus den Trümmern des Wracks, stolperte auf das Haus zu und hämmerte schluchzend gegen die Eingangstür. Aber niemand öffnete.

Kitty rannte weiter. Sie umrundete das Haus, gelangte in einen kleinen Garten auf der Rückseite. Sie ließ sich gegen die Hintertür fallen, schlug mit den Fäusten verzweifelt dagegen.

Gerade als hinter der Tür das Licht anging, heulte in unmittelbarer Nähe der Motor einer Maschine auf. Eine Hand griff ihr ins Haar und riss sie mit sich. Erst nach einigen Metern ließ ihr Peiniger sie los.

Sie hatte sich noch nicht von dieser ersten Attacke erholt, als der nächste Rocker heranbrauste und mit seiner knochigen Hand nach ihr griff.

Dorian schreckte im Bett hoch. Sein erster Gedanke beim Erwachen galt Lilian. Er griff besorgt nach ihr, spürte ihr Haar zwischen den Fingern und sah, dass sie mit dem Rücken zu ihm lag.

Von der Straße her drang das Dröhnen hochgezüchteter Motoren durch das offene Fenster. Es war eine laue Juninacht. Dorian hatte das Fenster erst geöffnet, nachdem Lilian eingeschlafen war, denn sie hatte sich über die Zugluft beschwert.

Wieder heulten Motorräder auf, und dann war ein Krachen zu hören, als ob jemand mit einem schweren Gegenstand auf die Karosserie eines Wagens einhieb.

Es war bisher noch nie vorgekommen, dass Rowdys in diese stille Gegend kamen und hier randalierten. Dorian hoffte, dass sie den Spaß daran, harmlose Bürger aus dem Schlaf zu trommeln, bald verlieren und wieder abziehen würden.

Er schwang sich aus dem Bett, um das Fenster zu schließen. Lilian brauchte ihren Schlaf, und er musste alle Aufregungen von ihr fernhalten, damit sie nicht wieder krank würde.

Als er zum Fenster kam und auf die Straße blickte, erkannte er sofort, dass es sich nicht um harmlose Randalierer handelte. Sieben vermummte Gestalten auf Motorrädern verfolgten einen Kleinwagen, in dem Dorian ein junges Mädchen zu sehen glaubte.

Die Windschutzscheibe war eingeschlagen worden, und die Karosserie war voller Beulen. Dorian schloss schnell das Fenster, während er die Geschehnisse auf der Straße beobachtete.

Als einer der Rocker auf die Motorhaube des Kleinwagens einhieb, sprang diese auf. Das Mädchen hinter dem Steuer fuhr jedoch weiter. Plötzlich beugte sich der Rocker, der seinen Helm abgenommen hatte, im Fahren zum Vorderreifen hinunter. Dorian sah ein Messer in seiner Hand blitzen. Im nächsten Augenblick schlingerte der Wagen. Der Mini rumpelte über den Bürgersteig und durchstieß den Zaun seines Reihenhauses.

»Rian?«, hörte er hinter sich Lilians verschlafene Stimme. »Was hat der Krach zu bedeuten?«

»Nichts, Schatz. Schlaf nur weiter.«

Er ging zu ihr. Ihr blasses Gesicht, von blondem Haar umrahmt, versank in dem weichen Daunenkissen. Sie kam ihm in diesem Augenblick wie ein Engel vor – und genauso unnahbar. Als er ihr einen Kuss geben wollte, wandte sie das Gesicht ab. Er musste Geduld mit ihr haben.

Von unten kam wieder das Aufheulen der überzüchteten Motoren.

»Was ist denn los?«, fragte Lilian missmutig im Halbschlaf.

»Kein Grund zur Aufregung«, beschwichtigte er sie. »Es handelt sich nur um ein paar Rowdys, die unsere Straße für eine Rennbahn halten. Sie werden schon wieder verschwinden, wenn sie sehen, dass wir uns nicht provozieren lassen.«

Dorian schlüpfte in seinen Morgenmantel.

»Warum ziehst du dich an?«, fragte Lilian. »Du willst doch nicht auf die Straße?«

»Nein«, log Dorian. »Ich hol mir nur was zum Trinken aus dem Kühlschrank.«

»Bleib nicht lange ...«

Er war froh, dass die Vorgänge auf der Straße Lilian nicht erschreckten. Er ging leise aus dem Schlafzimmer, schloss die Tür hinter sich und wandte sich zu der Treppe, die in das Erdgeschoss führte.

Ihm war, als käme der Motorenlärm jetzt von der Rückseite des Hauses, als wären die Rowdys auf sein Grundstück gefahren und vollführten dort ein Moto-Cross.

Dorian hastete die Treppe hinunter und lief zur Hintertür. Jemand trommelte wie wild dagegen und rief verzweifelt um Hilfe. War es das Mädchen aus dem Mini? Dorian zögerte keine Sekunde, denn er wusste, dass dort draußen jemand in höchster Not war.

Er drehte das Licht an, fand in der Eile keine andere Waffe als einen eisernen Feuerhaken. Als er die Tür aufschloss, vermischte sich der Schrei eines Mädchens mit dem neuerlichen Aufheulen der Motoren.

Dorian riss die Tür auf und stürzte ins Freie. Er sah, wie das Mädchen von einem Rocker auf einem Motorrad an den Haaren durch den Garten geschleift wurde. Kaum hatte dieser sie losgelassen, als von der anderen Seite ein zweiter herangefahren kam und dem Mädchen mit einem schnellen Griff die Bluse vom Körper riss.

Dorian hörte eine Maschine aufheulen, brachte sich mit einem Sprung hinter einen Baumstamm in Sicherheit und schlug mit dem Feuerhaken nach dem behelmten Kopf des Rockers. Er traf sein Ziel. Der Motorradfahrer wankte im Sattel, bekam die Maschine aber sofort wieder unter Kontrolle.

Dorian wunderte sich, dass der Getroffene keinen Laut von sich gab. Aber er zerbrach sich nicht weiter den Kopf darüber, sondern kümmerte sich um die junge Frau.

Sie hing hilflos zwischen zwei Motorrädern, deren Fahrer sie an den Armen hochgehoben hatten und nun mit ihr durch den Garten kurvten.

Dorian schnitt ihnen den Weg ab und hieb dem ersten den Schürhaken mit aller Wucht gegen die Brust. Der Rocker kippte vornüber, ohne einen Laut von sich zu geben. Er ließ das Mädchen los, die Maschine fiel um und er stürzte zu Boden. Dabei verlor er seinen Helm, und Dorian sah den Totenschädel.

Er starrte Dorian aus seinen leeren Augen an und stieß unartikulierte Laute aus, während er versuchte, sich von dem Gewicht des Motorrades zu befreien.

Dorian lief zu dem Mädchen, das stöhnend und mit zerfetzten Kleidern im Gras kauerte.

»Schnell, zum Haus«, rief Dorian ihr zu. »Ich halte Ihnen so lange diese Bande vom Leib.«

Er packte sie am Arm, wollte sie hochheben, aber sie schrie und schlug um sich, als halte sie ihn für einen der Rocker.

»Ich will Ihnen doch nur helfen«, rief er ihr zu.

Sie verstummte, dann weiteten sich ihre Augen.

»Nicht, Harry. Nein!«

Dorian sah einen der Motorradfahrer auf sich zukommen, der seinen Helm verloren hatte. In den starren Augen seines Totenschädels loderte unbändiger Hass. Dorian gab dem Mädchen einen Stoß, um es aus der Gefahrenzone zu bringen.

»Versuchen Sie, ins Haus zu gelangen«, rief er dabei. »Dort sind Sie in Sicherheit.«

Er selbst hatte keine Gelegenheit mehr, sich vor dem heranbrausenden Motorrad zu retten. Er rechnete bereits damit, über den Haufen gefahren zu werden, als der Rocker im letzten Moment die Maschine herumriss und sich entfernte.

Dorian wandte sich dem Haus zu. Er kam nicht weit. Schon kreuzte einer der Rocker seinen Weg, so dass er einen Haken schlagen musste, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Da kam von der anderen Seite die nächste Maschine. Erde und Grasbüschel wurden vom Vorderrad hochgeschleudert, als der Fahrer knapp vor Dorian abschwang.

Dorian stieß mit dem Feuerhaken nach und erwischte das Hinterrad.

Der Haken geriet in die Speichen und diese brachen. Durch das plötzliche Blockieren des Hinterrades blieb das Motorrad stehen, als sei es gegen eine unsichtbare Wand geprallt. Der Fahrer wurde aus dem Sitz gehoben und in hohem Bogen nach vorne geschleudert.

Dorian, der den Schürhaken zu spät losgelassen hatte, wurde nach vorn gerissen, stolperte und kam zu Fall. Er wollte sich schnell wieder aufrappeln. Aber da kam der nächste Rocker auf seiner Maschine herangeschossen.

Dorian blieb wie hypnotisiert liegen. Er sah, dass der Fahrer zum Unterschied zu den anderen keinen Helm trug, sondern nur eine dunkel getönte Motorradbrille und eine eng am Kopf anliegende Lederhaube.

Einen halben Meter vor Dorian bremste er so abrupt, dass sich die Maschine vorn aufbäumte wie ein scheuendes Reitpferd. Der Rocker ließ den Motor noch einmal aufheulen, dann stellte er ihn ab und senkte das Vorderrad langsam zu Boden.

Jetzt konnte Dorian ihn genauer betrachten. Viel war nicht von ihm zu sehen, weil er ganz in Leder gehüllt war. Das knochige Gesicht, das halb unter der großen Motorradbrille verschwand, war jedoch viel zu ausdrucksstark, als dass es einem Untoten gehören konnte.

Der schmale, lippenlose Mund verzog sich zu einem spöttischen Grinsen, als er sagte:

»Es macht überhaupt keinen Spaß, einen Dämonenkiller zu jagen, der kein Mark mehr in den Knochen hat. Sie nehmen es mir und meinen Jungs doch nicht übel, dass wir uns mit Ihnen einen kleinen Scherz erlaubt haben, Hunter?«

Dorian erhob sich, rückte seinen Morgenmantel zurecht und klopfte sich ab.

»Das Vergnügen war ganz auf meiner Seite«, sagte er und betrachtete sein Gegenüber. »Ich frage mich nur, was das soll. Und wer sind Sie eigentlich?«

»Demur Alkahest«, stellte er sich vor. »Sicher haben Ihnen Ihre geschärften Sinne bereits verraten, welch besonderer Abstammung ich bin. Oder sind Ihre Instinkte durch das spießbürgerliche Leben an der Seite Lilians bereits so sehr verkümmert, dass Sie mein schwarzes Blut nicht wittern?«

»Da Sie so gut über mich Bescheid wissen, Demur Alkahest«, erwiderte Dorian, »werden Sie klug daran tun, schnellstens wieder von hier zu verschwinden. Und zwar ohne das Mädchen.«

Der Dämonen-Rocker machte eine wegwerfende Handbewegung.

»Kitty können Sie meinetwegen als Bettwärmer behalten. Aber Vorsicht! Ihr von den Toten auferstandener Freund Harry ist rasend vor Eifersucht. Aber mir ist nichts an ihr gelegen.«

»Was wollen Sie dann?«, fragte Dorian. Er war längst nicht so sicher, wie er sich gab. Er trug keinen Dämonenbanner bei sich, und auch im Haus waren keine Waffen, die er gegen diesen halbstarken Dämonenspross hätte einsetzen können. Seit Lilian wieder das Reihenhaus bewohnte, hatte sie seine gesamte Ausrüstung in die Jugendstilvilla schaffen lassen.

»Von Ihnen, Hunter, will ich was«, antwortete Demur Alkahest. »Keine Angst, ich will nicht Ihren Kopf, obwohl er sich auf meinem Feuerstuhl recht gut ausmachen würde.

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