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Entführung in Mexico: Kriminalroman

Entführung in Mexico: Kriminalroman

Manfred Weinland

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2017.

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Entführung in Mexico

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Entführung in Mexico

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Krimi von Thomas West

Der Umfang dieses Buchs entspricht 110 Taschenbuchseiten.

Ermittler Jesse Trevellian wird aus dem Urlaub gerufen, um seinem Chef einen Gefallen zu tun. Er soll als Privatmann in einem Entführungsfallvermitteln. Aber außer den Entführern scheinen noch andere Leute in die Sache verwickelt sein. Aus der Geldübergabe wird dann ein Massaker...

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Sie hielt ihn fest – fester als sonst bei solchen Gelegenheiten – und sie küsste ihn immer wieder auf beide Wangen, küsste ihn sogar auf den Mund. Seltsam, das tat sie sonst nie. Und täuschte er sich, oder waren ihre Augen feucht? „Pass auf dich auf, Dad.‟

„Das sagst gerade du‟, schmunzelte er. Noch immer wollte sie ihn nicht loslassen. „Du wirst deinen Flug verpassen, Nancy-Darling.‟

Sie nickte, küsste ihn ein letztes Mal, drehte sich um und lief zum Drehkreuz der Gepäckkontrolle. Wie sie sich bewegte! Wie ihr langes, blondes Haar hin und her schwang! Das blühende Leben, ja, das blühende Leben war sie – wie er sie liebte!

Von der Terrasse aus beobachtete er den Start ihrer Maschine. Er winkte, bis die Boeing in den Wolken über Mexico City verschwand. Später, im Parkhaus hinter dem Steuer seines Wagens, sah er noch immer Nancys Gesicht vor sich. Der Lauf der Waffe bohrte sich in seinen Nacken, während er den Schlüssel ins Zündschloss fummelte. Von da an war nichts mehr wie zuvor, und würde es nie wieder sein.

Er hielt den Atem an. Stocksteif war er plötzlich, stemmte die Beine in den Fußraum, wagte nicht sich zu rühren. Hinter ihm versuchte jemand, vor Erregung keuchende Atemzüge in Schach zu halten.

„Nicht schießen, bitte ...‟ Zwischen den Zähnen stieß er es endlich hervor. Der Druck der Waffe verstärkte sich nur, hinter ihm zischte es böse.

„Meine Brieftasche steckt im Jackett, rechte Innentasche!‟ Er sprach spanisch. „Bitte nicht schießen ...‟ Zentimeter um Zentimeter hoben sich seine Hände, wie von selbst. Für einen Moment glaubte er, helles Haar und eine weiße Baseballkappe im Rückspiegel zu sehen. Ganz sicher war er nicht.

„Flossen runter!‟, flüsterte eine Männerstimme hinter ihm endlich. „Los, runter! Und fahr zu!‟

„Wer sind Sie?‟ Er ließ die Arme sinken, hielt sich am Lenkrad fest. Aus den Augenwinkeln sah er ein grauhaariges Paar aus einem Sport-Coupé steigen. Einfach hupen?

„Fahr schon, Goodman!‟ Der Kerl hinter ihm stieß ihm die Waffenmündung ins Genick, zweimal, dreimal, es tat weh. „Mach schon, los! Keine Faxen, sonst ist’s aus mit dir!‟ Kein Spanisch, was der Mann hinter ihm sprach – jetzt erst rückte die Tatsache in sein Bewusstsein.

Seine Rechte schwebte zum Autoschlüssel, drehte ihn um. Er startete den Motor seines Cadillac Seville. Raus aus der Parkbucht, zum Zurückstoßen wollte er sich umdrehen. „Guck in den Rückspiegel, verdammt!‟, zischte der Mann auf der Rückbank. Er sprach Englisch, tatsächlich! Amerikanisches Englisch ohne jeden Akzent.

Goodman tat, was er sagte, rangierte den großen Schlitten aus der Bucht. Im Rückspiegel glitt ein Pick-up vorbei, auf der anderen Seite der schmalen Fahrbahn die Stoßstangen, Rücklichter und Kühlergrills parkender Wagen, von dem Bewaffneten im Fond nichts zu sehen – der Mann schien sich gegen die Fahrerseite zu drücken.

Sein Fuß auf dem Gaspedal verkrampfte sich bei dem Gedanken, den alten VW-Käfer auf der gegenüberliegenden Parkhausseite zu rammen.

Während er sich vorstellte, wie sein Cadillac über die Fahrbahn gegen den alten Käfer sprang, wie es den Kerl hinter ihm gegen die Lehne der Rückbank presste, und er selbst die zwei Sekunden gewönne, die er bräuchte, um aus dem Wagen zu springen – die entscheidenden zwei Sekunden! – während dieser Film in seinem Kopf ablief, schob er auch schon den Hebel des Automatik-Getriebes nach vorn.

Die silbergraue Limousine rollte Richtung Rampe. Der Volkswagen im Rückspiegel wurde kleiner.

„Wohin?‟ Sein Mund war trocken, er schluckte.

„Erst mal raus hier‟, fauchte es. „Und dann nach Norden.‟

Er steuerte den Cadillac die Rampe hinunter, er steuerte ihn aus dem Parkhaus, vom Flughafengelände und auf die achtspurige Straße Richtung Norden.

Und dann waren alle Chancen vertan: Zu hupen, einen anderen Wagen zu rammen, die Alarmanlage manuell einzuschalten, und so weiter, und so weiter. Alles das spielte sich nur in seinem Kopf ab, alles das blieb nur Stoff für seine Hirnfilme.

Warum? Das fragte er sich oft in den Tagen, die noch folgen sollten, in der Hölle. Vielleicht einfach deswegen, weil er von zu vielen Leuten in Mexico City gehört hatte, die ihr Leben bei Überfällen verloren hatten. Ja, das wird es gewesen sein; man hatte schließlich nur ein Leben.

Etwa zehn Minuten lang fuhren sie an Baustellen, Barackensiedlungen, Mülldeponien, Markthallen und Tankstellen vorbei. Im Norden schälten sich die Hügel aus dem Smog, die Hügel auf denen die Armen wohnten.

„Halt vor dem Hotel dort, lass den Motor laufen.‟ Wieder stocherte der Kerl ihm mit der Waffe im Nacken herum.

Die Alarmanlage! Wie war der Flüsterer eigentlich in seinen Wagen gekommen? Die Alarmanlage hätte man bis zu den Taxis vor der Flughalle hören müssen.

Langsam, ganz langsam dämmerte ihm, woher er die Stimme aus dem Fond kannte.

Er stoppte den Wagen vor dem Gebäude, das die Flüsterstimme hinter ihm ein Hotel nannte: Ein ebenerdiger Holzschuppen mit Flachdach aus Wellblech.

„Rüber!‟ Der Waffenlauf schlug ihm gegen die linke Schläfe. „Auf den Beifahrersitz, mach schon!‟

Goodman hob die Beine über die Mittelkonsole, kletterte ungelenk auf den Beifahrersitz. Eine Hand schoss aus dem Fond, schlug den Verriegelungsknopf in die Beifahrertür.

Die Fahrertür wurde geöffnet, er sah nur ein silbergraues Jackett, sah einen Bart, einen blauschwarzen Pferdeschwanz, eine Sonnenbrille, den tief in die Stirn gezogenen Schild einer Baseballkappe, dann wurde ihm von hinten selbst eine Sonnenbrille übergestülpt.

Dunkel wurde es, die Brille roch wie frisch lackiert, und sie war frisch lackiert.

Er spürte, wie der Wagen wieder anfuhr. Die unerwartete Nähe des zweiten Fremden neben ihm machte ihn Schaudern. „Was habt ihr vor?‟, krächzte er. „Wollt ihr Geld? Ich hab meine Kreditkarten dabei, wir könnten zu einer Bank ...‟

„Halt’s Maul, Goodman!‟

Er schwieg, er zwang sich ruhig zu atmen, er zwang sich an etwas Beruhigendes zu denken, an etwas Schönes.

An Nancy.

Es nützte nichts. Auf einmal war sie da, die gleiche Angst, die Nancy beim Abschied befallen haben mochte, die Angst, sie nie wieder zu sehen.

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Hunderte von Kids in den ersten Reihen erhoben sich von ihren Plätzen. Einen Herzschlag lang war es vollkommen still.

Das Mädchen im Bikini stand auf einer Art Sprungbrett, vielleicht fünf Meter über dem Becken, vielleicht auch acht. Die Linke in die Hüfte gestützt, hielt sie einen Fisch in der ausgestreckten Rechten, einen Rotbarsch, eine Makrele, einen Lachs – keine Ahnung.

Dann teilte sich das Wasser, und ein schwarz-geflecktes Ungetüm stieg aus den Wogen, beschrieb einen Bogen, in dessen Zenit es das Mädchen auf dem Sprungbrett hätte küssen können, schnappte sich den Fisch, und tauchte wieder ins Becken ein.

Ein Orca. Hunderte von Menschen brüllten und klatschten Beifall.

Eine tolle Show: Der Schwertwal war sicher vier mal so lang und zwölf Mal so schwer wie das Mädchen. Ich hätte nicht mit ihr tauschen mögen.

Mit dem Orca schon eher.

Sea World in San Diego, die letzte Urlaubswoche ging zu Ende. Satt von Strand und Meer, und rot von Sonne und Wind, hatte ich 25 Dollar investiert, um eine Kindheitserinnerung aufzufrischen.

Fast dreißig Jahre her, dass ich mit meinem Vater zum ersten Mal an die Westküste geflogen war, fast dreißig Jahre, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Haien, Schwertwalen, Delphinen und Muränen in die Augen geschaut hatte.

Der Anruf des Chefs erreichte mich – Ironie des Schicksals? – vor der Glaswand am Haifischbecken. Weniger der Fische wegen erinnere ich mich daran, vielmehr stand das Mädchen plötzlich neben mir; das Mädchen, dem der Schwertwal ein paar Minuten zuvor aus der Hand gefressen hatte.

Sie trug ein weißes, offenes Hemd über dem Bikini und einen weißen Stoffhut. Und sie lächelte zu mir hinauf. Ich lächelte zurück und legte mir gerade ein paar zuckersüße Worte zurecht, als das Mistding in meiner Gesäßtasche vibrierte.

„Trevellian?‟ Sie winkte mit den Fingern, lächelte noch immer, schickte sich aber schon an, mit der Menge davonzuschwimmen. Ich lächelte und winkte zurück.

„Tut mir Leid, Jesse. Ich hab lange mit mir gekämpft.‟ Der Chef war in der Leitung.

„Hallo, Mr. McKee!‟ Ich kapierte sofort, und in Gedanken korrigierte ich meinen Zeitplan: Von wegen letzte Urlaubswoche – mein letzter Urlaubstag neigte sich dem Ende zu, wenn ich die Stimme aus meinem Handy richtig deutete.

Und tatsächlich! „Ich brauch Sie‟, sagte der Chef. Ja, exakt so einen Satz hatte ich mir vorgestellt.

„Was gibt’s, Sir?‟

Nein, ich ärgerte mich nicht. Kommt erstens nicht oft vor, dass der Chef mich im Urlaub anruft und – zweitens – die wenigen Male, die er es tat, hatte er immer einen verdammt guten Grund gehabt.

„Eine Anfrage, Jesse, oder eine Bitte. Sagen Sie einfach Nein, wenn Sie nicht wollen.‟

„Ich höre, Sir.‟

„In Mexico City ist ein alter Freund von mir entführt worden. Seine Tochter hat mich angerufen. Sie misstraut der Polizei dort, und hat mich angefleht, mich als Lösegeldbote zur Verfügung zu stellen.‟

Ich glaubte zu begreifen: Verglichen mit Manhattan trennte San Diego nur ein Baseballwurf von Mexico City.

„Einen private Bitte, verstehen Sie, Jesse? Sie sind näher dran als ich.‟ Die Stimme Mr. McKees klang besorgt, das merkte ich natürlich sofort.

„Ich muss ablehnen‟, sagte er. „So Leid es mir tut. Einmal werde ich im Augenblick dringend gebraucht hier an der Federal Plaza, und zum anderen kennen mich ein paar Kollegen in Mexico City persönlich. Ich wüsste nicht, wie ich mich in Washington rechtfertigen sollte, wenn der Direktor erfährt, dass ich in einem Entführungsfall als Privatmann ...‟

„Verstehe schon, Sir.‟

„Sie könnten sich also vorstellen, Jesse? Wissen Sie, Humphrey Goodman ist ein sehr guter Freund von mir, seine Tochter kannte ich schon als kleines Mädchen. Nancys Bitte hat mich eine schlaflose Nacht gekostet ...‟

„Verstehe schon, Sir. Ich überleg’s mir. Bräuchte aber noch ein paar Infos.‟

„Danke, Jesse. Ich rufe Sie in einer Stunde in Ihrem Hotel an.‟

„Okay.‟ Ich steckte das Handy weg, sah mich um. Eine Menge Leute drängten sich rechts und links von mir vor dem Aquarium. Keine Spur mehr von dem netten Mädchen. Schade.

Hinter der Glaswand zogen die Haie ihre Kreise. Ich hab das Mädchen nie wieder gesehen. Haifische dagegen sah ich viel zu viele an den Tagen, die folgten.

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Zum dritten Mal verblasste das Licht zwischen den Ritzen über ihm. Eine Stunde noch, höchstens anderthalb, und die dritte Nacht seiner Gefangenschaft würde anbrechen.

Er hatte keine Ahnung, wo er war. Und schon gar nicht wusste er, wie er an den Ort gelangt war, an dem er nun schon seit fast siebzig Stunden zwischen Verzweiflung und Hoffnung vor sich hin dämmerte. Siebzig Stunden in diesem stinkenden Loch!

Irgendwann hatte er die Augen aufgeschlagen und, zwei Meter über sich, zwischen den Ritzen des Bretterverschlags, das letzte Tageslicht verglimmen sehen.

Sie hatten ihm etwas gespritzt, während der Fahrt, kurz nachdem der zweite Mann eingestiegen war. Ein Stich oberhalb der rechten Gesäßhälfte, ganz plötzlich, aus dem Hinterhalt.

Er hatte geschrien, hatte sich aufgebäumt, hatte hinter sich gegriffen, sogar die Spritze berührt. Doch Mr. Flüster auf der Rückbank kannte kein Pardon: Sein Gezischel und ein paar Schläge mit dem Waffenlauf gegen Schläfe und Hinterkopf, brachen jeden Widerstand. Dann Übelkeit, ein roter Nebel, und vorbei.

Bis säuerlicher, fauliger Gestank ihn weckte. Gestank einer Kloake, Gestank seines Grabes ...

Seine Beine hatten sie verschnürt wie ein Bündel Rundhölzer. Seine Kniekehlen schmerzten, die Zehen seines linken Fußes spürte er kaum noch. Die Hände hatten sie ihm auf den Rücken gefesselt. Seine Schultern und Handgelenke brannten, seine verschwitzte Kopfhaut juckte, und er konnte sich nicht kratzen.

Wenigstens hatte er eine Methode gefunden, sich Tränen oder Schweiß aus den Augen wischen. Er beugte sich tief über seine Schenkel, schöpfte den engen Spielraum, den die Beinfesseln ihm ließen, bis zum Anschlag aus. So konnte er das rechte Knie immerhin so weit beugen, dass es ihm gelang, seine Augenhöhlen daran zu reiben.

Das dritte Mal verglomm Tageslicht in den Ritzen über ihm, die dritte Nacht würde bald anbrechen. Inzwischen quälte ihn kein Brechreiz mehr. Meistens nahm er den Gestank nicht einmal mehr wahr.

Himmel, wie schnell man sich selbst an den Geruch von Kloake und Grab gewöhnt!

Er zog die Hände im Rücken so hoch, wie die Fesseln es zuließen, um sich zur Seite fallen lassen und auf dem Ellenbogen abstützen zu können. In dieser verkrümmten Lage und die gefesselten Beine gegen die rechte Kerkerwand gestemmt, streckte er das Kinn in die Dunkelheit, schwenkte den müden Schädel nach links und nach rechts, hinauf und hinunter, bis er den Kunststoffkanister berührte.

Seine Lippen tasteten endlich den Gummischlauch, schlossen sich darum, und er saugte ein wenig Wasser in sich hinein. Es war warm und schmeckte metallen und brackig. Aber gleichgültig, Hauptsache Wasser.

Wenigstens daran hatten sie gedacht, wenn schon an sonst nichts, wenigstens an Wasser!

Allein diese Tatsache, allein das abgestandene Wasser aus dem Gummischlauch, nährte in ihm die Hoffnung, sie würden ihn am Leben lassen.

In seinen Gedärmen nagte der Hunger, und der Geruch seines eigenen Urins vermischte sich längst mit dem säuerlichen, fauligen Gestank dieser Grube. Schlimmeres hatte sein Körper ihm erspart, bis jetzt. Aber auch daran würde er sich wahrscheinlich gewöhnen.

Fernes Brummen und Rattern verstummte. Kurz nach Sonnenaufgang setzte es immer ein, kurz vor Sonnenuntergang hörte es auf. Maschinen vermutlich, Bulldozer, Bagger, Planierraupen. Ganz sicher war er sich nicht. Aus diesen Geräuschen, unterlegt mit dem bestialischen Gestank, glaubte er, auf seinen Aufenthaltsort schließen zu können.

Ein Hund bellte. Das dumpfe Getucker eines Dieselmotors näherte sich. Auch das kannte er bereits. Morgens fuhr dort draußen jemand fort, spätestens abends kam er zurück; schon das dritte Mal war das so, auch gestern, und auch im Lauf des Vortages. Und jedes Mal kläffte der Köter.

An einer zerklüfteten Wand aus Dreck, Metallstreben, Holzstücken und Plastikteilen entlang arbeitete er sich zurück in sitzende Haltung, Seine Waden stießen gegen etwas Hartes, das aus dem weichen Boden ragte. Er unterdrückte einen Schmerzensschrei, legte den Kopf in den Nacken, lauschte.

Der Hund bellte, jaulte und winselte.

Der Motorenlärm schwoll nicht mehr an, schwoll auch nicht ab. Irgendwo links unter seiner Grube, höchstens zehn, zwanzig Schritte entfernt stotterte und blubberte er noch ein paar Sekunden vor sich hin, bis er schließlich erstarb.

Eine Wagentür wurde aufgestoßen, eine Wagentür wurde zugeschlagen. Schritte stapften von links herauf und heran.

Herauf? Befand er sich denn auf einem Hügel? Hockte er denn nicht am Grund eines Loches?

Jetzt verstummte auch der Hund. Jemand sagte etwas dort oben, nicht zu ihm, zu dem Hund, vermutete er.

„Dario?‟, krächzte er.

Dario – so hatte die Stimme eines anderen Mannes den genannt, der mit dem Lastwagen wegfuhr und zurückkehrte. Humphrey nahm jedenfalls an, dass der Dieselmotor zu einem Truck gehörte. Gestern vor Sonnenaufgang hatten die beiden in der Nähe seines Grabes miteinander gesprochen. Dario und der andere, und Dario hatte den anderen Manuel genannt.

„Hallo, Dario! Hören Sie mich?!‟ Er krächzte es auf Spanisch. Seine Stimme war heiser vom vielen Schreien, seine Kehle brannte. „Bitte, geben Sie mir etwas zu essen!‟

Zwei der kaum noch wahrnehmbaren Lichtstreifen über ihm in den Ritzen wurden halbiert. Jemand stampfte mit den Füßen auf dort oben. Dreck rieselte ihm in Augen und Mund.

„Ruhe!‟, rief eine Stimme auf Spanisch. „Bald ist alles vorbei, dann kriegst du zu essen!‟

„Dario, bitte ...‟

Er gab nicht auf, versuchte den Mann dort oben in ein Gespräch zu verwickeln, ihn noch ein Weilchen über sich auf dem ...

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