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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt oder Fieber in Stralsund

Vorwort

Dieses Buch war gar nicht geplant. Ich hatte im Jahr 2016 „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen“ geschrieben - Erlebnisse bei einer Urlaubsreise nach Sardinien. Damit war mein „Jahresschreibbedarf“ schon gedeckt. Anfang September waren meine Frau Angelika und ich bei einem DTB-Turnier im ORGA-Team im Einsatz. Danach wollten wir bei einer „Tour durch Deutschland“ viele Städte besuchen. Wir hatten somit also ein „volles Septemberprogramm“. Es kam aber ganz anders. Während der Städtereise erkrankte ich, sogar so heftig, dass ich einige Zeit im Krankenhaus verbringen musste. An „so etwas“ hatte ich überhaupt nicht gedacht. Ungewollt hatte ich „Zeit zum Schreiben“. Nachdem ich über Urlaubserlebnisse, Erlebnisse mit Handwerkern und Erlebnisse beim Tennis geschrieben hatte, bot es sich aus gegebenem Anlass nun an, auch mal etwas über Erlebnisse im Krankenhaus festzuhalten. Selbstverständlich sind die Namen aller Kontaktpersonen dabei „verfremdet“.

Und was hat das Blumenfoto vorne auf dem Einband mit dem Text zu tun? Nun, es passt, meine ich, gut zum gewählten Titel. Die Rose ist auf einen sonnigen Frühlingstag eingestellt gewesen, dann hat sich das Wetter plötzlich ganz anders entwickelt - so hat sich die Rose das sicherlich nicht gedacht.

Eckhard Duhme

Neuwied, 21.10.2016

Morgens beim Rasieren spürte ich eine kleine Schwellung neben dem rechten Ohr. „Na, da bekommst Du wohl einen Eiterpickel, der bald sichtbar sein wird“, mutmaßte ich. Später wies ich meine Frau auf die „Beule“ hin; Angelika bestätigte meine „Pickelvermutung“.

Wir waren gerade in der Vorbereitungsphase für eine „Tour durch Deutschland“. Von Neuwied aus sollte es nach Erfurt, Weimar, Leipzig, Potsdam, Berlin, Schwerin, Stralsund, Rügen, Lübeck, Ratzeburg, Mölln, Lüneburg, Bremen und Dörpen gehen. Sie kennen die Namen all dieser Städte außer Dörpen? Das ist eine hübsche Kleinstadt (ca. 5000 Ew.) im Emsland, zwischen Meppen und Papenburg gelegen. Dort wohnen mein Bruder und seine Frau. Wir, Angelika und ich, sind bei ihnen immer wieder gerne zu Besuch.

Die geplante Städtereise hatte ich gründlich vorbereitet, Übernachtungen in Hotels gebucht, Reiserouten festgelegt und einen Zeitplan für die Städtebesichtigungen erstellt. Angelika amüsierte sich: „Du weißt doch, das funktioniert nicht zeitgenau.“ „Als Orientierung und Zeitrahmenplan ist meine Agenda aber sinnvoll“, hielt ich dagegen. Freunde und Bekannte, mit denen ich über die Tourplanung sprach, meinten übereinstimmend: „Oh, da habt Ihr Euch aber viel vorgenommen! Ist das ständige Aus- und Einpacken der Koffer oder Taschen nicht zu stressig?“

Drei Tage vor unserer Abreise wurden wir mehrmals angesprochen: „Na, schon alles gepackt?“ Damit fingen wir jedoch erst am Nachmittag des Vortages an. Wir hatten beschlossen: „Wir nehmen keinen Koffer mit, sondern mehrere Reisetaschen, auf die wir dann den jeweiligen Tagesbedarf verteilen, so dass nicht immer alles ausgepackt werden muss.“ Dieser Grundgedanke war gut; die Ausführung gestaltete sich aber schwieriger als gedacht. „Wie, Du hast all Deine Sachen in diese Tasche getan? Die sollen doch aufgeteilt werden. Außerdem müssen von mir auch einige Sachen in die große Tasche, damit sie nicht so zerknittert werden. Du musst einiges von Dir nochmal neu packen“, bekam ich zu hören. Ich war mit meinem zügigen Verpacken eigentlich recht zufrieden gewesen. Wir fanden eine Kompromisslösung. Sie ergab sich dadurch, dass ich die „Feinaufteilung“ Angelika überließ. Das hatte für mich später dann den Vorteil, dass ich fragen konnte: „Wo ist denn …?“

Unsere Reise war vom 06. bis 17.09.2016 geplant. Erstaunlicherweise lautete die Wetterprognose: „30 Grad, Sonnenschein“. „Wir nehmen trotzdem Windjacken und Regenschirme mit“, befand Angelika. „Es ist genug Platz im Kofferraum.“ Na, unser neuer SUV (ohne Allrad) hatte tatsächlich einen recht großen Kofferraum. Das Verstauen der vier gepackten Reisetaschen machte keine Probleme. Auch die „Absprache mit den Nachbarn“ (Zeitungen, Post, Mülltonnen) war erfolgt - es konnte losgehen.

Die Fahrt nach Erfurt, Ziel Nr. 1, verlief stau- und stressfrei. Wir lagen bei Ankunft voll in meinem Zeitplan. Das in der City ausgesuchte Parkhaus lag günstig und hatte genug freie Plätze. Das fing doch alles prima an. „Wieviel Besichtigungszeit hast Du hier denn eingeplant?“ fragte Angelika. „90 Minuten.“ „Na, wenn das mal nicht zu eng kalkuliert ist.“ Als wir das Parkhaus verlassen hatten, stellte Angelika fest: „Du hast Deine Spiegelreflexkamera vergessen.“ Upps, da hatte ich eine erste kleine Zeitpanne verursacht; der Fotoapparat musste natürlich noch geholt werden. Die Zeit dafür wollte ich dann durch recht zügiges Gehen ausgleichen, bekam aber zu hören: „He, wir wollen bummeln, nicht hetzen!“ Die entsprechend korrigierte Schrittweise lohnte sich – es gab in Erfurts City und Altstadt vieles, das „in Ruhe“ zu besichtigen und genießen war.

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Der 90-Minuten-Rundgang-Plan wurde um etwa sechzig Minuten überschritten. Der Gang über die Krämerbrücke, ein Wahrzeichen der Stadt, der längsten mit Häusern bebauten Brücke in Europa, nahm wegen der vielen kleinen Geschäfte und Touristenshops einige Zeit in Anspruch. Dann wurden „Eis + Cappuccino“ genossen. Na, der Dom musste schließlich auch noch besichtigt werden, trotz der vielen Stufen, die dorthin zunächst zu bewältigen waren.

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Angelika stellte als Erfurt-Fazit fest: „Es lohnt sich, nochmal hierher zu fahren.“

Die Fahrt nach Weimar dauerte 30 Minuten, wie es mir der Tourenplaner vorausberechnet hatte. Mein Zeitplan dort lautete: „90 Minuten Rundgang + 60 Minuten im Café“. Neun Jahre zuvor waren wir schon einmal in Weimar, fanden es ganz interessant, besuchten u.a. das Goethe-Haus im Park, hatten gemeint: „Wenn in Weimar in den nächsten Jahren einiges investiert und renoviert wird, kann die Stadt attraktiv für den Tourismus sein.“ Leider stellten wir fest, dass nicht viel investiert oder renoviert, sondern alles nur neun Jahre älter geworden war. Wir waren von Weimars Innenstadt enttäuscht.

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Daran änderte auch der diesmal freie Blick auf das Goethe-Schiller-Denkmal nichts. Vor neun Jahren war es wegen „Renovierungsarbeiten“ eingehüllt; die könnte es nun bald wieder gebrauchen. Der Rundgang durch die City von Weimar endete schon nach etwa sechzig Minuten - ha, Zeit aus Erfurt gutgemacht.

Damals, vor neun Jahren, hatte uns ein Café besonders gut gefallen, das wir nun wieder aufsuchten. Dort staunten wir erneut: „Offensichtlich ist inzwischen auch hier nichts mehr renoviert worden.“ Es wurden nur wenige Kuchen und die zu recht hohen Preisen angeboten. Darauf konnten wir verzichten und so weitere sechzig Minuten Aufenthalt in Weimar einsparen. Ach nein, es wurden nur dreißig Minuten, denn in einem Restaurant, bei dem man „schön in der Sonne draußen sitzen“ konnte, gab es doch noch Kuchen zur Stärkung. Und auf dem Weg zurück zum Auto „musste“ Angelika einen Edelsteinladen betreten - ein besonders hübscher Stein ist nun in unserem Wohnzimmer zu bewundern. Na also, wir haben doch eine positive Erinnerung an Weimar.

Früher als geplant kamen wir in Leipzig an. Das gebuchte Hotel war erst ein Jahr alt und lag in einer ruhigen Nebenstraße, nur etwa fünf Minuten Fußweg von der Fußgängerzone entfernt. Da ich ja frühzeitig gebucht hatte, bekamen wir einen von sechs Tiefgaragenplätzen. Leider, aus unserer Sicht, bot das Hotel kein Abendessen an: „Das lohnt sich für uns nicht. Viele unserer Gäste wollen eh in Auerbachs Keller speisen. Ansonsten gibt es in der City reichlich sonstige Angebote. Sie werden dort auch etwas nach Ihrem Geschmack finden.“

Zunächst bummelten wir durch die Innenstadt. Den guten Eindruck, den wir 2012 schon von ihr gewonnen hatten, fanden wir voll bestätigt. Damals waren wir drei Tage in Leipzig. Wir hatten Parks, Museen, den Zoo und natürlich die Nikolai-Kirche besichtigt. Ich äußerte, als wir nun ihr vorbeigingen: „Wenn man bedenkt, dass von hier die Bewegung Wir sind das Volk ausging, die schließlich zur Wiedervereinigung geführt hat und jetzt Pegida-Leute mit dem Ruf Wir sind das Volk gegen Flüchtlinge und Ausländer demonstrieren, hat Leipzig sich irgendwie doch nachteilig entwickelt.“ „Na, in Dresden ist das mit Pegida ja wohl noch schlimmer, zumal es hier in Leipzig auch Gegendemonstrationen gibt. Außerdem sagst Du doch immer, dass es in einer Demokratie nach der gaußschen Verteilungskurve linke und rechte ...

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