Logo weiterlesen.de
Geschenkideen aus der Küche

IMG

VORWORT

Eine spontane Essenseinladung flattert ins Haus, und eigentlich möchten Sie nicht schon wieder die obligatorische Flasche Wein oder einen Strauß Blumen mitbringen? Ein guter Freund feiert Geburtstag, aber was könnte man ihm bloß schenken, er hat doch eigentlich bereits alles? Und bei der hilfsbereiten Nachbarin, die immer die Päckchen für einen annimmt, wollte man sich auch schon längst einmal bedankt haben ...

In unserer schnelllebigen Zeit, in der es minimalen Aufwand und maximal drei Mausklicks braucht, um jemandem ein Geschenk an die Haustür liefern zu lassen, sind liebevoll verpackte Köstlichkeiten aus der eigenen Küche etwas ganz Besonderes – sie zeigen persönliche Wertschätzung, originelle Kreativität und schmecken darüber hinaus einfach unbeschreiblich gut!

Egal, ob Sie eher Klassisches wie Konfitüre und Pesto oder Extravagantes wie Fudge und Kaya im Sinn haben – mit unseren Lieblingsrezepten und zauberhaften Verpackungstipps finden Sie für jede Gelegenheit und jeden Geschmack das richtige Geschenk. Einige Naschereien lassen sich sogar auf Vorrat produzieren, sodass Sie immer ein paar Präsente für den Notfall im Regal haben.

Und nicht vergessen: Es braucht gar keinen bestimmten Anlass, um jemandem mit etwas Selbstgemachtem den Tag zu versüßen.

Nicole Stich & Coco Lang

TIPPS & TRICKS – RUND UMS SCHENKEN

1 Die besten Zutaten

Oberstes Gebot bei hausgemachten Köstlichkeiten ist die Verwendung von hochwertigen und geschmackvollen Zutaten. Kaufen Sie immer die beste Qualität, die Sie sich leisten können, und achten Sie bei Früchten und Gemüsen nach Möglichkeit darauf, dass diese Saison haben – sie sind dann nicht nur relativ günstig zu erwerben, sie schmecken zu diesem Zeitpunkt auch am allerbesten (bei allen Beeren kann man außerhalb der Saison auch auf Tiefkühlprodukte ausweichen).

2 Absolute Sauberkeit

Die Haltbarkeit kulinarischer Geschenke variiert von wenigen Tagen bis zu einem Jahr (oft sogar darüber hinaus), ist aber immer auch abhängig von der eigenen Arbeitsweise und der Küchenhygiene. Es ist eine Sache, für sich selbst zu kochen, aber wenn man liebevoll zubereitete Köstlichkeiten verschenken möchte, dann gibt’s keine Kompromisse in Sachen Sauberkeit: Häufiges Händewaschen, zusammengebundene lange Haare und ganz saubere Küchentücher sollten selbstverständlich sein.

3 Jahreszeiten und Anlässe

Was schenken zu welchem Anlass? Zwar gibt es hier keine festen Regeln, trotzdem ist es nie verkehrt, das Geschenk auf Jahreszeit und Saison abzustimmen: Confit und Cookies passen nun mal besser in die kühlere Jahreszeit, Schokopralinen schmelzen bei heißen Temperaturen schon auf dem Weg zum Geburtstagskind, Limonade und Erdbeerkonfitüre sind einfach typische Sommergeschenke. Der wichtigste Grund für ein Geschenk aus der eigenen Küche: jemandem eine Freude zu bereiten und ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Weitere Gelegenheiten: Geburtstage, Osterfest, Weihnachten, Valentinstag, Mutter- oder Vatertag, Baby-Shower, Beförderung, Jahrestag, Partymitbringsel, als Dankeschön für ...

4 Fettnäpfchen vermeiden

Hat der/die zu Beschenkende Allergien oder eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel, trinkt keinen Alkohol, macht gerade eine Diät oder ist Vegetarier/Veganer? Das sollte man unbedingt bei der Auswahl des kulinarischen Geschenks beachten – ein Rillettes für einen Vegetarier oder eine Schokoladen-Haselnuss-Creme für einen Nuss-Allergiker haben das Potenzial zum Fettnäpfchen.

5 Kulinarische Vorlieben nutzen

Hat der/die zu Beschenkende besondere kulinarische Vorlieben? Ist sie/er ein Schokoholic? Oder besonders für süße Naschereien zu haben? Liebt sie Erdbeeren und Pfirsiche? Oder ist er ein absoluter Käse-Fan? Dann sollte man sich dies zunutze machen und ein passendes Geschenk aussuchen. Viele Rezepte lassen sich zum Beispiel leicht mit dem jeweiligen Lieblingsobst abwandeln. Tipp: Ein kleines Notizbüchlein (eine Seite im Kalender geht ebenfalls), in das man fortlaufend die Abneigungen und Vorlieben rund ums Thema Essen von Freunden und Verwandten einträgt, erweist sich nicht nur hier als sehr hilfreich!

6 Vorrat für alle Fälle

Der nette Verkäufer vom Obststand bietet eine ganze Steige wunderbar reifer Pfirsiche zum Sonderpreis an? Zugreifen! Gerade Konfitüren und Chutneys lassen sich mit einem relativ geringen Mehraufwand gleich in etwas größeren Mengen zubereiten. Damit ist die eigene Vorratskammer wieder gut bestückt, und man hat gleich mehrere Mitbringsel für alle Fälle parat.

7 Kreative Verpackungen

Auch wenn die »inneren Werte« bei selbst gemachten Leckereien das wirklich Entscheidende sind, erst mit einer liebevoll gestalteten Verpackung bekommt das Geschenk den richtigen Wow-Effekt. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Mit schönen Stoffen, gemustertem Papier und kunterbunten Bändern lassen sich richtige kleine Kunstwerke kreieren. Aber auch mit wenig Geld und ein paar kreativen Ideen kann man Geschenke wunderbar verschönern, seien es alte Flohmarktfundstücke oder auch recycelte Verpackungen aus dem Alltag. Zahlreiche Tipps dazu finden Sie bei den Rezepten und in dem Kapitel »Verpackung & Deko« ab >.

8 Kombi-Geschenke und Geschenkkörbe

Es darf ein wenig mehr sein? Kulinarische Geschenke lassen sich wunderbar mit Geschirr, Küchenwerkzeugen oder frischen Lebensmitteln kombinieren, zum Beispiel mit Porzellanformen für Patés oder einer Etagere für Cookies, mit dekorativen Glasschalen für Trüffelpralinen, einem Mörser oder Gewürzmühlen mit selbst gemachten Gewürzmischungen, einer eleganten Teemischung zu duftenden Keksen, frischem Bauernbrot zu Griebenschmalz, ... Oder man stellt einen kleinen Geschenkkorb zusammen – passend zur Jahreszeit, zu einem bestimmten Thema oder einfach kunterbunt nach Lust und Laune gemischt.

9 Was? Wann? Wie lange? Wofür?

Wer weiß schon genau, wo das verschenkte Gläschen Chutney oder das Müslibrot einmal landet, oder wer es zum ersten Mal öffnet oder anschneidet. Deshalb am besten alle wichtigen Infos auf einem Anhänger oder einem Klebeetikett (kann auch ganz zurückhaltend am Glasboden angebracht werden) vermerken. Dazu gehören auf alle Fälle der Inhalt, das Zubereitungsdatum und/oder die Mindesthaltbarkeit. Idealerweise noch Tipps zur Aufbewahrung dazuschreiben und wie oder womit man Chutney, Brot & Co. genießen sollte. So vermeidet man ratlose Gesichter und Gläser, die nach Jahren ungeöffnet in den Müll wandern.

10 Wiederholungstäter

Gut zu wissen für Schenkende und Beschenkte: Wer sauber gespülte Twist-off- oder Einmachgläser – am besten mit ehrlich gemeinten Komplimenten – dem ursprünglichen Schenker zurückgibt, der erhöht seine Chance auf ein neues kulinarisches Geschenk ganz enorm!

TIPPS & TRICKS – ZUTATEN UND ZUBEREITUNG

1 Rezeptplanung

Fast alle Rezepte in diesem Buch lassen sich mit relativ geringem Zeitaufwand herstellen, allerdings brauchen einige wenige Köstlichkeiten (etwa Mangoessig oder Cassis-Grappa) noch Zeit, um ihr volles Aroma zu entwickeln. Deshalb lohnt es sich immer, großzügig im Voraus zu planen. Außerdem wichtig: Das Rezept vor der Zubereitung einmal vollständig durchlesen und alle benötigten Zutaten und Hilfsmittel mit bereits Vorhandenem abgleichen – böse Überraschungen bleiben einem so erspart.

2 Mit Liebe gemacht

So abgedroschen diese Floskel auch sein mag, es ist schon etwas Wahres dran: Wer Spaß an der Arbeit in der Küche hat und mit Hingabe und Enthusiasmus Praline um Praline verziert oder die Zutaten für das Caponata mit besonderer Sorgfalt in gleichmäßige Würfel schnippelt, der macht auch das Geschenk zu etwas ganz Besonderem. Das soll nicht heißen, dass alles mit dem Lineal abgemessen sein muss, ganz sicher nicht. Aber lieblos oder in Hektik zubereitete Speisen ergeben kein gut schmeckendes Geschenk.

3 Gläser und Flaschen sterilisieren

Alle Gläser und Flaschen (müssen hitzebeständig sein!) für Konfitüre, Sirup & Co. vor dem Befüllen unbedingt sterilisieren, da man sonst viel Zeit und Liebe in eine Leckerei steckt, die dann unnötigerweise schnell verderben kann. Fürs Sterilisieren die sauber gespülten Gläser oder Flaschen inklusive Deckel entweder 5–10 Minuten in einen Topf mit kochendem Wasser geben oder für etwa 10 Minuten in den 120 °C heißen Backofen stellen. Achtung: Wenn man die Gläser oder Flaschen wieder aus Topf oder Ofen holt, am besten eine Küchenzange benutzen, damit man sich dabei nicht verbrennt. Bis zum Befüllen umgedreht auf einem sauberen Küchentuch abtropfen lassen.

4 Gläser und Flaschen befüllen

Konfitüre, Sirup, Essig, ... immer unmittelbar nach der Zubereitung in die frisch sterilisierten Gläser und Flaschen füllen, so ist eine optimale Haltbarkeit gewährleistet. Voraussetzung ist allerdings immer auch ein sauberer Arbeitsplatz. Darum am besten einen (breiten) Einfülltrichter fürs Befüllen zu Hilfe nehmen, um Kleckern zu vermeiden. Ist doch einmal etwas danebengegangen, dann nur mit sauberen Küchentüchern oder einem frischen Küchenpapier nachwischen. Die Gläser oder Flaschen bis maximal 1 cm unter den Rand füllen und sofort schließen. Ob man sie anschließend für einige Minuten auf den Kopf stellt, ist eine Glaubensfrage. Hat man den »Behälter« samt Deckel vorher sterilisiert, ist es eigentlich nicht notwendig. Einzige Ausnahme: Feste Bestandteile von Konfitüren verteilen sich so beim Festwerden besser.

5 Füllmenge

Bei den meisten Rezepten findet man eine Angabe zur Gesamtmenge, so können Sie selbst entscheiden, welche Gläser- oder Flaschengröße(n) Sie verwenden möchten. Dabei dient die Gesamtmenge nur zur Orientierung, da sowohl die Qualität der Lebensmittel als auch die Zubereitung noch Einfluss auf die endgültige Menge haben können. Im Zweifel lieber ein wenig großzügig kalkulieren. Bleibt nach dem Abfüllen doch ein Rest im Topf, kann der gleich vernascht werden. Tipp: Die Zutatenmengen ganz vieler Rezepte lassen sich problemlos verdoppeln, wenn man gleich auf Vorrat produzieren möchte.

6 Beschriften – immer, sofort!

Nichts ist ärgerlicher, als in seiner Vorratskammer auf ein Glas mit undefinierbarem Inhalt zu stoßen. Was ist da eigentlich drin, kann ich es noch bedenkenlos essen? Als Geschenk eignet sich dieses Glas dann sicher nicht mehr. Also alles unbedingt sofort nach der Herstellung beschriften! Die einfachste Methode: Das Herstellungsdatum und den Inhalt mit einem Folienstift auf dem Glasboden notieren (lässt sich später mit einem rauen Küchenschwamm entfernen), dann kann man die richtigen Etiketten zu einem späteren Zeitpunkt gestalten.

7 Haltbarkeit

Die bei den Rezepten angegebenen Haltbarkeitswerte sind ungefähre Richtwerte – immer vorausgesetzt, dass die verwendeten Lebensmittel einwandfrei waren und dass sauber gearbeitet und die selbst gemachten Köstlichkeiten auch vorschriftsmäßig gelagert wurden. Um etwas aus einem Glas zu entnehmen, sollte man nur saubere Löffel verwenden und niemals das verschmierte Buttermesser – dann hat man ebenfalls länger Freude an einem geöffneten Glas.

8 Süß ist nicht gleich süß

Bei den Konfitürerezepten im Buch wird Gelierzucker 1:1 verwendet. Wenn Sie es weniger süß mögen, können Sie genauso Gelierzucker 1:2 oder 1:3 nehmen (die Dosierung gemäß der Verpackungsvorgabe anpassen, die Konfitüremenge reduziert sich dann etwas) – diese enthalten allerdings im Gegensatz zum 1:1-Gelierzucker zugesetzte Konservierungsstoffe.

Für bestimmte Kekse oder Süßigkeiten ist Roh-Rohrzucker nahezu unerlässlich. Das beste Aroma (malzig, karamellig) liefern dunkelbrauner Muscovado (feuchte, fein-sandige Konsistenz, manchmal auch »dark brown soft sugar« genannt) und Demerara (mittelgroße, hellbraune Kristalle) – beide findet man entweder in großen Supermärkten, Asienläden, Reformhäusern oder online (siehe Bezugsquellen >). Notfall-Ersatz: gängiger brauner Zucker.

9 Der feine Unterschied

Gerade bei Zutaten wie etwa Salz und Gewürzen, Schokolade oder Olivenöl macht es wirklich Sinn, nicht mit Billigprodukten zu arbeiten. Selbstgemachtes aus der Küche ist – betrachtet man das einzelne Geschenk – meist ohnehin eine kostengünstige Geschenkvariante, warum also das Ergebnis durch minderwertige Produkte beeinträchtigen?

10 Verdorbenes bedingungslos entsorgen

Dieser Tipp richtet sich an Schenker und Beschenkte gleichermaßen: Alles Verdorbene immer wegwerfen, und zwar komplett! Es lohnt sich nicht für einen Löffel Pesto seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, auch wenn »nur ein winziges Fleckchen« verschimmelt ist. Sind Optik, Geruch oder Geschmack fragwürdig, oder beult sich der Deckel nach oben, dann gibt es keine Alternative. In diesem Zusammenhang sollte man auch den Rat beherzigen, Selbstgemachtes nicht unnötig lange aufzusparen (Vorratshaltung ausgenommen) – die meisten Köstlichkeiten benötigen keine zusätzliche Reifezeit.

IMG