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Gespenster-Krimi - Folge 041

Blutnacht der Skelette

von Philippe Pascal

Die Gewitterfront näherte sich dem kleinen französischen Dorf Carcassac wie ein drohendes Unheil. Der Wind trieb dunkle Wolkenberge über den Himmel, die sich zu bizarr aussehenden Massiven übereinander türmten und so vor den Mond schoben, dass es aussah, als würde der Erdtrabant in einem Meer aus schwarzer Tinte ertrinken. Gleichzeitig wurde es merklich kühler. Hunde und Katzen verkrochen sich mit gesträubtem Fell, in den Ställen wurde das Vieh unruhig. Es schien, als spürten die Tiere instinktiv die unsichtbare Bedrohung, die die Luft förmlich zum Knistern brachte.

Dann brach das Gewitter mit voller Wucht los und nahm Ausmaße an, dass man hätte glauben können, die Welt würde untergehen. Tatsächlich aber stand in dieser Nacht etwas weitaus Schlimmeres bevor: Die Hölle öffnete ihre Pforten, um das Böse auf die Erde zu entlassen!

Wenige Minuten bevor das Gewitter Carcassac erreichte, deutete in der Ortschaft noch nichts auf den Schrecken hin, der hier bald Einzug halten sollte.

Trotz der vorgerückten Stunde – die Uhr zeigte kurz vor Mitternacht – herrschte im einzigen Gasthaus des Dorfes noch reger Betrieb. Wie allgemein üblich, hatten sich auch heute die meisten Männer von Carcassac im Chez Maurice eingefunden, um gemeinsam mit Freunden und Bekannten den arbeitsreichen Tag bei einigen Gläsern Bier oder Wein ausklingen zu lassen.

Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich, die Luft verbraucht und stickig. Unter der niedrigen holzgetäfelten Decke zogen träge Schlieren von Tabakqualm dahin, die verzerrten Klänge einer altersschwachen Musicbox bildeten mit dem Stimmengewirr der Gäste und dem Klirren der Gläser eine dumpfe Geräuschkulisse.

Als das erste ferne Donnergrollen zu vernehmen war, registrierten es die meisten Besucher des Gasthauses fast mit Erleichterung.

»Da scheint uns ein Gewitter bevorzustehen«, meinte Maurice Breton, der Wirt des Lokals, der gerade hinter der Theke einen Espresso zubereitete. Die rosa Gesichtsfarbe des untersetzten Patrons mit dem sorgfältig gestutzten schwarzen Schnauzer verriet deutlich, dass er der sprichwörtlichen Liebe der Franzosen für guten Rotwein mehr frönte, als ihm guttat. »Na ja, etwas Regen kann nicht schaden«, fügte er nach einer kurzen Sprechpause noch hinzu. »Die Trockenperiode dauert diesen Sommer sowieso schon zu lange.«

»Wenn es nur bei etwas Regen bleibt«, wandte nun einer der Gäste ein, der an einem der hölzernen Tische mit drei weiteren Männern Karten spielte. »Ein ordentliches Unwetter reicht aus, und die Ernte eines ganzen Jahres ist dahin. Ich möchte meine Felder nicht umsonst bestellt haben.«

»Ihr Bauern jammert doch immer, egal was geschieht«, ließ jetzt ein anderer Besucher des Gasthauses vernehmen. »Wenn die Sonne vom Himmel knallt, beschwert ihr euch, die Böden würden austrocknen, und wenn es regnet, ist es euch auch nicht recht. Maurice hat völlig recht, etwas Regen …«

Er kam nicht dazu, seinen Satz zu Ende zu sprechen.

Durch ein Fenster, einen Spaltbreit geöffnet, wirbelte plötzlich ein schwarzer Schatten gleich einem rasenden Derwisch in den Raum, dass die Besucher des Chez Maurice erschrocken zusammenfuhren.

Wie die Männer kurz darauf erleichtert feststellten, handelte es sich bei der unerwartet aufgetauchten Erscheinung lediglich um Filou, den schwarzen Kater des Patrons. Das Tier huschte quer durch die Gaststube und suchte schließlich unter einem unbesetzten Tisch Zuflucht, wo es sich mit aufgestelltem Buckel und weit aufgerissenen Augen verkroch.

»Seit wann fürchtest du dich denn so vor einem Gewitter, mein Kleiner?« Maurice Breton kam hinter dem Tresen hervor und ging vor dem Tisch, unter dem der Kater hockte, in die Knie. Er wollte das Tier streicheln, zog seine Hand aber rasch wieder zurück, als ihn der schwarze Kater aggressiv anfauchte und sein Fell noch mehr sträubte.

»Ich werde wohl besser das Fenster schließen«, murmelte der Patron und wandte sich von dem Tier wieder ab.

Gerade als er jedoch den Flügel zudrücken wollte, wurde ihm dieser von einem heftigen Windstoß aus der Hand gerissen und schlug mit einem lauten Scheppern gegen die Wand neben der Fensteröffnung. Die schneidende Kälte, die zeitgleich in den Schankraum fuhr, wirkte wie der eisige Hauch des Todes, der einer geöffneten Gruft entströmte. Unter den kurzärmeligen Sommerhemden der Gasthausbesucher bildete sich jählings Gänsehaut.

Vor Kurzem noch hatte sich draußen kein Lüftchen geregt. Jetzt aber fauchte ein Wind durch Carcassac, der nahezu sekündlich an Stärke zunahm.

Die Wipfel der vereinzelt in der Ortschaft wachsenden Bäume bogen sich wie unter einer unsichtbaren, zentnerschweren Last, Papierknäuel und kleinerer Unrat wirbelten durch die Gassen des Dorfes.

Erst beim zweiten Versuch gelang es Maurice Breton, den Fensterriegel herumzudrehen. Noch immer aber war in der Gaststube das Heulen des Windes zu hören, der wie verrückt um das Haus fuhr und sich allmählich zum Sturm steigerte.

Abermals grollte Donner, diesmal lauter und näher als zuvor.

»Ich weiß, es klingt verrückt, aber diese Finsternis ist nicht normal«, sagte einer der Männer mit einem leichten Zittern in der Stimme. »Obwohl wir Vollmond haben, herrscht da draußen völlige Dunkelheit. Und diese Dunkelheit rührt nicht bloß daher, dass sich vielleicht ein paar Wolken vor den Mond geschoben haben. Nein, ich sage euch, diese Finsternis ist nicht normal!«

Die übrigen im Raum Anwesenden sahen einander betreten an. Keiner von ihnen hätte sagen können, was es mit der seltsamen Schwärze vor den Fenstern auf sich hatte, aber sie alle dachten und fühlten dasselbe wie ihr Freund: Diese Finsternis war mehr als das gewöhnliche Dunkel einer Nacht, mehr als das bloße Fehlen von Licht. Sie verkörperte vielmehr etwas, was nicht greifbar und dennoch vorhanden zugleich war – etwas Böses und Bedrohliches.

Der erste Blitz raste über den Himmel, und wie wenn es der Auftakt zur Entfesselung der Naturgewalten gewesen wäre, brach das Gewitter mit voller Wucht los.

Im Wechselspiel von krachenden Donnerschlägen und gleißenden Flammenspeeren setzte ein Platzregen ein, der sich wie eine Sturzflut über das kleine Dorf Carcassac ergoss. Die vom Sturmwind erfassten Wassermassen wurden gegen die Fenster des Gasthauses gepeitscht, und das Brüllen und Tosen des Unwetters hörte sich an, als fielen sämtliche Dämonen des Höllenfeuers mit infernalischem Freudengeheul über eine arme Seele her.

Plötzlich wurde es in der Gaststube stockdunkel. Auch das Trällern der Musicbox verstummte auf einmal.

»Wir haben keinen Strom mehr!«, schrie einer der Wirtshausbesucher. »Los, Maurice, zünde wenigstens eine Kerze an. Hier drinnen sieht man ja die Hand nicht mehr vor Augen!«

»Bin ja schon unterwegs«, kam es verärgert aus der Dunkelheit zurück.

Gleich darauf waren die unsicheren Schritte des Patrons und ein derber Fluch zu hören, als sich der Wirt ein Schienbein an einem herumstehenden Schemel angestoßen hatte.

Nachdem Maurice Breton einige Streichhölzer vor Aufregung abgebrochen hatte, erhellte endlich der spärliche Schein einer Kerze das Innere der Gaststube.

Nur wenn draußen erneut ein Blitz niederging, wurde der Schankraum für Sekunden zur Gänze in ein unwirkliches Licht getaucht. Dann war die Furcht auf den Gesichtern der Männer deutlich zu erkennen – eine Furcht, die in ihnen flackerte wie die Flamme der kleinen Wachskerze, die Maurice Breton auf die hölzerne Platte eines Tisches gepresst hatte.

Lediglich einer der Gasthausbesucher, der alte Victor Colbert, zeigte keine äußeren Anzeichen von Unruhe. Das Gesicht des Alten war von unzähligen Falten und Runzeln durchzogen, aber der Blick seiner grauen Augen wirkte klar und besonnen. Er schien sich vor dem Gewitter nicht im Geringsten zu ängstigen, sondern strahlte vielmehr die Gelassenheit jener aus, die um die Unabänderlichkeit des Schicksals wissen und deshalb das Kommende gefasster zu ertragen vermögen.

Er war es, der jetzt seine Stimme erhob. Sie klang brüchig wie vergilbtes Papier, als er sagte: »Dieses Unwetter ist keines natürlichen Ursprungs. Es ist ein Vorzeichen – ein Vorzeichen der Hölle. Ihr alle kennt die Legenden unserer Väter. Carcassac stehen schwere Zeiten bevor!«

Victor Colbert hatte seine Worte kaum ausgesprochen, als plötzlich ein ohrenbetäubendes Krachen ertönte, dass die Fensterscheiben klirrten und selbst die Bodendielen unter dem Nachhall leicht vibrierten. Für einen kurzen Augenblick wurden die Häuser von Carcassac von einer nahezu blendenden Illumination aus der Dunkelheit gerissen.

»Da hat irgendwo ganz in der Nähe der Blitz eingeschlagen«, stellte Maurice Breton beinahe ehrfürchtig fest. »Jetzt können wir nur noch beten, dass kein größerer Schaden entstanden ist.«

Das war einfach so dahingesagt, aber dennoch falteten einige der Männer ihre Hände zum Gebet und murmelten leise Worte des Glaubens.

Dass sie dies taten, hing freilich weniger mit einem eventuellen materiellen Schaden zusammen. Es sollte vielmehr ihre Furcht vor dem Unheimlichen mildern, das da draußen vor sich ging.

So schnell wie das Gewitter begonnen hatte, hörte es auch wieder auf. Der Regen ließ nach, der Sturm flaute ab, Blitz und Donner wurden immer seltener, bis schließlich eine nahezu gespenstische Ruhe herrschte.

Durch die Besucher des Gasthauses ging ein hörbares Aufatmen.

Maurice Breton fasste sich als Erster wieder. »Jetzt muss ich aber schleunigst eine neue Sicherung einschrauben«, meinte der Wirt und begab sich hinter den Tresen, wo er aus einem Regal unter der Theke eine Taschenlampe hervorholte.

»Das kannst du später auch noch machen, es gibt jetzt Wichtigeres«, drängte einer der Männer. »Komm, lass uns ins Freie gehen, mich würde mächtig interessieren, wo vorhin der Blitz eingeschlagen hat!«

Er erhielt breite Zustimmung. Gemeinsam mit den anderen verließ der Patron das Gasthaus, gepackt von einer immer stärker werdenden Spannung.

Das Erste, was den Menschen im Freien auffiel, war der seltsame Geruch. Normalerweise lag nach jedem Gewitter ein Hauch von Frische in der Luft – diesmal jedoch war das anders.

Es roch nach etwas Verbranntem – ohne dass allerdings ein Feuer auszumachen war!

Maurice Breton knipste seine Taschenlampe an. Der schmale Lichtfinger wanderte durch die Dunkelheit, doch auf den ersten Blick entdeckte niemand etwas Ungewöhnliches.

»Was liegt da eigentlich am Boden herum?«, fragte da einer der Männer. »An meinen Schuhen klebt so ein komisches Zeug.«

»Tatsächlich, ich habe auch das Gefühl, in einer zähen Masse zu stehen«, stellte ein weiterer der Gasthausbesucher fest.

Der Patron richtete den Strahl seiner Taschenlampe auf die Beine der Männer. Und dann sahen alle, was da über den Boden verstreut war: kalte, schwere Asche! Sie bedeckte die Straße und den Bürgersteig als schwarzer Belag und bildete zuweilen sogar kleine Hügel, die wie vom Wind aufgeworfene Sanddünen aussahen.

Auf den Gesichtern der Männer machte sich Betroffenheit breit. Es gab nur eine einzige Erklärung für das Vorhandensein der Asche: Sie musste während des Gewitters gemeinsam mit dem Regen vom Himmel gefallen sein!

»Da, seht nur!«, riss plötzlich die Stimme Victor Colberts die Dörfler aus ihrem Erstaunen.

Die Köpfe der Männer flogen herum.

Ihre Blicke folgten dem ausgestreckten Arm des Alten und blieben schließlich auf dem Kirchturm hängen, der die Ortschaft nach allen Seiten weithin überragte.

Das bleiche Licht des Vollmonds zeigte deutlich die Verbeulung des metallenen Turmdachs an jener Stelle, in die vorhin der Blitz eingefahren war. Das jedoch war es nicht, was die Männer so bestürzte.

Durch den Blitzeinschlag war die unter dem Turmdach angebrachte Turmuhr stehen geblieben – um Punkt Mitternacht!

»Es ist eingetreten, wie ich es euch prophezeit habe«, sagte Victor Colbert mit einem nahezu beschwörenden Unterton in der Stimme. »Um Punkt Mitternacht ist die Zeit stehen geblieben – weil ein Blitz in das Haus Gottes gefahren ist. Ein deutlicheres Vorzeichen des Bösen kann es nicht geben!«

Die Sommernacht war lau und angenehm. Tausende von funkelnden Sternen bevölkerten den Himmel über den sanft geschwungenen Hügeln der Provence. In der Ferne, wo das Land allmählich flacher wurde, erstreckten sich die schattenhaften Umrisse der Obstplantagen bis zum Horizont.

Trotz der romantischen Umgebung herrschte im Inneren des Renaults, der einsam und verloren über die nächtliche Landstraße rollte, eine angespannte bis gereizte Stimmung.

»Verdammt, langsam habe ich die Nase voll!« Jacques Laroche, der Fahrer des Wagens, ließ seinem Unmut freien Lauf. Aus den scharf geschnittenen Gesichtszügen des dunkelhaarigen Franzosen war deutlich der Ärger abzulesen, der sich in ihm aufgestaut hatte. »Seit zwei Stunden sind wir jetzt in dieser Gegend unterwegs, und von der Kreisstadt ist weit und breit nichts zu sehen. Nicht einmal an einem Hinweisschild sind wir vorbeigekommen. Ich gehe jede Wette ein, dass wir uns verfahren haben!«

»Warum regst du dich eigentlich so auf?«, ertönte nun eine glockenhelle Stimme aus dem Fond des Wagens. Sie gehörte Justine Cousteau, einem jungen rothaarigen Mädchen mit grünen Augen und winzigen, koketten Sommersprossen im Gesicht. »Ich für meine Person finde es viel interessanter, wenn bei unserem gemeinsamen Urlaub nicht alles wie geplant verläuft. Unvorhergesehene Zwischenfälle haben auch ihren Reiz. Die Gegend hier ist jedenfalls recht romantisch. Nimm nur das alte Gemäuer dort oben. Sieht richtig unheimlich aus. Vor ein paar Jahrhunderten haben sie da bestimmt noch blutige Rituale gefeiert. Man könnte direkt meinen, dass sich die ehemaligen Herren der Burg jeden Moment aus ihren feuchten Gräbern erheben, um Jagd auf unschuldige Menschen zu machen.«

Obwohl er im Augenblick andere Sorgen hatte, blickte Jacques Laroche nach links. Unwillkürlich erschauderte er.

Am Kamm eines karstigen, nur mit spärlichem Buschwerk bewachsenen Hügels hoben sich die verfallenen Mauerreste einer Burg als bizarre Silhouetten vom helleren Nachthimmel ab. Wie der Horst eines riesigen Greifvogels klebte die Ruine zwischen den schroffen Felsen, deren Ausläufer bis zum Asphaltband der Straße herabreichten.

Der Franzose schüttelte die Beklemmung, die ihn beim Anblick des Gemäuers befallen hatte, wieder ab. Wie um sich seine Gefühle nicht eingestehen zu müssen, sagte er rasch: »Natürlich, genau diese Antwort habe ich von dir erwartet, Justine. Dein Hang zu allem Dramatischen in Ehren, du wirst ihn bei deinem zukünftigen Beruf noch brauchen, aber trotzdem wäre es mir lieber, wenn ich wüsste, wohin diese Straße überhaupt führt.«

Justine Cousteau war Studentin in Grenoble und hatte auf der dortigen Universität das Fach Journalismus belegt. Wie Jacques Laroche richtig erwähnt hatte, verfügte die junge Französin über ein reichliches Ausmaß an Fantasie, was ihr beim Füllen diverser Klatschspalten nur behilflich sein konnte. Insgeheim schwebte ihr neben dem Zeitungswesen aber auch noch eine Karriere als Schriftstellerin vor.

Jacques Laroche lag das Denken in logischen Bahnen mehr, er studierte Jura.

Neben Justine saß ihr Freund Luc Merchant auf der Rückbank des Wagens, ein eher schmächtiger Bursche mit flachsblondem, ewig zerrauftem Haar und hellblauen Augen. Trotz seiner Frohnatur war er sehr sozial orientiert und wollte einmal Arzt werden.

Véronique Voscart schließlich, die ihren wohlproportionierten Körper auf dem Beifahrersitz platziert hatte, studierte Psychologie. Mit ihren langen schwarzen Haaren, den mandelförmigen Augen und den sinnlichen Lippen hätte sie allerdings auch als Mannequin arbeiten können. Entsprechend ihrem Studium war sie eine Frau, die den Dingen gerne auf den Grund ging. Als langjährige Freundin von Jacques Laroche wusste sie, dass seine zuweilen sehr deftige Wortwahl nicht wirklich böse gemeint war.

So kommentierte sie die Situation der vier Studenten eher scherzhaft psychologisch: »Das Ganze erinnert mich frappant an ein Experiment der angewandten Gruppenpsychologie: Verhalten unterschiedlicher Individuen in räumlichen Extremsituationen.«

»Fang jetzt bitte nicht auch noch du mit einem solchen Quatsch an«, meinte Jacques Laroche fast flehentlich. »Übrigens, da fällt mir auf, dass sich Luc seit geraumer Zeit so merkwürdig still verhält. Wenn ich mich recht erinnere, war es doch deine Idee, die Landstraße anstelle der Autobahn zu nehmen?«

»Das stimmt schon, aber wenn wir uns wirklich verfahren haben sollten, ist es immer noch die Schuld des Fahrers«, entgegnete der nie um eine passende Antwort verlegene Medizinstudent schlagfertig.

Die gespielte Lockerheit des Wortwechsels konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gleich zu Beginn des gemeinsamen Urlaubs der Studenten zu unvorhergesehenen Zwischenfällen gekommen war.

Die vier jungen Leute aus Grenoble, die sich alle von der dortigen Universität kannten, wollten diesen Sommer für zwei Wochen an der französischen Mittelmeerküste zelten. Damit gedachten sie die Annehmlichkeiten eines Badeurlaubs mit einem Hauch von Abenteuer und Romantik zu verbinden und gleichzeitig dem Trott der überfüllten Touristenorte zu entgehen, die sich ohnehin nur übergebührlich auf die Brieftasche schlugen.

Von Grenoble, das die vier am späten Vormittag verlassen hatten, bis zu den Ausläufern der Provence war die Anreise komplikationslos verlaufen.

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