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HOLIDAY Reisebuch: Hiergeblieben!

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VORWORT

KITZELT SIE DIE REISELUST? Sehnen Sie sich nach skandinavischweiten Wasserlandschaften, temperamentvollen Samba-Klängen oder einer romantischen Gondelfahrt? Dann bleiben Sie einfach hier: Zwischen Alpen und Ostsee finden sich viele exotische oder zumindest überraschend ungewöhnliche Orte und Landschaften. Manche kennt man, einige sind weltberühmt, andere wiederum glänzen bescheiden im Verborgenen und warten darauf, entdeckt zu werden: Denn bei jeder dieser Attraktionen fühlt man sich wie in einem fernen Land, mitunter sogar wie am anderen Ende der Welt! Und alle haben sie spannende oder kuriose Geschichten zu erzählen.

Im westfälischen Hamm, am Rande des Ruhrgebiets, ragt einer der größten hinduistischen Tempel Europas in den Himmel. Im thüringischen Bad Frankenhausen kippt ein uralter Kirchturm so windschief aus dem Lot, dass man in Pisa vor Neid erblasst. Und wenn im Frühjahr in der südlichen Pfalz die Mandelbäume in ihrem rosaroten Blütenkleid erstrahlen, scheint plötzlich vergessen, dass es mit dem ersehnten Mallorca-Urlaub in diesem Jahr mal wieder nicht geklappt hat. Manchmal ist es verblüffend, wie sehr berühmte Landschaften oder Bauwerke rund um den Globus ihren deutschen Pendants oder Doppelgängern ähneln. Und manchmal braucht man eben ein wenig Fantasie. Zwar ist die »Golden Gate Bridge vom Rhein« nicht ganz so lang wie ihre große Schwester, aber ein eindrucksvoller Hingucker. Auch nach der Mona Lisa sucht man in der Glaspyramide von Ulm vergeblich. Und der Mississippi-Dampfer in Hamburg? Schippert immerhin an der Elbphilharmonie vorbei. Wenn das kein Pluspunkt ist!

Übrigens haben wir in diesem Buch zu allen Orten eine Auswahl der schönsten Ausflugsziele in der Umgebung sowie Hotel- und Restauranttipps zusammengestellt. Also hiergeblieben – und viel Vergnügen auf Ihren Weltreisen durch die Heimat!

Jens van Rooij

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IMG DER NORDEN

Wussten Sie, dass an der Lübecker Bucht Keramik nach uralter japanischer Handwerkstradition hergestellt wird? Und im Westmünsterland Flamingos brüten? Nach Holland ist es von hier nicht weit, doch wer Amsterdam im Kleinformat erleben möchte, wird auch in Potsdam fündig – und staunen, wie gut hier »Poffertjes« und »Pannenkoeken« schmecken. Abspecken kann man dann bei den Highland Games in Trebsen – oder auch nur zusehen, wie Muskelprotze in karierten Kilts Gewichte wuppen.

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Mississippi, Louisiana, USA 29° 57‘ 17“ Nord / 90° 04‘ 30“ West

IMG MISSISSIPPI-DAMPFER, HAMBURGER HAFEN

53° 32‘ 46“ NORD / 09° 58‘ 00“ OST

Übersichtskarte

WENN DIE »MS LOUISIANA STAR« an Sommerabenden flussabwärts in den Sonnenuntergang gleitet, dabei der Rauch aus den schlanken Schornsteinen in den Himmel aufsteigt und das Wasser vom großen Heckrad des Schiffes unermüdlich aufgeschaufelt und plätschernd wieder in die Elbe fallen gelassen wird, zweifelt man für einen Augenblick wirklich: Ist man hier in Hamburg – oder vielleicht doch in den Südstaaten der USA gelandet? Wer jetzt weiter in Romantik schwelgen möchte, sollte die kommenden Zeilen überspringen. Denn die nüchterne Wahrheit lautet: Das Schaufelrad, das die »Louisiana Star« scheinbar so kraftvoll und mühelos durch die Fluten schiebt, ist in Wirklichkeit nur Dekoration. Tatsächlich wird das Schiff von zwei Dieselmotoren mit einer Leistung von über 1000 PS angetrieben. Gleiches gilt für die »MS Mississippi Queen«, die ebenfalls im Hafen ihre Runden dreht und sich sogar mit einem Doppel-Heckrad schmückt. Während Raddampfer heute fast nur noch als Touristenattraktionen eingesetzt werden, spielten sie früher eine wichtige Rolle im Waren- und Personenverkehr. Im 19. Jh. waren sie in Nordamerika nicht nur auf dem Mississippi, sondern auch auf vielen anderen Flüssen unterwegs und wurden zu ihrer Blütezeit mit pompösem Interieur ausgestattet. Wer hier an Bord ging, reiste nicht um anzukommen, sondern um einem besonderen Status Ausdruck zu verleihen. Mit dem Siegeszug der Eisenbahn verloren die Raddampfer dann aber schnell an Bedeutung. Der größte Schaufelraddampfer, der heute in den USA in Betrieb ist, ist die »American Queen«, die erst 1994 vom Stapel lief. Seither schippert sie als schwimmendes Luxushotel betuchte Gäste durch die Landschaften von Mark Twain und Huckleberry Finn. Auch die Hamburger Schaufelradschiffe wurden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. gebaut und bieten unter Deck elegante Säle mit rotem Teppichboden und glänzendem Messing. Vor allem als Veranstaltungsorte für Partys, Musicals und Dinner-Shows sind sie sehr beliebt. Wer sich das nicht leisten kann oder will, winkt ihnen vom Ufer aus zu – und träumt dabei von New Orleans und dem Mississippi.

www.abicht.de (Louisiana Star), www.kapitaen-pruesse.de (Mississippi Queen)

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