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Happy Baking glutenfrei

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NIMM DAS GLÜCK IN DIE HAND!

Ich weiß noch gut, wie ich mich fühlte, als ich meinen ersten glutenfreien Kuchen aus dem Ofen zog. In diesem Moment ging es mir nach langer Zeit nicht nur wieder besser, sondern ich fühlte mich wie befreit. Ich liebe selbst gebackene Kuchen, Brot und Plätzchen über alles. Doch meine Gluten-Sensitivität begann zu einer Zeit, als es noch kaum Alternativen gab: Rezepte für glutenfreies Gebäck oder glutenfreie Mehle? Mangelware! Kaum zu glauben, aber das ist erst ein paar Jahre her. Ich fühlte mich damals ziemlich außen vor, wenn ich mit meiner Familie und meinen Freunden zusammen war und sie in Sachertorte, Sonntagsbrötchen und Weihnachtsplätzchen schwelgten.

Glücklicherweise komme ich aus einer backbegeisterten Familie und trage auch das Back-Gen in mir. Das stachelte meine Experimentierfreude an! Ich wollte wieder das Glücksgefühl spüren, in ein frisch gebackenes Brötchen zu beißen und eine ofenwarme Tarte anzuschneiden. Also nahm ich das Glück selbst in die Hand. Und merkte: In der Herausforderung liegt eine Riesenchance! Ohne Gluten-Sensitivität hätte ich wohl nie erfahren, welch tolle Geschmackserlebnisse Mehl aus Reis oder Hülsenfrüchten schenkt, wie locker ein Teig mit Kartoffeln wird und wie angenehm mürbe er mit Maismehl gelingt. Glutenfreie Kuchen, Brot und Plätzchen sind echte Persönlichkeiten: Sie haben einen wunderbaren Eigengeschmack.

Genau das macht für mich den Charme des Selbstgebackenen aus, denn jedes Brot und jede Torte, die ich mit meinen eigenen Händen kreiere, ist ein Stück Persönlichkeit. Nach einigen Jahren strikten Verzichts auf Gluten hat sich meine Glutensensitivität so gebessert, dass ich mittlerweile auch wieder normales Gebäck genießen kann. Dennoch backe ich weiterhin ganz selbstverständlich und mit Freude glutenfrei. Weil Kuchen mit Charakter mich einfach glücklich macht!

Herzlich, Ihre

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DON’T WORRY, BAKE HAPPY!

Ohne Gluten ist Backen zwar ein bisschen anders. Macht aber genauso glücklich. Vor allem, weil wir Neues dabei kennenlernen: neue Zutaten, neue Geschmackserlebnisse. Wenn uns das mal nicht neugierig macht!

GLÜCKLICHE VERBINDUNG

Happy Baking ist mein Backbuch für alle, die weniger Gluten zu sich nehmen möchten. Manche entscheiden sich dafür, weil sie Gluten nicht oder nicht (mehr) so gut vertragen, viele aber auch, weil sie festgestellt haben, dass weniger Gluten oft einfach mehr bedeutet: mehr Geschmack und mehr Genuss! Das »Mehr« zeigt sich auch an den Rezepten: Sie enthalten Zutaten, die wir von herkömmlichen Backrezepten nicht kennen, wie etwa Apfelfasern, Chiasamen, Flohsamenschalen, Leinsamen oder Teffmehl. Diese Zutaten sind beim Backen vor allem deshalb so wertvoll, weil sie bestimmte Eigenschaften des Glutens übernehmen können, zum Beispiel den Teig leicht quellen zu lassen oder zu binden.

OHNE GLUTEN …

… bedeutet: ohne Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste, Grünkern oder Urkornarten wie Kamut® und Einkorn. In allen diesen Getreidesorten steckt Gluten. Umgangssprachlich nennen wir Gluten »Klebereiweiß« und geben damit vereinfacht, aber auch recht anschaulich wieder, worum es sich dabei handelt: um Proteine, die in bestimmten Getreidesorten und dem daraus gewonnenen Mehl enthalten sind. Sie sorgen für die Verbindung und den Zusammenhalt der Zutaten im Teig, machen ihn geschmeidig, elastisch und formbar, halten ihn nach dem Backen in Form und stabilisieren ihn. Backtechnisch nennt man das: dem Teig ein Gerüst geben. Gluten-Proteine sind quell- und gelierfähig; sie können Wasser binden und dafür sorgen, dass sich Fett und Wasser gut verbinden. Und sie sind Träger für Aromen.

SCHÖN SAFTIG

Manche glutenfreien Zutaten haben mehrere Back-Talente: Sie helfen, den Teig elastisch oder das fertige Gebäck schön saftig zu halten. Milchreis oder gekochte Kartoffeln zum Beispiel sorgen für eine prima Bindung, reife Bananen dank ihres Stärkegehalts auch. Bei Brot bringt Gemüse viel Geschmack und hält das Brot saftig. Wegen der höheren Feuchtigkeit im Teig sind glutenfreie Brote dann nicht so gut haltbar wie glutenhaltige. Deshalb bewahre ich sie immer im Kühlschrank auf.

FEIN BEMESSEN

Ich backe auch deshalb so gern glutenfrei, weil es mir neue Geschmackswelten eröffnet. Würde ich einfach nur eine handelsübliche glutenfreie Mehlersatzmischung kaufen und alle Backrezepte damit 1 : 1 umsetzen, würde ich das Potential, das in glutenfreien Zutaten steckt, nicht ausschöpfen. Bei manchen Teigen, wie etwa Hefeteig, eignet sich eine fertige glutenfreie Mehlersatzmischung hervorragend. Aber in der Regel stelle ich mir meine glutenfreien Mehlsorten individuell zusammen – und zaubere damit herrliches Gebäck voll Duft und Geschmack. Und schließlich sind beim glutenfreien Backen genaue Mengenangaben wichtig. Bei meinen Brotrezepten zum Beispiel ist die exakte Menge Salz ausschlaggebend für den harmonischen Geschmack. Für Happy Baking empfehle ich daher eine Digitalwaage!