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High Society 14 - Sammelband

Inhalt

Sibylle Simon
Silvia-Gold - Folge 014
Als hätte der Himmel all seine Schleusen geöffnet, prasselt der Regen auf die nächtlichen Straßen. Ganz Kavalier der alten Schule, fährt Nick Svendson den Wagen vor, und das Licht der Laterne erhellt kurz seine markanten Züge.

Himmel, sieht er gut aus!, durchzuckt es die hübsche Anne, und sie merkt, wie ihr Herzschlag sich verdoppelt, als sie sich neben ihn auf den Beifahrersitz gleiten lässt. Dabei hat sie sich doch vorgenommen - ganz anders als die vielen anderen Frauen -, gegen seinen legendären Charme immun zu sein!

In diesem Moment begegnet sie Nicks glühendem Blick, und dann sinkt sie in seine Arme ...
Während die Regentropfen auf das Autodach prasseln, gibt sich Anne seinen Zärtlichkeiten hin - ja, sie verliert sich ganz an diesen Mann. Doch Nick, der Abenteurer und Verführer, ist auch ein Lügner, und so wird aus Annes Glück bald grenzenloses Leid ...


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Daniel fügt sich in sein Schicksal - bis eines Tages ein Brief aus Greetsiel eintrifft...


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Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Gestern noch im siebten Himmel
  4. Vorschau

Gestern noch im siebten Himmel

Sie schenkte ihr Herz einem Lügner

Von Sibylle Simon

Als hätte der Himmel all seine Schleusen geöffnet, prasselt der Regen auf die nächtlichen Straßen. Ganz Kavalier der alten Schule, fährt Nick Svendson den Wagen vor, und das Licht der Laterne erhellt kurz seine markanten Züge.

Himmel, sieht er gut aus!, durchzuckt es die hübsche Anne, und sie merkt, wie ihr Herzschlag sich verdoppelt, als sie sich neben ihn auf den Beifahrersitz gleiten lässt. Dabei hat sie sich doch vorgenommen – ganz anders als die vielen anderen Frauen –, gegen seinen legendären Charme immun zu sein!

In diesem Moment begegnet sie Nicks glühendem Blick, und dann sinkt sie in seine Arme …

Während die Regentropfen auf das Autodach prasseln, gibt sich Anne seinen Zärtlichkeiten hin – ja, sie verliert sich ganz an diesen Mann. Doch Nick, der Abenteurer und Verführer, ist auch ein Lügner, und so wird aus Annes Glück bald grenzenloses Leid …

»Paul will eine große Hochzeit.«

Anne wusste noch genau, wann sie diesen Satz zum allerersten Mal gehört hatte und wie lange sie ihn schon mit sich herumtrug. Eigentlich hatte sie ihn damals sofort aus ihrem Gedächtnis streichen wollen, doch das war ihr zu keinem Zeitpunkt gelungen.

»Paul will eine große Hochzeit.«

Sie hatte immer noch Theas Stimme, ihren selbstgefälligen Tonfall im Ohr, als sie das gesagt hatte. Annes erster Impuls war gewesen, schallend zu lachen. Das hatte sie dann auch getan, jedenfalls ansatzweise. Thea hatte dieses Lachen nämlich sofort abgewürgt und Anne gerügt.

Was es da zu lachen gebe, hatte sie scharf wissen wollen, und da konnte Anne auf einmal nicht mehr lachen. Es machte ihr auch selbst gar keinen Spaß, obwohl der besagte Satz eigentlich zu nichts weiter als zu Gelächter herausforderte.

Denn niemand kannte Paul besser als Anne. Er war ihr großer Bruder, sie hatten fast zwei Jahrzehnte lang unter einem Dach gelebt und waren miteinander so vertraut, wie man es sonst kaum bei Geschwistern fand.

Das lag möglicherweise daran, dass sie sehr früh ihre Eltern verloren hatten. In gewisser Weise waren sie Seelenverwandte, bildeten eine Art Symbiose, und häufig spürte Paul oben im Norden des Landes, wenn Anne in München ihn brauchte, obwohl sie kein einziges Wort darüber verloren hatte – und dann klingelte bei ihr das Telefon, weil Paul immer wusste, wann es ihr nicht gut ging. Daran war die enge innere Verbindung zwischen ihnen schuld.

Und dieses Gefühl hatte Anne augenblicklich gesagt, dass ihr Bruder alles andere, jedoch auf gar keinen Fall eine große Hochzeit wollte. Paul war keiner, der Aufsehen und Wichtigkeit brauchte. Wenn er heiratete, dann in aller Stille und ohne imposante Inszenierung. Aber Thea – die Frau, die Paul seit fünf Jahren hingebungsvoll liebte, ja, die er geradezu anbetete – hatte sich im Laufe der Zeit als Mensch mit einem schier unersättlichen Geltungsbedürfnis entpuppt.

Für Thea musste immer alles noch etwas größer, bedeutender, auffallender und farbenprächtiger sein als anderswo. Thea war es, die eine große Hochzeit wollte, jawohl! Thea lechzte förmlich nach ihrem großen Auftritt. Mit weniger gab sie sich einfach nicht zufrieden.

Selbst, wenn sie nur in den Garten ging, um Unkraut zu jäten oder welkes Laub zusammenzufegen, tat sie das in einer Haltung und mit einem Gesichtsausdruck, der förmlich jedem, dem sie begegnete, entgegenzurufen schien: »Seht ihr mich auch alle? Seht ihr, wie wundervoll und begabt ich bin? Wie anmutig ich hier knie und den Löwenzahn aus dem Boden reiße?«

Ich hasse sie, dachte Anne und biss ein weiteres Mal die Zähne zusammen, um diese herbe Wahrheit auf keinen Fall über ihre Lippen kommen zu lassen. Doch dafür war es schon zu spät, denn der junge Mann auf dem Beifahrersitz ihres Wagens wandte sich ihr flüchtig zu, um mit gelangweilter Stimme zu sagen: »Mensch, Anne, nicht schon wieder! Nicht wieder dieses Lied! Ich kann’s inzwischen nicht mehr hören.«

»Und ich kann nichts für meine Gefühle«, gab Anne bockig zurück, um sogleich hinzuzufügen: »Mir kann sie nichts vormachen! Paul und eine große Hochzeit! Pah! Für wie blöd hält Thea mich eigentlich? Glaubt sie allen Ernstes, ich nehme ihr das ab? Wenn hier einer eine protzige Hochzeit will, dann ist sie das. Sie träumt doch seit Jahren von nichts anderem. Das größte gesellschaftliche Ereignis seit Jahrzehnten will sie daraus machen, das hat sie selber mal gesagt, und ich habe es nicht vergessen.«

Erik Holthusen, weitaus länger mit Anne verlobt als ihr Bruder Paul mit seiner Thea, lächelte ein wenig matt. Er war auffallend bleich, wirkte irgendwie kränklich, und das lag ganz bestimmt nicht an Annes rasantem Fahrstil und der Geschwindigkeit, mit der sie ihren Sportwagen über die Autobahn jagte.

»Aus dir spricht – wie meistens, wenn es um Paul geht – nichts weiter als deine schwesterliche Eifersucht. Du hängst an deinem großen Bruder wie eine Mutter an ihrem einzigen Sohn. Welche Frau Paul auch immer heiratet, dir wäre keine recht. Seit ich dich kenne, wachst du wie eine kampflustige Glucke über ihn. Er ist erwachsen, Anne, und er hat sich Thea selbst ausgesucht! Und auch was die Hochzeit der beiden betrifft, wird sie ihn kaum mit vorgehaltener Waffe zum Traualtar treiben. Er tut dies alles aus freien Stücken. Weil er sie liebt, hörst du? Begreif es endlich! Es gibt im Leben deines Bruders eine Frau, die er mehr liebt als irgendeinen anderen Menschen.«

»Das bezweifle ich«, kam Annes prompte Antwort. »Thea hat ihn unter Druck gesetzt. Paul war noch gar nicht bereit für die Ehe, als ich das letzte Mal mit ihm sprach.«

Erik unterdrückte einen Seufzer. »Mein Gott, Anne«, sagte er dann einigermaßen gereizt, »Paul und Thea leben seit drei Jahren zusammen. Das ist doch längst eine Ehe, oder wie würdest du das nennen? Wenn sie es jetzt endlich amtlich machen, dann ist das nur noch eine Formsache.«

Anne presste erneut die Lippen erbittert zusammen. Sie wusste, dass Erik mit allem, was er sagte, recht hatte. Er sagte es im Übrigen nicht zum ersten Mal, im Gegenteil, sie hatte es schon viele, sehr viele Male von ihm gehört. Aber sie glaubte es nicht. Sie weigerte sich, auch nur ein einziges Wort davon zu akzeptieren.

Anne wollte das nicht hören. Sie wollte nichts davon wissen.

»Ich hasse sie trotzdem«, sagte sie deshalb wieder – wohl auch, weil ihr die Worte für eine sachliche Argumentation fehlten –, und damit entlockte sie Erik nur ein weiteres mattes Lächeln.

»Sei doch endlich mal ehrlich, Anne«, meinte er halblaut, mit fast geschlossenen Augen, und legte den Kopf zurück in seinem Sitz. »Du kannst es nicht ertragen, dass Thea dich nicht gebeten hat, ihre Brautjungfer zu sein, richtig? Das verzeihst du ihr nicht. Du bist wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass du, wenn dein Bruder eines Tages heiratet, als erste Brautjungfer allen anderen vorangehst. Aber, liebste Anne, du wirst es letztlich akzeptieren müssen: Thea hat ein halbes Dutzend Brautjungfern in ihrem Schlepptau, und du bist nicht dabei.«

Anne schwieg. Sie dachte an den Augenblick, da sie Thea gegenübergestanden und sie sagen gehört hatte: »Paul will eine große Hochzeit. Und ich will eine brünette.«

»Was heißt denn das?«, hatte Anne überrascht gefragt, worauf Thea erwidert hatte: »Meine Brautjungfern müssen alle dunkelhaarig sein. Wegen des Kontrastes, verstehst du?«

Nein, Anne hatte nichts verstanden. Und weil sie es nicht verstand, hatte sie immerzu darauf gewartet, dass Thea es endlich sagte, dass sie ihre zukünftige Schwägerin endlich bat, ihre erste Brautjungfer zu sein. Doch Thea hatte geschwiegen.

»Anne, du darfst dir das nicht so zu Herzen nehmen«, murmelte Erik, schon wieder halb schlafend. »Thea hat schlichtweg Angst, dass ihr irgendeine Brautjungfer die große Schau stiehlt. Und da sie selber blond ist, kann sie eine zweite Blondine während der kirchlichen Trauung in ihrer Nähe nicht gebrauchen. Sieh es doch mal so.«

Anne schwieg immer noch. So sehr sie sich auch bemühte, es gelang ihr einfach nicht, es so zu sehen. Sie konnte nicht vergessen, wie Thea schließlich – nach einer Ewigkeit – die blonden Locken zurückgeworfen und unbekümmert gelacht hatte. Es stellte sich dann rasch heraus, dass sie längst sechs Brautjungfern, allesamt viel jünger als Anne, ausgesucht hatte. Dazu zwei süße Kinder zum Blumenstreuen.

Und Theas jüngere Schwester würde die Schleppe des sündhaft teuren und sehr exquisiten Hochzeitskleides tragen. Damit wurde offensichtlich, dass Anne überhaupt nicht während der kirchlichen Zeremonie eingeplant war.

Immerhin durfte sie auf dem Standesamt als Pauls Trauzeugin fungieren. Dagegen hatte Thea nichts einzuwenden. Aber ansonsten hatte sie Pauls Schwester keinen einzigen Zentimeter Raum für einen ganz persönlichen Auftritt gelassen, mit dem diese ihrem Bruder ihre Zuneigung beweisen konnte …

***

Es war Mitte Juni, die Hortensien und Veilchen blühten, ebenso Lilien, Petunien und der Flieder weiß und violett. Zwei Schneiderinnen nähten fieberhaft an Thea Greves Hochzeitskleid, das außer ihr und den beiden Frauen, die daran arbeiteten, noch niemand gesehen hatte.

Jeden Tag war Thea in die Schneiderwerkstatt gefahren, um die Arbeit an ihrem Hochzeitskleid zu überwachen – vom Zuschneiden über das Nähen bis hin zur ersten Anprobe: Sie überließ nichts dem Zufall.

Paul Renfordt, ihr zukünftiger Ehemann, fand das bewundernswert, aber auch etwas übertrieben. Es amüsierte ihn, wie Thea sich in »die Sache mit der Hochzeit«, wie er es salopp nannte, hineinstürzte – voller Elan und Entschlossenheit. Manchmal kam es ihm beinahe so vor, als ginge es um Leben und Tod, so verbissen trieb Thea die Dinge voran.

Jawohl, seine Schwester Anne hatte recht, wenn sie vermutete, dass Thea ihm den Heiratsantrag gemacht hatte.

Paul war ein hervorragender Geschäftsmann – immerhin arbeitete die Firma der Familie Renfordt, die einen schwunghaften Kaffeehandel und eine Kaffeerösterei betrieb, unter seiner Leitung in der dritten Generation erfolgreicher als jemals zuvor. Privat allerdings dümpelte seine Entschlussfreudigkeit die meiste Zeit nur dahin. Paul vermochte sich selten zu etwas durchzuringen, das sein Leben radikal zu verändern drohte, und eine Hochzeit war nun einmal eine solche Veränderung. Daran gab es nichts zu deuteln.

Dass Thea endlich heiraten und eine Familie gründen wollte, verstand er durchaus, und er sträubte sich auch keine Sekunde gegen eine Heirat. Aber aus eigenem Antrieb wäre er möglicherweise auf diese Idee nicht gekommen, entbehrte er doch in seinem Zusammenleben mit Thea nicht das Geringste.

Nun sollte also geheiratet werden. Theas sorgfältig ausgetüftelte Organisation lief auf Hochtouren, sie selbst gönnte sich keine Ruhe, war morgens als Erste auf den Beinen und fiel abends als Letzte restlos erschöpft in ihr Bett.

Paul bewunderte ihre Energie und auch ihre Zielstrebigkeit, konnte allerdings beides nicht so recht nachvollziehen. Für ihn war eine Hochzeit nichts weiter als ein schönes Fest, das, seiner Meinung nach, jedoch von den meisten Menschen maßlos überschätzt wurde.

Manchmal, wenn er Thea beim Frühstück ein paar Minuten lang sah – ein Frühstück, das für sie seit Tagen nur aus einer Tasse Kaffee bestand, der von ihr im Stehen, fast zwischen Tür und Angel, heruntergestürzt wurde –, manchmal überkam ihn dann der Verdacht, dass sie es so eilig mit der Hochzeit hatte, um seiner Schwester Anne etwas zu beweisen.

Aber was? Dass zwischen den beiden jungen Frauen eine gewisse Kühle herrschte, wusste er seit Langem. Anne hatte sich für Pauls Gefühle für Thea nie begeistern können. Sie mochte Thea einfach nicht, das war ihr schon am allerersten Abend anzumerken gewesen, als Paul ihr Thea vorgestellt hatte. Anne war die ganze Zeit reserviert, distanziert geblieben. Dabei konnte sie überaus herzlich und liebenswürdig sein – wenn sie es denn wollte.

Thea gegenüber ließ sie Wärme und Herzlichkeit immer vermissen. Aber Thea war nicht naiv oder gar dumm. Sie hatte bereits in der ersten Sekunde erkannt, welche wichtige Rolle Paul in Annes Leben und Anne in Pauls Leben spielte. Deshalb hatte Thea augenblicklich entschieden, dass in Zukunft sie der wichtigste Mensch für Paul Renfordt sein würde und nicht mehr seine jüngere Schwester.

Thea wäre wahrscheinlich erschrocken gewesen, wenn sie eine Ahnung von Pauls Gedanken gehabt hätte, weil er recht hatte mit seiner Vermutung, dass sie am liebsten ohne Anne Hochzeit feiern wollte. Inständig hoffte und betete sie jeden Abend und jeden Morgen darum, dass Anne es aus irgendwelchen Gründen nicht schaffen möge, pünktlich zur Hochzeit aufzutauchen.

Sie erinnerte sich, dass Anne gerade in Südamerika auf einer Fotoreise unterwegs gewesen war, als die Nachricht von der Hochzeit sie erreicht hatte. Das hatte Thea klug eingefädelt: Von Brasilien aus konnte Anne schlecht gegen die Heiratspläne ihres Bruders protestieren. Andererseits hatte Thea nicht mit Annes Entschlossenheit gerechnet: Sie hatte nämlich sofort ihre Reise abgebrochen und war nach Deutschland zurückgekehrt. Vor ihrer Heimkehr nach München hatte sie allerdings einen Zwischenstopp in Hamburg eingelegt und war in einem Augenblick bei ihrem Bruder in der Firma aufgetaucht, als der nicht im Entferntesten darauf gefasst gewesen war.

Thea allerdings auch nicht!

Paul würde nie vergessen, wie seine Schwester voller Vehemenz zur Tür hereingekommen war, atemlos und sichtlich aufgewühlt. Er war auf alles gefasst gewesen – vom Zornesausbruch bis hin zum Schwächeanfall –, aber Anne verblüffte ihn.

»Paul«, sagte sie mit zitternder Stimme und kam mit weit geöffneten Armen auf ihn zu, während in ihren Augen Tränen glitzerten, »ich freue mich so für dich! Es ist wundervoll!«

Und sie hatte noch hinzugefügt, dass sie ihren Flug einfach hatte unterbrechen müssen, um ihm das persönlich, gewissermaßen von Angesicht zu Angesicht, zu sagen. Paul verschlug es vor Überraschung die Sprache.

Thea hörte von Annes Besuch bei Paul auf ihrem Rückweg von der Kaffeerösterei zur Villa Renfordt in Övelgönne. Jemand rief sie über ihr Smartphone an und meldete ihr Annes unangekündigten Besuch.

Thea zögerte keine Sekunde, sondern wendete ihr Auto sofort und fuhr zurück in die Firma.

Dort war sie mindestens so verblüfft wie Paul angesichts der Friedfertigkeit und Freundlichkeit, mit der Anne sie begrüßte. Sie umarmte Thea sogar und hatte die ganze Zeit Tränen in den Augen.

Ja, und dann kam jener unselige Moment, da Thea trotz aller Liebenswürdigkeit, die Anne plötzlich ausstrahlte, mit entschlossener, in gewisser Weise unbarmherziger Stimme verkündete, dass Paul eine große Hochzeit wolle und die Brautjungfern alle brünett sein sollten. Und während sie fortfuhr, die Details der bevorstehenden Hochzeit zu schildern, wurden Annes Augen trocken und hart.

Gleichzeitig bekam sie jenen herben Zug um den Mund, den Paul kannte und der ihn nichts Gutes ahnen ließ.

Anne begriff indes innerhalb weniger Sekunden, dass Thea sie bei der gesamten Hochzeitsplanung schlichtweg ignoriert hatte. Sie war darin nicht vorgesehen. So zog sie sich, während Thea noch redete, wie eine Schnecke in ihr Haus zurück, verkroch sich darin und wurde unnahbar. Eben jene Anne, die Thea kannte und an die sie gewöhnt war.

Aber Paul war auch das Flehentliche in den Augen seiner kleinen Schwester nicht entgangen, und es brach ihm fast das Herz, als er wortlos und tatenlos zusehen musste, wie dieses Flehen hartherzig von Thea zerstört wurde.

Innerhalb kürzester Zeit war Anne aller Illusionen und Träume beraubt, soweit sie die Hochzeit ihres Bruders betrafen, und alle Rührseligkeit wurde von ihr abgeschüttelt wie eine lästige leere Hülle, die sie nicht wirklich brauchte, die sie niemals gebraucht hatte.

Paul würde diese wenigen Minuten und den Schmerz in Annes Blick nie vergessen. Und er würde sich sein gesamtes restliches Leben bei der Erinnerung daran entsetzlich schämen, weil er nicht die Stärke gehabt hatte, sie gegen Thea in Schutz zu nehmen.

Immerhin war er schließlich doch so geistesgegenwärtig gewesen, hervorzustoßen: »Aber ich rechne mit dir als meine Trauzeugin!«

Und Anne hatte mit sachlicher, trockener Stimme erwidert: »Ich werde darüber nachdenken.«

Danach war sie gegangen.

***

Theas geheime Hoffnung, Anne möge aus irgendwelchen Gründen nicht zur Hochzeit kommen, zerschlug sich.

Anne und Erik trafen pünktlich einen Tag vorher in Övelgönne ein. Erik, kaum größer als Anne, etwas zerknittert und müde von der langen Autofahrt, obwohl er eigentlich die ganze Zeit auf dem Beifahrersitz geschlafen hatte, stieg aus, wischte sich sein helles glattes Haar aus der Stirn, um sich anschließend ausgiebig zu strecken und zu dehnen.

Thea stand im Esszimmer am Fenster, das sie eben weit geöffnet hatte – und dann hatte sie den Wagen kommen sehen, und ihr Herz war gesunken. Da kam Anne, wusste sie. Sie folgte dem Auto mit den Augen, bis es in den Innenhof fuhr und dort hielt, wo Anne seit Jahrzehnten ihren Parkplatz hatte. Niemand sonst würde es wagen, seinen Wagen dort abzustellen: Der Platz war auf ewig und immer für Anne reserviert.

Ich hasse dich, dachte Thea und schluckte heftig dabei. Ich hasse dich, weil du schon immer gehabt hast, was ich mir erst jahrzehntelang erkämpfen musste, und weil du so bist, wie ich nie sein werde …

Sie beobachtete, wie Anne aus dem Auto stieg – in einem mattblauen knielangen Kleid, die gebräunten langen Beine in flachen Sandaletten, das honigblonde Haar auf faszinierende, scheinbar achtlose Weise im Nacken hochgesteckt und nun vom Wind zerzaust.

Thea registrierte neidvoll, dass Anne stets so aussah, als würde sie nicht älter. Sie wirkte selbst mit fast dreißig noch wie ein junges Mädchen dank ihres schmalen, biegsamen Körpers und jener Lockerheit und Ungezwungenheit, mit der sie sich bewegte und sprach.

Thea hatte diese Lockerheit nie besessen. Auch darum beneidete sie Anne. Sie selbst fühlte sich die meiste Zeit ihres Lebens angestrengt, bemüht, verspannt. Jeden Abend sank sie ins Bett wie ein Krieger, der aus einer Schlacht zurückkehrte, von der sich nachträglich nicht einmal feststellen ließ, ob sie erfolgreich gewesen war.

Thea kniff die Augen leicht zusammen und beugte sich nun aus dem Fenster, um den beiden Gästen unten im Hof zuzuwinken und irgendetwas Freundliches entgegenzurufen.

Doch dann beließ sie es bei einem kurzen Winken, denn jetzt war Paul zur Stelle, um seine Schwester zu begrüßen.

Die Art, wie er auf sie zueilte und Anne sogar zu laufen begann, um sich ihm dann in die Arme zu werfen, trieb Thea ein weiteres Mal Tränen der Eifersucht in die Augen.

***

»Dreihundert Gäste?«, fragte Anne während des gemeinsamen Abendessens überrascht. »Meine Güte, wo habt ihr die denn alle aufgetrieben? So viel Verwandtschaft haben wir eindeutig nicht.«

Paul lachte. »Das ist wohl wahr! Aber man hat ja auch gewisse gesellschaftliche Verpflichtungen, nicht wahr? Und Thea meinte, die könnten wir bei dieser Gelegenheit gleich alle abarbeiten.«

»Ach so«, meinte Anne höflich und stocherte in ihrem Salat, der zu einer Schinkenplatte serviert worden war, während Erik endlich auch einmal etwas sagte, nämlich: »Sehr gute Idee. Für die nächsten zehn Jahre habt ihr dann eure Ruhe, denke ich.«

»Nun ja, schließlich haben wir auf den Polterabend verzichtet, und man heiratet ja auch nur einmal im Leben«, glaubte Thea anmerken zu müssen, was Anne lediglich ein weiteres höfliches »Hoffen wir’s mal«, entlockte.

Die Atmosphäre während dieses Essens war kühl und durchaus nicht so, wie man sie eigentlich am Vorabend einer Hochzeit hätte erwarten dürfen. Daran änderte auch Pauls demonstrativ zur Schau getragene Begeisterung nichts angesichts der zu erwartenden Gästeschar und des erstklassigen Partyservice, den man für die drei Festtage engagiert hatte.

Anne blieb einsilbig, und Thea saß ihr gegenüber, wie in Stein gehauen. Erik schien sich nicht ganz wohl zu fühlen. Paul fand, dass er schlecht aussah, blass und angegriffen, als hätte er gerade eine schlimme Krankheit überstanden. Er bat dann auch bald darum, sich zurückziehen zu dürfen.

Thea wartete nur fünf Minuten, um sich mit fast den gleichen Worten davonzustehlen, sodass Anne und ihr Bruder plötzlich allein am runden Tisch im großen Esszimmer saßen, an dem sie schon als Kinder gesessen hatten.

»Wen dürfen wir denn aus unserer Familie zur Hochzeit erwarten?«, fragte Anne nach einem kurzen Schweigen und stocherte immer noch lustlos in dem Salat.

Paul runzelte die Stirn. Er war seiner Schwester sehr ähnlich, wenn sein helles Haar auch eher ins Rötliche ging. Aber auch er war groß und sehr schlank, beinahe hager, mit jenen überraschend dunklen Augen, die auch Anne hatte.

»Claire und Fred kommen aus Johannesburg«, antwortete er jetzt. »Tante Marie und Großtante Elisabeth aus Genf, die Renfordts aus Wien sowie unsere Cousinen Karen und Lilly mitsamt ihren Familien.«

»Und der Rest ist also Theas Verwandtschaft?«

Paul schüttelte schmunzelnd den Kopf. »N-nein, nicht ganz. Wir haben zahlreiche Geschäftsfreunde eingeladen, die sich nach dem Empfang, den wir nach der kirchlichen Trauung geben, gleich wieder verabschieden werden.«

»Wer bleibt dann übrig?«, wollte Anne hartnäckig wissen.

Paul zuckte mit den Schultern. »Freunde, Bekannte, Nachbarn, meine treuesten Mitarbeiter aus der Firma, ein paar Leute aus Theas weitläufiger Verwandtschaft – Cousinen, Cousins, Paten …«

»Ah ja«, machte Anne, und als sie wieder anfangen wollte, in ihrem Salat zu stochern, langte Paul über den Tisch, nahm ihr die Gabel aus der Hand und sagte energisch: »Hör endlich auf damit! Ich weiß, dass das alles für dich nur schwer nachvollziehbar ist, aber hätte ich Thea verbieten sollen, zu unserer Hochzeit einzuladen, wen sie gerne einladen möchte?«

»Natürlich nicht«, zeigte Anne sich verständnisvoll und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. »Ich kann mich besser in sie hineinversetzen, als du denkst. So eine Hochzeit ist das größte und bedeutendste Ereignis im Leben einer Frau. Wieso sollte sie also nicht versuchen, diesen Tag so schön wie möglich zu gestalten, mit Menschen, von denen sie meint, sie unbedingt dabeihaben zu müssen …«

Sie sagte noch sehr viel mehr Kluges und Vernünftiges und erlag nicht der Versuchung, Thea zu kritisieren oder gar bei Paul anzukreiden. Doch gerade diese vernünftige und verständnisvolle Art war es, die Paul schmerzte.

So war Anne nun einmal nicht, wusste er. So war sie nie gewesen. Und wenn sie plötzlich jede Entscheidung von Thea guthieß, dann bewies sie ihrem Bruder damit lediglich, wie sehr sie sich beherrschte.

»Arbeitest du an einem neuen Projekt?«, fiel er ihr irgendwann ins Wort.

Sie verstummte schlagartig, zwinkerte leicht und erwiderte knapp: »Nein. Die Sache mit Südamerika habe ich vorläufig auf Eis gelegt.«

»Wieso?«

Anne zuckte vage mit den Schultern, eine Geste, die alles Mögliche bedeuten konnte.

»Ach, die Fotos waren nicht so berauschend, die ich auf der Reise gemacht habe. Ich hatte andere Vorstellungen, als ich mit der Arbeit anfing.«

Dann schwiegen sie beide eine Weile. Schließlich erhob Paul sich und ging einige Male im Esszimmer hin und her, die Hände in den Hosentaschen, den Kopf gesenkt.

»Ist alles in Ordnung bei euch?«, wollte er dann wissen.

Anne hob die dichten, dunklen Augenbrauen.

»Wie bitte?«

»Ob alles bei euch in Ordnung ist«, reagierte er etwas ungeduldig. »Zwischen dir und Erik.«

»Natürlich«, antwortete sie, ohne zu zögern und ohne mit der Wimper zu zucken, was ihm verriet, dass sie nicht die Wahrheit sagte. »Warum fragst du?«

»Erik sieht nicht wohl aus. Ist er krank?«

»Nicht, dass ich wüsste.« Annes Stimme bekam etwas Lakonisches.

»Er macht auf mich irgendwie einen elenden Eindruck«, gab Paul zurück. »Als ob er kränkelt.«

Anne lächelte leicht. »Das liegt bestimmt daran, dass er gestern Abend noch mit ein paar Freunden um die Häuser gezogen ist«, meinte sie leichthin. »Die Männer finden dann nie ein Ende.«

»Hm«, machte Paul nur. Er blieb stehen und betrachtete seine Schwester lange. »Ist wirklich alles in Ordnung?«, fragte er dann noch einmal, und wieder erwiderte Anne mit diesem leichten, schwebenden Lächeln, das ihn wohl in Sicherheit wiegen sollte: »Aber ja! Mach dir um uns keine Sorgen. Wir sind eben ein ›altes Liebespaar‹, seit einer Ewigkeit verlobt, und offensichtlich will keiner von uns entscheiden, was als Nächstes mit uns geschehen soll. Wir wagen nichts mehr. Das habt ihr, Thea und du, uns voraus.«

Da mussten sie beide plötzlich lachen, umarmten sich noch einmal und hielten sich einen kurzen Moment lang aneinander fest, als hätten sie Angst, sich endgültig zu verlieren oder doch zumindest sehr weit voneinander zu entfernen.

Dabei wusste zumindest Anne, dass das schon längst geschehen war.

***

Am Morgen nach ihrer Ankunft in der Villa Renfordt, hoch über der Elbe gelegen und mit einem wundervollen Blick auf den Fluss, der sich hier träge und grau dahinwälzte, machte Anne als Erstes in aller Frühe einen ihrer langen Spaziergänge, an denen Erik sich grundsätzlich nicht beteiligte.

Sie stand wohl eine Minute lang neben dem Bett, das sie miteinander während ihres Besuches hier teilten, blickte auf Erik herab und war dabei so still und ernst, wie sie wohl kaum jemand kannte.

Anne, in einer leichten, weit geschnittenen Hose aus olivgrünem Leinen und einer weißen, ärmellosen Seidenbluse, sah Erik an, wie er dalag und schlief, tief und fest, als gäbe es nichts, worüber man sich sorgen müsste.

Anne war achtundzwanzig, vor zehn Jahren hatte sie sich in Erik verliebt. An ihrem einundzwanzigsten Geburtstag hatten sie sich verlobt und galten lange vor Paul und Thea als die allerersten Anwärter auf eine große Hochzeit.

Doch Jahr für Jahr war ereignislos verstrichen, und inzwischen sprach man Anne kaum noch auf die längst überfällige Heirat an. In ihrem Familien- und Freundeskreis hatte man sich an die »ewigen Verlobten« gewöhnt, so, wie man sich im Laufe der Zeit an alles gewöhnte.

Erik war gutmütig, etwas langweilig, sehr friedfertig und nett. Auf eine gewisse Art war er attraktiv mit seinem markanten Gesicht, in dem besonders das energische Kinn auffiel. Leider täuschte es, denn Erik, so hatte Anne irgendwann festgestellt, war überhaupt nicht energisch oder gar entschlossen. Er wich nicht nur liebend gern allen Konflikten aus, sondern grundsätzlich auch jeder Entscheidung.

Ja, er blieb in allem zu unentschlossen, zögerlich, abwartend, passiv. Anne wusste, dass es inzwischen genau diese Eigenschaften waren, die sie an ihm am meisten geärgert und sie schließlich gleichgültig hatten werden lassen.

Sie wandte sich ab. Leise klappte die Schlafzimmertür hinter ihr zu. Dieses Geräusch hatte etwas Endgültiges. Sie wusste es nur noch nicht.

Noch auf der Treppe zum Erdgeschoss des Hauses war Anne bereits klar, dass gestern am späten Abend und heute in aller Frühe weitere Gäste angekommen sein mussten. Drei junge Mädchen rannten in der Halle aufgeregt kichernd an ihr vorbei, ohne sie zu beachten.

Die Brautjungfern, dachte Anne etwas wehmütig, straffte dann aber sofort die Schultern und schüttelte dieses Gefühl ab. Es war sinnlos, Dingen nachzutrauern, die man nicht ändern konnte …

Ein weiterer Schwarm Mädchen kam nun die Stufen von der Küche, die im Souterrain lag, heraufgestürmt, eines blieb vor Anne stehen und stieß atemlos hervor: »Wissen Sie, ob er schon da ist?«

»Haben Sie ihn vielleicht gesehen?«, fügte ein anderes Mädchen aufgeregt hinzu, und unwillkürlich musste Anne lachen.

»Wen denn? Wen soll ich gesehen haben?«

»Na, den Cousin. Der aus Übersee anreist.«

»Sie hat uns ein Foto von ihm gezeigt, und er sieht fantastisch aus, wie Robbie Williams, finde ich … Also, haben Sie ihn schon getroffen?«

Das musste Anne zur großen Enttäuschung der Mädchen verneinen, aber die Wahrheit tat ja immer etwa weh. Im Übrigen wusste sie nicht einmal, von wem hier eigentlich die Rede war.

Sie wollte das Haus gerade durch eine Hintertür verlassen, als Paul, der durch diese Tür hereinkam, fast mit ihr zusammenstieß.

»Du bist schon auf? Waren wir zu laut? Ich hab Thea gewarnt. Alle werden gleichzeitig ankommen, hab ich zu ihr gesagt, aber sie wollte es ja nicht glauben. Nun sind fast alle da, und wir wissen nicht, um wen wir uns zuerst kümmern sollen«, erzählte er hastig.

Anne legte ihm kurz ihre Hand ans Gesicht.

»Reg dich nicht auf! Ich bin in einer halben Stunde zurück, dann helfe ich euch. Wann müssen wir auf dem Standesamt sein?«

»Um elf. Ich hoffe, Theas Trauzeuge trifft pünktlich ein. Hast du ihn vielleicht gesehen?«

»Ich bin bis hierher noch keinem einzigen männlichen Wesen begegnet«, belächelte Anne die Nervosität ihres Bruders. »Außerdem weiß ich ja gar nicht, nach wem ich Ausschau halten sollte.«

Aber Paul hörte ihr schon nicht mehr zu, sondern eilte weiter, im wahrsten Sinne mit fliegenden Hemdzipfeln.

***

Aus allen Himmelsrichtungen strömten die Hochzeitsgäste nach Övelgönne. Die große Villa Renfordt war bestens auf diesen Ansturm vorbereitet. Thea und Paul standen unter der Girlande aus Eichenlaub und weißen Rosen in der offenen Eingangstür und nahmen ihre Gäste in Empfang.

Das Haus füllte sich zusehends, Auto um Auto kam die Auffahrt im Schritttempo in den Innenhof gefahren, und der leichte Sommerwind wehte den Duft unterschiedlichster Parfüms über den Garten und den sich anschließenden Park davon.

Die wenigsten Gäste würden das Brautpaar und deren Trauzeugen zur Zeremonie auf dem Standesamt begleiten. Das wichtigste Ereignis würde am späten Nachmittag die kirchliche Trauung sein. Danach hatte man einen offiziellen Empfang für all jene vorbereitet, die nicht zur Familie gehörten und sich rasch wieder verabschieden würden.

Natürlich würden Reden gehalten, Geschenke überreicht, Liebenswürdigkeiten ausgetauscht und zahlreiche Toasts auf das junge Paar ausgebracht werden – währenddessen zog die endlose Karawane der Hochzeitsgäste ins »Zollenspieker Fährhaus«, ein Nobelrestaurant an der Elbe, um dort endlich Hochzeit zu feiern.

Ganz nebenbei wurde pausenlos Theas großartige Organisation gelobt, von den Blumendekorationen bis hin zu den Farben der Servietten sprach man in einer so ausdauernden Bewunderung, als handelte es sich um ein kulturelles Großereignis.

Anne mochte es schließlich gar nicht mehr hören. Ihr Gesicht bekam zunehmend etwas Verkniffenes, und Erik, im nachtblauen Anzug, eigens für ihn angefertigt, die Augen versteckt hinter einer Sonnenbrille, bemerkte etwas spöttisch auf dem Weg zum Standesamt: »Guck nicht so, Anne, das macht dich mindestens fünf Jahre älter.«

Nur die Tatsache, dass sie in diesem Augenblick ihr Ziel erreicht hatten, ersparte Erik eine heftige Reaktion.

Immerhin, es lief nicht alles nur glatt und mühelos. Theas Trauzeuge ließ auf sich warten. Schlimmer noch, er kam gar nicht. Thea, ganz in ein roséfarbenes, einem Sarong ähnliches Gewand gewickelt, war nach zwanzig Minuten ergebnislosen Wartens den Tränen nahe, und nur zu gern hätte Anne jetzt mit Häme und Schadenfreude reagiert. Jedoch, es wollte ihr nicht gelingen. Stattdessen tat Thea ihr in diesem Moment ziemlich leid.

Nachdem sie zwei andere Paare vorgelassen hatten, drängte die Standesbeamtin zur Eile. Paul und Thea waren nun mit der Trauung an der Reihe, und zum Glück war Cousine Claire aus Johannesburg zur Stelle, um als Trauzeugin einzuspringen: Claire konnte als Einzige von allen, die das Paar zum Standesamt begleiteten, ein gültiges Dokument vorlegen, das sie als passende Trauzeugin auswies.

Anne blieb merkwürdig unbeteiligt während der Zeremonie im Standesamt, sie zählte die Knöpfe am Kleid von Theas Mutter, die nun Pauls Schwiegermutter sein würde.

Als das Paar die Eheschließung besiegelt hatte und sich küsste, applaudierten alle.

Fast wie im Kino, fand Anne. Erik, der neben ihr saß, gähnte verstohlen und sah immer wieder auf seine Uhr. Anne wusste, dass er sich langweilte.

Theas Vater versuchte, nach der kleinen Trauungszeremonie eine Rede zu halten. Er sprach stoßweise, als hinkten seine Worte immer hinter seinen beflügelten Gedanken hinterher und könnten sie doch nie einholen. Alle litten mit ihm, um jedes seiner Worte bangend.

Paul machte dem Ganzen ein rasches Ende, indem er zur Eile drängte, denn schließlich galt es, in die Villa in Övelgönne pünktlich zu einem kleinen Lunch zurückzukehren, um sich für den weitaus strapaziöseren Nachmittag zu stärken.

Also setzte sich die Karawane wieder in Bewegung und fuhr zurück zur Villa Renfordt, Anne und Erik direkt hinter dem Wagen des frisch verheirateten Paares. Sie starrte mit zusammengekniffenen Lippen strikt auf die Straße, als wäre sie die Strecke noch nie gefahren und blinzelte nur einige Male ein paar Tränen weg, die sich hervorwagen wollten.

»Geht’s dir gut?«, fragte Erik irgendwann, aber nicht wirklich interessiert, und sie antwortete mit spröder Stimme: »Natürlich. Was denn sonst?«

»Ich dachte nur«, gab er zurück und schloss die Augen.

***

Nach der kirchlichen Trauung und dem anschließenden kleinen Empfang für die Geschäftsfreunde sowie ein halbes Dutzend verdienter Angestellten der Firma folgte das Brautpaar den vorausgefahrenen Gästen ins Fährhaus an die Elbe.

Hier hatte Anne, in Vertretung von Paul und Thea, die Organisation übernommen, sorgte dafür, dass jeder den richtigen Platz fand, dass die Kinder an den kleinen Tischen saßen, und besprach mit den Leuten vom Catering noch einmal Punkt für Punkt den Ablauf des Dinners.

Dann war das Brautpaar endlich da und nahm unter herzlichem Beifall aller Anwesenden seine mit Blumen geschmückten Plätze ein.

Paul hielt eine kleine, launige Rede, der sich Theas Vater anschloss, und als alle meinten, nun endlich mit dem Essen anfangen zu können, da schlug Annes Stunde: Sie erhob sich, bat um Aufmerksamkeit und hielt aus dem Stegreif eine Ansprache – vor allem auf ihren Bruder – die den Gästen die Tränen in die Augen trieb.

Thea lauschte die ganze Zeit mit unbeweglichem Gesicht, doch auch sie durfte sich schließlich entspannt zurücklehnen, denn Anne ging nicht so weit, Thea in ihrer Rede unerwähnt zu lassen. Sie pries Thea als Ehefrau und zukünftige Mutter aller kleinen Renfordt-Erben in den höchsten Tönen und heimste den meisten Beifall in der Reihe der Redner an diesem Tag ein.

Erik wartete, bis sie sich wieder gesetzt hatte, dann beugte er sich zu ihr und murmelte: »Kluger Schachzug, Anne. Damit hast du allen den Wind aus den Segeln genommen, die immer noch meinten, du könntest Thea nicht ausstehen.«

»Womit alle durchaus recht haben«, gab Anne kaum hörbar zurück, und er grinste belustigt.

»Aber du hast mit dieser Rede Thea gewissermaßen schachmatt gesetzt. Sie kann jetzt gar nicht mehr wagen, etwas Boshaftes über dich verlauten zu lassen. Das würde ihr keiner glauben.«

Getanzt wurde in einem riesigen Raum, der wie ein Audienzsaal wirkte mit seiner hohen Stuckdecke und den zahlreichen Spiegeln, den zwei- und dreisitzigen Sofas entlang der Tanzfläche, allesamt mit mintfarbigem Brokat bezogen. Daneben standen kleine Tische mit Marmorplatten, zwei Konzertflügeln und es gab mindestens ein Dutzend Kronleuchter, deren funkelnde kristallene Behänge Anne die ganze Zeit irgendwie an erstarrte Tränen erinnerten.

Vier große Glastüren führten auf die Terrasse, von der aus man direkt auf die Elbe blicken konnte, und da das Wetter es gut mit dem Hochzeitspaar meinte, strömte die Sonne über den blanken Parkettboden herein, dessen dunkles Holz schimmerte.

***

Nach dem Essen eröffnete das Brautpaar mit einem traditionellen Walzer den Tanz, und wenig später drehten sich unzählige Paare nach schwungvoller Musik auf dem Parkett. Und immer wieder geschah es, dass Anne im Vorübergehen oder Vorübertanzen Gesprächsfetzen aufschnappte, die sich allesamt irgendwie ähnelten: »… hat gesagt, er kommt wahrscheinlich überhaupt nicht mehr …«

»… aber Thea hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er …«

»Ich hab gleich gewusst, dass alles nur ein Gerücht ist! Wieso sollte er ausgerechnet zu dieser Hochzeit kommen? Ich meine, er kann seine Verwandtschaft sowieso nicht ausstehen!«

»… aber hast du schon gesehen, wie viele seiner alten Affären hier versammelt sind …«

»Von wem ist eigentlich dauernd die Rede?«, fragte Anne irgendwann einen ihr unbekannten jungen Mann, mit dem sie bereits zum dritten Mal über das Parkett schwebte.

»Theas Cousin«, erwiderte er lachend. »Nick Svendson. Er war ihr Trauzeuge, aber …«

»… er kam nicht«, ergänzte Anne vorwurfsvoll, und wieder lachte ihr Tänzer.

»Ja, ja, so ist er eben, der gute, alte Nick. Niemals pünktlich, doch immer in irgendwelche Amouren verwickelt. Die Herzen, die er im Laufe der Jahre gebrochen hat, kann man schon nicht mehr zählen. Und ich möchte behaupten, dass zwei Drittel aller jüngeren, attraktiveren Frauen heute nur seinetwegen hier sind. Theas weibliche Gäste wären höchstwahrscheinlich nicht in solchen Scharen zu dieser Hochzeit gekommen, wenn Nick Svendson nicht auf der Gästeliste gestanden hätte. Ich vermute mal, dass eine allgemeine Hysterie ausbrach, als das publik wurde.«

Ehe Anne darauf antworten konnte, tauchte plötzlich aus dem Gedränge Paul neben ihr auf und bat sie, mitzukommen. Er nickte ihrem Tänzer freundlich zu und meinte: »Ich nehme Anne mal mit auf die Runde, damit sie noch ein paar Leute aus Theas Verwandtschaft kennenlernt.«

Paul zog sie mit sich, zuerst hinaus aus dem Saal, dann durch das Foyer und schließlich in einen kleineren Raum, wo, gegen einen Konzertflügel gelehnt, ein Mann im Gespräch mit Thea stand.

»Nick«, sagte Paul nur.

Der Mann drehte sich um, und Anne dachte unwillkürlich: Wie groß er ist! Wie braun gebrannt und dunkelhaarig! Ehe sie sich es versah, stand sie ihm gegenüber und reichte ihm die Hand, die in der seinen verschwand.

»Ach, das ist Pauls Schwester Anne«, stellte Thea indes lapidar vor. »Schön, dass ihr zu uns kommt. Drüben ist es einfach zu laut für … für alles«, fügte sie lachend hinzu, als ihr das passende Wort nicht einfallen wollte.

Paul wollte wissen: »Seit wann bist du denn schon hier, Nick?«

»Ach, das ist eine lange Geschichte«, antwortete Thea für den jungen Mann und zog eine kleine Grimasse.

Paul wollte rauchen und bot Zigaretten an. Anne, ganz gegen ihre Gewohnheit, nahm eine, dann lehnte sie sich gegen den Flügel, und während sie den ersten Zug machte, rief von irgendwo eine sehr laute, grelle Stimme: »Ah, bist du schließlich doch noch gekommen!«

Es war eine von Theas Cousinen, hinter sich weitere junge Frauen in einem Pulk, und sie ging geradewegs auf Nick zu und schwenkte dabei ihren weiten Seidenrock, sodass er Anne im Vorbeigehen streifte, während ihre seidene Bluse noch etwas mehr von ihrem großzügigen Dekolleté preisgab.

Vor Nick Svendson blieb die junge Frau schließlich stehen und funkelte ihn mit herausforderndem Lächeln an.

»Du bist zurück und hast dich noch nicht bei mir gemeldet?«

»Hätte ich das müssen?«, entgegnete der junge Mann liebenswürdig mit einer Stimme, so tief wie eine dunkle Glocke. Eine Stimme, die es nicht nötig hatte, laut zu werden, und deren erste Wirkung auf Anne verblüffend war, denn es überlief sie plötzlich eine leichte Gänsehaut.

Doch das konnte natürlich auch an dem kühlen Luftzug liegen, der plötzlich durch alle weit geöffneten Türen hereinwehte. Regen hatte eingesetzt, während über der Elbe Donner grollte.

»Regen am Hochzeitstag«, stellte Nick fest. »Das ist ein gutes Zeichen. Paul und Thea, ihr werdet bis ans Ende eurer Tage glücklich und zufrieden sein.« Dann wandte er sich an Anne: »Wollen wir auf die Terrasse gehen?«

Und alle strömten mit Nick auf die Terrasse hinaus, die Menge, die sich um ihn drängte, schien zusehends zuzunehmen.

Anne wurde in dem Gewühl von Paul und auch von Nick weggeschwemmt wie von einer großen Woge. Ihr war auf einmal kalt. Kühl legte sich die feuchte Abendluft auf ihre Schultern, sodass sie sich umdrehte, um ins Haus zurückzukehren.

Diese Entscheidung kam gerade zur rechten Zeit, denn ein junges Mädchen hatte offenbar bereits länger nach ihr gesucht, und als es sie nun entdeckte, kam es durch das Gedränge auf sie zu.

»Frau Renfordt? Anne? Sie müssen schnell kommen! Ihr Verlobter fühlt sich gar nicht wohl. Er ist draußen im Garten, auf der anderen Seite des Hauses …«

Anne kehrte mit einem Ruck allen und allem auf der Terrasse den Rücken und machte sich eilig auf den Weg zu Erik.

***

Erik hatte sich übergeben und hockte zusammengekauert auf der niedrigen Gartenmauer, das bleiche, schweißbedeckte Gesicht in den Händen vergraben, während er von Zeit zu Zeit schmerzvoll stöhnte. Jemand stand bei ihm und hielt ihm ein feuchtes Tuch gegen die Stirn, eine gut gemeinte Maßnahme, die aber wenig nützte, wie Anne aus Erfahrung wusste.

Sie beugte sich zu Erik herab.

»Ich bringe dich in die Villa«, sagte sie sofort und griff nach seiner eiskalten Hand. »Hier holst du dir den Tod.«

Erik erhob sich taumelnd, sank jedoch gleich wieder auf die Mauer zurück.

»Er hat wie wild alles durcheinandergetrunken«, sagte der junge Mann und reichte ihr das Tuch, erleichtert, dass er nicht länger den Samariter spielen musste. »Als ich ihn das letzte Mal im Saal sah, kippte er gerade einen doppelten Wodka herunter.«

Und damit gesellte er sich wieder zu den Hochzeitsgästen.

Anne sank neben Erik auf die kalten Steine und legte ihren Schal um ihn.

»Du hast zu viel getrunken«, stellte sie ohne jeden Vorwurf, sondern lediglich sachlich fest. »Und es ist nicht neu für uns beide, dass du keinen Alkohol verträgst. Warum tust du das? Bleib hier sitzen, während ich das Auto hole. Im Moment weiß ich nicht einmal, wo ich es geparkt habe. Beweg dich nicht weg von hier, okay? Ich bin sofort wieder zurück.«

»Kann ich helfen?«

Anne blickte überrascht auf und erkannte Nick Svendson. Aber ihr Zögern währte nur kurz. Die Situation war nicht geeignet, Unterstützung von anderer Seite abzulehnen.

»Ja, danke«, sagte sie nur, und aus irgendeinem Grund brach ausgerechnet Erik in diesem Augenblick in kicherndes Gelächter aus, das allerdings in einem weiteren Stöhnen endete.

»Kommen Sie«, forderte Nick Svendson freundlich und entschlossen zugleich. »Ich helfe Ihnen. Wollen Sie schon einmal den Wagen holen?«

Das galt Anne, die sofort über den nassen Rasen davonrannte, um ihr Auto in der Menge der parkenden Wagen vor dem Fährhaus zu suchen.

***

Nick Svendson war ein Mensch, für den es unlösbare Probleme und unüberwindbare Schwierigkeiten nicht zu geben schien. Er benötigte nicht einmal Annes Hilfe, um Erik auf dem Rücksitz ihres Wagens unterzubringen. Schließlich breitete er noch eine Decke, die er von irgendwo herbeigezaubert hatte, über Erik aus, setzte sich dann wie selbstverständlich ans Steuer, und als Anne etwas sagen wollte, meinte er nur: »Ich kenne den Weg zur Villa.«

Die Nacht war kühl und mondlos. Nick fuhr sicher und gleichzeitig schnell. Er kannte den Weg tatsächlich, überhaupt schien er ganz Hamburg zu kennen, denn er verfuhr sich kein einziges Mal, und so erreichten sie nach einer knappen halben Stunde die Villa in Övelgönne.

Gemeinsam gelang es ihnen, Erik die Treppe hinauf und ins Schlafzimmer zu bringen, wo er mit einem Seufzer auf das Bett fiel und sofort schlief.

»Können wir ihn alleine lassen?«, fragte Nick halblaut, während er Anne zusah, wie sie Erik zudeckte. Sie hob nur kurz den Kopf, um ihn anzuschauen und dann einen Blick über die Schulter zurück auf Erik zu werfen.

»Selbstverständlich«, erwiderte sie schließlich beinahe schroff. »Glauben Sie mir, ich kenne mich damit aus.« Und dann, leiser und friedfertiger: »Danke für Ihre Hilfe. Alleine wäre es doch etwas … anstrengend gewesen.«

Er öffnete ihr die Tür und ließ sie auf den Flur hinaustreten. Dann, während sie nebeneinander die Treppe zur Halle hinuntergingen, blieb Nick kurz stehen und sagte: »Sie sehen erschöpft aus. Wollen wir einfach mal in Theas Küche nachsehen, ob wir da etwas Schönes zu essen finden?«

Annes Gesicht wurde heller. »Ich weiß, wo Paul seinen besten Rotwein versteckt.«

Er lachte auf. »Gut, dass er davon keine Ahnung hat …«

Das große Haus war wie von einem großen Besen leer gefegt, in allen Räumen und Stockwerken herrschte eine solche Stille, dass Anne irgendwann wie befreit aufseufzte.

Sie, die hier schließlich bis vor ein paar Jahren zu Hause gewesen war, fühlte sich nun schon wieder ganz erholt und sicher. Sie ging im Erdgeschoss in ein Badezimmer, um sich die Hände und das Gesicht zu waschen, dann eilte sie über die kleine Treppe in die Küche im Souterrain.

Hier hatte Nick inzwischen Kerzen angezündet, die Rotweinflasche geöffnet, Gläser auf den Tisch gestellt und eine Käseplatte dazu. Als Anne den Mund öffnete, um etwas zu sagen, wehrte er bescheiden ab: »Danken Sie nicht mir, sondern meiner Cousine Thea. Sie hat immer noch die Angewohnheit, weit vorauszuplanen.«

»Ich nehme an, das ist der Käse für das Frühstück morgen.«

Er nickte lächelnd und rückte ihr einen Stuhl zurecht, damit sie sich setzen konnte.

Das Kerzenlicht warf einen matten, kupfernen Glanz auf ihre Gesichter, während sie mit dem Rotwein anstießen. Dann aßen sie den Käse und etwas Obst, tranken ein zweites Glas Wein, völlig in sich ruhend alle beide, die meiste Zeit schweigend, zufrieden, ohne jedes Unbehagen.

Irgendwann in dieser für Anne gänzlich neuen ruhigen Heiterkeit und Gelassenheit begannen sie, miteinander zu reden.

»Es war eine wunderschöne Hochzeit.«

»Ja, schade, dass ich nicht pünktlich hier sein konnte! Aber ich musste in Kopenhagen zwischenlanden, weil das Flugzeug Öl verlor.«

»Sie kommen aus Dänemark?«

»N

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