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HISTORICAL BAND 317

SOPHIA JAMES

Verbotene Nächte mit dem Lord

„Ich möchte Sie um einen Gefallen bitten, Lord Hawkhurst.“ Wie vom Donner gerührt starrt Stephen die engelsgleiche Schönheit an, die ihn eben am Rand einer Klippe aufgespürt hat. Nur zu gern lässt er sich aus seinen düsteren Grübeleien reißen. Doch dann erfährt der charmante Spion der Krone, wer die betörende Unbekannte wirklich ist und was genau sie von ihm will ...

MICHELLE KELLY

Liebesflucht nach Glendir Castle

Atemlos schmiegt Lady Amelia sich an Jaspers breite Brust. Sie spürt, dass der wilde Lord of Glendir ihr ungeahnte Wonnen schenken kann. Die hübsche Schottin ist entschlossen, sich ihm hinzugeben – bevor sie in eine graue Zukunft als Gouvernante flüchtet. Doch sie hat weder mit Jaspers Ritterlichkeit gerechnet noch mit der Rache ihres verschmähten Verlobten ...

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Verbotene Nächte mit dem Lord

1. KAPITEL

England, Juni 1855

Stephen Hawkhurst, Lord of Atherton, spürte, wie der salzige Wind Taylor’s Gap die Klippe zum Meer emporwehte. Er runzelte die Stirn, als er die Brise einatmete. Nur ein hölzernes Geländer trennte ihn vom Jenseits.

Es wäre so einfach, es zu beenden, einfach loszulassen und sich ins Nichts fallen zu lassen. Er drückte fester und spürte, wie das Geländer nachgab und ein paar Steine den Abhang hinab in die Tiefe stürzten.

„Wenn Sie springen, sollten Sie nach Möglichkeit genau zwischen dem Felsen und der Klippe landen“, ertönte eine Stimme hinter ihm und eine kleine, behandschuhte Hand deutete nach unten. „Wenn Sie zu weit nach links driften, werden Sie von den Büschen dort abgebremst und ein solcher Aufprall würde sie nur verkrüppeln. Nach rechts wäre die bessere Lösung, denn der Felsen wird Sie abfangen, bevor Sie dort ins Meer fallen. Wenn Sie allerdings ein guter Schwimmer sind …“ Sie hielt inne.

Hawk erstarrte und drehte sich zur Seite. Neben ihm stand eine Frau, deren gesamtes Gesicht von einem schwarzen Schleier verdeckt wurde. Ihre Kleidung war schwer und praktisch. Eine Geschäftsfrau womöglich? Oder die Tochter eines Händlers? Bei Gott, was war das für ein Zufall? Sie waren meilenweit von allem Leben entfernt und hier stand sie: die Stimme der Vernunft.

„Wie kommen Sie darauf, ich würde nicht nur die Aussicht genießen.“ Der Ärger in seiner Stimme war unangebracht und er verhielt sich Damen gegenüber sonst nur selten unhöflich. Doch diese Dame war alles andere als eingeschüchtert.

„Dann sieht man für gewöhnlich zum Horizont, Sir. Die Sonne geht gerade unter und Sie hätten ihr Augenmerk auf diesen Anblick gerichtet.“

„Dann bin ich vielleicht müde?“

„Wären sie erschöpft, würden sie schwerfällig gehen und Ihre Schuhe wären nach einer großen Anstrengung mit Staub bedeckt.“ Sie senkte den Kopf, um hinunterzusehen. Stephen stellte sich ihre Zufriedenheit angesichts seiner neuen, schwarz glänzenden Reitstiefel vor. Er wünschte, sie würde sich umdrehen und gehen, aber sie stand schweigend und abwartend da und atmete ruhig und gleichmäßig.

Er betrachtete die umliegenden Wege und sah niemanden. Sie war also allein. Wie ungewöhnlich für eine Dame, ohne Begleitung unterwegs zu sein. Er fragte sich, wie sie hierhergekommen war und wohin sie sich wenden würde.

Im Daumen ihres rechten Handschuhs war ein Loch und ein nicht polierter Nagel war bis auf das Nagelbett angebissen. Der Hut, den sie trug, verbarg ihr Haar völlig, obwohl eine Locke leuchtend roten Haars sich gelöst hatte und über ihrer dunklen Kleidung lag wie Rubine über einer Kohleschicht. Unter einem schweren Parfum ahnte er den leichten, frischen Duft von Veilchen.

„Als kleines Mädchen bin ich oft mit meiner Mutter hier gewesen und sie stand einfach nur hier, wo ich jetzt stehe, und sprach davon, was in den verschiedenen Richtungen, auf die ich deutete, hinter dem Meer lag.“ Sie sagte dies, nachdem sie eine Weile geschwiegen hatten. Es gefiel ihm, dass sie nicht jeden Augenblick mit Geplapper zu füllen versuchte. „In dieser Richtung liegt Frankreich, dort Dänemark. Und tausend Meilen nord-östlich würde ein Boot an der felsigen Küste des norwegischen Königreichs zerschellen.“

Sie sprach mit einem leichten Akzent, obwohl Hawk den Tonfall nicht genau einordnen konnte. Der Gedanke überraschte ihn, denn er war ein Meister darin, das zu erkennen, was die Leute zu verbergen suchten. Schließlich war das sein Beruf.

„Wo ist Ihre Mutter jetzt?“

„Oh, sie hat England vor vielen Jahren verlassen. Sie ist Französin, verstehen Sie, und mein Vater hatte nicht das Bedürfnis, ihr das Reisen zu verbieten.“

Sein Interesse war sofort geweckt und er trat einen Schritt zurück. „Er hat sie also nicht begleitet?“

„Papa liebt Bücher und Poesie. Im Gegensatz zu ihr lag seine Vorstellung von einem glücklicen Leben im Häuslichen und er behauptete, ein größeres Abenteuer als eine Bibliothek voller Bücher könne er sich nicht vorstellen.“

„Die Abenteurerin und der Gelehrte? Eine interessante Verbindung. Welcher Elternteil ist Ihnen lieber?“ Die Frage kam aus dem Nichts, denn Stephen hatte sie ganz sicher nicht stellen wollen, aber die Dame hatte einen Charme, der … ungewöhnlich war. Es war lange her, dass er sich mit jemandem so lebendig gefühlt hatte.

Mit einer Hand fuhr sie sich übers Gesicht und zog den Schleier dichter an ihre Wange. Im schrägen Licht des Sonnenuntergangs konnte er eine fein geschnittene Nase erkennen. „Keiner“, erwiderte sie. „Um genau das zu tun, was man tun möchte, braucht man eine gewisse Menge an Freizeit, die ich nicht habe.“

„Weil Sie den ganzen Tag damit beschäftigt sind, die umfangreiche Bibliothek Ihres Vaters neu zu ordnen?“ Er musste lächeln.

„Wir alle haben eine Geschichte, Sir, obwohl Ihre Vermutungen ebenso an der Wahrheit vorbeigehen wie jegliche Geschichte, die ich mir über Sie ausdenken könnte.“

„Was würden Sie über mich sagen?“

„Ich würde sagen, dass Sie ein Mann sind, der andere anführt, obwohl nur wenige Sie wirklich kennen.“

Diese Aussage traf ihn bis ins Mark, denn sie hatte recht. Er zeigte anderen Menschen nur selten, wer er wirklich war.

Aber sie war noch nicht fertig. Sie nahm seine Hand, drehte die Handfläche nach oben und fuhr die Linien mit dem Finger nach. Stephen wollte sie zurückziehen, fort von all den Dingen, die sie sehen oder auch nicht sehen mochte.

„Sie haben eine hohe Falsettstimme, wenn Sie singen, trinken selten hochprozentigen Alkohol und wetten niemals bei den Neujahrsrennen in Newmarket.“

Ihre Stimme klang amüsiert und er atmete erleichtert auf. „Sie haben recht. Sie sollten einen Stand auf dem Leadenhall Market eröffnen.“

„Es ist eine Gabe, Sir“, erwiderte sie und neigte den Kopf, als schätzte sie ihn genau ab. Wie ein Naturforscher ein Insekt beobachtete, bevor er es mit der Nadel aufspießte. Etwas an ihrer Ruhe machte ihn nervös. Er bemühte sich, den Rest ihres Gesichts hinter dem Schleier zu erkennen.

„Wie heißen Sie?“ Plötzlich wollte er genau wissen, wer sie war und woher sie kam. Zufälle gab es nur selten. Zumindest das hatte ihn sein Beruf gelehrt.

„Aurelia, Mylord“, antwortete sie und sprach seinen Titel mit einem neuen Tonfall aus, einem Tonfall, den er nur zu gut kannte. Sie nannte keinen Nachnamen.

„Also wissen Sie, wer ich bin?“

„Viele Menschen haben mir von Ihnen erzählt.“

„Und das Gerede von Fremden birgt natürlich immer nur die Wahrheit.“

„Meiner Erfahrung nach verbirgt sich unter dem ausgeschmückten Geschwätz meist ein Körnchen Wahrheit. Es heißt, Sie verbringen viel Zeit außerhalb Englands und seiner feinen Gesellschaft?“

„Ich langweile mich schnell.“

„Oh, das bezweifle ich sehr.“

„Und ich bin rasch enttäuscht.“

„Das würde erklären, warum Sie hier bei Taylor’s Gap sind.“

Er atmete heftig aus. Plötzlich kroch der Gedanke an Erpressung in ihm hoch.

Sie blickte ihn direkt an und hob ihren Schleier. Das erste, was er sah, waren Sommersprossen, die auf ihrem Nasenrücken verteilt waren. Dann bemerkte er, dass ein Auge blau und das andere dunkelbraun war. Ein Engel mit einem Makel!

„Es war ein Unfall. Eine Blutung. Ich bin vom Pferd gefallen, als ich noch ein Kind war, und habe mir den Kopf angestoßen.“ Sie erklärte dies in einem Ton, als habe sie es schon oft gesagt.

Sie war so blass, dass man das Blut in ihren Adern durch die Haut hindurch sehen konnte. Zart wie die Flügel eines Schmetterlings. Er wollte sich nach vorne beugen und sie berühren, aber etwas in ihren Augen hielt ihn davon ab. Er kannte diesen bittenden Blick, denn er war so reich, dass nur wenige der Versuchung widerstanden, an seine Großzügigkeit zu appelieren.

Aber von ihr hatte er das nicht erwartet. Die Enttäuschung durchbohrte ihn, als sie nun wieder zu sprechen begann.

„Ich möchte Sie um einen Gefallen bitten, Lord Hawkhurst.“

„So, tatsächlich.“

„Ich habe eine Schwester, Leonora Beauchamp, die sowohl jung als auch schön ist, und ich möchte, dass sie einen Mann heiratet, der gut für sie sorgt.“

Als er begriff, was sie gesagt hatte, wurde er wütend. „Ich bin nicht auf der Suche nach einer Gemahlin, Ma’am, gleichgültig, was Sie über diese Begegnung erzählen werden.“

Ihre Stimme zitterte, als sie weitersprach. „Ich bitte Sie nicht, sie zu heiraten. Ich bitte Sie nur, Leonora zu dem Ball einzuladen, den Sie nächste Woche in ihrem Stadthaus geben. Ich werde sie begleiten. Ein Tanz sollte genügen, vielleicht auch zwei, wenn es Ihnen recht wäre. Danach, das verspreche ich Ihnen, werden sich unsere Wege nie wieder kreuzen.“

Sein Ärger ließ etwas nach. „Wohin soll ich die Einladung schicken?“

„Braeburn House in der Upper Brook Street. Jeder Lieferjunge kennt die Adresse.”

„Wie alt ist Ihre Schwester?“

„Achtzehn.“

„Und Sie?“

Sie antwortet nicht und ihm wurde das Herz schwer, als er auf sie hinabblickte. „Also sind Sie Aurelia Beauchamp?“

Ihr Kopfschütteln überraschte ihn. „Nein, das ist Leonoras Nachname. Falls Sie sich in der Lage sehen, meine Schwester trotz einiger … Bedenken willkommen zu heißen, wäre ich Ihnen sehr dankbar.“ Sie zog einen Handschuh aus, griff in ihre Tasche und zog einen Anhänger mit einem Diamanten, der in Weißgold gefasst war, hervor. „Ich bitte Sie nicht, es umsonst zu tun, Lord Hawkhurst, aber wenn Sie der Abmachung zustimmen, dann erwarte ich, dass sie ihren Teil ohne Wenn und Aber erfüllen. Können Sie mir das versprechen?“

Neugier vertrieb seinen Zorn. Die geröteten Wangen standen ihr besser als jeder anderen Frau, die er je gesehen hatte. Sie war eine Schönheit! Unter dem Stoff an ihrer anderen Hand sah er die Umrisse eines Rings.

War sie verheiratet? Wenn sie seine Frau gewesen wäre, hätte er sie nicht so unbeschützt durchs Land ziehen lassen.

Der Gedanke brachte ihn zum Lächeln. Unbeschützt? Gott, entwickelte er doch noch ein Gewissen? Einunddreißig Jahre alt und voller Ecken und Kanten. Seine Finger gruben sich in seine Schenkel und er zwang sich einzuatmen. Die Seelen derer, die er ins Jenseits befördert hatte, riefen nach ihm.

Für Königin und Vaterland. Oder für die zweifelhaften Interessen der Männer, die zuständig für eine Außenpolitik waren, die Jahrzehnte hinterherhinkte. Ja, England hatte ihm nicht gedankt und er wollte auch keinen Dank. Aber manchmal, wenn er sich in einer ruhigen Ecke der Welt befand, in der Gesellschaft einer Frau, die so schön und so betörend war, wünschte er sich … etwas anderes.

Er konnte es nicht genau benennen. Es lag zu weit ab von den Pfaden, denen er in seinem Leben gefolgt war, erst aus Abenteuerlust, dann aus Gewohnheit.

Mord war falsch, selbst wenn es um die nationale Sicherheit ging. Seine Eltern hätten ihm das vorgehalten, wenn sie noch lebten. Aber sie waren lange tot und das einzige Familienmitglied, das ihm noch raten konnte, war Alfred. Der verwirrte Verstand seines Onkels kreiste meist um die Erinnerungen an Wellingtons Feldzug gegen Napoleon auf der Iberischen Halbinsel, die Gegenwart war jedoch größtenteils in den vernarbten Überresten seiner linken Schläfe verloren gegangen.

Das Licht des Sonnenuntergangs zog über ihr Gesicht und tauchte die makellose Haut in das Rosa der Abenddämmerung. Allein sie anzusehen raubte ihm den Atem. Wie ein Engel, der einem Sünder Erlösung bringt, wärmte ihre zarte Erscheinung ein Herz, das seit langem unter einer Eisschicht verborgen war.

„Behalten Sie ihren Anhänger, Ma’am, denn ich möchte eine andere Bezahlung, hier an der frischen Luft und weitab von den Menschen.“ Sein neckendes Gerede verbarg das Pulsieren seines anwachsenden Verlangens. Ein Teil von ihm wusste, er sollte eine Bitte, die ebenso unangemessen wie banal war, nicht aussprechen, aber er ignorierte diese Warnung. Er hatte zu lange unter Menschen von zweifelhaftem Ruf gelebt. Aber manchmal, so wie jetzt, wand sich die Sehnsucht nach dem guten Leben, das er hätte haben können, wie ein Wurm durch sein Innerstes. Er sollte sich umdrehen und gehen und das kleine bisschen Anstand, das ihm geblieben war, beschützen.

Aber er tat es nicht.

Stattdessen fasste er in Worte, was sich seit dem Moment, in dem er sie gesehen hatte, in ihm aufgebaut hatte. „Ich möchte als Belohnung nur einen Kuss, gegeben aus freien Stücken und ohne Zorn.“

Sie winkte ab, den Diamanten immer noch in der Hand. „Ihr versteht nicht, Mylord. Ich muss meine Schwester der guten Gesellschaft vorstellen. Ich suche kein Liebesverhältnis für mich.“

„Dann lehne ich Ihre Abmachung ab.“

Sie stand still und reglos da, lange schlanke Finger kneteten die Falten ihres dunklen Rocks: Ein Stück entfernt versammelten sich die Vögel für ein letztes Lied, bevor sie schliefen.

„Nur ein Kuss, sagen Sie?“, flüsterte sie ungläubig.

Dunkles Rot legte sich über ihre blassen Wangen.

Bald würde er ihren Namen erfahren und dann würde er sie ebenso verachten wie alle anderen es taten, es war zu spät, um daran etwas zu ändern. Aber sie durfte Leonoras Chance nicht verspielen, Teil der hochrangigsten Londoner Gesellschaft zu werden.

Die einzige Chance.

Manchmal warf das Schicksal einem einen Rettungsring zu und wer war sie, ihn abzulehnen? Hätte er um mehr gebeten, hätte sie nicht nein sagen können. Für Leonora und die Zwillinge. Es stand mehr auf dem Spiel, seit ihre Vermögensverhältnisse sich verschlechtert hatten und Papa … Sie schüttelte den Kopf. Sie würde jetzt nicht an ihn denken.

Liebe Güte, warum nahm er nicht einfach den Anhänger? Er war so viel mehr wert als dieser Unsinn, den er verlangte. Und wie sollte der Kuss aussehen? Trat sie ihm entgegen und wartete oder erwartete er Koketterie?

Eine Weigerung würde einen Mann wie ihn nur anspornen. Sie wusste das. Es war besser, vernünftig zu sein und ihm diesen kleinen Gefallen zu gestatten. Ihre Lippen an seine zu drücken und die Augen fest zu schließen, bis es vorbei war.

Als sie seine Finger an ihrem Hals spürte, konnte sie nicht mehr klar denken, so unerwartet traf sie die sanfte, sinnliche, spielerische Berührung. Wäre sie stärker gewesen, wäre sie vielleicht einen Schritt zurückgetreten und gegangen. Aber zu spüren, wie ein Mann, dessen Name Hysterie und Ekstase unter den meisten Frauen Englands hervorrief, sie liebkoste, war überwältigend. Sie konnte sich weder bewegen noch sich dagegen wehren. Die Schnürung, die ihr Kleid zusammenhielt, war dick und fest, eine widerstandsfähige Barriere gegen vertraulichere Berührungen. Sie war froh über diesen Schutz.

Aber es überraschte sie, dass er mit seiner freien Hand einfach ihren Hut vom Kopf zog.

„Die Farbe des Feuers“, beschrieb er ihr Haar.

Oder der Schande, dachte sie. Die Sonne ging in einem dunklen Bernsteinton am Horizont unter. In seinem Gesicht sah sie das, was sie so oft in den Gesichtern der anderen gesehen hatte.

Unsicherheit.

All die Schwierigkeiten ihres Lebens stiegen aus ihrem Inneren empor, durchstreiften ihren Kopf und sie schloss die Augen.

„Nein. Ich will, dass sie mich ansehen.“ Er wartete, bis sie gehorchte.

Er kam näher und atmete an ihrer Haut. Das dunkle Grün seiner Pupillen war umgeben von Goldbraun. Sie hätte in diese Augen hineinfallen mögen. Verwirrt spürte sie, wie er sie mit seinem muskulösen Arm an sich zog. An diesen Augenblick würde sie sich für den Rest ihres Lebens erinnern! Eine hitzige Vorfreude pulsierte in ihr.

Das Blut durchströmte ihren Körper und riss die Angst mit sich fort, wie ein Fluss, der seine Ufer überflutete, der ungebremst über das Land hineinbrach und alles veränderte. Eine neue Wahrheit.

Seine Hitze überraschte sie. Ihre Haut schien in Flammen zu stehen, als seine Lippen ihre für sich beanspruchten. Sie vergaß, dass sie ihm nur ein kleines Pfand hatte geben wollen, und gewährte stattdessen seiner Zunge Einlass.

Er schmeckte sie, drängte tiefer und süße Qual wand sich aus den Tiefen ihrer Seele hervor. Wie von selbst fanden ihre Finger seinen Nacken, fuhren durch die dunklen Strähnen, und ihr Körper drängte sich an seinen. Nichts trennte sie. Sie spürte, wie er sie fester in die Arme nahm, die Qual des Verlangens überwältigte ihre Sinne, und sie öffnete sich ihm weiter. Ihr ganzer Körper, ihre Mitte an seine Männlichkeit gepresst, war voller Lust. Er stöhnte ebenso wie sie, unkontrolliert, und in der weiten Natur um sie herum schien es nichts zu geben als seine Berührung.

Er gehörte ihr. Sie wollte mehr. Sie wollte das, wovon sie spät abends in ihrem Bett gelesen und geträumt hatte, als das ganze Haus geschlafen hatte und die Feuer in den Kaminen langsam erloschen.

Sie spürte seine Männlichkeit durch den Wollstoff ihres Rocks, als er seinen Kopf zurücklegte und den Kuss unterbrach.

„Himmel.“ Er klang weder sanft noch erfreut. Eher barsch, verärgert und unsicher. Sein Mund liebkoste ihren Hals, biss sanft hinein, forderte alles. Als sein Daumen über ihre harte Brustknospe unter dem Baumwollstoff glitt, verging sie einfach. Die Kontrolle, die sie so verzweifelt zu behalten versucht hatte, löste sich in Chaos auf.

Er hielt sie fest, während die Stille der Landschaft und ihre Verzückung sie erzittern ließen. Kein Verstand, nur Gefühl. Als er ihr Kinn anhob, erkannte sie, wie sehr er es genoss, sie anzusehen. Wellen der Leidenschaft ließen sie stumm nach Luft schnappen. Sie war verloren und errettet zugleich, das Gold in seinen Augen zeigte ihr eine andere Realität, ohne dass sie es bemerkte, fuhren ihre Fingernägel über die Haut an seinem Nacken. Waren es tausend Stunden oder nur ein Augenblick? Dann materialisierte die Welt sich wieder, und sie standen oben auf Taylor’s Gap.

Aurelia war erst verlegen, dann schämte sie sich. Wenn er sie losließ, würde sie fallen, als habe sie keine Knochen im Leib. Sie konnte nicht mehr aufrecht stehen. Sie legte ihren Kopf an seine Brust und lauschte seinem Herzschlag. Der starke, gleichmäßige Rhythmus brachte sie zurück.

„Danke.“ Mehr konnte sie nicht sagen und weniger zu sagen wäre unangemessen gewesen.

Oh Gott. Wie nah er ihren Körper an seinem gespürt hatte. Wie sie ihn voller Verwunderung in den Augen ansah. Es war wie Magie, wie flüssiges Silber. Wie all seine Träume in einer Person, als ihre langen roten Haare sich an seiner Haut lockten wie die die Schlangen auf Medusas Kopf.

Er wusste nichts über sie, außer, dass er diese fleischliche Verbindung zu ihr hatte.

Aber er wollte sie. Er wollte sie unter den Büschen hinlegen und ihr das schwarze, unansehnliche Kleid ausziehen. Er wollte ihre schlanken, blassen Glieder im Licht des aufgehenden Mondes sehen, während er seine Hände über ihren Körper wandern ließ und schließlich in die feuchte Wärme ihres Inneren eindrang. Er wollte sie immer wieder nehmen, bis nichts mehr von ihm übrig war und er mit der Ewigkeit verschmolz.

Seine Männlichkeit wuchs angesichts dieses Bewusstseins, und er konnte die Schwellung nicht aufhalten.

Sie spürte es auch. Er sah, wie in ihren Augen das Bewusstsein der Gefahr aufflackerte, als sie sich mit der Zunge über die trockenen Lippen fuhr. Er hörte, wie ihr Atem schneller wurde, sah eine Ader an ihrer Schläfe pulsieren.

Diese Frau gehörte ihm. Er wollte sie. Gefährlich und doch verlockend stieg ihm ihr Duft in die Nase und alle Regeln ritterlichen Verhaltens waren vergessen.

„Gehen Sie.“ Mehr brachte er nicht heraus, denn er traute es sich nicht zu, dieses Verlangen zu unterdrücken. „Ich werde Ihnen die Einladungen schicken.“

Sie musste den Zorn in seiner Stimme bemerkt haben, denn sie wich zurück, ein Schatten fiel über ihr Gesicht. Ihr Haar wehte im Wind, als sie sich umdrehte. Dann hörte er Schritte, bevor es still wurde und nichts außer aufgewirbeltem Staub zurückblieb.

Vor dem Geländer kniend hielt Stephen sich am Holz fest. Er spürte nur noch Verzweiflung. Gott, es wurde schlimmer, seine Niedergeschlagenheit, die ihn in den frühen Abendstunden wie auch mitten in der Nacht heimsuchte. Die Dämonen seiner Vergangenheit, Armeen verlorener Seelen und sein Scheitern versammelten sich und vernichteten alles, wofür er auf der Suche nach Gerechtigkeit gestanden hatte. War alles umsonst gewesen?

Er zerdrückte den schwarzen Hut, den sie in seiner Faust zurückgelassen hatte, dann suchte er nach dem Flachmann mit Brandy in seiner Jackentasche und löste die silberne Kette. Er trank einen großen Schluck und wusste genau, dass das einzige, das ihn noch bei Verstand hielt, der Trost war, den ihm der Alkohol spendete.

Die gemietete Kutsche wartete dort, wo sie sie verlassen hatte. Sie stieg hinein und befahl dem Kutscher loszufahren, bevor sie sich richtig hingesetzt hatte.

Fort. Nur fort von hier. Das war alles, was sie wollte.

Sie hätte niemals hierherkommen dürfen, aber die Erinnerung an ihre Mutter war hier stark. Und heute, als sie von den Spinnereien nach London gefahren war, hatte sie anhalten und sich erinnern wollen.

Sylvienne hatte sie oft hierher mitgenommen, weil dieser Ort sie an die Provence erinnert hatte. Hier stand sie für einige Augenblicke nicht mehr in England, sondern in Frankreich, spürte wie der Mistral über ihr Gesicht wehte und glaubte die Gebirgsstöcke der Alpillen im Rücken.

Aurelia hatte hier mit ihrer Mutter gestanden, die Finger mit den ihren verschlungen, während Sylvienne der Stille gelauscht hatte. Sie erinnerte sich immer noch genau an diese besondere Melancholie. Danach waren sie in eines der nahe gelegenen Dörfer gefahren, um zu essen, und Mama hatte von ihrer Kindheit erzählt. Von der heißen Sonne, von den Bäumen, die den Straßen Schatten spendeten, und von Feldern voller Blumen.

Und nun gab es eine neue Erinnerung. Aurelia hatte Lord Hawkhurst gleich erkannt, als sie ihn auf der Klippe im Wind hatte stehen sehen, sein schwarzer Mantel gebauscht und seine Erscheinung trotz aller Befürchtungen anziehend. Hatte sie dank ihrer lächerlichen Reaktion auf seinen Kuss seine Gunst erlangt oder verloren? Vor Scham atmete sie heftig aus und schalt sich für ihr unangemessenes Treffen mit Lord Stephen Hawkhurst.

Sie hätte darauf bestehen müssen, dass er den Anhänger als Bezahlung annahm, aber einen Moment lang hatte sie sich eine andere Realität gewünscht, hatte etwas über die unerwartete Leidenschaft und das Verschmelzen der Seelen wissen wollen.

Sie lächelte trocken. Nun, das hatte sie jedenfalls herausgefunden. Sie legte die Hand an ihre Lippen, berührte mit den Fingern die Stelle, an der sie verbunden gewesen waren, und versuchte, erneut die Euphorie und Lust zu verspüren.

Unerwartet und süchtig machend.

Die Art von Gefühl, die ihre Mutter in all den Jahren voller Liebhaber zu einer Kunstform erhoben hatte, immer auf der Suche nach diesem schwer fassbaren und schnell vergänglichen Augenblick der Hingabe und des Vergessens.

Aurelia runzelte die Stirn.

So durfte sie nicht sein, sie durfte nicht zulassen, dass Gefühle, die sie vor langer Zeit tief in sich begraben hatte, sich nun wieder rührten.

Welcher Elternteil ist Ihnen lieber?

Vor einer halben Stunde hätte sie ohne zu zögern mit „Papa“ geantwortet, aber nun …?

Nein. Sie musste damit aufhören, bevor noch weitere Gefühle aufzubrechen drohten. Sie hatte bereits erfahren, wie hoch der Preis für unbesonnene Entscheidungen war, und nun gab es andere, die sie brauchten, die von ihr abhängig waren …

Tief Luft holend glättete sie ihre Röcke und zog ihre Handschuhe an. Sie war sehr geschickt darin, den Anschein von Kontrolle zu vermitteln. Das Lächeln beiläufiger Gleichgültigkeit, das sie perfektioniert hatte, kehrte zurück und ihr rasender Herzschlag beruhigte sich.

Sie musste Lord Stephen Hawkhurst um jeden Preis aus dem Weg gehen. Zumindest das hatte sein Cousin sie gelehrt.

2. KAPITEL

London

Sie ist eine bezaubernde junge Dame aus guter Familie, Hawk. Hübsch. Behütet aufgewachsen.“

Etwas an der Art, wie Lucas Clairmont die Vorzüge von Lady Elizabeth Berkeley auflistete, machte ihn nervös.

„Du hast schließlich selbst gesagt, du wollest sesshaft werden und tausend Meilen von den Intrigen Europas und seiner Politik entfernt sein. Als einzige Tochter einer respektablen und adeligen Familie ist sie wohl die Richtige für dich.“

Hawk trank sein Glas aus und goss sich ein weiteres ein, bevor er die Frage stellte, die ihm Sorgen machte.

„Luc, als du Lillian getroffen hast, welche Gefühle hat sie in dir geweckt?“

„Meine Frau hat mir beim ersten Blick den Boden unter den Füßen weggezogen und ich habe sie dafür gehasst, während ich sie gleichzeitig so sehr begehrt habe wie noch nie eine Frau zuvor.“

„Ich verstehe. Elizabeth ist eher wie eine sanfte Brise oder eine spürbare Ruhe. Sie fühlt sich an wie eine Porzellanpuppe, die in tausend Teile zerbrechen würde, würde ich mehr als ihre Hand küssen.“

Auf dieses Geständnis folgte Schweigen. Verdammt, dachte Stephen, er hätte nichts sagen sollen, hätte den Mund halten und diese angenehme und vorteilhafte Verbindung nicht infrage stellen sollen. Er war nicht mehr jung und Elizabeth Berkeley kam dem am nächsten, was er in einer Frau suchte.

„Es gibt verschiedene Arten von Anziehungskraft, vermute ich“, erwiderte Luc schließlich. „Letzte Woche schienst du mit dem Arrangement recht zufrieden zu sein. Was hat sich geändert?“

„Nichts.“ Die Wände des Zimmers schienen auf ihn zuzukommen, als Hawk an das feuerrote, seidige Haar dachte, das lebendig wie eine züngelnde Flamme durch seine Finger geglitten war.

Elizabeth hinterfragte ihn nicht. Sie sah nur das Gute in den Menschen, war ein Muster an Sanftmut und Charme.

Ihm wurde von seinem Unbehagen schwindelig, ein Gefühl dumpfer Leere machte sich in ihm breit. Was würde eine solche Frau in ihm sehen, wenn er ihr sein Inneres offenbarte? Nein, das würde er niemals zulassen.

„Ihre Familie erwartet, dass du um ihre Hand anhältst. Falls du also Zweifel hast …?”

„Nein.“

Verdammt, er mochte Elizabeth. Er mochte ihre Ruhe und ihre Genügsamkeit. Ihm gefielen ihre Grübchen, ihr sonniges Gemüt und ihre hellblauen Augen, die immer freundlich waren. Er brauchte Frieden und Heiterkeit, und das würde sie ihm geben, Sie würde ihn beruhigen und das Chaos, das ihn verzehrte, besänftigen. Er goss sich ein drittes Glas ein.

„Du trinkst mehr als je zuvor, Hawk. Nat macht sich auch Sorgen um dich.“

Er lächelte ein Lächeln, das beruhigend wirken sollte. Lucas Clairmont, Nathaniel Lindsay und er waren seit ihrer Kindheit die besten Freunde, und sie hatten alle ihre Dämonen.

„Ich erinnere mich daran, dass ich dir dasselbe vor nicht allzu langer Zeit gesagt habe.“

„Wenn du darüber reden möchtest …“

„Es gibt nichts zu sagen. Ich werde mich mit einer Frau verloben, die ebenso schön wie gutherzig ist. Sie wird mir Erben schenken und im Gegenzug werde ich ihr die Sicherheit des Atherton-Titels und meines Wohlstands geben.“

„Das klingt nach einem gewinnbringenden Arrangement für beide Seiten. Eine Vernunftehe.“ Der dumpfe, verurteilende Klang dieser Worte besorgte ihn.

„Ich bin es leid, Luc, ich bin all das, was ich gewesen bin, leid. ‚Ein gewinnbringendes Arrangement‘, wie du es nennst, ist vielleicht keine schlechte Sache. Umgeben von Häuslichkeit werde ich glücklich sein.“

„Alexander Shavvon meinte, du tust mehr, als nur Codes für das Innenministerium zu entschlüsseln?“

„Shavvon konnte noch nie seinen Mund halten.“

„Zehn Jahre im Geheimdienst sind zu viel. Nat hat fünf Jahre gedient und beinahe seine Seele verloren. Er schwört, dass der Tod am Ende auf jeden abfärbt.“ Das Urteil in den Worten seines Freundes war nicht sanft, aber Hawk wusste, dass die Warnung mit den besten Absichten ausgesprochen wurde.

Ich töte Menschen, dachte Stephen, als er seine Hand im Licht öffnete. Sie zitterte nun immer, das Zittern der Erinnerung war ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Ich bin von der Macht korrumpiert. Die dunkle Nacht, die Stichflamme des Schießpulvers und das herabrinnende rote Blut. Das sind nun meine Farben.

Er wollte Luc davon erzählen, entweder um sich zu reinigen oder um Abbitte zu leisten, aber er war die Geheimniskrämerei zu sehr gewohnt und brachte die Worte nicht über die Lippen. Das war es wohl, was ein Leben in Tarnung mit sich brachte.

Er konnte sich in dem Mann, der er geworden war, kaum wiedererkennen. Natürlich verteidigte er das Königreich längst nicht mehr unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit – die vielen unschuldigen Leben, die diesem Ideal zum Opfer gefallen waren, hatten dafür gesorgt.

Ja, er brauchte die frische, unkomplizierte Unschuld von Elizabeth Berkeley wie ein Mann in der Wüste Wasser brauchte.

„Es geht mir gut, Luc. In weniger als einer Stunde werde ich einen Ball geben und mich in der Gesellschaft von Menschen befinden, die ich mag.“

„Also bist du ein glücklicher Mann?“

„Ja.“

Lucas nickte und beugte sich vor, während er sein Glas auf dem Knie balancierte. „Lilly hofft, dass du zu Hopes zwölftem Geburtstag nach Fairley kommst. Ich soll dir von ihr ausrichten, dass sie selbst herkommen würde, um deine Suche nach einer Ehefrau zu beaufsichtigen, wäre sie nicht guter Hoffnung.“

Lucs Worte lösten die Spannung merklich, beide lachten. Und als die Uhr acht schlug, standen sie auf.

„Lass die Ballnacht beginnen“, rief Lucas, als Stephen seinen Brandy austrank und sein Kammerdiener an der Tür klopfte, um ihnen Bescheid zu sagen, dass die ersten Gäste des Abends sogleich eintreffen würden.

Elizabeth Berkeley und ihre Eltern kamen mit der zweiten Welle der Gäste. Lady Berkeley sah wie eine ältere Version ihrer Tochter aus, und einen Augenblick lang konnte Stephen genau sehen, wie Elizabeth altern würde: Die feinen Linien um den Mund, die erschlaffende Haut über ihren Augen und die Leichtigkeit, mit der sie sich jedem Ereignis anpasste.

Er sah zu Elizabeth, die in zitronengelbe Seide und Spitze gekleidet war. „Es ist so schön, hier zu sein, Mylord“, wisperte sie fröhlich und legte ihre Hand auf seinen Arm. Ihre Fingernägel waren lang und glänzend poliert.

Plötzlich sah er vor seinem inneren Auge andere Finger, deren Nägel bis zum Nagelbett abgebissen waren. Der Gedanke erschreckte ihn, denn gut verborgen unter den Falten seines Kragens und des Krawattentuchs befanden sich immer noch die Spuren dieser Nägel.

Er schüttelte die Erinnerung ab und kehrte in die Gegenwart zurück. Die Berkeleys gingen weiter und die nächsten Gäste traten vor, um begrüßt zu werden.

Plötzlich stand sie neben ihm, als letzte der Gäste, das Haar wenig vorteilhaft hochgesteckt, das schwarze Baumwollkleid schlicht und sittsam.

„Mrs Aurelia St. Harlow und ihre Schwester Miss Leonora Beauchamp.“

Eine Welle des Schweigens glitt durch den Raum, als ihr Name genannt wurde, und alle Augen richteten sich auf die Treppe. Aurelia war die Witwe von Charles St. Harlow? Bei Gott, sie war mutig.

„Wie kann sie es wagen, sich immer noch in der Gesellschaft blicken zu lassen?“

„Natürlich hat sie ihn umgebracht.“

„Hat diese Frau gar kein Schamgefühl?“

Hawk hörte die Gesprächsfetzen, als sie ihm ihre Hand gab.

„Ich danke Ihnen für die freundliche Einladung, Mylord“, sagte sie, obwohl sie ihn nicht ansah, „und möchte Sie meiner Schwester, Miss Leonora Beauchamp vorstellen.“

Das Mädchen war charmant, jung und wohlerzogen, aber Hawk lächelte nur flüchtig, bevor er sich wieder Aurelia zuwandte.

„St. Harlow war mein Cousin.“

Zum ersten Mal an diesem Abend sah sie ihn direkt an. Ihre Augen waren rot gerändert, aber ob es am Schlafmangel oder an schlecht aufgetragener Kosmetik lag, konnte er nicht sagen. Sie trug eine Brille mit so dicken Gläsern, dass sie die Form ihres Gesichts verzerrten.

„Dann sind wir ja beinahe verwandt.“ Das Lächeln, das diese Äußerung begleitete, war bitter.

Er dachte, Leonora hätte sich vielleicht abgewandt, aber Aurelia zog sie nun vor ihn und hielt sie dort fest, ihre Willenskraft stärker als die Abneigung im Saal, wie eine kleine Insel aus Herausforderung und Trotz.

Schließlich neigte sie sich vor und flüsterte: „Ich habe Ihnen die verlangte Bezahlung für diesen Abend gegeben, Mylord, und Leonora trifft keine Schuld. Zwei Tänze, und wir werden gehen.“

„Ich weiß nicht, Lia. Vielleicht sollten wir jetzt gehen.“ Tränen glitzerten in den verängstigten Augen des jungen Mädchens.

„Weine nicht, Leonora. Sie verachten mich. Sie werden dich mögen, wenn du es zulässt.“ Stephen sah, dass Aurelias Hand zitterte. Dennoch wich sie keinen Zoll zurück. Er konnte nicht anders als ihre Entschlossenheit zu bewundern.

„Wer sich in die Höhle des Löwen wagt, muss tapfer sein.“ Hawk sagte dies zu Miss Leonora Beauchamp und war froh, als das Mädchen lächelte, denn die Erleichterung in Aurelia St. Harlows Augen war grenzenlos. Die beiden verschiedenfarbigen Augen sahen ihn an.

Jahre der Täuschung fielen ihm ein. Verbarg man sich hinter einer Fassade der Schamlosigkeit, unterhöhlte das die Sicherheit der anderen. Wenn Aurelia St. Harlow es für eine Stunde oder länger hier ertrug, dann würden die Gerüchte nicht mehr ganz so verurteilend sein.

Himmel. Das Versprechen, mit ihrer Schwester zu tanzen, brachte ihn ebenfalls in eine schwierige Lage. Charles war außer seinem Onkel sein nächster noch lebender Verwandter gewesen, aber er hatte ihn kaum gekannt.

Er sah, wie die Berkeleys herübersahen. Elizabeth’ Lippen waren auf diese besondere Weise geschürzt, die Sorge ausdrückte. Er sah auch, wie Luc ihn beobachtete. Seine Stirn war ebenso ärgerlich gerunzelt wie die vieler anderer. Dennoch konnte Stephen sein Versprechen nicht brechen und die beiden hinauswerfen lassen.

Sein Onkel, der neben ihm stand, rettete die Situation, als er die Hand der Frau nahm, die nicht hätte hier sein dürfen.

„Ich erinnere mich an Sie, Mrs St. Harlow. Sie sind Charles’ Gemahlin.“ Dass er das Präsens benutzte, ließ diejenigen in Hörweite aufhorchen. Hawks Erfahrung nach genoss niemand einen Skandal, der sich in der Öffentlichkeit zutrug, so sehr wie die feine Gesellschaft. „Wissen Sie, ich mochte sie von Anfang an, aber sie wurden immer trauriger. Sie muss mehr lächeln, Stephen. Bitte sie um einen Tanz.“

Die Mitglieder des Orchesters, das nur ein paar Yard entfernt war, sahen Hawk erwartungsvoll an, als sie den lauten Befehl seines Onkels hörten, und in den Gesichtern der Menge spiegelte sich eine Mischung aus Empörung und Betroffenheit.

Er konnte nichts tun, außer Leonora Beauchamp in der Obhut der freundlichen und fähigen Cassandra Lindsay zu lassen und Aurelia St. Harlow um einen Walzer zu bitten.

Der Tanz der Liebe, dachte er, als er sie auf die Tanzfläche führte, und fragte sich, warum der Gedanke ihm nicht so lächerlich erschien, wie er sollte. Er hoffte, dass sein rechtes Bein die Anstrengung ertragen würde, denn in letzter Zeit bereitete ihm die alte Wunde wieder Probleme.

Als er ihr die Hand auf die Taille legte, spürte er, wie sie erstarrte. „Ich würde es vorziehen, wenn meine Schwester hier stehen würde, Mylord, denn wenn Sie an den versprochenen zwei Tänzen festhalten, verschwende ich gerade die Hälfte davon.“

Angesichts dieses Kommentars musste er einfach lächeln. Als Antwort hielt er sie fester. Er spürte ihre üppigen Brüste. Als er herabsah, bemerkte er, dass sie hinter den dicken Brillengläsern blinzelte.

„Brillen sollen schlechtes Sehvermögen heilen, nicht verursachen, Mrs St. Harlow“, sagte er leise.

„Aber Dinge, hinter denen man sich verstecken kann, sind recht nützlich, Mylord.“ Sie versuchte, sich ein wenig von ihm zu lösen, und er gab ihr den Freiraum, da sein Blut bereits heftig pulsierte. Auf der anderen Seite des Saals beobachteten Elizabeth Berkeley und ihre Familie sie eingehend. „Sehen Sie, bei einer Abendgesellschaft wie dieser ist es besser, nahezu unsichtbar für diejenigen zu sein, die mir nur Schlechtes wünschen.“

„Sie wünschen Ihnen Schlechtes, weil der Tod Ihres Gemahls keinen Sinn ergab. Die Tatsache, dass sie der einzige Mensch sind, der dabei war, als es passierte, ließ sie … schuldig aussehen.“

„Ein Gericht hat bewiesen, dass ich damit nichts zu tun hatte, Mylord. Es ist nicht mein Problem, dass die Gesellschaft sich weigert, diese durch Urkunden belegten Tatsachen zu glauben.“

„Charles war ein hervorragender Reiter.“

„Der beim Sprung über eine Hecke vom Pferd fiel.“

„Nach einem solchen Unfall endet man für gewöhnlich nicht mit einem Pfahl durch das Herz.“

„Ich bin nicht hier, um mit Ihnen über den unglücklichen und frühen Tod meines Ehemanns zu sprechen.“

Der Mangel an Gefühl in ihren Worten brachte Hawk zum Schweigen, obwohl sein Zorn ein wenig gemildert wurde, als er spürte, wie heftig ihr Herz schlug. Sie war gut darin, Dinge zu verbergen, dachte er. Das war eine typische Eigenschaft für einen Spion.

„Warum sind Sie dann hier?“

„Ich habe drei jüngere Schwestern, die nur eine geringe Chance haben, vorteilhafte Verbindungen einzugehen, es sei denn, sie bewegen sich in der gehobenen Gesellschaft. Wie Sie sich vorstellen können, nachdem Sie gesehen haben, wie man mich hier empfangen hat, werden wir nur selten eingeladen. Ich versuche, Abhilfe zu schaffen.“

„Also verfolgen Sie Adelige in der Hoffnung, sie in kompromittierenden Lagen zu finden, und verleiten sie dazu, sie zu ihren gesellschaftlichen Ereignissen einzuladen?“

Überraschenderweise lachte sie auf. Der Laut drang durch ihn hindurch bis in die dunkle Leere seines Herzens und der Saal um sie herum schien sich in die windige Einsamkeit von Taylors Gap zu verwandeln.

War sie eine Hexe, mit ihren leuchtend roten Haaren und ihren unterschiedlichen Augen? Hatte sie seinen Cousin auf dieselbe Weise verhext? Er wünschte, die Musik würde enden und ihm die Flucht ermöglichen, aber das Orchester war mitten im Stück.

Aurelia St. Harlow fuhr fort, als hätte er sie nicht beleidigt. „Ich wusste nicht, dass Sie bei Taylor’s Gap sein würden, Lord Hawkhurst. Ich bin nur aus einer Laune heraus dort gewesen, um den Ausblick zu bewundern, und durch Zufall fand ich Sie.“

„Es war also Zufall?“

„Sie meinen unseren Kuss?“

Er konnte kaum glauben, dass sie so etwas mitten in einem überfüllten Ballsaal sagte, und sah sich um, um sicherzugehen, dass niemand sie gehört hatte.

„Bei einer Abendgesellschaft wie dieser haben sogar die Wände Ohren, Mrs St. Harlow, und es wäre klug, den guten Ruf zu wahren.“

„Oh, meiner ist schon vollkommen ruiniert, Mylord. Ich bezweifle, dass es irgendetwas gibt, das ihn noch mehr ruinieren könnte.“

Er musste erneut lächeln. Die Freiheit, die dieser Gedanke ausdrückte, war belebend. „Wie alt sind Sie?“ Er hatte die Frage aus reinem Interesse gestellt, bevor er darüber nachgedacht hatte.

„Sechsundzwanzig. Eine alte Jungfer. Eine Frau, abgestellt auf dem Regal des Lebens, und glücklich darüber.“ Sie ließ den Blick zu einer Gruppe Frauen im selben Alter wandern, die an der Wand saßen. „Ich hatte Mitleid mit ihnen, bis ich erkannte, wie frei sie eigentlich sind.“

Seine Finger schlossen sich enger um ihre, die heute von Handschuhen in einem Grauton bedeckt wurden. Er wünschte, er könnte ihre warme, weiche Haut darunter berühren.

„Mein Onkel scheint sehr von Ihnen angetan zu sein, und das will etwas heißen.“

Zum ersten Mal an diesem Abend sah er echte Wärme in ihrem Blick. „Ich habe ihn auch immer gemocht. Einmal zeigte er mir die Gärten des Atherton Landsitzes und ich half ihm, die Eier in den Hühnerställen einzusammeln.“

„Die meisten Menschen machen sich über ihn lustig.“

„Die meisten Menschen verabscheuen mich, also vielleicht verbindet uns diese Gemeinsamkeit.“

„Ich verabscheue Sie nicht, Aurelia.“

Sie stolperte, als er das sagte, und fiel gegen ihn. Sie errötete heftig und da die Musik in diesem Augenblick verklang, geleitete er sie zurück zu ihrer Schwester.

3. KAPITEL

Aurelias Wangen brannten und sie ärgerte sich. Lieber Himmel, sie tat genau das, was sie nicht hatte tun wollen. Sie fühlte wieder und der Schmerz in ihrem Herzen verwirrte sie.

Nicht hier, schalt sie sich, nicht hier, inmitten der Wölfe und Schakale die nichts lieber tun würden, als sie in Stücke zu reißen. Ein einfaches Mädchen ohne Titel kam nicht damit davon, einen der ihrigen so zu behandeln, wie sie ihren Ehemann behandelt hatte.

Sie biss die Zähne zusammen und schluckte. Die dicken Gläser ihrer Brille ließen den Raum verschwimmen und ihr wurde übel. Zumindest sah Leonora glücklich aus und der junge Mann neben ihr war sympathisch und ihr anständig vorgestellt worden. Vielleicht war dieser Abend doch kein Reinfall.

Lord Hawkhurst stand neben einer schönen Frau, deren Gesicht sehr freundlich war.

„Lady Cassandra Lindsay, darf ich Ihnen Mrs Aurelia St. Harlow vorstellen.“

Lady Cassandra zögerte nicht, ihre Hand zur Begrüßung auszustrecken. Ihr Griff war warm und fest. Eine solch unerwartete Freundlichkeit war überraschend, denn normalerweise schlug Aurelia nur tadelnde Missachtung entgegen.

„Es ist lange her, dass Stephen sich so angeregt mit einer Tanzpartnerin unterhalten hat.“

„Ich befürchte, die Musik hat ihm nicht gestattet, sich von mir zu verabschieden, Mylady“, erwiderte sie. „Und ich bin sicher, er war sehr erleichtert, als er entkommen konnte, obwohl er meiner Schwester einen Tanz versprochen hat.“ Sie erwähnte das, weil Lord Hawkhurst, der auf der anderen Seite der Gruppe stand, alles andere als glücklich aussah.

„Oh, ich glaube, die Tanzkarte Ihrer Schwester ist bereits voll, Mrs St. Harlow. Mein Bruder Rodney hat sich für mindestens zwei Walzer eingeschrieben.“

Leonora sah bezaubernd aufgeregt aus, als Lady Lindsay Aurelia ihren Bruder vorstellte, und ein Hauch von Hoffnung lag in der Luft.

Konnte es wirklich so einfach sein? Als Aurelia zu Lord Hawkhurst hinübersah, wurde das Goldene in seinen Augen kühl. Er war der größte Mann im Saal und auch der anziehendste. Kein Wunder, dass die Frauen über ihre eigenen Füße stolperten, um ihm nahe zu sein. Aber da war etwas unter der Fassade, die er dieser Gesellschaft zeigte, das … dunkler war.

Sie sah weg und nestelte umständlich ein Spitzentaschentuch aus ihrem Retikül. Charles hatte dieselbe Art Dunkelheit gehabt, und wohin hatte es sie gebracht?

Ihre Schwester hingegen lächelte glücklich. Aurelia hatte sie noch nie so lebhaft gesehen und hoffte, es war nichts Schlechtes. Wollten Männer, dass eine junge Dame so viel sprach? War es nicht zu kühn, einem Mann so auf den Arm zu tippen, wie sie es tat? Lady Lindsays Bruder sah jedoch nicht im Geringsten verärgert aus, also wurde ein solches Verhalten vielleicht erwartet. Der Kopfschmerz, der sich bereits den ganzen Tag über angekündigt hatte, hämmerte an ihren Schläfen. Sie bezweifelte, dass sich ihnen jemals wieder eine solch großartige Gelegenheit bieten würde. Der Gedanke, den Ball ohne Verbindungen verlassen zu müssen, war entmutigend.

„Mr Northrup reitet gerne aus, Lia. Ich habe gesagt, er sollte uns bei einem Ausritt im Park Gesellschaft leisten.“ Die Augen ihrer Schwester waren groß vor Hoffnung. Sie waren von demselben Blau wie ihr Kleid.

„Vielleicht sollte er dann darauf achten, nicht über Hecken zu springen“, erwiderte Hawkhurst gedehnt, obwohl Cassandra Lindsay mit dem Fächer auf seinen Arm schlug.

„Beachten Sie Hawk nicht, Mrs St. Harlow. Charles ist immer große Risiken eingegangen, wenn es darum ging, mit seinen reiterischen Fähigkeiten zu prahlen. Ich kann kaum glauben, dass er sich noch nicht den Hals gebrochen hatte, bevor er …“ Ihre Stimme verlor sich, sie runzelte die Stirn, und der Mann neben ihr, den Lia noch nicht kannte, vollendete den Satz.

„Bevor er so gestorben ist, wie man es aus den transsilvanischen Legenden kennt?“

Vampire? Davon sprach er? Das Gespräch in dieser Gruppe schien frech und schlagfertig zu sein. Es gab keine Tabus. Man schlich nicht um den heißen Brei herum und nach Charles’ Mangel an Humor war dieser Esprit erfrischend. Sie lachten auch viel, dachte sie, obwohl Lord Hawkhursts Lächeln seine Augen nicht erreichte.

„Beachten Sie Hawk und meinen Mann Nathaniel gar nicht, Mrs St. Harlow. Ich weiß, wie schwer Charles’ Tod für Sie gewesen sein muss, und ich bin sicher, dass Rodney Ihrer bezaubernden Schwester gerne bei einem Ausritt am Nachmittag Gesellschaft leisten würde. Wo hier in London wohnen Sie?“

„Braeburn House in Mayfair, Mylady.“ Leonora beschrieb rasch den Weg, und Aurelia musste dem Scharfsinn ihrer Schwester Beifall zollen, weil sie die Gunst der Stunde genutzt hatte. Aber der Gedanke, dass Hawkhurst Ihnen einen Besuch abstatten könnte, war besorgniserregend.

Würde er bemerken, was sie zu verbergen suchte? Würde er erwarten, Papa kennenzulernen? Bestand die Möglichkeit, dass er mit Leuten aus der Gegend sprechen würde und begriff, was sie bisher so erfolgreich vor allen verborgen hatte?

Sie war so erschöpft von dem Versuch, alle Fäden ihres Lebens in der Hand zu behalten, dass sie kaum noch atmen konnte.

Als eine junge, blonde Dame und eine ältere Dame sich zur Gruppe gesellten, veränderte sich der Ton und man wurde einander vorgestellt.

„Sie sehen so schön aus wie immer, Lady Berkeley“, meinte Cassandras Ehemann, als er ihr die Hand küsste.

„Sie waren schon immer ein Schmeichler, Lord Lindsay.“

Die Menschen, die ihr gesamtes Leben in der behüteten Welt der gehobenen Gesellschaft verbracht hatten, plauderten heiter. Waren Stephen Hawkhurst und Elizabeth Berkeley einander versprochen? Bei dem Gedanken wurden Aurelias Kopfschmerzen noch schlimmer und sie wusste, dass sie nicht hierher gehörte. Sie sah, wie die jüngere der Berkeley-Damen schüchtern ihre behandschuhten Finger auf Lord Hawkhursts Arm legte und ihn flüsternd etwas fragte.

Er antwortete ebenso leise und sie errötete, während ihre Augen aufgeregt glänzten. Elizabeth war in der Blüte ihrer Jugend: Sie war ganz Verheißung, Liebreiz und Hoffnung. Aurelia konnte sich nicht daran erinnern, dass sie je so gewesen war.

Als sie fünf Jahre alt war, hatte sie dabei zugesehen, wie ihre Mutter ihre Sachen gepackt hatte und verschwunden war. Mit sechs war sie die unerwünschte Stieftochter der zweiten Frau ihres Vaters gewesen und als sie siebzehn war, war Charles St. Harlow in ihr Leben getreten wie eine hell leuchtende Sternschnuppe.

Es wurde ein weiterer Walzer gespielt und Lord Hawkhurst und Elizabeth Berkeley entschuldigten sich, um zu tanzen. Er hatte seinen Arm vorsichtig, aber besitzergreifend um ihre Taille gelegt. Sie passten perfekt zusammen.

„Kannten Sie Hawk gut, als sie mit seinem Cousin verheiratet waren, Mrs St. Harlow?“ Die Frage kam von Cassandra Lindsay, deren Augen sie neugierig anblickten.

„Nein, wir haben uns nie getroffen. Aber sein Onkel war ein Freund.“

Ein Lächeln erhellte Lady Lindsays Gesicht. „Alfred ist sehr wählerisch, wenn es darum geht, Freundschaft zu schließen. Nehmen Sie zum Beispiel Elizabeth Berkeley. Ich bezweifle, dass er sie überhaupt wahrgenommen hat.“

„Sie ist sehr schön.“

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