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Hot Chocolate – Forever

Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Willkommen
  7. Donnerschlag
  8. Hängepartie
  9. In der Hitze des Gefechts
  10. Weichenstellung
  11. Big in Japan
  12. Herztöne
  13. Finale

Über dieses Buch

Jill kann ihre Freude kaum bändigen, als sie kurzfristig von Sam in ein Flugzeug gesetzt wird, um ihn in Tokio zu besuchen. Zu lange schon wartet sie auf ihre Chance und bangt, ob aus ihr und dem schlagfertigen Piloten mehr werden könnte. Doch die Erlebnisse während der langen Nächte in Japan sprengen alle ihre Erwartungen. Ganz zu schweigen von den Neuigkeiten, die ihre Mitbewohnerinnen zu berichten haben, als sie sich alle wieder im Hot Chocolate einfinden …

Über die Autorin

Charlotte Taylor ist seit 2014 das Pseudonym der Frankfurter Autorin Carin Müller, wenn sie Ausflüge in Richtung horizontaler Literatur unternimmt. Seitdem teilen sich die beiden einen Körper, einen Mann und einen Hund – und streiten sich täglich um die Vorherrschaft am Computer.

Mehr Informationen gibt es für Charlotte auf www.charlottetaylor.de und für Carin auf www.carinmueller.de

Willkommen

Willkommen zum Staffelfinale von »Hot Chocolate«! Ihr erinnert euch? Das Hot Chocolate ist diese wunderbare Bar in Los Angeles, ein perfekter Ausgangspunkt für aufregende Abenteuer. Besitzer Freddy Cooper hat sein Schmuckstück vor zwanzig Jahren eröffnet und seitdem nicht nur fantasievolle Cocktails erfunden, sondern auch der einen oder anderen Liebe auf die Sprünge geholfen.

Das gilt auch für die Vierer-WG rund um Freddys Ziehtochter Lisa. Die rassige Informatik-Studentin bewohnt mit der Schauspielerin Jill, der Juristin Kate und der angehenden Ärztin Ava die schicke Penthousewohnung, die Freddy den vier jungen Frauen zur Verfügung stellt. Statt Miete zu zahlen, jobben die Freundinnen regelmäßig in seiner Bar – und machen dort die faszinierendsten Bekanntschaften.

In der ersten Staffel hat es schon gewaltig geprickelt – zwischen »Ava & Jack« (Episode 1.1), zwischen »Jill & George« (Episode 1.2), zwischen »Kate & Blue« (Episode 1.3) und schließlich auch zwischen »Lisa & Dan« (Episode 1.4). Doch wie im wirklichen Leben ist es auch im Hot-Chocolate-Universum nicht immer so, wie es auf den ersten Blick erscheint – manchmal sind die Zwischentöne spannender als das Offensichtliche. Und machen wir uns nichts vor – trotz viel heißer Glut hat sich noch kein richtiges Feuer entzünden wollen. Oder vielleicht doch?

Die zweite Staffel wurde bisher von »Love« (Episode 2.1), »Pleasure« (Episode 2.2), »Lust« (Episode 2.3) und »Passion« (Episode 2.4) dominiert, also von Liebe, Vergnügen, Lust und Leidenschaft. Es kam einiges in Bewegung, und die Fäden scheinen nun endgültig zusammenzulaufen.

Ava und Jack sind wahnsinnig glücklich miteinander, doch müssen beide nun anstehende berufliche Fragen beantworten. Wird Jack nach dem schweren Unfall auf die Bohrinsel zurückkehren, oder sucht er sich einen anderen Job? Ava hat ihr Studium beendet und ist nun Assistenzärztin. Sie könnte einfach in der Notaufnahme weiterarbeiten, aber auch andere Optionen haben ihren Reiz.

Kate ist diesbezüglich schon einen Schritt weiter. Sie hat ein konkretes Jobangebot von einer tollen Kanzlei in San Francisco und ist überglücklich, dass Lisa ihr endlich ihre Liebe gestanden hat. Doch wird Lisa ihre Heimatstadt Los Angeles verlassen und mit Kate nach San Francisco ziehen? Und welches Geheimnis hat sie noch?

Auch Jill hat möglicherweise eine glänzende Karriere vor sich. Aktuell ist sie bei den Dreharbeiten für die Pilotfolge einer neuen Serie. Falls die produziert wird, wäre das eine grandiose Chance für das verwöhnte Hollywood-Girl. Allerdings würde das die ohnehin schon höchst schwierige Sache mit Sam wohl noch weiter verkomplizieren. Haben die beiden überhaupt eine Chance, oder wohnt Mr Right womöglich in Kanada?

All das erfahrt ihr jetzt im Staffelfinale »Hot Chocolate – Forever«!

Weitere Informationen zur Serie, Veröffentlichungstermine der nächsten Episoden und einiges mehr gibt es unter www.charlottetaylor.de.

Donnerschlag

Fahles Morgenlicht drang ins Hotelzimmer. Kate räkelte sich genüsslich im Halbschlaf. Eigentlich wollte sie nicht wach werden, dafür war die letzte Nacht einfach viel zu schön gewesen. Sie konnte es nicht glauben, dass es tatsächlich passiert war. Dass Lisa sie gestern hier überrascht hatte und sie endlich dem unwiderstehlichen Impuls nachgegeben hatten, der sie seit Wochen beide gleichermaßen umtrieb. Alle Hüllen waren gefallen – buchstäblich und im übertragenen Sinn, denn von den Schutzschilden, die sie beide so sorgfältig aufgebaut hatten, war nichts mehr übrig.

Sie hatten nicht einfach nur miteinander geschlafen, sie hatten sich geliebt, und es hatte sich so gut und richtig angefühlt wie nichts zuvor in Kates Leben. Schläfrig tastete sie mit der Hand neben sich. Sie sehnte sich schon wieder nach Lisas Nähe, nach ihrem unglaublichen Körper. Aber die Betthälfte war leer, das Laken kalt. War sie etwa heimlich abgehauen?

Panik durchfuhr Kate, und mit einem Schlag war sie hellwach. Sie setzte sich auf und sah sich im Zimmer um. Lisas Klamotten lagen nach wie vor verstreut auf dem Boden, und auch ihre Reisetasche stand noch neben dem Sessel, doch von ihr selbst keine Spur. Vermutlich ist sie einfach nur kurz im Bad, dachte Kate und ließ sich erleichtert zurück in die Kissen sinken. Sie schloss die Augen und malte sich aus, was sie gleich alles mit Lisa anstellen würde, sobald sie wieder ins Bett kam. Schon bei den Gedanken an den athletischen, starken Körper ihrer Freundin, ihre vollen Brüste, den runden, knackigen Po fühlte sie wieder ein sehnsüchtiges Ziehen zwischen ihren Schenkeln. Und nicht nur dort, auch weiter oben regte sich etwas. Ihr Herz klopfte wie verrückt, vor Aufregung, Vorfreude – und Liebe?! War sie tatsächlich verliebt in Lisa?

Ihr Herz und ihr Körper waren sich diesbezüglich vollkommen einig, doch ihr Kopf scheute sich vor der Antwort. Nicht, weil sie Zweifel an ihren Gefühlen hatte, sondern eher aus Angst vor den Konsequenzen. Lisa war nicht gerade das, was man klassischerweise als Beziehungsmaterial bezeichnen würde. Und sie selbst? Wenn sie ehrlich war, wollte sie gar nicht so genau darüber nachdenken. Sie wollte im Moment einfach nur Spaß haben. Spaß und viel, viel Sex. Und dafür sollte Lisa in jedem Fall die richtige Besetzung sein.

Den Job bei Burlington, Cook & Partners würde sie frühestens in sechs Wochen antreten, schließlich hatte sie ja noch nicht mal ihr Abschlusszeugnis von der Uni. Aber davor müsste sie sich eine Wohnung in San Francisco suchen, ob alleine oder mit Lisa … Sie schüttelte unwillig den Kopf. Das wurde schon wieder kompliziert, und sie hatte noch nicht mal Kaffee getrunken. Was trieb Lisa nur so lange im Bad? Kates Erregung war jedenfalls schlagartig abgeklungen und hatte wachsender Irritation Platz gemacht. Sie stand auf, zog sich ihr Schlafshirt über, das bislang unbenutzt auf dem Nachttisch gelegen hatte, und ging zur Badezimmertür.

Sachte klopfte sie an. »Lisa? Ist alles in Ordnung bei dir?« Keine Reaktion, nur ein erstickter Laut. »Lisa? Was ist denn los?« Kate klang nun ernsthaft besorgt. »Ist dir schlecht? Brauchst du Hilfe?«

»Ich … ich weiß nicht«, kam es kläglich schluchzend zurück.

Kate drückte die Klinke hinunter, doch die Tür war verschlossen. »Darf ich reinkommen?«, fragte sie sanft. »Egal, was ist, ich kann dir nur helfen, wenn du die Tür aufmachst.«

Es dauerte, bis sich etwas regte. So lange, dass Kate schon fast drauf und dran war, an der Rezeption anzurufen und Alarm zu schlagen. Aber dann klickte das Schloss. Die Tür selbst blieb jedoch immer noch verschlossen. Vorsichtig öffnete Kate sie und spähte ins Bad hinein. Lisa hatte ein Handtuch um ihren nackten Körper geschlungen und saß mit völlig geschocktem Gesichtsausdruck und verweinten Augen auf dem Rand der Badewanne. Abgesehen davon schien sie aber komplett unversehrt zu sein.

Kate nahm neben ihr Platz und legte ihr zärtlich einen Arm um die Schultern. »Willst du mir sagen, was los ist?« Sie drückte einen kleinen Kuss auf die nackte Schulter ihrer Freundin.

Lisa öffnete den Mund, doch außer einem heiseren Krächzen drang kein Laut über ihre Lippen. Sie schüttelte nur den Kopf.

»Süße, nun sag schon.« Kate hatte keine Ahnung, was Lisa derart aus der Fassung gebracht haben könnte, dass sie nicht einmal mehr in der Lage war, zu sprechen.

»Ich … ich … ich bin …« Lisas Stimme zitterte, und zwei Tränen bahnten sich ihren Weg über ihre Wangen.

»Du bist was?«, bohrte Kate weiter.

»Schwanger.« Die Wahrheit kam als kaum wahrnehmbares Flüstern heraus.

»Schwanger?«, rief Kate dagegen laut. »Hast du gerade gesagt, du bist schwanger?« Nun wurden auch ihre Knie weich, und sie war froh, dass sie bereits saß. Sie hatte mit einer Lebensmittelvergiftung oder Menstruationsbeschwerden gerechnet, aber … schwanger?

Lisa reichte Kate ein Plastikstäbchen, das sie in der Hand gehalten hatte. Es war ein Schwangerschaftstest und das Ergebnis eindeutig. »Ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte«, flüsterte sie mit rauer Stimme.

»In der Regel haben dafür Mann und Frau Sex«, erwiderte Kate kühl und rückte ein Stückchen zur Seite. Sie hatte keine Ahnung, warum sie so abweisend reagierte, fühlte sich aber unerklärlicherweise betrogen.

»Ich nehme die Pille, und Dan hat immer auch ein Kondom benutzt. Jedes Mal!« Aus Lisas Blick war ein wenig Verzweiflung gewichen und hatte einer gehörigen Portion Irritation Platz gemacht. Sie schien verwundert zu sein – und das nicht nur über das offensichtliche Versagen von gleich zwei Verhütungsmitteln, sondern auch über Kates seltsames Verhalten. Sicher hatte sie eher Mitgefühl und Trost erwartet und keine schnippische Bemerkung.

»Dann ist wohl irgendwas schiefgelaufen – oder ein anderer Kerl ohne Kondom ist … ist der Vater«, presste Kate hervor, unfähig, Lisa das zu geben, was sie brauchte. Sie hatte zu zittern begonnen und schlang beide Arme um sich.

»Es gab in letzter Zeit keinen anderen Kerl!«, schrie Lisa, und weitere Tränen flossen. Sie wischte wütend mit dem Handrücken über ihre Wangen und funkelte Kate an. »Wie kommst du überhaupt dazu, mir Vorwürfe zu machen?«

»Vorwürfe? Spinnst du? Ich mach dir keine Vorwürfe. Ich wundere mich nur. Das wird ja wohl noch erlaubt sein.« Kate war über sich selbst erschrocken, darüber, wie hysterisch sie gerade klang, doch sie hatte das Gefühl, dass alles Glück, das sie noch vor wenigen Minuten gespürt hatte, mit einem Mal wie weggeblasen war. Das hatte sie nicht verdient, oder? »Du lauerst mir in meinem Hotelzimmer auf, du verführst mich, gibst mir das Gefühl, dass mehr aus uns werden könnte. Ach was, dass das zwischen uns etwas Besonderes ist. Ich habe mich davon einlullen lassen, habe mich auf dich eingelassen – nur um jetzt festzustellen, dass du …« Ihre Stimme versagte.

»Dass ich was? Dass ich ein Leben vor dir hatte? Dass ich mit Männern geschlafen habe? Erstens wusstest du davon, und zweitens gilt das für dich doch genauso. Inwieweit unterscheide ich mich also von dir? Du hast dich vor wenigen Tagen von einem wildfremden Mann in einen Swingerclub führen und dich von wer weiß wie vielen Menschen ficken lassen!«

»Ian ist kein wildfremder Mann, und ich bin nicht schwanger!«

»Ach, bist du dir da auch ganz sicher?« Lisas sprachlose Verzweiflung war reiner, nackter Wut gewichen. Sie wusste, dass ihre Vorhaltungen unfair waren und dass sie nur als Ventil für ihren Schock dienten. Gleichzeitig war sie aber auch entsetzt darüber, wie Kate reagierte. Wenn sie es nicht besser wüsste, würde sie denken, dass sie eifersüchtig war. Doch das konnte ja wohl nicht sein, oder? Eifersucht würde bedeuten, dass zunächst andere Gefühle im Spiel waren. Richtige Gefühle. Liebe womöglich. Lisa wusste, dass sie in Kate verliebt war, daher tat es auch so weh, wie sie sich verhielt. Aber konnte es sein, dass Kate auch sie liebte? Das wäre mehr, als sie zu hoffen gewagt hatte. Plötzlich drehte sich alles in ihrem Kopf, und ihr wurde speiübel. Mit einem beherzten Satz sprang sie zur Toilettenschüssel und übergab sich. Genau wie in den letzten drei Tagen.

Während Kate beobachtete, wie Lisa sich würgend krümmte, spürte sie, wie der glühende Ball aus Wut, Verständnislosigkeit und Eifersucht, der sich vorhin so schlagartig in ihr breitgemacht hatte, plötzlich wieder verschwand. Sie atmete einmal tief durch und ließ alle anderen Emotionen zu. Zunächst einmal war da eine ganze Menge Mitgefühl für ihre Freundin, die sich ganz offensichtlich mehr als elend fühlte und von ihrer Schwangerschaft sicherlich noch schockierter war als sie selbst. Sie stand auf, trat zum Waschbecken und feuchtete ein kleines Handtuch mit lauwarmem Wasser an. Als Lisa sich erschöpft neben der Toilette an die Wand lehnte, tupfte Kate ihr damit das verschwitzte Gesicht ab. Dann ging sie kurz ins Zimmer und kam gleich darauf mit einer Flasche Wasser zurück. »Hier, trink«, sagte sie, reichte ihr die Flasche und setzte sich wieder auf den Badewannenrand.

Lisa nahm die Flasche dankbar entgegen, trank ein paar kleine Schlucke und schloss dann ermattet die Augen.

»Tut mir leid, wie ich reagiert habe«, fing Kate an. »Das war wirklich total daneben.«

»Mir tut’s auch leid. Also alles.« Lisa starrte die Fliesen an, schaffte es nicht, Kate in die Augen zu sehen. Sie hatte Angst davor, was sie darin wohl lesen könnte. »Ich habe keine Ahnung, wie das passiert sein könnte, und ganz sicher habe ich mir unseren ersten Tag als …« Sie brach ab. »Unseren ersten Tag als Paar«, hatte sie sagen wollen. Doch das brachte sie im Moment nicht über die Lippen. Sie wusste nicht, ob sie und Kate überhaupt jemals eine echte Beziehung haben konnten. Letzte Nacht war einfach nur traumhaft gewesen, aber wem machte sie etwas vor? Sie hatte keine Ahnung, ob Kate an mehr als dieser Nacht interessiert sein könnte. Kate hatte ihr Studium abgeschlossen, hatte einen tollen Job in Aussicht und war obendrein so konservativ erzogen, dass eine homosexuelle Partnerschaft wahrscheinlich niemals in Frage käme. Kate war sicherlich einer dieser Menschen, die ihren Neigungen nur heimlich nachgingen. Menschen, die für ihre schicke Fassade, für überholte Konventionen oder aus falsch gedeutetem Religions- oder Familienverständnis heraus eine heterosexuelle Beziehung führten und ihre eigentliche Leidenschaft nur im Verborgenen auslebten. Eine schwangere lesbische Freundin passte da wirklich nicht ins Konzept. Lisa schluckte traurig und kämpfte schon wieder mit den Tränen.

»Ich habe mir unseren ersten Tag als Paar auch anders vorgestellt«, entgegnete Kate jedoch mit sanfter, aber erstaunlich fester Stimme. »Ich habe davon geträumt, dass wir vor dem Frühstück ausgedehnten Sex haben. Dann vielleicht noch einen Quickie unter der Dusche. Und dann wieder, sobald wir zu Hause sind.

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