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Hunde-Clicker-Training

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Dieser Ratgeber hält noch weitere interessante Zusatzinfos und Bilder für Sie bereit. Die entsprechenden Stellen sind durch folgende Icons gekennzeichnet.

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  • Wie funktioniert denn der »Fliegenklatschen-Pfotentrick«? Gucken Sie das Video auf >, und schon kann’s losgehen mit dem Training. Ihr Hund wird begeistert sein.
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  • Belohnungshäppchen gesucht? Rezept und Bild für leckere Apfel-Crunchies finden Sie auf >.
  • Warum die persönliche Kommunikation mit dem Hund im Alltag so wichtig ist, zeigen die Bilder auf >.
  • Wie Sie Ihren Hund per Click in den Nebenraum schicken können, sehen und lesen Sie auf >.
  • Inspirationen für kleine Trickkünstler gibt’s auf >.
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  • Welche Alternativen gibt es zum Clicker? Die Antwort finden Sie auf >.
  • Wie man eine Übung richtig beendet, lesen Sie auf >.
  • Shaping – was ist das? Auf > erfahren Sie mehr.
  • Was beim Clickertraining mit mehreren Hunden wichtig ist, finden Sie auf >.
  • Clickertraining ist nichts für ungeduldige Zweibeiner. Warum erfahren Sie auf >.

INTERESSANTE INFOS FINDEN – SO EINFACH GEHT’S:

Sie brauchen nur ein Smartphone und eine Internetverbindung.

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1. APP HERUNTERLADEN

Laden Sie die kostenlose GU Heimtier Plus-App im Apple App Store oder im Google Play Store auf Ihr Smartphone. Starten Sie die App und wählen Sie Ihren Tierratgeber aus.

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2. BILD SCANNEN

Scannen Sie nun jeweils die in Ihrem Tierratgeber gekennzeichneten Bilder mit der Kamera Ihres Smartphones und tauchen Sie weiter ein in die Welt Ihres Tieres.

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3. NEUES ERFAHREN

Entdecken Sie Spannendes über Ihr Tier. Machen Sie den Wissenstest. Oder lassen Sie sich von tollen Bildern und Videos begeistern.

DIE BASICS FÜRS CLICKEN

Möchten Sie mit Ihrem Hund Tricks trainieren oder ihm Gehorsamsübungen anders als mit herkömmlichen Methoden beibringen?

Dann verwirklichen Sie Ihre Vorstellungen mit dem Clickertraining.

Clickertraining – Spaß für Mensch und Hund

Schon seit einiger Zeit erfreut sich das Clickertraining in der Hundeausbildung großer Beliebtheit.

Wenn Sie in Zoofachgeschäften einkaufen, ist Ihnen beim Hundezubehör vielleicht schon mal ein Clicker aufgefallen. Er sieht aus wie eine Art kleines Kästchen, das wie ein Knackfrosch funktioniert.

Man drückt darauf und erzeugt dadurch ein deutliches Knackgeräusch. Sie werden sich jetzt fragen, was es mit diesem Geräusch auf sich hat. Zunächst nichts, denn erst durch entsprechendes Training bekommt es für den Hund eine ganz bestimmte Bedeutung. Diese Art des Trainings ist nicht neu.

Vermutlich haben Sie es, vielleicht unbewusst, auch schon erlebt – nämlich im Zoo. Robben, Wale, aber auch Affen und andere Tiere lernen ihre Kunststücke nach diesem Prinzip. Delfine oder Robben zum Beispiel lassen sich nicht durch eine Leine oder einen Zügel beeinflussen. Deshalb musste man andere Wege finden, um ihnen zu zeigen, welches Verhalten man gerne sehen würde.

Populär im Bereich der Hundeerziehung wurde das Clickertraining vor allem durch Karen Pryor, Zoologin und Delfintrainerin aus den USA. Eigentlicher »Erfinder« eines wichtigen Teils des Clickertrainings war jedoch der russische Mediziner und Nobelpreisträger Iwan Petrowitsch Pawlow (1849–1936).

Er verknüpfte die Fütterung seiner Versuchshunde über eine gewisse Zeit mit einem Glockenton und stellte dabei Interessantes fest: Nach einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen begannen die Hunde bereits allein auf den Glockenton hin so zu »sabbern«, als hätten sie den vollen Napf vor sich. Nun können Sie sich sicher schon etwas besser vorstellen, was hinter dem Clickertraining steckt. Wie es genau funktioniert, erfahren Sie auf den folgenden Seiten.

Wie das Clickertraining funktioniert

Damit das Prinzip des Clickertrainings auch gut verständlich wird, unternehmen wir jetzt zusammen einen kurzen Ausflug in den Bereich des Lernverhaltens von Hunden.

Primäre und sekundäre Verstärker

Um ein Verhalten Ihres Vierbeiners positiv zu bestärken, brauchen Sie einen Verstärker, also eine Belohnung (>).

Je reizvoller die Belohnung für den »Schüler«, umso wirksamer ist sie auch. Hat ein Verstärker bereits von Natur aus eine hohe Bedeutung, dann spricht man von einem primären Verstärker. Das ist beim Hund zum Beispiel Futter. Es ist von Natur aus sehr bedeutungsvoll, ja lebenswichtig für ihn.

Für einen Hund mit entsprechender Veranlagung kann das aber auch ein fliegender Ball sein. Das Problem ist jedoch, dass man dem Hund nicht in allen Situationen, in denen man ihn für etwas loben möchte, im richtigen Moment ein Leckerchen geben oder einen Ball werfen will beziehungsweise kann. Stellen Sie sich vor, Sie möchten ihm beibringen, einen Gegenstand vom Boden aufzunehmen, und er tut das gerade. Wenn Sie jetzt in die Tasche nach dem Leckerchen greifen, wird Ihr Hund den Gegenstand sofort fallen lassen und nun an Ihrer Leckerchentasche »kleben«. Das optimale Timing des Belohnens erleichtert in solchen Situationen ein sogenannter sekundärer Verstärker, der dem Hund im richtigen Moment sagt: »Gut gemacht! Gleich gibt es leckere Happen.«

Erinnern Sie sich an den russischen Mediziner Pawlow und seine Glocke, von dem ich Ihnen auf > erzählt habe? Der für den Hund zunächst bedeutungslose Glockenton wird durch Verknüpfung mit dem »natürlichen« Reiz Futter quasi selbst zu einer Art Futternapf – er ruft dieselbe Reaktion, nämlich den Speichelfluss, hervor, weil der Hund weiß: »Jetzt gibt es gleich Futter.«

Beim Clickertraining wird der Clicker zum sekundären positiven Verstärker, indem er eine Zeit lang mit Futter gekoppelt wird.

Zum besseren Verständnis noch mal kurz zurück zu den Delfinen. Der sekundäre Verstärker ist hier ein bestimmter Pfiff. Er signalisiert dem Delfin zum Beispiel am höchsten Punkt eines Sprungs, dass das besonders gut war. Aber erst nach dem ausgeführten Sprung holt sich der Delfin seinen Fisch ab.

Werfen wir zur Abrundung noch einen Blick in unsere Welt, denn auch hier gibt es primäre und sekundäre Verstärker. Essen und Trinken sind beispielsweise primäre Verstärker für uns. Geld dagegen ist ein sekundärer Verstärker. Wir haben gelernt, dass wir mit Geld Essen und Trinken kaufen können.

Deshalb freuen wir uns, wenn wir Geld bekommen, und strengen uns dafür an. Oder würden Sie etwa umsonst arbeiten? Es gibt aber auch negative primäre Verstärker. Ein Beispiel dafür ist Schmerz (etwa verursacht durch einen Stromreiz). Auch einen solchen Verstärker kann man mit einem neutralen Reiz, wie dem Aufleuchten einer Lampe, koppeln.

Die Lampe wird dann zu einem negativen sekundären Verstärker – sie kündigt Schmerz an und hat ein Verhalten zur Folge, das zur Vermeidung des Stromreizes führt. Und zwar schon, ohne dass dieser einsetzt. Als sekundären negativen Verstärker in unserem Lebensbereich könnte man zum Beispiel das Radargerät bezeichnen. Sieht man es, wird man automatisch die Geschwindigkeit anpassen.

Wir haben gelernt, dass es negative Konsequenzen für uns hat, wenn wir zu schnell fahren und ein solches Gerät am Straßenrand steht.

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Erwartungsvoll schaut dieser Hund nach dem Click auf seinen Menschen – gleich folgt der Happen!

Klassische Konditionierung Der Lernprozess, auf dem die Verknüpfung des primären mit dem späteren sekundären Verstärker beruht, heißt klassische Konditionierung.

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1 Futter hat für den Hund von Natur aus einen hohen Wert. Er muss also nicht erst lernen, was es bedeutet. Deshalb ist Futter ein primärer Verstärker.