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Katzen-Trickkiste

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VORWORT

Die wunderbare Welt der Katzen

KATZEN SIND MEINE LEIDENSCHAFT – auch wenn sie uns wohl immer ein Stück weit rätselhaft bleiben werden. Aber ist nicht genau das auch das Faszinierende an diesen wunderbaren Wesen?

Leider kursieren noch immer viele falsche Gerüchte über das Wesen der Katze: Mal gilt sie als eigensinnig und falsch, dann wieder heißt es, sie sei ein unabhängiger Freigeist, dem sein Revier wichtiger wäre als sein Mensch. Nichts davon ist wahr.

Unsere Hauskatzen sind hoch intelligente Raubtiere mit einem sehr komplexen Sozialverhalten. Und sie haben oft eine sehr innige und tiefe Bindung zu uns. Wir müssen uns dazu nur ihr Vertrauen verdienen und uns als zuverlässiger Begleiter erweisen. Dann fühlen sie sich bei uns sicher und wohl.

Ich möchte mit diesem Buch kreative Wege aufzeigen, wie Sie Miezes Welt besser verstehen können. Es braucht dazu keine neue Methode und auch keinen Katzenflüsterer. Häufig sind es nur Kleinigkeiten, die den Erfolg im Zusammenleben mit diesen wundervollen und auch unabhängigen Tieren ausmachen. Und jeder von Ihnen bringt die Fähigkeiten mit, die es für ein harmonisches Zusammenleben braucht. Sie müssen nur lernen, genau hinzuschauen, die Signale Ihrer Katze richtig zu deuten und selbst auf die kleinen Unterschiede bei der Kommunikation mit ihr zu achten. Auf diese Weise lässt sich vielen Problemen vorbeugen, und wir können unseren Pfotenkünstlern ein katzengerechtes Leben ermöglichen. Und genau das sind wir ihnen schuldig.

Ich weiß: Vertrauen kann man sich nicht kaufen, Vertrauen muss wachsen. Das dauert manchmal, und nicht immer ist der Weg bis ans Ziel ohne Hürden zu bewältigen. Aber ist es nicht der größte Lohn für all die Mühen, zu wissen, dass man am Ende eine Katze als Freund hat?

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Entdecken Ihrer ganz eigenen wundervollen Fähigkeiten – und natürlich deren Ihrer Katze!

Katja Rüssel

TheraFelis-Katzenberatung

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KATZEN VERSTEHEN

Katzen gelten als Eigenbrötler, dabei genießen sie das Leben mit uns durchaus. Sie brauchen keinen Anführer, aber sie wünschen sich einen Menschen, der Sie versteht und ihre Natur respektiert. Dazu müssen wir wissen, wie sie »ticken« und was sie uns sagen wollen. Schließlich haben unsere Stubentiger durchaus ihre Eigenarten. Und die sollte man kennen, um gut miteinander auszukommen.

MIEZES STAMMBAUM

Das Erbe unserer Hauskatze

DIE MEISTEN WISSENSCHAFTLER gehen heute davon aus, dass unsere Hauskatze von der Falbkatze oder Afrikanischen Wildkatze (Felis silvestris libyca) abstammt, die wie die europäische Waldwildkatze (Felis silvestris silvestris) zur Art der Wildkatze (Felis silvestris) gehört. Wildkatzen sind in verschiedenen Unterarten auf der ganzen Welt heimisch und gelten daher als die am weitesten verbreitete Katzenart.

Die kleine, grau getigerte Falbkatze ist wie alle wild lebenden Katzen – mit Ausnahme des Löwen – ein Einzelgänger, das heißt, sie lebt nicht mit Artgenossen in einem festen Sozialverband. Auch auf die Jagd geht sie allein. Schon aufgrund der geringen Größe ihrer Beutetiere – Mäuse, Vögel, kleine Reptilien und Insekten – gäbe es ja auch gar nicht viel, was man teilen könnte. Und die typische Jagdtechnik, zum Beispiel vor einem Mauseloch lauern und abwarten, bis ein unvorsichtiges Mäuschen den Kopf herausstreckt, ist ebenfalls erfolgversprechender, wenn man allein loszieht. Ein Artgenosse würde da eher stören und am Ende vielleicht sogar noch versuchen, einem die Beute streitig zu machen. Wild lebende Katzen sind daher von Natur aus eher unkooperative Wesen.

Für vermeintliche Eigenbrötler haben es Katzen hierzulande weit gebracht: Sie sind die beliebtesten Haustiere, weit vor Hunden, Kleinsäugern wie Kaninchen oder Meerschweinchen und Vögeln. Rund 11,5 Millionen Samtpfoten leben in bundesdeutschen Haushalten. Denn obwohl Hauskatzen von der solitär lebenden Falbkatze abstammen und nicht auf das Zusammenleben mit Artgenossen angewiesen sind, heißt das noch lange nicht, dass sie unsozial wären. Sie haben sich im Laufe der Jahrtausende nicht nur mit uns Menschen arrangiert. Wenn es genug Platz und Futter gibt, man also nicht um lebenswichtige Ressourcen streiten muss, klappt es auch mit dem netten Nachbarskater oder einer zweiten Katze (ab >). Genauso kann sich Mieze mit anderen Haustieren arrangieren. Voraussetzung dafür ist aber immer, dass wir als Halter ihre natürlichen Bedürfnisse kennen und ihre katzentypischen Ansprüche erfüllen.

WER BIST DU?

Wer liegt da auf unserem Schoß?

WEIL KATZEN EINZELGÄNGER sind, kommt eine Rangfolge, wie wir sie zum Beispiel vom Wolf und Hund kennen, in ihrem Sozialsystem nicht vor. Aus diesem Grund müssen wir als Katzenhalter weder mit unserem Tier »konkurrieren«, noch den »Boss« oder »Chef« mimen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Katzenhalter eher eine Art Elternrolle übernehmen. Denn im Lauf der Domestikation trat bei unseren Stubentigern eine sogenannte Reifehemmung ein, die dazu führte, dass die Tiere zeitlebens in einer Art Kindstatus verbleiben. Das bedeutet, dass die Hauskatze auch im Erwachsenenalter kindliche Verhaltensweisen zeigt: Sie ist schmusig, anlehnungsbedürftig oder zeigt, wenn sie völlig entspannt auf unserem Schoß liegt, den Milchtritt, der als Kätzchen den Milchfluss in Mutters Gesäuge stimulierte …

In einer guten Mensch-Katze-Beziehung sollten die Rollen daher so verteilt sein wie zwischen Eltern und ihrem Kind: Die Katze wird von uns gefüttert, beschützt, gepflegt und versorgt. Wir bürsten und erziehen sie, säubern ihre Toilette und schmusen mit ihr. Doch trotz dieser engen Beziehung dürfen wir nie vergessen, dass Katzen eigenständige Wesen sind. Wir müssen ihre natürlichen Bedürfnisse und Eigenarten respektieren. Sie sind zwar in gewisser Weise wie kleine Kinder auf uns angewiesen. Es fließt aber immer noch das Blut eines wilden, unabhängigen Räubers in ihnen.

Zu den Dingen, die für Katzen typisch sind, gehören zum Beispiel die Jagd nach lebender Beute, das Bedürfnis, Hinterlassenschaften zu vergraben, sich mithilfe von Urin bestimmte Botschaften zu vermitteln (>) oder eben mit Artgenossen zu konkurrieren. Umso wichtiger ist es für uns Menschen im Zusammenleben, die Welt auch mit Miezes Augen zu sehen. Im Vordergund steht dabei immer die Kommunikation, die bei Katzen in erster Linie über die Körpersprache läuft (>). Nur wer die Signale kennt, kann die Stimmungslage richtig beurteilen und Situationen besser einordnen – das gilt für die eigenen Samtpfoten genauso wie für fremde. Dann fühlen sich Katze und Mensch gleichermaßen wohl.

KÖRPERSPRACHE

Mit allen Sinnen dabei

ES LIEGT IN DER NATUR DER KATZE, von vornherein lieber einen großen Bogen um Artgenossen zu machen, statt auf Kuschelkurs zu gehen. Und lässt sich ein Aufeinandertreffen nicht vermeiden, ziehen Sie sich zurück oder versuchen, den anderen auf Distanz zu halten. Dazu benutzen sie vor allem ihren Körper als Kommunikationsmittel.

In der kätzischen Körpersprache lassen sich verschiedene Grundtendenzen unterscheiden: Neben der normal entspannten Haltung gibt es abwehrende Signale und solche, die darauf hindeuten, dass die Katze erregt oder ängstlich ist. Wieder andere vermitteln deutlich, dass sie zum Angriff bereit ist. In allen Fällen tun Katzen ihre Stimmung mithilfe von Ohren und Schwanz, Schnurrhaaren und Fell sowie Blicken und Gesten kund. Vor allem an der Stellung der Ohren und des Schwanzes sowie der Körperhaltung können Artgenossen schon von Weitem erkennen, wie der Hase läuft. Mit uns Menschen kommunizieren Katzen ebenfalls hauptsächlich über Körpersprache. Wenn Sie diese zu deuten vermögen, können Sie sich besser auf Ihre Katze einstellen und leichter verstehen, was in ihr vorgeht.

Besonders gut gelingt dies, wenn Sie einmal auf Ihre eigene Körpersprache achten. Denn wir Menschen drücken die drei Grundstimmungen – gelassen, ängstlich, angriffsbereit – ganz ähnlich aus wie unsere Stubentiger. Fühlen Sie sich wie ein Schauspieler in die entsprechenden Emotionen hinein, und beobachten Sie, wie sich dadurch Ihre Körperhaltung verändert: Wenn wir uns sicher fühlen,