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King’s Legacy - Nur mit dir

Inhalt

  1. Cover
  2. Über das Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Playlist
  7. Motto
  8. Logan
  9. Chloe
  10. Logan
  11. Chloe
  12. Logan
  13. Chloe
  14. Logan
  15. Chloe
  16. Logan
  17. Chloe
  18. Chloe
  19. Logan
  20. Chloe
  21. Logan
  22. Chloe
  23. Logan
  24. Chloe
  25. Logan
  26. Chloe
  27. Chloe
  28. Logan
  29. Chloe
  30. Logan
  31. Logan
  32. Chloe
  33. Logan
  34. Logan
  35. Chloe
  36. Logan
  37. Chloe
  38. Logan
  39. Chloe
  40. Chloe
  41. Logan
  42. Logan
  43. Chloe
  44. Logan
  45. Chloe
  46. Logan
  47. Logan
  48. Danke

Über dieses Buch

Logan Hill hat alles erreicht. Dank harter Arbeit hat er es als CEO einer großen Bank endlich an die Spitze geschafft und wird außerdem schon bald die Tochter seines Chefs heiraten. Trotzdem vergisst er seine Wurzeln nicht: Regelmäßig unterstützt er Jaxon und dessen Schwester Chloe im King’s Legacy. Doch plötzlich bekommt sein perfektes Leben einen Riss. In einem Moment der Schwäche werden seine Gefühle für seine Verlobte in Frage gestellt. Hat er bisher eine Lüge gelebt? Logan steht kurz davor, alles aufs Spiel zu setzen. In der ganzen Zeit steht Chloe ihm zur Seite, und auf einmal merkt er, dass er mehr für sie empfindet, als er sollte … Doch ist es schon zu spät?

Über die Autorin

Amy Baxter ist das Pseudonym der Autorin Andrea Bielfeldt. Amy begann ihre Karriere als Selfpublisherin und eroberte dann mit der erfolgreichen Romance-Reihe San Francisco Ink, erschienen bei be-ebooks, dem digitalen Label des Bastei Lübbe Verlags, eine große Fangemeinde. Dank ihres Erfolgs kann sie sich heute ganz dem Schreiben widmen. Zusammen mit ihrer Familie lebt und arbeitet sie in einem kleinen Ort in Schleswig-Holstein.

Weitere Infos findest du unter https://amybaxter.de/, https://andrea-bielfeldt.de/ und über Facebook.

Amy Baxter

King’s Legacy

Nur mit dir

 

Die Playlist zum Buch findet ihr bei Spotify.
Einfach King’s Legacy in die Suche eingeben.

Was du liebst, lass frei.

Kommt es zurück, gehört es dir.

Für immer.

Konfuzius

Logan

»Ich hab Mist gebaut.«

»Logan … was …?« Chloe klang verschlafen. Kein Wunder. Es war drei Uhr in der Nacht, und ich hatte meine beste Freundin gerade mit meinem Anruf aus dem Schlaf gerissen.

»Ich habe Mist gebaut«, wiederholte ich. »Großen Mist. Eigentlich hab ich so richtig Scheiße gebaut.« Meine Stimme war brüchig. So, wie ich mich fühlte. Alles brach gerade zusammen.

Ich hörte sie am anderen Ende gähnen. »Jetzt mal ganz langsam, Lo. Ich kann dir gerade nicht folgen. Kannst du etwas konkreter werden?«

»Ich habe –«

»Mist gebaut, ja. Das sagtest du bereits. Ist das ein großer Mist? Dauert’s länger? Sollte ich mir einen Kaffee machen?«

Nur zu gut konnte ich mir vorstellen, wie sie sich die Haare zurückstrich, so, als würde eine freie Stirn ihr beim Denken helfen. Obwohl ich verzweifelt war, musste ich grinsen.

Meine Hand schnellte nach oben, um ein Taxi anzuhalten. »Glaub mir, es ist ein verdammter Scheißhaufen. Machst du mir einen Kaffee mit?«

Wieder ein Gähnen. »Sicher. Bis gleich.«

Ich ließ mich auf die Rückbank des Taxis fallen und nannte dem Fahrer die Adresse von Chloes Appartement in Queens. Um diese Uhrzeit waren die Straßen zwar belebt, aber zumindest nicht verstopft, sodass der Wagen gute zwanzig Minuten später vor ihrer Wohnung hielt. Zwanzig Minuten Fahrt, die ich mit einem bleischweren Klumpen in meinem Magen zurücklegte. Mir war kotzübel.

Kaum hatte ich den Klingelknopf gedrückt, sprang die Eingangstür des mehrstöckigen Wohnhauses auf. Die Treppen ganz nach oben war ich schon unzählige Male hochgestiegen, aber noch nie hatte ich dabei das Gefühl gehabt, zu meiner eigenen Hinrichtung zu gehen. Chloe erwartete mich bereits an der Tür. In einem knallroten T-Shirt mit Popeye-Aufdruck, das ihr bis zu den Knien ging, und dicken, ebenfalls roten Socken. Der silbergraue Bob war verwuschelt, und natürlich trug sie kein Make-up, das die wenigen Sommersprossen auf ihrer Nase hätte verstecken können. Ich liebte diese kleinen Punkte, Chloe verabscheute sie.

Chloe reichte mir bis zur Nasenspitze – wenn sie Schuhe trug. Jetzt kitzelten ihre Haare mich am Kinn, als ich sie kurz umarmte und an mich drückte.

»Hey, Kleines. Du siehst sexy aus.«

»Du dagegen siehst aus, als hättest du die letzten Stunden unter der Kennedy Bridge verbracht«, entgegnete sie mit einem Stirnrunzeln und wischte über meine Wange. »Du hast da was. Ist das … Lippenstift?«

Unwillig verzog ich mein Gesicht, woraufhin sich ihr müder Ausdruck in Erstaunen verwandelte. »Na los, komm rein.« Sie drehte sich um und schlurfte über die dunklen Holzdielen den Flur entlang, bevor sie links in das mit Möbeln im Industrie-Look eingerichtete Wohnzimmer abbog. Sich selbst hatte sie bereits einen Kaffee eingeschenkt, für mich standen ein Becher, Milch und Zucker und eine Kanne auf dem niedrigen Glastisch bereit.

Chloe wickelte sich in eine helle Wolldecke und setzte sich mit angezogenen Knien in die Ecke des Sofas, wo sie in unzähligen Kissen in allen Formen und Farben versank. Dann griff sie nach ihrem Hardrock-Café-Becher, den ich ihr mal aus einem Urlaub in Chicago mitgebracht hatte, und sah mich über den Rand hinweg forschend an. Um Zeit zu gewinnen, schenkte ich mir langsam einen Kaffee aus der Kanne ein und nahm eine Armlänge von ihr entfernt Platz.

Es tat gut, hier zu sein. Chloe war der erste Mensch gewesen, der mir eingefallen war. Ja, ich hätte auch mit meinen Freunden Jaxon oder Sawyer darüber reden können, aber das war nicht dasselbe. Chloe würde nicht auf die Idee kommen, dass die Sache mit einigen Bieren zu bereinigen war. Sie war meine beste Freundin, und ich wusste, dass sie mir zuhören, mich vielleicht sogar verstehen würde. Chloe anzusehen war für mich, wie in einem offenen Buch zu lesen, was sie vehement abstritt. Jetzt versuchte sie ebenfalls, sich nichts anmerken zu lassen, aber ich kannte sie zu gut, um es nicht besser zu wissen. Diese Frau platzte fast vor Neugier. Das hätte mich zum Lachen gebracht, wenn es mir nicht so beschissen gegangen wäre.

»Also? Was ist so schlimm, dass du mich mitten in der Nacht aus meinen heißen Träumen holst?«, hakte sie letztendlich nach, weil ich nicht von allein anfing zu sprechen.

Ich atmete tief ein und geräuschvoll wieder aus. »Ich habe Aubrey betrogen«, sagte ich, ohne sie anzusehen. Stattdessen fixierte ich die rote Stand-by-Leuchte des ausgeschalteten Flatscreens, der gegenüber an der grau gestrichenen Wand hing.

»Oh Mann, Logan … echt jetzt?«, entgegnete sie mit einem leichten Seufzer. »Na ja, das musste ja mal so kommen«, hörte ich sie murmeln. Das war sicher nicht für meine Ohren bestimmt gewesen.

»Ist das alles?« Wie konnte sie so ruhig bleiben?

»Sicher. Aber was genau willst du jetzt von mir hören?« Wieder trank sie einen Schluck Kaffee, wobei sie mich schon fast gelangweilt ansah.

»Wie? Was …?«

»Ist es ernst?«, unterbrach sie mich und zog die Stirn in Falten.

Ich schnaubte leise und zuckte mit den Schultern. »Ich weiß es nicht, Chloe.«

»Autsch …« Ein hörbares Seufzen, dann suchte sie sich eine andere Sitzposition, verknotete ihre schlanken Beine yogamäßig im Schneidersitz, deckte sich wieder zu. Wieder fühlte ich ihren Blick auf mir ruhen. »Wer ist sie?«

»Fay Lopez. Sie ist …« Ich hob den Kopf, atmete durch und sah dann Chloe an. »Sie arbeitet in der Bank, die Havering übernehmen will.«

»Aha«, sagte sie, als wäre damit alles klar, aber ihr Blick war voller Fragezeichen.

»Wir kennen uns schon eine Weile von unzähligen Besprechungen. Heute war sie wieder mit ein paar Anwälten und Kollegen ihrer Bank in unserem Haus. So eine Fusion ist ein langwieriges Thema, das –«

»Bitte, Lo! Keine langweiligen Texte über deinen Job, okay?«

»Sicher. Also, wir hatten einen Termin, danach ein Essen. Wir haben uns gut verstanden. Sie ist witzig, charmant, klug und sieht verdammt gut aus.«

»Aha.«

»Ich habe sie ins Hotel begleitet, und wir sind dann noch auf einen Drink an die Bar und …«

»Dabei blieb es nicht?«

»Nein.«

»Mann, Logan! Lass dir doch nicht immer alles aus der Nase ziehen.«

»Wir sind zusammen im Bett gelandet.«

»Du hast mit ihr geschlafen?« Jetzt rutschten ihre Augenbrauen Richtung Haaransatz, und ihre Augen wurden riesig. Stumm nickte ich. Sie pfiff leise durch die Zähne. »Respekt.«

»Nicht hilfreich, Chloe.«

»Scheiße. Logan! Bist du denn von allen guten Geistern verlassen? Was hast du dir dabei gedacht?«

Warum war sie so schockiert? Ich stellte den Becher auf den Glastisch und lehnte mich kraftlos in das Polster der Couch zurück. Dann nahm ich die Brille ab und rieb mir die Augen. »Ich weiß, dass das nicht besonders klug war, aber –«

»Klug? Mann, Logan!« Chloe verdrehte die Augen und lachte bitter auf. »Noch mal zum Mitschreiben: Du arbeitest für deinen zukünftigen Schwiegervater, sprich, die Bank, in der du zweiter Chef bist, gehört der Familie deiner Verlobten. Du kannst dir ja wohl vorstellen, was los ist, wenn das rauskommt.« Sie hätte den Satz nicht beenden müssen, mir war auch so klar, was sie damit sagen wollte. Jacob Havering war nicht nur mein Schwiegervater in spe, sondern auch Gründer und Inhaber der Havering Group, der größten Bank an der Ostküste, und damit mein Chef.

»Er wird mir den Arsch aufreißen, wenn er davon erfährt.«

»Wenn er der knallharte Geschäftsmann und Vater ist, als den du ihn mir beschrieben hast, dann wird er das tun. Mit Sicherheit. Du hast seine Tochter betrogen, sein Ein und Alles. Du hast dich ganz schön in die Scheiße geritten, Lo. In Zukunft wirst du allenfalls noch einen Job bei der Müllabfuhr kriegen.«

Chloe hatte recht. Nicht nur meine Beziehung mit Aubrey hing an dem Ausrutscher, sondern meine gesamte Existenz. Ich hatte es echt auf ganzer Linie verbockt.

»Deswegen wird er es auch nicht erfahren«, sagte ich so überzeugend wie möglich.

»So was kommt immer raus, Logan. Immer. Du solltest ehrlich zu ihr sein. So was hat selbst Aubrey nicht verdient.«

»Ich dachte, du kannst sie nicht ausstehen?«

»Aubrey und ich werden keine Freundinnen, zumindest nicht in diesem Leben«, sagte sie, und ihr Blick wurde traurig. »Aber Betrug ist das Allerletzte. Es tut einfach nur weh und kann tiefe Narben hinterlassen. Und es passt doch auch gar nicht zu dir.«

Getroffen sah ich sie an. »Mir war nicht klar, dass du so empfindlich auf dieses Thema reagieren würdest.«

»Jeder reagiert auf dieses Thema empfindlich«, stieß sie aus. »Betrogen werden ist scheiße! Es ist, als würde dir plötzlich jemand den Boden unter den Füßen wegziehen. Du fällst, und die Hand, von der du dachtest, dass sie dich immer halten würde, ist nicht mehr da. Sie hat dich einfach freigegeben, ohne dich vorzuwarnen.« Sie hob den Blick, und es war, als würde sie durch mich hindurchsehen. »Das tut weh. Verdammt weh.«

Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen. »Du sprichst von dir, oder?« Ich hatte nicht gewusst, dass sie betrogen worden war. Davon hatte sie mir nie erzählt.

Ein tiefer Atemzug, dann ein Kopfschütteln. »Es geht hier nicht um mich, Logan. Aber ihr beide … Du solltest verdammt noch mal den Arsch in der Hose haben und ehrlich zu ihr sein. Sie hat nicht verdient, angelogen zu werden, und du würdest damit auch nicht glücklich werden. Just my two cents.«

»Es war nicht geplant, Chloe. Ich habe erst danach …« Das war nichts weiter als eine lahme Ausrede, und deswegen brachte ich sie auch nicht zu Ende. »Das war ein Ausrutscher. Eine einmalige Sache. Nichts, was ich wiederholen werde«, setzte ich hinterher. Wobei ich gerade selbst nicht wusste, wie ernst ich diese Aussage nehmen sollte.

Chloe beugte sich vor, strich sich eine Haarsträhne hinter ihr Ohr und sah mich an. »Warum zum Teufel hast du Aubrey betrogen?«

»Warum? Warum wohl?«

Chloe zog abwartend die Stirn hoch.

»Fay hat mich irgendwie angezogen …«

Ein raues Lachen erklang. »Und dann ausgezogen? So ein Mist, Logan. Sie wird ja wohl nicht von allein in dein Bett gefallen sein.«

»Es war ihr Bett«, stellte ich automatisch richtig, als wäre das wichtig.

»Weiß sie, dass du verlobt bist? Dass du und Aubrey …?«

»Jacob wird jedenfalls nicht müde zu betonen, wie sehr er sich auf unsere Hochzeit freut.«

»Ach? Habt ihr jetzt ein festes Datum?«

»Nein. Ich … weiß nicht mal mehr, ob ich sie noch heiraten will.«

»Wegen deines Ausrutschers?«

»Auch … und ich kann nicht aufhören, an Fay zu denken. Sie hat mir ganz schön den Kopf verdreht.«

Als ich aufsah, hatte sich irgendwas in Chloes Miene verändert. Ich wusste nicht, ob sie wütend auf mich war oder traurig. Oder beides. Aber sie wurde zumindest nicht müde, mir den Kopf zu waschen. »Jetzt mal ehrlich: Wenn deine Beziehung mit Aubrey intakt wäre, dann hätte diese Fay keine Chance gehabt. Aber offensichtlich hatte sie eine.«

»Ich werde sie nicht wiedersehen, Chloe«, beteuerte ich. »Wenn die Übernahme gelaufen ist, werde ich sie nicht wiedersehen.«

»Aber bis dahin dauert es noch, richtig?«

»Ja. Ein paar Wochen.«

Bewegungslos saß Chloe da und tackerte mich mit ihrem durchdringenden Blick ans Sofa. Und das machte mich nervös. »Was?«, herrschte ich los.

Sie schürzte die Lippen. »Warum bist du eigentlich hier, Logan?«

»Wie jetzt?« Verwundert sah ich sie an.

»Du weißt genau, dass du Mist gebaut hast, aber die Wahrheit hören willst du auch nicht. Was hast du denn erwartet? Dass ich dir eine Lösung deines Problems mit deinem Kaffee serviere? Nein. Nicht um diese Uhrzeit, mein Lieber.«

Ich schüttelte den Kopf, griff nach meinem Becher und lehnte mich zurück. Fuck, ja! Tatsächlich spürte ich so was wie Enttäuschung in mir. Mit einer so heftigen Gegenwehr von meiner besten Freundin hatte ich nicht gerechnet. Vielleicht hätte ich damit doch lieber zu den Jungs gehen sollen. Dann wäre das Problem zwar nicht aus der Welt, aber ich wäre zumindest betrunken genug, um es für wenige Stunden zu vergessen.

»Ich hatte auf Verständnis gehofft, nicht auf so krassen Gegenwind«, gab ich zu, während mein Blick den Rest Kaffee in meinem Becher fixierte, als könnte ich darin tatsächlich die Lösung für mein Dilemma finden. »Wieso bist du eigentlich so sauer auf mich? Du bist doch sonst immer auf meiner Seite.« Das fragte ich mich schon die ganze Zeit.

Mit einem Kopfschütteln überging sie meine Frage. »Du weißt, wie ich darüber denke. Mach was draus.«

»Was soll das heißen?«

»Was wohl? Willst du einfach so weitermachen?«

»Natürlich nicht.«

»Gut.«

»Nichts ist gut. Scheiße! Ich kann so nicht weitermachen. Ich liebe Aubrey nicht mehr.«

Es dauerte zwei Atemzüge, bis sie etwas erwiderte. »Dann hoffe ich für dich nur, dass Aubrey nicht zu sehr nach ihrem Vater kommt.«

Chloe

»Und halten! Halten … Zieh durch, Katelyn. Komm schon! Denk an dein Ziel!«

Meine Hand drückte gegen Katelyns Beine, die sie einen halben Meter über dem Boden ausstreckte, um ihre Bauchmuskeln zu quälen. »Fünf … vier … drei …« Je lauter sie ächzte, desto mehr verstärkte ich den Gegendruck. Bei null fiel Katelyn wie ein nasser Sack ausgestreckt auf die Matte. »Super! Kurz verschnaufen, dann gleich noch mal. Und danach bist du erlöst.«

»Jawohl, Drill-Sergeant.« Als ich nur mit den Schultern zuckte, traf mich ihr eisiger Blick. »Gib’s zu – das macht dir doch Spaß.«

»In mir schlummerte schon immer ein kleiner Sadist, Schätzchen«, gab ich mit einem breiten Lächeln zurück.

Als Personal Trainerin war es meine verdammte Pflicht, meine Kunden an ihre Grenzen zu bringen. Und darüber hinaus. Katelyn war das erste Mal bei mir und wünschte sich vermutlich schon jetzt, mich nie gebucht zu haben. Aber das war nicht mein Problem. Ich quälte alles und jeden, solange sie gut zahlten. Und heute vielleicht besonders intensiv, aber auch das würden meine Kunden überleben.

»Also, hoch die Beine«, trieb ich Katelyn ein letztes Mal an. Sie fluchte, aber machte ihre Sache ganz gut. Nachdem ich sie erlöst hatte, konnte sie auch wieder lächeln.

»Danke, Chloe. Das war hart, aber gut.«

»Jederzeit. Du weißt, wo du mich findest.«

Sie verabschiedete sich aufs Laufband, und ich bereitete mich mental auf die nächste Trainerstunde vor, die in gut fünfzehn Minuten beginnen sollte. Doch immer wieder ertappte ich mich dabei, wie ich an Logan und seine Beichte von letzter Nacht dachte.

Schon lange hatte ich gehofft, dass er Aubrey bald den Laufpass geben würde. Sie passten einfach nicht zusammen. Außerdem war sie eine falsche Schlange. Sie lächelt dir freundlich ins Gesicht, und kaum drehst du dich um, schießt sie dir in den Rücken. Anfangs hatte sie versucht, einen Keil zwischen Logan und mich zu treiben. Ich als seine beste Freundin war ihr ein Dorn im Auge. Es passte ihr nicht, dass wir – obwohl wir mal etwas miteinander gehabt hatten – noch Kontakt hatten, ja sogar Freunde waren. Aber die Rechnung hatte sie ohne Logan gemacht. Er würde sich für jemanden, der ihm wichtig war, von vielem trennen, aber nicht von mir. Seine Worte. Und ich war dankbar dafür. Logan war mir wichtig. Als Freund, als Mensch. Ich liebte ihn wie meinen Bruder und wollte nichts mehr, als dass er glücklich war. Und genau das würde er mit Aubrey nie werden. Und endlich fing er an, das zu begreifen.

Aber jetzt hatte er sie betrogen. Er hatte sich da wirklich in etwas reinmanövriert, was ihm das Genick brechen konnte. Vor allem aber passte das, was er da gerade abzog, überhaupt nicht zu dem Logan, den ich kannte. Und dass er nicht wusste, wie er aus der Sache rauskommen sollte, hilflos hin und her ruderte, das konnte ich schon gar nicht verstehen. Eigentlich war er ein Mann, der mit beiden Beinen fest im Leben stand und genau wusste, was er wollte, wie er es bekam und wie weit er dafür gehen konnte. Doch bei dieser Sache war meine Befürchtung, dass er es eben nicht wusste. Deswegen war ich auch so genervt gewesen. Sein Verhalten enttäuschte mich.

Aber mir war mittlerweile klar geworden, dass er sich noch viel mehr selbst enttäuscht hatte. Denn es war nicht nur seine Karriere, die einen Knick bekommen konnte, sondern auch sein Leben. Denn so, wie er es bisher geführt hatte, funktionierte es nicht mehr. Das dürfte ihm durch den Ausrutscher mit Fay deutlich geworden sein. Und dass diese Frau ihm den Kopf verdreht hatte, war auch nicht besonders förderlich. Denn wer konnte klar denken, wenn er mit dem Schwanz dachte?

Bevor mein nächster Kunde kam, holte ich mir noch einen Kaffee. Die Nacht war zu kurz gewesen, ich war hundemüde und zudem echt übel gelaunt. Ein bisschen taten mir meine Kunden heute schon leid.

Das Studio, in dem ich seit über einem Jahr als Personal Trainerin arbeitete, befand sich an der Upper West Side, hoch über den Dächern New Yorks. Vorher hatte ich vier Jahre in einem kleinen, familiären Studio in Queens gearbeitet und nebenbei einige Zusatzausbildungen abgeschlossen. Ich war ganz glücklich dort, bis der Laden wegen Insolvenz hatte schließen müssen. Die großen Ketten hatten die kleinen Läden gefressen. Aber die große Kette zahlte mir jetzt mein Gehalt.

Das Kettlebell war ziemlich exklusiv, die Kundschaft hatte Geld und wusste, wie man es unter die Leute brachte. Neben einer Outdoor-Strecke auf dem Dach, einem Box-Studio und einem Hallenschwimmbad gab es sogar eine kleine Basketballarena. In dem Mind-Body-Studio wurden Kurse wie Pilates und Yoga angeboten. Und im separaten Spa-Bereich konnte die betuchte Kundschaft sich in mehreren Saunen und Dampfkabinen entspannen. Massagen und Physiotherapien waren im Preis inbegriffen. Selbstverständlich gab es auch eine Kinderbetreuung, wenn die Karrierefrauen vor, während oder nach dem Job ihre Körper stählten. Und natürlich gab es für die arbeitende Bevölkerung extra Arbeitsbereiche, Ruhebereiche, Lounges und Cafés. Alles inklusive. Bis auf die Personal Trainer. Wir kosteten extra. Und das nicht wenig. Aber in der hippen Weltstadt-Metropole New York waren wir jeden Cent wert.

Das Studio lag zudem nur knappe zwanzig Minuten mit dem Rad vom King’s entfernt. Das war praktisch, besonders an Tagen, wo ich zwei Jobs bewältigen musste. In der Bar meines Bruders Jaxon half ich zwar nur noch gelegentlich aus, seitdem seine Freundin Hope meine Schichten übernommen hatte, aber wenn ich abends lange im Studio war, dann bevorzugte ich es, bei den beiden zu übernachten, bevor ich den weiten Weg von über einer Stunde nach Queens in meine Wohnung auf mich nahm. Jaxons Wohnung lag im selben Haus, direkt über dem King’s. Der Job im Kettlebell gefiel mir, ich fühlte mich sehr wohl dort und überlegte nun schon seit meinem kleinen Unfall vor ein paar Monaten, ob ich nicht zurück nach Manhattan ziehen sollte. Doch Wohnraum war schwer zu finden, und irgendwie mochte ich meine kleine, schnuckelige Wohnung in Queens auch.

Aber diese Gedanken hatten hier jetzt keinen Platz, also schüttelte ich sie ab und ging im Kopf schon ein paar Anfängerübungen für meinen nächsten Kunden durch.

Nach wenigen Minuten Verschnaufpause kam mein Kollege Alex auch schon in meine Richtung. Ihm folgte ein großer, dunkelhaariger Kerl in einem verwaschenen Muskelshirt und Trainingshosen, mit tätowierten, muskulösen Armen und einem Dreitagebart, der in dieses Edelstudio genauso gut reinpasste wie löchrige Jeans in die Oper. Doch er strahlte eine Überlegenheit und Arroganz aus, dass sich niemand getraut hätte, ihn zurechtzuweisen. Die Köpfe der Frauen drehten sich einer nach dem anderen nach ihm um. Er hatte was von Jason Momoa, nur waren seine Haare nicht so lang. Eher trug er einen herausgewachsenen Kurzhaarschnitt, mit dem er immer noch unverschämt sexy rüberkam, und ich musste zugeben, dass er mir auf den ersten Blick verdammt gut gefiel.

»Kaden Jenkins«, stellte er sich mir vor und starrte mich mit belustigter Miene an, nachdem Alex mich als seine Trainerin vorgestellt hatte. Er maß bestimmt einen Meter neunzig und brachte sicher gute hundertzwanzig Kilo Muskelmasse auf die Waage. Doch er sah nicht furchteinflößend aus, eher das Gegenteil. Die Arroganz blitzte aus seinen blauen Augen mit den dichten, dunklen Wimpern. »Ernsthaft? Die Kleine soll mich trainieren?« Mir war klar, dass er mit Alex sprach, obwohl er mich ansah. Herausfordernd, als wollte er testen, wie weit er bei mir gehen konnte. Der Typ gefiel mir wirklich.

Ich neigte den Kopf etwas und lächelte ebenfalls amüsiert. »Angst?«

Überrascht zuckten seine buschigen Augenbrauen hoch. »Sollte ich?« Der Blick, den er mir dabei zuwarf, ließ meinen Puls in die Höhe schnellen und meinen Unterleib zucken. Scheiße, Chloe! Reiß dich zusammen.

»Wäre angebracht«, entgegnete ich und trank einen Schluck Kaffee, weil mein Mund wie ausgedörrt war.

Aus dem Augenwinkel heraus vernahm ich das verstohlene Grinsen meines Kollegen, der sich mit einem »Viel Spaß euch« zurückzog.

»Also, dann erzähl mal: Welche Trainingssziele hast du dir gesteckt?«

»Ich will dir wirklich nicht zu nahetreten, Kleines, aber –«

»Niemand«, fiel ich ihm ins Wort und hob meinen Zeigefinger vor sein Gesicht, »niemand nennt mich Kleines. Also wirst du nicht damit anfangen, klar?« Der Einzige, der mich Kleines nennen durfte, war Logan. Aber das musste ich dem Aquaman hier ja nicht auf die Nase binden.

Sein Blick zuckte zur Klimmzugstange rechts neben uns. Das breite Lächeln zeigte seine weißen Zähne in seinem braun gebrannten Gesicht. »Wie viele schaffst du?«, wollte er wissen.

»Immer einen mehr als du«, antwortete ich und verfluchte mich im gleichen Atemzug für meine Großkotzigkeit. In Sekundenschnelle scannte ich ihn. Er war groß und muskulös, aber auch schwer. Die Chancen, dass er speziell Klimmzüge trainierte, lagen bei fünfzig Prozent. Ich baute darauf, dass er mehr Wert auf Kraft legte als auf Ausdauer und seine Muskeln somit zwar eine extrem hohe Belastungsmöglichkeit besaßen – allerdings nur für einen relativ kurzen Zeitraum. Danach verpuffte die Kraft, der Muskel ermüdete und brauchte die dringende Erholungsphase. So weit die Theorie.

Aquaman grinste breiter, rieb sich die Hände, griff in den Kreidebehälter an der Wand und konzentrierte sich. Kaum legte er die kräftigen Hände um die Griffe, spannte sich sein ganzer Körper an. Die Muskeln an seinen Armen traten hervor, als er sich gekonnt hochzog und einen Klimmzug nach dem nächsten vollführte. Ich starrte gebannt auf das Muskelspiel seiner Rückseite, wobei mir ein bestimmtes Tattoo im Schulterbereich ins Auge stach: ein roter chinesischer Feuer spuckender Drache, der Kadens Bewegungen mitging und dadurch lebendig wirkte. Die Tattoos auf seinen Armen waren dagegen eher schlicht und in Grautönen gehalten. Ich bekam Gänsehaut, riss meinen Blick davon los und erinnerte mich daran, weswegen er eigentlich hier war. Also begutachtete ich das Gesamtpaket, notierte geistig seine einzige Schwachstelle: Die Beine, sie knickten ein. Ansonsten hatte ich nichts zu meckern, er machte das richtig gut, es war ein wahres Fest für meine Augen, ihm dabei zuzusehen. Nach elf Klimmzügen senkte er sich kontrolliert ab und wandte sich mir zu.

»Du bist dran.«

Ich wusste, es war bescheuert, sich auf ein so dämliches Battle mit einem Kunden einzulassen. Andererseits – er hatte danach verlangt. Und wenn es ihm gefiel, warum nicht? Schließlich bezahlte er dafür. Und irgendwie war mein Ehrgeiz jetzt auch geweckt.

Also stellte ich mich in Position, sprang nach oben, um die Griffe zu erreichen, und zog mich ebenso kontrolliert an den Griffen nach oben, wie er es noch wenige Sekunden vor mir getan hatte. In der Regel schaffte ich gut acht bis neun Klimmzüge am Stück ohne große Schwierigkeiten, zehn mit viel gutem Willen. Alles danach würde verdammt hart werden, und dass ich meiner großen Klappe gerecht werden und zwölf Stück schaffen würde, hielt ich fast für unmöglich. Aber nur fast. Also spannte ich meinen ganzen Körper an, brachte die Kraft gleichzeitig in meinen Rücken, den Bauch, die Schultern, in meine Arme. Langsam zog ich mich an der Stange hoch. Eins, zwei, drei … souverän hielt ich durch bis zum neunten Klimmzug. Nur noch drei, hämmerte es in meinem Kopf. Komm schon! Zieh durch! Ich biss die Zähne aufeinander, ignorierte das Brennen meiner Muskeln, zählte von drei rückwärts, und beim letzten wollten meine Muskeln sich ziehen wie Kaugummi. Aber den Gefallen tat ich ihnen nicht, sondern mobilisierte noch mal alle Reserven, zog mich hoch und setzte mich langsam und kontrolliert ab, wobei ich versuchte, das Zittern meiner Arme zu ignorieren. Mit rasendem Puls drehte ich mich dann zu Kaden um. Als ich in seine anerkennende Miene blickte, feierte mein Ego seinen Triumph. Die Schmerzen in den Armen würden morgen die Hölle sein.

»Respekt«, sagte er mit angenehm tiefer Stimme, während an seinen vor der Brust verschränkten Armen die Sehnen hervortraten.

»Danke. Du musst noch etwas an deiner Beinhaltung arbeiten, aber mit ein bisschen Training bekommen wir das hin«, gab ich mit einem Augenzwinkern zurück.

Er lächelte, und auf seiner rechten Wange erschien ein kleines Grübchen. Shit! Ich hatte eine Schwäche für Männer mit Grübchen. »Was du sagst, Chloe. Was du sagst …«

Und in dieser Sekunde ahnte ich, dass Kaden Jenkins mehr werden sollte als nur ein Kunde im Fitnessstudio.

Logan

»Happy Birthday, Aubrey!«

Aubreys Augen strahlten, als ich die Schmuckschatulle aufklappte und das diamantenbesetzte Armband zum Vorschein kam. Ein Geschenk, das ich schon vor Monaten besorgt hatte, weil es gut zu ihrem Ring passte. Und wie es aussah, hatte ich ihren Geschmack auch diesmal getroffen.

»O mein Gott, Logan! Das ist wunderschön!«

Schweigend nahm ich das Schmuckstück heraus und legte ihr Handgelenk frei, um es ihr festzumachen. Es fühlte sich fast an wie ein Friedensangebot. Schon länger kriselte es zwischen uns, seit geraumer Zeit zweifelte ich an uns, so sehr, dass ich sie sogar betrogen hatte. Vielleicht waren das Armband und die gemeinsame Zeit hier in Aspen mein Versuch, alles wieder geradezubiegen.

»Danke!« Meine Verlobte fiel mir um den Hals und presste ihre vollen Lippen überschwänglich auf meinen Mund. Ihre blonden Locken quollen unter der Mütze hervor wie gelbe Lava und kitzelten meine Wange, während das private Feuerwerk den Nachthimmel über Colorado erhellte.

»Bitte schön«, flüsterte ich in ihr Ohr und küsste sie sanft auf die Wange.

Sie löste sich von mir, betrachtete das Armband noch einmal und hielt dann ihren Arm hoch. »Seht mal, was ich bekommen habe!«, quiekte sie und wurde in der nächsten Sekunde auch schon von ihren Freunden in Beschlag genommen, die nun auf sie zustürmten, um mein Geschenk zu begutachten und ihr zu ihrem dreißigsten Geburtstag nur das Beste zu wünschen. Lächelnd trat ich beiseite und überließ sie ihrer Clique. Von meinen Leuten war keiner dabei, Aubrey mochte meine Freunde nicht. Aber das beruhte auf Gegenseitigkeit. Ich versuchte, mich damit zu arrangieren, und brachte beide Seiten so selten wie möglich zusammen. Und dies war ihre Feier, zu der sie natürlich nur Menschen eingeladen hatte, die sie mochte.

Seit zwei Tagen war das Haus in Aspen voll mit Leuten, die ich zum ersten Mal sah. Freunde aus Europa und weiten Teilen Amerikas hatten sich eingefunden und für ein paar Tage hier einquartiert. Seitdem waren wir nicht mehr allein oder ungestört gewesen. Bis auf die paar Stunden in der Nacht, in denen wir wirklich nichts anderes taten, als zu schlafen.

Während Aubrey jetzt Küsschen rechts, Küsschen links verteilte, unzählige Umarmungen erwiderte und kunstvoll eingepackte Geschenke öffnete, wobei jedes mit einem mehr oder minder lauten Freudenschrei quittiert wurde, atmete ich die vielen verschiedenen schweren Düfte ein und sehnte mich immer mehr nach meinen Freunden in New York. Waren Geburtstage in meinem Freundeskreis doch viel entspannter und unkomplizierter als in Aubreys erlauchtem Zirkel.

Ich erinnerte mich an die unzähligen Partys, die ich mit Jaxon und Sawyer, meinen zwei besten Freunden, schon gefeiert hatte. Partys, von denen Aubrey nicht im Geringsten etwas ahnte. Meine heiße Phase als Junggeselle musste ich ihr nicht auf die Nase binden, das waren Abschnitte in meinem Leben, die ich nicht mit ihr teilen wollte. Auch nicht im Nachhinein. Das machte mich sicher nicht zum Vorzeigeverlobten, aber es gab nun mal Dinge, die sie nichts angingen, vor allem, weil sie es nicht verstehen würde.

Ich griff nach meinem Bier, trat ein paar weitere Schritte zur Seite und überließ Aubrey gänzlich dem Rampenlicht, in dem sie sich nur zu gern sonnte. Während ich dabei zusah, wie sie hofiert wurde, verglich ich sie ungewollt mit Fay.

Sie kamen aus derselben Welt, hätten aber unterschiedlicher nicht sein können. Während Aubrey von Beruf Tochter war und das Geld ihres Vaters gerne mit vollen Händen ausgab, erklomm Fay die steile Karriereleiter in ihrem Job jeden Tag ein Stück höher. Aus eigener Kraft. Ihr traute ich durchaus eine Führungsposition zu. Sie war knallhart und hatte gute und überzeugende Argumente, wenn sie Stellung bezog. Das hatte ich bereits in mehreren Besprechungen und Verhandlungen erfahren dürfen. Zudem hatte sie einen ziemlich trockenen Humor, der mich mehr als einmal zum Lachen gebracht hatte. Und dabei war sie auch noch wahnsinnig charmant. Und wie ich bereits Chloe gegenüber erwähnt hatte, sah sie verdammt gut aus. Die dunklen Haare fielen ihr wie Seide über die Schultern, und in ihrem schmalen Gesicht mit der feinen, geraden Nase fesselten einen ihre braunen, wachsamen Augen. Ein leichtes Schmunzeln lag immer um die Mundwinkel ihrer vollen roten Lippen. Trotz Absätzen war sie gut einen halben Kopf kleiner als ich und wirkte in ihren Kostümen sehr schlank. Da ich selbst Krafttraining machte, wenn die Zeit es zuließ, wusste ich, wie trainierte Körper aussahen. Fay war durchtrainiert, das hatte ich in unserer gemeinsamen Nacht herausfinden dürfen.

Wie von allein liefen die Bilder des Abends vor meinem inneren Auge ab. Ungewollt hörte ich ihre Stimme, roch ihren verführerischen Duft und spürte ihre weiche, warme Haut. Verdammt! Ich musste mich zusammenreißen und aufhören, von einer Frau zu träumen, die ich nicht haben durfte. Das war eine einmalige Sache gewesen und würde sich nicht wiederholen. Nein! Sobald die Übernahme im Kasten war, würde ich sie nicht wiedersehen. Und bis dahin musste ich versuchen, der Lage oder besser meiner Gefühle Herr zu werden.

Trotzdem konnte ich mich nicht so richtig auf die Party konzentrieren. Ich hatte Mist gebaut. Und zwar richtig. Sollte ich zulassen, dass diese eine Nacht alles zerstörte, was ich mir aufgebaut hatte? Allerdings hatte Chloe schon ganz richtig erkannt: Wäre die Beziehung zwischen Aubrey und mir intakt gewesen, hätte eine Fay keine Chance gehabt. So oder so würde ich heute nicht mit Aubrey darüber sprechen. Es war ihr Geburtstag, an diesem Abend sollte sie die wichtigste Person sein.

Während ich mit meinen zwiespältigen Gefühlen kämpfte, badete Aubrey augenscheinlich zufrieden im Pulk von Menschen, die zwei Dinge gemeinsam hatten: Sie waren oberflächlich und lebten in einem Luxus, den sie sich nicht selbst erarbeitet hatten, sondern in den sie hineingeboren worden waren.

Aubreys Familie besaß neben unzähligen Filialen der Havering Group noch einige Immobilien, verstreut in ganz Amerika. Unter anderem auch das Haus hier in Aspen, Colorado. Wobei man besser von einem Anwesen sprach, das aus einem Haupt- und zwei Nebengebäuden sowie mehreren Stallungen bestand, die allein schon den Luxus meiner Penthousewohnung besaßen, in der Aubrey und ich mittlerweile gemeinsam wohnten. Aber was wollte man erwarten vom Inhaber der größten Bank in den Vereinigten Staaten?

Als ich nach meinem verhassten Jurastudium in dem Unternehmen angefangen hatte, hätte ich nie geglaubt, dass ich so lange dortbleiben würde. Doch ich durchlief einzelne Abteilungen, wobei mir dabei der Umgang mit Zahlen in dem bis dahin so verhassten Controlling im Grunde am besten gefallen und ich ausgerechnet in dem Bereich Karriere gemacht hatte. Ich bildete mich laufend fort und arbeitete hart für meine Zusatzqualifikation als Wirtschaftsprüfer. Und letztlich jagte eine Beförderung die nächste. Mittlerweile war ich der Chief Executive Officer, das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Bank. Über mir stand nur noch Jacob Havering selbst, aber ich hatte die Leitung über die einzelnen Abteilungen. Wer hätte das gedacht, nachdem mein Studium alles andere als grandios angelaufen war. Ich wollte nicht bezweifeln, dass auch die Verlobung mit Aubrey vor zwei Jahren mir den Job gesichert hatte. Aber nur gesichert. Hochgearbeitet hatte ich mich von allein. Etwas, das ich nie müde wurde richtigzustellen und das mir auch verdammt viel bedeutete.

Nachdem auch der letzte von Aubreys Freunden ihr ein Geschenk überreicht und ihr gratuliert hatte, blickte sie suchend in die Menge. Ich lächelte ihr zu, als ihr Blick meinen fand, und kurz darauf stand sie wieder bei mir. Der Stoff unserer dicken Skijacken raschelte, als sie sich an mich presste und ihre kalten Hände unter den Bund meiner Jacke bis auf meine Haut schob.

»Wie wäre es … gehen wir rein und …« Ihre Stimme klang belegt, und ihre Finger suchten sich den Weg zu meinem Hosenbund. Ich stoppte sie, bevor ihre kalten Finger in meiner schwarzen Skihose verschwinden konnten.

»Aubrey, nicht«, sagte ich und schob sie ein Stück von mir. Sie hatte schon seit Stunden mit ihren Freunden einen Champagner nach dem anderen in sich hineingeschüttet und sich damit ziemlich betrunken. Wieso war mir nie aufgefallen, wie laut und schrill sie war? Ich konnte sie kaum ertragen. Der Alkohol machte sie hemmungslos. Es war ihr egal, was sie tat und wer sie dabei beobachtete. Aber mir nicht. Denn ich hatte wenig Lust, ihre Fehltritte vor ihrem Vater rechtfertigen zu müssen. Und das Lachen ihrer feiernden High-Society-Freunde um uns herum erinnerte mich daran, dass ich auf sie aufpassen musste – ob ich wollte oder nicht. Und das war gar nicht so einfach. Nur unter Protest ließ sie von mir ab und schnappte sich ihr Champagnerglas, das auf dem mit weißem Stoff verkleideten Stehtisch stand.

»Spielverderber«, murmelte sie und verzog schmollend den Mund, aber nach einem Schluck Champagner strahlte sie mich wieder an. Ihr Blick war mittlerweile glasig geworden. Wieso fielen mir eigentlich immer mehr schlechte Angewohnheiten an ihr auf? Wieso störte mich das jetzt so plötzlich?

»Ich bin ja so froh, das Dad uns Havering House über meinen Geburtstag überlassen hat.« Auch in den ersten Minuten in ihrem neuen Lebensjahr ließ Aubrey keinen Zweifel daran, wem wir den Aufenthalt in dieser Villa eigentlich zu verdanken hatten. Ihren Eltern, die allerdings aus zeitlichen Gründen nicht dabei sein konnten. Ich war es leid, mir die Ausreden anzuhören. »Wollen wir nach der Spendengala nicht noch ein paar Tage dranhängen und endlich unsere Hochzeit im Detail planen?« Aubreys Augenaufschlag war filmreif, und noch vor ein paar Tagen hätte sie mich damit sicher überzeugt. Aber etwas hatte sich geändert. Ich hatte mich geändert.

»Ich würde, wenn ich könnte. Aber durch unseren Besuch auf der Spendengala fehlen mir schon wieder zwei Tage im Büro. Dein Dad hat mich wirklich mit Arbeit zugeschüttet, und ich möchte alles erledigt haben, bevor er zurückkommt.« Es war am einfachsten, sie mit ihrem Dad zu kriegen. Der ging ihr nämlich über alles.

Ihre rot geschminkten Lippen, die ich so gut wie nie ohne Lippenstift zu sehen bekam, verzogen sich schon wieder zu einem Schmollmund. »Warum kannst du das nicht an deine …«, sie wedelte mit den Fingern, als würde sie eine lästige Fliege wegscheuchen wollen, »Angestellten weitergeben? Sollen die das doch machen.«

»Nein, Aubrey. Das sind meine Aufgaben, und abgesehen davon haben die Angestellten sich ihren Urlaub verdient. Sie arbeiten hart genug für deinen Vater.« Damit du das Geld ausgeben kannst. Mit vollen Händen.

»Ich weiß nicht, ob es mir so gut gefällt, dass du für meinen Daddy arbeitest.«

Überrascht zog ich meine Augenbrauen nach oben, sodass meine Brille ein Stück auf meiner Nase nach unten rutschte. »Ich werde nicht kündigen, falls du das sagen willst.« Obwohl ich seit der Nacht mit Fay schon mit der Option spielte, mir einen anderen Job zu suchen. Sollte mein Ausrutscher publik werden, würde ich eine Alternative brauchen.

»Das würde mein Dad wohl auch nicht zulassen.« Sie kicherte, nahm einen Schluck Schampus, biss sich kokett in die Unterlippe und platzierte ihren Augenaufschlag punktgenau. »Und was ist mit der Planung für unsere Hochzeit? Wir müssen uns endgültig für ein Datum entscheiden. Wir müssen darüber sprechen, ob wir unseren Tag jetzt auch zu unserem Hochzeitstag machen wollen oder einen anderen x-beliebigen Tag dafür wählen wollen!«, brachte sie die Sprache wieder auf ihr Lieblingsthema.

Mit unserem Tag meinte sie unseren Kennenlerntag im September, das hatte sie schon mehrmals angesprochen. Bis dahin war es nur noch ein gutes halbes Jahr. Ich stöhnte innerlich, aber legte meinen Arm um sie und zog sie an mich.

»Das Datum wäre perfekt, aber Aubrey … Wir haben doch noch Zeit, lass es uns nicht überstürzen«, leistete ich meinen Beitrag zur Planung und hoffte, dass sie es ebenso sah. Denn wenn ich eines nicht so schnell vorhatte, dann war es zu heiraten.

***

»Schatz? Welches soll ich anziehen?«

Zwei Tage nach Aubreys Geburtstag fiel mein Blick stirnrunzelnd auf meine Armbanduhr. Nur noch wenige Minuten, bis der Wagen vorfahren würde, um uns zur Spendengala von Havering Group in Colorado zu bringen. Einer der Gründe, warum Aubreys Dad seiner Tochter angeraten hatte, ihren runden Geburtstag in Aspen zu feiern, war, dass wir zwei Tage später dann zur großen Gala anwesend sein konnten. Ein Pflichtbesuch für die ganze Familie. Er war so berechnend.

Seit zehn Minuten wartete ich nun bereits in dem dunklen Anzug auf meine Verlobte, die wie immer mehr Zeit benötigte, als zur Verfügung stand. Aber gut – sie war die Tochter des Unternehmenschefs, und würde sie später als alle anderen Gäste kommen, wäre der große Auftritt ihr gewiss. Ich kannte das Spiel schon, musste mich diesmal aber sehr zusammenreißen, um gelassen zu bleiben. Zwei Stufen auf einmal nehmend ging ich die Treppe nach oben und trat ins Schlafzimmer, in dem Aubrey nur in einem weißen BH und dem passenden Slip vor dem Spiegel stand.

»Was meinst du? Das hier …«, abschätzend hielt sie sich ein roséfarbenes, langes Abendkleid vor ihren halb nackten Körper, »oder das hier?« Das Kleid wurde von einem hellblauen Kleid abgelöst, das sich in meinen Augen nur in der Farbe vom ersten unterschied. Aber Aubrey würde mich eines Besseren belehren, wenn ich das anmerkte.

»Das erste«, gab ich zur Antwort, was mir einen erbosten Blick einbrachte.

»Das hatte ich im letzten Jahr bereits zur Benefizveranstaltung der Chambers in den Hamptons an.«

»Es ist trotzdem eine gute Wahl«, betonte ich und zwang mich zu einem Lächeln.

»Aber ich kann doch nicht zweimal –«

»Dann nimm das blaue.«

»Das ist türkis!«

Ich warf den Kopf in den Nacken. »Meinetwegen auch das. Egal was du trägst, Aubrey – du wirst wie immer bezaubernd darin aussehen.«

Aubrey verharrte, und das Runzeln ihrer Stirn war die einzige Bewegung inmitten ihres glatten und faltenfreien Gesichts. »Es ist dir also egal.«

»Was ist mir egal?« So ganz folgen konnte ich ihr gerade nicht.

»Was ich anziehe. Es ist dir egal, wie ich aussehe.«

»Nein, es ist –«

»Du hast gesagt, egal was ich anziehe …«

»Ja, aber doch nur, weil –«

»Wundervoll. Es ist meinem Verlobten also egal, was ich anziehe. Vielleicht sollte ich einen Kartoffelsack anziehen. Wäre es dir dann auch noch egal?«

»Aubrey, ich –«, versuchte ich, dazwischenzugrätschen, doch sie hatte sich bereits in Rage geredet.

»Das fällt mir schon länger auf. Du siehst mich gar nicht mehr richtig an, Logan. Es ist dir nicht nur egal, was ich trage, sondern … Ich bin dir egal …«

»Bullshit!«, platzte es aus mir raus, weil sie nun diesen jämmerlichen Ton anschlug, den ich nicht ausstehen konnte. Wenn einer nichts zu jammern hatte, dann war es Aubrey Havering. Doch sie jammerte, wann immer sie konnte. Hatte ich bisher gut darüber hinwegsehen können, so brachte es jetzt das Fass zum Überlaufen.

»Hör auf zu fluchen!«, konterte sie sogleich im selben scharfen Ton.

Ich atmete einmal tief durch. »Du hast mir die Kleider gezeigt, Aubrey. Es ist mir nicht egal, was du trägst, aber es ist egal, was ich sage – du hast immer etwas zu meckern.« Mir verging langsam die Lust an diesen ewigen und immer gleichen Diskussionen. War es anfangs ein Fishing for Compliments gewesen, ging es mittlerweile um mehr. Audrey ging es nicht mehr um Komplimente – es war ein Spiel daraus geworden, und ich war ihre Spielfigur. Doch damit war jetzt Schluss. So konnte ich einfach nicht mehr weitermachen. »Und das ist mir schon länger aufgefallen, du bist nicht mehr zufriedenzustellen. Egal, worum es geht – in deinen Augen sind immer die anderen schuld. Und in diesem speziellen Fall mal wieder ich. Ist ja auch kein anderer da.«

Ihre Miene wurde aalglatt, ich sah, wie sie schluckte. Sie ließ die Kleider sinken, sodass sie auf dem Boden aufsetzten, und stemmte die Hände in ihre unbekleideten Hüften.

»So? Na, dann geh doch, wenn es dir nicht passt, dass ich meine Meinung äußere. Vielleicht wäre es sogar besser, wenn du gehst. Dann musst du dir kein Gemecker über rosa- oder türkisfarbene Kleider anhören!« Die letzten Worte fauchte sie wie eine angriffslustige Katze. Herausforderung lag in ihrem Blick. Die Frage, wie weit ich gehen würde. Und kurz war ich tatsächlich davor nachzugeben. Wie ich es immer getan hatte. Aber dann machte es Klick in meinem Kopf.

Langsam hob ich die Hände, so als hielte sie mir eine Pistole auf die Brust. Was sie imaginär in genau dieser Sekunde auch tat. Dann trat ich einen Schritt zurück und nickte. »Ja. Ja, du hast recht, Aubrey. Ich sollte gehen. Ich denke, das ist das Beste. Lass uns das hier und jetzt beenden.« Endlich war es raus. Schon länger war ich unglücklich gewesen, aber hatte es einfach nicht fertiggebracht, mich zu trennen. Doch dieser Streit war eine Vorlage. Keine Ahnung, wie ich diese Worte über die Lippen gebracht hatte, aber es war das Beste, was mir passieren konnte. Ich hatte die Gelegenheit, die sie mir gegeben hatte, genutzt. Und jetzt gab es kein Zurück.

Wie in Zeitlupe veränderte sich ihr Gesichtsausdruck. Die Angriffslust wich Überraschung. Ihre Augenbrauen zuckten irritiert, mehrmals blinzelte sie, als würde sie dadurch besser verstehen, was ich gesagt hatte. Ihr Mund öffnete sich, ich sah, wie sie Luft holte, aber dann schloss sie den Mund wieder, atmete aus, atmete ein und begann dann, langsam und beständig zu nicken. So lange, bis ihre blonden Locken, die sie etwas früher am Abend sorgsam frisiert hatte, zu wippen begannen. »So ist das also. Du willst gehen? Du liebst mich also nicht mehr? Fein! Und wenn du jetzt gehst, werde ich dich nicht zurücknehmen, Logan. Also überlege dir gut, was du tust.«

Ich sah an ihrem Blick, dass sie mich nicht ernst nahm. Dass sie mir nicht zutraute, sie zu verlassen. Aber da hatte sie sich getäuscht.

»Nein, das brauche ich nicht mehr, Aubrey. Ich fliege noch heute nach Hause. Es ist besser so.« Als ich mich umdrehte und den Rückzug aus dem Schlafzimmer antrat, schrie sie mir hinterher.

»Ja, geh, geh ruhig. Du wirst schon sehen, was du davon hast!«

Ja, das glaubte ich ihr aufs Wort.

Chloe

»Popcorn?«

»Unbedingt!«, verlangte ich und zwinkerte Kaden zu.

Er griff nach hinten auf die Rückbank und drückte mir kurz darauf einen riesigen Eimer Popcorn in die Hand. Die zwei Dosen Cola stellte er in die dafür vorgesehenen Halterungen in der Mitte seines SUV. Nachdem er im Radio die Frequenz für die Tonspur des Films eingestellt hatte, stellte er noch die Standheizung höher.

Kaden hatte sich für unser erstes Date das Midway Drive-in Theatre, das mittlerweile älteste Autokino, welches noch in Betrieb war, ausgesucht. Normalerweise war Saison nur von Mai bis Oktober, aber irgendein Freund von ihm leitete dieses Kino, und der konnte Kaden anscheinend nichts abschlagen. Also saßen wir als einzige Zuschauer auf dem verlassenen Gelände vor der großen Leinwand. Das war irgendwie total creepy.

»Das Kino ist echt cool. Das würde Logan auch gefallen.«

»Wer ist Logan?«

»Ein Freund.«

Kaden runzelte leicht die Stirn. »So?«

»Der beste Freund meines Bruders. Wir kennen uns schon ewig«, winkte ich ab und grinste innerlich. Konnte es sein, dass Kaden das nicht passte?

»Na dann …«, meinte er nur, aber schon im nächsten Moment warf er mir dieses umwerfende Lächeln zu, mit dem er mich schon gestern bei unserer ersten Begegnung umgehauen hatte.

»Auch wenn wir den falschen Film gucken«, gab ich mit einem Zwinkern zurück. »Aquaman würde viel besser passen.«

»Ja, ich habe schon läuten hören, dass eine gewisse Ähnlichkeit bestehen soll zu diesem … Wie heißt er noch gleich?«

»Jason Momoa«, half ich aus.

»Genau.« Gespielt genervt rollte er mit den Augen, aber das kleine Schmunzeln um seine Mundwinkel herum verriet ihn.

»Ach komm, das ist doch ein Riesenkompliment«, sagte ich daher ebenfalls mit einem Schmunzeln. »Der einzige Unterschied sind eure Haarlängen.«

»Findest du?«

»Absolut.«

Kaden sah mich an. Sein Blick wurde intensiver und tauchte in meinen, zudem kam sein Gesicht mir so nahe, dass das Kribbeln in meinem Bauch wieder Fahrt aufnahm.

»Deadpool wirst du auch lieben«, raunte er schließlich und zog sich mit diesem sexy Aquaman-Lächeln wieder zurück. Meine Nerven! In meinen Ohren rauschte mein Blut, und das Pochen meines Herzens konnte man wahrscheinlich auch noch außerhalb des Geländes hören.

»Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren«, sagte ich, nachdem ich meine Stimmbänder mit einem Räuspern wieder freigeschaltet hatte. »Obwohl ich nicht ernsthaft daran glaube, dass ein Marvel-Film mich begeistern kann«, setzte ich noch hinterher.

»Du magst keine Comic-Verfilmungen?« Skeptisch sah er zu mir rüber.

»Doch! Unbedingt. Aber ich stehe mehr auf die anderen Superhelden. Logan ist seit Urzeiten Fan von DC. Damit hat er mich angesteckt.«

»Logan. Klar.« Ich sah, wie er die Zähne aufeinanderbiss, und zuckte entschuldigend mit den Schultern. »Okay, und jetzt noch mal zum Mitschreiben«, sagte Kaden. »Wer oder was ist DC?«

Offensichtlich hatte er keine Ahnung, dass außer den Marvel Comics noch andere Universen existierten, also sah ich mich gezwungen, ihn aufzuklären. »Ich stehe auf Superman, Batman und all die anderen Comic-Helden aus dem DC Verlag.« Wieder sah er mich etwas befremdet an, also setzte ich noch einen drauf. Es war grandios, endlich mal mit meinem Wissen glänzen zu können. »DC ist 1934 von Malcolm Wheeler-Nicholson gegründet worden, ist aber mittlerweile eine Tochtergesellschaft von Warner. Die Helden von DC leben in ihren eigenen Universen und haben so gar nichts mit Marvel gemein.«

»Ah … okay.« Kaden hatte nichts von dem wirklich verstanden, ich sah es ihm an.

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