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Leben und Leute in Jaun

»Berge sind stille Meister und machen schweigsame Schüler.«

Johann Wolfgang von Goethe

Ein Wort vorweg

Das Leben in den Bergen wird von Menschen ausserhalb gerne mit der Geschichte von Heidi gleichgesetzt und als idyllisch romantisch empfunden.

Dagegen wehren sich die Bergler, es gibt schliesslich genug Schwierigkeiten, mit denen es auszukommen gilt.

Von diesen, sowie der Schaffenskraft trotz allem berichte ich schon seit 2015 in digitaler Form auf meiner Webseite. Diese ist jedoch gerade für die älteren Bewohner unseres Tales gar nicht erreichbar. Es leben auch viele Heimweh-Jauner in allen Himmelsrichtungen, die ich gar nicht kenne und digital nicht kontaktieren kann.

Dieses Buch soll somit alle erreichen, die mit der digitalen Welt nichts anfangen können und mich oder meinen Blog noch nicht kennen. Alle Kurzgeschichten dieses Buches fassen die Blogartikel des vergangenen Jahres zusammen.

Damit erzähle ich was ich im Jauntal, in dem ich meine Heimat gefunden habe, täglich erlebe. Von bewundernswerten Menschen, ihrem Leben und wie sie trotz aller Widrigkeiten immer wieder Erstaunliches erschaffen und bewahren.

Mein Blick als „Auswärtige“ sieht manches, das von den Hiesigen als unwichtig und wertlos abgetan wird. Gerade deshalb möchte ich genau dort hinsehen und darüber berichten.

Leider finden die vielen digitalen Fotos keinen Platz auf diesen Seiten. Auch der unverwechselbare Jauner Dialekt kann in schriftlicher Form nicht festgehalten werden und ist nur über Audioinhalte wie beispielsweise Interviews erlebbar.

Für meine treuen BlogleserInnen habe ich QR Codes eingefügt. Diese können mit einem Smartphone gescannt werden und verlinken zu den entsprechenden Audio- und Videoaufnahmen.

Um Jaun „in echt“ sehen und hören zu können, dürfen Sie uns aber auch gerne besuchen kommen und das Jauntal selber erleben.

Herzlichst

Marlies Remy

«Live» aus der Kirche Jaun

3. Dezember 2020

Neue Technologien haben mich schon immer gereizt. Sie sind eine Herausforderung und gehören zum Zeitgeist. Traditionen wie der Krippenbau leben weiter, weil sie Bestand haben im Zeitgeist, was in der aktuellen Situation nicht unbedeutend ist.  Live über Facebook aus der Kirche Jaun zu filmen, vereint beides.

Wir haben aus dem Stegreif gefilmt und die Tonqualität lässt noch zu wünschen übrig.  Dieses "Live" ist spontan entstanden, die positiven Reaktionen zeigen, dass auch diese Formate bei den Bloglesern sehr gut ankommen.

Filmen braucht weniger Zeit als schreiben, es sind Momentaufnahmen, die nicht hinterher bearbeitet werden. Die Jauner kommen so selbst zu Wort, Dialekt und Persönlichkeit sind authentisch.

Natürlich kann auch mal etwas Unvorgesehenes reinplatzen, das nicht weggeschnitten werden kann. Ganz wie im Alltag.

"Live aus Jaun" ist also typisch Jaun und ich hoffe, dass die JaunerInnen auch ab und zu bereit sind, aus ihrem Alltag, von ihren Hobbys und Aufgaben zu berichten.

Veränderungen sind das Kontinuierlichste auf der Welt, in diesem Sinn besinnliche Adventszeit!

Um das Video zu sehen, scannen Sie einfach das Bild des QR Code mit einem Smartphone.

Süsse Früchtchen

16. Dezember 2020

Schon seit einigen Jahren klingelt gegen Ende Oktober das Telefon um nach der Orangenbestellung zu fragen. In diesem Jahr ist es nicht anders, Maude kündigt die erste Lieferung Ende November an. Zeit mal über den kleinen, feinen Orangenmarkt Im Fang zu berichten.

2009 sind Roland und Maude Friedli mit ihren 3 Kindern aus dem Berner Jura nach Im Fang gezogen. Roland hatte als Säger Arbeit bei Chalet Schuwey gefunden und die Familie bewohnte die ehemalige Kur. Mitgebracht hatten sie auch ihre Aktivität des Orangenverkaufs im Winter. Eine ehemalige Arbeitskollegin von Maude vertrieb die Orangen ihres Schwiegervaters in Sizilien und das nicht ohne Erfolg. Sie übernahmen gar den Betrieb (Cadente Rosario in Mineo) und bauten den Wiederverkauf in der Schweiz aus. Auch die Wiederverkäufer Im Fang konnten immer mehr Bestellungen aus dem Dorf entgegennehmen.  Hier vor Ort Orangen, Mandarinen, Zitronen und Grapefruits direkt vom Produzenten, der nach biologischen Richtlinien arbeitet, beziehen zu können, wissen auch die Jauner zu schätzen.

Unterdessen wohnen Friedli's gegenüber dem Bödeli. Die Zufahrt ist um einiges einfacher als davor. Gut 1,6 Tonnen Südfrüchte werden diesmal Ende November anfangs der Woche geliefert und im Keller gelagert. Jeweils Freitagabend und Samstagvormitttag holen die zahlreichen Kunden ihre Bestellungen ab. Orangen werden mengenmässig in "halben" oder ganzen Kisten zu 10 kg verkauft, Mandarinen und Zitronen nach Kilo. Maude führt Buch über den Verkauf der Bestellung und nimmt auch gleich Bestellungen für die nächste Lieferung auf.

Die Familie konnte das Orangengut vor ein paar Jahren besuchen und Maude erzählt, dass drei verschiedene Haine auf unterschiedlichen Höhen liegen, was es den Produzenten erlaubt, bis in den April hineinzuliefern. Gefragt sind die Früchte hier aber schon eher anfangs Winter, die Bestellungen nehmen bis in den Frühling hinein dann kontinuierlich ab. Geschätzt werden die vitaminreichen Früchte alleweil und bis jetzt haben sie die Grenze auch unbehelligt überqueren können.

Wer spontan Zitrusfrüchte kaufen möchte bei Friedli's, kann einfach anrufen und nachfragen ob noch welche übrig sind und/oder gleich für die nächste Lieferung bestellen. Ich wünsche süsses Naschen der gesunden Früchte!

Weihnacht 2020

25. Dezember 2020

Der Dirigent vom Echo des Monts de Riaz hat anfangs letzte Woche Freiwillige gesucht, die in coronakonformen 5er Gruppen abends draussen für die Bevölkerung musizieren möchten. Die Jauner Bläser baten darum, auch in Jaun eine Gruppe Weihnachtlieder spielen zu lassen. So wurden letzten Freitagabend auch die JaunerInnen mit weihnachtlicher Musik überrascht.