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Liebe im Sommer

August

„Du bist mir in dieser einen Woche unter die Haut und ins Herz gekrochen und in den Kopf dazu. Weiß nicht, in wessen Nähe ich mich zuletzt so wohl gefühlt habe. Danke, dass du mich magst, wie ich bin. Tausend Küsse überall hin.“ schrieb Nora an Bernhard. Gibt es eine schönere Liebeserklärung? Vor etwas mehr als einer Woche, am 22. August, trafen sie sich auf einer privaten Veranstaltung. Er trat als Clown auf. Sie sie half dem Gastgeber bei der Bewirtung der Gäste. Bereits beim Ausladen seiner Garderobe fiel sie ihm in ihrem türkisfarbenen Kleid auf. Eine attraktive Frau, dunkelblond, blaugrüne Augen, und mit einer tollen Figur. Während der Veranstaltung, die bis in den frühen Nachmittag dauerte, trafen sich ihre unsere Augenpaare. Er zwinkerte ihr aus seiner Clowns-Maske schelmisch zu. Er wusste ja nicht, ob sie in Begleitung war. Unterhielten sie sich? So kann man das nicht nennen. Er bat sie nach seinem Auftritt charmeurhaft um ein Glas Sekt. „Hätten Sie vielleicht für mich auch ein Gläschen?“ Sie brachte es ihm sichtlich gerne. Später bot sie ihm ein weiteres an. Zunächst verneinte er mit dem Hinweis, er müsse noch Auto fahren, nahm es dann aber doch gerne aus ihrer Hand an. Einer solchen Klassefrau konnte er das Dargebotene doch nicht ablehnen. Während der Mittagsstunden bohrten die Gedanken in ihm. „Soll ich sie ansprechen? Wie würde sie reagieren? Ihre Augen sprechen eine eindeutige Sprache.“ Er zögerte und unterließ eine weitere Annäherung. Er wollte sie nicht in Schwierigkeiten bringen. Da ich an Abend noch einen weiteren Auftritt hatte, bot sich auch keine weitere Gelegenheit. Vergessen konnte er sie aber nicht.

Am nächsten Morgen traf ich einen guten Bekannten, einen Kollegen, der mich für die Veranstaltung engagiert hatte, in meinem Büro. Schüchtern und vorsichtig wollte ich von ihm ein paar Einzelheiten wissen. Wie heißt sie? Alter? Alleine? Meine Frage wurden beantwortet: Nora, 49, ja. Kannst du Kontakt für mich aufnehmen, sie gefällt mir. Ich kann dir die Telefonnummer besorgen, den Kontakt musst du schon selbst herstellen. Verstehe. Ich dachte bis zum nächsten Tag warten zu müssen. Musste ich nicht. Bereits eine Stunde später hatte ich ihre Telefonnummer. Mein Kollege: Ich habe mit meiner Frau gesprochen. Sie meinte, ich sollte Nora anrufen und fragen, ob sie wünsche von dem Bassisten angerufen zu werden. Korrekt bis ins Mark. Ich habe mit ihr gesprochen, sie wartet auf deinen Anruf. Dann legte er mir einen Zettel auf den Tisch und wünschte mir viel Glück. Unschlüssig war ich nicht, nein, eher vorsichtig. Mein Kollege hatte mir von ihrer familiären Situation erzählt. Kinder hat sie. Zeitlich eingespannt. Da ich seit mehreren Jahren alleine lebe, keine weiteren familiären Verpflichtungen nachzugehen habe, und im Prinzip von einer Frau erwarte, dass sie alle Zeit für mich verfügbar sei, überlegte ich. Da sie mir aber so gut gefiel, sie sich in meiner Erinnerung positiv abgelegt hatte, wählte ich ihre Nummer und wartete. Die Sekunden verrannen, viermal klingelte es in meinem Ohr, dann vernahm ich ihre Stimme. Ich stellte mich vor und sprach meine Freude darüber aus, sie kennenlernen zu wollen. Sie meinte, sie würde sich auch freuen, von mir zu hören. Wir vereinbarten für den folgenden Mittwoch ein Treffen in einem Kaffee und tauschen unsere Telefonnummern aus. Wer nun glaubt, dass wir beide bis zum verabredeten Zeitpunkt Stillschweigen walten ließen, soll eines anderen belehrt werden. Bewahrten wir die gesellschaftliche Etikette des formalen SIE, offenbarte eine SMS vom 23.08., 15.20 Uhr bereits KNIGGE – Auflösungen. Lieber Max, freue mich sehr auf Mittwoch. Haben wir tatsächlich eine Verabredung? Die Schmetterlinge in meinen Bauch fliegen wie wild. Meine Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Sie solle sie fliegen lassen, meinte ich, und fügte hinzu, dass wir keinem Traumgebilde hinterherliefen. Als ich meine Arbeit beendet hatte, teilte ich ihr mit, dass ich nach Hause führe und gab ihr meine Telefonnummer, nur wegen der Schmetterlinge. Sie zog es vor, mit ihrem Hund und den kleinen Tierchen auf einem Spaziergang frische Luft zu schöpfen. Sicher dachte sie am Rand grüner Wiesen über das, was ihr widerfahren war, nach. Um 20:36 summte mein Telefon. Hallo Herr Schmetterlingsexperte. Auch frische Luft und Bewegung bringen keine Ruhe in den Bauch. Fühlt sich schön an, denke an den Verursacher. Dem Verursacher, also mir, ging es ähnlich. Schlug vor, ihr ein passendes Lied zu singen: Butterfly von Daniel Gerard. Am nächsten Tag erkundigte sie sich nach meinem Herzen. Sie fragte: Was macht dein Herz? Im Prinzip macht ja ein Herz, was es soll, nämlich schlagen und Blut durch die Adern pumpen. In gefühlsüberlagerten Lebensphasen treibt es Kapriolen, es forciert den Rhythmus, es scheint im Körper zu wandern, zumindest hatte ich das Gefühl, es würde in der Nähe meines Adamsapfels angekommen sein, wenngleich mir wenig später meine Innereien in der Magengegend vorgaukelten, Ort meines Herzens zu sein. Ihre Frage beantworte ich mit der Bemerkung: OH JE, es warnt mich - vor den Frauen. War doch alles im Lot. Ruhe dahin. Oh wie schade. Womit habe ich dich erschreckt? Mein Herz freut sich auf Morgen und mag ein wenig Gefahr. Ja eben. Und ich will dich mehr mit Haut als mit Haaren. So viel zum Thema Gefahr. Könnte dir morgen meine Briefmarkensammlung zeigen – die ich nicht habe. GEFAHR! Bis zu unserem ersten Treffen tauschten wir, wie alle Verliebten, bei Licht und Verstand betrachtet, alberne Zärtlichkeiten aus. Guten Morgen, liebe Nora. Butterflys? Nein? Dann werde ich dich jetzt in den Arm nehmen und an mich drücken. Besser? - Eher schlimmer. - Mir geht es so lala. Bin durcheinander. Würde dich jetzt gerne küssen. -Wieso Durcheinander? Traust du deinem Herzen nicht? Es kann uns nichts passieren, selbst wenn wir uns geirrt haben, die schönen Gefühle sind es wert.

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