Logo weiterlesen.de
Love Paris Dance

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Kapitel 1
  5. Kapitel 2
  6. Kapitel 3
  7. Kapitel 4
  8. Kapitel 5
  9. Kapitel 6
  10. Kapitel 7
  11. Kapitel 8
  12. Kapitel 9
  13. Kapitel 10
  14. Kapitel 11
  15. Kapitel 12
  16. Kapitel 13
  17. Kapitel 14
  18. Kapitel 15
  19. Kapitel 16
  20. Kapitel 17
  21. Kapitel 18
  22. Kapitel 19
  23. Kapitel 20
  24. Kapitel 21
  25. Kapitel 22
  26. Kapitel 23
  27. Kapitel 24
  28. Kapitel 25
  29. Kapitel 26
  30. Kapitel 27
  31. Kapitel 28
  32. Kapitel 29
  33. Kapitel 30
  34. Kapitel 31
  35. Kapitel 32
  36. Kapitel 33
  37. Kapitel 34
  38. Kapitel 35
  39. Epilog
  40. Danksagung

empty
Kapitel 1

Ich renne in meinem modischen Fauxpas von Jogginghose durch den Flughafen, meine langen Haare flattern ungebändigt hinter mir her. Ein kreischender kleiner Junge versperrt mir den Weg, und ich springe mit einem mehr oder weniger eleganten grand jeté über ihn hinweg, um im nächsten Moment mit einer pirouette an einem Mann vorbeizuwirbeln, der mit seinem gigantischen Koffer kämpft.

»Faites attention!«, ruft mir eine Frau hinterher, nachdem ich ihr fast auf den Fuß getreten wäre. Gib Acht!

Die Sache ist nur die: Wenn ich achtgebe, komme ich zu spät, und da das nicht zur Debatte steht, müssen im Zweifelsfall eben ein paar Füße dran glauben. Dieses amerikanische Mädchen hier muss tout de suite ans andere Ende von Paris.

»Sorry!«, rufe ich also ein ums andere Mal, während ich durch den Charles de Gaulle Flughafen flitze. Mein Rucksack schlägt bei jedem Schritt gegen meinen Rücken.

Ich bin so spät dran, weil gestern Abend ein schwerer Sturm in New York gewütet hat und mein Flug sich erst um vier, dann um sechs Stunden verspätet hat. Danach habe ich zu zählen aufgehört, damit ich bei der Vorstellung, den ersten Schultag zu verpassen, nicht vor Panik in Ohnmacht falle. Wobei Schule es nicht wirklich trifft. Die Schule ist ein Spaziergang verglichen mit dem, was in Paris auf mich wartet.

Ich remple eine Gruppe von Kindern an, die sich über die gesamte Breite des Terminalgangs verteilt haben, und drohe ungebremst auf das Gesicht zu fallen, doch im letzten Moment gelingt mir ein rettender pas de basque. Oh, danke dir Muskelgedächtnis, trainiert in annähernd einer Million Stunden Ballettunterricht.

Ich gebe es zu, so hatte ich mir meine ersten Stunden in Paris nicht ausgemalt. Ich hatte dieses perfekte Bild im Kopf: Ich würde an einem warmen, sonnigen Morgen aus dem Flieger steigen. Selbst nach dem sieben Stunden langen Flug würden meine lockigen braunen Haare in schimmernden Wellen meine Schultern umspielen. Ich würde mir die zusammengebundenen Spitzenschuhe über selbige schwingen und mit perfekter Aussprache – dem Ergebnis monatelanger Übung – etwas Drolliges auf Französisch sagen, ehe ich elegant in den besten Sommer meines Lebens stolzierte: ein Intensivballettprogramm am renommierten Institut de l'Opéra de Paris. Ein Traum, non?

Stattdessen drängle ich mich an ein paar Leuten vorbei, um mir meinen Koffer vom Gepäckkarussell zu schnappen. Dann suche ich die Schilder über meinem Kopf nach dem Wort taxi ab. In dem Moment passiert etwas völlig Verrücktes.

»Mia?«

Ehm, wie bitte? Woher weiß jemand in Paris, wie ich heiße?

»Mia? Bist du das?«

Ich brauche einen Augenblick, bis ich die Stimme wiedererkenne. Ich drehe mich um, und da steht sie. Meine Erzfeindin. Na ja, sie wäre es zumindest, wenn ich an so etwas wie Erzfeindschaft glauben würde.

»Mensch, Audrey! Was machst du denn hier?« Wie blöd meine Frage ist, wird mir erst klar, nachdem die Worte meinen Mund verlassen haben.

»Dasselbe wie du, nehme ich an«, antwortet sie überrascht. Als ich mein Ticket gebucht habe, war ich baff, wie viele Flüge es jeden Tag nach Paris gibt. Ich schätze, wir haben in verschiedenen Maschinen gesessen, die beide durch den Sturm verspätet waren. So oder so kann ich sie praktisch denken hören: Wie hat Mia es geschafft, in eines der exklusivsten Sommerballettprogramme der Welt aufgenommen zu werden?

Weil ich mir den Arsch aufgerissen habe, würde ich am liebsten sagen.

Ich werde nicht lügen. Audrey ist eine der besten Balletttänzerinnen unseres Jahrgangs in der Tri-State-Area, aber das bin ich auch. Das weiß ich, weil wir in jedem wichtigen Tanzwettbewerb gegeneinander angetreten sind, seit wir praktisch Babys waren. Ich lebe in Westchester, außerhalb von New York City, und Audrey in Connecticut, daher gehen wir nicht auf dieselbe Ballettschule (dem Himmel sei Dank!), aber mehrere Male im Jahr muss ich erleben, wie Audrey mir Rollen wegschnappt, mit Preisen überhäuft wird und fast jedes Mal das entscheidende bisschen vor mir landet.

»Das Institut de l'Opéra de Paris hat dir einen Platz gegeben?«, fragt Audrey mit perfekter Aussprache und einer zweifelnd hochgezogenen Augenbraue. Ich sehe, dass ihr die Frage sofort leidtut, denn sie fügt schnell hinzu: »Ich meine, in welche Stufe haben sie dich gesteckt?«

Ich räuspere mich, um Zeit zu gewinnen. Es gibt fünf Stufen in dem Programm, und Ballettschüler aus aller Welt werden den Fähigkeiten nach eingeteilt, die sie in ihrem Bewerbungsvideo unter Beweis gestellt haben.

»Vier«, sage ich mit festem Blick.

Vier ist großartig. Ich habe mich so darüber gefreut. Ehrlich gesagt war ich überglücklich, überhaupt genommen zu werden, besonders nachdem ich eine Absage des American Ballet Theatre in New York kassiert hatte. Ich habe mein ganzes Leben auf einen Platz in einem solchen Programm hingearbeitet. Das Ballett liegt meiner Familie im Blut, jedenfalls der Legende nach, und ich weiß, wie traurig meine Großmutter gewesen wäre, wenn ich es in keins der Sommertrainingsprogramme geschafft hätte, auch wenn ihre Enttäuschung nichts verglichen mit meiner gewesen wäre.

»Oh, das ist ja toll«, sagt Audrey. Der einzige Hinweis darauf, was sie wirklich denkt, ist die Art, wie ihre Finger plötzlich den Griff ihres Koffers umklammern. Yep, ich bin gut genug für Stufe Vier.

»Und du bist in ...?«, frage ich, obwohl ich mir die Antwort denken kann.

»Fünf«, erwidert sie überlegen.

Ich nicke. Ringe mir ein Lächeln ab. Natürlich ist sie in Stufe Fünf. Das geht in Ordnung. Wirklich. Audreys Technik ist makellos, das muss ich ihr lassen.

»Kommst du?«, fragt sie geschäftsmäßig und wendet sich zum Gehen. »Wir können uns ein Taxi teilen. Es wäre Quatsch, zwei zu nehmen. Wir haben schließlich dasselbe Ziel«, fügt Audrey hinzu, als spräche sie mit einem Kind.

»Stimmt«, räume ich widerwillig ein. »Aber wir sind wahrscheinlich nicht im selben Wohnheim, oder?«

Ich hole die Adresse des Wohnheims auf den Bildschirm meines Handys, und Audrey liest über meine Schulter mit. Sie stößt einen tiefen Seufzer aus. »Da bin ich auch. Sie haben doch hoffentlich nicht alle amerikanischen Schüler zusammengesteckt.«

»Sieht ganz danach aus«, sage ich, ohne mir die Mühe zu geben, meinen Frust zu verbergen. Über einhundert Mädchen und Jungen im Alter von vierzehn bis achtzehn nehmen an dem Programm teil, und die Wohnheime sind über die ganze Stadt verteilt. Als ich das Willkommenspaket mit der Adresse erhielt, dachte ich, ich hätte die Paris-Lotterie gewonnen. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Wir erreichen den Taxistand.

»Boulevard Saint-Germain«, sage ich zum Fahrer, sobald wir auf dem Rücksitz eines silbergrauen Autos mit Ledersitzen Platz genommen haben. In Paris sind selbst die Taxen schick.

Aus dem Rückspiegel sieht mich der Mann fragend an, und ich weiß mir nicht anders zu helfen, als seinen Blick ebenso fragend zu erwidern. Ich habe keine Ahnung, was zu tun ist. Mein Kopf ist völlig leer. Selbst wenn ich im Flieger geschlafen hätte, würde Audreys Gegenwart ausreichen, mich aus dem Konzept zu bringen.

Sie schüttelt den Kopf. Dann reicht sie dem Fahrer ihr Telefon, auf dem die Karte mit der Adresse unseres Wohnheims geöffnet ist. Schlagartig wird mir mein Anfängerfehler bewusst: Ich habe so viel über Paris gelesen, dass ich mich frage, wie ich vergessen konnte, dass der Boulevard Saint-Germain eine der längsten Straßen der Stadt ist. Er schlängelt sich den größten Teil des Rive Gauche entlang, des Teils von Paris, der südlich der Seine liegt. Im Grunde ist es so, als würde man einem New Yorker Taxifahrer sagen, er solle einen zur Fifth Avenue bringen.

Audrey wirft mir einen vielsagenden Blick zu. Gut, dass ich dabei bin.

Ihr Handy klingelt, als wir auf die Autobahn fahren. Ein Face-Time-Anruf ihrer Mutter. Ich bin ihr nie begegnet, aber ich weiß, wer sie ist – eine Primaballerina im Ruhestand, die ihre ganze Karriere am Bolschoi-Theater in Moskau getanzt hat. Während ich Audreys endloser Litanei darüber lausche, wie der verspätete Flug fast ihr Leben ruiniert hätte, fällt mir auf, dass ich meinen Eltern noch nicht einmal mitgeteilt habe, dass ich gelandet bin. Ich schicke ihnen eine kurze Nachricht, damit sie wissen, dass es mir gut geht. Dad antwortet sofort.

Alles Gute für die Einführungsveranstaltung! Zeig ihnen, wer der Boss ist! Ich liebe dich.

Ich lächle und antworte:

Mach ich. Ich liebe dich auch.

Aber dann: nichts von Mom. Ich starre mein Handy an, fragend, hoffend, wünschend. Sie ist immer noch wütend. Grandma hat geschworen, sie würde darüber hinweggekommen sein, bis ich mich auf den Weg nach Paris machte, aber da hat sie sich wohl getäuscht.

Seit ich ein kleines Mädchen war, ist Tanzen mein Leben. Für meine Mom war es jedoch immer nur ein Hobby, etwas, das man nebenher zum Spaß macht. Ich habe ihr wieder und wieder erklärt, dass ich Profitänzerin werden will, dass ich alles in meiner Macht Stehende dafür tun würde. Aber sie hat es stets als etwas abgetan, aus dem ich herauswachsen würde. Glücklicherweise hatte ich Dad und Grandma Joan (Moms Mutter), um mich zum Unterricht zu fahren, mir beim Nähen der Kostüme für die Aufführungen zu helfen und mich bei wichtigen Auftritten anzufeuern.

Richtig schlimm wurde es zwischen Mom und mir, als ich anfing davon zu reden, mich für dieses Programm zu bewerben.

»In New York hat es schon nicht geklappt. Warum solltest du es auch noch in Paris versuchen?«

Ich hatte gerade meine Absage vom American Ballett Theatre bekommen und gab mein Bestes, nicht zu zeigen, wie niedergeschmettert ich war. Ich hatte immer gewusst, wie schwierig es sein würde, mir aber gedacht, dass ich eine echte Chance hätte. Schließlich hatte ich mein ganzes bisheriges Leben dem Ballett gewidmet. Mom hatte mir vehement widersprochen. »So viele Mädchen träumen davon, Profitänzerin zu werden. Es gibt einfach nicht genug Plätze für alle«, hatte sie mit trauriger Miene gesagt. Es schmerzte sehr zu erkennen, dass sie recht gehabt hatte.

»Paris ist der größte Traum einer jeden angehenden Balletttänzerin«, hatte ich gesagt.

Um ehrlich zu sein, war es nicht das, was ich in jenem Moment fühlte. Obwohl es stimmt – das Pariser Programm ist genauso renommiert wie das New Yorker –, habe ich immer davon geträumt, am Programm des ABT teilzunehmen und eines Tages zu seinem Ensemble zu gehören. Aber das würde diesen Sommer nicht passieren, und ich war nicht bereit, mich deshalb geschlagen zu geben. In der Ballettwelt kennt jeder jeden, und Grenzen spielen im Grunde keine Rolle. Wenn ich es in Paris schaffte, würde ich früher oder später meinen Weg zum ABT finden. So einfach würden sie mich nicht loswerden, selbst wenn ich einen Ozean überqueren musste, um es ihnen zu beweisen. Zumindest redete ich mir das ein.

Mom schüttelte den Kopf. »Es ist dein letzter High-School-Sommer. Möchtest du nicht deine Freunde treffen, ins Schwimmbad oder ins Kino gehen und einfach das machen, wozu du Lust hast?«

»In Paris gibt es auch Schwimmbäder und Kinos.«

Sie ignorierte meinen sarkastischen Tonfall. »Mia, das Leben hat mehr zu bieten als nur Ballett. Du brauchst einen Plan B. Jeder sollte einen haben, insbesondere wenn man siebzehn ist und einem unmöglichen Traum nachjagt.«

So deutlich hatte sie sich bisher noch nie ausgedrückt. Ein unmöglicher Traum? Danke, dass du so sehr an mich glaubst, Mom.

Trotz allem, was sie gesagt hatte, probte ich weiter für mein Video und sorgte dafür, dass es sämtliche Anforderungen erfüllte. Verlangt wurden eine Einführung, in der ich von meinem Werdegang und allen bisherigen Auszeichnungen berichtete, eine Darbietung sämtlicher elementarer Schritte und Figuren und eine eigene Choreographie von mindestens zwei Minuten. Grandma Joan überraschte mich sogar mit einem wunderschönen neuen Trikot in Taubengrau.

»Das wird dein Paris-Trikot«, sagte sie, als ich in mein Zimmer stürmte, um es anzuprobieren. Es saß perfekt und brachte meine blauen Augen wunderbar zur Geltung.

»Ich bin noch nicht mal aufgenommen«, sagte ich zu ihr, während ich die Spaghettiträger über meine Schultern streifte. Meine Hände zitterten bei der Vorstellung pliés in einem sonnendurchfluteten Pariser Studio zu üben.

»Aber das wirst du«, sagte Grandma im Brustton der Überzeugung. »Wie könnten sie dich ablehnen? Das Tanzen liegt dir nun mal im Blut.«
»Mom!«, tadelte meine Mutter Grandma Joan beim Betreten des Zimmers. Sie warf einen skeptischen Blick auf das Degas-Poster, das über meinem Bett hing. »Würdest du bitte damit aufhören, so etwas zu sagen? Es entspricht nicht der Wahrheit.«

Grandma seufzte. Dann wandte sie sich mir zu. »Natürlich entspricht es der Wahrheit. Du stammst von einer langen Reihe von Ballerinen ab, Mia.« Sie zwinkerte mir zu. »Du glaubst mir doch, oder?«

Von dem Tag an, an dem ich mein erstes Tutu übergestreift habe, hat Grandma Joan mir immer wieder dieselbe Geschichte erzählt. Der erste Teil davon stimmt auf jeden Fall: Meine Urgroßmutter war Französin. Als sie dreiundzwanzig war, traf sie einen Amerikaner in Paris, verliebte sich in ihn und zog bald nach der Hochzeit in die USA. Aber davor – und der Teil liegt etwas im Dunkeln – war sie Balletttänzerin. Wie ihre Mutter vor ihr und deren Mutter davor, bis zurück ins späte neunzehnte Jahrhundert, als meine Urururgroßmutter eine danseuse étoile war, eine Primaballerina, die höchste und renommierteste Anstellung an der Pariser Oper. Es soll ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als Edgar Degas seine weltberühmten Tänzerinnen malte.

Grandma besteht darauf, dass meine Urururgroßmutter in einem von Degas' Meisterwerken zu sehen ist. Die vielen Ungereimtheiten dieser Familienlegende machen meine Mutter verrückt. Sie glaubt die Geschichte nicht, und wann immer Grandma Joan davon anfängt, weist sie darauf hin, dass niemand den Namen jener Vorfahrin kenne oder wisse, in welchem Gemälde sie abgebildet sei. Falls sie denn überhaupt eine Balletttänzerin gewesen sei. Mom wird nicht müde zu betonen, dass das alles höchstwahrscheinlich erfunden ist und wir es nie mit Sicherheit wissen werden. Sie möchte nicht, dass ich an Märchen glaube.

Aber das tue ich.

Die Legende ist der Beweis dafür, dass es mein Schicksal ist, Ballett zu tanzen. Wie könnte etwas so Unglaubliches von Generation zu Generation weitergegeben werden, wenn es nicht wahr wäre? Diese Geschichte gehört seit jeher zu mir, sie macht meinen Tanz aus. Wenn ich auftrete, stelle ich mir manchmal vor, wie meine Vorfahrin im Schein der Gaslampen über die Bühne wirbelt, während Degas seine Ölfarben und Kreiden auf Leinwand und Papier bringt. Ich möchte daran glauben, dass sie ihn inspiriert hat, dass er sie in einem Meer aus Licht und Farben hat tanzen sehen.

Ich trug mein neues Trikot in dem Bewerbungsvideo, das Camilla, meine beste Freundin aus der Ballettschule, für mich filmte. Sie hatte beschlossen, sich nur um Sommerkurse in der Nähe zu bewerben, und geschworen, es habe nichts damit zu tun, dass sie nicht von ihrem neuen Freund getrennt sein wollte – einem aufstrebenden Musiker namens Pedro. Ich glaube, Mom wünschte, ich hätte ebenfalls einen Freund. Aber alle meine bisherigen Beziehungen haben nur bewiesen, dass kein Junge mein Herz höherschlagen lässt. Das schafft nur das Ballett. Für das Video steckte ich mir die Haare zu einem Dutt am Hinterkopf fest und schminkte mich passend zu meinem Trikot. Und zwei Monate später bekam ich den Platz am Institut de l'Opéra de Paris, genau wie Grandma es prophezeit hatte.

Zurück in der Gegenwart schließe ich für einen Moment die Augen, und als ich sie wieder öffne, starrt mir eine der berühmtesten Kirchen der Welt ins Gesicht.

»Notre-Dame!«, quietsche ich Audrey zu, die keinerlei Regung zeigt. Ich drücke meine Nase an der Fensterscheibe platt und bin überwältigt von so viel Schönheit: von den zwei Türmen, die hinter unserem Taxi kleiner werden, den hohen Bögen, die sich auf der Rückseite offenbaren, und der einzigartigen Majestät des Bauwerks. Mein erster Blick auf Paris! Aber mir bleibt keine Zeit, im Augenblick zu verweilen, denn unser Taxi macht eine Rechtskurve, und ein paar Minuten später halten wir am Rand einer breiten Straße, die von Fahrradfahrern, Bussen und Fußgängern wimmelt.

»Endlich«, sagt Audrey, den Blick aus dem Fenster gerichtet.

Der Fahrer drückt auf die Hupe, als ein Fahrrad am Auto vorbeischießt, und ich bin mit einem Schlag hellwach. Der Fahrradfahrer dreht sich um und brüllt etwas, das vermutlich eine Beleidigung ist. Doch da es sich um Französisch handelt, klingt es in meinen Ohren beinah charmant. Unser Fahrer schüttelt als Antwort nur den Kopf. Er parkt den Wagen vor einem sechsstöckigen weißen Gebäude mit schmalen Doppelfenstern. Graue Vorhänge verhindern den Blick ins Innere. Das ist also für die nächsten sechs Wochen unser Zuhause. Dank meiner Google-Street-View-Recherche weiß ich genau, wo wir sind: einen Steinwurf entfernt vom Ufer der Seine und dem quirligen Studierendenviertel Saint-Michel.

Im Innern des Gebäudes ist es sehr still. Meinem Willkommenspaket zufolge befindet sich mein Zimmer im zweiten Stock, und ich ziehe meinen Koffer Stufe für Stufe die breite Treppe hinauf, die in einem großen Bogen nach oben führt. Audrey stürmt mit ihrer großen Reisetasche voran.

»Ich hab's geahnt!«, ruft sie die Treppe hinunter. Als ich sie einhole, steht sie kopfschüttelnd vor einer Tür, an der ein handgeschriebener Zettel hängt: Audrey Chapman & Mia Jenrow.

Ich hole tief Luft. Zimmergenossinnen. Na toll.

In dem Raum stehen an einander gegenüberliegenden Wänden, die in einem dunklen Beige gestrichen sind, zwei Betten aus Metall. Außerdem gibt es zwei schmale Schränke und einen kleinen Schreibtisch, dessen Holzplatte gerade mal Platz genug für einen Laptop bietet. Das Fenster geht auf den Innenhof hinaus, mit Blick auf das gegenüberliegende Gebäude. Es fällt nur wenig Licht ins Zimmer, obwohl es mitten am Tag ist. Ich muss zugeben, es ist nicht ganz so glamourös, wie ich es mir ausgemalt hatte.

Ohne ein Wort schiebt Audrey sich an mir vorbei und beansprucht das Bett neben dem Fenster für sich. Sie zieht schnell frische Sachen aus ihrer Tasche und saust zu den Duschräumen. Ich greife mir ein gestreiftes T-Shirt und einen weit schwingenden dunkelblauen Rock und folge ihr. Zehn Minuten später sind wir zurück in unserem Zimmer und wollen gerade los, als ich die Posterrolle aus meinem Koffer ragen sehe. Ich bleibe wie angewurzelt stehen.

»Was ist?«, fragt Audrey, die schon die Türklinke in der Hand hat. Wegen unserer Flugverspätung müssen wir augenblicklich los, wenn wir es pünktlich zur Einführungsveranstaltung schaffen wollen.

Ich möchte ihr nicht erklären, dass in der Rolle mein absolutes Lieblingsbild steckt. Ich habe mir selbst versprochen, es gleich nach meiner Ankunft in Paris aufzuhängen. Es wird nur eine Minute dauern.

»Geh ruhig schon vor. Ich ...« Ich nehme die Rolle und öffne sie »Ich muss noch was erledigen.«

Audrey wirft mir mit ihren großen braunen Augen, die von dichten, perfekt gewölbten Brauen umrahmt sind, einen schwer lesbaren Blick zu. Ich bin überzeugt, sie wird zur Tür hinausrennen und den Rest des Sommers kein Wort mehr mit mir wechseln. Stattdessen zieht sie ein paar Nadeln aus der Pinnwand über dem Schreibtisch und streift die Schuhe ab. »Schnell«, sagt sie.

Ich bin zu geschockt, um etwas zu erwidern, und stelle mich zur ihr aufs Bett. Kurz darauf strahle ich das Bild an, auf das mein Blick jeden Morgen als Erstes fällt, seit ich denken kann: Edgar Degas' Gemälde Ballettprobe auf der Bühne mit den Tänzerinnen, die in Tüll gehüllt auf der Bühne der Pariser Oper stehen. Es ist so fesselnd. Ich kann die Spannung praktisch mit Händen greifen, die kurz vor dem Heben des Vorhangs herrscht.

»Es ist ein Aberglaube ...«, beginne ich.

Audrey fällt mir ins Wort. »Schon klar. Ich ziehe meine Ballettsachen immer erst über die linke Köperhälfte. Ich streife den linken Schulterhalter vor dem rechten über, stecke das linke Bein zuerst in die Strumpfhose, ziehe den linken Schuh zuerst an ... Ich kann nicht tanzen, wenn ich das nicht mache.«

Ich grinse. Audrey und ich haben bisher noch nie mehr als ein paar unterkühlte Worte gewechselt, aber das hier ist vielversprechend.

»Es ist ein schönes Bild«, fügt Audrey hinzu.

Während wir gemeinsam das Poster über meinem Bett bewundern, trifft mich die Vorfreude mit voller Wucht. Jetzt, da die Degas-Tänzerinnen über mich wachen, kann mein Pariser Abenteuer endlich beginnen!

empty
Kapitel 2

Ein unerwartetes Klopfen lässt uns beide zusammenfahren. Unsere Zimmertür öffnet sich, und ein zierliches Mädchen mit dunkler Haut und langen schwarzen Haaren platzt herein.

»Mia, Audrey, endlich!« Die Stimme des Mädchens ist fröhlich, mit deutlichem britischen Akzent. »Ich bin Lucy. Alle anderen sind schon zur Einführungsveranstaltung gegangen, aber Anouk und ich wollten auf euch warten.«

Lucy tritt zur Seite, und ein sehr großes blondes Mädchen mit blasser Haut kommt herein. Anouk winkt uns zu und schenkt uns ein liebes Lächeln.

Ich bin von Dankbarkeit überwältigt. Diese Mädchen sind zwei vollkommen Fremde, und sie haben auf uns gewartet – wer macht so etwas? »Es ist schön, euch kennenzulernen!«

»Anouk war letztes Jahr schon dabei, daher kennt sie sich in Paris super aus«, sagt Lucy und scheucht uns aus dem Zimmer. »Kommt schon, los geht's!«

»Wir nehmen erst die Zehn und dann die Fünf«, sagt Anouk mit einem Akzent, den ich nicht einordnen kann. Als sie meine Verwirrung bemerkt, fügt sie hinzu: »Die Metrolinien.«

»Ach so!«, sage ich. Vielleicht kommen wir zu spät, aber wenigstens werden wir unterwegs nicht verloren gehen.

»Oh, und hier«, ergänzt Lucy. Sie zieht etwas aus ihrer Handtasche. Es sind zwei in eine Serviette eingeschlagene Croissants und zwei Mandarinen. »Wir haben euch was vom Frühstück aufgehoben, für den Fall, dass ihr keine Zeit hattet, euch etwas zu essen zu besorgen.«

Bis jetzt war mir gar nicht bewusst, wie schlimm mein Magen knurrt. »Danke!«, sage ich, nehme mein Croissant entgegen und beiße sofort hinein. Wow. Das Butteraroma ist himmlisch, und ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, meine erste französische Kostprobe zu genießen. »Ihr beiden seid meine neuen Lieblingsmenschen«, sage ich zwischen zwei Bissen.

Audrey murmelt ein kaum hörbares »Danke«, als Lucy ihr die Sachen reicht. Ihr Verhalten ist echt unmöglich, aber Audrey ist nicht hier, um Freunde zu gewinnen.

Ich wünschte ich wäre ebenso fokussiert. Aber ich mag Freunde. Freunde zu haben ist ... schön. Ich werfe mir die Tasche über die Schulter und schlüpfe in meine Schuhe. »Fertig!«, sage ich.

***

Bis unsere Bahn an der Bastille-Station eintrifft, habe ich in Erfahrung gebracht, dass Anouk aus Amsterdam stammt und Lucy aus Manchester. Anouk scheint sehr darauf konzentriert, uns rechtzeitig zur Schule zu bringen – vielleicht, weil sie das Ganze vom letzten Jahr kennt –‍, wohingegen Lucys Mundwerk keine Sekunde stillsteht. Sie macht witzige Kommentare über Paris und kichert, als wären wir seit einer Ewigkeit befreundet. Ich weiß, dass ich sie gerade erst kennengelernt habe, aber ich liebe diese Mädels jetzt schon.

Als wir aus der Metrostation auf den Place de la Bastille treten, halte ich einen Moment inne und blicke mich staunend um. Paris liegt mir zu Füßen wie ein wahr gewordener Traum. Egal wie viele Monate ich damit verbracht habe, mir Bilder der Stadt auf Instagram anzuschauen, es ist etwas vollkommen anderes, sie mit eigenen Augen zu sehen. Die Opéra Bastille liegt direkt vor uns, ihr ultramoderner Glasbau erhebt sich stolz über dem namensverwandten Rund, dem Place de la Bastille. Dank meiner Nachforschungen weiß ich, dass dieses imposante Gebäude eine der beiden Opern der Stadt beherbergt. Die ursprüngliche Oper, die Opéra Garnier, hat ihren Sitz in einem prächtigen Palast am anderen Ende von Paris und blickt auf eine Jahrhunderte währende Tradition von Ballettaufführungen zurück. Degas hat praktisch dort gelebt.

Der Verkehr rauscht an uns vorbei, Autos hupen, Touristen bleiben stehen, um Fotos zu machen. Die Blätter der Bäume, die am Straßenrand stehen, sind dunkelgrüne Boten des Sommers. Ich widerstehe dem Drang, vor Freude darüber, endlich hier zu sein, um die eigene Achse zu wirbeln, da Anouk uns in eine ruhige schmale Straße zu unserer Linken führt. Ein paar Augenblicke später kommt unsere Schule in Sicht. Es ist ein Gebäude im klassischen Stil aus sandfarbenen Steinen mit einem Dach aus Schieferplatten, wie man sie überall in Paris sieht. Aus den offenen Fenstern dringen Klavierklänge und die Stimme eines Lehrers, der den Takt vorgibt: »Un, deux, trois, quatre.«

Über den dunkelblauen Flügeltüren befindet sich eine Inschrift: L'Institut de l'Opéra de Paris.

»Wir haben so großes Glück!«, sagt Lucy mit einem zufriedenen Seufzer, als wir die Marmorstufen emporsteigen.

»Insbesondere diejenigen in Stufe Fünf«, ergänzt Audrey.

Ich verdrehe nur die Augen, aber Lucys Lächeln verliert etwas von seiner Strahlkraft. Sie öffnet den Mund, um etwas zu erwidern, doch Anouk ist schneller. »Stufe Vier ist auch Wahnsinn ... So gut wie keiner schafft es im ersten Jahr in die fünfte Stufe.« Mit einem leisen Murmeln fügt sie hinzu: »Und im zweiten auch nicht, wenn man es genau nimmt«, so als spräche sie aus Erfahrung.

Audrey sagt nichts mehr, aber ihre Mundwinkel heben sich zu einem befriedigten Grinsen.

Die große Eingangshalle ist zum Bersten mit Schülern gefüllt, die auf den Einlass in den Bühnensaal warten. Wir kommen gerade rechtzeitig zur Einführungsveranstaltung. Puh! Es gelingt uns, vier Sitze weit vorne zu finden. Als ich mich umsehe, stelle ich überrascht fest, wie unterschiedlich die Jugendlichen sind, die am Programm teilnehmen: Von groß und schlank bis klein und drahtig ist alles dabei. Es sind hauptsächlich Mädchen, aber hier und da entdecke ich den einen oder anderen Jungen. Innerhalb kürzester Zeit höre ich mindestens drei andere Sprachen als Englisch und Französisch. Offenbar hat die Schule die vielversprechendsten Talente aus aller Welt versammelt. Ein Raunen geht durch den Raum, als Myriam Ayed, die berühmteste danseuse étoile des Pariser Balletts die Bühne betritt. Sie ist bekannt für ihr absolutes Ausnahmetalent, aber sie hat auch deshalb Schlagzeilen gemacht, weil sie die erste Tänzerin mit afrikanischen Wurzeln war, die Primaballerina an der Pariser Oper wurde. Als Frau gemischter Herkunft – sie ist halb Marokkanerin und halb Französin – wurde sie als der Wandel gepriesen, den das französische Ballett brauchte. Sie gilt als Beweis dafür, dass der klassische Tanz neu erfunden werden kann, ohne seine Tradition zu verraten. Sie sieht genauso aus wie auf den Fotos: muskulös, mit scharfen Gesichtszügen, aber warmen Augen, und ich bin eigenartig ergriffen davon, in einem Raum mit ihr zu sein.

»Ich begrüße euch alle sehr herzlich«, sagt Madame Ayed in das Mikrofon und sieht sich lächelnd im Raum um. Sie spricht Englisch – die offizielle Sprache des Sommerprogramms –‍, wenn auch mit einem starken französischen Akzent.

»Ihr habt alle so hart gearbeitet, um heute hier zu sein, und dafür könnt ihr euch selbst gratulieren.«

Sie klatscht in die Hände, und Applaus brandet auf. »Vor nicht allzu langer Zeit war ich eine von euch. Ich weiß, allein die Tatsache, dass ihr hier sitzt, bedeutet, dass ihr alles habt, was man braucht, um es bis an die Spitze zu schaffen. Doch euer Weg dorthin hat gerade erst begonnen.«

Während der Applaus abebbt, fährt Madame Ayed fort: »Ich freue mich zu verkünden, dass ihr Schwanensee als Abschlussarbeit tanzen werdet. Die maîtres de ballet der verschiedenen Stufen werden die Rollen Anfang nächster Woche verteilen, und ich werde euch vom Bühnenrand aus anfeuern.«

Mein Herz hüpft freudig. Schwanensee ist mein Lieblingsballett. (Es ist so dramatisch! So herzzerreißend! Und technisch so herausfordernd!) Aber ich habe bisher nur einen einfachen Schwan getanzt. Ich würde alles dafür geben, die Odette tanzen zu dürfen, aber die Hauptrollen werden zweifellos an die Stufe-Fünf-Tänzer gehen. Wahrscheinlich wird Audrey eine von ihnen sein.

Ich werfe ihr einen Blick zu und sehe, dass sie auf der Unterlippe kaut, während sie wie gebannt Myriam Ayeds Worten lauscht. Sie ist bemüht, sich nichts anmerken zu lassen, aber ich bin überzeugt, dass sie insgeheim wie verrückt darum betet, die Rolle zu bekommen.

Nachdem sich Monsieur Dabrowski, der künstlerische Leiter der Schule, und ein paar Lehrer vorgestellt haben, geht es in die Cafeteria, wo wir ab heute jeden Tag zu Mittag essen werden.

Mein Sprint durch den Flughafen hat dafür gesorgt, dass ich am Verhungern bin, und ich nehme mir eine Extraportion Käse, einen weichen Camembert, damit ich bis zum Abendessen durchhalte. Nach dem Essen werden wir für eine Tour in kleine Gruppen eingeteilt. Sie führt durch alle fünf Etagen, die unzählige Studios beherbergen. Alle haben hohe Decken, wunderschöne alte Parkettböden und Wände aus Glas, und in jedem steht ein Steinway-Flügel. Auch die Umkleiden befinden sich hier. Die Flure kommen mir endlos vor, und die Räume sind so viel größer und eindrucksvoller, als ich es gewohnt bin, doch ich sage mir, dass ich mich im Handumdrehen hier zurechtfinden werde.

Am Ende des Nachmittags treffen Lucy, Anouk, Audrey und ich uns draußen auf der Eingangstreppe der Schule. Ich rücke näher an die anderen heran, weil ich unbedingt etwas über eine winzig kleine Sache herausfinden will. Na gut, vielleicht ist sie nicht ganz so winzig. »Myriam Ayed hat nicht viele Worte über unsere Abschlussaufführung verloren. Und niemand sonst hat die Direktoren der Nachwuchsprogramme erwähnt. Sie werden doch kommen, oder?«

Obwohl dieser Sommerkurs kein Wettbewerb ist – es gibt am Ende keine Medaillen und die Schüler werden nicht benotet –‍, habe ich gehört, dass die Talentsucher der bedeutendsten Ballettkompanien der Welt sich die Abschlussaufführung ansehen werden. Wenn man das Glück hat, in eins ihrer Nachwuchsprogramme aufgenommen zu werden, darf man ein Jahr lang mit dem corps de ballet trainieren, ehe man hoffentlich von der Kompanie engagiert wird. Ich bin überzeugt, das ist das Ziel von so ziemlich jedem hier.

Es heißt, dass unsere Lehrer den Direktoren der Nachwuchsprogramme im Voraus die Namen ihrer Lieblingsschüler nennen, was bedeutet, dass wir den ganzen Sommer unser Bestes geben müssen, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Wenn ein maître de ballet auf einen aufmerksam wird, ist es wahrscheinlich, dass es auch einem Nachwuchsdirektor so gehen wird. Und wenn das der Fall ist, wird ein Angebot nicht lange auf sich warten lassen ...

»Stimmt das, Anouk?«, fragt Lucy. »Hat letztes Jahr jemand eine Ausbildung angeboten bekommen?«

Wir drei wenden uns Anouk zu. Wenn es eine weiß, dann sie. »Seht mich nicht so an«, sagt sie lachend. »Ich war nur in Stufe Drei.«

»Aber du hast doch bestimmt etwas gehört«, hake ich nach.

»Na schön«, sagt Anouk. »Aber beschwert euch nicht, falls sich herausstellt, dass es nicht wahr ist.«

»Jetzt red schon«, sagt Audrey scharf. Lucy und ich sehen sie mit hochgezogener Augenbraue an, und sie seufzt. »Ich meine, komm schon, wir müssen es unbedingt wissen.«

Anouk beugt sich näher zu uns. »Ich habe gehört, die Nachwuchsdirektoren erstellen nach der Abschlussaufführung eine Liste mit den Personen, an denen sie interessiert sind. Da geht es normalerweise um die Hauptrollen, aber nicht immer. Manchmal sehen sie auch Potential in jemandem aus dem corps de ballet.«

Ich beiße mir auf die Lippe. Also haben auch wir aus Stufe Vier eine Chance. Eine kleine, aber sie existiert.

»Dann«, fährt Anouk fort, »laden sie diese Schülerinnen und Schüler zu einem Vortanzen ein. Das findet am nächsten Tag statt, glaube ich. Letztes Jahr waren es das Australien Ballet, das Bolschoi-Theater, das Königliche Ballett aus Dänemark, das Royal Ballet aus London und natürlich das ABT.«

Audrey wirft mir im selben Moment einen Blick zu, in dem ich verstohlen zu ihr hinüberschaue. Das ABT. Das American Ballet Theatre aus New York City.

Ich schließe die Augen und sehe endlose Trainingswochenenden vor mir, Schulferien, die mit Wettbewerben an entlegenen Orten gefüllt waren, unzählige Nächte, die ich damit zugebracht habe, meine blutigen Zehen zu bandagieren – all das hat mich hierhergeführt. Es ist der Beweis dafür, dass man im Leben stets eine zweite Chance bekommt. Das ABT mag mich einmal abgelehnt haben, aber ich habe gerade erst begonnen.

empty
Kapitel 3

Die Mädels beschließen, mit der Metro zurück zum Wohnheim zu fahren, aber ich habe keine Lust, mich ihnen anzuschließen. Das hier ist mein erster Tag in Paris, und ich möchte ihn genießen, bevor morgen die Schule so richtig losgeht.

»Ich laufe lieber zu Fuß«, sage ich und staune über mich selbst.

Ich war noch nie allein in einer Großstadt, und ich kenne mich hier nicht aus. Ich sollte meinen Koffer auspacken, mich etwas ausruhen, vernünftig sein. Aber das reizt mich nicht.

Lucys Miene ist besorgt.

»Wir sehen uns beim Abendessen«, verspreche ich ihr.

Audrey und Anouk gehen los, aber Lucy hakt noch einmal nach: »Und du kommst wirklich klar?«

Ich lächle. »Ich bin in Paris. Natürlich komme ich klar.«

Statt nach Süden wende ich mich nach Westen, Richtung Innenstadt. Mit großen Augen versuche ich so viel wie möglich in mich aufzunehmen: den stechenden Teergeruch des von der Sonne aufgeheizten Asphalts, die lässige aber stets elegante Erscheinung der meisten Passanten (keine Shorts oder Flip-Flops in Sicht), die wunderschöne pastellblaue Schattierung des Sommerhimmels. Ich habe mal gehört, wie jemand Paris eine graue Stadt genannt hat, aber heute strahlt die Sonne so hell, als würde sie sich extra für mich ins Zeug legen.

Während ich durch eine hippe Nachbarschaft laufe, die laut Karte auf meinem Handy Marais heißt, fallen mir die roten Markisen über den zahlreichen Cafés ins Auge, die den Bürgersteig säumen. Ich staune über die schmalen Pflastersteinstraßen, die makellosen cremefarbenen Gebäude und die hübschen Schilder der Antiquitätenläden.

Es kommt mir vor, als wäre ich in der Zeit zurückgereist. Das ist das Paris aus den alten Filmen, das Paris, von dem ich geträumt habe, seit ich wusste, dass ich hierherkommen würde. Auf einer Hauswand ist das Graffiti einer Mutter und einer Tochter zu sehen, die sich an den Händen halten. Es ruft mir in Erinnerung, dass ich noch nicht mit meiner gesprochen habe. Ich stecke mir die Stöpsel meiner Kopfhörer in die Ohren und rufe meine Familie auf dem Festnetz an. Mein Bruder Thomas hebt nach ein paarmal Klingeln ab.

»Ich bin's«, sage ich und husche in eine kleine Seitengasse, um ungestört reden zu können. Der Verschluss meiner rechten Sandale bleibt zum dritten Mal innerhalb kurzer Zeit an einem Pflasterstein hängen und ich stürze, wieder einmal, beinahe. Ich habe keine Ahnung, wie es möglich ist, dass die Parisiennes hochhackige Schuhe tragen. Diese malerischen kleinen Gassen sind der reinste Hindernisparcours, erdacht für erprobte Straßenkämpfer.

»Oh, hallo«, erwidert mein Bruder geistesabwesend, im Hintergrund lärmt ein Videospiel.

»Ist Mom zu Hause?«, frage ich.

»Sie arbeitet«, antwortet Thomas. »Bei uns ist gerade Mittagszeit.«

»Ach, stimmt ja.« Ich hatte vergessen, dass Paris sechs Stunden Vorsprung hat.

»Ist Aveer bei dir?« Aveer ist der beste Freund meines Bruders, und da sie praktisch unzertrennlich sind, kenne ich die Antwort schon. Ich möchte nur noch nicht auflegen. Thomas grunzt eine Bestätigung.

»Hm, schön, sag Mom, dass ich angerufen habe, okay? Und Dad. Richte ihnen aus, dass es mir gut geht.«

Während ich rede, stolzieren zwei akkurat getrimmte Hunde auf mich zu. Der kleinere, ein blonder Mops, bleibt stehen, um an meinen Füßen zu schnüffeln. Ich bücke mich und tätschle ihn am Kopf. Shampooduft steigt mir in die Nase, und zwar von der teuren Sorte. Und ich dachte schon, mein nach Rosen duftendes Waschgel sei ausgefallen.

Die Frau am anderen Ende der Leine wirft mir einen ungläubigen Blick zu. »Allez viens, Lucien«, sagt sie, zieht den Hund weiter und reibt seinen Kopf, wo meine Hand eben noch war. Habe ich gerade irgendeinen französischen Fauxpas begangen? In Westchester lässt dich jeder seinen Hund streicheln. Ich sehe der Frau hinterher, die sich gestikulierend dem Mann neben sich zuwendet. Ich frage mich, ob sie wohl von dem unmöglichen amerikanischen Mädchen erzählt, das ohne Erlaubnis ihren Hund angefasst hat. Ups.

»Tschüss«, sagt mein Bruder da. »Viel Spaß in Paris, Schwesterherz.«

»Warte! Hat Mom etwas über mich gesagt?«, frage ich.

»Was denn?«

»Egal. Vergiss es.«

»Okay... Oh, Grandma Joan war gestern da. Sie hat jemanden namens Tante Vivienne erwähnt«, erzählt Thomas. »Wer ist Tante Vivienne?« Er spricht es wie Vivian aus, aber ich weiß, wen er meint.

»Zerbrich dir darüber nicht den Kopf«, erwidere ich. »Und sag Mom besser nichts davon, okay?«

Nachdem wir aufgelegt haben, laufe ich weiter und weiter und weiter. Alle paar Minuten verspüre ich den Drang, mich zu kneifen, weil es so aufregend ist, ganz allein eine fremde Stadt zu erkunden. Aber nach außen hin bemühe ich mich, so zu wirken, als wäre das ganz normal für mich, und gehe zügig die Straße entlang, ohne allzu oft auf mein Handy zu gucken. Unterdessen denke ich an die Unterhaltung zurück, die ich mit Grandma Joan an dem Tag geführt habe, als ich mein Bewerbungsvideo drehte. Ich schmollte an jenem Abend in meinem Zimmer, voller Sorge, meine Darbietung wäre nicht gut genug, um in das Programm aufgenommen zu werden.

Grandma Joan hatte mit uns zu Abend gegessen und war gekommen, um sich von mir zu verabschieden. Sie setzte sich zu mir aufs Bett. »Wenn du nach Paris gehst«, begann sie.

Ich seufzte. »Falls ich nach Paris gehe ...«

»Wenn du nach Paris gehst, solltest du meine Tante Vivienne besuchen. Sie ist die Schwester meiner Mutter. Sie ist inzwischen recht alt, zwei- oder sogar dreiundneunzig, aber ich denke, du wirst ihre Geschichten lieben.«

Sie steckte mir einen Zettel zu, auf den sie Tante Viviennes Namen und Telefonnummer notiert hatte. Dann nahm Grandma Joan mein Kinn zwischen die Finger und sah mir tief in die Augen. »Versprich mir, dass du dich bei ihr melden wirst.«

Ich nickte traurig. An jenem Abend kam mir Paris unendlich weit weg vor.

»Und du frischst besser deine Französischkenntnisse auf«, sagte Grandma Joan, bevor sie sich zum Gehen wandte. Sie zeigte auf ein paar Bücher, die auf meinem Schreibtisch lagen. Als ich noch klein gewesen war, hatte sie stets Französisch mit mir gesprochen, aber das war selten geworden. »Tante Vivienne spricht kein Wort Englisch.«

Ich hatte mit dem Handy ein Foto von dem Zettel gemacht, nachdem sie gegangen war, und unsere Unterhaltung dann vollkommen vergessen. Bis jetzt.

Ich scrolle meine Fotos durch, bis ich die schwungvolle Handschrift meiner Großmutter erkenne. Ich weiß, ich habe es versprochen, aber will ich wirklich irgendeine Verwandte anrufen, mit der ich mich nicht einmal richtig unterhalten kann?

Obwohl es schon spät ist, bringe ich es nicht über mich, schon zum Wohnheim zurückzukehren. Das Abendlicht ist herrlich, weich und etwas körnig, als würde ich die Stadt durch eine Vintagelinse betrachten. Ich bin schon viele Male in New York City gewesen – es ist nur eine kurze Zugfahrt von meinem Zuhause entfernt –‍, aber im Vergleich zu Paris scheint New York so rau. Paris ist einfach ... anders. Es gibt so viele Dinge, die sich anzusehen lohnen: die hübschen Zeitungskioske am Straßenrand, die kleinen blauen Straßenschilder an den Gebäuden, die antiken schmiedeeisernen Schilder der Metrostationen.

Ich finde mich auf einer belebten Straße voller Bistros und Restaurants wieder. Sie ist so schmal, dass Menschen und Motorroller im ständigen Streit um das bisschen Platz liegen. Kleine, runde Marmortische stehen flankiert von Rattanstühlen mit Schachbrettmuster bis auf die Straße verteilt. Die Stühle gucken zur Straße, und die Menschen sitzen nebeneinander und sehen zu, wie die Welt an ihnen vorüberzieht.

In dem Moment fischt ein Mann mit einer dicken Hornbrille und einer Baskenmütze ein paar Münzen aus der Hosentasche, lässt sie auf seinen Tisch fallen und geht davon. Ich beeile mich, seinen Platz einzunehmen, und lasse mich rasch auf den schwarz-weißen Stuhl fallen. Neben mir sitzt eine Frau, zu deren Füßen mehrere Einkaufstaschen stehen, und spricht leise in ihr Handy. Aus einer der Taschen ragt ein Baguette, und mir läuft das Wasser im Mund zusammen, als mir der unwiderstehliche Geruch von frischem Brot in die Nase steigt. Ob es ihr wohl auffallen würde, wenn ich ein Stück abreiße? Kleiner Scherz. Obwohl, eigentlich ...

Der Kellner, gekleidet in ein weißes Hemd und eine schwarze Schürze, sieht nur ein paar Jahre älter aus als ich. Er ist ganz süß, auf die verstrubbelte Art. Ich hoffe, er ignoriert mich für den Moment, denn ich weiß nicht, was ich bestellen möchte. Oder besser gesagt, ich weiß nicht, welche Bestellung von mir erwartet wird. Was bestellen glamouröse französische Mädchen zu trinken? Die Frau neben mir bedeckt ihr Mikro mit der Hand. Sie wendet sich dem Kellner zu und sagt: »Un Perrier rondelle, s'il vous plaît.«

Der Kellner nickt und geht davon. Ich spreche die Worte lautlos vor mich hin. »Un Perrier rondelle, s'il vous plaît.« Ich wiederhole den Satz wieder und wieder und bemühe mich, ihre Aussprache nachzuahmen und mich zu erinnern, wo die Betonungen waren.

Nach ein paar Minuten kommt der Kellner mit einer kleinen grünen Mineralwasserflasche zurück. Er gießt das Wasser in ein großes Glas, an dessen Rand einen Zitronenscheibe steckt. Er stellt außerdem eine Schüssel mit Chips auf den Tisch und legt die Rechnung daneben. Die Frau dankt ihm mit einem Nicken, bevor sie ihr Telefongespräch weiterführt. Es ist nicht so schwer, sage ich mir. Das schaffe ich.

Der Kellner wendet sich mir zu, um meine Bestellung aufzunehmen. »Et vous, mademoiselle?« Und für Sie, Fräulein?

Es klingt förmlich, aber irgendwie auch charmant. Er lächelt, während er auf meine Antwort wartet. Ich lächle zurück.

»Vous avez choisi?« Er fragt, ob ich weiß, was ich möchte, ohne seinen Blick von mir zu nehmen. Komm schon, Mia, konzentriere dich. Ich setze mich gerade hin, mit hoch erhobenem Kopf – einmal eine Ballerina, immer eine Ballerina – und sage: »Un Perrier rondelle, s'il vous plaît.«

»Tout de suite«, erwidert er. Kommt sofort.

Er hat nicht gezuckt. Er hat nicht gezögert. Er hat mich auf Anhieb verstanden Ich strahle über das ganze Gesicht.

Kurz darauf kommt er mit meinem Getränk wieder, und ich schwöre, er nimmt sich so viel Zeit wie möglich, alles abzustellen. Sein Blick huscht zu mir, und die Andeutung eines Lächelns umspielt seine Lippen. Flirtet er etwa mit mir?

»C'est mon premier jour à Paris«, sage ich auf eine Weise, die hoffentlich niedlich klingt. Das ist mein erster Tag in Paris.

»La chance!«, erwidert er. Glückspilz!

Ich nicke und beiße mir auf die Unterlippe. Ein paar Tische entfernt winkt ihm jemand zu, aber er rührt sich nicht vom Fleck. Okay, Mia. Das reicht. Du hast keine Zeit für einen Freund, weißt du noch? Jedenfalls habe ich das zu Cameron gesagt, nachdem wir im letzten Winter ein paar Wochen miteinander gegangen waren. Seine Familie wohnt nur wenige Häuser weiter, aber mit Schule und Ballett hat es einfach nicht funktioniert.

Ich gebe zu, anfangs war es schön, einen Freund zu haben. Nach jeder Verabredung hat Cameron mir einen Link zu einem Song geschickt, der ihn an mich erinnert hat. Dann hat er vorgeschlagen, dass wir mehr Zeit zusammen verbringen, und wurde jedes Mal sauer, wenn ich zum Ballett gegangen bin. Ich hatte ihn gern, aber ... das hat ziemlich genervt. Eines Abends waren wir bis nach Mitternacht unterwegs, haben nach einem Film noch geredet und rumgeknutscht. Am nächsten Tag habe ich meinen Wecker überhört und kam zu spät zum Ballettunterricht. Meine Lehrerin hat mich nicht mehr reingelassen, obwohl ich sie angefleht habe. Am Nachmittag desselben Tages habe ich mit Cameron Schluss gemacht.

»À bientôt, j'espère«, sagt der Kellner im Gehen. Ich hoffe, wir sehen uns.

Sein Blick ruht noch einen Moment auf mir, und mein Herz klopft schneller.

»Merci«, sage ich. Meine Wangen müssen knallrot sein.

Ich nippe an meinem Sprudelwasser, lehne mich auf dem knarrenden Stuhl zurück und genieße den Augenblick. Mein Blick wandert hinauf zum abendroten Himmel. Die Sonne geht hier so spät unter, als wüssten die Abende, dass sie magisch sind und so lange wie möglich andauern müssen. Ich atme die warme, süße Sommerluft ein. Und das Beste daran? Es ist bloß der erste Tag. Hallo, Paris. Hier bin ich.

empty
Kapitel 4

»Sie werden hier bei uns nur erfolgreich sein, wenn Sie begreifen, dass es keinen Platz für Fehler gibt, keine Pausen«, erklärt uns Monsieur Dabrowski, als wir für die erste Stunde des Nachmittagsunterrichts unsere Position an der Stange einnehmen. »Ihnen wurde eine unglaubliche Chance geschenkt. Vergeuden Sie sie nicht. Von diesem Moment an verlange ich absolute Hingabe von Ihnen.«

Ich möchte unbedingt meine absolute Hingabe unter Beweis stellen, ich bin nur nicht sicher, ob mein Körper der Aufgabe gewachsen ist. Nach meinem traumhaften Abend, an dem ich in Paris herumgewandert bin und niedlichen Kellnern schöne Augen gemacht habe (na schön, nur dem einen), habe ich kaum geschlafen. Jetzt fühlen sich meine Glieder steif an. Mom hatte mich vor den Auswirkungen des Jetlags gewarnt, aber ich hatte angenommen, ich würde zu aufgeregt sein, um sie zu spüren. Das war ein Irrtum. Wenigstens habe ich das Glück, dass auf Englisch unterrichtet wird und ich mir nicht den Kopf zerbrechen muss, um zu verstehen, was unser geschätzter Lehrer gerade sagt.

Lucy wirft mir einen raschen Blick zu. Ich weiß, wir denken dasselbe. Monsieur Dabrowski war gestern beim Abendessen das Gesprächsthema. Wir hatten vor unserer Ankunft in Paris alle die Gerüchte gehört. Monsieur Dabrowski hat unser Schicksal in der Hand. Er bringt manchmal Tänzer zum Weinen. Um Ablenkungen zu vermeiden, trägt er nur schwarz. Und er lobt niemals jemanden während des Unterrichts.

Bisher ist er genauso, wie ich es erwartet habe, insbesondere nachdem ich die paar Filme angeschaut habe, in denen er mitgemacht hat. Er spielt immer einen Balletttänzer oder Choreografen, und er wirkt im echten Leben genauso geheimnisvoll und distanziert wie auf der Leinwand.

»Ich werde jede Einzelne von Ihnen genau beobachten. Ich möchte sehen, wie Sie sich bewegen, wo Ihre Schwächen liegen. Haben Sie in Ihrem fünfminütigen Video alles von sich gezeigt? Steckt darüber hinaus in Ihnen das, was man braucht, um sechs Wochen intensiven Balletttrainings zu überstehen? Werden Sie einer der Schwäne in der Abschlussaufführung sein? Werden Sie die Gelegenheit bekommen, vor der gesamten Schule zu glänzen?«

Während er spricht, trifft mich der Jetlag erneut mit voller Härte. Mein Mund wird trocken, und meine Augenlider werden schwer. Jedes relevé brennt in meinen Waden, obwohl ich gestern nach dem Abendbrot fast eine Stunde lang Dehnübungen gemacht habe. Audrey hat darauf bestanden, dass ich sie nicht in unserem Zimmer mache, weil sie absolute Ruhe bräuchte, also habe ich mir meinen ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Love Paris Dance" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen