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Lucas und der Zaubertrank

Inhalt

  1. Cover
  2. Weitere Titel des Autors
  3. Über den Autor
  4. Über den Illustrator
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Kapitel 1
  8. Kapitel 2
  9. Kapitel 3
  10. Kapitel 4
  11. Kapitel 5
  12. Kapitel 6
  13. Kapitel 7
  14. Kapitel 8
  15. Kapitel 9
  16. Kapitel 10
  17. Kapitel 11
  18. Kapitel 12
  19. Kapitel 13
  20. Kapitel 14
  21. Kapitel 15
  22. Kapitel 16
  23. Kapitel 17
  24. Kapitel 18
  25. Kapitel 19
  26. Kapitel 20
  27. Kapitel 21
  28. Kapitel 22
  29. Kapitel 23
  30. Kapitel 24
  31. Das Runenalphabet
  32. Es ist noch nicht vorbei

Weitere Titel des Autors

Lucas und der Zauberschatten

Schattengreifer – Die Zeitensegler

Schattengreifer – Der Zeitenherrscher

Schattengreifer – Die Zeitenfestung

Über den Autor

Stefan Gemmel, geboren 1970 in Morbach, schreibt erfolgreich Kinder- und Jugendbücher und leitet auch Literaturprojekte und Schreibwerkstätten für Kinder. Für seine ungewöhnlichen Lesungen, Lesenächte und Workshops, die er in Schulen und Büchereien durchführt, erhielt er zahlreiche Auszeichnungen. Er ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in der Nähe von Koblenz.

Über den Illustrator

Timo Grubing lebt und arbeitet als freier Illustrator im Herzen des Ruhrgebiets, in Bochum. Dort ist er vor allem in den Bereichen Kinder- und Jugendbuch, Schulbuch, Familienspiele und Comics tätig. Daneben arbeitet er regelmäßig für verschiedene Agenturen und Magazine. Wenn ihn nicht gerade ein Knubbelgeist von der Arbeit abhält, dann übernimmt diese Aufgabe – meist erfolgreich – eine seiner beiden Katzen.

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»Och nö!«

Wer hatte eigentlich dieses Aufstehen am frühen Morgen erfunden?

Der Wecker flog in hohem Bogen durch das Zimmer. Im gleichen Moment schnappte sich Lucas den Zipfel seiner Bettdecke, um sie sich über den Kopf zu ziehen, so, wie er es immer tat. Doch dann hielt er mitten in seiner Bewegung inne. Er musste heute nicht tun, was er früher an anderen Tagen getan hätte. Denn heute war kein Tag wie jeder andere.

Alles war anders. Genau genommen seit dem Moment, an dem Lucas Nathanael begegnet war.

Lucas riss die Bettdecke von sich, setzte sich auf, rieb sich die Augen und lächelte. All das war tatsächlich kein Traum: Erst vor Kurzem war er dem alten Mann begegnet, doch Lucas kam es beinahe so vor, als habe es eine Zeit ohne Nathanael nie gegeben. Lucas dachte an Klein-Avalon, wie Nathanael die zerfallene Fabrik nannte, die ihn an seine Zeit am Hofe des großen Artus’ erinnerte. Damals, als Nathanael noch in dem echten Avalon auf der Burg Camelot gelebt hatte, als Schüler Merlins und als Bewunderer König Artus’.

Seit diesem Abenteuer befürchtete Lucas jeden Morgen, aus einem wunderbaren Traum zu erwachen. Um dann festzustellen, dass alles gar nicht real war. Dass all diese wunderbaren, magischen, spannenden, verrückten Situationen nur in seiner Fantasie passiert waren und er Nathanael tatsächlich nie begegnet war. Nicht ihm und nicht seinen Freunden Li-Feng, Ole, Kracks und Knick. Lucas hätte nicht Nathanaels Zauberschatten kennengelernt, mit dem er nach Camelot gereist war. Und dann war da natürlich auch Shalamar gewesen, mit seinem gemeinen Plan, die Welt ins Chaos zu stürzen. Shalamar, der …

Lucas zuckte zusammen. Ein Geräusch hatte ihn aus seinen Gedanken gerissen. Ein kratzendes, klopfendes, scharrendes Geräusch an seinem Zimmerfenster.

Lucas’ Körper wurde von einer Gänsehaut überzogen. Er wagte es kaum, aufzustehen und nachzusehen. Immerhin hatte er vor einigen Tagen Shalamars Pläne durchkreuzt. Er war wie Nathanael ein Lehrling Merlins gewesen, der jedoch nur Böses im Schilde führte.

Hatten diese Geräusche etwas mit Shalamar zu tun? War er gekommen, um sich zu rächen?

Wie in Zeitlupe stand Lucas auf, ging auf das Fenster zu und griff nach dem Vorhang. Ungläubig blickte er auf das, was ihm von draußen, auf der Fensterbank, entgegenblickte.

»Wer bist denn du?« Lucas war erleichtert.

»Krah!«, klang es ihm entgegen. »Krah-krah!« Eine Elster lief vor der Scheibe aufgeregt hin und her.

Lucas öffnete das Fenster. »Wo kommst du denn her?«

In diesem Moment blieb die Elster stehen und hob eines ihrer Beine an, sodass Lucas den aufgerollten weißen Zettel an ihrem Fuß entdecken konnte.

»Was …«, entfuhr es Lucas. »Ich kenne Brieftauben, aber Brief-Elstern sind mir neu! Wobei ich mich an Überraschungen gewöhnt habe.«

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Vorsichtig griff Lucas nach dem Gummi, mit dem der Zettel an dem Fuß des Vogels befestigt war.

Dabei war er wohl etwas unbeholfen, denn die Elster zog das Bein zurück und krähte erneut. »Tut mir leid«, murmelte Lucas. »Ich mache das zum ersten Mal.«

Schließlich hatte er es geschafft: Er hielt den zusammengerollten Zettel zwischen seinen Fingern.

Die Elster zuckte zweimal erleichtert mit dem Kopf, bevor sie sich vom Fensterbrett abstieß und davonflog.

Verwundert blickte Lucas ihr nach, bevor er vorsichtig den kleinen weißen Zettel entrollte. »Was für ein seltsamer Morgen …«

Lucas drehte und wendete den Zettel einige Male. Darauf standen nur eine Menge merkwürdiger Symbole, die er nicht kannte: