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Maddrax - Folge 531

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Was bisher geschah …
  4. Hinter feindlichen Linien
  5. Leserseite
  6. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet »Christopher-Floyd« – in Wahrheit eine Arche Außerirdischer – die Erde. Ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Mensch­heit ist degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, »Maddrax« genannt, dessen Staffel durch einen Zeitstrahl vom Mars ins Jahr 2516 versetzt wird. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula erkundet er diese ihm fremde Erde. Bis sie durch ein Wurmloch in ein Ringplanetensystem versetzt werden, während der Mond auf die Erde zu stürzen droht. Matt findet Hilfe und Verbündete und die Rettung gelingt in letzter Sekunde – aber etwas geht schief: Areale aus verschiedenen Parallelwelten manifestieren sich plötzlich auf der Erde…

Um diese fünfzig Kilometer durchmessenden Parallelwelt-Areale, die von hohen Dornenhecken umgeben sind, aufzuspüren, nutzen Matt und Aruula ein im Erdorbit installiertes Satelliten-Netzwerk. Mit einem Gleiter überwinden sie die Pflanzenwälle, begleitet vom Sauroiden Ydiel. Eine ihrer Reisen führt sie in ein paralleles Rom, das von einem zeitreisenden Archivar namens Patrem regiert wird, der in Agartha ein neues Machtzentrum errichten will. Doch auch das Königreich im Himalaja wurde in eine Parallelwelt versetzt. Patrem kommt ums Leben; zurück bleiben seine gefährlichen Artefakte. Matt will sie im Hort des Wissens deponieren, einer Enklave befreundeter Retrologen und Wissenschaftler.

Da taucht sein Erzfeind Colonel Aran Kormak auf. Im Kampf gegen ihn wird Ydiel von einer Artefaktwaffe auf Insektengröße verkleinert. Kormak kann entkommen, als ein weiteres Areal erscheint: die Stadt Coellen (Köln) – und mit ihr der Neo-Barbar Rulfan, ein in ihrer Welt längst verstorbener Freund.

Kormak nimmt derweil Kontakt zu den Reenschas in Glasgow auf, wird deren Chefexekutor und greift den Hort des Wissens an, scheitert aber und wird von seinen neuen Verbündeten in den Kerker geworfen.

Inzwischen wächst Ydiel langsam wieder zu seiner ursprünglichen Größe heran. Matt und Aruula bringen ihn zurück nach Yucatán. Zuvor müssen sie jedoch miterleben, wie Kormak mit einem Ballon aus der Festung der Reenschas flieht – und mit dem Miniaturisierer verkleinert wird! Rulfan schließt sich den Freunden wieder an.

Da empfängt Aruula einen Hilferuf von der Pflanzen-Entität GRÜN, die sie nach Neuseeland lockt, wo ein Volk nach den Büchern von J.R.R. Tolkien lebt. Dort treffen die Freunde auf eine botanische Seuche, die aus einer Parallelwelt herübergekommen ist und die Erde zu überwuchern droht. GRÜN, der, wie sich nun herausstellt, für die Dornenhecken rund um die Anomalien verantwortlich war, ist machtlos gegen die Rote Pest! Er verbindet sich mit Matthew Drax, um den Angriff vorerst zurückzuschlagen, wird dabei aber derart geschwächt, dass beide zu sterben drohen, wenn GRÜN sich nicht an einem Energiepunkt der Erde neu »auflädt«. Aruula schafft Matt dorthin, während die anderen eine bionetische Waffe gegen die Rote Pest entwickeln, die sie dank des wieder gesundeten GRÜN zünden können.

Hinter feindlichen Linien

von Ian Rolf Hill

Colonel Aran Kormak hatte in seinem Leben schon mehrfach mit selbigem abgeschlossen. Nicht, dass er sich daran gewöhnt hätte, aber bislang hatte er immer einen Ausweg gefunden.

Heute lagen die Dinge jedoch anders. Nie zuvor war seine Lage schlechter gewesen. Unbewaffnet stand er in der Gondel eines Ballons, der zehn Meter über dem EIBREX schwebte, während der Anführer der Reenschas den Desintegrator auf ihn richtete.

Kormak überlegte gerade, ob er einen Sprung in die Tiefe wagen sollte, als das Dröhnen von Gleitertriebwerken an sein Ohr drang. Einen Atemzug später endete seine Wahrnehmung in einem blauen Lichtblitz…

Im Herzen des Chaos.

So fühlte sich Aran Kormak, als er herumgewirbelt wurde, den Boden unter den Füßen verlor und in blinder Panik um sich schlug. Sein Körper prallte mit voller Wucht gegen die hölzerne Verschalung der Gondel, wurde emporgehoben und drohte darüber hinwegzusegeln, mitten hinein in das tosende Gewitter aus blauen Blitzen und orkanartigen Böen. Im letzten Augenblick gelang es ihm, eines der Seile, die Ballon und Gondel miteinander verbanden, zu fassen und sich daran festzuhalten.

Ein mörderischer Ruck fuhr durch seine Arme. Kormaks Gebrüll verlor sich im Tosen und Donnern der energetischen Entladungen, die sich wie mit tausend glühenden Nadeln in seinen Körper zu bohren schienen. Er hatte das Gefühl, bei lebendigem Leib auseinandergerissen zu werden. Gleichzeitig spürte er, wie ihm ein ungeheurer Druck die Luft aus den Lungen presste.

Das gleißende Licht brannte sich in seine Netzhäute und brachte seine Synapsen zum Kochen. Das EIBREX, der dunkle Himmel, der Gleiter, all das verschwand hinter glühenden Schmerzen und grellen Farbmustern, die seine geschundenen Sehnerven in sein Bewusstsein projizierten.

Der ideale Zeitpunkt, um aufzugeben. Loszulassen und sich dem Schicksal zu fügen.

Es war dieser bestimmte Sekundenbruchteil, wenn das Denken aussetzt und die Instinkte das Handeln übernehmen, der über Leben und Tod entschied.

Und Colonel Aran Kormak wollte leben!

Mit einer schier übermenschlichen Anstrengung hievte er sich zurück in die Gondel, wo er halb bewusstlos liegen blieb, während der Ballon, von einem mörderischen Sog erfasst, in einen Spiralflug gezwungen wurde. Kormaks Körper wurde von der Zentrifugalkraft mit solcher Wucht gegen die Planken gepresst, dass er glaubte, seine Rippen müssten bersten.

Verzweifelt rang er um Atem. Ein heftiger Schlag traf seinen Bauch wie ein Fausthieb. Blind griff er um sich und ertastete ein Seil, an dessen Ende ein Karabinerhaken hing. Damit war der Ballon am Boden der Arena, in der Kormak sein Leben hätte aushauchen sollen, verankert gewesen.

Seil und Haken waren durch die stürmischen Gewalten empor und in die Gondel geworfen worden. Reflexartig ergriff Kormak den Karabinerhaken und befestigte ihn an seinem Gürtel. Sollte er hinausgeschleudert werden, würde das Seil ihn vor einem Sturz in die Tiefe bewahren – hoffentlich ohne ihm das Rückgrat zu brechen.

Einen Atemzug später ertönte ein donnernder Knall von solcher Lautstärke, dass er nicht nur das Tosen der Elemente übertönte, sondern ihm auch mit einem Schlag das Gehör raubte. Kormak spürte, wie er über den Boden der Gondel unter eine der Sitzbänke rutschte. Verzweifelt klammerte er sich daran fest und verlor die Besinnung.

Sein Erwachen erfolgte in tosender Finsternis.

Er wusste nicht, was ihn geweckt hatte. Vielleicht das beständige Pfeifen und Heulen des Windes, vielleicht die eisige Kälte, die dafür sorgte, dass er am ganzen Leib zitterte und seine Zähne klappernd aufeinanderschlugen.

Kormak versuchte sich aufzurichten und schlug mit der Stirn irgendwo an. Ein greller Blitz zuckte durch seinen Schädel. Er sank zurück und brachte erst einmal Ordnung in das Chaos seiner Gedanken.

Zunächst schob er die körperlichen Empfindungen beiseite. An der Tatsache, dass er fror, konnte er momentan nichts ändern, also beschloss er, diesem Umstand keine weitere Bedeutung beizumessen. Auch den brennenden Durst konnte er nicht löschen, und so akzeptierte er ihn.

Kurz darauf kehrten die Erinnerungen zurück.

Das EIBREX, in dem Treent, der selbsternannte Anführer der Reenschas, ihn hatte hinrichten lassen wollen, weil er angeblich die alleinige Verantwortung für den fehlgeschlagenen Angriff auf den Hort des Wissens trug.1)

Er erinnerte sich an den misslungenen Putschversuch und seine überstürzte Flucht mit dem Ballon, einer Hinterlassenschaft des Technopaten Vitaal MacLeone, und an den Angriff mit dem Desintegrator. Schließlich war sogar einer von Miki Takeos Gleitern aufgetaucht, vermutlich mit Matthew Drax an Bord. Denn so weit Kormak informiert war, besaß der verhasste Ex-Commander die letzte intakte Flugmaschine des Androiden aus Sub’sisco.2)

Das Letzte, an das Kormak sich erinnerte, war das Krachen einer Explosion.

Was genau in die Luft gegangen war, hatte er nicht sehen können, es interessierte ihn auch nur sekundär. Primär war wichtig, dass er noch lebte, und das war mehr, als er nach den Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit hatte erwarten können. Jetzt galt es, dafür zu sorgen, dass es so blieb. Dazu musste er herausfinden, wo genau er sich befand.

Kormak hob die Hände und ertastete den Widerstand, mit dem er nach dem Erwachen kollidiert war. Er bestand aus Holz und gehörte zu einer der Sitzbänke, die sich in der langgezogenen Gondel befanden. Mühsam schob sich Kormak darunter hervor. Er musste vorsichtig sein, denn der Ballon, der sich wie ein finsterer Schatten über ihm am nachtschwarzen Himmel abzeichnete, wurde von den Windböen herumgewirbelt.

Die Bewegungen übertrugen sich auch auf die Gondel. Wenn er nicht acht gab, lief er Gefahr, doch noch über Bord zu gehen. Daher verzichtete Kormak darauf, aufzustehen. Stattdessen kroch er auf allen Vieren zum Rand der Gondel, klammerte sich dort fest und spähte in die Tiefe.

Eine gleichförmige, monochrome Fläche mit weißen Einschlüssen lag Hunderte von Metern unter ihm und erstreckte sich meilenweit bis zum Horizont.

Kormak schluckte trocken und kämpfte gegen die aufsteigende Panik an. War er wirklich so lange bewusstlos gewesen, dass der Wind ihn weit auf das offene Meer hinausgetragen hatte?

Und warum hatte ihn Drax nicht abgefangen? Hatte ihn der Kampf um das EIBREX derart in Anspruch genommen, dass er dem davonwirbelnden Ballon keine Bedeutung beigemessen hatte?

Eine andere Möglichkeit war, dass die Explosion von dem Gleiter stammte. Vielleicht hatte Treent ihn ebenfalls mit dem Desintegrator getroffen.

Der Gedanke sorgte bei Kormak für einen regelrechten Endorphinschub. Im besten Falle hatte es nicht nur Drax, sondern auch seine Barbarin erwischt. Allerdings würde er erst an Drax’ Tod glauben, wenn er seine Leiche sah, und außerdem nutzte ihm das momentan herzlich wenig. Die Rache an Matthew Drax war keineswegs sein Lebensinhalt, sondern bestenfalls schmückendes Beiwerk.

Er schüttelte die Gedanken an seinen alten Feind ab und konzentrierte sich auf seine derzeitige Lage. Wenn ihn nicht alles täuschte, verfügte die Gondel beidseits über motorbetriebene Propeller.

Kormak beugte sich erneut über die Reling und ließ den Blick an der Bordwand entlang zum Heck schweifen.

Seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, als er die Luftschraube entdeckte. Anscheinend war sie intakt. Der Motor, ein alter Dieselgenerator, war durch mehrere Eisenstreben mit dem Schanzkleid verschweißt worden. Kormak arbeitete sich zu dem Propeller hinüber. Er musste sich weit über die Bordwand beugen, um an den Griff der Reißleine zu gelangen.

Kein leichtes Unterfangen, denn die Gondel schwankte und hüpfte, als triebe sie bei starkem Wellengang auf hoher See. Beinahe hätte er den Halt verloren. Er konnte sich gerade noch festhalten, angelte nach der Reißleine und bekam den hölzernen Knauf zu fassen.

Kormak stieß den angehaltenen Atem aus, während er an dem Riemen zerrte. Nur rührte sich dieser nicht. Dafür erfasste ein weiterer Windstoß den Ballon und wirbelte ihn um die Horizontalachse.

Die Gondel überschlug sich. Der Knauf der Reißleine entglitt Kormaks Fingern, dafür bekam er eine der Metallstreben zu packen.

Ein scharfer Schmerz zuckte durch seine Schulter. Er nahm die zweite Hand zu Hilfe und wartete, bis Ballon und Gondel sich wieder so weit beruhigt hatten, dass er sich halbwegs gefahrlos nach oben ziehen konnte. Sein Herz hämmerte laut, das Blut rauschte ihm in den Ohren.

Kormak spannte die Armmuskeln und feuerte sich in Gedanken an: Komm schon, komm schon! Wenn du jetzt schlappmachst, war’s das!

Mit einem kraftvollen Ruck zog er sich in die Höhe, winkelte das Bein an und ließ sich rittlings auf dem Generator nieder. Er gönnte sich einen kurzen Moment, um wieder zu Atem zu kommen.

Mit beiden Händen hielt er sich an der Bordwand fest, während er sich auf dem Generator aufrichtete. Vor der Reißleine ging er in die Hocke, ergriff deren Knauf und zog ruckartig daran.

Ein Knirschen und Kratzen erklang. Der Propeller bewegte sich, blieb dann jedoch erneut stehen. Gleich noch einmal.

Beim vierten Versuch erwachte der Motor knatternd zum Leben. Die Flügelschraube wurde zu einem rotierenden Wirbel, während die Gondel anfing, sich in einer engen Kreisbahn zu bewegen.

Kormak wälzte sich über die Bordwand in Sicherheit und blieb sekundenlang auf dem Bauch liegen, bis sich seine verkrampften Muskeln wieder gelockert hatten. Dann kroch er zur anderen Seite, um den zweiten Propeller in Gang zu setzen.

Dieses Mal gelang es ihm ohne Probleme. Die Gondel nahm nicht nur umgehend Fahrt auf, sie stabilisierte sich auch, sodass es der Colonel riskieren konnte, sich an einem der Halteseile aufzurichten.

Sein gesundes Auge weitete sich, als er in einiger Entfernung die schwarze Silhouette der Küstenlinie ausmachte, die keineswegs gerade verlief, sondern sich krümmte und längs der Gondel ins Landesinnere ragte.

Kormaks Herz übersprang vor Freude einen Schlag, als er seinen Irrtum erkannte. Er befand sich keineswegs auf dem offenen Meer, sondern schwebte über den Wassern eines riesigen Sees.

Und da kam eigentlich nur einer in Frage: der Loch Lomond. Wenngleich der Colonel ihn nicht so gewaltig in Erinnerung hatte, wie er ihm jetzt vorkam. Doch das mochte an den schlechten Lichtverhältnissen und den Nachwirkungen des Desintegratortreffers liegen. Dass er diesen überhaupt überlebt hatte, grenzte für Kormak an ein kleines Wunder.

Kormak steuerte den Ballon auf das Ufer zu und hielt dabei nach Fixpunkten Ausschau. Eine gefühlte Ewigkeit später glaubte er, in der Ferne winzige Lichter zu erkennen.

Der akuten Lebensgefahr entronnen, gewannen die körperlichen Bedürfnisse rasch an Bedeutung. Das bedeutete vor allen Dingen Essen, Trinken und Wärme. All das würde er am ehesten dort finden, wo sich Menschen aufhielten.

Kormak korrigierte den Kurs und wartete geduldig, bis das Gebäude größer wurde, was nicht allzu lange dauerte, obwohl das Ufer noch ziemlich weit entfernt schien. Diese optische Verzerrung der Perspektive irritierte den Colonel.

Er verdrängte die aufkeimende Furcht, dass die Entladungen bleibende Schäden hinterlassen haben könnten, und konzentrierte sich wieder auf das kastenförmige Bauwerk. Sein Puls beschleunigte sich, als er es wiedererkannte.

Kein Zweifel, es handelte sich um den Hort des Wissens!

Kormaks kürzlich empfundene Euphorie löste sich auf. Das fehlt ihm gerade noch, dass er nach geglückter Flucht ausgerechnet Drax’ Freunden in die Hände fiel! Sollte der Commander tatsächlich das Zeitliche gesegnet haben, würde man ihn dafür zur Rechenschaft ziehen. Darauf konnte er gut und gerne verzichten.

Im Reflex wollte Kormak den Kurs ändern, als er stutzte. Irgendetwas stimmte nicht.

Der Colonel beugte sich über die Reling und spähte in die Tiefe. Dann hob er den Blick und maß die Strecke zu dem ehemaligen Wasserkraftwerk, in dem der Hort untergebracht war.

Entfernung und Höhe des Bauwerks passten nicht zusammen. Gemessen an der Distanz zum Ufer hätte das Gebäude viel kleiner sein müssen. Wie war das möglich?

Kormaks Gedanken wirbelten durcheinander. Fieberhaft suchte er nach einer schlüssigen Erklärung, denn das Phänomen konnte unmöglich auf einer optischen Täuschung beruhen.

Im Prinzip gab es nur eine logische Schlussfolgerung, doch die war so absurd, dass er sich schlicht und ergreifend weigerte, sie zu akzeptieren.

Schlussendlich blieb ihm aber nichts anderes übrig, denn tat er es nicht, bedeutete das seinen sicheren Tod. Sollte er tatsächlich geschrumpft sein, so lagen seine Überlebenschancen in freier Wildbahn bei null.

Diese Erkenntnis zog eine weitere nach sich: dass der Desintegrator gar keiner war, sondern ein… Miniaturisator, der alles verkleinerte!

Was sich daraus ergab, würde er später reflektieren. Jetzt musste er sich auf seine nächsten Schritte konzentrieren. Als Partisane, der die meiste Zeit auf sich alleine gestellt war, konnte Kormak schnelle Entscheidungen treffen.

Er würde in den Hort eindringen! Die Bewohner würden ihn nicht zu Gesicht bekommen, wenn er sich nicht allzu dämlich anstellte.

Er ließ seinen Blick über die Fassade schweifen, auf der Suche nach einem offenen Fenster, und reduzierte gleichzeitig den Schub der Motoren, um nicht gegen die Mauer gedrückt zu werden.

Nachdem er auch die Gaszufuhr gedrosselt hatte, sank der Ballon tiefer. Die Hauswand mit den gigantischen Fensteröffnungen zog an ihm vorüber. Hinter einer der Scheiben brannte Licht. Kormak blickte in eine Art Labor und duckte sich instinktiv, als er eine riesige Gestalt bemerkte, die sich über einen Tisch beugte, auf dem allerlei seltsame Apparaturen standen.

Unvermittelt flammte ein grelles Licht auf, und schwarzer Qualm waberte durch den Raum. Der Mann verfiel in Hektik und lief auf das Fenster zu.

Kormak fuhr der Schreck in die Glieder. Wenn der Kerl ihn entdeckte, war er geliefert. Er musste weg! Schnell führte er mit Hilfe der Schubregler ein Ausweichmanöver durch, verringerte den Schub an Backbord, damit der Ballon nach links driftete.

Zusätzlich erfasste ein Windstoß den Ballon und drückte ihn von der Fassade weg. Ein Schwall beißenden Rauchs quoll ins Freie und hüllte Kormak und sein Fluggerät ein. Ein donnerndes Röhren erklang, als sich der Kerl am offenen Fenster die Lunge aus dem Hals hustete.

Wenig später verschwand er wieder im Inneren des Labors.

Kormak wollte bereits aufatmen und sich ein neues Ziel suchen, als ein hohes, kaum hörbares Sirren erklang. Dem Colonel sträubten sich die Nackenhaare.

Im nächsten Moment wurde die Gondel von einem heftigen Schlag getroffen. Kormak verlor den Halt und prallte bäuchlings auf die Planken.

Zwei Sekunden verharrte er reglos. Den Atem anhaltend, wartete er auf den nächsten Schlag. Der blieb aus, dafür erklang das Sirren von neuem. Kormak rappelte sich auf die Beine und schaute sich um. Eines war sicher: Das war nicht der Wind gewesen!

Da kam der Schatten auch schon mit hektischem Flügelschlag auf ihn zugeflattert.

Eine Batera! Vermutlich ein Jungtier, das sich auf seinem nächtlichen Beutezug verkalkuliert hatte.

Normalerweise hätte er keinen zweiten Gedanken an das Vieh verschwendet, doch bei seiner derzeitigen Größe stellte es eine tödliche Bedrohung dar.

Jählings erhöhte Kormak den Backbord-Schub. Die Gondel schmierte nach rechts ab und die Batera flatterte dicht an dem Ballon vorbei. Der Windstoß des Flügels, der ihn knapp verfehlte, drückte den Ballon direkt auf das offene – und jetzt wieder leere – Fenster zu.

Jetzt ...

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