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Maddrax - Folge 439

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Hilfreiche Links
  4. Was bisher geschah …
  5. Messis
  6. Leserseite
  7. Vorschau

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Am 8. Februar 2012 trifft der Komet „Christopher-Floyd“ – in Wahrheit eine Arche Außerirdischer – die Erde. Ihre Achse verschiebt sich und ein Leichentuch aus Staub legt sich für Jahrhunderte um den Planeten. Nach der Eiszeit bevölkern Mutationen die Länder und die Menschheit ist degeneriert. In dieses Szenario verschlägt es den Piloten Matthew Drax, dessen Staffel durch ein Zeitphänomen ins Jahr 2516 versetzt wird. Nach dem Absturz retten ihn Barbaren, die ihn „Maddrax“ nennen. Zusammen mit der telepathisch begabten Kriegerin Aruula erkundet er diese für ihn fremde Erde. Bis sie durch ein Wurmloch, das sich im Forschungszentrum CERN auftut, auf einen von zwanzig Monden um einen Ringplaneten versetzt werden.

Auf dem Mond Terminus lässt sie ein Psi-Feld ihr früheres Leben vergessen. Unterwegs zum Turm der Initiatoren, den Herren des Systems, geraten Matt und Aruula in einem unterirdischen Kerker an das mächtige Volk der Saven und befreien sie unfreiwillig, bevor sie zum Wassermond Aquus geschickt, wo sie zusammen mit dem Dreen Mi-Ruut auf die Hydree treffen. Diese Fischwesen geben Matt und Aruula ihre Erinnerungen zurück. Sie reisen zum Mond Binaar weiter, einem Ort, an dem nur künstliche Wesen leben. Die Renegaten wollen von hier fliehen und lösen einen ganzen Stadtteil – Exxus – aus Binaar. Matt und Aruula reisen mit, aber auch ihr Erzfeind Jacob Smythe und ein Initiator in einem Avatar.

Smythe erlangt die Kontrolle über den Zentralrechner der Exxus und ändert den Kurs auf den Ringplaneten. Dann aber wird er von einem verbündeten Roboter betrogen, der die Kontrolle des Schiffs auf sich selbst überträgt – bevor Aruula ihn vernichtet. Nun lässt sich der Kurs nicht mehr ändern. Smythe stürzt in einen Schacht und der Initiator zwingt die Menschen in ein Fluchtshuttle, löst aber seinen Geist aus dem Avatar, als sie ins Schwerefeld des Mondes Botan geraten.

Nach dem Absturz treffen Matt und Aruula auf die Polatai; Molchwesen, die hier für die Initiatoren tätig sind. Die Natur ist krank, Faulzonen breiten sich aus! Der Geist Botans versucht Matt und Aruula zu assimilieren, was Mi-Ruut, der wieder zu ihnen stößt, verhindern kann. Sie finden Xaana in einem Kokon. Ein kranker Proband ist verantwortlich für die Fäulnis. Als sie seine Leiche verbrennen, verbreiten sie mit der Asche den Virus über ganz Botan. In ihrer Not setzen die Initiatoren die auf Terminus festsitzenden Saven ein. Plagmal und Kurzmüh heilen zwar die Seuche, versuchen aber den Geist zu übernehmen – was letztlich misslingt. Botan vereinnahmt die Saven und erlaubt den Gefährten die Rückkehr nach Aquus. Xaana erhält dort ihre Erinnerung zurück. Sie, Matt, Aruula und der Hydree Bart’ol machen sich auf der Suche nach einem legendären Beiboot der ersten Hydree, stoßen auf eine geheimnisvolle Insel, wo ein Militär eine Superwaffe züchtet, und forcieren letztlich den Krieg zwischen den beiden verfeindeten Rassen des Mondes. Die Hydree siegen über die Polatai und Bart’ol, der sich als Erbe eines Genetikforschers entpuppt, überlässt ihnen das Beiboot im Zentrum der Insel.

Messis

von Ansgar Back

Unsterblichkeit. Alle Kreaturen in diesem Universum träumten davon. Entweder in Form ihres aktuellen Daseins oder indem sie sich von den Göttern eine zweite Chance erhofften.

Wie jämmerlich sie doch sind.

Tief atmete er den Geruch nach feuchter Erde und fauligen Pflanzen ein. Diesen unvergleichlichen Duft, der ihn an den Dschungelmond erinnerte. Dort hatte er seine einzigartigen Fähigkeiten entwickelt, und mit einer dieser Fähigkeiten lähmte er seine Opfer und machte sie willenlos. Er, der Unsterbliche, rief ein Gefühl in ihnen hervor, das so alt war wie das Universum selbst. Ein Gefühl der Bedrohung, das in Schatten und Dunkelheit seine Nahrung fand.

Angst.

„Lehia ist verschwunden“, sagte Pytaya leise. Ihre Stimme klang brüchiger als gestern.

Yantlai stand an der offenen Hüttentür und wandte den Kopf. Pytaya saß auf der Holzbank, ihre großen Hände mit den dicken Adern ruhten auf ihren Schenkeln. Die Knochen in ihrem Gesicht traten so deutlich hervor, dass die Hakennase die Haut zu spannen schien, ihre hervortretenden Augen waren grau verschleiert. In ihnen lag dieser Blick, den Yantlai so zu hassen gelernt hatte.

Sie kratzte sich fahrig am Arm, in immer wiederkehrenden Bewegungen. „Ist sie bei Obed?“, fragte sie. Yantlai hörte das Zittern in ihrer Stimme. Gleich war es wieder soweit. „Nein“, sagte er. „Ich bin sicher, es geht ihr gut.“

Sie verharrte und glotzte ihn an. Ihre Mundwinkel zuckten, dann legte sich eine leise Spur von Befriedigung in ihren Blick. „Obed möchte rauskommen“, sagte sie. „Ich singe ihm sein Lied.“

Er nickte knapp. Die Worte, die er sich zurechtgelegt hatte, versandeten in seiner Kehle. Als Pytayas Körper sich versteifte und ihr Blick wieder starr wurde, verließ er die Hütte.

Der tiefblaue Sand knirschte unter seinen Füßen. Er sog die Abendluft ein; sie roch nach frischem kalten Teer. Vor ihm lag offenes Land, hinter ihm umgab eine Hügelkette die Hütte wie schützende Hände.

Die Nacht in der Ebene war so dicht, dass man sie mit einem Stock hätte aufspießen mögen. Über Yantlai schnitten sich verschwommene Lichtlanzen durch den wolkenverhangenen Himmel, die sich zu krausen Knäueln verbanden und an manchen Stellen aufleuchteten wie phosphoreszierende Schuppen.

Wie friedlich dieses Land doch war. Wie schön.

Und wie gefährlich.

Yantlai sah zur Hütte. Diesmal schrie Pytaya nicht. Das war gut. Wenn er hier draußen war, alleingelassen mit den vertrauten Geräuschen der Nacht, fühlte er die Schwingen des Trostes um seine Schultern. Wenn aber die Stille zurückkehrte, diese erdrückende, unheimliche Stille, wenn kein Laut zu hören war, weder von den naheliegenden Sümpfen, noch aus dem offenen Land, dann war er Pytaya manchmal näher, als ihm lieb war.

Pytaya …

Als er sie damals kennengelernt und Tash’al für sie verspürt hatte, dieses Gefühl, das einem die Vollkommenheit eines anderen Menschen aufzeigt und das Herz schneller schlagen lässt, da war ihm klargeworden, dass er mit dieser Frau bis zu seinem Tod zusammen sein wollte. Sein Herz schlug seitdem nur noch für sie und für die Kinder.

Dann, auf ihrer großen Wanderung, waren sie diesem Etwas begegnet. Seitdem war nichts mehr wie früher.

Yantlai würde diesen Tag niemals vergessen. Nur wenige Rotationen war es her. Danach war er nach Inth’ouut gegangen, wo er den Namen dieses schrecklichen Wesens erfahren hatte. Als er zurückkam, war Pytayas Zustand schlimmer als zuvor gewesen.

Ihr Geist war endgültig verbrannt.

Die tröstenden Schwingen lösten sich von Yantlais Schultern und kalte Verzweiflung kroch durch seine Eingeweide. Einen Marsch von der Länge eines Vormittags entfernt befand sich ein Lichtloch. Man sah es von hier aus. Wenn er doch nur mit Pytaya dorthin gehen könnte! Er war überzeugt, ihr mit dem Licht helfen zu können.

Er hatte Pytayas Eltern damals versprochen, ihr beizustehen, und wenn man ein Versprechen gegeben hatte, musste man manchmal einen Traum gegen den anderen eintauschen.

Vielleicht dort, wo sie Getreide anbauen. Unter der Wolkendecke …

Die Kinder kamen ihm in den Sinn. Bei dem Gedanken an Lehia und Obed schnürte sich seine Kehle zusammen und seine Augen brannten.

Er blinzelte die Tränen weg und ging zurück zur Hütte. An der offenen Tür blieb er stehen.

Pytaya war verschwunden.

Hinter ihm, irgendwo in den Sümpfen, stieß ein Tier einen gackernden Laut aus. Wie auf ein Signal hin schwand die Frische und machte der altbekannten Schwüle Platz.

Yantlai sah sich um. Für einen kurzen Moment keimte in ihm die Hoffnung, seine Frau hätte sich ins Freie gewagt.

„Pytaya?“

Keine Antwort.

Angst kroch in ihm hoch. Der Schein der Tran-Laterne warf einen schwachen Lichtkreis in die Hütte. Yantlai erwog, auch die zweite anzuzünden. Das Licht schaffte es vielleicht, die jähe Furcht zu dämmen, die tief in seinem Gedärm wie mit Zähnen und Klauen nagte.

„Pytaya!“

Er hörte ein Knarren und fühlte einen Schweißfaden über seine Schläfe rinnen.

Das Knarren wiederholte sich. Yantlai hob den Kopf.

Der Dachboden.

Über ihm erklangen Schritte. Zögerlich, verstohlen.

Er fühlte einen Kloß im Hals. Ließen ihre inneren Dämonen sie jemals gehen? Gab es denn keine Möglichkeit, sich von ihren Ketten zu lösen?

Er dachte an das Lichtloch. Wenn Pytaya doch nur …

Die Schritte verstummten. Yantlai wusste, was dort oben vor sich ging. Mit Abscheu dachte er an dieses Ding auf dem Dachboden.

Er schloss die Tür, setzte sich an den Tisch und vergrub den Kopf in seinen Händen. Pytayas Gesicht erschien vor seinem geistigen Auge. Ihr Gesicht aus älteren Tagen, als ihr Blick noch klar und voller Wärme gewesen war.

Schatten, dachte er. Zu viele Schatten für eine Blume wie dich.

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Nach dem Start von Aquus

Die Deckenlampen verströmten kaltes Licht. Durch die Frontscheibe des hydreeischen Beiboots funkelten Matthew Drax kleine Sternhaufen entgegen, dazwischen konnte er dünne Lichtfahnen ausmachen, die an die Schleier eines Elmsfeuers erinnerten.

Er warf einen Blick auf die Monitore, die wie alles hier aus symbionischem Material bestanden. Wenn er die Koordinaten darauf richtig interpretierte, waren sie in Richtung Ringplanet unterwegs. Er hoffte inständig, dass sie ihn auch erreichten, denn das unfertige Schiff – sie hatten seine Entwicklung vor der Vollendung stoppen müssen1) – machte nicht den besten Eindruck. Einige der Gerätschaften wirkten nicht richtig ausgebildet.

Matt schaute sich nach seinen Gefährten um. Aruula saß hinter ihm und kraulte dem Schnurrer den Nacken, Xaana saß neben ihr und blickte nachdenklich auf die Konsole.

Er dachte an Kra’rarr und Mi-Ruut, die bei den Hydree zurückgeblieben waren.

Natürlich hatte nach dem Start des Beiboots die Frage im Raum gestanden, ob sie die beiden noch holen sollten. Sie hatten sich aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Erstens war unklar, ob sie mit dem Raumschiff überhaupt nach Eshna’fah’gad hinabtauchen konnten. Zweitens hielt sich die Carnat zurzeit gar nicht in der Stadt am Meeresgrund auf, sondern jagte irgendwo Seeschlangen, und der Dreen bereitete sich auf die Seelenprüfungen vor, um seine Erinnerungen wiederzuerlangen. Und drittens wussten sie nicht, ob sie sich mit der Reise zum Ringplaneten nicht in das nächste gefährliche Abenteuer stürzten. Wenn die Begegnung mit den Initiatoren in einer Gefangennahme endete, wollte Matt nicht schuld daran sein, zwei weitere Freunde ins Verderben geführt zu haben.

Er konzentrierte sich wieder auf die Instrumente. Die schwarzen Oberflächen mit den rostroten Einsprengseln ließen keinen Zweifel an der symbionischen Herkunft des Shuttles, das der Bionetik der Hydriten so ähnlich war. Selbst die Luft in diesem Beiboot hatte eine fischige Note.

Ein dumpfes Knirschen ertönte aus den Eingeweiden des Beiboots, das Schiff ruckelte kurz. Aruula und Xaana blickten erschreckt auf. Matts Finger krampften sich um die Lenkung. Er überprüfte den Luftdruck und den Kurs. Alles in Ordnung.

Matt atmete tief durch und sammelte sich. Es brachte nichts, in Panik zu verfallen. Dachte er – bis plötzlich die Monitore flackerten und erloschen. Matt zerbiss einen Fluch zwischen den Zähnen und schlug mit der flachen Hand auf die Konsole. Die Anzeigen kehrten zurück.

„Nicht zu fest!“, warnte ihn Xaana. „Sonst fällt alles auseinander!“

„Keine Angst“, erwiderte er und fügte, um Zuversicht zu verbreiten, hinzu: „Die Symbionik der Hydree hält eine Menge aus. Sie ist nicht so anfällig wie irdische Technik.“

„Irgendwie erinnert mich das an einen entfernten Vetter beim Volk der Dreizehn Inseln“, sagte Aruula.

Matt furchte die Brauen. „An einen Vetter?“

„Ja. Er wurde Zwei-Brabeelen-Gorm genannt.“

„Ein merkwürdiger Name“, meinte Xaana.

„Gar nicht.“ Aruula reckte das Kinn. „Auf den Dreizehn Inseln gab es viele, die Gorm hießen.“

„Und was hat unser Flug mit deinem Vetter zu tun?“, fragte Matt.

„Gorm trug bei Kämpfen immer ein Stück Rinde um den Hals“, erzählte Aruula. „Die Rinde war sehr dick und sollte seine Brust vor Pfeilen schützen. Er vertraute darauf genauso bedingungslos wie du auf deine Teknikk.“

„Und weiter?“

„In einer Schlacht gegen die Nordmänner bohrte sich eines Tages ein Pfeil durch die Rinde und blieb darin stecken, sodass die Spitze Gorms Brust nur ankratzte.“

„Da hat er Glück gehabt“, sagte Xaana.

„So könnte man meinen.“ Aruula nickte. „Leider aber nicht bei den elf anderen Pfeilen, die ihn trafen.“

Matt rieb sich den verspannten Nacken. „Nun, dieses Beiboot ist doch etwas … ausgereifter als ein Stück Baumrinde“, begann er – und verstummte, als wie aufs Stichwort weitere Bordinstrumente ausfielen. Zwei Bildschirme schalteten ab, die Ortungsanzeigen auf dem rechten Monitor spielten verrückt. Matts Herz pochte schneller. Er schlug erneut auf die Konsole. Die Anzeigen tauchten wieder auf, auch wenn einige von ihnen ein Eigenleben zu führen schienen.

Das Funkgerät knisterte. Nun, das war kein lebenswichtiges Instrument, also nicht weiter schlimm.

Doch dann verengte Xaana die Lider und beugte sich vor. „Da blinkt was!“, sagte sie. „Ich glaube, jemand will mit uns Kontakt aufnehmen!“

„Was?“ Matt schaltete den Lautsprecher ein und drehte die Lautstärke auf. Wer zum Teufel …

„… haben … Start von Aquus registriert …“, tönte es knirschend aus der Box. Über die Regler justierte Xaana die Frequenz. „… uns hören?“

„Wer kann das sein?“, fragte sie.

Die Hydree? Das war möglich, weil sie über dieselbe Funktechnik verfügten. Trotzdem war Matt sofort überzeugt davon, dass der Ruf von einer ganz anderen Seite kam. Eine Ahnung, die sich Sekunden später bestätigte.

„… Leitstelle des Ringplaneten … fremde Shuttle … melden …“, klang es aus den Lautsprechern.

„Die Initiatoren!“, ächzte Xaana und drehte den Regler weiter, bis der Empfang besser wurde. „Wir ersuchen um Antwort“, fuhr die Stimme fort. „Fremdes Raumschiff, bitte melden!“

Matt fühlte ein Kribbeln im Nacken, als er das Handmikrofon ausklinkte. Kam nun endlich der Kontakt mit den Initiatoren zustande, den er seit ihrer Ankunft auf Terminus gleichermaßen gefürchtet wie herbeigesehnt hatte?

Er wusste, dass die Herren des Ringplaneten-Systems mit harter Hand regierten; unliebsame Zeitgenossen wurden einkassiert und ihrer Persönlichkeit beraubt, damit sie keinen Ärger mehr machten. Darum hatte er von Anfang an versucht, ihrem Zugriff zu entgehen und sich selbst in eine Position der Stärke zu setzen, aus der heraus er auf Augenhöhe verhandeln konnte.

War ihr Anflug mit dem Raumschiff diese ersehnte Situation? Würden sie so einen Deal aushandeln können, der sie letztlich zur Erde zurückbrachte?

Seine Hand zitterte unmerklich, als er den Sprechknopf drückte. „Wir hören euch. Was wollt ihr von uns?“

„Identifiziert euch“, forderte die Stimme. „Seid ihr die Angehörigen jener Spezies, die sich selbst ‚Menschen‘ nennt?“

Verblüfft ließ Matt den Knopf los und sah zu seinen beiden Begleiterinnen. „Woher können sie das wissen?“

„Die Polatai werden es ihnen gesteckt haben“, sagte Aruula.

„Außerdem gibt es wohl nicht viele Rassen im System, die mit Raumschiffen umgehen können“, fügte Xaana hinzu.

Matt räusperte sich. „Das ist korrekt“, sprach er dann ins Mikro. „Wir sind zu dritt: Aruula, Xaana, und ich bin Matthew Drax.“

„Maddrax genannt“, konterte die Stimme. Der Sprecher schien bestens informiert zu sein. „Wir möchten euch den Vorschlag machen“, fuhr er ohne Pause fort, „uns an einem neutralen Ort zu treffen, um ins Gespräch kommen.“

Das Kribbeln in Matts Genick verstärkte sich. „Wie kann ich sicher sein, nicht in einer Falle zu landen?“, sagte er. „Wir wissen um eure Methoden, Gedächtnisse und Persönlichkeiten zu löschen.“

„Dann würden wir nicht um ein Treffen bitten, sondern euch bei der Landung überwältigen“, konterte der Sprecher so ehrlich wie logisch. „Was wir im Übrigen tun werden, falls ihr ohne Erlaubnis auf dem Planeten landet. Es liegt an euch.“

Damit hatte er rechnen müssen, aber bisher gehofft, sich im Schutze der Nacht nähern und unbemerkt landen zu können, um erst mal die Lage zu checken. Wieder sah Matthew seine Begleiterinnen an. Beide nickten nach kurzem Zögern.

„Okay“, sagte er dann. „Welchen Treffpunkt schlagt ihr vor?“

„Einen Mond namens Messis“, kam prompt die Antwort.

„Messis?“

„Wir geben euch die Koordinaten durch, damit ihr ihn anfliegen könnt.“

„Warum gerade dieser Mond?“, hakte Matthew nach.

Der Lautsprecher knackte. Es dauerte einige Sekunden, bis die Antwort kam. „Weil wir euch dort etwas zeigen können, das euch alles verstehen lässt.“

Matt krauste die Stirn. Was sollte das nun heißen?

„Die Tests!“, raunte Xaana. „Er meint sicher die Prüfungen, die alle Probanden durchlaufen mussten.“ Im Gegensatz zu Aruula und ihm hatte sie tatsächlich alle Tests der Initiatoren absolviert – und anscheinend bestanden. Wozu sie dienten, hatten sie aber nie erfahren.

„Das Volk, das dort lebt, nennt sich Messisaner“, fuhr die Stimme fort. „Drei von uns werden euch in deren Gestalt getarnt am Landeort erwarten.“

Matt überlegte. Wenn er auf den Vorschlag einging, gab er sich und die beiden Frauen in die Hand der Initiatoren. Andererseits wollte er den eben gewonnenen Kontakt nicht aufs Spiel setzen. „Einverstanden“, sagte er. „Übermittelt uns die Koordinaten.“

„Das ist sehr erfreulich“, sagte die Stimme. „Nehmt beim Anflug eines der kreisrunden Löcher in den Wolken.“

„Okay“, sagte Matt und fügte in alter Gewohnheit „Over and out!“ hinzu. Er schaltete ab und drehte sich zu Aruula und Xaana herum.

„Das war hoffentlich kein Fehler“, meinte Aruula. „Ich traue diesen Kerlen nicht.“

„Wir hatten gar keine andere Wahl“, hielt Xaana dagegen. „Wo sollten wir sonst landen, wenn sie uns unter Beobachtung haben?“

„Könnte trotzdem eine Falle sein“, brummte Aruula.

„Oh – da kommen die Koordinaten rein“, sagte Xaana und wies auf den Navigationsbildschirm.

Matt stimmte die Daten mit dem Kurs des Beiboots ab. Dann antwortete er auf Aruulas Einwand.

„Wir sind schon in so viele Fallen getappt, dass es mir langsam schnurz ist. Bislang haben wir immer noch einen Weg gefunden, uns daraus zu befreien. Wir müssen eben auf der Hut sein, und wenn wir merken, dass sie uns verarschen wollen, so schnell wie möglich Land gewinnen.“

Aruula blies sich eine Haarsträhne aus der Stirn und nickte grimmig. „Also gut. Die Würfel sind gefallen. Hoffen wir, dass Wudan seine schützende Hand über uns hält.“

Matt konzentrierte sich auf den Flug. Sie bereisten einen Himmel, der aus samtschwarzer Dunkelheit bestand, gespickt mit Sternen. Einige der zwanzig Monde waren in Sicht. Majestätisch zog der Ring aus Fels und Eis um den weitgehend ockerfarbenen Planeten.

Matt stutzte. Irgendetwas stimmte nicht. Er suchte die Konsole nach einem Symbol ab, mit dem er das Bild heranzoomen konnte, wurde aber nicht fündig.

Der Ring sah … beschädigt aus. Als hätte sich ein Teil davon aufgelöst und wäre als Splitterwolke auseinandergedriftet. Allerdings war der Planet so weit entfernt, dass er es nicht einmal mit seinen verbesserten Augen deutlich genug erkennen konnte; Aruula und Xaana erst recht nicht.

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