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Mark Hellmann - Folge 01

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Serie
  3. Über diese Folge
  4. Über den Autor
  5. Impressum
  6. Der Tod in Weimar
  7. In der nächsten Folge

Mark Hellmann – Der Dämonenjäger

In einer uralten Prophezeiung heißt es:

Wenn der Teufel über Weimar dahinreitet, bricht eine Zeit des Schreckens an: Plagen kommen über die Stadt und die Toten stehen auf aus ihren Gräbern. Wehe der Stadt - und wehe dem, der dem Herrn des Schreckens begegnet! - Nur einer ist fähig, sich der Finsternis zu stellen und das Böse zu bannen. Ein Sohn unserer Stadt, der Kämpfer des Rings. Doch sollte jener versagen, wird sich von Weimar aus Finsternis über das Land ausbreiten. Dann beginnt die Herrschaft des Satans.

Sein Name ist Mark Hellmann. Er ist Dämonenjäger und Kämpfer des Rings. Und Versagen ist keine Option.

Im Osten ist die Hölle los – und nur einer kann es mit der Finsternis aufnehmen: Mark Hellmann – Dämonenjäger, Kämpfer des Rings und Zeitreisender.

Über diese Folge

Eigentlich hatte ich alles, was ich mir nur wünschen konnte: Genug Geld zum Leben, einen interessanten Beruf, Gesundheit und Erfolg bei den Frauen. Ich hätte völlig zufrieden sein können.

Doch ich war es nicht. Besonders in letzter Zeit trieb mich eine innere Stimme immer mehr an. Sogar in meinen Träumen suchte sie mich heim und ich glaubte allmählich, verrückt zu werden. Doch ich wurde nicht verrückt – sondern die Welt um mich herum.

In einer uralten Prophezeiung über Weimar heißt es:

Wenn der Teufel über Weimar dahinreitet, bricht eine Zeit des Schreckens an: Plagen kommen über die Stadt und die Toten stehen auf aus ihren Gräbern. Wehe der Stadt – und wehe dem, der dem Herrn des Schreckens begegnet! – Nur einer ist fähig, sich der Finsternis zu stellen und das Böse zu bannen. Ein Sohn unserer Stadt, der Kämpfer des Rings. Doch sollte jener versagen, wird sich von Weimar aus Finsternis über das Land ausbreiten. Dann beginnt die Herrschaft des Satans.

Ich bin Mark Hellmann, Dämonenjäger und Kämpfer des Rings. Und Versagen ist keine Option …


Im Osten ist die Hölle los – und nur einer kann es mit der Finsternis aufnehmen:
Mark Hellmann – Dämonenjäger, Kämpfer des Rings und Zeitreisender.

Über den Autor

C. W. Bach ist 1938 in Weimar geboren. An der Universität in Erfurt studierte er unter anderem Germanistik und Neuere Geschichte, ehe er viele Jahre als freier Journalist sowie als Autor für Theater und Film gearbeitet hat. Schon seit seiner frühen Kindheit liebte er es, schauerliche Horrorgeschichten zu erzählen und diese Vorliebe blieb ihm bis heute erhalten. Heute lebt er mit seiner Frau und ihrem gemeinsamen Kind in einem kleinen Vorort von Berlin.

 

Mark_Hellmann

 

C. W. Bach

Der Tod in Weimar

 

Der Tod in Weimar

Sie waren zu dritt. Die jungen Leute marschierten zu der verrufenen Grotte zwischen dem Galgenberg und der Teufelskrippe, am Südwesthang des Großen Ettersbergs in der Nähe von Weimar. Es war ein brütend heißer Augusttag gewesen. Jetzt ging es auf Mitternacht zu, und ein Gewitter lag in der Luft.

Bernd, Lilian und Eric hatten nichts Geringeres vor, als den Teufel zu beschwören!

***

Erics Trabi hatten sie auf einem Waldweg stehenlassen und waren den Rest zu Fuß gegangen. Der Schweiß brach ihnen aus in der Schwüle. In einer Campingtasche und einem Rucksack schleppten sie mit, was sie für die Teufelsbeschwörung brauchten.

»Glaubt ihr wirklich, wir können den Teufel im Zaum halten?«, fragte Bernd Wagner.

Lilian lachte glockenhell auf. »Wenn du Angst hast, dann kehr doch um, du Feigling!«, verspottete sie den rotblonden Bernd. Übermütig rief sie in ein dunkles Gebüsch: »Zeig dich, o Höllenfürst!«

Bernd Wagner gefiel das nicht. Er erschrak fürchterlich, als ein Käuzchen schrie. Dann raschelte und knackte es im Gebüsch. Es war wohl nur ein Reh, das da im Wald umherstreifte. Jedenfalls geschah nichts weiter. Seine Freunde jedoch lachten ihn fürchterlich aus, weil er so schreckhaft war.

Das Herz klopfte Bernd bis zum Hals. Ihm war überhaupt nicht wohl bei der ganzen Sache. Er war nur mitgegangen, weil er bis über beide Ohren in die hübsche Lilian verliebt war. Auch wenn sie im Moment nichts von ihm wissen wollte.

Bernd war achtzehn und fand nach der Schule keine Lehrstelle. Er hätte gern bei einer Bank oder als Industrie- oder Großhandelskaufmann gearbeitet. Mit Lehrstellen jedoch lag es seit der Wende in den neuen Bundesländern noch immer im argen. Trotz aller Investitionsprogramme. Da musste man schon großes Glück haben, um in dem Job seiner Träume arbeiten zu können.

Bernd war groß und hatte breite Schultern, denn er trainierte regelmäßig Gewichtheben und Bodybuilding. Trotzdem plagte ihn das Übergewicht.

Lilian war siebzehn und wollte im nächsten Jahr Abitur machen. Ihr Vater war Vertragshändler einer deutschen Automobilfirma. Er kam aus dem Westen. Gleich nach der Wende war er eingetroffen und hatte sich, nach einem vergeblichen Versuch in Dresden, schließlich in Weimar geschäftlich gut entwickelt.

Nach Lilian Mantey waren die Kerle regelrecht verrückt. Bei der hinreißenden Figur kein Wunder. Sie hatte die Kurven aber auch an den richtigen Stellen und betonte sie noch durch knappe Tops, durchsichtige Blusen, kurze Röcke und ihre besondere Art, sich in der Gegenwart von Männern zu bewegen.

Die hellblonden Haare mit den rosa- und lilafarbenen Strähnen trug sie stufig geschnitten. Ihr betörendes Parfüm verbreitete Frische. Sie liebte es genauso wie den Luxus.

Eric war erst seit kurzem ihr Freund, nachdem sie mit Lutz, einem Rocker-Anführer, gebrochen hatte. Oder er mit ihr. Über Lutz war sie an den Satanismus geraten. Somit hatte sie zwei Hobbys. Das andere war Sex.

Ihr jetziger Favorit, Eric, hatte mit Mühe und Not das Abi geschafft. Jetzt überlegte er, was er studieren sollte oder mit seinem schlechten Notendurchschnitt überhaupt durfte. Seine Eltern hatten gleich nach der Wende groß in den Kapitalismus einsteigen wollen, hohe Kredite aufgenommen und dann eine Pleite nach der anderen erlebt. Jetzt jobbten sie und versuchten, ihre Schulden abzustottern.

Eric hieß eigentlich Erich. So war er getauft worden, als die SED samt ihrem Vorsitzenden noch in voller Blüte stand. Heute wollte er lieber einen anderen Namen haben. Er war intelligent, aber faul, und er gab gerne an. Er träumte vom Reichtum und einer großen Karriere.

Lilian hielt ihre Umgebung für spießig. Ihr Alter, das wusste sie, hielt sich eine Geliebte nach der anderen, aber ihr warf er die Freude am Leben vor.

Die drei jungen Leute versprachen sich von der Teufelsbeschwörung mehr als Abenteuer und Nervenkitzel. Sie hatten klar umrissene Ziele und Wünsche. Mit Mephistos Hilfe wollten sie sie verwirklichen. Ihre Wünsche nach Macht, Reichtum und viel viel Sex.

Bernd wollte Mr. Universum werden, weltberühmt und steinreich. Dann konnte er seiner Familie helfen. Und natürlich wollte er viele Frauen lieben, vor allem und zuerst aber Lilian.

Diesem blonden Engel schwebte eine Karriere als Filmstar und Model vor. Die Männer sollten ihr zu Füßen liegen. Schönheitskönigin wollte sie sein, und Hollywood sollte sie rufen – als neue Sexgöttin. Vorher aber wollte sie sich an dem Rocker Lutz rächen, weil er sie gedemütigt hatte.

Mit der Bemerkung »Schieß in den Wind, Alte!«, hatte er sie davongejagt. Vor allen anderen. Das sollte er ihr büßen!

Eric Berwald hingegen strebte nach einer politischen Karriere. Auch er wollte reich und unabhängig sein. Ihm schwebte ein satter Lottogewinn vor. Oder eine Erfindung, mit der man reich werden konnte.

Sobald er also ausreichend Schotter angehäuft hatte, wollte er sich einer Partei anschließen oder selbst eine gründen. Ihn reizte die Macht – und Lilian, in die er bis über beide Ohren verschossen war.

Das Trio bog in den Eichenwald ein und stieg durch eine sich verengende Schlucht am Berghang hinauf. Alle drei schwitzten heftig. Das nahmen sie in Kauf, denn Mephisto würde ihre Wünsche wahr werden lassen!

Es schien immer dunkler und schwüler zu werden. Kein Lufthauch regte sich. Trotzdem raschelte und knackte es immer wieder im Wald, und es ertönten Tierstimmen.

Kehrt um! schienen sie das Trio zu warnen. Lasst ab von eurem Plan, er ist verhängnisvoll. Drum rufe nie den Teufel an, weil dich der Teufel hören kann.

Aber sie hielten nicht ein. Im Rucksack, den Bernd auf dem Rücken trug, bewegte sich etwas. Ein halblautes Gackern ertönte.

»Ich dachte, du hättest dem Hahn den Schnabel zugebunden?«, sagte Eric vorwurfsvoll.

»Habe ich auch.«

»Aber nicht fest genug. – Da vorn muss der Eingang zur Grotte sein. Leuchte mal!«

Der Lichtkegel der Stablampe schnitt durch die Dunkelheit. Stechmücken summten im Licht. Sie sirrten und schwirrten schon die ganze Zeit umher.

Lilian Mantey war völlig zerstochen. Ich muss den Teufel bitten, dass er die verdammten Insektenstiche von mir wegnimmt, dachte sie. Ich sehe unmöglich aus.

Im Lichtschein war ein Gittertor zu erkennen, das die Teufelsgrotte verschloss. In den letzten zehn Jahren hatten sich drei Menschen darin umgebracht, als ob sie eine magische Anziehungskraft auf Selbstmörder hätte.

Lilians Oma hatte ihr erzählt, in den Fünfziger Jahren hätte in der Walpurgisnacht eine junge Frau die Teufelskrippe bei den Ringgräbern und danach die Teufelsgrotte aufgesucht. Die mutige Frau hatte beweisen wollen, dass an den Gerüchten nichts dran war. Am anderen Morgen sei sie gefunden worden. Schlohweiß wäre ihr Haar gewesen. Ihr Gesicht schief und verzerrt wie nach einem Schlaganfall. Ihr Geist war umnachtet, hatte die Großmutter erzählt. Und die sozialistischen Behörden hatten den Vorfall totgeschwiegen.

Das Gittertor war neu. Es musste erst vor Kurzem angebracht worden sein. Vielleicht deshalb, weil sich ein arbeitsloser Lehrer in der Teufelsgrotte mit einer Plastiktüte erstickte. Das war der bisher letzte Selbstmordfall in der Grotte gewesen.

»Was jetzt?«, fragte Eric. »Sollen wir unverrichteter Dinge wieder umkehren?«

»Wozu haben wir unseren starken Bernd?«, fragte Lilian. »Zeig, dass du nicht nur Luft in den Muskeln hast.«

Eric nahm die Taschenlampe und leuchtete. Bernd legte den Rucksack weg und holte tief Luft. Es freute ihn, dass er Lilian imponieren konnte. Vielleicht wird sie ja doch bald mir gehören, dachte er. Er pumpte die Muskeln auf, packte das eiserne Gittertor und zog mit aller Kraft daran.

Er strengte sich mächtig an. Die Adern an Hals und Schläfen schwollen. Der Kopf und der Stiernacken des jungen Mannes röteten sich, doch schnaufend musste er bald aufgeben.

»Versuch’s noch mal«, sagte Lilian. »Wenn du es schaffst, gebe ich dir einen Kuss.«

»Na, na!«, rief Eric. »Muss das denn sein?«

»Willst du in die Teufelsgrotte, oder willst du es nicht?«, fragte ihn Lilian. »Sei nicht so spießig. – Satanas, Asmodis, Mephisto, helft eurem Knecht!«

In der finsteren Grotte ertönte ein dumpfes Geräusch. Bernd Wagner erschrak.

»Da ist ein Stein von der Decke gefallen«, sagte Lilian. »Fürchtest du dich? Für Schwächlinge habe ich nichts übrig.«

Sie trat in den Lichtstrahl der Lampe. Aufreizend bewegte sie sich vor Bernd Wagner, bog die Hüften durch und reckte ihm ihre Brüste entgegen. Ihre Zunge spielte über die vollen roten Lippen.

»Einen Kuss«, sagte sie, und ihr Blick und die lockende Haltung versprachen noch einiges mehr, was sie in der Gegenwart ihres Freundes nicht aussprechen mochte. »Satan, wir wollen zu dir! Mephistofeles – hilf!«

Bernd Wagner, wie behext, sah nur die aufreizend hübsche Blondine mit dem bauchfreien Top. Und seine Kräfte potenzierten sich. Er ging noch einmal ans Tor und bot alle Kraft auf. Und da – mit einem Knacken, das über sein gepresstes Schnaufen wie eine leise Explosion klang – sprang das Tor auf. Die eiserne Zunge war aus dem Schloss gerissen, zwei Zusatzsperriegel gesprengt. Das erforderte eine übermenschliche Kraft, die auch ein Bodybuilder und Kraftmensch kaum hatte.

Hatte Bernd es geschafft, oder war eine andere Macht mit im Spiel? Es war den dreien, als ob aus der finsteren Selbstmördergrotte ein leises, unheimliches Kichern ertönte. Sie stutzten und blieben stehen.

Quietschend schwang die Gittertür auf und gab den Weg frei. Der grelle Strahl der Stablampe drang nicht in die Grotte ein. Ein Haselnussbusch stand im Weg und verdeckte den Eingang. Zögernd standen die drei da. Bernd Wagner schaute zurück. Hinter der kurzen Schlucht stand der Wald wie eine finstere Mauer und ragte beiderseits auf. Flieh, raunte eine innere Stimme dem kräftigen, schweißüberströmten jungen Mann zu. Noch hast du die Gelegenheit.

Lilian überwand als erste die letzte Hemmschwelle.

»Bernd, heb deinen Rucksack auf«, sagte sie. »Oder wollt ihr hier Wurzeln schlagen? Folgt mir! Satanas wartet.«

Bernd Wagner zuckte gequält zusammen.

»Da hat jemand gekichert«, warnte er. »Ich habe es deutlich gehört. Es ist mir nicht geheuer in dieser Grotte.«

»Deshalb sind wir ja hier.« Lilian ergriff Erics Hand und zog ihn mit. »Wer sollte hier kichern? Das war irgendein Nachtvogel oder ein Tier. Unsere Sinne sind überreizt. – Wie wollt ihr Mephisto beschwören und euch seiner Dienste bedienen, wenn euch jetzt schon die Nerven durchgehen? Noch bevor ihr die Grotte betreten habt. – Ihr wollt Kerle sein? Memmen seid ihr!«

Eric zögerte nicht länger. Lilian führte ihn durch den Haselnussstrauch in die Höhle hinein.

Bernd wollte sich ebenfalls keinen Feigling schelten lassen. Er schulterte seinen Rucksack und folgte seinen beiden Freunden. Lilian leuchtete bereits aus der Höhle. Der Lichtstrahl der Lampe schien in den Haselstrauch, der ihn zerteilte. Unterschiedlich starke Lichtfinger fielen hervor. Verzerrte Schatten wurden geworfen.

Bernd Wagner bildete sich ein, einen Teufelskopf zu sehen. Der verschwand wieder, als Lilian die Lampe bewegte. Doch die fette, hässliche Kreuzspinne, die ihr Netz zwischen dem Haselstrauch und einem verkrüppelten Baum gespannt hatte, sah Bernd gewiss. Eine so große Spinne hatte er noch nie gesehen. Sie schien ihn anzuglotzen. Deutlich sah er das weiße Kreuz auf dem Rücken der fetten Spinne.

Wenn ihr in die Höhle geht, seid ihr wie die Fliegen im Spinnennetz, warnte ihn die innere Stimme. Doch er ging. Entschlossen brach er einen Zweig ab, schlug nach der Spinne und zerfetzte ihr Netz. Das wollen wir doch mal sehen, dachte er. Ich bin keine Memme und auch kein Feigling. Wir werden Mephisto beschwören. Mr. Universum will ich werden, außerdem superreich und berühmt.

Er dachte an einen berühmten Schauspieler, der als Bodybuilder und Muskelmann angefangen hatte und schon seit Jahren ein Weltstar war. Ihn wollte er noch übertreffen.

***

Ich hatte eigentlich einen Artikel für die Weimarer Rundschau schreiben wollen, war aber nicht dazu gekommen. Den ganzen Tag über war es schon drückend heiß und schwül. Da war ich lieber ins Schwanseebad gegangen, hatte mir die barbusigen Badenixen angeschaut – und mich regelmäßig im Wasser abkühlen müssen.

Von meiner sporadischen Dauerfreundin Tessa Hayden hatte ich seit einer Weile nichts mehr gehört. Wir kannten uns jetzt seit vierzehn Monaten. Wir liebten und stritten uns. Für eine feste Beziehung war ich wohl noch nicht reif.

Tessa war Fahnderin bei der Kripo, schob viel Außendienst und hatte unmögliche Dienstzeiten. Charmant war sie, amüsant, aber auch chaotisch. Bevor ich sie kennenlernte, hätte ich nicht geglaubt, dass eine solche Chaotin Beamtin sein könnte.

Beruflich war sie erfolgreich, zäh, ehrgeizig und tüchtig, vielleicht gerade wegen ihrer unkonventionellen Art. Dienstlich hatte ich sie auch kennengelernt, wegen einer von zu Hause entlaufenen Schülerin, die bei einem Callgirl-Ring eingestiegen war. Schließlich schlug ich – Mark Hellmann – mich als freier Journalist durch, seit ich die Universität verlassen hatte. Völkerkunde und Geschichte hatte ich studiert. Mein Staatsexamen in Ethnologie abgelegt, als Völkerkundler. Die Unilaufbahn lag mir jedoch nicht.

Ich musste den Redaktionen und meinen Lesern etwas bieten und griff gern ins pralle Leben. Ohne meine besondere Neigung zu Mythen der Vergangenheit, Sagen und Legenden wäre ich wohl Kriminalreporter geworden. Das hatte mich von Kind auf fasziniert.

Genauer gesagt, seit meinem zwölften Lebensjahr. Da erst setzte meine Erinnerung ein. Was die Jahre davor gewesen war, ich konnte es beim besten Willen nicht sagen.

Meine Adoptiveltern Ulrich und Lydia Hellmann hatten mir darüber hinweggeholfen. Ein volles Jahr hatten sie gebraucht, um aus dem völlig verstörten Jungen, als der ich zu ihnen gekommen waren, einen halbwegs normalen und lebenstüchtigen Menschen zu machen. Damals hatte ich jede Nacht schlimme Alpträume gehabt, an deren Inhalt ich mich hinterher nicht mehr erinnern konnte.

Inzwischen war ich achtundzwanzig. Am Gymnasium und später an der Universität war ich ein guter Sportler gewesen. Besonders im Zehnkampf hatte ich mich hervorgetan. Ich hätte im Sport viel erreichen, vielleicht sogar an der Olympiade teilnehmen können. Doch ich eckte immer wieder an, war politisch unbequem. Der kleinbürgerliche Mief des Sozialismus ödete mich schrecklich an.

Ich dachte schon damals in anderen Dimensionen und sah Tausendjährige Reiche und Weltrevolutionen anders als das Gros meiner Zeitgenossen. Deshalb wurde ich auch nicht gefördert.

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Viel Spaß!



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