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Musik bewegt - Mit Evergreens Herz und Hirn aktivieren

Bettina M. Jasper, Simone Willig

Musik bewegt

Mit Evergreens Herz und Hirn aktivieren

VINCENTZ NETWORK

Inhalt

1 Die Idee

2 Die Praxis

2.1 Schön ist es, auf der Welt zu sein

2.2 Mit 17 hat man noch Träume

2.3 Tulpen aus Amsterdam

2.4 Das Wandern ist des Müllers Lust

2.5 Mein kleiner grüner Kaktus

2.6 Das machen nur die Beine von Dolores

2.7 Wo die Nordseewellen

2.8 Heißer Sand

2.9 Pack die Badehose ein

2.10 Junge, komm bald wieder

2.11 Hoch auf dem gelben Wagen

2.12 Über den Wolken

2.13 Die Liebe ist ein seltsames Spiel

2.14 Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein

2.15 Marmor, Stein und Eisen bricht

2.16 Die Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe

2.17 Ich will keine Schokolade

2.18 Aber bitte mit Sahne

2.19 Tipitipitipso

2.20 Heimweh (schön war die Zeit)

2.21 Die kleine Kneipe

2.22 Muss i denn zum Städtele hinaus

2.23 Das alte Haus von Rocky Docky

2.24 Bunt sind schon die Wälder

2.25 Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett

2.26 Der Mond hält seine Wacht

2.27 Weitere Titel und Interpret(inn)en

3 Der Hintergrund

3.1 Musik & Emotion

3.2 Musik & Kognition

3.3 Musik & Sprache

3.4 Musik & Bewegung

3.5 Musik & Klänge

3.6 Musik & Biografie

3.7 Musik hören

3.8 Musik machen

3.9 Musikinstrumente

3.9.1 Einfache Begleitinstrumente

3.9.2 Alternative Klangkörper selbst herstellen

4 Die Umsetzung

Basics für die Praxis – Grundregeln von A bis Z

5 Die Arbeitsblätter

Kopiervorlagen

6 Die Literatur & die Adressen

7 Der Dank

Ihr exklusiver Bonus an Informationen!

Ergänzend zu diesem Buch bietet Ihnen Altenpflege Bonus-Material zum Download an.

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Buch-Code: AH7839D

Die Idee

Wie so oft im Leben spielte der Zufall eine wesentliche Rolle in der Entstehungsgeschichte dieses Buchs. Kennengelernt haben wir – die beiden Autorinnen – uns vor einigen Jahren anlässlich einer Altenpflegemesse.

Gleich war das gegenseitige Interesse geweckt. Doch es dauerte noch etliche Jahre und zahlreiche Begegnungen, bis sich bei einem Kongress die Gelegenheit ergab, an den Veranstaltungen der jeweils anderen teilzunehmen und einen Ausschnitt aus deren Arbeitsbereich zu erleben.

Danach war die Idee zum Buch sehr schnell geboren, kurz in einer Pause skizziert. Überzeugt von den Möglichkeiten, die sich aus einer Kombination ergeben, tauschten wir uns fortan aus über Gedanken zum Potenzial, das in der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen steckt. Musik als Medium, als Methode, als Impulsgeber, um Kopf und Körper in Schwung zu bringen und die Stimmung alter Menschen positiv zu beeinflussen.

Hilfe, schon wieder singen? – Musik ist mehr …

Musik hat in der Altenpflege schon lange ihren festen Platz – und das keineswegs und hoffentlich nicht nur in Form von täglicher Beschallung oder Berieselung durch Funk und Fernsehen. Nach unseren Beobachtungen steht Musikalisches meist in Form von Sing-Angeboten auf dem Plan.

Regelmäßig klingt es auf den Wohnbereichen „Die Gedanken sind frei“, „Horch, was kommt von draußen rein“ und das alles „Am Brunnen vor dem Tore“. Oft begleitet von Gitarre oder Akkordeon tönen jahreszeitlich passende Melodien über die Flure, und BewohnerInnen singen mal lauter, mal leiser, mal mit, mal ohne Textblätter und Liederbücher mit.

Diese musikalischen Aktivitäten sind wichtig und machen vielen alten Menschen Freude. Oft sind sie das einzige Angebot, an dem ein alter Mensch überhaupt teilnimmt. Solche bewährten Programme sind wichtig, nicht zuletzt deshalb, weil das Singen einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, dass die Lungen „gut durchlüftet“ werden.

Doch Musik ist so viel mehr und kann so viel mehr als das gemeinsame Singen von Liedern. Hier setzt unser Buch an. Mit den Vorschlägen in den folgenden Kapiteln möchten wir Bewährtes erhalten und durch neue Kombinationen noch vielfältiger nutzbar machen.

Es geht darum, Verständnis für die Wirksamkeit von Musik im täglichen Training zu entwickeln, Musik sehr bewusst zu erleben, genau zuzuhören, Neues zu entdecken und aktiv mit bekannten Melodien und Texten umzugehen.

Wissen teilen, um es zu mehren

Schlagworte wie Zusammenarbeit, Interdisziplinarität und Synergien bezeichnen den heutigen Zeitgeist – nicht nur in der (Alten-)Pflege. Es geht darum, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Kräfte zu bündeln, um am Ende für alle Beteiligten mehr zu erreichen.

Für den Bereich der Seniorenarbeit heißt das, dass alle, die Senioren begleiten, ihr Wissen und Können in den Dienst der älteren Menschen stellen, um Lebensqualität und Selbstbestimmung für Hochbetagte zu fördern und zu erhalten. Das hilft Betroffenen, ihren Alltag bestmöglich zu bewältigen. Wissen mehrt sich, indem man es teilt. Was beinhaltet dieses Wort interdisziplinär konkret für die Altenpflege? Wo liegt seine Bedeutungskraft jenseits einer Modeerscheinung? Was ist der Mehrwert für ein Team in der stationären oder ambulanten Versorgung, wenn AlltagsbegleiterInnen, BetreuungsassistenInnen, ErgotherapeutInnen, Pflegefachkräfte, Kunst- und MusiktherapeutInnen, Gehirn- und GedächtnistrainerInnen, SozialpädagogInnen, Angehörige, Ehrenamtliche ihr Wissen teilen und so gleichzeitig erweitern?

In unserer langjährigen Tätigkeit haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich das eigene Berufsprofil schärft und neue Potenziale sich dann entfalten, wenn wir das Tätigkeitsspektrum anderer Berufsgruppen (er)kennen und eine gemeinsame Sprache sprechen. Die eigene Arbeit transparent und für andere erlebbar zu machen, heißt gleichzeitig, eigene fachliche Kompetenzen zu stärken.

Aktivitäten verknüpfen

Mit diesem Buch möchten wir Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit vorleben und anhand von Praxisbeispielen verdeutlichen, wie sehr interdisziplinäres Denken lebendig wird, wenn wir uns in die Tätigkeit, Rollen und Aufgaben der KollegInnen und Angehörigen einfühlen. Dieses Buch verknüpft Aktivitäten aus unterschiedlichen Bereichen (Musik – Bewegung – Gehirntraining) miteinander.

Es begründet und erklärt sie aus Sicht der verschiedenen Disziplinen und verdeutlicht so den therapeutischen Wert von Freizeit- und Beschäftigungsangeboten.

Wir wünschen uns, dass das Hintergrundwissen aller Leser sich mehrt und dass unsere interdisziplinären Beispiele von Aktivitäten und ihren Variationen Verständnis wecken für die jeweilige Arbeit der einzelnen Berufs- und Begleitungsgruppen. Die eigene Zufriedenheit im Tun und das Wissen „Warum führe ich diese oder jene Übung durch?“ ist Grundvoraussetzung für gute pflegerische und therapeutische Begleitung.

Sie mündet in Wertschätzung für Senioren als erwachsenes Gegenüber, dessen Fähigkeiten und Potenziale gesehen und unterstützt werden. Das alles fernab von einem „Bespaßungsprogramm“, das den Menschen, die wir begleiten, nicht gerecht wird.

Das Buch möchte alle Mitarbeiter der sozialen Betreuung einladen und unterstützen, sich über Beispiele aus der therapeutischen Praxis und dem Spezialwissen aus dem Bereich Gehirn- und Gedächtnistraining mit dem Hintergrundwissen ihres Tuns zu beschäftigen. Wer versteht, was er tut, und im Team und in der Alltagsbegleitung beschreiben kann, warum er es tut, stärkt seine eigenen Fähigkeiten und unterstützt die Senioren gezielt im Erhalt ihrer Alltagsfähigkeiten.

Zu den Evergreens im Praxisteil finden Sie neben den verschiedenen Übungen aus Hirnleistungs- und Bewegungstraining sowie funktionaler Musiktherapie Wissenswertes zum Lied und dessen emotional-symbolischen Inhalt ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Wir wünschen uns Eigenverantwortung und weiterführende Kreativität aller anleitenden Personen in der Auswahl der Aktivitäten und in der Beschaffung des musikalischen Materials.

Das heißt: Lassen Sie sich inspirieren. Probieren Sie aus, verändern Sie, passen Sie an, entwickeln Sie Variationen oder völlig neue, eigene Ideen und Kombinationen – gemeinsam mit alten Menschen. Wir freuen uns, wenn das Buch dazu beiträgt, dass immer wieder Neues entsteht.

Bettina M. Jasper

Simone Willig

Januar 2016