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Denkzettel

Inhalt

51. Denk ich an die liebe Güte, dann wird mir
angst und bange! Wieso eigentlich
.

52. Wie es bei Hempels unterm Sofa wirklich aussieht!
Ich wollte das tatsächlich mal wisse
.

53 Sind Sie sich wirklich sicher.

54. Könnten Sie sich auch beömmeln?
Das will ich sehen
.

55. Haben Sie schon mal gemunkelt.

56. Lassen Sie sich auch so gerne ins Bochshorn jagen.

57. Sind Sie schon mal aus allen Wolken gefallen.

58. Soll ich Ihnen die Flöten töne beibringen
oder muss ich Ihnen den Marsch blasen
.

59. Gehen Sie mit der Zeit
oder sind Sie aus der Zeit gefallen
.

60. Man wird alt wie ‘ne Kuh
und lernt immer noch daz
.

Die Bücher von Norbert Wickbol.

Vorwort

In dieser sechsten Ausgabe der Denkzette. wollte ich mich mal sprachlich und gedanklich nur mit einigen Redewendungen beschäftigen. Viele Redewendungen benutzen wir, und wissen oft kaum noch, was sie einst bedeuteten. Und tatsächlich ist das für uns heute gar nicht unbedingt wichtig. Interessant ist, dass sich manche Redewendungen hartnäckig gehalten haben. Noch interessanter ist, was wir heute damit auszudrücken imstande sind. Ich möchte gerne verstehen, was ich sage, was über meine Lippen kommt.

Erstens kommt es anders und zweitens anders, als man denkt. Und mit dieser Wendung hat wohl niemand gerechnet. Sie wissen schon, wovon die Rede ist: Das Virus, das rein sprachlich, aber hoffentlich nicht wirklich in aller Munde ist. Ach du liebe Güte! Da kann einem schon angst und bange werden. Da ist es vielleicht ganz hilfreich, zu fragen, was die liebe Güte eigentlich mit uns vor hat und wie weit ihre Güte reicht.

Sicherlich gab es in der Zeit, als die Rede davon aufkam, aus allen Wolken zu fallen. weder Flugzeuge noch Computer und erst recht keine Cloud, die aktuell in aller Munde ist. Um so wahrscheinlicher ist es für heutige Menschen das tatsächlich, nicht nur im übertragenen Sinne zu erleben. Wenn Sie den Denkzettel 57 lesen, werden sie womöglich aus allen Wolken fallen. Und wenn auch nur virtuell. Also, ich meine aus der Cloud. Nun ja, vielleicht nicht Sie selbst, aber Ihre Daten.

Der zweite Denkzettel dieses Bandes beschäftigt sich mit der Frage nach den Hempels. Sie wissen schon, die mit dem legendären Sofa. Wie das da aussieht! Ja wie sieht das denn wirklich aus? Wer hat je das Original zu Gesicht bekommen? Ich wollte es wissen. Sie nicht?

Wenn heute so viel von Sicherheit die Rede ist, zeigt dass nur, wie verunsichert die Menschen in Wirklichkeit sind. Aber wo ist man denn wirklich noch sicher?

Auf jeden Fall dachte ich mir, sollten wir uns von diesen Grübeleien nicht den Spaß verderben lassen. Deshalb habe ich Nachforschungen angestellt, was es mit dem vielfach angekündigten Beömmeln auf sich hat. Und am Ende war das wirklich ein Spaß!

Manches, was ich mit halbem Ohr höre, lässt mich eher im Unklaren. Oder ich stehe völlig im Dunkeln. Ja da soll es sich gut munkeln lassen. Wissen Sie Bescheid? Ich hab da so was munkeln gehört. Aber lesen Sie selbst.

Wer immer noch nicht weiß, wovon die Rede ist, muss aufpassen, dass er sich nicht ins Bockshorn jagen lässt. Das gibt nämlich einige, die es nur darauf abgesehen haben. Ja ich selbst hatte das anfangs tatsächlich als eine Art Sport aufgefasst, mich ins Bockshorn jagen zu lassen. Davon bin ich aber ganz abgekommen und im Denkzettel Nr. 56. sage ich Ihnen auch warum.

Ich überlasse es Ihnen, ob Sie den eher lieblichen Flötentönen lauschen oder sich von derber Blasmusik den Marsch blasen lassen. Teufelchen, Teufelchen!

Ja und dann geht es noch um die Frage: Kann man Zeit haben, in der Zeit sein oder sogar aus der Zeit fallen? Manchen gelingt das scheinbar gleichzeitig. Aber passen Sie auf, denn auch beim Lesen kann man ganz schön viel Zeit verlieren. Und wenn man Glück hat, sogar auch finden. Ich hoffe natürlich, Ihnen ist die Zeit nicht lang geworden, beim Lesen der Denkzettel.

Zu guter Letzt erklärt uns Tante Paula im 60. Denkzettel, wie wir im Alter geistig fit bleiben, wenn wir immer weiter lernen. Das geht allerdings nur, wenn wir bereit sind, immer wieder neu und anders zu denken, als wir es gewohnt sind. Das sind doch Aussichten!

In diesem Sinne grüßt Sie Ihr

Norbert Wickbold

Norbert Wickbold
Denkzettel Nr. 51

 

Denk ich an die liebe Güte,
dann wird mir angst und bange!
Wieso eigentlich?

Während ich diese Zeilen niederschreibe, hoffe ich, dass wir schon bald alle in gewandelter Form auferstanden sein werden. Wie nie zuvor. Und zwar hier auf Erden. »Ach du liebe Güte!«. Die Nachrichten kennen nur ein Thema: Das Virus und alles, was damit zusammenhängt. Ach du liebe Güte, welch eine Panik! Ach du liebe Güte, es werden ja immer mehr! Ja die liebe Güte, was die uns allen gerade abverlangt. Da kann Einem schon angst und bange werden. Dabei heißt die liebe Güte eigentlich die liebe Gute und bezeichnet nichts weniger als die Erde, die uns alle beherbergt. Die liebe gute Erde. Und gutmütig ist die nun wirklich. Was haben wir ihr schon alles zugemutet. Sie erträgt uns Pflanzen, Tiere und Menschen. Wie kaum ein Lebewesen, das sie hervorgebracht hat, haben wir Menschen das Bild der Erde radikal verändert. Und das mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Es bleibt einem fast die Luft weg. Da kann Einem wirklich angst und bange werden. Wie muss es erst der lieben, guten Erde selbst ergehen? Hat die wirklich so einen langen Atem, wie wir Menschen glauben? Manche sagen ja, die Erde sei wütend. Wütend über all das, was wir ihr schon angetan haben. Das zeige sich, wenn wir Menschen durch Stürme, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und Erdbeben kräftig durchgeschüttelt werden. Dann scheint die Güte der lieben Güte am Ende zu sein. Das geschieht wirklich immer häufiger. Und sie schickt uns immer häufiger solche Plagen. Das ist tatsächlich nicht neu. Die Bibel berichtet davon, dass schon das alte Ägypten von zehn Plagen heimgesucht wurde, um einen Bewusstseinswandel beim Pharao zu bewirken. Doch nichts hatte geholfen. Die Mächtigen und Entscheider von damals blieben hartherzig. Und erst recht der Pharao. Und heute? Hat uns die liebe Güte nicht schon viele Plagen geschickt? Wir heutigen Menschen verweigern uns ebenso dem notwendigen Bewusstseinswandel. Statt dessen drohen wir wie einst Dr. Faust der lieben Güte mit beschwörenden Worten:

»Erwarte nicht die stärkste von meinen Künsten!«.

Und da erscheint der Teufel höchstpersönlich, der frei heraus erklärt, dass Zerstörung sein Auftrag sei. Und Faust antwortet ihm spottend:

»Nun kenn ich deine würd´gen Pflichten!
Du kannst im Großen nichts vernichten
und fängst es nun im Kleinen an!«
.

Darauf der spitzfindige Mephisto:

» Und freilich ist nicht viel damit getan.«.

Damals wie heute haben all die vielen Wellen, Stürme Schütteln, Brände dem menschlichen Treiben weiß Gott kein Ende bereitet. Heute fängt es die, lange Zeit so liebe Güte wirklich im Kleinen an. Und tatsächlich.

Ein winzig kleines Virus schafft es. Ach du liebe Güte, diese kleine Ursache soll eine solch große Wirkung hervorrufen? Zunächst will das kaum jemand ernst nehmen. Doch was niemand für möglich gehalten hat: Das Virus lässt uns innehalten. Wir sehen ab von unserem Treiben. Denn das kleine Virus hat das Potenzial zu ganz großen Zahlen. Zu Zahlen, die all die Wachstumspropheten erschaudern lassen.

Im alten Ägypten hatte Moses dem Pharao demonstriert, welche Macht der wahre Gott hat, indem er seinen Mosesstab in eine Schlange verwandelte. Auch die ägyptischen Magier verwandelten ihre Zauberstäbe in Schlangen. Doch die mosaische Schlange hatte die Macht, die anderen zu vertilgen. Wie schon damals der Pharao, so beschäftigen auch die Mächtigen unserer Tage ein Heer von Beratern und Machern, damit diese ihnen eine machtvolle Zukunft sichern. Und in schwierigen Zeiten zeigt sich deutlich, was ihre Kunst in Wirklichkeit ist: ein fauler Zauber! Jahrzehntelang ließen wir uns davon in den Bann ziehen. Bedenkenlos ließen wir zu, dass sie gigantische Honorare und Bonuszahlungen kassierten und all die vielen fleißigen Arbeiter und Helfer zum kostenintensiven Ballast degradierten, der wegzurationalisieren sei. Einzig sie selbst galten als unverzichtbare und unbezahlbare Stütze unserer Gesellschaft. Ihre Zauber- und Beschwörungsformeln von Machbarkeit und Unfehlbarkeit, von Wachstum und Gewinnstreben sind sinnlos geworden. Nun in der Krise wird deutlich, wer wirklich unverzichtbar ist. Plötzlich fällt auf, dass all die billigen Arbeitskräfte gerade das Wertvollste sind, was die Gesellschaft hat. Jetzt erweist sich, dass der Stein, den die Meister verworfen haben, zum Eckstein geworden ist. Nicht die Berater, Makler und Manager, sondern die Krankenschwestern, Verkäufer und Lieferwagenfahrer bilden den Eckstein, also den Stein, der das Gewölbe unserer ganzen Gesellschaft wirklich trägt. Es machten schon Bilder die Runde, die zeigten, wie Umherstehende den Pflegepersonen Beifall klatschten. Ach du liebe Güte, da stehlen die fleißigen Krankenschwestern und Verkäuferinnen doch tatsächlich den Gewinnmaximierern die Show. Wie wäre es, wenn diese statt dumm aus der Wäsche zu schauen, selbst mit zupacken würden, wo Not am Mann ist? Oder wenn sie das angesammelte Geld aus vielen Bonuszahlungen mal gemeinnützig anlegen würden? Ach du liebe Güte, rufen sie, soll jetzt etwa Solidarität wichtiger sein, als Raffgier? Und wir? Soll unsere Solidarität bald wieder nur den alten Profiteuren gelten?

Manchmal stelle ich mir vor, ich könnte die Erde vom Weltall aus betrachten. Mit all den vielen Satelliten und Flugzeugen, die sie unentwegt umkreisen. Ach könnte ich davon ein Gesamtpanorama erstellen und eine Momentaufnahme machen. Aber die Erde steht nun mal nicht still. Und die Flugzeuge erst recht nicht. Nur in meiner inneren Vorstellung ist das möglich.

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