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Raumschiff Prokyon - Allein im Weltraum

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Inhaltsverzeichnis

  • Raumschiff Prokyon - Allein im Weltraum
  • Copyright
  • Die Hauptpersonen des Romans:
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10

Raumschiff Prokyon - Allein im Weltraum

Raumschiff Prokyon #9

von Harvey Patton


Der Umfang dieses Buchs entspricht 123 Taschenbuchseiten.

Die PROKYON-Crew und die ganze Erde werden durch einen Unfall durch die Zeit geschleudert, augenscheinlich gibt es nirgendwo sonst mehr Menschen. Statt jedoch alle verfügbaren Kräfte auf eine Lösung des Problems ansetzen zu können, muss sich die provisorische Regierung unter Alexa van Grooten mit einer unerfreulichen Tatsache befassen: Auf der Erde wurde das Kaiserreich ausgerufen, und der selbst ernannte Herrscher Othmar I. stellt ein ungeheuerliches Ultimatum. Welche Aufgabe hat nun Priorität? Eine Schicksalsfrage für Taff Caine und seine Crew.


Die Hauptpersonen des Romans:

Taff, Mitani, Dorit, Lars, Luca und Orvid – Die PROKYON-Crew macht Maske.

Dorian Benson – Ein Mann, der nicht viel Sympathie findet.

Alexa van Grooten – Die Admiralin übernimmt vorübergehend das Amt des Regierungschefs.

Othmar I. – Kaiser von eigenen Gnaden.

1

Nacht lag über Südengland, finstere Nacht. Weder Mond noch Sterne waren zu sehen.

Am Nachmittag hatte die Sonne geschienen und das Land im Bereich des Naturschutzreservats gewärmt. Dann war jedoch ein steifer Westwind aufgekommen und hatte die ersten Wolken herangetrieben. Sie waren immer dichter geworden, und schließlich lagen sie als eine kompakte Decke über dem Land. Zugleich war es empfindlich kühl geworden; eine Ahnung des zu erwartenden Regens lag in der Luft.

»Verdammtes Wetter!«, schimpfte Pierre Legrain und schlug fröstelnd die Arme vor der Brust zusammen. »Typisch England, so etwas kennt man bei uns in Marseille nicht. Dort könnte ich jetzt noch in Shorts und einem leichten Hemd durch die Straßen gehen. Scheint hier aber wirklich einmal die Sonne, folgen todsicher einige Regentage nach. Ist das ein Zustand?«

»Im Prinzip hast du schon Recht«, räumte Helmut Hansen ein. Er stammte aus Jütland und konnte bestenfalls nur ahnen, wie es zu dieser Jahreszeit am Mittelmeer aussah. »Trotzdem solltest du aber froh sein, dass wir jetzt hier sind und nicht mehr hilflos durch die Gegend irren, wie noch vor wenigen Tagen. Damals waren wir froh, wenn wir eine Mannasäule fanden, um wenigstens den größten Hunger stillen zu können! Jetzt geht es immerhin wieder halbwegs vernünftig zu, wir sind bei unserer Einheit und bekommen anständiges Essen aus Flottenvorräten. Ist das etwa gar nichts?«

»Nun, das sehe ich ein«, entgegnete sein Kamerad. »Diese Zeit unter den Proggas war wirklich schlimm, besonders am Anfang. Sie hatten ganz in unserer Nähe eine ihrer strahlenden Kuppeln errichtet, und ich geriet noch in die Panikzone hinein. Wie bin ich damals gerannt! Ich wollte meinen Urlaub so richtig ausnutzen und wartete gerade auf Denise ... Ob ich sie wohl noch einmal wiedersehen werde?«

»Wenn nicht sie, dann eben eine andere«, meinte Hansen gleichmütig, blieb stehen und brannte sich eine Zigarette an. »Jetzt wird wohl so nach und nach alles wieder in Ordnung kommen, denke ich. Die Erde ist noch einmal davongekommen.«

»Leicht wird es aber bestimmt nicht sein«, meinte Legrain. »Aber wir haben es hier tatsächlich noch relativ gut, die große Masse der Menschen ist erheblich schlechter dran. Nach allem, was man so hört, soll es ja während der Invasion eine Unmenge von Toten gegeben haben.«

Sein Gefährte nickte düster.

»Es müssen Millionen gewesen sein, Pierre! Kein Wunder, weil der totale Energieausfall so plötzlich kam. Tausende von Menschen saßen in den Transportröhren fest, irrten im Dunkeln durch die Tunnel, und fanden keinen Ausgang mehr. Noch viel schlimmer muss es in den Raumstationen gewesen sein, dort fielen alle Versorgungssysteme aus und die Weltraumkälte drang ein. Ob dort überhaupt jemand überlebt haben mag?«

»Kaum«, sagte Legrain. »Ich war einmal in einem solchen Brummkreisel und habe die Notsysteme der Überlebensstationen gesehen, in denen durch chemische Reaktionen Luft und Wärme erzeugt werden. Wer diese Überlebensstationen rechtzeitig aufsuchen konnte, kann wohl noch gerettet werden, wenn die nötigen Mediziner zur Stelle sind. Nur kann höchstens ein Zehntel der Besatzungen dort Platz gefunden haben! Alle übrigen müssen jämmerlich erfroren sein.«

»Es muss ein großes Chaos gegeben haben, einen Kampf aller gegen alle. Noch Schlimmeres wird sich in den Raumschiffen abgespielt haben, die sind jetzt nur noch fliegende Särge!«

Die beiden Raumsoldaten schwiegen.

In diesen Tagen nach dem Ende der Invasoren bemühte sich jeder, die schrecklichen Eindrücke zu verdrängen, die kaum einem erspart geblieben waren. Mehr als neun Zehntel der Menschen auf der Erde waren ganz von der Energie abhängig gewesen, die von dem Netz der MAM-Kraftwerke geliefert wurde und die fast übergangslos ausgefallen waren. Alte und Kranke waren am Schlimmsten betroffen worden, sie hatten die geringsten Überlebenschancen gehabt. Doch auch die übrigen Bevölkerungsschichten waren nicht verschont geblieben, der Tod hatte von allen sein Tribut gefordert. Und dann hatte der unerbittliche Kampf um die Lebensmittel eingesetzt, die in den Läden noch vorhanden waren! Das Faustrecht regierte, die Stärkeren unter den Plünderern schlugen die Schwächeren zusammen, auch wenn sie Tage zuvor noch Freunde gewesen waren …

Hätten die Proggas nicht die Mannasäulen errichtet, wäre die irdische Menschheit zum Tode verurteilt gewesen. Auch Legrain und Hansen hatten sich von dem daraus hervorquellenden Brei ernährt, bis es endlich wieder Energie gab. Dann hatte sie der Aufruf erreicht, sich beim provisorischen Ausgangspunkt ihrer Einheit in Luxemburg zu melden. Mit Hilfe herrenloser Jets waren sie dorthin gelangt, man hatte sie neu eingekleidet und noch am gleichen Tage mit einem Raumschiff nach England gebracht.

Nun war es ihre Aufgabe, zusammen mit dreißig anderen Kameraden die seltsamen schwarzen Pyramiden zu bewachen, die zu Hunderten in der Nähe der monolithischen Steingebilde von Stonehenge standen. Diese Aufgabe erschien ihnen wenig sinnvoll, denn ihrer Ansicht nach gab es niemanden, gegen den man sie hätte schützen müssen.

Sie hatten zwar seltsame Erzählungen von einem »Kaiser Othmar« gehört, der sich zum Herrscher von eigenen Gnaden proklamiert hatte, dem aber kaum Beachtung geschenkt. Sie fühlten sich der Galaktischen Raumflotte zugehörig, der Einheit von Raumsoldaten, in der sie dienten. Sie bildete die Elite der Erde und bot ihnen Halt in dieser Zeit, in der noch vieles drunter und drüber ging. Sie fühlten sich geborgen unter der bewährten Führung und inmitten der Kameraden, obwohl sie nur wenige von ihnen kannten.

Vielleicht war dies nur eine besondere Art der Flucht vor der noch schlimmen Realität, aber ihnen genügte diese Begründung.

Die beiden Männer hatten das Ende des ihnen zugewiesenen Wachabschnitts erreicht. Vor ihnen blitzte eine Lampe auf, zwei andere Soldaten kamen ihnen entgegen. Sie wechselten einige kurze Worte, dann machten sie wieder kehrt und begaben sich auf den Rückweg.

Plötzlich blendete dort, wo sich das Kommandozelt befand, ein heller Scheinwerfer auf und stach senkrecht in den Nachthimmel. Dann klang eine befehlsgewohnte Stimme durch einen starken Lautsprecher zu ihnen herüber.

»Achtung, Newman an alle: Ich habe soeben die Nachricht erhalten, dass ein Kreuzer der Raumkampfverbände mit hundert Mann an Bord in Marsch gesetzt wird, um unser Kommando zu verstärken! Freut euch, Männer, jetzt haben wir das Schlimmste hinter uns. Morgen habt ihr alle frei, das ist so gut wie sicher.«

»Das bedeutet Ablösung; hoffentlich kommt sie noch, ehe es zu regnen anfängt«, sagte Pierre Legrain und atmete auf.

*


Sein Wunsch ging jedoch nicht in Erfüllung, sondern fiel buchstäblich ins Wasser. Schon zehn Minuten später fielen die ersten Tropfen, und bald darauf war ein handfester Landregen daraus geworden. Die beiden Männer zogen die Kapuzen ihrer Monturen über die Köpfe, drückten die Verschlüsse an und gingen missmutig weiter ihren Abschnitt ab.

Bald hatte der Leutnant aber ein Einsehen. Er zog drei der fünf Doppelposten ab und erlaubte ihnen, sich in die wasserdichten Zelte zu begeben. Hansen und Legrain hatten dieses Glück nicht. Im Gegenteil, die Strecke, die sie zu begehen hatten, war nun erheblich länger geworden, und der Franzose fluchte wieder einmal erbittert.

»Still!«, unterbrach Helmut Hansen ihn. »Ich höre etwas, und es kommt näher – ja, das muss ein Raumschiff sein! Die Verstärkung ist im Anflug, bald haben wir es ausgestanden.«

Beide starrten nach oben, aber noch war nichts zu sehen. Nur das Dröhnen schwoll an. Dann aber durchstieß das Schiff die Wolkendecke, und seine Positionslichter wurden sichtbar.

Auch im Kommandozelt war man aufmerksam geworden. Laute Rufe erklangen, dann wurden alle vorhandenen Scheinwerfer eingeschaltet, um den Landeplatz auszuleuchten. Legrain und Hansen setzten sich wieder in Bewegung und liefen auf das Ende der langen Reihe schwarzer Pyramiden zu, die ihnen die Sicht versperrten.

Sie hatten die Stelle gerade erreicht, als das für sie Unfassbare geschah: Plötzlich zuckten die Energiefinger von Lichtgeschützen zum Boden hinunter, erfassten die Zelte und verbrannten sie in Sekundenschnelle – und mit ihnen den größten Teil der Raumsoldaten darin und in ihrer Nähe!

Pierre stöhnte fassungslos und prallte zurück. Er stieß dabei gegen seinen Kameraden, und beide Männer fielen zwischen das nasse Gras und Gestrüpp. Dort blieben sie restlos verstört liegen und starrten aus schreckgeweiteten Augen auf das grausige Geschehen, das sich etwa hundert Meter vor ihnen abspielte.

Was hatte das nur zu bedeuten? War da oben im Schiff jemand plötzlich verrückt geworden, dass er auf die eigenen Leute schoss? Oder war dies ein Fahrzeug der Invasoren, das aus dem All zur Erde vorgestoßen war und nun kam, um sich wieder der 810 TSC-Module zu bemächtigen?

Ja, das war die einzig einleuchtende Erklärung.

Alle Scheinwerfer waren zerstört worden, nur die Überreste der Zelte brannten noch an einigen Stellen. Es blieb jedoch nicht lange dunkel, denn nun schaltete der Raumer sämtliche Außenscheinwerfer ein. Sie leuchteten das Gelände hell aus, und die beiden Männer zogen sich hastig in einen Spalt zwischen den Pyramiden zurück. Langsam senkte sich das Schiff dem Boden zu, und nun wurden auch die blutroten Embleme sichtbar, die an der Außenhülle angebracht waren.

»Krone und Schwert ...!«, stieß Legrain heiser hervor. »Das sind keine Proggas, sondern Menschen – Leute des Kaisers Othmar!«

Seine Worte fanden gleich darauf die Bestätigung. Die großen Schleusen des Diskusraumers öffneten sich, und etwa drei Dutzend Männer sprangen heraus. Sie alle trugen blaue Kampfmonturen der Raumflotte, die aber über dem Brustteil mit breiten, gelben Streifen versehen waren. Sie zogen ihre Waffen und machten sich daran, die Umgebung der Zelte abzusuchen, aber dort lebte offenbar niemand mehr.

»Komm, wir verschwinden!«, raunte Hansen. »Jetzt achtet noch niemand auf uns, aber das könnte sich bald ändern. Die haben es auf die Modulatoren abgesehen, das ist klar. Los jetzt, ab nach hinten, irgendwo ins Gebüsch. Myers und Colemans müssen auch dort stecken, vielleicht können wir später zusammen etwas unternehmen.«

Die beiden Männer erhoben sich und rannten geduckt davon, im Schlagschatten der Pyramiden, die sich zwischen ihnen und dem Raumschiff befanden. Auf halbem Wege stießen sie auf ihre Kameraden, die nicht weniger verstört waren als sie selbst. Gemeinsam zogen sie sich in das Dunkel einer Buschgruppe zurück und beobachteten von dort aus weiter.

Die Männer Othmars I. waren inzwischen nicht untätig gewesen. Sie hatten etwa ein Dutzend transportable Zugstrahlprojektoren zu Boden gebracht und machten sich nun an den vordersten Pyramiden zu schaffen. Bald schwebte die erste aus der Reihe hervor, wurde dann vom Schiff aus von einem Traktorstrahl erfasst und hoch in die Luft gehoben. Sie verschwand in einer Schleuse, weitere folgten in zügigem Tempo nach.

»Genug!«, kam dann eine laute Stimme aus den Außenlautsprechern des Schweren Kreuzers. »Wir haben jetzt dreißig Stück, mehr können wir beim besten Willen nicht in den Laderäumen unterbringen. Die Projektoren bleiben hier, ebenso die Gruppe Coppi, um sie zu bewachen. Wir schleusen einen Flugpanzer aus, damit die Männer nicht ungeschützt im Regen bleiben müssen. Sollte eine Störung eintreten, ziehen Sie sich sofort zurück und benachrichtigen uns per Hyperfunk. Verstanden, Coppi?«

Die Antwort war nicht zu vernehmen, aber gleich darauf kam der Panzer aus einem Schott geschwebt. Die überzähligen Männer gingen wieder an Bord, die Schleusen wurden geschlossen. Dann schwebte der Kreuzer mit schwer arbeitenden Antigravs langsam in die Höhe. Colemans hob die Hand und wies auf die Buchstaben, die am Rumpf des Raumschiffs sichtbar wurden.

»KUBLAI KHAN heißt dieser Kahn«, stellte er erbittert fest. »Das entbehrt nicht einer gewissen Symbolik, denn dieser Mann aus prähistorischer Zeit soll auch ein großer Räuber gewesen sein. Und was tun wir jetzt, Leute?«

»Gar nichts«, sagte Helmut Hansen und steckte sich hinter vorgehaltener Hand eine Zigarette an. »Wir können einfach nichts tun, denn die Zurückgebliebenen sitzen sicher im Panzer, der auch mit vier Handlasern nicht zu knacken ist. Verdammt, wo bleibt nur unser Schiff mit der avisierten Verstärkung? Die Kaiserlichen kommen bestimmt wieder, sobald das Schiff die Pyramiden ausgeladen hat, umsonst haben sie nicht Leute hier zurückgelassen.«

»Hätten wir nur noch unser Hyperfunkgerät!«, murmelte Legrain, während das Geräusch des Triebwerks der KUBLAI KHAN in der Ferne verklang. »Notfalls würde ich ganz allein dorthin robben, um unsere Männer zu warnen. Doch diese Schurken haben es ebenso verbrannt wie ...«

Seine Stimme erstickte in ohnmächtigem Grimm. Auch die anderen schwiegen, denn es gab nichts mehr zu sagen.

Ihre Hoffnung, das eigene Schiff möge als erstes bei Stonehenge landen, erfüllte sich nicht. Stattdessen kam nach einer knappen Stunde der Kreuzer der Kaiserlichen zurück. Erneut wurden dreißig TSC-Module an Bord geschafft, aber die vier Raumsoldaten bekamen keine Chance, etwas dagegen zu tun. Die Männer Othmars I. beeilten sich nicht nur bei ihrer Arbeit, sie schienen inzwischen auch nervös geworden zu sein. Der Flugpanzer kreiste die ganze Zeit über umher, und seine Ortungsgeräte hätten eine Annäherung der vier Überlebenden sofort registriert.

Dann geschah etwas, dessen Tragweite sie gar nicht begriffen.

Die KUBLAI KHAN schleuste alle Männer ein, auch den Panzer. Sie stieg wieder auf und löschte die Scheinwerfer, entfernte sich jedoch nicht sofort. Stattdessen beschrieb sie in geringer Höhe einen Kreis über dem Areal, auf dem sich die übriggebliebenen Pyramiden befanden. Viermal ertönte ein Rauschen in der Luft, dann folgte der dumpfe Aufschlag irgendwelcher Körper.

»Bomben!«, flüsterte Myers panikerfüllt. »Sie haben jetzt, was sie wollten, und sprengen die anderen Modulatoren in die Luft.«

Seine Prophezeiung erfüllte sich jedoch nicht, denn die erwarteten Detonationen blieben aus. Das beruhigte die Männer aber nur wenig, denn es konnte sich auch um Zeitbomben handeln, die erst nach einer gewissen Spanne explodierten. Als dann endlich das Triebwerksgeräusch des Kreuzers verklungen war, sprangen alle vier auf und hetzten davon, um sich hinter dem nächsten Hügel in Sicherheit zu bringen.


2

»Verdammt!«, schrie Leutnant Gerald McIntyre erbost in das Mikrophon über dem Pilotensitz des Leichten Kreuzers MISANAR der Galaktischen Raumkampfverbände. »Wie lange braucht ihr vom Hangarpersonal denn eigentlich noch, bis wir endlich starten können? Haben euch die Proggas zusammen mit der Energie auch euer bisschen Verstand entzogen?«

»Bedaure, Kommandant«, kam es gleichmütig zurück. »Wir tun, was wir können, und mehr kann niemand von uns verlangen. Die ganze Schleusenmechanik war nicht nur wochenlang außer Betrieb, sondern auch ohne jede Wartung, deshalb diese Panne. Zaubern können auch wir nicht, selbst die eingesetzten Roboter hatten ihre Schwierigkeiten. Nur noch fünf Minuten, dann ist es aber geschafft.«

»Das will ich auch stark hoffen«, gab McIntyre zur Antwort. »Wir warten hier jetzt schon seit zwei Stunden, und das bei einem Auftrag, den die Admiralin als besonders eilig bezeichnet hat!«

Hinter ihm ertönte das Geräusch von eiligen Schritten. Ein Mann, der an seiner Uniform die Abzeichen eines Majors trug, baute sich neben ihm auf. Aus einem schmalen Gesicht sahen ihn kühle, graue Augen vorwurfsvoll an.

»Ich muss doch sehr bitten, Leutnant!«, sagte er steif. »Wer gibt Ihnen eigentlich das Recht, in einem solchen Ton mit unseren Technikern zu verkehren? Zugegeben, es dauert schon etwas lange, aber das ist noch lange kein Grund dafür, seine Würde als Kommandant zu verlieren. Ein solches Benehmen widerspricht allen Vorschriften; ich werde nicht daran vorbeikommen, dies in meinen Flugbericht aufzunehmen.«

McIntyre warf einen anklagenden Blick zur Decke der Steuerkanzel und seufzte laut.

»Nehmen Sie auf, was Sie wollen, Major Benson, das ist mir vollkommen egal. Tatsache ist, dass die MISANAR jetzt schon seit zwei Stunden hier im Hangar festsitzt und nicht starten kann, weil irgendwo über uns etwas klemmt. Hundert Männer sitzen die ganze Zeit über dicht gedrängt im Schiff und warten darauf, endlich nach Stonehenge gebracht zu werden. Und das ausgerechnet in Basis 104, dem wichtigsten Stützpunkt im ganzen System! Ist es da wohl ein Wunder, wenn einem einmal der Kragen platzt?«

Dorian Benson zog indigniert die Brauen hoch.

»Einem wahren Mann platzt nie der Kragen, wie Sie es auszudrücken belieben. Ihm ist auch nichts egal, er übt sich in Geduld, und das sollten gerade Sie als Schiffskommandant wissen. Oder mangelt es Ihnen an einer genauen Kenntnis der einschlägigen Dienstvorschriften?

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