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Raumschiff Prokyon und die Langzeitwaffe Todeskristal

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Inhaltsverzeichnis

  • Raumschiff Prokyon und die Langzeitwaffe Todeskristall
  • Copyright
  • Die Hauptpersonen des Romans:
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  • 2
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Raumschiff Prokyon und die Langzeitwaffe Todeskristall

Raumschiff Prokyon #15

von Harvey Patton


Der Umfang dieses Buchs entspricht 123 Taschenbuchseiten.


Noch immer befinden sich die tödlichen grünen Kristalle auf Nuchaar, und die Lage der wenigen dort lebenden Wesen wird immer prekärer. Selbst die Hilfe der Hafoden, einem mental begabten Volk, vermag nichts auszurichten. Hilfe kann nur aus der Vergangenheit kommen, denn die Kristalle scheinen eine Langzeitwaffe des Drajur zu sein. Aber wie will die PROKYON in die Vergangenheit kommen – noch dazu, wenn Vizeadmiral Benson an Bord ist, um aufzupassen, dass Caine und seine Besatzung keine Extratouren unternehmen.



Die Hauptpersonen des Romans:

Taff Caine, Orvid, Luca, Lars, Dorit und Mitani – Die PROKYON-Crew im Nirgendwo.

Rhogaal – Ein »Lenker.«

Min Jian-Ksu – Der Verteidigungsminister lässt ein Donnerwetter los.

Dorian Benson – Der Vizeadmiral setzt sich für die PROKYON-Crew ein.

1

Eine Alarmleuchte begann hektisch zu blinken, am Astrogatorenpult erhellte sich ein Monitor der Passiv-Ortung. Jens Carter murmelte unwillig vor sich hin und warf einen Blick über die Schulter. Dann knallte er verdrossen die Karten auf den Rand der Bildplatte, die im Moment als Spieltisch diente.

»Verdammt, muss das ausgerechnet jetzt sein?«, empörte er sich. »Da hat man einmal ein unschlagbares Blatt, und gerade in diesem Augenblick müssen uns irgendwelche Idioten stören! Rufe den Captain, Herm, ich versuche inzwischen herauszufinden, was für ein Fahrzeug das sein mag.«

Herm Gabler drehte rasch seine Karten um und grinste.

»Von wegen unschlagbares Blatt – das habe ich in der Hand, alle vier Asse nämlich! Sei also froh, fünfzehn Creds zu behalten, die mir bereits sicher waren, und reg dich wieder ab.«

Er begab sich zum Pilotenpult und aktivierte die Bordverbindung, Carter zuckte mit den Schultern und nahm die Navigationsgeräte in Betrieb. Auf ihren Schirmen erschien der Reflex eines Schiffes, das gerade aus dem Hyperraum gekommen war, nun Fahrt aufnahm und auf den Planeten zuhielt.

Es war noch etwa eine Milliarde Kilometer entfernt, so dass eine bildliche Darstellung nicht möglich war. Jens konnte jedoch ohne Mühe feststellen, dass die von dem Antrieb ausgehenden Emissionen erheblich von denen der Einheiten der Raumflotte abwichen. Damit war die Sachlage klar, und er nickte Gabler zu, als dieser nun zu ihm herüberkam.

»Idioten, ich sagte es doch. Die Quarantänewarnung ist schon vor zwei Monaten über die gesamte Raumkugel verbreitet worden, aber trotzdem finden sich immer wieder Schwachköpfe, die sie einfach ignorieren. Manche Leute lernen es eben nie.«

»So wie gewisse andere das Pokerspiel«, meinte Herm anzüglich. Er ließ die Karten verschwinden, und das um keinen Augenblick zu früh, denn das Eingangsschott glitt auf, und Captain Delbos erschien. Der Astrogator unterrichtete ihn, und der Kommandant seufzte.

»Zum Teufel, das ist nun schon der sechste Kahn, der sich hier einzuschleichen versucht. Ob diesen Ignoranten wirklich so wenig an ihrem Leben liegen mag?«

Er bekam auf diese rein theoretische Frage natürlich keine Antwort. Gabler hatte inzwischen am Funkpult Platz genommen, und der Captain wies ihn an: »Anrufen, Herm, derselbe Text wie üblich. Falls sich die Burschen stur stellen, schalte zu mir durch, ich werde ihnen dann schon die passenden Worte sagen.«

Der Funker gehorchte, gab jedoch schon nach kurzer Zeit auf und winkte Claude Delbos, der sich nun im Pilotensitz befand. Gleich darauf erhellte sich dort ein Bildschirm und zeigte das mürrische Gesicht eines älteren Mannes mit Stirnglatze, der statt der sonst üblichen Bordkombination eine Art von bunter Toga trug.

Er öffnete den Mund, doch der Kommandant kam ihm zuvor und sagte scharf: »Terrestrischer Flottenkreuzer ZIKADE, Captain Delbos spricht. Ich ersuche dich hiermit in aller Form um Identifikation deines Fahrzeugs, Namen, Herkunft und Zweck eures Aufenthaltes in diesem System. Verstanden?«

»Natürlich, du bist ja laut genug«, murrte der andere. »Ich habe zwar deinem Wellenreiter schon alles gesagt, aber wenn du so nett darum bittest, wiederhole ich es noch einmal: Containerschiff MICKEY, Eigner Jan Prokop, das bin ich selbst. Heimatwelt Shardeeba, von dort vor drei Wochen gestartet, um sechzehn Container verschiedenen Inhalts nach Nuchaar zu bringen. Der Flug erfolgt im Auftrag der SHARDEEBA TRADING CO., die mein Schiff kurzfristig gechartert hat, alle Frachtpapiere sind in Ordnung. Was tut die Raumflotte hier in diesem System, und weshalb all diese dumme Fragerei?«

Claude Delbos riss die Augen auf und erklärte fassungslos: »Willst du mich verulken, oder weißt du es tatsächlich nicht? Nuchaar steht seit zwei Monaten unter strenger Quarantäne, keines unserer Schiffe darf auch nur in seine Atmosphäre eindringen! Die Stasis-Kristalle töten unweigerlich jeden, sie haben bereits eine ganze Anzahl von Opfern gefordert.«

Der Mann in der Toga schüttelte ungläubig den Kopf.

»Stasis-Kristalle? Nie davon gehört, Captain, und ich bin schon weit herumgekommen. Im übrigen habe ich nicht die Absicht, mich oder meine Leute irgendeiner Gefahr auszusetzen, dafür leben wir viel zu gern. Wir werden also diesen komischen Dingern gar keine Gelegenheit geben, zu uns ins Schiff zu gelangen. Wir landen nur auf Daitha Nuchaara, dirigieren die Container mittels Antigrav ins Freie und steigen wieder auf. Das genügt, die Empfangsbestätigung kann auch über Hyperfunk ...«

»Ihr dürft nicht landen, Mann!«, brüllte Delbos erregt. »Meinst du wirklich, die Raumflotte hätte eigens drei Raumkreuzer runde siebentausend Lichtjahre weit in den NGC 188 geschickt, nur eben so zum Spaß? Wir sind dazu hier, um potentielle Selbstmörder wie euch von dem Planeten fernzuhalten, und zwar mit allen Mitteln.«

»Mit allen Mitteln?«, fragte Prokop mit skeptischem Lächeln. »Das glaube ich nicht, Captain Delbos; ich habe vor langen Jahren selbst zur Raumflotte gehört, und seitdem hat sich da nicht viel geändert. Ihr werdet nicht auf einen wehrlosen Frachter schießen ...«

»Niemand wird das tun!«, unterbrach ihn eine weibliche Stimme. Eine junge, sehr hübsche Frau mit krausem, schwarzem Stifthaar kam neben dem Schiffseigner ins Bild. Ihre dunklen Augen blitzten dem Captain entgegen. »Höre nicht auf ihn, Daddy, er sagt ja nur das nach, was ihm andere vorgebetet haben – ob es stimmt, ist eine ganz andere Frage. Terra und Nimboid haben die Schirmherrschaft über Nuchaar übernommen, wie es so schön heißt. Mit anderen Worten, sie betrachten diesen Planeten faktisch als ihr Eigentum, und deshalb wollen sie es nicht zulassen, dass hier andere ins Geschäft kommen! Das Märchen von diesen angeblich tödlichen Kristallen wurde nur zu dem einen Zweck erfunden, davon bin ich überzeugt.«

Unter normalen Umständen hätte ihr Anblick dem nicht viel älteren Offizier ein anerkennendes Schmunzeln entlockt. Jetzt schüttelte er aber nur verzweifelt den Kopf.

»Ich sage die reine Wahrheit, verdammt! Da unten auf dem Hafen liegen bereits mehrere Schiffe, deren Besatzungen qualvoll umgekommen sind. Glaubt mir doch endlich – die Stasis-Kristalle durchdringen mühelos jede feste Materie, sie würden auch euch töten. Das weiß man mittlerweile überall in unserer Raumkugel; hinter welchem Mond habt ihr denn in der letzten Zeit gelebt?«

Jan Prokop grinste breit.

»Hinter gar keinem, verehrter Captain, wir waren laufend unterwegs. Fracht nach Terrossian, Gosheen Palmyra II, Kypsthalers Planet – ein kleiner selbständiger Unternehmer muss sich seine Brötchen hart verdienen. Für diesen Trip nach Nuchaar lässt die TRADING CO. Infolge der großen Entfernung eine Menge Creds springen. Meinen gewisse Leute von Terra vielleicht, wir würden ihnen zuliebe darauf verzichten?«

Claude Delbos stöhnte unterdrückt auf.

»Die SHARDEEBA TRADING hat euch geleimt, Skipper! Ihre Leute wussten natürlich, dass Nuchaar unter Quarantäne liegt, aber euch hat man das vornehm verschwiegen. Ihr seid nach der letzten Fahrt auf Shardeeba gelandet, und dann hat man euch umgehend wieder auf Achse geschickt, nicht wahr?«

»Stimmt«, sagte die junge Frau mit gerunzelter Stirn. »Die STC war auch unser vorheriger Auftraggeber, und nach der Rückkehr von Kyps hat sie uns gar nicht mehr zum Luftholen kommen lassen. Man hat Daddy zugleich mit dem letzten Scheck die neuen Frachtpapiere in die Hand gedrückt, und kaum hatte er ja gesagt, wurde die MICKEY auch schon wieder aufgetankt und beladen. Uns blieben ganze acht Stunden, dann waren wir bereits wieder hierher unterwegs.«

»Na und?«, meinte Prokop störrisch. »Diese Firma hat sich bisher immer als fairer Geschäftspartner erwiesen, ich sehe keinen Grund, ihr deswegen zu misstrauen. Mir macht so leicht niemand etwas vor, ich habe alle Angaben auf den Folien genau nachgeprüft. Alles war restlos einwandfrei, die Bestellungen der Administration Nuchaars hielten auch der Computerkontrolle stand.«

»Waren sie nicht auch – rein zufällig natürlich – schon mehr als zwei Monate alt?«, erkundigte sich der Captain lakonisch. »Ich bin zwar kein Geschäftsmann, aber diese Vermutung liegt auch für mich recht nahe, Jan. Man packt irgend etwas in die Container, schickt sie hierher los und verlässt sich auf deine Integrität. Ihr landet auf Daitha Nuchaara, kommt anschließend durch die Stasis-Kristalle um, und niemand kann eure Ladung kontrollieren, weil der Planet für Menschen unzugänglich ist. Sie gilt als verloren, und nach der üblichen Frist zahlt die Versicherung – und sie muss dann auch zahlen, wenn wir euch mit Waffengewalt an der Landung hindern und die Container dabei zerstört werden, nicht wahr?«

»Du spinnst doch im Quadrat, Mann!«, brüllte der Frachterkapitän. »Dies war mein lukrativster Auftrag seit Langem, glaube nur nicht, dass ich ihn mir durch diese haltlosen Unterstellungen kaputtmachen lasse. Es gibt weder Kristalle noch sonstige Erreger, die kompakte Stahlwände durchdringen können – wir werden auf Nuchaar landen und ausladen, auch wenn du dich auf den Kopf stellst!«

»Tue es nicht, Daddy!«, beschwor ihn die junge Frau, aber Prokop lachte nur.

»Keine Widerrede mehr, Vera, hier an Bord habe noch immer ich zu bestimmen. Halte weiterhin Kurs auf den Planeten, Fran«, wandte er sich an den Piloten, der außerhalb des Kamerabereichs geblieben war. »Dieser Terraner mag wohl jetzt große Töne spucken – dass er aber auf uns schießen lässt, wenn's drauf ankommt, glaube ich nicht!«

*


Er unterbrach die Verbindung, und Delbos sagte etwa zwanzig Worte, gegen deren Aufnahme sich jeder Sprechschreiber gesträubt hätte. Dann hatte er sich abreagiert, wirbelte herum und winkte Carter.

»Eine Verbindung zur LOCUSTA, schnell! Wir müssen uns Maßnahmen überlegen, wie wir diesen gefährlichen Irren möglichst weit draußen abfangen können, und unser Kahn allein schafft das nicht.«

Die drei leichten Kreuzer ZIKADE, LOCUSTA und GRILLE umkreisten Nuchaar stationär in der Formation eines gleichseitigen Dreiecks, jeweils hunderttausend Kilometer von seiner Oberfläche entfernt. Es war ein nicht sonderlich angenehmer Job für ihre Besatzungen, denn die meiste Zeit über ereignete sich nichts, aber die Männer und Frauen hatten sich freiwillig dafür gemeldet, vermutlich der hohen Prämien wegen.

Bisher war es ihnen noch immer gelungen, die vereinzelten Raumer, die den Planeten trotz der Quarantäne anzufliegen versuchten, von ihm fernzuhalten. Meist hatten dazu Worte ausgereicht, mit denen die Gefährlichkeit der grünen Kristalle anschaulich geschildert wurde. Die Letho-Dimonds, die Nuchaar besiedelt hatten, wurden von ihnen verschont, Menschen griffen sie dagegen gnadenlos an, setzten sich an ihren Körpern fest und töteten sie innerhalb kurzer Zeit. Weshalb, das wusste niemand.

Die PROKYON-Crew war ihnen vor einiger Zeit entkommen und hatte eingehend über ihre Erfahrungen mit ihnen berichtet. Alles ließ darauf schließen, dass diese meist in beweglichen Wolken auftretenden Partikel eine Art von Kollektivintelligenz besaßen, wenn ihnen auch ein Leben im herkömmlichen Sinn kaum zuzubilligen war. Dies blieben jedoch reine Spekulationen, denn an eine eingehende Erforschung durch Spezialisten war nicht zu denken. Die Kristalle durchdrangen jede feste Materie mühelos, selbst die molekularverdichteten Stahlwände von Raumschiffen.

Die Behörden hatten, nachdem der GRAT-Kreuzer GEMINI und das Großfrachtschiff JAKOB FUGGER – neben mehreren anderen bis jetzt noch nicht identifizierten Fahrzeugen – auf Nuchaar ihre Besatzungen verloren hatten, rasch gehandelt. Allen Planeten der Raumkugel war die Quarantänewarnung übermittelt worden, die drei Kreuzer waren im Nonstopflug zum Dimonio-System gestartet. Bisher hatten sie ihre Aufgabe voll erfüllt, ein besonders renitenter Frachterkapitän hatte nach der Androhung von Waffengewalt schließlich auch aufgegeben.

Nun ging der Einsatz der drei Wachschiffe seinem Ende entgegen. In einer Woche sollten sie durch Einheiten Nimboids ersetzt werden, die Ablösung war längst unterwegs. Und jetzt tauchte plötzlich ein Mann auf, der alle Warnungen einfach ignorierte und stur weiterflog, auf dem besten Wege, mit seiner ganzen Besatzung zusammen Selbstmord zu begehen!

»Wir müssen ihn unbedingt stoppen, Chris!«, sagte Claude Delbos, als die Verbindung zur LOCUSTA stand. »Die Firma auf Shardeeba, die ihn oder vielmehr sein Schiff gechartert hat, hat den Umstand, dass er in letzter Zeit pausenlos unterwegs war, schamlos ausgenutzt. In den sechzehn Containern befindet sich vermutlich nur Schrott, während die Frachtpapiere eine besonders wertvolle Ladung ausweisen. Der Mann ist zwar stur, aber meiner Ansicht nach auch ehrlich, und außerdem ...«

»... hat er eine recht ansehnliche Tochter, nicht wahr?«, fiel ihm Captain Chris Landon amüsiert ins Wort. »Ich habe eure Unterhaltung rein zufällig mitgehört, die LOCUSTA kam gerade hinter dem Planeten hervor, so dass auch bei uns die Ortung ansprach. Okay, Claude, ich mache selbstverständlich mit. Wir können den Orbit ohne Bedenken gleichzeitig verlassen, es ist kaum anzunehmen, dass ausgerechnet in den nächsten Stunden ein zweiter Eimer hier aufkreuzen wird. Und selbst wenn, ist ja die GRILLE auch noch da.«

Captain Delbos atmete auf und nickte.

»In Ordnung, ich werde Niko Bourokostas sofort unterrichten, damit er doppelt gut aufpasst. Dann scheuche ich meine restlichen Leute aus den Betten, in einer Viertelstunde sausen wir los. Wir handeln nach Einsatzplan B, klar?«

»Müssen wir schon, Alter, die MICKEY ist nur noch 700 Millionen Kilometer entfernt. Dieser Prokop scheint es besonders eilig zu haben, sich ins Verderben zu stürzen, sein Antrieb läuft mit vollem Schub. Er glaubt noch immer nicht, dass wir es wirklich ernst meinen – beweisen wir ihm das Gegenteil!«

Claude Delbos alarmierte zunächst seine restliche Besatzung, rief dann die GRILLE an und unterrichtete Captain Bourokostas. Indessen glitt bereits das Schott auf, und Mary Houston betrat die Zentrale, der weibliche Erste Offizier und Kybernetiker der ZIKADE. Man sah ihr an, dass sie erst vor Kurzem aus dem Bett gekommen war, denn das gewohnte Make-up fehlte, und das halblange blonde Haar war nur mangelhaft zurechtgekämmt. Gähnend und wortlos nahm sie den Platz am Bordcomputer ein, und Jens Carter zuckte bei ihrem Anblick leicht zusammen. Bisher hatte er sie heimlich verehrt, aber in diesem Moment starben in ihm einige Illusionen in Bezug auf ihre Person.

Er kam jedoch nicht zu weiterem Nachdenken, denn nun meldete sich auch der Bordingenieur Julio Ruiz aus dem Maschinenraum, und schon im nächsten Augenblick liefen die Normaltriebwerke der ZIKADE an. Claude Delbos ließ sie aus der Umlaufbahn ausscheren und wartete darauf, dass die LOCUSTA zu ihr aufschloss. Dann beschleunigten beide Schiffe synchron und schossen mit rasch anwachsender Geschwindigkeit der MICKEY entgegen, die nach wie vor Kurs auf Nuchaar hielt.

Jan Prokops zehn Jahre alter Frachter war den modernen Kreuzern der terrestrischen Raumflotte natürlich weit unterlegen.

Kaum eine halbe Stunde später hatten sie sich ihm bis auf zwanzig Millionen Kilometer genähert, Captain Delbos beugte sich zum Sprechgitter der sekundären Funkanlage vor und sagte scharf akzentuiert: »Raumkreuzer ZIKADE ruft Containerschiff MICKEY! Wie du wohl gut sehen kannst, ist die Zeit der fruchtlosen Diskussionen inzwischen vorbei, Skipper von Shardeeba. Ich fordere dich jetzt zum letzten Mal auf, deinen Kurs zu ändern und das Dimonio-System umgehend wieder zu verlassen! Nuchaar ist eine Todesfalle für dich und all deine Leute, keiner von euch wird überleben, falls euch wirklich die Landung dort gelingen sollte. Doch soweit werden wir es gar nicht erst kommen lassen – wir werden nicht zögern, eure lahme Ente unter das Wirkungsfeuer unserer Lichtgeschütze zu nehmen, wenn du dich auch weiterhin weigern solltest, unseren Befehlen zu folgen!«

Der Bildschirm blieb jedoch dunkel, und Herm Gabler rief gedämpft: »Die MICKEY empfängt unseren Anruf einwandfrei, Captain, das Echo ihrer Funkanlage kommt deutlich zurück. Prokop will dir einfach nicht antworten, das steht für mich fest.«

Claude Delbos zog die Brauen zusammen, zögerte noch für einige Sekunden und sagte dann: »LOCUSTA hat mitgehört, nicht wahr? Jan Prokop dagegen will nicht hören, also wird er wohl oder übel fühlen müssen, so leid mir das auch für uns alle tut. Endphase nach Plan B, Chris – Feuer auf die MICKEY frei!«

»Verstanden«, erklärte der Kommandant der LOCUSTA. Mary Houston fungierte, wie auf allen terrestrischen Kreuzern üblich, als I.O. Auch als Feuerleitoffizier, und sie nahm diesen Posten ernst. Sie saß vor dem Duplikat des Geschützstandes im Kommandoraum, auf dem Zielbildschirm vor ihr lag der Frachter im Fadenkreuz. Sie wartete die üblichen zehn Sekunden ab, dann drückte sie auf den Kontakt, der die Strahlgeschütze des Kreuzers auslöste.

Die LOCUSTA hatte inzwischen ein Manöver durchgeführt, das die ZIKADE kurz zuvor bereits vollzogen hatte.

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