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Riskante Hingabe

Inhalt

  1. Cover
  2. Über die Reihe
  3. Über diese Folge
  4. Über die Autorin
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Einleitung
  8. Eine gefährliche Nacht
  9. Der Austausch
  10. Die Verhandlungen …
  11. Die Flucht
  12. Teil 1
  13. Kapitel 1
  14. Kapitel 2
  15. Kapitel 3
  16. Kapitel 4
  17. Kapitel 5
  18. Kapitel 6
  19. Kapitel 7
  20. Kapitel 8
  21. Kapitel 9
  22. Kapitel 10
  23. Teil 2
  24. Kapitel 1
  25. Kapitel 2
  26. Kapitel 3
  27. Kapitel 4
  28. Kapitel 5
  29. Teil 3
  30. Kapitel 1
  31. Kapitel 2
  32. Kapitel 3
  33. Kapitel 4
  34. Kapitel 5
  35. Kapitel 6
  36. Kapitel 7
  37. Teil 4
  38. Kapitel 1
  39. Kapitel 2
  40. Kapitel 3
  41. Kapitel 4
  42. Kapitel 5
  43. Kapitel 6
  44. Kapitel 7

Über die Reihe

Tall, Dark and Deadly – die drei Walker Brüder führen erfolgreich ihre eigene Sicherheitsfirma »Walker Security«. Und obwohl die Brüder komplett unterschiedlich sind, haben sie doch eines gemeinsam: sie brennen für die Menschen, die sie lieben und sind gnadenlos, wenn sie für etwas kämpfen, an das sie glauben. Kein Fall ist ihnen zu schwer und keine Gefahr zu groß.

Über diese Folge

Riskante Hingabe

»Leidenschaft übermannte sie, fegte wie eine heiße Woge über sie hinweg, ließ ihre Haut prickeln und ihre Beine zittern. Aber da war noch mehr als Leidenschaft und Verlangen. Sehr viel mehr…«

Blake Walker wird niemals den Augenblick vergessen, als die Frau, die er über alles liebte, in seinen Armen starb – getötet im Kampf gegen das übermächtige Drogenkartell.

Seitdem hat er nur noch ein Ziel: Rache.

Da trifft er Kara, die eine Handlangerin des Kartells zu sein scheint und ihm den Zugang zu den mächtigen Drogenbossen ermöglichen kann.

Doch was, wenn nicht alles ist wie es scheint?

Kara und Blake geraten immer tiefer in einen unaufhaltsamen Strom aus Leidenschaft, Hass und Rache…

»Riskante Hingabe« ist der dritte Band der Reihe »Tall, Dark and Deadly« von Erfolgsautorin Lisa Renee Jones.

Über die Autorin

Lisa Renee Jones lebt derzeit in Colorado Springs. Sie veröffentlichte in den USA bereits über 40 Bücher und wurde mehrfach mit dem Genrepreis ausgezeichnet. Ihre Titel erscheinen regelmäßig auf den Bestseller-Listen der New York Times und der USA Today.

Einleitung

Eine gefährliche Nacht

Blakes Reise beginnt …

Die erste Begegnung …

Heiße Frauen, schnelle Autos und ein Leben am Limit, das war eine ziemlich gute Zusammenfassung von Blake Walkers Leben in den letzten zwei Jahren. All das waren bloße Ablenkungen, Wege, um sich auf andere Gedanken zu bringen, bis er sein ultimatives Ziel erreicht hatte: Rache. Im Moment hatte er die langbeinige Brünette im Visier, die gerade die Rooftop Lounge betrat. Sein Kunde hatte ihn in diesem feinen Hotel in Denver untergebracht. Ihr Haar war hochgesteckt, und ihre heißen Kurven steckten in einem cremefarbenen Rock mit dazu passender Bluse.

Blake legte einen Arm über die Rückenlehne der Bank, auf der er gerade saß, und verschlang sie mit Blicken, während er ein Bier trank, das er eigentlich gar nicht trinken wollte. Er hatte während seiner Zeit bei der ATF genug Alkohol und Drogen gesehen, um für den Rest seines Lebens genug davon zu haben. Ebenso wie vom Tod. Nein, den letzten Punkt musste er korrigieren. Davon hätte er erst genug, wenn er den hinterhältigen Mörder Alvarez, den Anführer des Kartells, erledigt hatte. Erst dann und keine Sekunde früher hätte er genug Tod gesehen, und da diese Einstellung bei seinen Vorgesetzten nicht besonders gut ankam, hatte er beschlossen, dass die Zusammenarbeit mit seinen Brüdern bei Walker Security verdammt reizvoll klang. Seine Brüder Royce und Luke waren zwar auch nicht gerade begeistert von seinen Mordabsichten, aber wenn er bedachte, wie die beiden auf die Sicherheit ihrer Frauen achteten, hätte er sein Gewicht in Gold darauf verwettet, dass sie anderer Meinung wären, wenn jemand ihre Verlobte kaltblütig ermordet hätte.

Die Frau sah sich in dem schwach beleuchteten und modern eingerichteten Raum um und musterte die geschwungenen Nischen und die kleinen runden Tische, auf denen Kerzen standen. Schließlich entdeckte sie ihn in einem der Separees. Er spürte ihr leichtes Zögern. Sie arbeitete für einen Mann namens Richter, ein hohes Tier in einer der vielen Scheinfirmen, über die Alvarez Geldwäsche betrieb, und sie schien Blakes langes dunkles Haar und seine Lederjacke voller Abscheu zur Kenntnis zu nehmen. Er kannte Menschen wie sie, die ihre Arbeit in der Welt, in der sie lebten, dadurch rechtfertigten, dass sie sie hinter Rechtschaffenheit oder Naivität verbargen. In ihrem Fall legte sie eine Prise Zimperlichkeit und Steifheit an den Tag, womit sie zweifellos einen bestimmten Eindruck erwecken wollte. Oh ja, er kannte Frauen wie sie, und er mochte sie nicht, aber als sich ihre Blicke trafen, durchzuckte es ihn. Diese Frau hatte etwas ganz Besonderes an sich. Die Vorstellung, ihr diese gespielte Anständigkeit wegzunehmen und sie dazu zu zwingen, ihm zu gestehen, was sie wirklich tat, war überaus verlockend. Schließlich brauchte er Informationen, und welchen besseren Weg gab es, an sie heranzukommen, als eine Frau fast bis zum Orgasmus zu bringen und ihr zu versprechen, ihr den Höhepunkt hinterher auch zu schenken? Ficken oder gefickt werden. Außerhalb des Schlafzimmers würde ihm das nie wieder passieren, hatte er sich geschworen.

Sie wandte den Blick ab, und seine Lippen zuckten, als sie sich erneut an der Bar umsah. Trotz ihres recht erfolgreichen Versuchs, beunruhigt zu wirken, hatte er den Eindruck, dass sie die Gäste zählte, ebenso wie er es getan hatte. Im Kopf ging er alles noch einmal durch. Ein Paar in der hinteren rechten Nische. Ein anderes links daneben. Ein Betrunkener mittleren Alters, der dem Barkeeper seine Probleme beichtete, und zwei Freundinnen, die an einem Tisch in der Mitte plauderten. Schließlich wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder Blake zu, da er der Einzige war, der für das von ihrem Boss arrangierte Treffen infrage kam.

Er sah sie aufmunternd an. Sie richtete sich kerzengerade auf und ging auf ihn zu. Dabei beobachtete er sie genau und machte sich auch gar nicht die Mühe, das zu verbergen. Sie sollte sich unwohl fühlen. Er wollte, dass sie einen Fehler machte und ihm Dinge erzählte, über die sie eigentlich gar nicht reden durfte.

»Mr Wright?«

Blake nickte. »Der bin ich«, bestätigte er. »Aber nennen Sie mich doch bitte Blake.« Er nutzte einen falschen Nachnamen, behielt jedoch seinen richtigen Vornamen bei, weil das einfach sicherer war. Andernfalls lief man schnell Gefahr, sich zu verplappern. »Und Sie sind …«

»Tiffany Snow«, sagte sie, aber die Art, wie sie ihren Namen aussprach, hatte etwas Seltsames an sich, sodass er sich sofort fragte, ob auch sie einen falschen Namen benutzte. Die Tatsache, dass der Name außerdem perfekt zu einem Pornostar gepasst hätte, erleichterte es ihm auch nicht gerade, die Vorstellung, sie zu entkleiden, in den Hinterkopf zu verbannen.

»Ich hatte Rachel Merit erwartet.«

»Ihr ist etwas dazwischengekommen.« Sie deutete auf einen Stuhl. »Darf ich?«

»Nur zu.« Er hob sein Glas. »Etwas zu trinken?«

»Nein«, antwortete sie und nahm die Träger ihrer Aktentasche und ihrer Handtasche von der Schulter. »Ich trinke nicht.«

Er lachte schallend, und sie sah ihn stirnrunzelnd an. »Was ist daran so witzig?«

»Es ist eher paradox, wenn man bedenkt, wer Ihr Boss ist.«

»Ich kann Ihnen leider nicht folgen. Ich arbeite noch nicht sehr lange für Newport Industries.«

»Wie lange denn?«

»Seit einem Monat.«

»Und man hat Sie zu diesem Treffen geschickt? Dann müssen Sie aber ordentlich was auf dem Kasten haben.«

»Ich bin effizient.«

»Wie effizient?«

Sie sah ihn an – ihre Augen hatten die Farbe von Vollmilchschokolade. »Das können Sie selbst entscheiden, wenn wir das Geschäft abgeschlossen haben.«

Hui, das war ja mal eine mehr als direkte Einladung. Dann schickte ihm Alvarez also ein Geschenk, damit er in seinem piekfeinen Hotelzimmer nicht so allein war? Das war ja mal eine Überraschung. »Jetzt bin ich aber gespannt.«

Sie kaute auf ihrer rot geschminkten und zum Küssen einladenden Unterlippe herum. Ihm fielen auf Anhieb mehrere Stellen ein, an denen er diesen Mund gern spüren würde. »Man hat mir zu verstehen gegeben, dass Sie eine Akte für mich dabeihaben?«, erkundigte sie sich.

Darin befanden sich belastende Informationen über einen bestimmten Geschäftsmann, den ihr Boss erpressen wollte, und es war gleichzeitig ein Test, um herauszufinden, ob Blake zu größeren und wichtigeren Aufgaben fähig war. Blake hätte sich wegen der vielen pikanten Details schuldig gefühlt, allerdings war der Kerl ein ziemlich zwielichtiger Dieb. »Und Sie haben Geld für mich?«

»Wenn man Ihnen Geld schuldet, dann wird sich in dem Paket garantiert auch welches befinden. Sie müssen mir nur zuerst die Akte aushändigen.«

»Die ist auf meinem Zimmer.«

»Auf Ihrem Zimmer?«, wiederholte sie.

Er beugte sich zu ihr herüber. »Einige Dinge regelt man lieber unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denken Sie nicht auch?«

Die Sekunden verstrichen, und die Luft zwischen ihnen schien immer mehr zu knistern. Diese Frau hatte mehr an sich, als man auf den ersten Blick erkennen konnte, und er stellte fest, dass er alles und zwar jedes einzelne Detail über sie in Erfahrung bringen wollte. »Mein Boss besteht auf äußerste Diskretion«, erwiderte sie schließlich und klang ein wenig atemlos.

»Na, dann werden wir diese auch einhalten.« Er warf ein paar Geldscheine auf den Tisch und erhob sich, bevor er ihr eine Hand reichte, um ihr beim Aufstehen zu helfen.

Sie starrte seine Hand einige Sekunden lang an, und es wurde offensichtlich, dass sie das Katz-und-Maus-Spiel selbst sehr gut beherrschte. Blake vermutete, dass sie eher eine Wildkatze war, und er freute sich schon darauf, mehr herauszufinden.

Sie sammelte ihre Sachen zusammen, stand auf und ignorierte seine Hand. »Zeigen Sie mir den Weg, Mr Wright.«

Oh ja, das hatte er vor. Wenn sie bereit war, ihren Körper und ihre Seele für einen Gehaltsscheck an ein mordlustiges Monster zu verkaufen, dann würde er sich bestimmt nicht schuldig fühlen, wenn er alles auskostete, was sie ihm anzubieten hatte.

Der Austausch

Sie standen allein in der Fahrstuhlkabine, sie stellte sich mit dem Rücken vor die rechte Wand und sah ihn an. Blake drückte die Taste für sein Stockwerk und lehnte sich an die gegenüberliegende Wand. Sie trug ein dünnes Kleid, dabei war es Winter in Denver, Colorado. Was hatte sie mit ihrem Mantel gemacht?

Kurz bevor sich die Türen schlossen, stieg noch ein Paar dazu, sodass sie beide an die Wand rückten und einander ansahen. Blake musterte das Paar – mittleres Alter, Typ Angestellte –, die Eheringe trugen, von denen er vermutete, dass sie ihnen jeweils von jemand anderem angesteckt worden waren. Daher schloss er sie als Gefahr augenblicklich aus und konzentrierte sich wieder auf Tiffany, falls sie denn wirklich so hieß.

Obwohl sie Gesellschaft hatten, waren sie aufeinander fixiert, und das elektrische Knistern, das er unten schon gespürt hatte, schien mit jeder verstreichenden Sekunde intensiver zu werden, so wie er es seit langer Zeit bei keiner Frau mehr erlebt hatte. Warum es ihm ausgerechnet bei dieser passierte, wusste er nicht, aber er vermutete, dass es vor allem an seiner guten Laune lag, da er Alvarez immer näher kam. Endlich hatte er herausgefunden, welche Scheinfirmen der Kerl benutzte, und nun stand er kurz davor, ihn aufzuspüren.

Nach zwei Stockwerken hielt der Fahrstuhl an, die Türen öffneten sich, und Blake bedeutete seiner neu gefundenen Informantin, dass sie hier aussteigen mussten. Sie stieß sich von der Wand ab und trat auf den Flur. Er folgte ihr und widerstand dem Drang, sie zu berühren. Noch nicht. Aber bald, sehr bald.

»Mein Zimmer ist am Ende des Ganges«, meinte er.

»Natürlich«, murmelte sie.

Er warf ihr einen Seitenblick zu. »Natürlich?«

»Ich kenne keinen Menschen, der freiwillig ein Zimmer neben dem Fahrstuhl nimmt«, erläuterte sie. »Sie etwa?«

Er zuckte mit den Achseln. »Darüber habe ich nie groß nachgedacht.« Doch das war gelogen. Die Position des Fahrstuhls als schneller Fluchtweg war immer eine wichtige Information. Und ebenso bot der Weg zu seinem Zimmer nun die Möglichkeit, die geplante Nacht mit Tiffany nochmals kritisch zu überdenken. Nur dass er das nicht tat. Bei ihr schien es jedoch der Fall zu sein. Zuvor hatte sie cool und selbstsicher gewirkt, aber jetzt spürte er, wie sie immer nervöser wurde, was irgendwie nicht zu der Person zu passen schien, die er unter ihrer äußeren Hülle vermutete. Was hatte diese Frau an sich, das ihm nicht richtig vorkam? Und warum zum Teufel beschäftigte ihn es derart? Er war sich ihrer Gegenwart und der weiblichen, verlockenden Art, mit der sie sich bewegte, fast schmerzlich bewusst. Ihm stieg der zarte Duft einer Blume in die Nase – möglicherweise Jasmin oder Geißblatt –, ein süßlicher Geruch, den er erst als angenehm empfand.

Am Ende des Flurs blieben sie vor seinem Zimmer stehen, das er sich statt dem ursprünglich für ihn reservierten hatte geben lassen, für den Fall, dass man das andere verwanzt hatte. Es gab zwar keine elektronischen Geräte, die er nicht deaktivieren oder außer Kraft setzen konnte, aber er wollte lieber auf Nummer sicher gehen.

Ungeduld war keine Eigenschaft, die er besonders mochte, doch diese Frau brachte sein Blut in Wallung, und so zog er schnell die Schlüsselkarte durch das Lesegerät. Dabei war ihm unterschwellig bewusst, dass es Ärger geben könnte. Er verwarf diesen Gedanken als lächerlich, öffnete die Zimmertür und bedeutete Tiffany, sie möge eintreten. Sie zögerte nicht, sondern ging recht schnell voran, als könnte sie es kaum erwarten, den Flur zu verlassen.

Blake schloss die Tür hinter sich, schlenderte in den Raum und stellte fest, dass sie ihre Aktentasche und die Handtasche auf den Ohrensessel gestellt hatte, der vor dem Fenster stand. Er zog seine Lederjacke aus und warf sie auf das große Bett, das sich momentan zwischen Ihnen befand. »Haben Sie mein Geld?«

»Ich muss mir erst die Akte ansehen.«

Er durchquerte den Raum, blieb vor dem Schreibtisch stehen und zog den Stuhl darunter hervor, sodass sie jetzt nur noch wenige Meter trennten. Dann zog er die Schreibtischschublade auf, nahm die Akte heraus und legte sie auf den Schreibtisch. »Jetzt sind Sie an der Reihe. Wir zeigen uns gleichzeitig, was wir haben.«

Sie senkte die Augenlider, und er konnte schon beinahe hören, wie sie darüber nachdachte, was sie jetzt tun sollte. Für einen Sekundenbruchteil schien sie zu zögern. Doch dann blinzelte sie, und der Augenblick war vorüber, aber er hatte es mitbekommen, das Stutzen und auch ihre Furcht erkannt, und er fluchte innerlich. Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Anscheinend machte sie so etwas gerade zum ersten Mal. Sie war sich nicht einmal sicher, ob sie wirklich hierher gehörte, schien aber aus irgendeinem Grund verzweifelt genug zu sein, um es dennoch zu tun. Verdammte Scheiße! Er würde versuchen, sie zu retten.

»Okay«, sagte sie und griff nach ihrem Aktenkoffer, aber anstatt etwas herauszuholen, trug sie ihn zu Blake. Sie blieb vor dem Stuhl stehen, stellte den Koffer darauf ab und sah ihn erwartungsvoll an.

Er wartete nicht darauf, dass sie handelte, sondern zog sie an sich und schob sie mit dem Rücken an die Wand. »Warum sind Sie hier?«

»Ich dachte, das wäre ziemlich offensichtlich.«

»Ist es nicht.« Er stemmte eine Hand neben ihrem Kopf gegen die Wand und baute sich vor ihr auf, berührte sie aber nicht. Zwar begehrte er diese Frau, aber wenn es ihm gelang, ihr so viel Angst einzujagen, dass sie diesen Raum verließ, ohne dass er sie berührte, wäre das weitaus besser für sie. »Spucken Sie’s aus.«

»Ich habe etwas, das Sie wollen, und Sie haben etwas, das ich will.«

Sein Körper reagierte auf ihre Worte, und seine Erektion presste sich gegen seine Jeans. »Und trotzdem sind Sie mit mir allein in einem Zimmer. Sie wissen genau, dass es hierbei um mehr als einen simplen Austausch geht.«

»Es ist genauso einfach, wie es sich anhört. Sie haben eine Akte für meinen Boss. Wenn mir der Inhalt gefällt, sorge ich dafür, dass Sie belohnt werden. Daher schlage ich vor, dass Sie mir jetzt die Akte zeigen, Mr Wright. Ansonsten bekommen Sie nämlich gar nichts.«

Sie machte ihm dieses verführerische Versprechen derart von oben herab, dass er beinahe – aber wirklich nur beinahe – auf die Idee gekommen wäre, er hätte sich in ihr geirrt. »Sie müssen das hier nicht tun, ist Ihnen das klar?«

»Da haben Sie recht«, erwiderte sie. »Das muss ich nicht. Ich kann einfach mit meinem Umschlag hier rausspazieren und Sie mit Ihrem zurücklassen. Es ist meine freie Entscheidung, dies nicht zu tun.«

»Was hat er Ihnen dafür versprochen, dass Sie bereit sind, für ihn Ihren Körper und Ihre Seele zu verkaufen?«

Sie legte ihm die rechte Hand auf die Brust. »Ich habe eine Wahl.« Dann beugte sie sich vor und drückte die Lippen auf seine. Sie schmeckte süß und sehr verlockend.

Zuerst reagierte er nicht, sondern dachte blitzschnell über das nach, was als Nächstes kommen würde und was er tun musste. Sie gehörte zu Alvarez’ Operation. Er hatte keinen Grund, ihr zu trauen oder ihr zu helfen, und er wollte sie mehr, als er seit einer Ewigkeit eine Frau begehrt hatte. Warum zögerte er dann, das anzunehmen, was sie ihm anbot?

Mit einem tiefen Knurren legte er ihr eine Hand auf den Rücken und zog sie fester an sich. Er würde sie auf die Probe stellen. Wenn er sich nicht geirrt hatte, dann würde er ihr eine Heidenangst einjagen und hinterher sehr lange sehr kalt duschen müssen. Er erwiderte ihren Kuss, stieß ihr die Zunge in den Mund und drückte ihre weichen Kurven fest an seinen harten Körper.

Sie ließ es geschehen, stieß ein leises Stöhnen aus und legte ihm die Arme um den Hals. Wow, dachte er. Er könnte tatsächlich mit dieser Frau schlafen. Sie dazu bringen, sich heiß und begehrt zu fühlen und jede einzelne Sekunde zu genießen, sie vielleicht sogar dazu verführen, ihm zu helfen. Die Chemie und Anziehungskraft zwischen ihnen stimmten, sodass dies später problemlos als heiße Nacht abgetan werden konnte, die ihre Zukunft nicht gefährdete. Aber das würde sie nicht retten, und sie musste gerettet werden. Er wusste nicht, warum ihm das so deutlich bewusst war, aber so war es nun mal. Der einzige Weg, ihr zu helfen, bestand aber nun einmal darin, sie in Angst und Schrecken zu versetzen. Sie dazu zu bringen, Dinge zu tun, die sie gar nicht tun wollte, und sie erkennen zu lassen, dass sie hier nicht hingehörte. Was wiederum bedeutete, dass er ans Eingemachte gehen musste und dass es unschön werden würde.

Er fuhr ihr mit einer Hand über die Seite, umfing ihre volle Brust und strich mit den Fingern über die bereits harte Brustwarze, die sich ihm durch den dünnen Stoff ihres Kleides entgegenreckte. Doch sie gab sich seiner Berührung hin, anstatt zurückzuzucken, und da wusste er, dass er mit mehr Einsatz an die Sache herangehen und sie unter Druck setzen musste.

Also rückte er von ihr ab, sah ihr in die Augen und musterte sie; ihr zartes, von Leidenschaft erfülltes Gesicht, und, verdammt, er wollte, dass sie so weich und begierig blieb, wie sie jetzt war.

Blake machte einen Schritt nach hinten und setzte sich auf die Bettkante. Verdammt, mit ihrem offenen Haar sah sie echt sexy aus. »Zieh dich aus.«

Sie sah ihn blinzelnd an, und ihre zarte Haut schien sogar noch blasser zu werden, aber sie fing sich schnell wieder, holte tief Luft und griff nach dem Reißverschluss, der vorn an ihrem Kleid verlief. In Blakes Ohren dröhnte es, als wäre er ein geiler Teenager, der noch nicht viele heiße oder nackte Frauen gesehen hatte. Was zum Teufel hatte diese Frau an sich, dass sie so etwas in ihm auslöste? Aber eigentlich wusste er das längst. Sein Magen zog sich zusammen, weil er es ganz genau wusste. Sie war wunderschön, überfordert und musste gerettet werden. Wie eine andere Frau, die er nicht hatte retten können. Und verdammt noch mal, er hatte geglaubt, distanziert genug zu sein, um berechnend und kalt vorgehen und diese Sache ein für alle Mal zu Ende bringen zu können.

Das Kleid rutschte ihr über die Hüften und fiel auf den Boden, sodass sie in einem cremefarbenen BH, einem mit Strass besetzten Höschen, halterlosen Strümpfen und hochhackigen Schuhen vor ihm stand. Er sog die Luft ein und kämpfte gegen sein Verlangen an, da er wusste, dass er es unter Kontrolle behalten musste. Hier stand so viel mehr auf dem Spiel als nur Sex, vor allem für sie.

Sie griff nach dem BH-Verschluss, aber Blake sprang auf, womit er sie überraschte, und hielt ihr Handgelenk fest. Im nächsten Augenblick lag sie auch schon mit dem Rücken auf der Matratze und unter ihm, und er schob ihr das rechte Bein zwischen die Knie – aber nicht beide, denn das wäre selbst für ihn zu viel gewesen. Schon jetzt wirkte ihr Duft, der süß und blumig war, wie ein Aphrodisiakum auf ihn. Und sein Penis, den er gerade gegen ihr Becken drückte, pochte, da er seinem Ziel schon so nahe war.

»Du musst das nicht tun«, wiederholte er.

»Ich dachte, das hätten wir bereits besprochen?«

»Nicht gründlich genug. Du kannst noch immer umkehren.«

»Das sagt ein Mann, der mich gerade halb nackt in seinem Bett liegen hat?«

»Aber noch nicht ganz nackt, Schätzchen. Und ich bezweifle, dass du den Mumm besitzt, dich für mich ganz auszuziehen. Was immer du für diesen Kerl meinst tun zu müssen, es wird nicht funktionieren. Was brauchst du? Geld? Ich kann dir Geld geben, wenn du versprichst, dass du damit aufhörst und nie mehr zurückblickst.«

»Dann soll ich also für dich anstatt für ihn arbeiten?«

»Nein, es gibt keine Bedingungen. Du musst mich nie wiedersehen, wenn du nicht willst.«

»Versuchst du gerade allen Ernstes, mich zu retten?«, fragte sie.

»Ja, das tue ich.«

Sie musterte ihn einen langen Moment und strich ihm dann über die Wange. Diese einfache, zarte Berührung ließ ihn erschauern. »Weißt du, was man über Menschen sagt, die zu sehr versuchen, andere zu retten?« Sie wartete seine Antwort nicht ab. »Es heißt, sie müssen selbst gerettet werden.«

Er legte eine Hand auf ihre. »Mich kann niemand mehr retten, Süße.«

»Mich auch nicht«, flüsterte sie.

»Das glaube ich nicht.«

»Du glaubst, etwas zu sehen, das gar nicht da ist.«

»Das bezweifle ich.«

»Wenn ich gerettet werden kann, gilt dasselbe für dich.«

Er verzog zynisch die Lippen. »Wir leben nicht einmal im selben Universum. Glaube mir, ich bin endgültig verloren. Für dich besteht noch Hoffnung.«

»Du scheinst dir da sehr sicher zu sein.« Sie strich ihm über das Haar, das ihm lang den Rücken herunterfiel. Jedes Mal wenn sie ihn berührte, schien sein ganzer Körper in Flammen zu stehen. Sie hatte ja keine Ahnung, wie viel Willenskraft er aufbringen musste, um nicht einfach nachzugeben und eine lange, heiße Nacht mit ihr zu verbringen. »Wie wäre es«, murmelte sie nachdenklich und sah ihn mit ihren großen, wunderschönen Augen an, in denen er sich verlieren konnte, »wenn wir einfach versuchen, einander zu retten, und dann morgen früh so tun, als wäre das nie passiert?«

Oder vielleicht würde er morgen früh mit ihr in ein Tropenparadies fliegen, dachte Blake, weit weg von dieser eiskalten Winterhölle, die Alvarez’ Welt darstellte, und sie davon überzeugen, dass sie nie wieder zurückkommen musste.

Die Verhandlungen …

Blake presste die Lippen auf ihre, und dieses Mal hielt er sich nicht zurück. Er wollte sie retten und sie ihn. Was ihn betraf, so hatte sie keine Chance, aber ihr leidenschaftlicher Kuss und die unglaubliche Art, mit der ihre Zunge die seine umspielte, würden ihm dabei helfen, zumindest heute Nacht alles zu vergessen.

Er fuhr ihr mit einer Hand über den Hals, über die weiche Haut an ihrer Schulter und zog den BH-Träger herunter. Ihre Haut war kühl, während die seine heiß war. Er begehrte sie auf eine fast schon verzehrende Weise. Das mochte unlogisch sein, war ihm in diesem Moment jedoch egal. Seine Lippen wanderten über ihre Schulter und weiter nach unten. Ihre Finger spielten mit seinem Haar, und ihre Berührung entflammte ihn viel zu leicht, aber das konnte auch daran liegen, dass in seinem Leben Sanftheit eher selten vorkam. Eigentlich müsste er ihre Hand nehmen und über ihrem Kopf festhalten. Er war für die Berührungen verantwortlich und nicht sie, warum tat er das dann also nicht? Warum hielt er sie nicht auf? Warum zum Teufel verweilte er an der empfindlichen Stelle an ihrer Kehle, wo er ihr doch das Höschen herunterreißen und in sie eindringen konnte?

Schließlich war er schon angespannt gewesen, bevor sie sich überhaupt begegnet waren, bereit, endlich zu bekommen, was er wollte, wonach er sich seit zwei Jahren sehnte. Obwohl er wusste, dass er noch immer viel zu weit weg war. Seine Sehnsucht nach einem kurzen Entrinnen, nach etwas Hartem, Schnellem und Wildem, hätte ihn antreiben müssen. Doch stattdessen verzehrte ihn eine unüberwindbare, gefährlich ablenkende Sehnsucht, diese Frau zu retten und ihr zu gefallen.

Er fuhr mit den Fingern über den BH-Verschluss und öffnete ihn, womit er seinem Ziel, sie ganz auszuziehen, einen Schritt näher war. Denn er wollte, dass sie sich ihm preisgab. Er wollte, dass sie nackt und keuchend unter ihm lag und seinen Namen schrie. Blake schob den seidigen Stoff ihres BHs zur Seite und umfing ihre vollen Brüste. Sie bog den Rücken durch und stöhnte, als er die Lippen um eine rosige, steife Brustwarze schloss. Er ließ sich Zeit, liebkoste sie, leckte sie und genoss sie, anstatt sie zu verschlingen, und bahnte sich mit den Lippen langsam einen Weg nach unten, bis er ihr schließlich das Höschen herunterzog.

Beim Anblick des gestutzten Haardreiecks in ihrem Schritt breitete sich etwas Dunkles und Gieriges in seinem Inneren aus. Er rutschte vom Bett, zerrte ihr das Höschen ganz die Beine herunter, ging auf die Knie und zog sie an sich.

Sie stützte sich auf die Ellbogen, und in ihren weit aufgerissenen Augen zeichneten sich Emotionen ab, die nichts mit Erregung zu tun hatten, und, ja, da war es wieder – ein leichtes Zögern. Auch wenn sie sich noch so große Mühe gab, die Wahrheit zu verbergen, so verbrachte sie nicht ständig die Nacht mit einem Fremden. Ganz im Gegenteil.

Blake ließ den Blick über ihre üppigen Brüste wandern, und sein Penis war prall und pulsierte. Er zog sich das T-Shirt über den Kopf und warf es beiseite. Danach zog er ihr die Schuhe aus. »Ohne die Dinger kannst du mir nicht weglaufen.«

»Dann solltest du deine auch lieber ausziehen«, spottete sie.

»Ich laufe nie weg.«

»Ich auch nicht«, erwiderte sie. »Aber gleiches Recht für alle. Also: Schuhe aus.«

Seine Lippen zuckten bei ihrer Herausforderung, und er kam ihr nur zu gern nach. »Bist du jetzt zufrieden?«, wollte er wissen und stützte sich ihre Füße wieder auf die Oberschenkel.

»Noch nicht«, antwortete sie. »Aber ich hoffe doch sehr, dass ich es bald sein werde.«

Bei ihren toughen Worten musste er lachen. Dieser Kontrast zwischen Furchtlosigkeit und Angst, den sie zeigte, faszinierte ihn. »Du wirst es sein«, versprach er ihr und schob ihr vorsichtig die mit Spitze besetzten Strümpfe die langen, wohlgeformten Beine herunter. Diese Frau hatte einen Hammerkörper, bei dem jeder Mann schwach geworden wäre, sobald sie die Beine für ihn breitmachte. Und das tat sie jetzt, als er sich ihre Fersen auf die Schultern legte.

Er strich mit einem Finger über ihre Schamlippen, und sie erbebte. »Heiß und feucht«, stellte er wohlgefällig fest. »Es sieht ganz so aus, als wolltest du gerettet werden.«

»Ich bin mir nicht sicher, ob retten das richtige Wort ist …«

Da drückte Blake auch schon das Gesicht in ihren Schritt und saugte an ihrer Klitoris. Sie keuchte überrascht auf, und er sah, wie sie sich wieder auf die Matratze fallen ließ und die rosa lackierten Fingernägel in das Laken krallte. Er lächelte zufrieden, leckte sie und hörte auch nicht damit auf, als er mit einem Finger in sie eindrang. Und, oh ja, sie öffnete sich ihm. Und wie sie das tat. Ihr leises Stöhnen und ihre süße Erregung waren so heiß und perfekt, dass er sie die ganze Nacht hätte lecken können, doch das ließ sie nicht zu. Schon kam sie, zitterte am ganzen Körper und zuckte wunderbar unter seiner Zunge und seiner Hand.

Doch danach drehte sie sich auf die Seite und verbarg ihr Gesicht, was erneut einen Widerspruch darstellte. Die mutige Schönheit, die ihn herausgefordert hatte, sie zu befriedigen, war jetzt zu einer scheuen und verletzlichen Frau geworden. Blake wollte jedoch nicht zulassen, dass sie irgendetwas vor ihm verbarg. Wenn er sie beeinflussen wollte, und dazu würde er den Sex nun einmal benutzen, dann musste er an sie herankommen und eine Verbindung zu ihr herstellen, die über den Orgasmus hinausging.

Er warf seine Jacke zur Seite, die noch immer auf dem Bett lag, legte sich neben Tiffany, schob ihr eine Hand ins Haar und zwang sie, ihn anzusehen. »Wovor versteckst du dich?«, fragte er und meinte damit nicht nur den Sex. »Vor mir oder vor etwas anderem?«

Sie riss die Augen auf, in denen ihre Gefühle zu erkennen waren. »Vor gar nichts. Ich verstecke mich vor gar nichts.« Dann rutschte sie näher an ihn heran und presste ihren weichen, perfekten Körper an ihn. »Wovor versteckst du dich? Und warum bist du nicht längst in mich eingedrungen?«

Diese frechen Worte erzielten den gewünschten Effekt. Er war augenblicklich noch erregter und härter, und das war schon eine beachtliche Leistung, da er bereits zuvor kaum Herr seiner Sinne war. Er presste die Lippen auf ihre, und dieses Mal verschlang er sie. Jetzt nahm er alles, was sie zu geben hatte, und sie hielt sich nicht zurück. Sie erwiderte eifrig die Liebkosungen seiner Zunge, erkundete und eroberte ihn, wobei er doch geglaubt hatte, das bei ihr zu tun.

Sie schubste ihn auf den Rücken und setzte sich auf seine Brust. »Ich kann dich nicht retten, wenn du noch was anhast.« Bei diesen Worten griff sie ihm in den Schritt und streichelte seine pralle Erektion. »Und du fühlst dich auf jeden Fall so an, als wolltest du gerettet werden.«

Er hätte am liebsten laut gelacht, als sie das zu ihm sagte, aber sie lenkte ihn ab, indem sie seinen Reißverschluss herunterzog, wobei ihre Brüste einen verlockenden Anblick boten. Sie zerrte an seiner Jeans, und er half ihr nur zu gern dabei, die Hose und die Boxershorts loszuwerden.

»Dein Kondom oder meins?«, wollte sie wissen. »Ich gehe doch davon aus, dass du eins dabeihast?«

Er stützte sich auf die Ellbogen. »Gesäßtasche. Wo ist deins?«

»In meiner Handtasche.«

»Du bist gut vorbereitet.«

Sie zog zwei Kondompäckchen hervor. »Ich sagte doch bereits, dass ich effizient bin.« Dann stieg sie wieder aufs Bett, hockte sich zwischen seine Beine und direkt vor seinen Penis, den sie mit ihrer weichen Hand umfing.

»Sieht ganz danach aus«, stellte er fest und musste dann erkennen, dass sie es ihm mit gleicher Münze heimzahlen wollte, da sie sich vorbeugte und seine Eichel in den Mund nahm.

»Heilige Muttergottes«, murmelte er, aber anders als sie legte er sich nicht wieder auf den Rücken. Er beobachtete sie, während sie ihn leckte und an ihm saugte, bis er es nicht mehr aushielt und eine Hand nach ihr ausstreckte. »Entweder ziehst du mir das Kondom über, oder du gibst es mir, damit ich es tun kann.«

Sie befeuchtete sich die Lippen, wobei sein Penis zuckte. »Ich möchte, dass du kommst.«

»Setz dich auf mich, Baby. Da will ich dich jetzt haben.« Er entdeckte das Kondom, das sie aufs Bett geworfen hatte, riss es auf und rollte es sich über den Penis. Sie folgte seinen Bewegungen mit so verlangenden Blicken, dass er sich schon fragte, wie lange er überhaupt noch durchhalten würde.

Dann zog er sie auf seinen Schoß. Sie bohrte die zarten Finger in seine Schultern, und er hob sie an, schob seinen Penis vor ihre Öffnung und drang in sie ein. Ihm stockte der Atem, als ihn ihre enge, feuchte Scheide umgab, und erst als sie ihn ganz in sich aufgenommen hatte, atmete er langsam wieder aus, öffnete die Augen und sah sie an.

Die Verbindung, die er augenblicklich spürte, überraschte ihn, er spürte sie nicht nur in seinem Körper, sondern auch darüber hinaus. In ihm stiegen Gefühle auf, die nicht den geringsten Sinn ergaben. Er kannte diese Frau doch gar nicht. Tiffany. Sie hatte behauptet, ihr Name wäre Tiffany. Der Name kam ihm falsch vor, aber sie selbst fühlte sich goldrichtig an. Was zum Henker machte sie nur mit ihm, und warum in aller Welt ließ er das auch noch zu?

Auf einmal brauchte Blake diese gute alte, intensive Lust, die ihn zu einem Höhepunkt trieb, bei dem er nichts anderes mehr spürte. Er schob die Finger in ihr Haar, küsste sie leidenschaftlich, verschlang sie förmlich und drückte sie auf seinen Penis. Dann bewegte er sich in ihr und gab einen Rhythmus vor, um sie nach hinten zu drücken, bis sie die Hände auf seine Oberschenkel presste und den Rücken durchbog.

»Reite mich, Baby«, befahl er ihr, streichelte ihre Brüste und küsste eine Brustwarze. »Reite mich wild.«

Sie warf den Kopf in den Nacken, sodass ihr das seidige Haar den Rücken herunterfiel, und ihr cremefarbener Hals war ebenso sexy wie ihr restlicher Körper. Schon bewegte sie sich auf ihm, und er spürte, wie sie immer erregter wurde, wie ihre Lust weiter anstieg, und er hatte das Verlangen, sie zu schmecken.

Er zog sie an sich, so dicht er konnte, und presste den Mund auf ihren. Seine Zunge liebkoste die ihre, und sie stöhnte in seinen Mund. Auf einmal zuckte sie am ganzen Körper, und ihre Scheidenmuskeln zogen sich zusammen und molken ihn, bis er ebenfalls kam. Sie klammerten sich aneinander, und ihre Körper zitterten vor Intensität.

Als sich ihr Atem langsam beruhigte, drehte er sich zur Seite, damit er sie ansehen konnte. Nun lagen sie erneut so wie zuvor, und er legte ein Bein über sie, da er davon überzeugt war, dass sie am liebsten weglaufen wollte. Sie sah ihn nicht an, und er legte ihr einen Finger unter das Kinn und hob es an. »Tauschen wir jetzt die Umschläge aus?«, fragte sie, bevor er etwas sagen konnte.

»Noch lange nicht«, versprach er ihr und küsste sie kurz. »Du hast mir noch nicht mal deinen richtigen Namen verraten.«

»Tiffany. Mein Name ist Tiffany.«

Er streichelte ihre Wange. »Sag mir, dass ich der Erste bin, mit dem du so etwas getan hast.«

Sie lachte nervös. »Kam es dir so vor, als ob du der Erste wärst?«

»Ja«, antwortete er. »Es fühlte sich so an, als würdest du es das erste Mal so und für ihn tun.«

Sie kaute auf ihrer Unterlippe herum. »Ich habe das nicht für ihn getan. So etwas würde ich nie für ihn tun. Das habe ich ganz allein für mich gemacht.«

Die Leidenschaft hinter diesen Worten sprach Bände. Sie hatte Entscheidungen getroffen, aber es gefiel ihr nicht, wohin diese sie geführt hatten.

Er drehte sie auf den Rücken, ließ das Bein auf ihren liegen und stützte die Ellbogen rechts und links neben ihren Körper. »Was genau?«

Ihre Augen funkelten herausfordernd. »Mit dir zu schlafen. Aber jetzt müssen wir die Umschläge austauschen.«

Ihm war klar, dass sie mit diesen Worten eine Mauer um sich herum aufbaute. Sie hatte Angst davor, dass er etwas sehen würde, was er nicht sehen sollte. »Wir haben die ganze Nacht Zeit, und ich bin noch lange nicht fertig mit dir.« Blake küsste sie ein weiteres Mal und zeigte ihr, dass er seine Worte durchaus ernst meinte.

Die Flucht

Blake wurde wach, als das Zimmermädchen hereinkam und entsetzt aufschrie. Er versuchte, sich aufzusetzen, doch ihm wurde sofort speiübel. Man hatte ihn unter Drogen gesetzt. Er kannte dieses Gefühl. Er hatte es schon einmal erlebt, als ein Auftrag in Mexiko City schiefgegangen war. Das Zimmermädchen lief aus dem Zimmer und knallte die Tür hinter sich zu, und das war auch gut so, da er nackt war und dringend auf die Toilette musste. Er schaffte es gerade noch, den Toilettendeckel aufzureißen, bevor er sich übergeben musste. Und es hörte gar nicht mehr auf. Eine wunderschöne Frau hatte ihn reingelegt. Er hätte ja darüber gelacht, wenn es ihm nicht so schlecht gegangen wäre. Er war doch kein Idiot. Bei Weitem nicht, aber er hatte sich dennoch wie einer benommen.

Sechs Stunden später, als er sich endlich angezogen und vergewissert hatte, dass die Akte weg war, konnte er endlich versuchen herauszufinden, was eigentlich passiert war. Er saß in seinem Hotelzimmer, rief in dem Büro an, in dem Tiffany Snow angeblich arbeitete, und fragte nach ihr. Wie erwartet, existierte sie nicht. Rachel, die Frau, die er eigentlich hätte treffen sollen, war nicht da.

Fünfzehn Minuten später trat Blake an einen Mietwagen, der vor dem Hotel auf ihn wartete. Am Steuer saß Kyle, einer der Technikexperten von Walker Security und ein enger Freund, der ihm dabei half, seine Jagd auf Alvarez vor seinen Brüdern zu verheimlichen.

Blake setzte sich auf den Beifahrersitz, knallte die Tür zu, schnappte sich Kyles Sonnenbrille und setzte sie auf. »Sag mir, dass du Rachels Adresse rausgefunden hast.«

»Natürlich habe ich das«, erwiderte Kyle grinsend und warf ihm aus seinen grünen Augen einen Seitenblick zu. »Du siehst echt scheiße aus.«

»Ja. Danke. Du bist echt ein Schnellmerker.«

»Wirklich?«, entgegnete Kyle und fuhr los. »Ich hatte ja nicht die geringste Ahnung, dass ein Blitzmerker wie ein blonder, blauäugiger Adonis aussieht.«

»Du hast keine blauen Augen.«

»Und dir muss es wirklich schlecht gehen, da du gerade bestätigt hast, dass ich ein Adonis bin.«

Blake ließ sich tiefer in den Sitz sinken und machte sich nicht die Mühe, darauf etwas zu erwidern. Das Schlingern des Wagens bekam ihm nicht, und ihm wurde schon wieder übel. »Fahr schneller.«

Nachdem sie sich dreißig Minuten lang durch den höllischen Verkehr in Denver gequält hatten, betraten Blake und Kyle durch die Hintertür ein kleines Haus, das Rachel gehörte. Nachdem niemand auf das Klingeln reagiert hatte, hatten sie sich Zutritt verschafft, und sie fanden die Frau an einen Stuhl gefesselt und geknebelt vor. »Wer sind Sie?«, schrie sie in dem Moment, in dem Blake ihr das Klebeband vom Mund riss. »Und wo steckt diese Schlampe, die mich hier gefesselt hat? Ich zahle Ihnen ein Vermögen, wenn Sie sie umlegen, bevor mein Boss mich ausschalten lässt, weil ich das zugelassen habe.«

Blake kniete sich neben sie. Es war ihm nicht gelungen, sich dem Boss, der Alvarez unterstand, zu beweisen, und das musste er wieder in Ordnung bringen, und zwar möglichst schnell. »Ich bin der Kerl, der Ihnen den Arsch retten wird, damit Ihr Boss Sie nicht umlegt.« Er würde ihr die Liste geben und dafür sorgen, dass sie ein paar Wochen später das Land verließ, bevor sie sich noch entschloss, seine Identität zu verraten. Es dauerte nicht lange, bis er Rachel von seinem Plan überzeugt hatte.

Allerdings gab es da noch eine offene Frage. Tiffany Snow. Warum hatte sie die Liste haben wollen? Er mochte keine Unbekannten im Spiel. Und er war nicht gern ein Opfer. Außerdem gefiel es ihm nicht, dass man ihn übers Ohr gehauen hatte, obwohl er sich geschworen hatte, dass ihm so etwas nie wieder passieren würde. Menschen konnten getötet werden, wenn man derart nachlässig war.

Er würde Tiffany Snow finden. Darauf konnte sie sich verlassen. Er würde sie auf jeden Fall finden.

Teil 1

Eine Woche später

Kapitel 1

»Steig nicht in den Fahrstuhl.«

Blake Walker ignorierte die Warnung, die Kyle Suther, sein Freund bei Walker Security, über das an sein Handy angeschlossene Headset aussprach, und betrat den Fahrstuhl in San Francisco. Er drückte auf den Knopf für die fünfundzwanzigste Etage. »Zu spät«, erwiderte er und sah mit an, wie sich die Türen schlossen. »Ich bin schon drin.« Und er fuhr direkt zu einem Treffen mit Milo Mendez, dem Geschäftsführer von Newport Industries, einer gewaltigen Holdinggesellschaft, die auf dem Papier solide wirkte, aber Geldwäsche für das Alvarez-Kartell betrieb.

»Verdammt«, fluchte Kyle. »Ich weiß ja, dass du Alvarez unbedingt ans Leder willst, aber dieses Meeting bedeutet nur Ärger. Steig wieder aus.«

»Warum?«

»Steig aus, dann erklär ich’s dir.«

»Mit anderen Worten«, murmelte Blake vorsichtig, da er davon überzeugt war, dass er überwacht wurde, »du denkst, ich würde deine Erklärung nicht akzeptieren.«

»Weil du nie auf die Vernunft hörst.«

»Stell mich auf die Probe.«

Kyle seufzte und gab nach. »Ich habe gerade die Sicherheitskameras des Unternehmens angezapft. Tiffany Snow sitzt am Schreibtisch vor Mendez’ Büro.«

Als der Name der dunkelhaarigen Schönheit fiel, mit der er vor einer Woche in Denver geschlafen hatte, nur um dann unter Drogen gesetzt und der Akte beraubt zu werden, mit der er dem Kartell seine Vertrauenswürdigkeit hatte beweisen wollen, durchfuhr es Blake wie ein Schlag. »Tiffany Snow ist hier in San Francisco?«

»Ganz genau. Du hast zwar geglaubt, du hättest den Schlamassel, den sie angerichtet hat, bereinigt, aber sie hat dich reingelegt, und du bist auf dem Weg zu deiner eigenen Beerdigung.«

Blakes Gedanken rasten, und er fragte sich, ob Kyle wirklich recht hatte, aber schnell setzte sein logisches Denkvermögen wieder ein. Wenn Tiffany Snow für Mendez arbeitete und Dokumente gestohlen hatte, die für das Kartell bestimmt waren, dann hatte sie in Denver beide Seiten betrogen. Das wiederum bedeutete, dass sie ebenso viel zu verlieren hatte wie er, wenn bekannt wurde, was in Denver passiert war. Was allerdings nicht bedeutete, dass sie nicht gefährlich war oder nicht vielleicht für einen der Konkurrenten des Kartells arbeitete, aber sie konnte wohl kaum für Mendez oder Alvarez tätig sein.

»Ich schaffe das schon«, erwiderte Blake schließlich. »Daher mache ich einfach weiter wie geplant.«

»Was immer du über diese Frau zu denken glaubst, überleg es dir lieber noch einmal. Das ist ein viel zu großer Zufall, dass man dich einfach ohne Vorwarnung in Denver in einen Flieger nach San Francisco gesetzt hat und sie hier bereits auf dich wartet.«

»Ich ziehe das durch.«

Der Fahrstuhl hielt mit einem leisen Klingelton an, und Kyle fluchte, da er das anscheinend gehört hatte. »Verdammt, Blake, bleib ja am Leben. Wenn deine Brüder herausfinden, dass ich dir geholfen habe, Alvarez aufzuspüren, und du dabei ums Leben kommst, dann sind wir beide tote Männer.«

»Danke für deine Besorgnis«, erwiderte Blake trocken, »aber mach dir keine Sorgen. Ich gehe nur zu einem Meeting.« Die Türen glitten auf, und Blake beendete den Anruf und trat in die mit glänzenden weißen und grauen Kacheln geflieste moderne, dreieckige Lobby hinaus.

»Schön, dass Sie sicher hergefunden haben, Mr Wright«, sagte die hübsche blonde Mittzwanzigerin hinter dem gewaltigen ovalen Empfangstresen und sprach ihn mit seinem Decknamen an. Er war ihr nie begegnet, aber sie hatte ihn anscheinend ebenso erwartet wie Miss Tiffany Snow. Die Frau bedeutete ihm, nach links zu gehen. »Einfach den Flur entlang. So kommen Sie direkt zu Mr Mendez’ Privatbüro.«

Der fiktive Charakter Blake Wright, den er sorgfältig und bis hin zur Geburtsurkunde erschaffen hatte – wobei der Name dem seinen ähnlich genug war, dass ein Versprecher nicht weiter auffallen würde –, war ein arroganter Egomane, der damit rechnen würde, von der Vorzimmerdame zu seinem Ziel begleitet zu werden.

Diesem Charakter entsprechend warf Blake ihr einen verärgerten Blick zu und ging in die angegebene Richtung. Mendez versuchte zweifellos, Blake zu verunsichern und sein Selbstbewusstsein anzukratzen. Blakes erfundene Erfolgsbilanz bewies jedoch, dass er gut genug war, um einige Gefahren für jene, die jenseits des Gesetzes lebten, zu beseitigen. Allgemein hielt man es daher für erstrebenswert, sich seine Dienste zu sichern. Was Mendez nicht wusste, aber bald wissen würde, war, dass Blake es allein darauf abgesehen hatte, Mendez und seinen Verbrecherboss außer Gefecht zu setzen, und niemand, nicht einmal die süße Tiffany Snow, würde ihn davon abhalten können.

***

Falls es je einen Mann gegeben hatte, auf den die Beschreibung »groß, dunkel und tödlich« zutraf, dann war er es. Sie konnte ihn einfach nicht vergessen und ihm offenbar auch nicht aus dem Weg gehen, da er sich jetzt ebenso wie sie hier in San Francisco aufhielt und nicht wie angenommen in Denver.

Kara Tatum (alias Tiffany Snow und Kara Michaels) beobachtete, wie Blake Wright locker auf ihren Schreibtisch zuschlenderte, und er sah mit seiner Jeans, der Lederjacke und dem dichten rabenschwarzen, im Nacken zusammengebundenen Haar wild, gefährlich und unglaublich heiß aus. Aber irgendwie gelang es ihr auf unerklärliche Weise, äußerlich cool und gelassen zu bleiben, obwohl in ihrem Inneren ein Vulkan ausgebrochen war. Es war vollkommen ohne Belang, dass sie schon vor einer Stunde von seiner Ankunft erfahren und Zeit gehabt hatte, sich auf seinen bevorstehenden Besuch vorzubereiten, denn sie war bei Weitem noch nicht so weit, diesem Mann schon wieder gegenüberzutreten.

Diesem Mann? Nein, diesem Monster. Er gehörte zu ihnen, zu diesem Kartell, und dennoch war es ihm vor einer Woche gelungen, etwas in ihr auszulösen, was nicht hätte passieren dürfen. Er hatte es geschafft, sie dazu zu bringen, ihn zu begehren, dabei sollte sie doch nichts als Abscheu vor ihm empfinden. Sie hatte sogar gezögert, ihn unter Drogen zu setzen, wo sie sich doch eigentlich seinen Tod wünschen sollte.

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