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Schlank im Schlaf. Der 4-Wochen-Power-Plan

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Vier Power-Wochen für ein schlankeres Leben!

Kennen Sie Menschen, die noch nie versucht haben mit einer Diät abzunehmen? Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering. Denn 70 bis 80 Prozent aller Frauen und immerhin 20 bis 30 Prozent aller Männer in Deutschland haben mindestens einen Diätversuch hinter sich. Noch seltener findet sich jemand, der mithilfe einer Diät nicht nur abgenommen, sondern danach auch langfristig sein neues Gewicht gehalten hat. Denn um welche Diätmethode es sich auch gehandelt hat, meist hält die »Zeit der Leichtigkeit« nicht sehr lange an. Es ist Frust pur, wenn das hart erkämpfte und erhungerte Wunschgewicht wieder den alten Pfunden Platz macht und wenn nicht selten sogar noch ein paar mehr dazukommen …

Trotzdem ist ein Großteil der mehr oder weniger Übergewichtigen auf der Suche nach Alternativen, die endlich halten, was alle so gern versprechen: Abnehmen, ohne dass Körper und Seele Schaden nehmen. Jünger und fitter aussehen und das neue Gewicht langfristig zu halten.

Mit dem Power-Plan haben Sie gefunden, was Sie suchen. Denn hinter dem provokanten Titel »Schlank im Schlaf« verbirgt sich keine neue Wundermethode, die dann doch nicht hält, was sie verspricht. Das Schlank-im-Schlaf-Prinzip basiert auf der Insulin-Trennkost – das Ergebnis internationaler Studien, deren Ergebnisse in Deutschland weiterentwickelt und verfeinert wurden: In nur 12 Jahren haben im Übergewichts- und Adipositaszentrum des Internisten und Ernährungsmediziners Dr. Detlef Pape über 4000 übergewichtige Menschen zusammen mehr als 30.000 Kilogramm abgenommen. Parallel dazu wurden die Ernährungs- und Bewegungsprogramme in einer groß angelegten Studie an den Mitarbeitern der Stadtwerke Köln getestet.

Sie haben nun die Quintessenz dieser Studien vor sich: In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie mit der Insulin-Trennkost Ihre Ernährung an die Bedürfnisse Ihres Körpers und seinen Biorhythmus anpassen. Wie Sie Ihre Ernährung und Bewegung so in den Tagesablauf einbauen, dass Sie mithilfe Ihrer Hormone tatsächlich im Schlaf schlank werden. Wie Sie durch Sporteinheiten Ihrem Körper helfen, seine Fettdepots abzubauen und parallel dazu neue Muskelmasse aufzubauen.

All das ist keine Hexerei. Es beruht vielmehr auf einem perfekt abgestimmten Zusammenspiel von idealer Ernährung und aufeinander aufbauenden Bewegungseinheiten. Steigen Sie für die nächsten vier Wochen in dieses Programm ein! Damit Sie sich von der Wirksamkeit des Schlank-im-Schlaf-Prinzips überzeugen können, ohne sich gleichzeitig mit viel Hintergrundwissen zu belasten, haben wir den Power-Plan entwickelt. Er begleitet Sie Tag für Tag, Schritt für Schritt mit leckeren Rezepten, Bewegungseinheiten, Tipps und Infos zu Motivation und Entspannung durch vier Wochen, in denen Sie Fett verlieren und Muskeln zulegen werden. In denen sich Ihr Wohlbefinden und Körpergefühl verbessern wird – und nach denen Sie wahrscheinlich weitermachen möchten …

Wir wünschen Ihnen einen guten Einstieg in vier Wochen, die Ihnen gut tun werden, in denen Sie sich satt essen können und dabei abnehmen – und in denen Sie garantiert nichts vermissen werden. Viel Vergnügen beim Schmökern, Schlemmen und natürlich beim Abnehmen wünscht Ihnen

Ihr Schlank-im-Schlaf-Autorenteam

Ein Plan, der mit Power zum Wunschgewicht führt

Viele Menschen träumen davon, endlich ihr Wunsch- und Wohlfühlgewicht zu erreichen – und dabei doch so viel und vor allem so Leckeres essen zu dürfen, dass das Leben noch Spaß macht. Denn wer seit Jahren versucht, mithilfe verschiedener Diätformen seine überflüssigen Pfunde loszuwerden, kennt das Problem: Unter einer strikten Diät leiden meist nicht nur die eigenen Nerven, sondern das gesamte Umfeld, etwa Familie, Freunde und Kollegen. Ganz zu schweigen vom Jo-Jo-Effekt, der nach der Diät so gut wie immer zuschlägt und auf ein kurzes Erfolgshoch ein sehr tiefes Tief folgen lässt …

Kein Leben ohne Nahrung

»Klar«, denken Sie jetzt bestimmt, »wer nichts isst, hat irgendwann schrecklichen Hunger und kann sogar verhungern. Doch wer abnehmen möchte, muss eben auf einen Teil der gewohnten Nahrung verzichten.« Natürlich haben Sie damit Recht, zumindest was Hungerkuren angeht.

Doch unsere Nahrung ist nicht nur deshalb wichtig, damit wir nicht verhungern, sondern auch damit wir gesund bleiben – und möglichst lange leben. Denn unser Organismus ist ein fein abgestimmtes System, das nur dann reibungslos funktioniert, wenn nicht nur die Menge, sondern auch die Zusammensetzung der Nahrung stimmt. Dies spielt außerdem eine wichtige Rolle, wenn unser Körper etwas von seinem Fett hergeben soll.

Billionen von Zellen wollen versorgt sein

Unser Körper besteht aus einer unvorstellbaren Anzahl von Zellen – insgesamt über 70 Billionen –, deren zahlreiche Funktionen allesamt von unserem Überlebenszentrum im Stammhirn gesteuert werden.

All diese unterschiedlichen Arten von Zellen können nur dann funktionieren und perfekt zusammenarbeiten, wenn gewisse Rahmenbedingungen stimmen: So muss sich die Körpertemperatur in einem optimalen Bereich von 36 bis 37 °C bewegen, damit alle Vorgänge im Organismus und damit in den Zellen reibungslos ablaufen können. Hinzu kommt, dass alle Zellen im Körper zuverlässig mit vielfältigen Nährstoffen versorgt werden müssen. Denn sie können ihre Aufgaben nur dann erfüllen, wenn sie rund um die Uhr mit den richtigen Baustoffen und Energieträgern beliefert werden. Diese müssen wir dem Körper durch die Nahrung regelmäßig in ausreichender Menge und in ausgewogener Zusammensetzung zuführen.

Dem Körper alles geben, was er braucht

Wenn unser Körper über längere Zeit mit zu wenig Nährstoffen und zu wenig Flüssigkeit versorgt wird, verhungern und verdursten wir, da die Zellen im Körper ihre zahlreichen Aufgaben nicht mehr erfüllen können und nach und nach sämtliche Muskeln abgebaut werden. Also essen und trinken wir – um zu überleben. Doch wenn es ans Abnehmen geht, wird das Ganze etwas komplizierter. Denn unser Körper soll ja auch dann noch reibungslos funktionieren, wenn wir versuchen, überflüssige Fettpolster zu verlieren.

Wer seinem Körper nicht alles gibt, was dieser täglich braucht, wird krank. Zum Glück gibt es eine Methode, mit der wir abnehmen können und bei der unser Körper trotzdem alle lebenswichtigen Nährstoffe bekommt. Dabei geht es nicht vorrangig darum, sich das Essen zu verkneifen.

Viel sinnvoller als zu hungern ist es, sich ohne lästiges Kalorienzählen gesund satt zu essen und dabei abzunehmen, ohne dass der Grundumsatz des Körpers auf »Notzeiten« umgestellt, das heißt auf einen niedrigeren Energiebedarf heruntergefahren wird. Dann würden Sie zwar weniger Kalorien zu sich nehmen, Ihr Körper würde aber gleichzeitig entsprechend weniger verbrauchen. Genuss und Freude am Essen sind außerdem ganz wichtig dafür, dass Sie Ihre neue, »schlanke« Ernährung auch wirklich beibehalten.

Sie möchten erfolgreich auf gesunde und genussvolle Weise abnehmen und schlank bleiben. Im Mittelpunkt steht dabei, die Ernährung auf intelligente Art und Weise umzustellen, sodass die Zellen des Körpers aktiviert werden und der Fettstoffwechsel angekurbelt wird.

Das Prinzip der in diesem Buch vorgestellten Insulin-Trennkost entspricht all diesen Vorgaben in idealer Weise. Seine Wirksamkeit beruht darauf, wie Hunger, Hormone und unser Tag-und-Nacht-Rhythmus funktionieren.

So funktioniert das Schlank-im-Schlaf-Prinzip

Die Weltbevölkerung wird im Durchschnitt immer dicker, sodass es heute erstmals mehr übergewichtige als Hunger leidende Menschen gibt. Dabei betrifft Übergewicht die Menschen im Osten wie im Westen, im Norden wie im Süden gleichermaßen. Besonders erstaunlich ist es, dass gerade Bevölkerungsgruppen, die seit jeher als zäh und schlank bekannt waren, heute ebenfalls Speck ansetzen und ebenso wie ihre Leidensgenossen in den westlichen Wohlstandsgesellschaften dick werden. Woran liegt das? Heute weiß man aufgrund neuer Forschungen, dass die Ursachen in den genetischen Anlagen zu finden sind, zu denen das moderne Nahrungsangebot nicht passt. Hinzu kommt der weit verbreitete Bewegungsmangel.

Heute noch ein Stoffwechsel wie zu Urzeiten

Unser Stoffwechsel ist so veraltet, dass er mit der modernen Nahrungsmischung nicht mehr klarkommt. Ein Blick zurück macht den Zusammenhang deutlich.

Über zwei Millionen Jahre lang haben wir Menschen alles, was einigermaßen essbar war beziehungsweise was sich ohne große Hilfsmittel fangen ließ, gegessen. Wir lebten von der Hand in den Mund, ernährten uns von pflanzlicher Nahrung wie Wildgemüse, Nüssen, Wurzeln, Pilzen, Samen, Beeren und anderem wild wachsendem Obst. Ergänzt wurde dieser – vor allem in den Wintermonaten sehr karge – Speiseplan durch Fische, Insekten, Reptilien und kleine Säugetiere. Das Angebot an tierischem Eiweiß war begrenzt, außer wenn große Raubtiere zu viel Beute gemacht und etwas davon liegen gelassen hatten.

Abgelöst wurde diese Phase der Zufallsangebote von einer Epoche, in der die Menschen aktiver wurden und sich selbst – mit primitivsten Mitteln – auf die Jagd nach Fleisch machten. Das wurde dann so gut wie immer roh verzehrt. Dazu gab es die übliche Mischung von dem, was die Natur an Pflanzlichem zu bieten hatte. Das alles ergab einen Mix aus hochwertigem tierischem Eiweiß und sehr ballaststoffreichen, unbehandelten pflanzlichen Lebensmitteln.

Fettdepots für Notzeiten

Diese Art der Ernährung prägte den Körperbau und den Verdauungstrakt des Menschen: Er lief auf der Suche nach Nahrung täglich zwischen 20 und 30 Kilometern und verfügte deshalb über eine auf Ausdauer ausgerichtete Muskulatur, die viel Fett verbrannte. Sein Körper war auf den Rhythmus von Bewegen, Hungern und Sattsein durch das Erbeuten von möglichst viel tierischem Eiweiß, aber wenig Kohlenhydraten und Fetten eingestellt. Da – gerade in den Wintermonaten – die Nahrungssuche äußerst schwierig war, entwickelte der menschliche Körper damals eine Art Fettsparmechanismus, der in schlechten Zeiten das Überleben sichern musste: In guten Zeiten verwertete er überschüssige Energiereserven, indem er sie in Form von Fett speicherte. Während der Hungerzeiten wurden diese Fettdepots aktiviert und für Bewegung und Körperwärme aufgezehrt.

Ohne Nahrungszufuhr kann ein Mensch nur wenig länger als zwei Monate überleben. Der Grund hierfür ist nicht etwa, dass die Fettreserven des Körpers in dieser Zeit völlig aufgebraucht worden wären. Stattdessen stellt sich ein dramatischer Verlust an Muskelmasse ein, der letztendlich zum Tode führt. Verursacher für den Muskelverlust ist das Gehirn: Es kann seinen existenziellen Zuckerbedarf von über 100 Gramm pro Tag nur zur Hälfte durch Fettenergie decken. Die restlichen 50 Gramm Zucker holt sich das hungernde Organ, indem es Muskeleiweiß abbaut – und das so lange, bis sogar der Herzmuskel abgebaut ist.

Auch ein Stoffwechsel kann dazulernen

Die Mehrheit der Menschen wurde im Laufe der Zeit schließlich zu sesshaften Ackerbauern – und macht seit rund 10.000 Jahren eine Art Stoffwechsel-Revolution durch. Und so kam es dazu, dass aus den Nomaden sesshafte Ackerbauern wurden: Wenn es den umherziehenden Nomaden gut ging und die Gruppen zahlenmäßig anwuchsen, wurden die Probleme mit dem stark schwankenden Nahrungsangebot immer größer. Da entdeckte der Mensch eine Überlebensstrategie, die auch die Ernährung größerer Gruppen sicherte: Er begann im Herbst Getreidekörner zu sammeln und sie im Frühjahr wieder auszusäen. Die Ernte wurde nach und nach so umfangreich, dass ein Teil davon für den Winter beziehungsweise für Zeiten ohne Jagdglück bevorratet werden konnte.

Damit war der Mensch nun zwar vom Jagen unabhängig geworden, sein Stoffwechsel musste sich aber auch auf eine völlig neue Situation einstellen: Statt der eiweißreichen Mischkost aus Fleisch, Nüssen, Samen, Früchten und Wurzelknollen standen jetzt vor allem Stärkekohlenhydrate in konzentrierter Form aus Getreide zur Verfügung.

Zu diesem Zeitpunkt geriet erstmals die Bauchspeicheldrüse mit ihrem Hormon Insulin in eine Art Dauerstress. Mussten zuvor für 100 Gramm Gehirnzucker im Winter über viele Stunden zum Beispiel mehrere Kilogramm Kohl gekaut werden (100 g Kohl enthalten nur 3 bis 4 g Zucker), ließ sich die Versorgung mithilfe von Getreide ruck, zuck erledigen – denn Getreidekörner enthalten durchschnittlich 50 bis 60 Gramm Zucker je 100 Gramm.

Da Stärke durch Speichelenzyme in Minutenschnelle zu Traubenzucker zerfällt, fluten Zuckerwellen die Bauchspeicheldrüse und provozieren hohe Insulinausschüttungen. Insulin ist das Schlüsselhormon für die Fettspeicherung, Es sorgt in den Fettzellen für die Aktivierung von Enzymen, die zur Umwandlung von Glukose in Fett zuständig sind.

Alles eine Frage der Zeit

Für die sesshaft gewordenen Ackerbauern bedeutete die veränderte Nahrungssituation, dass sich ihr Stoffwechsel stark umstellen musste. Dieser Prozess dauert bis heute an – seit nun schon mehr als 200 Generationen. Das entspricht etwa 5000 bis 10.000 Jahren. Die Veränderung des Stoffwechsels ist schließlich auch die Erklärung dafür, dass es Menschen gibt, die aufgrund ihrer Veranlagung besser mit dem heutigen Lebensstil klarkommen als andere: Ihr Stoffwechsel hat sich schneller und besser an die veränderten Bedingungen angepasst. Noch heute ist jedoch etwa ein Drittel der Bevölkerung vom Stoffwechseltyp her ein Nomade, dessen Bauchspeicheldrüse nicht an unsere heutige stärke- und zuckerreiche Nahrung angepasst ist (siehe oben). Deshalb werden diese Menschen besonders schnell dick.

Rasanter Fortschritt

Mit der Umstellung vom Nomaden zum Ackerbauern war ein großer Schritt nach vorn getan. Doch es sollten noch weitere gewichtige Neuerungen in puncto Ernährung folgen, die heute vielen Menschen – egal ob vom Stoffwechseltyp her eher Ackerbauer oder Nomade – zu schaffen machen. Da war zum einen die Tatsache, dass der Mensch vor rund 600.000 Jahren entdeckte, dass sich Feuer gezielt entfachen und für die Zubereitung von Nahrung nutzen ließ. Durch das Erhitzen von Speisen wurde ein Großteil der darin enthaltenen Keime zerstört, sodass Krankheiten durch verdorbene Nahrung seltener wurden. Was auf den ersten Blick wie ein großer Fortschritt erscheint, hat aber auch Nachteile: Hitzebehandeltes Eiweiß verlangt von der Verdauung Höchstleistungen und verweilt deshalb sehr lange im Verdauungstrakt. Manches lieg schwer im Magen.

Fatale Kombinationen

Wissenswert ist außerdem, dass auch die Bausteine von Fleischnahrung, die Aminosäuren, ihre Zielorte (die Muskelzellen) mithilfe des Insulins erreichen. Dabei genügen bereits recht geringe Mengen Insulin, um die Aminosäuren in die Zellen zu bringen. Wird das tierische Eiweiß jedoch zusammen mit Getreidestärke oder Obstzucker verzehrt, bedeutet das Stress für die Bauchspeicheldrüse, denn gerade durch diese Kombination wird die Insulinausschüttung verdoppelt.

Wie schwerwiegend diese Tatsache ist, wird klar, wenn man sich ansieht, welche Nahrungsmittel betroffen sind: Zu den extrem dick machenden Kombinationen zählen »Nahrungsgemische« wie Käse- und Wurstbrote, Käsepizza, Hamburger und Döner, vor allem aber Obstjoghurt und Obstquark – also Speisen und Produkte, die bei uns sehr viele Menschen regelmäßig und oft in großen Portionen zu sich nehmen. All diese Nahrungsgemische haben gemeinsam, dass bei ihrem Verzehr Zucker und Aminosäuren mit enormen Insulinmengen in die Muskelzellen gebracht werden müssen. Dies kam in der Evolution bisher so gut wie nie vor.

Bisher gibt es leider nur sehr wenige Forschungsarbeiten, die sich mit dem Stellenwert dieser Nahrungskombination für die globale Gewichtsepidemie beschäftigen. Der neuartige »Insulin-Score« (siehe >) veranschaulicht die unterschiedlichen Insulinausschüttungen, die verschiedene Lebensmittel mit gleichem Kaloriengehalt auslösen.

Die Realität heute: Leben im Überfluss

In den letzen 100 Jahren hat sich in der Landwirtschaft und damit im Nahrungsangebot, zumindest für die westliche Welt, Entscheidendes getan. Der Anbau von Zuckerrohr, später von Zuckerrüben, und die Gewinnung des »weißen Goldes« erfolgte zunehmend industriell, sodass Zucker plötzlich nicht mehr Luxusgut, sondern billiges Massennahrungsmittel war. Parallel dazu wurden neue Getreidesorten gezüchtet, die viel unempfindlicher gegenüber Schädlingen und Klimaschwankungen waren, sodass Getreide nun für jeden in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Darüber hinaus wurde für Schwein, Rind, Huhn & Co. die Massentierhaltung eingeführt. In der Folge waren tierisches Eiweiß und Fett plötzlich auch täglich erschwinglich. Und alle Nahrungsmittel gibt es heute immer und überall im Supermarkt, den man bequem mit dem Auto erreichen kann und der alles bietet, was wir brauchen und worauf wir gerade Lust haben.

Bewegung wird zur Freizeitsache

Zu der Sache mit der Nahrung kommt noch etwas anderes hinzu: der bewegungsarme Lebensstil der heutigen Menschen. Während bis zum Ende des 19. Jahrhunderts ein Großteil der Bevölkerung noch schwer körperlich arbeiten musste, nimmt das tägliche Maß an Bewegung seit etwa 100 Jahren immer weiter ab. Computer und Maschinen ersetzen heute zunehmend den Fabrikarbeiter. Wir sitzen im Büro oder an der Kasse, und am Abend bewegen wir uns höchstens kurz mal beim Sport oder im Garten. Der deutsche Angestellte kommt heute im Durchschnitt auf gerade mal 700 Meter, die er am Tag zu Fuß zurücklegt! Im Vergleich zu den 20 bis 30 Kilometern, welche die Menschen einst auf der täglichen Suche nach Nahrung zurücklegten, ist das ein gewaltiger Unterschied mit schwerwiegenden Folgen.

INFO

Die Summe macht’s

Wenn wir noch einmal zusammenfassen, welche kleineren und größeren Stolpersteine auf dem Weg zum Wunschgewicht liegen können, ergibt das eine ganz schön lange Liste:

  • Wer mit einer einseitigen Diät abzunehmen versucht, läuft Gefahr, seinen Körper nicht mehr mit allen lebenswichtigen Nährstoffen zu versorgen. Das kann nicht nur krank machen, sondern steht außerdem dem Abnehmerfolg im Wege.
  • Der Stoffwechsel ist bei einem Drittel aller Menschen »veraltet«. Denn er ist eigentlich auf einen Nahrungsmix aus unbehandelten pflanzlichen Lebensmitteln plus hochwertiges tierisches Eiweiß eingestellt, das noch dazu kalt, sprich roh verzehrt wird.
  • Aufgrund der Geschichte unseres Stoffwechsels legt ein Drittel der Bevölkerung in »guten Zeiten«, also in Zeiten des Überflusses, Fettdepots an. Diese waren ursprünglich sinnvoll, da wir so in lang andauernden schlechten Zeiten auf diese Depots zurückgreifen konnten. Doch heute gibt es bei uns keine solchen schlechten Zeiten mehr. Deshalb werden die Fettdepots kaum noch entleert und wachsen immer mehr an.
  • Ein Überangebot an Lebensmitteln, die noch dazu größtenteils preiswert zu haben sind, bringt das Übergewichtsfass zum Überlaufen.
  • Das dick machende »Sahnehäubchen« unseres heutigen Lebensstils ist schließlich der Bewegungsmangel, der weltweit immer mehr zunimmt.

Lösungen suchen statt lamentieren

Sich über hartnäckige Pfunde zu beklagen hilft nichts. Tatsache ist, dass wir keinen anderen als diesen veralteten Stoffwechsel haben, sodass es für unser Gewichtsproblem eigentlich nur einen Lösungsweg gibt: Wir müssen unseren Lebensstil wieder mit unserem Stoffwechsel in Einklang bringen und wieder körperlich aktiver werden.

Es ist also zum einen notwendig, dass wir der Bewegung wieder mehr Platz in unserem Leben geben – sowohl nebenbei im Alltag (Treppensteigen statt Liftfahren, Fahrrad statt Auto) als auch ganz gezielt in unserer Freizeit (Ausdauer- und Muskelaufbautraining).

Der zweite Schritt besteht darin, Lebensmittel bewusst und mit Hintergrundwissen auszuwählen. Damit Sie das tun können, sollten wir vorher unbedingt noch einen Blick auf die Abläufe rund ums Insulin werfen, denn darin liegt der Schlüssel zum Erfolg des Schlank-im-Schlaf-Prinzips.

Nutzen Sie Ihre Hormone!

Ob wir Hunger haben oder satt sind, das sagen uns die Hormone. Denn sie werden als eine Art Botschafter zwischen den Organen beziehungsweise den Körperzellen und dem zentralen Steuerungszentrum im Gehirn ausgeschickt. Aus diesem Grund bezeichnet man sie auch als »Botenstoffe«.

Die Hormone treten zum Beispiel in Aktion, wenn der Körper gerade wichtige Nährstoffe benötigt. In diesem Fall werden vom Steuerungszentrum Hormone ausgeschickt, die uns zur Nahrungsaufnahme veranlassen. Erst wenn die angeforderten Nährstoffe in den Zellen angekommen sind, signalisieren die Hormone dem Steuerungszentrum, dass der Auftrag erledigt ist, sprich die angeforderten Nährstoffe an Ort und Stelle angekommen sind.

Das Insulin als Schlüsselhormon

Immer wenn es darum geht, zuzunehmen beziehungsweise abzunehmen, spielt ein Hormon die Hauptrolle: das Insulin. Denn es steuert die Verarbeitung und Speicherung von Fett und bestimmt damit, ob wir an Gewicht zulegen oder ob wir abnehmen. Wie das genau abläuft, erfahren Sie hier:

  • Nach einer Mahlzeit können die nun im Blut befindlichen Nährstoffe Glukose (Zucker), Aminosäuren (Eiweiß) und Fettsäuren (Fett) nur mithilfe des Insulins in die Zellen eingebracht werden. Das funktioniert, indem das Insulin an die Rezeptoren andockt, wodurch sich die Tür für die Nährstoffe und Energielieferanten ins Zellinnere öffnet. Dort werden sie dann zur Energiegewinnung verbrannt oder als Bausteine verwendet.
  • Das klappt aber nur so lange, bis die Zellen ihren Bedarf an Nährstoffen gedeckt haben. Dann nämlich schützen sie sich vor einem Zuviel an Nährstoffen, indem sich die Rezeptoren zurückziehen und damit das Insulin als Türöffner deaktiviert wird. Dies bedeutet, dass sich dann zwar immer noch reichlich Insulin samt Nährstoffe im Blut befinden können, das Insulin aber nicht mehr die Schleuse zum Inneren der Zellen öffnen kann.
  • Je üppiger eine Mahlzeit ausgefallen ist beziehungsweise je schneller die Mahlzeiten aufeinander gefolgt sind, umso mehr Nährstoffe befinden sich im Blut. In der Folge kommt es zu einem regelrechten Nährstoffstau.
  • Doch nicht nur die Nährstoffe stauen sich im Blut, sondern auch das Insulin, das nun wirkungslos ist. Dieser Stau kann mehrere Stunden lang andauern.
  • Was nun passiert, ist eigentlich verrückt. Die Bauchspeicheldrüse erhöht die Insulinausschüttung um ein Mehrfaches, um die Nährstoffe mit aller Macht vielleicht doch noch in die gesättigten Zellen zu drücken.
  • Tatsächlich kann dadurch ein kleiner Teil der überschüssigen, im Blut in der Warteschleife hängenden Nährstoffe doch noch in die Zellen hineingepresst werden. Aber der Großteil verbleibt im Blut …
  • … bis er vom Insulin schließlich ins Fettgewebe entsorgt wird. Das bedeutet, dass das Insulin quasi aus der Not heraus, die Nährstoffe zu entsorgen, das Fettgewebe mästet, obwohl Fettreserven für uns heute gar nicht nötig wären.

Der schlimmste Fall

Wenn es ab und an zu einem solchen Nährstoff- und Insulinstau im Blut kommt, kann sich der Körper noch relativ gut selbst helfen. Kritisch wird es dagegen, wenn wir ständig zu viel oder das Falsche essen und wenn wir zwischen zwei Mahlzeiten zu wenig Zeit vergehen lassen. Dann nämlich kommt es zu einer Art Nährstoff-Dauerstau im Blut. Das hat zur Folge, dass die Bauchspeicheldrüse immer neues Insulin produziert, um noch mehr Zucker, Fett und Eiweiß in Muskel- und Leberzellen unterzubringen. Dadurch sind diese Zellen ununterbrochen randvoll mit Nährstoffen. Das führt schließlich dazu, dass sie innerlich verfetten und dem Insulin dauerhaft den Zutritt verweigern. Diesen Zustand nennt man Insulin-Resistenz. Die paradoxe Folge davon ist, dass die zum Überleben wichtigen Zellen nicht mehr ausreichend versorgt werden können, während das Insulin gleichzeitig das Fettgewebe mästet. In diesem Fall geht es dann auch nicht mehr nur um Fehl- oder Überernährung, sondern um Krankheiten wie Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen, erhöhte Harnsäurewerte oder die gefürchtete Arteriosklerose, die allesamt häufig auf eine falsche Ernährung folgen.

INFO

Insulin ≠ Diabetes

Wahrscheinlich haben Sie vom Eiweißhormon Insulin bisher vornehmlich im Zusammenhang mit Diabetes gehört. Dabei spielt das Insulin auch für alle Gesunden eine lebenswichtige Rolle, denn mit seiner Hilfe wird jede einzelne Zelle im Körper mit den für sie notwendigen Nährstoffen versorgt. Das Insulin öffnet die Körperzellen für die mit der Nahrung zugeführten Nährstoffe. Das gilt in besonderem Maße für die Muskelzellen, die Leberzellen und schließlich die Fettzellen. Bei einem ungünstigen Essverhalten in Verbindung mit einer bewegungsarmen Lebensweise kann die Insulinproduktion aus dem Ruder laufen und es kann sich ein Diabetes Typ 2 entwickeln.

Wie Sie Ihr Fett wieder loswerden

Sie könnten jetzt natürlich einwenden, dass sich das Fett doch auch genau so wieder loswerden lassen müsste, wie es in die Fettzellen gelangt ist. Doch leider stimmt das nur bedingt. Denn nun schnappt die Insulinfalle zu, von der Sie auf > schon gelesen haben.

Wie Sie bereits wissen, verstaut das Insulin all die überzähligen Nährstoffe, die es nicht in den Muskel- und Leberzellen unterbringen kann, in den Fettzellen. Doch damit nicht genug: Danach verschließt es für etwa fünf Stunden die Ausgangstüren der Fettzellen, sodass die eingeschleusten Nährstoffe darin festsitzen. Wer nun vor Ablauf dieser Fünf-Stunden-Frist erneut isst, schafft damit nicht nur neue Nährstoffe heran, sondern verlängert darüber ...

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