Logo weiterlesen.de
Sündige Überstunden – Shadows of Love

Inhalt

  1. Cover
  2. Über diese Folge
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Sündige Überstunden
  7. In der nächsten Folge

„Shadows of Love“ sind in sich abgeschlossene erotische Liebesgeschichten von unterschiedlichen Autoren. Die Folgen erscheinen monatlich als Romanheft und eBook.

Über diese Folge

Ausgerechnet am ersten Arbeitstag ihres neuen Chefs kommt Valerie zu spät zum Redaktionsmeeting. Ihr ist die Situation äußerst unangenehm. Als sich die beiden am Abend im Flur über den Weg laufen, wird Valerie jedoch überrascht: Statt einer Standpauke prickelt es gewaltig. Auch in den folgenden Tagen flirtet Alexander immer wieder heftig mit ihr. Als Valerie spät abends noch in der Redaktion für einen Artikel recherchiert, kommt Alexander zu ihr ins Büro. Sie halten die Spannung nicht mehr aus und haben hemmungslosen Sex.

Am nächsten Tag schwebt Valerie auf Wolke sieben. Sie ist verliebt, Chef hin oder her. Doch von dieser Wolke plumpst sie unsanft, als sie in der Mittagspause Alexander in einer verfänglichen Situation im Café sieht. Diesmal ist nicht nur ihr Herz gebrochen, sondern auch ihre Karriere in Gefahr …

Über die Autorin

Viel Herz und eine gehörige Portion Sex – für beides hat Susanna Arens sowohl in ihren erotischen Geschichten als auch privat eine Schwäche. Seit einigen Jahren lebt sie mit ihrem Partner in München. Doch nicht nur in der bayerischen Metropole holt sich die gebürtige Kielerin Inspirationen für ihre Stories: Wann immer sie Zeit dazu hat, zieht es sie hinaus in die Natur.

Susanna Arens

shadowsoflove-logo.jpg

Sündige Überstunden

be_logo_heartbeat.jpg

Völlig außer Atem stürze ich durch die große Glastür ins Verlagsgebäude. Der erste Arbeitstag nach meinem Urlaub, und ich bin mal wieder zu spät. Verdammt! Ausgerechnet heute, wo der neue Chefredakteur seinen Job antritt, komme ich, die kleine Nachwuchsredakteurin, zu spät. Ich kann es nicht glauben. Verdammt, verdammt, verdammt!

»Hallo, Valerie. Schön, dass du wieder da bist. Wie war der Urlaub?« Es ist Joline vom Empfang, die mich so freundlich begrüßt und an der ich nun durch die Lobby Richtung Fahrstuhl vorbeieile.

»Oh, hallo, Joline, alles prima. Tut mir leid, dass ich so hektisch bin.« Entschuldigend lächele ich ihr zu, während ich auf einem Bein balanciere und mit der Hand hinter mich greife, um mir das schmale Fesselriemchen meiner Sandale zurechtzurücken. Mit der anderen Hand hämmere ich hektisch auf den Fahrstuhlknopf ein. »Aber in zwei Minuten haben wir ein kurzes Meeting … mit dem neuen Chef. Und ich bin mal wieder zu spät dran. Oh, das ist so typisch für mich.«

Joline erwidert mein Lächeln mit einem leisen Seufzer. Was soll sie auch sagen? Schließlich bekommt sie nun schon seit mehr als einem Jahr mit, wie ich regelmäßig viel zu spät und völlig panisch ins Verlagsgebäude geflogen komme. Dabei habe ich immer einen guten Grund für meine Verspätung: Mal sind die öffentlichen Verkehrsmittel Hamburgs daran schuld, mal mein Haustürschlüssel, der sich partout nicht finden lassen will, während ich doch dringend die Wohnung verlassen müsste. Es ist wie verhext …

»Hey, ganz ruhig bleiben, das wird schon. Jetzt hol erst mal tief Luft, und viel Erfolg für heute.« Aufmunternd zwinkert Joline mir zu. Dann schnappt sie sich einen kleinen Stapel mit Unterlagen und kommt hinter dem Empfangstresen hervor und auf mich zu. »Hier, die sind für euch. Sind gerade erst eingetroffen. Kannst du sie mit nach oben nehmen?«

»Klar, kein Problem.«

Während ich Joline zunicke und die Unterlagen entgegennehme, habe ich aus dem Augenwinkel an der Anzeige sehen können, dass der Fahrstuhl aus der Tiefgarage hochgefahren ist und nun im Erdgeschoss stehen bleibt. Wurde auch Zeit! Es ist bereits so spät, dass die meisten Kollegen längst in ihren Büros sind, und ich allein im Erdgeschoss warte.

»Bis später, Joline. Hab noch einen schönen Tag«, verabschiede ich mich von der jungen Frau und trete in die Fahrstuhlkabine, kaum dass sich die Türen langsam öffnen.

Noch in der Bewegung halte ich für einen kurzen Moment inne, als mein Blick auf einen groß gewachsenen, athletisch gebauten Mann im Anzug fällt. Er hat kurzes, fast schwarzes Haar, markant geschnittene Gesichtszüge und tiefblaue Augen, in denen ich geradezu versinke, ohne mich dagegen wehren zu können.

Wow! So einen Mann kenne ich sonst höchstens von Hochglanzfotos, wie wir sie in dem Lifestylemagazin abdrucken, für das ich hier arbeite. Aber dass es solche Männer auch im wirklichen Leben gibt, war mir bisher nicht bekannt. Auch von einem geplanten Fotoshooting in der Redaktion weiß ich nichts. Doch für ein Männermodel ist dieser Mann ohnehin viel zu gut angezogen. Ich wette, sein Anzug ist eine Maßanfertigung und hat ein Vermögen gekostet, so perfekt und lässig, wie der mattblaue Stoff fällt. Dazu das blütenweiße Hemd, dessen oberste zwei Knöpfe geöffnet sind und den Blick auf einen gebräunten Hals freigeben. Das alles nehme ich im Bruchteil einer Sekunde wahr, länger brauche ich nicht dafür.

Ich grüße mit einem Nicken, wobei mein Blick auch auf die beiden Kollegen aus dem Vertrieb fällt, die sich die Kabine mit dem attraktiven Unbekannten teilen und neben ihm blass und unscheinbar wirken, obwohl sie eigentlich ganz normale, nette Kerle sind. Der Traummann im Anzug erwidert meinen Gruß mit einem knappen, fast amüsierten Lächeln, wobei sich auf seiner rasierten linken Wange ein Grübchen zeigt, dessen Anblick mich in Verzückung versetzt. Überrascht stelle ich fest, dass es in meinem Schoß leise zu pochen beginnt. Und das heute, wo ich doch nun wirklich anderes im Kopf haben sollte … zum Beispiel meinen Job, den ich womöglich riskiere, wenn ich wieder einmal und dann ausgerechnet an einem so wichtigen Tag zu spät in der Redaktion eintreffe. Wie alt mag der Fremde sein? Mitte, Ende dreißig schätze ich, ein Mann, der weiß, was er will, ein richtiger Kerl und nicht nur ein Schönling, da bin ich mir sicher.

Ich bemühe mich, mir nicht anmerken zu lassen, wie überrascht und beeindruckt ich von ihm bin, und stelle mich neben ihn in die Kabine. Dabei drehe ich mich so, dass nun auch mein Blick auf die Fahrstuhltür gerichtet ist, die sich in diesem Moment wieder schließt. Ach ja, wohin geht die Fahrt eigentlich? Schnell drücke ich auf den Knopf für die fünfte Etage, in der sich die Redaktionsräume befinden. In der darüber sitzt die Verlagsleitung, das Stockwerk darunter teilen sich Vertrieb und Anzeigenabteilung, die Knöpfe für diese beiden Etagen leuchten bereits. Wohin der unbekannte Adonis wohl will? Bestimmt zum Chef. Er sieht einfach nicht aus, wie ein Mann für halbe Sachen, auch nicht im Job.

Im nächsten Moment spüre ich, wie mir eine Haarsträhne ins Gesicht fällt … und dann noch eine. Ich habe mir heute Morgen mein langes, gewelltes Haar zu einem lockeren Knoten hochgesteckt, und offenbar hat sich dieser bei meinem Sprint zum Fahrstuhl gelockert. Auch das noch!

Schnell klemme ich mir die Unterlagen unter den Arm und versuche, meine Frisur wieder in Ordnung zu bringen, ohne dass die Umschläge herunterfallen. Was mir natürlich nicht gelingt. Schon liegen die Papiere auf dem Boden.

»Verdammt«, stöhne ich leise und bücke mich schnell, um sie wieder aufzuheben. Doch der unbekannte Mann ist mir zuvorgekommen und hält die Unterlagen bereits in seinen kräftigen, gepflegten Händen.

Wir sind beide in die Hocke gegangen und uns nun so nahe, dass sich unsere Knie fast berühren.

»Hier, Sie haben da was verloren«, sagt er mit angenehm dunkler Stimme und zwinkert mir dabei gut gelaunt zu. Macht er sich etwa lustig über mich? Übel nehmen könnte ich es ihm jedenfalls nicht. Ich bin aber auch ein Schussel.

»Danke, ähm.« Ich muss mich räuspern und spüre, wie ich rot werde, während ich die Papiere entgegennehme. »Vielen Dank. Es ist nur so, dass ich es heute furchtbar eilig habe und auf keinen Fall zu spät kommen möchte. Aber eigentlich bin ich gar nicht …«

Stopp, Valerie, was machst du denn da?, pfeife ich mich selbst zurück. Warum plappere ich vor diesem Fremden herum, als könnte ich nicht bis drei zählen. Dann hole ich tief Luft und erwidere sein Lächeln. »Ist ja auch egal. Das war jedenfalls sehr nett von Ihnen. Merci!«

Hinter mir liegen drei Wochen Sommerurlaub an der französischen Atlantikküste bei der Familie meiner Mutter. In dieser Zeit habe ich fast nur französisch gesprochen, und es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis ich mich wieder ganz ans heimische Hamburg und den Tonfall hier gewöhnt habe. Meiner französischen Mutter habe ich übrigens auch meinen Vornamen zu verdanken, der sich eigentlich mit Akzent – Valérie – schreibt. Doch von dem kleinen Strich auf dem e habe ich mich schon als Kind verabschiedet, da sich hier in Hamburg, wo ich geboren und aufgewachsen bin, noch nie jemand darum geschert hat.

Um nicht Gefahr zu laufen, mich noch lächerlicher zu machen, als ich es ohnehin schon getan habe, beuge ich mich leicht vor, um beim Aufstehen nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Keine gute Idee, wie mir im nächsten Augenblick bewusst wird. Denn dadurch hat der Fremde gar keine andere Wahl, als mir in den tiefen Ausschnitt meines Wickelkleids zu schauen, der sich nun direkt vor seinem Gesicht befindet.

»Gern geschehen.« Gerade noch rechtzeitig, um nicht unhöflich zu sein, hat er den Blick von meinem Dekolleté und den für meine schlanke Figur recht vollen Brüsten gelöst und lächelt mich nun wieder jungenhaft an.

Dann hält der Fahrstuhl, und die beiden Kollegen steigen aus. Als sich die Türen wieder schließen, bin ich plötzlich mit dem gut aussehenden fremden Mann allein in der Kabine. Nervös streiche ich mir mit den Händen über den Rock meines Kleides und befeuchte mir die Lippen mit der Zungenspitze, während er den Blick nicht von mir lässt. Zum Glück hält der Fahrstuhl erneut. Meine Etage! Gott sei Dank. Schnell schlüpfe ich zur Kabinentür hinaus und murmele dabei: »Noch mal vielen Dank und auf Wiedersehen.«

»Das hoffe ich … sehr sogar«, höre ich seine Stimme hinter mir, und dann ist der Fahrstuhl mit dem unbekannten Fremden auch schon verschwunden.

Vor dem Aufzug schüttele ich unwillkürlich den Kopf. Was war das denn gerade? Unglaublich, dass mich ein völlig Fremder innerhalb weniger Augenblicke so aus der Fassung bringen kann. Dann fällt mein Blick nach links durch die Glastür in den Redaktionsflur, über den meine Kollegen eilen. Ich muss lächeln. Die Redaktion, meine Redaktion. Sicheres Terrain und ein Ort, wo ich mich wie zu Hause fühle und mich eine Arbeit erwartet, die ich wirklich liebe.

Etwas Gutes hat diese ungewöhnliche Begegnung im Fahrstuhl jedenfalls gehabt, wie mir jetzt bewusst wird: Sie hat mich ganz vergessen lassen, dass ich zu spät sein könnte. Eine Angst, die offenbar unbegründet war. Denn wie es aussieht, habe ich es gerade noch rechtzeitig geschafft.

»Hallo, Valerie«, begrüßen mich die Kollegen kurz darauf in der Redaktion. »Hey, du hast aber Farbe gekriegt. Hier hat es letzte Woche nur geregnet!« »Hallo, Kollegin? Was machen die Franzosen – toujours l’amour

Die letzte Bemerkung stammt von meinem Kollegen Mark, der für die IT in der Redaktion zuständig ist und mir schon an meinem allerersten Tag hier den Hof gemacht hat. Es hat dann einige Wochen gedauert, bis er endlich begriffen hatte, dass ich nicht an ihm interessiert bin. Doch seitdem will er mir ständig irgendwelche Affären außerhalb des Büros andichten – wahrscheinlich kann er sich einfach nicht vorstellen, dass ich ihn verschmähen könnte, ohne etwas vermeintlich Besseres in der Hinterhand zu haben. Dass mich eine Affäre nicht lockt und ich vor einer festen Beziehung immer noch zurückschrecke, übersteigt offenbar seinen Horizont. Typisch männliche Selbstüberschätzung. Allerdings ist es auch eine lange Geschichte, von der Mark glücklicherweise nichts ahnt, warum bei mir momentan überhaupt kein Mann irgendeine Chance hat.

Ich grüße und scherze lachend in die Runde, bevor ich in mein Büro gehe. Eigentlich teile ich es mir mit meiner Kollegin Sarah, die aber vor meinem Urlaub in Mutterschutz gegangen ist, sodass es mir fürs Erste allein gehört. Wer Sarahs Schreibtisch schließlich übernehmen wird und wann, steht noch nicht fest. Vielleicht werde ich auch an ihren Platz wechseln, denn im Gegensatz zu meinem würde ich dort nicht wie bisher mit dem Rücken zur Tür sitzen.

Ich stelle meine Handtasche ab und fahre den Computer hoch. Wenn ich Glück habe, kann ich noch einen kurzen Blick in meine Mails werfen, bevor der Verlagsleiter kommt und unseren neuen Chefredakteur persönlich in sein neues Büro führen wird.

»Hey, Süße. Schön, dass du wieder da bist. Schon aufgeregt wegen des neuen Chefs?« Ich spüre, wie sich eine Hand von hinten auf meine Schulter legt und sie sanft drückt. Als ich mich umdrehe, blicke ich in das freundliche Gesicht von Kerstin Hansen, meiner Lieblingskollegin und treuen Freundin hier in der Redaktion.

Mit Ende dreißig ist sie zwar ein ganzes Stück älter als ich mit meinen fünfundzwanzig Jahren, dafür überrage ich sie fast um einen ganzen Kopf. Das liegt übrigens weniger daran, dass ich mit meinen ein Meter vierundsiebzig so wahnsinnig groß wäre, sondern vielmehr daran, dass sie ziemlich klein ist. Sie hat kurzes dunkles Haar, während meines rotblond ist. Ich trage gerne Röcke, sie ausschließlich Hosen – kurzum, optisch könnten wir kaum verschiedener sein, doch dafür verbindet uns eine tiefe Freundschaft. Kerstin hat Köpfchen, ein riesengroßes Herz und auch nach einer schwierigen Scheidung und als Mutter von zwei Teenagertöchtern einfach Spaß am Leben – eine unschlagbare Mischung, mit der sie mich sofort für sich eingenommen hat. Kein Wunder, dass sie auch sonst sehr beliebt ist, obwohl das in ihrer Position als Textchefin durchaus nicht selbstverständlich ist. Schließlich korrigiert und kritisiert sie als letzte Instanz unsere Texte, bevor diese in den Druck gehen, und da kann es schon mal zu heißen Diskussionen über einen Absatz oder eine bestimmte Formulierung kommen.

»Schön dich zu sehen«, begrüße ich sie. »Drei Wochen ohne dich sind einfach zu lange, das nächste Mal nehme ich dich mit.«

Sie lacht. »Einverstanden, ich nehme dich beim Wort, auch wenn ich nicht weiß, was meine Töchter dazu sagen, wenn der Rundum-Service von Mama dann wegfällt. Aber wie ich sehe, hat sich bei dir nicht viel geändert: Du kommst immer noch auf den letzten Drücker.«

Lachend zucke ich mit den Schultern. »Und wie immer bin ich völlig unschuldig daran. Aber du hast recht. Diesmal war es wirklich knapp, dabei wollte ich beim neuen Chefredakteur nicht gleich am ersten Tag einen schlechten Eindruck machen. Wie ist er denn so? Er war doch letzte Woche schon mal kurz hier, oder?«

Grinsend steht Kerstin vor mir und verschränkt die Arme vor der Brust. »Wie er ist? Der Kerl hat uns alle aus den Socken gehauen, anders kann man es nicht sagen.« Kerstin nickt Richtung Flur. »Sieh dir die Mädchen an – kurze Röcke, perfekt geschminkt. Seit Bamberger den Neuen letzte Woche vorgestellt hat, ist das hier der reinste Hühnerstall, und alles steht Kopf.«

Ulrich Bamberger ist der Verlagsleiter, der in der Etage über uns direkt unter dem Dach in einem riesigen Büro mit gigantischer Fensterfront und Blick auf die Alster residiert. Von dort lenkt er die Geschicke unseres Hauses, zu dem noch zwei weitere Zeitschriftentitel mit anderer Zielgruppe gehören.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Sündige Überstunden - Shadows of Love" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen