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T-Shirt und Nadelstreifen

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Dieses eBook wurde mit StreetLib Write (https://write.streetlib.com) erstellt.

Inhaltsverzeichnis

  • T-Shirt und Nadelstreifen
  • Copyright
  • Aus Paris muss sie sein
  • Verhängnisvolles Geheimnis
  • T-Shirt und Nadelstreifen
  • Ein Geschenk für Mutti
  • Geliebter Lügner
  • Champagner für alle!

T-Shirt und Nadelstreifen

Heiter-romantische Erzählungen

von Wolf G. Rahn


Der Umfang dieses Buchs entspricht 72 Taschenbuchseiten.


- Seit seinem Urlaub ist Alexander von den bezaubernden Einheimischen so begeistert, dass für ihn nur eine Französin als Ehepartnerin in Frage kommt. Als er die kapriziöse Giselle kennenlernt, scheint sein Glück perfekt zu sein - wenn da nicht eine Kleinigkeit wäre …

- Die Ehe zwischen Marion und Arne droht zu scheitern. Eine Reise nach Bali soll ein letzter Versuch sein, Zerbrochenes zu kitten. Doch dann treten bei beiden Ereignisse ein, die diese Reise unmöglich machen, aber den Grund will keiner zugeben …

- Zu dumm, dass sich Gunther gerade von Uschi getrennt hat, denn zu dem Geschäftsessen soll er unbedingt eine attraktive Begleitung mitbringen. Zum Glück erklärt sich Ilonka, eine Zufallsbekanntschaft, bereit, ihm aus der Klemme zu helfen. Oder befördert sie ihn noch tiefer hinein?

- Peter, der Warenhausdetektiv, erwischt einen Jungen beim Diebstahl und lässt sich durch dessen Tränen erweichen, nicht sofort die Direktion zu verständigen. Erst möchte er mit Manuels verwitweter Mutter sprechen. Das Gespräch nimmt jedoch nicht den beabsichtigten Verlauf …

- Sandra verliebt sich in Burkhard Löffler, von dem ihre Freundin weiß, dass er nicht nur Millionenerbe sondern auch ein Frauenheld ist. Trotzdem scheint er sich für Sandra zu interessieren. Allerdings nennt er einen falschen Namen und nimmt es auch sonst mit der Wahrheit nicht so genau …

- Der sympathische Gast, den Gundula, die Bedienung, eher als recht sparsam kennt, schmeißt eines Abends eine Saalrunde nach der anderen, ohne einen besonders glücklichen Eindruck zu machen. Der Sache muss sie auf den Grund gehen …


Aus Paris muss sie sein

"Pardon, Monsieur!"

Alexander fuhr herum und blickte in die strahlend blauen Augen eines zierlichen Persönchens, das verzweifelt einen Stadtplan schwenkte.

"Kann ich Ihnen helfen?"

Die junge Frau mit der kess geschnittenen Kurzhaarfrisur erkundigte sich in zauberhaft gebrochenem Deutsch mit ihrem süßen Akzent nach dem Weg zum Museum für antike Kunst. Alexander hätte ihr stundenlang zuhören können. Seit seinem letztjährigen Urlaub in der Provence stand für ihn fest, dass er nur eine Französin heiraten würde. Diese Frauen besaßen einen unvergleichlichen Charme, der ihn restlos begeisterte. Die kleine Brünette vor ihm bot das beste Beispiel dafür.

Das Museum befand sich nur wenige Minuten entfernt, doch er erklärte den Weg so umständlich, dass die Fremde dankbar seinen Vorschlag annahm, sie im Wagen hinzufahren. Er wählte ein paar Umwege und erfuhr unterwegs, dass seine Begleiterin Giselle Durant hieß, in Paris beheimatet war, nun aber in Deutschland arbeiten werde.

"Ich finde diese Stadt ganz reizend", versicherte sie.

Ich dich auch, dachte Alexander überwältigt und bot seine Fremdenführerdienste an.

"Sie sind sehr charmant, Monsieur."

"Nennen Sie mich doch einfach Alexander."

"Dann müssen Sie aber auch Giselle zu mir sagen", kam es bereitwillig.

Alexander war froh, dass Giselles Deutsch wesentlich besser war als seine kümmerlichen Französischkenntnisse. Als er sie deswegen lobte, schenkte sie ihm ein dankbares Lächeln.

"Ich gebe mir große Mühe, aber Ihre Sprache ist furchtbar schwer."

Alexander witterte seine Chance.

"Wenn Sie wollen, könnte ich mit Ihnen arbeiten."

Sie willigte ein, und diese Vereinbarung musste nach dem Museumsbesuch unbedingt mit einem Glas Wein besiegelt werden.

Alexander schwärmte von den französischen Weinen, worauf Giselle die deutschen Tropfen von Rhein und Mosel lobte. Ein guter Grund für einen sofortigen Vergleich.

"Ich glaube, ich habe einen Schwips", kickste Giselle am späten Abend.

"Aber nur einen ganz winzigen", beruhigte Alexander sie zärtlich, bevor er sie in den Arm nahm und küsste.

"Olala!", staunte Giselle. "Ihr habt ja nicht nur einen guten Wein." Sie schmiegte sich an ihn, und Alexander wusste, dass er endlich die Frau gefunden hatte, die restlos seinen Vorstellungen entsprach. Fantastisch sah sie aus, unheimlich lieb konnte sie sein, und vor allem war sie eine waschechte Französin.

Er musste an seinen Freund Bernd denken, der ihn für ein bisschen verrückt hielt, seit er sich in den Kopf gesetzt hatte, unbedingt ein Mädchen aus Frankreich zu erobern. Der würde Augen machen.

Allerdings stellte Bernd auch eine gewisse Gefahr dar. Der Junge gefiel sich in der Rolle eines Westentaschencasanovas und brachte es womöglich fertig, ihm die süße Giselle auszuspannen. Es war wohl klüger, die beiden vorläufig noch nicht miteinander bekannt zu machen.

Sie trafen sich von nun an mindestens dreimal in der Woche, um intensive Sprachstudien zu treiben. Giselles schnelle Auffassungsgabe auch bei schwierigen grammatikalischen Problemen brachte ihr weitere Pluspunkte ein. Gescheit war sie also auch noch. Eine wirkliche Traumfrau mit sämtlichen nur denkbaren Vorzügen. Alexander war fest entschlossen, seine entzückende Pariserin für immer zu behalten.

Von Heirat sprach er zwar noch nicht, dafür aber umso eindringlicher von Liebe. Schon deshalb, weil Giselle daraufhin prompt ihr verführerisches Lachen hören ließ, das ihn im Geiste mitten auf die Champs Elysées versetzte. Ihre Stimme klang in seinen Ohren wie Musik.

Zum Glück war auch Giselle von ihm angetan. Sie versicherte, dass er ‚ein schrecklich liebes Mann‘ sei. Das konnte Alexander gar nicht oft genug hören. Nur manchmal ertappte er sie dabei, dass sie ein wenig traurig schaute. Ob es das Heimweh nach ihrer atemberaubenden Heimatstadt war? Oder gab es in Frankreich gar einen anderen Mann, der auf sie wartete?

Giselle arbeitete in einem großen Reisebüro. Obwohl ihr Chef solche Besuche gar nicht gern sah, fand sich Alexander dort gelegentlich ein. Die anderen Angestellten kannten ihn bereits und reichten ihn an Giselle weiter. Von ihr ließ er sich ein wenig von der Bretagne oder der Camarque vorschwärmen, nahm einige Prospekte in Empfang und konnte sich an ihrem unschuldig sinnlichen Augenaufschlag kaum sattsehen.

Die eigentümlichen Blicke ihrer Kolleginnen entgingen ihm dabei nicht. Es handelte sich ausnahmslos um attraktive Erscheinungen, von denen er in früheren Jahren zweifellos begeistert gewesen wäre. Doch seit er seine Giselle kannte, waren alle anderen Frauen für ihn ungefähr so begehrenswert wie Stoppschilder an Straßenkreuzungen. Er sah ihre Notwendigkeit ein, doch er ließ sie nach flüchtigem Aufenthalt hinter sich.

Mit Vorliebe führte er Giselle in ein kleines Bistro, das erst vor wenigen Wochen eröffnet hatte. Hier saßen sie oft stundenlang und wurden sich immer vertrauter.

Diesmal erzählte Giselle auf sein Drängen von ihrer Familie. Er wollte alles wissen, was für sie wichtig war. Mitten im Satz brach sie ab und starrte an Alexander vorbei ins Leere. Er wurde den Eindruck nicht los, dass die Erinnerung etwas Schmerzliches in ihr ausgelöst hatte. Sie wirkte auf einmal nervös und erhob sich schließlich mit der Entschuldigung, sich unbedingt ein wenig frisch machen zu müssen. Nachdenklich blickte Alexander ihr nach.

Er fragte sich, ob sie ihren Entschluss, die Heimat zu verlassen, bereute. Er jedenfalls wollte alles tun, um ihre Traurigkeit zu vertreiben.

Giselle ging verstört zu den Toiletten. Im Gang stieß sie auf einen Mann, der offensichtlich auf sie wartete.

"Hallo, Gisela!", begrüßte er sie. "Der Typ an deinem Tisch ist wohl deine neueste Eroberung. Hast du mir seinetwegen ein Zeichen gegeben?"

"Als ich sah, dass du zu uns an den Tisch kommen wolltest, habe ich einen Riesenschreck bekommen", gestand die erregte Frau. "Du kennst mich nicht, Karlheinz, verstanden?"

"Kein Wort. Sage mal, warum sprichst du denn so komisch?"

Sie lachte gequält, bevor sie den Mann stichwortartig in ihr Geheimnis einweihte.

"Das ist ja ein tolles Ding", staunte Karlheinz. "Und er hat wirklich keine Ahnung, dass du gar keine Französin bist?"

"Und dass ich nicht Giselle, sondern Gisela heiße", ergänzte Gisela zerknirscht. "Was sollte ich denn machen? Als ich ihn zum ersten Mal sah, war es sofort um mich geschehen. Du, so habe ich noch nie für einen Mann empfunden. Und da vertraute mir meine Freundin ausgerechnet an, dass für Alexander nur eine Französin in Betracht käme. Andere Frauen besäßen bei ihm nicht die geringste Chance. Also arrangierte ich ein 'zufälliges' Zusammentreffen und gab mich als ortsunkundige Pariserin aus. Die restliche Geschichte kennst du."

"Du bist mir vielleicht eine Marke", lachte Karlheinz. "Aber irgendwann musst du ihm ja doch die Wahrheit beichten."

"Ich weiß", sah Gisela bekümmert ein. "Doch dafür ist es noch zu früh. Erst muss ich seiner Liebe völlig sicher sein. Er soll es nicht durch einen dummen Zufall erfahren. Meine Kolleginnen wissen Bescheid. Sie halten dicht. Den richtigen Zeitpunkt will ich selbst bestimmen."

Karlheinz schaute sie nachdenklich an.

"Du kennst mich ja", begann er gedehnt. "Ich bin eine Seele von Mensch. Jede Art von Unredlichkeit ist mir ein Gräuel. Du kannst nicht von mir verlangen, dass ich bei diesem Betrug mitspiele. Das hieße ja, eine gute Freundin zu verleugnen."

Gisela erwiderte fassungslos seinen scheinheiligen Blick.

"Ich höre wohl nicht richtig. Willst du damit andeuten, dass du ..."

"Mein Gewissen befiehlt mir, zu dem Ahnungslosen zu gehen und ihn aufzuklären. Wir Männer müssen zusammenhalten."

"Das kann nicht dein Ernst sein", stieß Gisela hervor. "Du führst doch irgendetwas im Schilde. Wird das eine kleine Erpressung?"

Er grinste sie an.

"Ich erwarte nur eine winzige Gefälligkeit von dir. Gehe mit mir am Sonnabend auf die Party, zu der ich eingeladen bin."

"Ich?", staunte die Verwirrte. "Bist du denn nicht mehr verlobt?"

"Doch, aber Angelika fühlt sich plötzlich von mir in ihrem Freiraum eingeengt, wie sie sich ausdrückt. Ich nenne das anders. Sie flirtet hemmungslos mit anderen Männern."

Allmählich begann Gisela zu begreifen.

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