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The Easy Green Way

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Vorwort der Autorin

Dieses Buch trägt den Titel THE EASY GREEN WAY – und das, obwohl vieles, was man zum Thema Nachhaltigkeit liest und sieht, so gar nicht einfach scheint.

Globaler Klimawandel, ausufernde Müllproduktion, ungebremster Konsum – für einige der großen Probleme unserer Zeit bedarf es dringend Lösungen. Häufig vergessen wir jedoch, dass nachhaltige Veränderungen nicht auf globaler, sondern auf persönlicher Ebene beginnen.

In diesem Buch möchte ich Dich ermutigen, Deinen Gestaltungsspielraum zu nutzen, und Dir Ideen und Anregungen geben, Deinen Alltag nachhaltig zu verändern. Ich möchte Dich einladen, regionale Lebensmittel neu für Dich zu entdecken, mit wenigen Zutaten natürliche Produkte für Dein Zuhause selbst herzustellen und Zeit und Raum für das zu schaffen, was wirklich wichtig ist.

Ich wünsche mir, dass Du auch andere mit Deiner Begeisterung für ein nachhaltiges und bewusstes Leben ansteckst und so Teil einer großen Bewegung wirst, die letztlich zu positiven Veränderungen führt, die wir uns jetzt noch nicht mal ausmalen können.

Wie auch immer Dein persönlicher GREEN WAY aussieht, ich freue mich, Dich mit diesem Buch dabei begleiten zu dürfen! Magdalena Muttenthaler

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Mein Weg

Nachhaltigkeit hat viele Gesichter. Für den einen bedeutet nachhaltig zu leben, weniger Auto zu fahren, für den anderen, sich pflanzlich zu ernähren, und für den Nächsten, weitestgehend auf Plastik und Flugreisen zu verzichten. Und genauso wie viele Wege nach Rom führen, gibt es auch viele Wege, die zu einem nachhaltigeren Leben führen. Von meinem Weg möchte ich hier erzählen.

Mein Leben sah nicht immer so aus, wie es jetzt aussieht. Bis vor wenigen Jahren strebte ich noch eine juristische Karriere an, glaubte an das Veränderungspotenzial, das ich mir mit dieser Berufslaufbahn erarbeitete, und traf Alltagsentscheidungen vor allem aus Zweckmäßigkeit. Langsam, aber sicher schlich sich jedoch die Erkenntnis ein, dass der Einfluss, den ich so auf meine Umwelt nehmen konnte, beschränkt ist. Ich beschloss, bei mir selbst anzufangen, veränderte kleine Dinge im Alltag und kreierte mir so ein nachhaltigeres Leben. Nach und nach nahm ich auch berufliche Veränderungen vor, gründete eine Nachhaltigkeitsplattform, übernahm die Leitung eines Start-up-Accelerators, der nachhaltige Unternehmensgründungen unterstützt, und begann Unternehmen, die nachhaltiger agieren wollten, zu beraten.

Während Veränderungen oft mit einem großen Knall, einem tiefen Fall oder einer erschütternden Erkenntnis verbunden sind, war mein Weg zu einem beruflich sowie privat nachhaltigeren Leben ein langsamer, aber stetiger Prozess. Der Erkenntnis folgend, dass nicht die Welt sich verändert, sondern der Mensch die Welt verändert, habe ich weder bahnbrechende noch radikale Entscheidungen getroffen. Ich habe lediglich begonnen, kleine Dinge in meinem Alltag zu verändern, wie beispielsweise verstärkt mit saisonalen Zutaten zu kochen oder mit selbst hergestellten Produkten ein natürliches Zuhause zu schaffen. So klein waren diese Dinge, dass sie zunächst für niemanden außer mir selbst sichtbar waren.

Dabei stellte ich nicht nur fest, dass es für fast alle chemischen oder stark verarbeiteten Produkte eine einfache und natürliche Alternative gibt, sondern merkte auch, dass ein nachhaltiges Leben nicht zwangsläufig von Verzicht und Anstrengung geprägt ist. Im Gegenteil, es bietet eine Fülle an Möglichkeiten, die uns sogar bereichern: das Gespräch mit dem Bauern beim Einkauf auf dem Markt, das Herstellen von natürlicher Kosmetik sowie Reinigern oder der zufriedene Blick in das sorgsam eingerichtete Zuhause, in dem man sich so viel lieber aufhält, wenn sich nur noch Gegenstände darin befinden, die einem wirklich etwas bedeuten.

Ich begann, all diese Ideen und Anregungen auf meinem Blog namens FREE MINDED FOLKS festzuhalten, und merkte, dass es da draußen viele Menschen gibt, die ihren eigenen Alltag natürlicher und nachhaltiger gestalten wollen.

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Mit der Erkenntnis, dass ein nachhaltiges Leben für jeden anders aussieht, wurde aus dem Blog eine Plattform, auf der meine Ideen auf die von anderen Menschen trafen. Und aus der Plattform wurde schließlich eine Bewegung. Eine Bewegung von Menschen, für die eine selbstbestimmte nachhaltige Lebensweise bedeutet, ohne strenge Vorgaben aus einem großen bunten Blumenstrauß von Ideen wählen zu können, wie ihr Weg zu einem nachhaltigeren Leben aussieht – jeden Tag aufs Neue (www.freemindedfolks.com).

In diesem Buch findest Du Ideen, Anregungen und Rezepte mit saisonalen Zutaten für tolle Gerichte, für schadstoff- und plastikfreie Kosmetik- und Reinigungsprodukte sowie für ein bewussteres Leben. Nimm mit, was Dir gefällt, und passe an Dein Leben an, was Dich nicht so anspricht.

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SEASONAL COOKING

Nachhaltige Ernährung bedeutet für mich, sich mit natürlichen, saisonalen pflanzlichen Lebensmitteln mit geringer Verarbeitung und Verpackung zu versorgen, sich wieder bewusst mit Zutaten, ihrer Herkunft und ihren Zubereitungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen und so einen neuen Bezug zu dem zu entwickeln, was wir täglich kochen und essen. Ich sehe den wöchentlichen Einkauf weniger als eines der vielen lästigen To-dos, die es abzuhaken gilt, sondern mehr als eine kulinarische Entdeckungsreise – über den Wochenmarkt oder durch den lokalen Supermarkt.

Die Kriterien, an denen ich mich dabei vor allem orientiere, sind eine weitestgehend pflanzliche Ernährung, Natürlichkeit, Saisonalität und Regionalität sowie eine geringstmögliche Verpackung.

Im Rahmen einer weitestgehend pflanzlichen Ernährung meidet man bereits viele Treibhausgas-Emissionen, die durch Viehzucht und Tierhaltung verursacht werden. Daher verzichte ich so gut es geht auf tierische Lebensmittel und greife lediglich dort, wo die anderen Kriterien den Nachhaltigkeitswert des jeweiligen Produkts deutlich negativ beeinflussen, auf regionale tierische Lebensmittel zurück.

Natürlichkeit bedeutet bei frischen Lebensmitteln wie etwa Obst oder Gemüse einen natürlichen, ggf. biologischen, schadstofffreien Anbau. Bei verarbeiteten Lebensmitteln hingegen bedeutet Natürlichkeit, dass nur wenige zusätzliche Inhaltsstoffe hinzugefügt und wenige Verarbeitungsschritte ins Endprodukt eingeflossen sind. Zu viele Inhaltsstoffe auf der Packung weisen meist auf ein stark verarbeitetes Lebensmittel hin.

Saisonalität und Regionalität sind deshalb von so großer Bedeutung für eine nachhaltige Ernährung, da sich jeglicher Transport auf die CO2-Bilanz von Lebensmitteln auswirkt. Wir haben in Europa großes Glück, das ganze Jahr über Zugang zu frischen Lebensmitteln mit akzeptablen Transportwegen zu haben, die weder Schiff- (hohe Meeres- und Luftverschmutzung) noch Flugtransport (hohe CO2-Bilanz) umfassen. Ich versuche daher, stets saisonales Obst und Gemüse aus regionalem Anbau zu kaufen, da die Transportwege hier besonders kurz ausfallen.

Aufgrund des globalen Müllproblems ist eine geringstmögliche Verpackung auch ein Kriterium, das ich beim Einkauf berücksichtige. Bei Lebensmitteln dient ein Großteil der Einweg- bzw. Plastikverpackungen dem Marketing, der Haltbarkeit während der Lieferkette oder der Positionierung in den Supermarktregalen. Da ein Großteil dieser Verpackungen nach wie vor nicht recycelt wird, versuche ich, sie möglichst zu meiden. Dies gelingt am besten beim Einkauf auf dem Wochenmarkt, im Unverpackt-Laden oder mit einer Bio-Kiste.

Auch wenn die Anwendung dieser Kriterien dem Prinzip nach einfach ist, kann es sein, dass man bei manchen Produkten zu überraschenden Einsichten gelangt: zum Beispiel, dass ein Stück unverpackter Bio-Käse aus dem Hofladen nachhaltiger sein kann als die in Plastik verpackte, stark verarbeitete vegane Alternative aus dem Ausland. Des Weiteren zeigt sich, dass beliebte Trends und Superfood wie Acai-Beeren, Chia-Samen und Cashewnüsse wegen ihrer langen Reise besser zu meiden sind; und obwohl die Banane – ähnlich wie der Apfel – zum Alltagsobst zählt, vergessen wir oft, dass sie einen langen Transportweg hinter sich hat. Hingegen können Ingwer, Quinoa und manche Reissorten mittlerweile aus deutschem bzw. österreichischem Bio-Anbau bezogen werden.

Es gilt daher, keine pauschalen Aussagen zu Lebensmitteln zu treffen, sondern Einzelentscheidungen zu fällen und stets offenzubleiben für neue Erkenntnisse.