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TIFFANY SEXY, BAND 80

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1. KAPITEL

Dr. Amber Smithson beugte sich so weit über den Tisch, dass der Kragen ihrer Seidenbluse Gefahr lief, in die Salatsoße einzutauchen. „Und?“, flüsterte sie dem Gothic Girl zu, das ihr gegenübersaß. „Was hat er gesagt?“

Lizzy ließ ihren Blick durch den Raum schweifen. Sie sah sehr dramatisch aus mit ihrem dunklen Eyeliner und dem nietenbesetzten schwarzen Halsband.

„Keine Angst“, sagte Amber. „Hier ist niemand aus dem Krankenhaus.“ Sie schlug mit einer Hand leise, aber energisch auf den Tisch. „Los, raus damit! Was hat er gesagt?“

Lizzy holte tief Luft und einen Moment lang befürchtete Amber das Schlimmste. Doch dann lächelte das Mädchen: „Die Ergebnisse des Bluttests waren erstaunlich! Das ist es, was er sagte: erstaunlich! Er wollte es kaum glauben.“

„Natürlich nicht.“ Dr. Bob Brickers war der bornierteste Mediziner, den Amber kannte. Er dachte immer noch, dass Penizillin das Maß aller medizinischen Dinge sei. Niemals würde er akzeptieren, dass eine spezielle Teemischung und ein paar Energie-Sitzungen bei einer Krankheit wie Diabetes Typ 1 etwas ausrichten könnten. „Also waren die Werte in Ordnung?“ Ihre Stimme klang gepresst, fast so, als könne sie selbst nicht fassen, dass ihre Heilmethode funktionierte.

„Er sagte, dass meine Bauchspeicheldrüse wieder Insulin produziert. Bald werde ich keins mehr spritzen müssen!“

Amber hob die Hände. „Einen Schritt nach dem anderen. Wir haben deinen Diabetes im Griff, das ist großartig. Aber …“

„Ich weiß, ich weiß! Kein Wort zu Dr. Brickers über das, was wir getan haben. Aber ich bin mir sicher, dass es weiterhin gut laufen wird.“

Amber spürte, wie ihre Hoffnung stieg. Als Ärztin in der Mandolin-Clinic in Phoenix, Arizona, durfte sie keine ganzheitlichen Therapien durchführen, und schon gar nicht an einer Patientin von Dr. Brickers. Der Mann war schließlich ihr Chef! Doch sie war mit Lizzys Mutter befreundet, und die hatte sie um Hilfe gebeten, weil die schulmedizinischen Behandlungen wenig Wirkung zeigten. Amber hatte daraufhin einen besonderen Tee gemischt und Lizzys Energiebahnen mit Akupressur wieder zum Fließen gebracht. Und es hatte geholfen!

„Mach jetzt genauso weiter wie bisher. Vor allem die Diät und die Übungen sind wichtig!“

„Ich weiß, ich weiß“, wiederholte Lizzy und verdrehte dramatisch die Augen. „Und wenn ich jemandem davon erzähle, wirst du gefeuert. Trotzdem ist es ein Erfolg!“

Ja, es sah so aus, als würde ihre Behandlung wirklich helfen. Für den Rest des Essens gackerten die beiden wie Teenager, dann brachte Amber ihre Patientin zurück in die Schule und fuhr wieder zur Mandolin-Clinic.

Es war nicht leicht, ihr Interesse an ganzheitlicher Medizin im Krankenhaus geheim zu halten. Aber Tage wie dieser waren die Geheimniskrämerei wert. Darum war sie Ärztin geworden: Sie wollte herausfinden, was zur Heilung verhalf und was nicht – egal, wie sich die Therapie nannte. Ihre Kollegen hielten sie vielleicht für verrückt, aber das kümmerte sie nicht. Ob fernöstliche, chinesische oder auch außerirdische Medizin – wenn es heilte, wendete sie es an. Egal, ob andere diese Methoden als „Verdummung“, abtaten.

Wenn sie doch nur Mitstreiter bei ihren Kollegen finden könnte! Einige von ihnen waren Neuem gegenüber aufgeschlossen, doch die Leitung des Krankenhauses hielt streng an schulmedizinischen Vorgehensweisen fest. Besonders Dr. Brickers und seine Gefolgschaft hielten alles andere für Scharlatanerie. Bis zu dem Tag, an dem diese Herren in den Ruhestand gingen, würde sich nichts am Mandolin ändern. Für diesen Tag lebte sie, doch langsam verlor sie die Geduld. Sie hatte nach dem Studium an diesem Krankenhaus angefangen zu arbeiten, weil es von ihr erwartet wurde. Sechs Generationen von Smithsons hatten hier gearbeitet. Früher die Frauen als Krankenschwestern und ihr Großvater schließlich als Arzt. Genau wie später ihre Mutter. Amber beugte sich dem Druck der Familie, weil das Mandolin wirklich ein gutes Krankenhaus war. Eine Zeit lang dort zu arbeiten, würde ihrem Lebenslauf guttun.

Doch inzwischen hatte sie erfahren, wie engstirnig ihr Chef war. Für ihn war alternative Medizin nicht nur Teufelswerk. Nein: Jeder, der sich damit beschäftigte, war in seinen Augen sogar ein Teufelsdiener. Deswegen hatte Amber ihre Ambitionen in dieser Richtung verschwiegen. Patienten wie Lizzy traf sie in ihrer Mittagspause außerhalb des Krankenhauses. Aber langsam störten sie die Winkelzüge und Tricks, derer sie sich bedienen musste.

Sie war noch in ihre düsteren Gedanken versunken, als sie in das Foyer der Klinik trat. Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter und drehte sich um. Dr. Jack Ross, ihr bester Freund und ein talentierter Neurologe, war hinter ihr durch die Tür gekommen. Er hatte offensichtlich Neuigkeiten für sie.

„Rate, durch wessen Schuld gerade ein Patient gestorben ist“, sagte er, während sie in den Fahrstuhl stiegen.

„Oh, Gott“, sagte Amber betroffen. „Nicht schon wieder!“ Sie arbeiteten in einem Krankenhaus, da war es normal, dass Patienten starben. Doch in letzter Zeit war die Sterblichkeitsrate in der Klinik auffallend hoch. Alle versuchten herauszufinden, woran es lag. Oder suchten einen Sündenbock.

„Doch. Die Familie hat Beschwerde eingereicht, und der Fall wird von einem unabhängigen Mediziner untersucht.“

Die Fahrstuhltüren öffneten sich. Amber wollte zu ihrem Büro gehen, doch Jack packte sie am Arm und zog sie in Richtung des Gemeinschaftsraums der Ärzte. Zum Glück war er leer, doch bald würde sich praktisch das gesamte medizinische Personal hier versammeln, um sich über die neuesten Entwicklungen auszutauschen.

„Wer ist gestorben?“ Hoffentlich niemand, den sie kannte!

Jack zuckte mit den Achseln. „Irgendeine Frau, eine vierfache Mutter. Der älteste Sohn ist Rechtsanwalt und schlägt Alarm.“

„Wie heißt sie?“

Er antwortete mit einer Diagnose. „Gebärmutterkrebs. Gestorben ist sie aber an einem Herzanfall. Warum fragst du nicht, wessen Patientin sie war?“

Weil sie es wusste. Es gab nur einen Kollegen, den Jack so wenig mochte, dass er es nicht bedauern würde, wenn dieser seinen Job verlor. Derselbe Arzt, den auch Amber hasste. Dr. Bob Brickers.

„Sprich leiser“, flüsterte sie und beugte sich vor. „Was ist passiert?“

„Du weißt doch, dass Bob gerade im Urlaub war? Vorher hatte er angeordnet, dass die Strahlendosis bei dieser Patientin erhöht und der Termin für die Behandlung vorgezogen werden sollte. Doch sie war zu schwach für diese hohe Dosis, und bam! Letzte Nacht hatte sie eine Herzattacke und starb.“

Amber starrte ihn mit offenem Mund an. So verantwortungslos konnte selbst Bob nicht sein! Sicher, jeder passte seine Behandlungspläne an, wenn er in Urlaub fahren wollte, aber niemand würde seinen Patienten gefährden! Und schon gar nicht ein Arzt, der …

Plötzlich fiel ihr etwas ein, und ihr Atem beschleunigte sich. „Warte“, sagte sie. „Wer war die Patientin? Wie hieß sie?“

Jack sah sie verwirrt an, doch ihr Gesichtsausdruck ließ ihn wachsam werden. „Ich weiß es nicht mehr. Vera irgendwie, glaube ich.“

„Vera Barker?“

„Ich weiß es wirklich nicht.“

Aber Amber wusste es. Das alles ergab einen schrecklichen Sinn. Sie schloss die Augen und versuchte, die Tränen zu unterdrücken. Vera war tot! Niemals wieder würde sie vegetarische Rezepte mit ihr austauschen, niemals ihr schallendes Lachen hören. Ihre Enkelkinder würden nicht erfahren, was für ein besonderer Mensch ihre Großmutter gewesen war! „Nicht Vera“, wisperte sie. „Bitte nicht Vera!“

Zwei Stunden später führte Amber ein Gespräch im Büro des Direktors. Dr. Brickers war auch anwesend, sein Gesicht war gerötet, und er schaute sie wütend an. „Haben Sie meine Patientin hinter meinem Rücken getroffen oder nicht?“ Er zeigte mit dem Finger auf sie.

Amber seufzte und antwortete in Richtung des Direktors. „Vera kam zu mir. Sie war unglaublich schwach nach der Chemotherapie und hatte gehört, dass Kräutertees ihr helfen könnten.“

„Sie haben es wirklich getan!“ Brickers schrie die Worte. „Sie haben ihr irgendeinen alternativen Mist gegeben! Und jetzt ist sie tot!“

Amber sah weiterhin den Direktor an und antwortete so ruhig wie möglich: „Meine Behandlungen funktionieren, Sir. Vera hatte sich bereits ein wenig erholt. Aber sie war noch nicht bereit für die starke Strahlentherapie. Dr. Brickers erhöhte trotzdem ihre Dosis und verringerte die Zeitabstände zwischen den Chemos, weil er in Urlaub fahren wollte.“

„Das ist nicht wahr!“, brüllte ihr Chef. Aber er schloss seinen Mund, als der Direktor die Hand hob.

„Das ist nicht relevant, Amber“, sagte er. „Haben Sie Dr. Brickers’ Patientin behandelt oder nicht?“

Amber seufzte, antwortete aber wahrheitsgemäß: „Ich habe sie behandelt.“

„Sie gaben ihr Kräutertees?“

„Und einige Behandlungen, um ihre Energien zu wecken. Und es funktionierte!“

Der Direktor schüttelte den Kopf. „Sie wissen, dass so etwas gegen die Politik des Krankenhauses verstößt. Sie können nicht den Patienten eines Kollegen hinter dessen Rücken behandeln. Und schon gar keine alternativen Behandlungen durchführen. Meine Güte, Amber, was haben Sie sich dabei gedacht?“

Amber straffte die Schultern. „Dass es hilft!“

„Bis auf die Tatsache, dass sie jetzt tot ist“, warf Dr. Brickers abfällig ein.

„Weil Sie eine zu hohe Strahlendosis angeordnet haben, bevor die Patientin stark genug dafür war.“

Der Direktor seufzte. „Sie können nicht beides haben, Amber. Entweder war sie zu Kräften gekommen oder nicht.“

„Sir!“

„Mir sind die Hände gebunden, Amber. Sie haben gegen die Politik des Hauses verstoßen, Ihren Chef hintergangen, und jetzt ist ein Patient tot.“

Sie holte tief Luft und versuchte, nicht die Nerven zu verlieren. „Das stimmt, Sir. Ich hätte Dr. Brickers erzählen sollen, dass Vera mich angesprochen hat. Das tut mir leid, und das wird nie wieder geschehen. Aber Sie können mir nicht die Schuld an …“

Wieder hob der Direktor die Hand. „Wer hat diese sogenannten Energie-Behandlungen entwickelt?“

„Ich, Sir. Die Methode ist sehr sicher, ich arbeite mit Qigong, der Körperenergie …“

„Ist das eine von den Gesundheitsbehörden geprüfte und genehmigte Therapie gegen Krebs?“

Amber verzog das Gesicht. „Sie wissen, dass es nicht so ist.“

„Dann muss ich Sie auffordern zu kündigen.“

Amber war für einen Moment sprachlos, auch wenn sie gewusst hatte, dass es so weit kommen könnte. „Sie feuern mich? Obwohl die Behandlung angeschlagen hat? Obwohl sich die Patientin immer mehr erholte?“

Der Direktor schüttelte den Kopf. „Wir brauchen keine Ärzte, die alternative Behandlungen durchführen. So etwas machen wir nicht.“

„Auch nicht, wenn es funktioniert?“

„Auch dann nicht. Das Risiko und die Versicherungsprämien wären zu hoch.“ Er beugte sich vor und blickte sie beinahe verständnisvoll an. „Ich weiß, wie sehr wir alle unter Druck stehen. Wir sind ein renommiertes Krankenhaus, und die Patienten haben hohe Ansprüche an uns.“

„Die wollte ich erfüllen.“

„Aber Sie haben die falschen Mittel gewählt, Amber. Gut, wenn Sie versprechen, mit diesem Qigong-Unsinn aufzuhören, werde ich Sie mit einem Verweis davonkommen lassen. Sie sind eine begabte Ärztin, und es wäre schade, Sie zu verlieren.“

„Der Qigong-Unsinn hilft, Sir. Ich habe vieles an mir selbst ausprobiert, aber eine Studie mit realen Patienten wäre unglaublich wertvoll. Lassen Sie mich so etwas ins Leben …“

Dr. Brickers neben ihr schnaubte höhnisch. „Wie können Sie so blöd sein?“

Auch der Direktor verlor die Geduld. „Halten Sie sich an die Schulmedizin, Amber. Und reden Sie nicht mehr über diesen Voodoo-Quatsch.“

Das war also die Entscheidung des Tages: Wollte sie als Ärztin weiterarbeiten, musste sie die guten Ergebnisse der Energie-Behandlungen ignorieren. Sie musste so tun, als glaube sie, dass die Verabreichung von Pillen die einzige Möglichkeit sei, eine Krankheit zu heilen. Dass nichts außerhalb der Schulmedizin irgendeinen gesundheitlichen Wert habe. Das konnte sie nicht tun. Und sie wollte es auch nicht.

„Ich bin eine Heilerin, Sir. Mein Ziel ist, Menschen zu helfen, sie gesund zu machen. Was wirkt, werde ich auch zukünftig verschreiben.“

„Schulmedizin wirkt immer noch am besten“, entgegnete der Direktor.

„Nicht bei jedem.“ Traurig drehte sie sich um und ging zur Tür. „Sie haben meine Kündigung in einer Stunde.“

2. KAPITEL

Zwei Jahre später

Roger Martell starrte seinen Arzt an: „Deswegen haben Sie mich so schnell herbestellt? Ich dachte, ich sterbe!“, versuchte er einen Scherz.

Sein Arzt seufzte. „Bluthochdruck ist keine Bagatelle. Wenn wir den nicht unter Kontrolle bekommen, werden Sie sterben.“

Roger zuckte erschrocken zusammen. Traurig genug, dass er von der Diagnose nicht überrascht wurde. Er kämpfte fast schon sein ganzes Leben lang gegen seinen hohen Blutdruck. Sein Onkel und sein Großvater waren beide noch vor ihrem fünfzigsten Geburtstag an einem Herzinfarkt gestorben. Und Roger wusste genau, dass auch sein Herz nicht in Ordnung war. Aber die Medizin machte schließlich jeden Tag Fortschritte, nicht wahr? Bis jetzt war er jedenfalls noch nicht verzweifelt.

„Okay“, antwortete er. „Also wirkt das neue Medikament nicht.“

„Ihre Werte sind schlechter als je zuvor, Roger!“

„Ich weiß, ich weiß“, sagte er mürrisch. Er war zwar einer der Ersten, die das Medikament ausprobierten, aber es war immerhin sein dreizehntes. Egal, was er tat, sein Blutdruck spielte verrückt. „Dann müssen wir etwas anderes ausprobieren. Vielleicht etwas, das noch in der Forschungsphase steckt? Ernsthaft, Doktor …“

„Ernsthaft gesprochen sollten Sie aufhören, sich auf irgendwelche Medikamente zu verlassen. Sie müssen Ihr Leben ändern. Sie sind nur drei Atemzüge von einem Schlaganfall entfernt, und bevor Sie fragen …“ Er blätterte in Rogers Patientenakte. „Sie haben jedes Medikament bekommen, das möglich ist. Und sogar einige, die fast unmöglich sind! Sehen Sie, ich bin Ihr dritter Arzt …“

„Der vierte, wenn Sie die Entwickler des Medikamentes mitzählen.“

Der Arzt seufzte. „Wissen Sie, ich kann Ihnen nicht einmal mehr das Fliegen erlauben!“

Roger winkte ab. „Der Gesundheitszustand wird bei Flugpassagieren nicht überprüft.“

„Das ist nicht der Punkt.“

Roger schloss die Augen und versuchte, ruhig zu bleiben. Der Anblick, der vor seinem inneren Auge auftauchte, war ein trauriger: Er sah seinen Vater nach dessen Schlaganfall. Er starb zwar nicht wie Rogers Onkel und Opa, aber er verlor die Kontrolle über eine Seite seines Körpers. Roger versuchte, die Panik, die ihn befallen wollte, niederzukämpfen. „Ich fühle mich gut“, sagte er mit fester Stimme.

„Ich muss Ihnen nicht erzählen, warum zu hoher Blutdruck als leiser Killer bezeichnet wird, oder?“

Nein, das musste er wirklich nicht. „Okay, was soll ich also tun?“

„Erzählen Sie mir etwas über die Übungen, die Sie machen sollten, und über Ihre Diät.“

Roger kannte das alles zur Genüge, aber pflichtbewusst erklärte er: „Ich schwimme jeden Morgen eineinhalb Meilen, esse nur sehr selten rotes Fleisch und weiß, dass ich Brot nicht zum Gemüse zählen darf. Und keine Oliven in Martinis.“

„Erzählen Sie mir etwas über Ihren Job.“

Roger konnte ein Stöhnen kaum unterdrücken. „Ich liebe meine Arbeit. Ich bin Geschäftsführer in einer Computerfirma, die meinem besten Freund gehört. Er ist ein brillanter Erfinder, ich der Manager. Ich bringe seine Ideen auf den Markt …“

„Sie machen alles, rennen überall hin, kümmern sich um jedes kleine Detail. Und dieser Stress wird Sie töten.“

„Ich stehe längst nicht so unter Druck wie die genialen Köpfe“, erklärte er überzeugt. „Die Genies müssen jeden Tag ein Wunder vollbringen.“

Sein Arzt lehnte sich zurück. „Dann sind Sie also pausenlos von gestressten Genies umgeben. Nein, da gibt es bestimmt keinen Druck. Kein Versuch, mit neuen Ideen nach ganz oben zu kommen, keine Mühe, die erhitzten Gemüter immer wieder zu kühlen. Sie leiden keine Höllenqualen, wenn Sie versuchen, diese Genies unter Kontrolle zu halten.“

Roger schloss seinen Mund, versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Ja, oftmals fühlte er sich tatsächlich, als wäre er der einzige geistig gesunde Mensch inmitten einer Freakshow. „Aber ich liebe meinen Job“, wiederholte er.

Der Doktor seufzte wieder. „Was ist mit Meditation, mit Yoga? Es gibt ein paar interessante Ansätze …“

Roger verdrehte die Augen, davon hielt er gar nichts. Sein Doktor wechselte das Thema.

„Roger, wir haben alle medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft, verstehen Sie? Ich kann nichts mehr für Sie tun. Sie müssen Ihr Leben ändern.“

Roger hob seine Hände. „Haben Sie noch andere Vorschläge außer dem, meinen Job zu kündigen?“

„Wann waren Sie das letzte Mal im Urlaub?“

„Das ist noch nicht lange her. Ich war Weihnachten in Colorado zum Skilaufen.“

„Sie meinen letzte Weihnachten?“

„Ähm, ja.“ Vielleicht war es auch das Weihnachten vor zwei Jahren und neun Monaten gewesen.

„Nehmen Sie Urlaub, Roger. Nehmen Sie ihn jetzt.“

Roger nickte, während er sich fragte, wie um Himmels willen ein Urlaub in seinen Arbeitsplan passen sollte. „Okay, Urlaub. Und was sonst noch?“

„Ändern Sie Ihr Leben. Finden Sie heraus, welche Art von Stress Sie langsam umbringt, und eliminieren Sie ihn aus Ihrem Leben.“

„Aber …“

„Was auch immer nötig ist, tun Sie es jetzt.“

Es gibt wirklich lohnendere Jobs als die eines Lückenbüßers, dachte Dr. Amber Smithson, während sie einem geschmackvoll getrimmten Farn Wasser gab. Eigentlich war es der Job ihrer Freundin Mary, sich um die Pflanzen in den Büros zu kümmern. Doch Mary lag im Bett, weil sie an Rheuma litt. Sie war eine gute Freundin, die nicht riskieren konnte, ihren Job zu verlieren. Deswegen vertrat Amber sie, kümmerte sich um die Pflanzen und versuchte sich daran zu erinnern, warum sie die Hektik der modernen Medizin verlassen hatte.

Gerade jetzt war sie bei Robotics, einer Computerfirma. Hier lag Stress in der Luft, genauso wie es im Mandolin gewesen war. Es ging zwar nicht um Menschenleben, doch dafür um viel Geld. Niemand konnte es sich leisten zu versagen, und Amber schmeckte förmlich die unterdrückte Panik, die die Luft infizierte. Genauso wie im Mandolin.

„Aber ich habe mich davon befreit“, sagte sie zu sich. In den letzten zwei Jahren hatte sie sich auf dem Gebiet der alternativen Medizin weitergebildet, so wie sie es immer gewollt hatte. Niemand redete mit ihr über Haftung, keine Versicherungsgesellschaft schrieb ihr vor, wie sie Patienten zu behandeln hatte, und – leider – niemand bezahlte ihre Rechnungen.

Ihre Patienten belohnten sie lieber mit leckerem Apfelkuchen als mit Dollars. Ihr Konto war blank, und ihre Familie würde sie nur unterstützen, wenn sie den „Unsinn“, aufgab und zur Schulmedizin zurückkehrte – am liebsten am Mandolin. Bis jetzt lehnte sie das Angebot ab. Aber allzu bald würde ihr Bankkonto sie zwingen, einen ungeliebten Kompromiss einzugehen.

Aber jetzt war nicht die Zeit, sich mit diesem Problem zu beschäftigen. Jetzt musste sie sich um die Pflanzen bei Robotics und … ja! … um Mr Roger Martell kümmern. Der Geschäftsführer der Firma kam gerade aus dem Fahrstuhl, und Amber stand perfekt getarnt hinter einer Pflanze, um den geradezu hinreißenden Mann beobachten zu können.

Er war ihr schon vor Monaten aufgefallen, als sie als Gärtner-Gehilfin angefangen hatte. Zur Hölle, der Mann stach wahrscheinlich jeder Frau ins Auge! Groß, dunkel, modisch gekleidet und von einem Hauch von Macht umgeben – sie konnte den Blick nicht von ihm abwenden. Wenn er da war, war die Luft wie elektrisiert, so, als wäre jede Sekunde seines Tages damit ausgefüllt, wichtige Entscheidungen zu treffen. Gott, er war alles, was sie vermisste, seit sie ihr altes Leben zu den Akten gepackt hatte. Der Druck, die Macht und das Gefühl, dass das, was sie tat, wichtig war. All das strahlte Rogers Aura aus. Und natürlich griff die Empfangsdame sofort zum Telefon, als der Geschäftsführer an den Tresen trat.

„Roger ist zurück“, sagte sie in den Hörer. „Ja, ich werde es ihm ausrichten.“ Sie legte nicht auf, während sie ihm einen Stapel rosafarbener Zettel überreichte. „Ginny will dich in einer halben Stunde sehen.“

„Das geht frühestens in eineinhalb Stunden.“

Die Frau hinter der Empfangstheke ließ sich nichts anmerken, als sie wieder in den Hörer sprach: „Es wird eineinhalb Stunden dauern, Ginny. Er weiß, dass es dringend ist.“ Jetzt legte sie den Hörer auf die Gabel und übergab ihm zwei weitere große Umschläge.

„Meine Güte, ich war doch nur eine Stunde weg.“

„Es war eine geschäftige Stunde“, antwortete die Empfangsdame.

Amber musste ihr Lachen unterdrücken, während sie sich nach oben streckte, um eine Blumenranke zu erreichen. Junge, sie erinnerte sich sehr gut an solche Tage! Es gab Zeiten, da konnte sie nicht einmal zu Mittag essen, ohne bei ihrer Rückkehr von Nachrichten, Mails und besorgten Patienten förmlich überrannt zu werden. Sie dachte, dass Mr Martell dieser Stress gefiel, bis sie sah, dass er die Nachrichten und Umschläge in seiner Hand sinken ließ und einen tiefen Atemzug tat. Einen Atemzug, der seinen Brustkorb regelrecht aufpumpte, sodass er das Jackett fast sprengte. Dann schaute er der Frau mit einem geradezu mörderisch attraktiven Lächeln in die Augen.

„Also, Claire, wie läuft es mit deinem neuen Freund? Mag er den Wein, den ich Euch empfohlen habe?“

Die Empfangsdame blinzelte überrascht bei dieser Frage: „Den Wein nicht, aber das Restaurant. Er wird mich morgen Abend dorthin ausführen.“

„Hauptsache, er bezahlt! Du bist viel zu schön, um dich mit weniger zufriedengeben zu müssen.“ Er runzelte die Stirn. „Warte. Ich habe dir versprochen, Euch dorthin aus zu führen, oder? Weil du am Samstag gearbeitet hast und mir wegen dieser Beschwerde geholfen hast.“

„Darum ging es mir nicht, das weißt du.“

„Ja, aber Tommy ging es darum, oder?“

Die junge Frau zuckte mit den Schultern. „Tommy muss lernen, dass meine Karriere Opfer erfordert.“

Roger schenkte ihr ein weiteres schnelles, aber umwerfend schönes Lächeln. „Das wird er. Und du wirst deinen Weg machen. Weil ich es dir versprochen habe, werde ich wenigstens bezahlen.“ Er holte sein Handy aus der Tasche und tippte schnell eine Nummer ein. Zwanzig Sekunden später sprach er mit dem Oberkellner des Restaurants. Nach einer weiteren Minute klappte er sein Telefon lächelnd zu. „Ich habe alles arrangiert. Ihr habt den besten Tisch des Hauses, den edelsten Champagner und das beste Menü. Sie haben schon meine Kreditkarten-Nummer, ihr müsst euch nur noch um das Trinkgeld kümmern.“

Ambers Achtung vor dem Mann stieg fast ins Unermessliche. Sicher, Einladungen wie „Wir gehen dann mal zusammen essen“ wurden ständig ausgesprochen. Aber nur sehr selten wurden diese Versprechen auch gehalten. Und schon gar nicht, wenn der Mann nicht einmal selbst den Abend genießen konnte! Aber Roger war die große Ausnahme. Kein Wunder, dass auch die Empfangsdame äußerst überrascht war.

„Roger, das ist wirklich nicht nötig.“

Er zuckte mit den Achseln und richtete sich auf, als er einen Ingenieur durch den Gang auf sich zukommen sah.

„Natürlich war es nötig, Claire. Ich habe es versprochen, und du hast es verdient. Ich verlange nur, dass ihr einmal auf mich anstoßt!“

„Du bist der Beste!“ Sie atmete tief durch, als der Ingenieur den Tresen erreichte.

„Roger!“, bellte der Mann und wedelte mit Papierblättern in der Luft. „Hast du die Angaben gesehen? Weißt du, was das kosten wird?“

„Beruhige dich.“ Roger drehte sich um und ging mit dem Mann den Gang entlang. Amber beobachtete ihn, bewunderte, wie sein klassischer Anzug seinen athletischen Körper betonte. „Gott, ich liebe einen Mann, der weiß, was ein guter Anzug ist!“ Unbewusst hatte sie laut gesprochen, sodass die Empfangsdame aufsah.

„Ja, ich auch“, antwortete Claire. „Leider ist er schwul.“

Amber starrte sie völlig entgeistert an. „Was?“ Niemals war dieser Mann homosexuell! Dafür dünstete er viel zu viel Testosteron aus!

„Ja, schwul durch und durch.“

„Das kann ich nicht glauben.“

„Es ist aber wahr.“

„Wie kommen Sie darauf? Nur weil er sich gut anzieht?“

„Nein, es ist viel mehr.“ Claire sah den Gang herunter. Roger war zwar noch in Sicht-, aber nicht mehr in Hörweite. „Jede, wirklich jede Frau in unserer Firma hat versucht, ihn rumzukriegen. Ich auch. Bei uns arbeiten wirklich alle möglichen Frauen: intelligente, vollbusige, blonde und brünette, attraktive und weniger attraktive.“

„Und er hat nicht bei einer angebissen?“

„Er hat nicht einmal an einer geknabbert.“

„Das könnte auch nur bedeuten, dass er nicht dort spielen möchte, wo er arbeitet.“

„Ja, aber er geht zu sämtlichen Partys der Stadt, immer mit hinreißenden Frauen an seinem Arm.“

„Und?“

„Und einer von uns versucht herauszubekommen, wer diese Frauen sind. Woher sie kommen, wie oft sie sich treffen …“

„Und sie sagen, dass sie nur eine Freundin sind.“ Amber lachte leise. „Claire, das bedeutet nicht, dass er schwul ist. Nur anspruchsvoll.“ Und wahrscheinlich sehr diskret.

„Glauben Sie mir“, antwortete die junge Frau. „Kein Mann ist so tugendhaft. Außer er ist schwul.“

Amber schüttelte den Kopf. „Hören Sie auf mich“, sagte sie. „Dieser Mann dort ist ein Spieler, ein Mann, der es gewohnt ist, andere zu führen. Er ist ruhig und diskret. Aber bestimmt nicht schwul.“

Beide drehten den Kopf, um Roger zu mustern. Er diskutierte immer noch im Gang. Der Ingenieur sprach sehr emotional, wedelte mit den Zetteln, gestikulierte wild und zeigte auf eine Tür. Roger dagegen blieb ruhig und ernst, hielt seinen Körper aufgerichtet, seinen Gesichtsausdruck gelassen. Als der Ingenieur schließlich schwieg, schüttelte er ein wenig den Kopf. Das brachte sein Gegenüber noch mehr in Rage, und Roger wurde noch ruhiger. Schließlich stürmte der Ingenieur ärgerlich schnaubend davon. Roger blickte zu Amber und Claire und schenkte ihnen ein reuevolles Lächeln, bevor er den Gang weiter hinunterging.

Claire stöhnte leise. „Einwandfrei schwul.“

„Diskret. Und Hetero durch und durch.“ Amber lehnte sich gegen den Tresen und spürte eine Flut von Erinnerungen. „Vertrauen Sie mir, ich kenne diese Typen!“

Claire musterte sie, ihr einfaches Sommerkleidchen und ihre billigen Sandalen. „Ich bin sicher, Sie denken …“

„Meinen Sie, ich bin mit Sandalen und billigen Kleidern aufgewachsen? Ich habe meine Jugend damit verbracht, Männer wie ihn zu treffen. Mein Vater war ein wichtiger Manager, so wie er. Und meine Mutter war Leiterin der Kardiologie in einem großen Krankenhaus. Glauben Sie mir, ich war von solchen Typen umzingelt.“

„Was passierte dann?“ Claire wollte offensichtlich mehr wissen – wie wurde aus einem Baby, das mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, eine Gärtnerin?

Achselzuckend antwortete Amber: „Ich brannte aus. Ich konnte nicht mehr jedem geben, was er wollte, ohne Rücksicht darauf, was ich brauchte. So wurde ich eine Abtrünnige. Aber das heißt nicht, dass ich mich nicht an alles erinnere. Und glauben Sie mir: Sex mit dem Alpha-Wolf ist ein heißer Ritt, den man so schnell nicht vergisst!“

Claire runzelte die Stirn, riss plötzlich die Augen auf: „Warten Sie, ich weiß, wer Sie sind! Mary hat mir alles über Sie erzählt.“

Amber zuckte zusammen. „Sie dürfen nicht alles glauben, was Mary so von sich gibt.“

„Sie sagte, dass Sie für sie einspringen würden. Sie sind die Ärztin! Sie haben eine freie Praxis in einer Künstlergegend von Chicago. Wo war das noch genau?“

„In Cherry Hill. Nicht, dass es dort irgendwelche Kirschen oder Hügel gibt! Und es ist wirklich keine Künstlergegend!“ Es war mehr ein Warenhaus für Menschen. Zwar gab es durchaus erfolgreiche Künstler, die in ihren teuren Lofts wohnten. Doch es lebten dort mehr ehemalige Drogenabhängige und alleinerziehende Mütter als Möchtegern-Picassos. Wie sie stand fast jeder in Cherry Hill am finanziellen Abgrund und kämpfte darum, nicht verschlungen zu werden.

„Sie sind Doktor Kristall!“

„Ich heiße Amber, das bedeutet Bernstein. Es gab Leute, die dachten, das wäre ein Kristall und …“ Sie wollte nicht hören, was jetzt unweigerlich kommen musste. Aber zu spät, Claire sprang von ihrem Stuhl auf.

„Ja, Dr. Kristall. Eine Mischung aus einem heilenden Robin Hood und Mutter Teresa. Mary sagt, Sie sind unglaublich!“

„Mary nimmt starke Schmerzmittel. Und – ich muss jetzt zurück zu den Pflanzen.“ Amber drehte sich um. Sie hasste es, wenn sie als Heldin bezeichnet wurde. Und leider dachten viele Leute so, wenn sie „freie Praxis“, und „Doktor“ in einem Satz hörten. Dabei war ihre Praxis eher zufällig entstanden. Ein Nachbar kam damals zu ihr, weil er keine Krankenversicherung hatte, aber medizinische Hilfe benötigte. Sie half natürlich, und bald kam der Nächste. Sie fragte nicht nach der Versichertenkarte, sie handelte einfach. Und wenn die Patienten kein Geld hatten, behandelte sie sie trotzdem.

Claire sah sie grübelnd an, biss sich auf die Unterlippe. „Wie sicher sind Sie, dass Roger nicht schwul ist?“

Amber blinzelte überrascht. „Hundertprozentig.“

„Beweisen Sie es.“

„Wie bitte?“

„Meinen Sie, Sie könnten ihn dazu bringen, Sie zu küssen?“

Amber runzelte die Stirn. Gut, sie dachte seit Wochen an nichts anderes. Sie hatte sich sogar einen Plan ausgedacht, wie sie sich Roger nähern könnte, doch sie wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen, diesen Plan in die Tat umzusetzen. Aber Claire war nicht mehr zu stoppen.

„Ich wette mit Ihnen um einen doppelten Mokka, dass Sie das nicht schaffen.“

Amber lachte. „Ich trinke keinen Kaffee.“

Claire rollte mit den Augen. „Natürlich tun Sie das nicht. Okay, wie wäre das? Ich besorge Ihnen sechs dieser veganen Muffins, die Mary so liebt.“

Das war eine echte Versuchung. Amber hatte schon viel von diesen Muffins gehört. Und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, wollte sie Roger gerne treffen. Nicht nur aus persönlichen Gründen. Die Robotics-Produkte interessierten sie sehr, und sie wusste, dass auch Jack an ihnen interessiert war. Ja, Jack, ihr einziger Freund und vor langer Zeit ihr Lover. Sie hatten sich in den letzten zwei Jahren nicht aus den Augen verloren. Er hatte sie immer wieder angerufen und versucht, sie zu einer Rückkehr an die Mandolin-Clinic zu überreden. Sie hatte bis jetzt kein Interesse gehabt, doch dank ihres Bankkontos musste sie ihre Entscheidung vielleicht in naher Zukunft überdenken.

Sie sollte sich mit Roger treffen und dafür sorgen, dass er und Jack sich kennenlernten. Dann könnte sie diskret herausbekommen, wie die Dinge am Mandolin standen. Sie wollte es kaum zugeben, doch die zwei Jahre als abtrünnige Medizinerin hatten sie geschwächt. Vielleicht hatte sich am Krankenhaus einiges geändert, dann konnte sie ohne Gewissensbisse dorthin zurückkehren.

Und wenn sie einen Kuss von Roger bekommen würde, wäre das die Erfüllung ihres Traums! In den letzten zwei Jahren war der Sex in ihrem Leben eindeutig zu kurz gekommen! Sie wusste, wie sie sich anziehen musste, um Rogers Aufmerksamkeit zu erregen, und dass sie ihre sexy Kleider ganz hinten in ihrem Kleiderschrank aufbewahrt hatte. Allerdings wusste Gott allein, wo ihr Make-up abgeblieben war! Trotzdem würde es Spaß machen, wieder in dieses Spiel einzusteigen. Nur ein kleiner Kuss. Wem würde das schaden? „Okay?“, fragte Claire gespannt. „Okay.“

3. KAPITEL

Roger sah gerade fluchend auf seine Uhr, als Claire ihn anrief. Es war nach sieben Uhr an einem Freitag, und er musste gehen.

„Hallo, Roger, hast du einen Augenblick Zeit? Hier steht jemand, der nur fünf Minuten mit dir sprechen möchte.“

„Das passt wirklich schlecht, Claire“, antwortete er. „Sams Junggesellen-Abschied beginnt gleich. Ich muss …“

„Nur fünf Minuten“, unterbrach ihn eine Stimme, die er noch nie zuvor gehört hatte. Sie war weiblich, tief und klang wie von einer sexy Steuerberaterin. Eine sexy Steuerberaterin? Wie zur Hölle kam er jetzt darauf?

„Ich habe wirklich …“

„Sie werden es nicht bereuen“, klang es aus dem Hörer. Die Steuerberaterin war weg, jetzt war nur noch purer Sex in der Stimme. „Ich habe ein paar Ideen bezüglich Ihrer neuen Produkte, und ich glaube, ich kann uns beide sehr glücklich machen.“

Damit hatte sie ihn. Robotics suchte verzweifelt neue Märkte. Sie konnten nicht überleben, nur weil sie einen sprechenden Roboter entwickelt hatten. Niemand konnte sich so etwas leisten. Bei einem Roboterarm, der an einem Rollstuhl befestigt war, sah das schon anders aus. Eine Hightech-Prothese rief Interesse bei jedem hervor, der mit einer Amputation leben musste. Das war einer der Zukunftsmärkte.

„Fünf Minuten“, schimpfte er leise vor sich hin, während er seinen Computer herunterfuhr. Er sprach mit der Frau, obwohl er sich für Sams Party vorbereiten müsste. Die Hochzeit war zwar erst in einem Monat, aber es gab keinen anderen Termin für den Junggesellen-Abschied als heute. Und als Sams bester Freund und Trauzeuge wollte Roger möglichst früh dort sein, um sicherzugehen, dass alles so war, wie er es geplant hatte. Er hatte viel Alkohol, mehrere Stripperinnen und die besten Nachos, die man für Geld kaufen konnte, geordert. Sam würde von allem wahrscheinlich gar nichts mitbekommen – seit er Julie kennengelernt hatte, schwebte er auf rosa Wolken –, aber es war eine Sache des Prinzips. Roger musste sich vergewissern, dass alles richtig lief.

Abrupt stoppten seine Gedanken, als Claire mit einer anderen Frau in der Tür stand. Eine Frau in einem Bleistift-Rock und Stiletto-Stiefeln. Er richtete sich auf, um sie besser mustern zu können. Sie war nicht sehr groß, hatte hellbraunes, gut frisiertes Haar. Und alles an ihr strahlte eine unwahrscheinliche Power aus! Doch was ihn wirklich fesselte, war ihre Art, sich zu bewegen. Sie ließ ihn ahnen, dass es noch eine ganz andere, sehr sinnliche Seite an ihr gab.

Und – wow! – es gab einen Teil von ihm, der sehr interessiert an dieser anderen Seite war. Unglaublich, sogar ihr Geruch – ein leichter Duft nach Zitronen – erfüllte sein bestes Stück mit Verlangen. Wann war das zum letzten Mal passiert? Seit seiner Pubertät hatte ihn keine Frau so schnell so heiß gemacht. Zum Glück war er jetzt älter und hatte seine Libido im Griff. Hoffte er jedenfalls. Sie drehte sich zu Claire um, und sofort wechselte ihr Gesichtsausdruck von geschäftlich-kühl zu freundschaftlich.

„Danke, Claire. Und danke auch für die Muffins!“

„Die sind für Mary. Sie müssen Ihre erst noch verdienen.“ Claire drehte sich lächelnd um und ging.

„Ich weiß.“

Roger kämpfte darum, dass seine Lust nicht sein Gehirn vollkommen ausschaltete. „Entschuldigen Sie, aber ich habe wirklich nicht viel Zeit.“ Er griff zu seiner Aktentasche und fluchte leise, als er seinen Kalender auf dem Schreibtisch sah. Er hatte ihn durchforstet, um ein paar freie Tage zu finden. Nur zwei oder drei, ein langes Wochenende. Aber in den nächsten drei Monaten sah es finster aus. Vielleicht hatte der Doktor recht, und er sollte seinen Job kündigen. Aber wenn er das tun würde, würde er innerlich sterben.

Die Frau reichte ihm eine Visitenkarte. „Es dauert wirklich nicht lange“, versicherte sie.

Roger warf einen Blick auf die Karte. „Dr. Amber Smithson“, las er laut. „Von der Mandolin-Clinic.“ Er blickte überrascht auf. Sie sah absolut nicht wie eine Ärztin aus, und schon gar nicht hätte er gedacht, dass sie an diesem berühmten Krankenhaus arbeitete. „Was führt Sie nach Chicago?“

Sie setzte sich auf einen Stuhl und ließ ihn einen köstlichen Augenblick lang ihre langen Beine sehen. Dieser Anblick faszinierte ihn so sehr, dass er fast überhörte, was sie sagte.

„Dies und das“, antwortete sie vage.

„Öffentlichkeitsarbeit, Spenden, Benefiz-Veranstaltungen?“ Deswegen kamen Leute wie sie meistens nach Chicago. Auch er verbrachte viel Zeit bei solchen Veranstaltungen, versuchte, Auftraggeber und einflussreiche Persönlichkeiten zu finden, die dafür sorgen konnten, dass die Erfindungen von Robotics bei den Leuten ankamen, die sie dringend benötigten.

„Dieses Mal nicht“, antwortete sie lächelnd. „Heute bin ich mehr an Ihnen interessiert.“

Verblüfft steckte er seinen Kalender in die Aktentasche und lehnte sich gegen den Schreibtisch. „Also, Dr. Smithson …“

„Amber, bitte.“

„In Ordnung, Amber. Sie haben meine Aufmerksamkeit. Warum sind Sie hier?“

Sie hob eine Augenbraue. „Ich habe einen Freund, der Sie gerne kennenlernen möchte. Ihr Unternehmen hat eine interessante, sehr weit gestreute Produktpalette. Da gibt es Möglichkeiten …“

Er hob die Hände zu einer beschwichtigenden Geste. „Sam ist gerade nicht hier. Aber ich bin sicher, wir können einen Termin mit ihm …“ Er verstummte, als er sah, dass sich ihre wohlgeformte Braue hob.

„Bitte. Ich habe von Mr Finn gehört. Er ist vielleicht der geniale Erfinder in dieser Firma, aber Sie sind der geschäftliche Kopf hinter ihm. Glauben Sie mir, ich spreche lieber mit Ihnen. Er wird wahrscheinlich auch zu dem Treffen kommen, natürlich. Aber die finanziellen Entscheidungen treffen Sie. Und wir wissen beide, dass es in der Medizin immer um viel Geld geht.“

Er nickte langsam. Es war genauso, wie sie sagte. Sam und er waren seit ihrer Schulzeit die besten Freunde. Sie hatten Robotics gemeinsam gegründet, doch der Visionär war Sam. Roger war derjenige, der Sams Ideen umsetzte und den Laden am Laufen hielt. „Sie scheinen viel über unser Unternehmen zu wissen.“

Sie lächelte ein wenig, und dieses Lächeln war unwahrscheinlich sexy. „Ich habe meine Hausaufgaben erledigt. Sie haben wirklich einen interessanten Job.“

Meine Güte, wie schön sie war, wenn sie lächelte! Er wusste nicht genau, was an ihr ihn so anmachte. Sie war keine im klassischen Sinne schöne Frau, trug kein Make-up oder zog sich besonders aufreizend an. Aber sie strahlte eine Faszination aus, eine Glut und Lebendigkeit, die ihn packte.

Beep-Beep! Beep-Beep!

Der Alarm seiner Armbanduhr unterbrach seinen völlig unangemessenen Gedankengang. Gott sei Dank! Er drückte auf den Knopf und lächelte Dr. Amber Smithson entschuldigend an. Sie nickte, sprang in einer einzigen geschmeidigen Bewegung auf die Füße und streckte ihre Hand in seine Richtung. „Ich weiß, Sie müssen gehen. Es war sehr nett, Sie zu treffen, Mr Martell.“

„Wie lange sind Sie in der Stadt?“, fragte er plötzlich. Er hatte keine Zeit für das alte Spiel von Annäherung und Rückzug. Aber er konnte sich durchaus vorstellen, ein oder auch zwei Abende mit dieser Frau zu verbringen.

„Ich bin nicht sicher“, antwortete sie. „Die Reise war eine spontane Entscheidung.“ Sie sah ihm bedeutungsvoll in die Augen. Was wollte sie wirklich? „Ich bin an Ihrer Firma interessiert, Mr Martell, aber ich habe auch einen Hintergedanken. Ich hoffe, das stört Sie nicht.“

Er lachte. Er hatte sofort gewusst, dass sie Verstecken mit ihm spielte. Keine Frau, die so aussah, setzte sich ohne Eigennutz quasi auf seinen Schoß! Es gab immer einen Preis, den er bezahlen musste. „Das war mir klar.“ Er sah wieder auf seine Uhr. „Und jetzt muss ich wirklich gehen.“

„Sicher. Ist es in Ordnung, wenn ich Sie hinausbegleite?“

„Gerne. Ich zeige Ihnen den Manager-Aufzug.“

Sie ging vor ihm aus dem Büro. „Das wird bestimmt ein Erlebnis.“

Vielleicht ja, vielleicht nein, dachte Roger grinsend. Der „Manager-Fahrstuhl“ war eigentlich ein Lastenaufzug, besonders groß und ohne Schnickschnack. Normalerweise wurde er für schweres Laborzubehör gebraucht, aber er war auch schnell. Niemand sonst benutzte ihn, und er endete nahe bei seinem Auto.

Gespannt beobachtete er ihre Reaktion, während sie auf den Aufzug zugingen. Wäre sie enttäuscht darüber, dass kein Silber und Chrom auf sie wartete? Würde sie verächtlich ihre Lippen schürzen?

Ganz und gar nicht. Als sich die Fahrstuhltür öffnete, hob sie zwar überrascht ihre Augenbrauen, doch sie lächelte. Ein Lächeln, das ihm gefiel.

Sie gingen in den Lift, und während er den Knopf für die Tiefgarage drückte, tippte sie mit ihren Schuhen an die gummierte Wand des Aufzugs. „Nach außen jede Menge Rüschen, doch innen nüchtern und zweckdienlich. Ihre Firma gefällt mir immer besser, Mr Martell.“

„Freut mich, das zu hören.“

Plötzlich machte der Aufzug schreckliche Geräusche, laut und Nerven zerreibend. Beide sahen sich überrascht an.

„Was …?“

Die Kabine sackte einen halben Meter ab und blieb mit einem dumpfen Knarren stehen. Roger geriet ins Straucheln, konnte sich aber auf den Beinen halten. Amber dagegen verlor auf ihren Stilettos das Gleichgewicht. In letzter Sekunde fing Roger sie auf – was sonst würde ein heißblütiger Mann wie er tun? Sie klammerte sich an seine Arme, er zog sie noch enger an sich, und Sekundenbruchteile später pressten sie ihre Körper aneinander. Sofort spürte Roger, wie er eine Erektion bekam. Sie wurde größer, als Amber ihren Kopf hob und ihn angsterfüllt ansah.

„Was ist passiert?“, hauchte sie.

Verzweifelt kämpfte Roger gegen seine Lust an. Amber stand schon wieder auf ihren eigenen Füßen, es gab keinen Grund mehr, sie zu umarmen. Doch sie fühlte sich so verdammt aufreizend und weiblich in seinen Armen an! Widerstrebend gab er sie frei und trat einen Schritt zurück.

Er wusste, dass der Aufzug nicht mehr funktionierte, dennoch ging er zu der Schalttafel und drückte mehrmals auf einen Knopf. Dann versuchte er, über den Notschalter Hilfe herbeizurufen. Allerdings war es nach sieben Uhr – und dazu Freitagabend. Niemand würde mehr in der Hausmeisterlobby sein.

Leise fluchend nahm er sein Handy aus der Hosentasche und wählte eine Nummer. Sam würde ihm helfen, wenn … „Sam, wir stecken in dem verdammten Aufzug fest. Ruf mich zurück und sag mir, wie ich das Ding wieder in Gang bekomme“, knurrte er ins Telefon. Dann schloss er das Handy und fluchte erneut. Er würde nicht zum Junggesellen-Abschied gehen können. Vielleicht steckte er die ganze Nacht in diesem elenden Lift fest! Nach einem kurzen Blick zu seiner Begleiterin überlegte er, dass das nicht so schlimm wäre. Und er könnte bei der Gelegenheit sehen, wie sie unter Stress reagierte. Schließlich hatte eine Frau wie sie bestimmt eine Verabredung für den Freitagabend.

Sie sah ihn an und lächelte zögernd. „Sie erlauben sich einen Scherz mit mir, nicht wahr? Wir stecken hier doch nicht wirklich fest, oder?“

„Sam hat an diesem Aufzug herumgebastelt. Er wollte ein paar Besonderheiten für seine Hochzeit nächsten Monat einbauen.“ Er hob abwehrend die Hand. „Fragen Sie nicht, ich habe keine Ahnung. Ich bin eine handwerkliche Null. Ich kann nur leider niemanden erreichen. Auch Sam nicht, ich nehme an, er ist auf dem Weg zu seinem Junggesellen-Abschied am anderen Ende der Stadt. Die Party habe ich ausgerichtet, werde aber jetzt leider nicht dabei sein können. Und er geht nicht ans Telefon.“

„Okay“, antwortete sie. „Das ist hart.“ Das klang nicht so, als wäre sie aufgeregt. Eher so, als stünde sie kurz vor einem Lachanfall.

Roger hob eine Augenbraue. „Habe ich etwas verpasst?“

„Nein, gar nicht. Ich habe nur gerade gedacht, dass das Universum manchmal merkwürdige Wege geht, oder?“

„Wie bitte?“

Amber hob den Kopf und sah Roger an. Ihre Augen funkelten vor unterdrücktem Lachen. „Wir beide sind ganz allein in diesem Aufzug. Und Sie sagen mir, wir werden für eine Stunde oder länger festsitzen.“

Er runzelte die Stirn, überrascht über ihre Reaktion. Er hatte noch nie eine Geschäftsfrau getroffen, die sich darüber lustig machte, wenn etwas Unvorhergesehenes passierte, das ihren Terminplan durcheinanderbrachte. Ihr Leben müsste – genauso wie seins – viel zu straff organisiert sein, um über so etwas lachen zu können.

„Nun, ich könnte natürlich den Notruf anrufen. Aber das hier ist Sams privater Lift. Ich möchte nicht, dass irgendjemand die Schalttafel anfasst und womöglich kaputt macht. Und Sam ruft wahrscheinlich in ein paar Minuten sowieso zurück.“

„Das ist in Ordnung. Machen Sie sich keine Gedanken.“

„Ich verstehe Sie nicht …“

Amber trat zwei Schritt näher und legte ihm einen Finger auf die Lippen. „Sie müssen nichts verstehen, Mr Martell. Ich glaube fest daran, dass das Universum Dinge regelt. Für mich regelt. Ich fühle mich nur ein bisschen schuldig, weil ich nicht ehrlich zu Ihnen war.“

So etwas wollte er überhaupt nicht hören. Sanft, aber bestimmt nahm er ihren Finger von seinem Mund. Seine Erektion tat inzwischen fast weh, aber sein Gehirn funktionierte. „Ich mag keine Lügen, Dr. Smithson.“

„Ich wollte Sie nicht verletzen.“ Sie lächelte und sah dabei ein klein wenig schuldbewusst aus. „Es war keine große Lüge. Ich hatte Ihnen ja schon von meinem Hintergedanken erzählt.“

Roger kreuzte die Arme vor seinem Brustkorb und sah Amber fragend an. „Und?“

„Alles fing mit einer Wette an.“

4. KAPITEL

„Wissen Sie, dass Claire Sie für schwul hält?“ Amber stieß die Worte in einem Atemzug hervor und war nicht überrascht, dass Roger einen Moment brauchte, um das Gesagte zu begreifen. Dann richtete er sich auf.

„Wie bitte?“

Sie konnte seine Gedanken förmlich rasen sehen und trat lieber einen Schritt zurück, bevor er etwas Unvorhergesehenes tat. „Sie sagte, Sie wären schwul. Ich antwortete, dass Sie das auf gar keinen Fall seien. Und dann haben wir gewettet.“

Er starrte sie an und wollte, dass sie weitersprach. Als sie schwieg, fragte er: „Sie wollen mich verführen? Haben Sie den Fahrstuhl … manipuliert?“

Sein Ton war sehr scharf, aber Amber beruhigte ihn: „Natürlich nicht.“

Seine Augen verengten sich. „Was nicht? Keine Manipulation am Fahrstuhl oder keine Verführung?“

Sie schnitt eine kleine Grimasse, er hatte sie in die Enge getrieben. Sie hatte keine Verführung geplant – na ja, wenigstens keine in einem Aufzug –, doch das hier könnte durchaus ein prickelndes Vorspiel sein. „Ich bin Ärztin, keine Mechanikerin. Ich wüsste nicht einmal, wie ich einen Fahrstuhl anhalte, wenn mein Leben davon abhinge.“

Roger hatte keine Lust, auf das Spiel einzugehen. „Und die Verführung?“

„Es geht nur um einen Kuss“, beichtete Amber. „Und ich fand es lustig, dass das Universum uns in so eine Situation bringt. Zum genau richtigen Zeitpunkt.“ Sie wurde immer leiser. Super. Eine Verführerin, die sich ergab. Seine Augen verengten sich noch mehr.

„Was war der Einsatz?“

Sie blinzelte. Außer dem, einen Kuss vom Alpha-Wolf zu bekommen?

„Äh …“ Sie hob die Hand mit dem Kuchenpaket. „Mehr hiervon.“

Er schnaubte. „Ich weiß nicht, ob ich mich geschmeichelt fühlen oder beleidigt sein soll. Meine Küsse sind nur ein paar Muffins wert?“

„Na ja, es sind vegane Muffins“, erklärte sie.

„Was es besser oder schlechter macht?“

Sie lächelte. Gut, er war nicht mehr wütend.

„Sind Sie wirklich Ärztin?“, fragte er.

Sie nickte. „Ja, und ich habe am Mandolin gearbeitet.“

Während er sie zweifelnd ansah, suchte sie ihr Handy aus der Tasche und tippte eine Nummer. Dann schaltete sie das Telefon auf den Lautsprecher, damit Roger ihr Gespräch hören konnte. Beim zweiten Klingeln wurde der Hörer abgenommen. „Mandolin-Clinic. Wie kann ich Ihnen helfen?“

„Bitte verbinden Sie mich mit Dr. Jack Ross. Dr. Amber Smithson möchte ihn sprechen.“

Roger runzelte die Stirn und blickte auf seine Uhr. Amber lachte.

„Wir arbeiten immer lange, auch freitags. Wir schließen die Tür und tun so, als würden wir nach Hause gehen. Dann erledigen wir alles, was in der Woche liegen geblieben ist. Deswegen haben wir keine sozialen Kontakte außer unserer Arbeit.“

Wie sie erwartet hatte, antwortete Jack nach dem zweiten Klingeln.

„Amber?“ Seine Stimme klang aus dem Lautsprecher. „Ist ein Wunder passiert? Hast du endlich beschlossen, deinen Idealismus aufzugeben? Ich habe den Direktor bearbeitet, seit du hier weg bist. Vielleicht stellt er dich wieder ein, wenn du das Richtige sagst.“

Amber unterdrückte ein Lachen. Das war genau das, was sie hören wollte. „Hallo, Jack. Ich habe dir einen Termin mit Roger Martell besorgt, dem Geschäftsführer von Robotics.“

Während sie sprach, klappte Roger sein Handy auf. Sie konnte erkennen, dass er über das Internet versuchte herauszubekommen, wer Jack war. Drei Sekunden später hob er überrascht die Augenbrauen. Jack war ein Neurologe mit einer beeindruckenden Vita. Doch am interessantesten war, dass viele seiner Patienten ein Körperteil verloren hatten. Ein idealer Partner für Robotics.

Jack stöhnte ins Telefon. „Nein, Amber, nicht noch eine Computer-Firma. Sie kommen mir zu den Ohren wieder raus.“

„Habe ich dir jemals etwas Falsches empfohlen? Schenk ihnen nur eine Stunde deiner Zeit, und du wirst sehen, wie gut sie sind.“

Jack schwieg. Dann stöhnte er wieder: „Na gut. Nächsten Dienstag könnte ich eine Stunde erübrigen. Bring ihn her.“

„Es sind zwei: Roger Martell und Sam Finn …“

„Und du, Amber! Entweder du bringst sie persönlich her, oder ich empfange sie nicht.“

Perfekt. Genau das wollte sie. „Gut“, antwortete sie und täuschte Widerwillen vor. „Wenn es nur so geht.“

„Dienstag um drei Uhr. Mit dir oder überhaupt nicht.“ Jack unterbrach das Telefonat.

Amber atmete erleichtert aus und schloss ihr Handy. Sie wusste nicht genau, was sie über das, was sie gerade getan hatte, denken sollte. Es fühlte sich wundervoll an, und es schien, als hätte sie jemand durch die Zeit zurückgeschleudert. Sie war wieder Frau Dr. Smithson, die an nichts anderes dachte als daran, eine Sitzung am anderen Ende des Landes zu organisieren. Nie zuvor hatte sie sich lebendiger gefühlt als in diesem Moment. Es war verführerisch, und sie fürchtete, dass sie zu viele Kompromisse eingehen müsste, um es immer wieder zu erleben. Dann dachte sie an ihr leeres Bankkonto und erinnerte sich, dass es jetzt gerade eine gute Zeit für Kompromisse war.

Roger musterte sie, als hätte sie sich vor seinen Augen in eine Kobra verwandelt. „Das sind Sie also in Wirklichkeit.“

„Ja, das bin ich.“

„Und was ist jetzt mit der Verführung?“, fragte er scheinheilig.

Sie zuckte mit den Schultern, aber sie konnte nicht verhindern, dass ihr ein kleiner Schauer über den Rücken lief. Doch sie hatte niemals um Sex gebettelt, und sie würde jetzt ganz bestimmt nicht damit anfangen. „Wie gesagt, ich verlasse mich da auf das Universum.“

„Das ist keine Antwort.“

„Aber alles, was ich dazu sage.“

Er schwieg, seine Augen dunkel wie die Nacht, sein Gesichtsausdruck nicht zu deuten. Er machte einen kleinen Schritt auf sie zu. „Und Sie dachten, ich bin schwul.“

„Claire dachte das. Ich habe um sechs vegane Muffins gewettet, dass Sie es nicht sind.“ Ein Mann, der so aussah wie er, dürfte kein Problem damit haben, wenn sie mit ihm scherzte. Sie liebte es, Männer zu necken, die ein großes Ego ihr Eigen nannten. „Sie sind stark, kraftvoll und manchmal so heiß, dass sich Ihnen niemand nähern kann.“

Seine Lippen verzogen sich zu einem raubtierähnlichen Lächeln. „Um das zu wissen, muss man es erst ausprobieren.“

Amber lachte tief und beinahe unbewusst. „Nur weil ich einen Spielkameraden erkenne, werde ich nicht in seinem Sandkasten tanzen.“

„Sie wetten lieber mit Claire, machen sich hübsch und stolzieren in mein Büro.“

„Ich habe den Fahrstuhl nicht angehalten. Sie vielleicht?“

Er schüttelte den Kopf, und sie hätte schwören können, in seinen Augen Hunger zu erkennen. Hunger nach Sex! „Wie könnte ein einfacher Kuss beweisen, dass ich nicht schwul bin?“ Er kam näher, seine Körperhaltung strahlte Zorn, Dominanz und vor allem Männlichkeit aus. Die meisten anderen Frauen wären vor ihm zurückgewichen, doch jahrelanges Training ließ Amber auf der Stelle verharren. Einen Moment später spürte sie seinen Atem auf ihrer Haut.

„Das war die Wette“, sagte sie. „Ein Kuss. Wenn Sie mir etwas vorspielen wollen, ist das Ihre Entscheidung.“

„Ich werde gar nichts vorspielen.“

Die Luft schien zu prickeln, als sie tief einatmete. Sie spürte Hitze auf ihrem Gesicht. Ohne dass sie etwas dagegen tun konnte, hob sie ihr Kinn und schaute in seine Augen. Aber sie konnte nichts sagen, er war ihren Lippen zu nah.

„Nur ein Kuss“, flüsterte er. Er berührte ihre Wange. Das war zweifellos ein Kuss! Einer, der sie am ganzen Körper erzittern ließ. „War das ein Kuss?“, fragte er. Seine Lippen berührten ihre Nasenspitze. „Oder das?“ Schließlich presste er seine Lippen auf ihren Mund. Während sie die Luft anhielt, gab er ihr einen einzigen, langen, intensiven Kuss. Nur seine Lippen auf ihren. Das war das Heißeste, was sie in den letzten zwei Jahren erlebt hatte.

Er spielte mit ihr, wollte sie erregen, ohne dass sie ihre Wette gewann oder ihren Hunger nach Sex stillen konnte. Das kam dabei heraus, wenn man versuchte, mit einem Alpha-Wolf zu spielen! Doch Amber vertraute auf ihre Fähigkeiten.

„Ja“, flüsterte sie und stellte sich auf die Zehenspitzen, um sein Gesicht ihren Atem spüren zu lassen. „Das zählt.“ Dann zwang sie sich, einen Schritt zurückzutreten.

Roger blickte sie herausfordernd an. „Schön, dass ich Ihnen behilflich sein konnte. Lassen Sie mich wissen, wenn Sie noch mehr Beweise brauchen.“

Amber lächelte. „Ist das eine Einladung?“

Roger schwieg einen Moment. „Ja, das ist es. Nehmen Sie sie an?“

Er hatte ihr den Handschuh hingeworfen und wollte sehen, ob sie die Nerven hatte, ihn aufzuheben.

Hatte sie! Langsam zog sie die Nadeln aus ihrem Haar. Sie wusste genau, dass Roger sie beobachtete, deswegen bewegte sie sich so verführerisch wie möglich. Als sie sich sicher war, dass sie seine volle Aufmerksamkeit hatte, blinzelte sie ihm zu. „Das ist ein Spiel, das ich immer wieder gerne spiele.“

Roger schluckte, ansonsten blieb er regungslos stehen. „Ein Spiel?“, fragte er rau.

Sie trat zu ihm und lehnte sich nach vorne. Während sie eine Hand auf seinen Brustkorb presste, wisperte sie ihm ins Ohr: „Wer zuerst kommt, verliert.“

Er knurrte leise. Wie eine große Bestie nach einem langen Winterschlaf. Als Amber diesen Laut hörte, wusste sie, dass das Spiel beginnen konnte.

„Das hört sich spannend an“, sagte er, während er ihre Taille umfasste. „Und du meinst, ich werde mitspielen? Du meinst, ich würde einen potenziellen Geschäftsabschluss mit dem Mandolin riskieren, nur um dich in mein Bett zu bekommen?“

„Ja.“ Sie knabberte an seinem Ohrläppchen.

„Und warum sollte ich das tun?“

„Weil du mich heiß findest.“ Geschickt öffnete sie die obersten Knöpfe seines Hemdes und streichelte seine Brust. Er hatte einen leichten Flaum, gerade männlich genug, und nicht zu viel, sodass die Haare nicht von den stahlharten Muskeln ablenkten.

„Ich finde viele Frauen heiß.“

„Aber ich bin die Einzige, mit der du in einem Fahrstuhl feststeckst.“

Er lachte leise, und sein Körper vibrierte.

„Das ist allerdings wahr.“

Dann schwiegen sie einen Moment und bewegten sich nicht. Sie hörten auf, sich zu necken, zu locken, zu streicheln. Nur eine Frage stand im Raum: Warum taten sie das hier? Rogers Blick fing Ambers ein, und sie kommunizierten wortlos. War all das dieses Risiko wert?

„Hast du Kondome dabei?“

„In meiner Tasche.“ Dann sah sie sich in der Kabine um. „Gibt es hier Kameras?“

„Nein. Und mein Gesundheitszeugnis ist in Ordnung.“

„Meins auch.“

Er lächelte animalisch, und Amber erschrak beinahe. Dieses Lächeln zeigte Rogers Kraft, Macht und Potenz. Gerade als sie dachte, er würde sie gegen die Wand drücken, hielt er sich zurück und wartete ab, während sie schwer ein- und ausatmete.

„Wer zuerst kommt, verliert?“, fragte er.

„Das sind die Regeln.“

„Und was bekomme ich, wenn ich gewinne?“

Sie streichelte seine Erektion und strich immer tiefer, bis sie seine gesamte Länge spüren konnte. „Du gewinnst eine Einladung zu Runde zwei.“

„Dem kann ich nicht widerstehen.“ Er wartete einen Augenblick, dann zog er sie näher an sich. „Mögen die Spiele beginnen.“

Wie sie erwartet hatte, war er nicht gerade zärtlich und zurückhaltend. Innerhalb von Sekunden öffnete er ihren Reißverschluss, ihr Rock fiel zu Boden, und sie stand da in Stringtanga und High Heels. Jetzt war der allerletzte Moment, das Spiel doch noch abzubrechen. Wenn sie ihn jetzt stoppte, war alles vorbei.

Sie stoppte ihn aber nicht, sondern kickte den Rock fort, während sie sein Hemd weiter aufknöpfte. Ihre Hände zitterten vor Erregung. Vielleicht lag es an seinen Händen, die ihre Schenkel streichelten und dann fest ihren Po umfassten. Gott, diese Hände fühlten sich so gut an, groß und stark genug, sie zu stützen, als sie ein Bein um seine Hüfte schwang und ihn an sich zog.

Amber spürte seine Wärme, seine Erektion. Sie wollte ihn tief und pulsierend in sich fühlen! Er sollte sie ausfüllen! Jetzt!

Sie versuchte, seine Hose zu öffnen, doch es war viel zu wenig Platz zwischen ihnen. Fest presste Roger sie gegen die Wand und begann, sich langsam an ihr zu reiben. Immer wieder stieß er gegen sie, sein Rhythmus wurde schneller und erregender.

Wie unfair! dachte sie plötzlich. Ihre Hände waren zwischen ihnen gefangen, aber er hatte beide frei, um ihre Bluse zu öffnen. Ihr schwarzer Spitzenbüstenhalter hatte einen Vorderverschluss, und in Sekunden konnte er ihre Brüste in voller Pracht bewundern. Er umschloss sie mit seinen Händen und massierte sie gleichzeitig. Sie ließ ihren Kopf zurückfallen: Noch nie hatte sie eine so große Lust verspürt! Pures Verlangen durchströmte ihren Körper.

Ihr Herz schlug laut und schnell, ihre Haut schien in Flammen zu stehen, und ihr Atem kam kurz und stoßweise, während Roger ihre Brüste reizte und verwöhnte. Niemals zuvor hatte sie so etwas gespürt! Wenn er so weitermachte, würde sie kommen, ohne dass er auch nur seine Hose ausziehen musste!

Nach einer Weile beugte Roger sich hinab und küsste ihre Brustwarzen. Sie wusste ohne jeden Zweifel, dass sie ihr Spiel verlieren würde, wenn er mit dem Mund genauso geschickt war wie mit seinen Händen. Also befreite sie ihre Hände, schob Roger weg, und er stolperte ein kleines Stück rückwärts.

Wortlos packte sie sein Hemd und riss es mit einem Ruck auf. Die Knöpfe sprangen ab.

Seine Augen weiteten sich vor Schreck, und erstaunt schaute er an sich herab. Dann blickte er zu ihr. „Das ist das Heißeste, das ich je erlebt habe.“

Sie lächelte. Sie ahnte, dass ihm Frauen gefielen, die ihm etwas entgegenzusetzen hatten. Da war sie genau die Richtige! Mit einem weiteren Ruck wollte sie ihm das Hemd ganz vom Körper reißen, doch die Manschetten hielten ihrer Kraft stand.

„Entweder du öffnest die Knöpfe, oder ich zerreiße die Manschetten.“

Grinsend schüttelte er den Kopf, und seine weißen Zähne blitzten auf. „So stark bist du nicht.“

Warnend zog sie die Augenbrauen hoch. „Es wird wehtun.“

Er lächelte noch mehr, und Amber nahm die Herausforderung an. Sie zerrte so stark sie konnte, doch das Gewebe war stärker, als sie erwartet hatte. Gerade wollte sie es noch einmal versuchen, da drehte Roger sie in einer einzigen Bewegung herum und presste seinen Brustkorb gegen ihren Rücken. Jetzt war sie in seinem Arm und in seinem Hemd gefangen! Und er hatte eine Hand frei, um sie zu streicheln. Wenn es nur das gewesen wäre, hätte sie widerstehen können. Doch während er ihre Schultern, ihre Brüste und ihren Bauch streichelte, tat er etwas, das noch kein Mann zuvor getan hatte: Er küsste zuerst ihren Nacken und strich dann mit seinen Lippen ihr Rückgrat entlang. Dabei schob sein Kinn ihre Bluse immer weiter hinunter, und seine Küsse waren wie kleine elektrische Schläge auf der Haut. Sie spürte seinen Atem, seinen Mund und seine Bartstoppeln, die leicht über ihren Rücken kratzten, bevor er sie wieder mit seiner Zunge antörnte. Niemals zuvor hatte ein Mann herausbekommen, wie erregbar sie gerade an dieser Stelle war. Und niemand hatte es so sehr für seine Zwecke ausgenutzt!

Der Höhepunkt kam, bevor sie es merkte. Sie schrie auf und verlor alle Kontrolle über ihren Körper. Wellen der Lust rasten durch sie hindurch – nahezu dramatisch und großartig. Der beste Orgasmus, den sie jemals hatte!

Zum Glück hielt Roger sie in seinem Arm, sonst wäre sie völlig entkräftet auf den Fußboden gesunken. Erst als sie sich schließlich erholt hatte und wieder mit beiden Beinen fest auf dem Boden stand, drehte sie sich um und sah in sein Gesicht. Er hatte dieses Spiel gewonnen, sie erwartete ein überhebliches Grinsen. Doch Roger sah vielmehr überrascht aus, er wirkte wie betäubt.

Bevor sie etwas sagen konnte, beugte er sich zu ihr, um sie zu küssen. Es war ein intensiver Kuss, aber auch sanft und fast ehrfürchtig.

„Du bist großartig“, sagte er. „Das hier war … großartig. Ich habe noch keine Frau gesehen, die so toll aussieht, wenn sie kommt.“

Amber wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie hatte soeben einen Orgasmus bekommen, nur durch Rogers geradezu unglaubliche Berührungen.

„Sag es mir.“

Sie blinzelte. „Was?“

„Den Ort und die Uhrzeit für Runde zwei.“

5. KAPITEL

Roger versuchte gar nicht erst, sein Grinsen zu unterdrücken, während Amber bemüht war, ihre Fassung wiederzuerlangen. Dabei musste sie sich keine Sorgen machen: Er hielt sie für die aufregendste Frau, die er jemals getroffen hatte. In seinen Armen wurde sie zu einem Vulkan. Nur, weil er sich ihrem Nacken gewidmet hatte! Seine Brust schwoll an vor Stolz.

Es ärgerte ihn nicht einmal, dass er immer noch eine Erektion hatte. Er war glücklich – und das war es, was ihn am meisten in diesem verdammten Fahrstuhl erstaunte.

Amber schaute ihn an, ihrem Blick nach zu urteilen, stand sie beinahe unter Schock. „Ich wollte nicht …“, begann sie und fing nach einer kurzen Pause noch einmal an: „Ich meine, es ist zwar eine Weile her, aber niemals zuvor …“ Wieder unterbrach sie sich und schüttelte wie benommen den Kopf. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“

Sie sah so verwundbar aus, dass er ihr zärtlich das Haar hinters Ohr strich. „Du musst nichts sagen. Es war großartig. Wirklich.“

Sie runzelte die Stirn. „Okay, du bist also wirklich schwul.“

Seine Vision vom Superlover löste sich schlagartig in Luft auf. „Was?!“

„Um es mit Claires Worten zu sagen: Kein Mann ist so uneigennützig. Außer er ist schwul.“

Roger lachte. Er wollte es nicht, aber die Vorstellung, dass die beiden Frauen um seine sexuelle Ausrichtung gewettet hatten, fand er sehr belustigend. Er war so durch und durch hetero! Um es ihr zu beweisen, nahm er ihre Hand und drückte sie auf seine Erektion. Amber griff sofort zu, und es fühlte sich verdammt gut an! Sie wusste, wie sie einen Mann auf Touren brachte, sogar durch die Hose hindurch!

„Ich bin nicht schwul“, sagte er. „Willst du mich testen?“

„Ja“, hauchte sie, und er schaute sie wieder an. Er konnte schon wieder Hunger in ihren Augen erkennen. „Oh mein Gott, ja“, wiederholte sie.

Dieses Mal konnte er sich nicht zurückhalten. In einer Sekunde presste er sie an die Wand. Ihre offene Bluse bot ihm den schönsten Anblick: ihre perfekten Brüste. Er umfasste sie. Sie waren so groß und weich! Doch wie sollte er jetzt seine Hose öffnen?

Amber kam ihm zu Hilfe, auch wenn ihre Hände schon wieder zitterten. Als seine Hosen und seine Boxershorts endlich auf den Boden glitten, stöhnten beide vor heißem Verlangen tief auf. Jetzt störte nur noch ihr String-Tanga. Roger wollte ihn ihr gerade über den Po streifen, als sie seinen Kopf nahe vor ihr Gesicht zog.

„Ich habe dein Hemd zerrissen!“

Er grinste. „Wie du willst.“ Mit beiden Händen zerrte er an dem Tanga, bis er ihn zerrissen hatte. Amber sah ihm in die Augen und lachte. „Das ist so heiß!“ Doch als er hinter sie treten wollte, presste sie eine Hand auf seinen Brustkorb. „Kondom!“

Er beugte sich zu seinen Hosen hinunter und zog seine Geldbörse aus der Tasche. Er öffnete das Päckchen, doch sie stoppte ihn abermals. „Wie alt ist es?“

Stirnrunzelnd überlegte er. Hm. Viel zu alt. „Besser, wir nehmen eins von deinen.“

Sie bückte sich und wühlte in ihrer Handtasche. Und er musste sich beherrschen, bei diesem Anblick nicht sofort zu kommen! Auch wenn sie ihre Knie zusammenpresste, hatte er doch den besten Blick auf alle verheißungsvollen Stellen: Er konnte die Kurven ihres aufreizenden Pos sehen, und er wusste genau, wie es sein würde, von hinten in sie einzudringen.

Aber das tat er nicht. Das wäre zu grob. Außerdem hatte er bis jetzt noch kein Kondom.

„Gefällt dir, was du siehst?“, fragte sie, während sie – noch immer gebückt! – ein Kondom nach hinten reichte. Und dann – verdammt! – spreizte sie langsam ihre Beine und beugte ihren Kopf noch weiter nach unten. Unglaublich, wie biegsam sie war! Roger zitterte vor Lust, als er in Rekordzeit das Kondom aus der Verpackung nahm und sich überstreifte. Zum Teufel damit, ob er zu grob war oder nicht! Sie bot sich ihm an, und er würde dieses Angebot nicht ablehnen! Er ging einen halben Schritt zur Seite und dann ein tiefer Atemzug, eine kraftvolle Bewegung, und er war endlich in ihr.

Dann geschah etwas, das Roger fast um den Verstand brachte: Mit einer einzigen Muskelanspannung umschloss sie ihn noch stärker. Als würde sie ihn mit der Hand befriedigen, ließ sie den Druck an seiner Erektion entlangwandern. Wo zur Hölle hatte sie das gelernt? Er stöhnte tief auf, und sie lachte leise, als sie noch einmal ihren Zaubertrick anwandte.

Sein Gehirn setzte von einem Moment auf den anderen völlig aus. Es gab kein Halten mehr! Er packte ihre Hüften und stieß tief und tiefer in sie hinein. Vielleicht hätte er mehr auf sie achten müssen, doch er hatte keine Chance mehr. Nicht, wenn sie ihn so sehr reizte wie eben gerade!

Und dann spürte er, dass sie von einem Orgasmus geschüttelt wurde. Sie schloss sich noch enger um ihn, es war fast so, als würde sie ihn mit der Hand befriedigen! Ein letztes Mal drang er tief und kraftvoll in sie ein, dann konnte er sich nicht mehr halten. Oh, mein Gott, ihm wurde für einen Moment sogar schwarz vor Augen! Es war, als würde er im Paradies sein.

Aber er war nicht im Paradies. Die grenzenlose Lust, die Ekstase, sogar der machtvolle Moment des Orgasmus verschwanden sofort. Sein Gehirn schaltete sich wieder ein, auch wenn sein Körper noch einen Moment brauchte, um sich zu erholen. Ihm wurde bewusst, dass er an die Wand eines Fahrstuhls gelehnt dastand und in einer Frau war, die er erst eine halbe Stunde zuvor kennengelernt hatte.

Wie konnte das nur geschehen?

Roger atmete tief ein und kämpfte darum, die Kontrolle zurückzubekommen. Noch einmal atmete er tief, erst dann konnte er Amber helfen, sich aufzurichten.

„Mmmm“, murmelte sie, „ich nehme alles zurück. Du bist ganz bestimmt nicht schwul. Und wenn du es doch bist, will ich es gar nicht wissen.“

„Ich bin es wirklich nicht“, antwortete er und lächelte. „War das jetzt die Runde zwei oder habe ich eine Chance, dich wiederzusehen?“ Bevor sein Gehirn ihn stoppen konnte, hatte er die Worte schon ausgesprochen. Wollte er das wirklich? Sicher, der Sex war fantastisch und explosiv. Aber niemand hatte so ein Glück. Fabelhaften, tabulosen Sex mit einer Frau, die so aussah? Mit einer Frau, die so gelenkig war, dass sie ihre eigenen Knöchel küssen konnte? Das konnte nur eine Falle sein.

Amber kaute an ihrer Unterlippe, sie wirkte unsicher und schüchtern. Irgendetwas beunruhigte sie. So süß konnte keine Falle aussehen!

„Ich …, ähm“, stammelte sie. „Ich glaube, das war Runde zwei. Das war nicht ich, die das eben getan hat.“

Roger zuckte mit den Schultern, sein Verdacht löste sich langsam in Wohlgefallen auf. „Es war für mich auch nicht gerade typisch, aber verdammt noch mal, es …“

„Es war fantastisch, oder?“

Er nickte. „Ja.“ Der großartige Lover von vorhin verschwand langsam. Roger suchte nach Worten, die nicht lahm und abgenutzt klangen. „Wir müssen ja nichts Großartiges unternehmen. Vielleicht ein gemeinsames Abendessen? Ungezwungen und ohne Verpflichtungen.“

Amber antwortete nicht. Sie zog ihren Rock an, und plötzlich fiel Roger auf, dass er immer noch mit nackten Beinen und den Boxershorts um seine Knöchel dastand. Er zog sich ebenfalls wieder an, und als sie sich dann in die Augen sahen, waren sie beide vollständig bekleidet.

„Du bist also Ärztin?“ Etwas Besseres fiel ihm nicht ein.

„Ja. Also, keine richtige. Ich habe zwar Medizin studiert, aber …“ Sie zuckte mit den Schultern. „Es ist ein bisschen kompliziert.“

Er zeigte in einer großen Geste auf die Wände des Fahrstuhls: „Ich habe Zeit. Was ist passiert?“

„Na gut.“ Amber lachte. „Okay, also mein Lebenslauf in der Kurzfassung: Ich war eine Ärztin in der Mandolin-Clinic, arbeitete im Management, war eine beliebte Ärztin mit allen Extras. Doch ich war nicht glücklich. Ich wusste immer, dass die Schulmedizin nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Und dann …“ Sie unterbrach sich. „Musste ich mich entscheiden.“

„Für was hast du dich entschieden?“

„Für die Erforschung alternativer Heilmethoden. Ich versuchte, mich weiterzubilden und mir bestimmte Fähigkeiten anzueignen. Die Verwaltung versuchte dagegen, mich wieder auf die schulmedizinische Linie zurückzubringen. Irgendwann konnte ich das nicht mehr ertragen.“

Er kreuzte die Arme vor der Brust und blickte ihr forschend ins Gesicht. Er sah nichts, was ihn misstrauisch machte, und doch wusste er, dass sie etwas vor ihm verbarg. Niemand änderte sein Leben von einem Tag auf den anderen, wenn nicht etwas Einschneidendes vorfiel.

„Und du bist nach Chicago gekommen, um was genau zu tun? Lass mich raten, gibt es einen Mann, wegen dem du hierhergezogen bist?“

„Definitiv nein. Ich hatte schon ein Jahr vorher mit meinem letzten Freund Schluss gemacht. Und offen gesagt, hat mich die Medizin immer mehr interessiert als Beziehungen. Nein, ich wollte Mary besuchen, deswegen kam ich nach Chicago.“

Verständnislos sah er sie an: „Wer ist Mary?“

„Die Frau, die normalerweise deine Pflanzen pflegt. Sie hat starkes Rheuma, und ich habe hier die Muffins für sie.“

„Ach ja, stimmt.“

„Sie war eine meiner ersten Patientinnen. Eigentlich wollte ich sie nur besuchen, aber dann bin ich hier hängen geblieben.“

„Und was machst du hier?“

„Außer für sie einzuspringen?“

Amber überlegte einen Moment und sah Roger forschend ins Gesicht. Bis er entschuldigend seine Hände hob.

„Was habe ich falsch gemacht?“

„Ich bin die Gärtnerin. Ich war heute Mittag da, als du vom Essen kamst.“ Als er sie weiter verständnislos ansah, lächelte sie. „Ich wusste, dass du mich gar nicht registriert hast.“ Sie fasste ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen. „Wenn du dir jetzt noch billige Sandalen und ein weites Kleid vorstellst – klingelt dann was bei dir?“

Roger brauchte einen Moment, bevor er sich erinnerte − und überrascht die Augen aufriss. „Mein Gott! Das warst du? Die Gärtnerin mit der sackartigen Kleidung? Die so hübsch sein könnte, wenn sie nur ein bisschen was aus sich machen würde?“ Er biss sich auf die Zunge und zeigte dann auf ihren Rock. „Aber ich nehme an, du weißt, wie hinreißend du aussiehst, wenn du das richtige Outfit anhast.“

Sie winkte ab. „Ich glaube, ich bin auch schön, wenn ich mich nicht aufbrezele. Wirkliche Schönheit kommt von innen.“

„In deinem Fall kommt sie von innen und von außen.“

Amber nahm sein Kompliment zur Kenntnis, indem sie nahezu königlich nickte, doch Roger spürte, dass irgendetwas nicht stimmte. Er lehnte sich zu ihr. „Also praktizierst du nicht mehr als Ärztin? Arbeitest du nur noch als Gärtnerin?“

Sie schüttelte den Kopf. „Nein, nein. Wie ich schon sagte, ich widme mich der Forschung. Bevor du fragst, nicht für die medizinische Forschung im herkömmlichen Sinne. Ich arbeite in keinem Labor, das von einem Pharma-Unternehmen gesponsert wird. Keine Doktoren als Arbeitskollegen und keine Bunsenbrenner weit und breit.“

Er nickte, als würde er sie verstehen. Was er jedoch nicht tat. „Was erforschst du dann?“

„Alternative Heilmethoden.“

Er brauchte einen Augenblick, um zu verstehen, was sie sagte. Und sogar dann wusste er nicht, was er dazu sagen sollte. Amber zuckte zusammen, nicht sehr stark, aber doch so, als erwartete sie, dass er sie jetzt verspottete. Was ihm völlig fernlag. Seine Mutter hatte sich in ihrem letzten Jahr, bevor sie starb, mit Kristallen, Aroma-Therapie und Kräutertees beschäftigt. Auch wenn sie davon nicht gesund wurde, half es ihr ein wenig. Seine Mutter hatte etwas, womit sie sich beschäftigen konnte, und starb in Frieden.

„Was erforschst du genau? Kristalle? Akupressur? Qigong?“

Sie stutzte, offensichtlich überrascht, dass er sie nicht auslachte. „Früher einmal, doch das war nicht so erfolgreich. Heute mache ich andere Dinge.“

„Was zum Beispiel?“

„Ich versuche, den Energiefluss im Körper zu stimulieren. Dafür brauche ich keine Nadeln oder Kristalle. Nur …“

„Gebete.“

Amber zuckte mit den Achseln. „Einige Leute nennen es so.“ Sie hob ihren Kopf. „Das hört sich an, als wüsstest du, wovon ich rede.“

„Meine Mutter hat sich im letzten Jahr ihres Lebens mit alternativen Heilmethoden beschäftigt. Ich habe sie auf diesem Weg begleitet.“

„Und?“, fragte sie leise. „Du scheinst nicht negativ eingestellt zu sein, obwohl sie gestorben ist.“

Roger hob seine Hände und versuchte, Worte für seine Gedanken zu finden. „Ich habe keine Heilung erwartet, und ich glaube, sie auch nicht. Außerdem habe ich selber gesundheitliche Probleme, die mich der alternativen Medizin näherbringen.“ Er hatte tatsächlich den halben Nachmittag damit verbracht, im Internet Hilfe gegen Bluthochdruck zu bekommen. Hilfe, die ihm ein Krankenhaus nicht bieten konnte.

Sie lächelte. „Du bist offen, das gefällt mir.“

„Ja“, antwortete er langsam. „Ich beginne langsam zu glauben, dass das Universum tatsächlich geheimnisvolle Wege geht.“ Weil genau hier, genau vor ihm die Antwort auf seine Gebete stand. Doch konnte er nach dem, was eben geschehen war, wirklich noch rational denken? Er ging noch einmal die Fakten durch: Sein Blutdruck war außer Kontrolle. So sehr, dass er vielleicht seinen Job aufgeben musste. Er hatte alle Möglichkeiten der modernen Medizin ausgeschöpft. Vor ihm stand eine Ärztin, die sich seriös mit alternativen Heilmethoden beschäftigte und nicht nur schnelles Geld machen wollte. Er brauchte die richtige Behandlung. Und Amber konnte sie ihm vielleicht bieten.

Fast nebenbei fragte er: „Und – hast du Therapien gefunden, die den Kranken helfen?“

Sie nickte selbstbewusst. „Ja, das habe ich.“

Blitzschnell fällte Roger die Entscheidung. „Gut, dann will ich es wagen. Behandel mich.“

Amber konnte ihm offensichtlich nicht folgen. Was wollte er von ihr?

„Du bist eine ehemalige Ärztin, die sich mit alternativer Medizin auskennt.“

Sie nickte.

„Siehst du, und ich bin ein Patient, der wegen seines hohen Blutdrucks dringend eine Behandlung braucht. Wegen seines wirklich sehr hohen Blutdrucks.“

Amber starrte ihn immer noch verständnislos an. „Wie bitte?“

„Ich will dich engagieren, Amber. Für eine wunderbare, mysteriöse Heilung durch Energie. Ich werde tun, was immer du willst, wann immer du willst und wo immer du willst. Sorge nur dafür, dass ich meinen Job nicht aufgeben muss.“

6. KAPITEL

Amber starrte den Mann an, dem sie die beiden grandiosesten Orgasmen ihres Lebens verdankte. „Du willst, dass ich deine Ärztin werde?“

„Ja“, antwortete Roger, als wäre es die normalste Sache der Welt.

„Weißt du, dass das jeder ärztlichen Ethik widersprechen würde? Wir haben gerade … Du …“ Sie suchte nach den richtigen Worten, um auszudrücken, wie fantastisch die vergangenen Minuten für sie gewesen waren. Und dass sie mit ihm ganz bestimmt keine „geschäftliche“ Beziehung wollte.

Roger zuckte nur mit den Achseln. „Du hast doch gesagt, du bist jetzt Forscherin und keine richtige Ärztin mehr.“

„Darum geht es doch gar nicht.“

„Ich habe dich nicht darum gebeten, mich nach der traditionellen Schulmedizin zu behandeln. Das habe ich schon hinter mir, das hat nichts gebracht. Ich bitte dich darum, das ganze andere Zeug auszuprobieren. Akupunktur, Voodoo, Wunderheilung … Was auch immer.“ Er breitete seine Arme aus. „Lass mich dein Versuchskaninchen sein. Solange ich nur meinen Job behalten kann.“

Sie seufzte. Wie kindlich er war! Sie wusste zwar, dass er Entscheidungen schnell traf, aber sie dachte, das sei so, weil er auch schnell dachte. Dass er dabei nur nach einer Abkürzung suchte, war ihr noch nicht in den Sinn gekommen.

„Ich bin mir sicher, dass dein Arzt dir alle Möglichkeiten genannt hat: Diät, Übungen …“

„Hat er. Nichts hat geholfen.“

„Medikamente?“

Er zählte alle Arzneien auf, die er in den letzten Monaten genommen hatte. Amber lehnte sich nach vorne. „Und wie hoch ist dein Blutdruck?“

Roger griff in seine Jackentasche und holte eine kleine Karte heraus. Auf ihr standen alle Werte der letzten fünf Monate. Er gab sie ihr, und sie hob ihre Augenbrauen. Ja, er hatte wirklich Probleme. „Seit wann ist das so?“

„Seit ich ein Teenager war.“

Sie gab ihm die Karte zurück und versuchte, sich nicht anmerken zu lassen, wie erschrocken sie war. Er brauchte tatsächlich dringend Hilfe. Und wenn die Schulmedizin ihm nicht helfen konnte, musste sie sich etwas überlegen. Sie wusste auch schon genau, was sie ihm empfehlen wollte. Aber es war eine sehr drastische Methode, und es gab keine Garantie, dass sie wirkte.

„Also?“, fragte er drängend. „Wirst du mir helfen?“

Amber schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht deine Ärztin sein. Ich will es auch nicht. Wir sind …“ Sie konnte nicht sagen, in welcher Beziehung sie zueinander standen, weil sie es selber nicht wusste. Aber sie waren auf jeden Fall keine Fremden mehr. „Es gibt Grenzen, die ich nicht überschreiten möchte.“

Er seufzte. „Das ist fair. Aber du kannst mir doch einen Rat geben? Ratschläge gibt man auch Freunden, nicht wahr? Und nach dem, was eben geschehen ist, bist du ganz bestimmt meine Freundin.“

Zögernd nickte sie. Ja, sie konnte ihn als einen Freund betrachten.

„Okay, ‚Freundin‘! Was würdest du mir empfehlen?“

Amber biss sich auf die Unterlippe und überlegte sich eine einschneidende Therapie. Wenn sie sehr viel von ihm verlangte, würde er das wahrscheinlich ablehnen. Dann konnten sie einen Kompromiss schließen, der ihm helfen würde. „Als deine Freundin rate ich dir zu einer Diät, in der du ausschließlich rohe Lebensmittel zu dir nimmst. Außerdem solltest du viel meditieren und jemanden engagieren, der deinen Energiefluss im Körper wieder in Gang bringt. Und du solltest einen langen Urlaub machen, um festzustellen, was dir im Leben wirklich wichtig ist.

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