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Trevellian und der große Coup

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Inhaltsverzeichnis

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Trevellian und der große Coup

Krimi von Horst Friedrichs


Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.


Jesse Trevellian ist ein Ermittler in New York. Er kämpft unbeirrt gegen das Verbrechen und die organisierte Kriminalität. Auch wenn er von einem Sumpf aus Korruption und Lüge umgeben ist, versucht er einen geraden Weg zu gehen. Denn die Schicksale der Opfer lassen ihn nicht los... Trevellian lässt nicht locker. So lange es dauern mag, am Ende findet er die Mörder...



1

Der Lichtkreis der Nachttischlampe warf Schatten auf das Gesicht des Mannes. Unter halb geschlossenen Augen lagen erschreckend tief die Mulden seiner eingefallenen Wangen. Behutsam stellte Schwester Sharon das Wasserglas beiseite, strich die Bettdecke glatt und beugte sich Über den Kranken. »Haben Sie noch einen Wunsch, Mr. Brooks?«

Seine müden Augen öffneten sich jetzt.

»Eine Schwester? Oh, ich hätte viele Wünsche. Vor allem dieses Einzelzimmer… es macht mich noch kränker als ich bin. Die Einsamkeit ist…«

Seine Stimme versiegte plötzlich. Die blutleeren Lippen Brooks’ öffneten sich weit. Seine Augen blickten starr an der Schwester vorbei.

Sie erschrak.

»Mr. Brooks, fühlen Sie sich nicht wohl? Ich werde sofort den Doktor rufen. Bitte seien Sie unbesorgt, es dauert nur…«

Ein harter, dumpfer Schlag traf sie auf den Hinterkopf.

Ein Schlag, der ihr Bewußtsein jäh auslöschte.

Schwester Sharon sank in sich zusammen. Bevor sie zu Boden stürzen konnte, war einer der beiden weißgekleideten Männer zur Stelle, packte sie und ließ sie vorsichtig an der Bettkante heruntergleiten.

Gerald Brooks hatte sich mühsam halb aufgerichtet. Sein bleiches Gesicht wirkte wie versteinert. Noch immer hatte er den Mund aufgerissen. Doch das Entsetzen verschnürte seine Kehle.

Die Männer trugen die weißen Kittel der Krankenpfleger. Segeltuchschuhe mit dicken Gummisohlen erklärten die Lautlosigkeit, mit der sie eingedrungen waren. Mundtücher verhüllten die Gesichter der Gangster bis auf die Augen.

Beide hielten sie Totschläger in den Fäusten.

»Kein Grund zur Aufregung, Brooks«, sagte der eine. Seine Stimme klang dumpf unter der Maske. »Den Anblick konnten wir Ihnen leider nicht ersparen. Und Sie sollten so ruhig bleiben wie jetzt. Dann passiert Ihnen nichts.«

Brooks wollte schreien, wollte fragen, was dies zu bedeuten habe. Doch seine Stimmbänder streikten, führten die verzweifelten Befehle nicht aus, die sein Hirn zu geben versuchte. Er blieb stumm, vor Furcht gelähmt.

Der Mann, der die Krankenschwester niedergeschlagen hatte, hastete zur Tür zurück, öffnete sie, spähte auf den Korridor hinaus und zog eine fahrbare Trage herein. Die Vollgummiräder drehten sich geräuschlos in den Kugellagern.

Der Wortführer trat auf Brooks zu, zog blitzschnell einen Lappen aus der Kitteltasche und stopfte ihn dem Kranken brutal zwischen die Zähne. Brooks konnte sich ohnehin nicht wehren. Er rang nach Luft. Seine Augäpfel wölbten sich in den Höhlen.

»Die paar Minuten werden Sie schon durchhalten«, meinte der Maskierte gelassen. Dann verstaute er den Totschläger unter dem Kittel und half seinem Komplizen, Brooks auf die Trage umzubetten.

Auf dem Untergestell der Trage lag ein zusammengefaltetes dunkelgraues Laken. Die Männer schnallten Brooks’ Arme und Beine mit Lederriemen fest, zogen das Laken hervor und warfen es über seinen Körper.

Sie warteten, vergewisserten sich, daß niemand auf dem Korridor zu sehen war. Die 20 Yard bis zum südlichen Ende des Hospitaltraktes legten sie unbehelligt zurück. Sie benutzten den Lastenfahrstuhl, der sie ins Kellergeschoß brachte. Eisige Kälte schlug ihnen aus einem kahlen, quadratischen Vorflur entgegen. Die Stahltür zur Leichenkammer war nicht verschlossen.

Einer der beiden Weißgekleideten öffnete sie kurz und warf einen Blick in den dahinterliegenden Raum. Der Gangster nickte zufrieden.

Der Gefesselte, der hier unten die Aufsicht geführt hatte, lag unverändert auf den weißen Fliesen. Eine Blutlache hatte sich um seinen Kopf gebildet, dort, wo die Platzwunde war.

Sanft drückte der Maskierte die Tür wieder ins Schloß. Sein Komplize betätigte einen Schalter, der sich neben einem stählernen Rolladen an der Wand befand.

Rasselnd glitt der Rolladen hoch.

In der schrägen Auffahrt, die zum Nebenhof des Hospitals hinaufführte, wurde der Aufbau eines Leichenwagens sichtbar. Die Heckklappe war geöffnet. Schwarz und leer gähnte der Laderaum.

Der Fahrer, mit dunkelgrauem Anzug und schwarzer Schirmmütze, half den falschen Krankenpflegern, die Trage vom Fahrgestell zu lösen und in den Leichenwagen zu schieben. Die beiden Männer sprangen hinterher. Der Fahrer schloß die Heckklappe und betätigte den Schalter, der den Stahlrolladen wieder herunterrasseln ließ.

Mit röhrender Maschine jagte das schwere Fahrzeug in der nächsten Minute die betonierte Auffahrt empor und über den Hof.

Auf der Straße erhöhte der Fahrer die Geschwindigkeit.

Schon bald waren in der Dunkelheit nicht einmal mehr die Umrisse des schwarzen Wagens zu erkennen. Nur noch die blassen Lichtfinger der Scheinwerfer, die sich in die Nacht fraßen.



2

»Sekunde«, sagte ich, legte das Funkmikro beiseite und bediente den Schaltknüppel, das Lenkrad und den Blinkerhebel.

Dann hatte ich das komplizierte Verteilersystem am Ende des Major Deegan Expressway hinter mir und jagte mit Bleifuß auf dem Saw Mill River Parkway nach Norden.

Yonkers huschte vorbei, die Nachbarstadt der Bronx.

Ich holte mir das Mikro zurück.

»Weiter!« bat ich.

»Mann, Trevellian, ich fange erst richtig an. Hoffentlich sitzen Sie gut.«

»Englische Polster. Echter Sportwagen.«

»Sie Beneidenswerter. Wir haben zwei Schwerverletzte. Beide nur bedingt vernehmungsfähig. Viel haben wir noch nicht herausgekriegt.«

Der Mann mit der abgehackten und übergangslosen Sprechweise war Lieutenant Leo Lehman von der New York State Police in Tarrytown am Hudson River. Ich kannte ihn von früher. Treble-L nannten ihn seine Kollegen. Wegen der drei großen ,L‘, die auf seiner Visitenkarte fettgedruckt standen.

Über meinem Kopf kreiste das Rotlicht auf dem Sportwagendach. Ich konnte es mir leisten, auf 120 Meilen pro Stunde zu erhöhen. Die Lichtorgel zeigte etwaigen Highway Patrols, daß ich kein Amokfahrer war. Pfeilschnell und ungehindert fraß mein roter Flitzer die linke Fahrspur in sich hinein. Seit dem Beginn meines Funkkontakts mit Lieutenant Leo hatte ich ein gutes Dutzend Trucks überholt. Limousinen waren zu dieser nächtlichen Stunde spärlich gesät.

»Erst der Blick in die Zukunft, Leo«, sagte ich laut und deutlich, um das satte Brummen der 265 Sportwagen-Pferde zu übertönen. »Was haben Sie angekurbelt?«

Er lachte bitter. Es schepperte im Funklautsprecher, und dieses Scheppern unterstrich Lehmans Resignation.

»Unsere Cops fahnden nach einem Leichenwagen mit drei Mann Besatzung. Und einer Leiche, die noch keine ist.«

»Noch?«

»Menschenskind, Trevellian! Brooks wurde vom Sensenmann begleitet, als sie ihn schnappten und einlieferten. Können Sie mir sagen, wie er diese verrückte Flucht überstehen Soll? Entweder, er hat seinen Hausarzt bei sich, oder er springt über die Klinge. Meine Meinung.«

»Brooks wird es sich überlegt haben. Wenn es wirklich eine Flucht ist.«

»Was sonst?«

Ardsley, die nördliche Nachbarstadt von Yonkers, kam in Sicht — an einem gut überschaubaren Lichtermeer erkennbar. Eher ein Lichtertümpel, um genau zu sein.

»Keine voreiligen Spekulationen«, sagte ich, »zählen Sie auf, Leo! Sonst schaffen Sie’s nicht mehr, bis ich in Tarrytown lande.«

»Schon abgehoben, wie?«

Seinen Humor hatte er trotz allem nicht verloren. Aber er wurde sofort wieder ernst.

»Folgende Fakten«, erklärte Treble-L mit blecherner Funkstimme, »eine Krankenschwester mit schwerer Gehirnerschütterung. Und ein Hilfsbediensteter mit den gleichen Symptomen. Die Schwester konnte ich noch nicht vernehmen. Mit dem Mann konnte ich kurz sprechen. Er war unten in der Leichenkammer und wartete darauf, daß sie einen 90jährigen Verblichenen abholten.«

»Mitten in der Nacht?«

»Ist hier üblich. Damit ersparen sie den Patienten unangenehme Anblicke.«

»Taktvoll. Weiter.«

»Der Leichenwächter sah einen schwarzen Wagen kommen und dachte, es handelte sich um den bewußten Transport. Dann wurde er von zwei Krankenpflegern niedergeknüppelt. Mehr war bislang nicht herauszukriegen.«

»Falsche Krankenpfleger also«, nickte ich, »weshalb lassen Sie nach drei Mann fahnden?«

»Trevellian, die Kerle müssen mindestens noch einen Fahrer bei sich gehabt haben. Sonst hätten sie die Aktion nicht so blitzschnell über die Bühne gebracht. Außer der Schwester und dem Leichenhüter hat nämlich keiner was bemerkt. Und in so einem Hospital laufen nachts etliche Leute herum, die sich die Nacht um die Ohren schlagen.«

»Ist mir bekannt. Was ist mit dem echten Leichentransport?«

»Inzwischen eingetroffen. Wir haben ihn mit der Leiche ziehen lassen. Damit sind wir bei Punkt zwei meiner vielversprechenden Maßnahmen. Unsere Cops forschen bei sämtlichen Bestattungsunternehmern nach, ob irgendwo eine schwarze Trauerkutsche gestohlen wurde!«

Ich verstand Lehmans Selbstverspottung. Es war nicht überwältigend, was er tun konnte. Ich hätte nicht in seiner Haut stecken mögen. Denn er war für Gerald Brooks’ Sicherheit verantwortlich gewesen. In jeder Beziehung.

»Möglich, daß der Leichenwagen auch in Heimarbeit hergestellt wurde.«

»Sie werden lachen, Trevellian. Auf den Gedanken bin ich auch schon gekommen. Mein Risiko, stimmt’s?«

»Stimmt«, gab ich zu. »Ich bin drei Meilen vor Tarrytown. Was haben Sie auf Lager, wo ich zupacken kann?«

Ich hatte das Gefühl, daß der Lieutenant keine Sekunde überlegte.

»Brooks’ Tochter«, sagte er.

»Keine Witze, Leo!«

»Ist kein Witz, Mann. Brooks ist Witwer. Seine Tochter Nancy ist die einzige enge Bindung, die er hat. So von Mensch zu Mensch, meine ich. Wenn einer den alten Brooks kennt, dann ist es Nancy. Übernehmen Sie das, Trevellian?«

Ich überlegte eine Sekunde länger. Worauf Lehman hinauswollte, wußte ich. Es mußte Beweggründe geben, warum Brooks aus dem Hospital verschwunden war. Beweggründe für die Art seines Verschwindens, genauer gesagt.

Die Motive, die Brooks für seine Flucht haben konnte, kannte ich zur Genüge. Denn ich bearbeitete den Fall. Brooks war ein FBI-Fall, schon seit geraumer Zeit.

»Einverstanden«, sagte ich.

»Fein. Die Adresse ist nicht zu verfehlen. Über den State Highway 9 kommen Sie nach Tarrytown. Unmittelbar vor dem Ortsschild zweigt eine schmale Straße nach rechts ab. Die führt ins bessere Wohnviertel unseres Städtchens. Die Brooks-Villa ist das zweite Grundstück auf der linken Seite, zirka eine halbe Meile vom Highway entfernt.«

»Okay, Leo. Wir sehen uns nachher im Hospital.«

»Denke ich auch. Fürchte, ich muß mit den Krankenschwestern frühstücken.«

»Freuen Sie sich drauf!«

»Sie kennen meine Frau nicht.«

»Ende«, sagte ich grinsend, wartete seine Bestätigung ab und klinkte das Mikro in die Halterung.

Das Highway-Verteilerkreuz bei Tarrytown kam in Sicht. Ich ging auf Nordkurs und schnurrte Sekunden später auf dem bewußten State Highway 9 dahin.

Meine Frotzelei mit Leo Lehman konnte Galgenhumor sein. Ich wußte es selbst nicht. Weil weder der Lieutenant noch ich wußten, was wir von der verdammten Geschichte halten sollten.

Natürlich war das Verschwinden von Gerald Brooks aus dem Belleville Hospital in Tarrytown sehr schnell bemerkt worden. Von den bewußten Leuten, die sich dort die Nacht um die Ohren schlugen. Aber der Haken an der Sache war, daß der nächtliche Hospitalbetrieb eben doch minimal war — verglichen mit tagsüber. Keine Frage, daß darauf der Plan der Männer basiert hatte, die Brooks abholten. Sie hatten einen günstigen Moment erwischt. Und sie mußten sich ausgekannt haben im Belleville Hospital. Die Sache mit dem Leichentransport ließ jedenfalls darauf schließen.

Die Kollegen von der New York State Police in Tarrytown hatten mich über die Zentrale im FBI-Distriktgebäude alarmieren lassen. Ich war sofort in die Strümpfe gestiegen. Hatte aber darauf verzichtet, meinen Freund und Kollegen Milo ebenfalls um den Nachtschlaf zu bringen. Nach dem Stand der Dinge gab es noch keinen Anlaß, in doppelter Besetzung am Tatort aufzukreuzen.

Es gab zwei Möglichkeiten, was Brooks’ Verschwinden aus dem Krankenzimmer betraf:

Entweder handelte es sich um eine Flucht, die er selbst geplant hatte.

Oder er war entführt worden — gegen seinen Willen, wie das bei Entführungen so üblich ist.

Egal, welche Möglichkeit zutraf… es gab einen gewichtigen Hintergrund dafür.

Gerald Brooks war runde 50 Millionen Dollar wert.

Wir vom FBI hatten ihn geschnappt, nachdem ihm Steuerfahnder monatelang unauffällig im Nacken gesessen hatten. Als dann die Buchführungsexperten über ausreichendes Beweismaterial verfügten, hatten Milo und ich blitzschnell zugepackt. Am Schreibtisch seines Chefbüros hatten wir Brooks verhaftet.

Und dabei hatten wir eine Überraschung erlebt, die uns mächtig an die Nieren gegangen war.

Gerald Brooks war zusammengebrochen. Herzkrank. Mit dem Haftbefehl in der Tasche waren wir dem Ambulanzwagen gefolgt, der Brooks ins Hospital brachte. Und dann hatten wir Brooks der Obhut von Lieutenant Leo Lehman übergeben, dem zuständigen Kollegen in Tarrytown. Denn ein Weitertransport des schwerkranken Brooks nach New York City war nicht zu verantworten gewesen.

Der Lieutenant hatte Brooks bewachen lassen. Jedenfalls zu Anfang. Dann hatten ihm die Ärzte dazwischengefunkt.

Gerald Brooks war absolut fluchtunfähig gewesen, laut Mediziner-Gutachten. Lieutenant Lehman hatte sich das schriftlich geben lassen und war das Risiko eingegangen, die Wachtposten vor dem Krankenzimmer abzuziehen.

An dieser bitteren Pille würde unser Kollege noch lange zu kauen haben.

Denn mit Brooks’ Verschwinden stieg die Wahrscheinlichkeit, daß im Steueretat der Vereinigten Staaten auch weiterhin ein Loch von genau 50 Millionen Dollar klaffen würde.

Um diese Summe hatte Brooks den Staat betrogen.

Als Mineralölgroßhändler hatte er durchlaufende .Steuergelder vereinnahmt, jedoch nicht wieder an die Staatskasse abgeführt. Er mußte gewaltige Umsätze getätigt haben, wenn es ihm innerhalb eines Jahres gelungen war, die 50 Millionen an Mineralölsteuern abzuzweigen.

Er hatte die Gelder so geschickt abgezweigt, wie es zu einem Jobber seines Kalibers paßte.

Die Millionen ruhten auf einem Nummernkonto in der Schweiz.

Nur Gerald Brooks persönlich kam an dieses Nummernkonto heran.

Deshalb sein Verschwinden aus dem Hospital.

Aber ich konnte dem Lieutenant keinen Vorwurf machen. Den Umständen entsprechend hatte er richtig gehandelt.

Wenige Minuten, nachdem ich den State Highway verlassen hatte, tauchte im Lichtkegel der Sportwagen-Scheinwerfer das Ortsschild von Tarrytown auf.

Ich verringerte das Tempo, schaltete herunter.

Die Abzweigung, von der Lehman gesprochen hatte, war nicht zu verfehlen.


3

Es war wie ein Vibrieren, das von innen her aus ihrem Körper kam. Es hielt sie gepackt, ergriff Besitz von ihr. Und sie hatte das Gefühl, daß es sie umbringen würde.

Nancy Brooks begriff plötzlich, daß dies der Beginn eines Nervenzusammenbruchs sein konnte. Angst erfüllte sie. Sie war nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft zu beruhigen. Dieses furchtbare Vibrieren ihrer Nerven hatte erst jetzt eingesetzt — mehr als eine Stunde nach dem Schreckensanruf aus dem Hospital. Vielleicht war sie anfangs nur deshalb ruhig gewesen, weil sie die Bedeutung der Nachricht nicht sofort in vollem Umfang ermessen konnte.

Es war wie ein Schock, der sie nachträglich getroffen hatte.

Mit fahrigen Bewegungen schaltete Nancy das elfenbeinfarbene Radio aus, streifte den Morgenmantel über und verließ das Schlafzimmer. Ihre Knie waren weich, als sie die Verbindungstür zum Bad öffnete.

Ihr Blick erfaßte den Medizinschrank. Es war alles vorhanden. Einen Moment lang spielte sie mit dem Gedanken an das Beruhigungsmittel. Sie selbst hatte es nie benutzt. Aus Angst, sich daran zu gewöhnen. Denn sie hatte ständig vor Augen gehabt, wie sehr ihr Vater von Medikamenten abhängig war. Gewiß, das war eine andere Sache, weil Dad auf seine Tropfen und Tabletten angewiesen war. Dennoch empfand Nancy die innere Abneigung gegen Medikamente stärker als je zuvor. Vielleicht lag es daran, daß sie jahrelang mit angesehen hatte, wie bei ihrem Vater mit dem gesundheitlichen Verfall der Verbrauch an eben jenen Medikamenten ins ...

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