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Urlaub auf Teneriffa

1 Mittwoch Park, sleep and fly

Ich habe gehofft, im April 2018 auf Teneriffa einen Urlaub ohne Besonderheiten zu erleben, so dass ich mal keinen Schreibstoff bekomme; aber gleich am Anfang gibt es Anlässe zum Notieren. „Wenn das so schon losgeht, wird es ja wohl doch wieder einen Reisebericht geben“, vermute ich richtig.

Wie seit Jahren üblich haben wir - meine Frau Angelika und ich - für einen geruhsamen Start in den Urlaub „Park, sleep and fly“ gewählt. In diesem Jahr fliegen wir ab Düsseldorf. Bereits im Januar habe ich das Übernachtungshotelzimmer gebucht. Das habe ich so früh gemacht, um „auf der sicheren Seite zu sein“. Wir haben in Düsseldorf vor ein paar Jahren beinahe mal kein Zimmer mehr bekommen, weil alle für zwei „Messen“ bestellt gewesen sind. Das soll mir verständlicherweise nicht nochmal passieren. Nun, vielleicht bin ich dieses Mal aber zu früh aktiv gewesen. Als wir uns im Hotel an der Rezeption anmelden, schaut die Empfangsdame in den PC und stutzt. Sie schaut nochmal in den PC, sagt: „Moment bitte!“ und geht zur Chefin. Auch die hantiert einige Zeit am PC und kommt dann zu uns: „Ich habe Ihre Buchung jetzt gefunden, aber die ist doch damals im Januar schon am nächsten Tag storniert worden.“ „Wie bitte? Ich habe nichts storniert!“ „Das müssen Sie ja wohl gewesen sein, wer denn sonst?“ „Das kann ich Ihnen nicht sagen, ich habe nicht storniert. Ich habe doch Ihre Reservierungsbestätigung.“ „Wie dem auch sei, Sie haben Glück, dass wir noch Zimmer frei haben. Ich gebe Ihre Daten neu ein.“ Sie macht sich am PC an die Arbeit. „Okay, ich kann Ihnen auch noch den im Januar notierten Preis berechnen.“ „Da gehe ich doch von aus.“ „Nein, das ist nicht selbstverständlich. Im Januar haben Sie ja einen Frühbucherangebot wahrgenommen, das heute so eigentlich nicht gilt.“ „Das ist aber doch nicht mein Problem. Für mich gilt meine Januarbuchung.“ Ich wundere mich ein wenig, dass ich mich nicht aufgeregt habe. Auch Angelika hat den Schock der ersten Aussage gut verkraftet. Als wir im Zimmer sind, lacht sie: „Es sieht ganz so aus, dass Du doch Schreibstoff bekommst!“

Das bestätigt sich beim „Einchecken“ am Abend. Wir nutzen die Möglichkeit des „Vorabend-Check-In“, sind kurz nach 18:00 Uhr am Flughafen. Bei Eurowings, unserer diesjährigen Fluggesellschaft, stehen erst wenige „Einchecker“ am Schalter - das freut uns. Dann aber zeigt sich, dass vor uns ein Paar mit unendlich vielen Gepäckstücken steht. Ich frage: „Für wieviel Personen ist das denn?“ „Nur für uns zwei.“ Ich denke mir, dass es dann wohl Requisiten für eine Organisation, eine Veranstaltung sind. Am Schalter geht es nicht weiter. Irgendwann sehen wir den Grund. Zwei Männer öffnen ihre Koffer und wechseln Sachen von einem zum anderen. Da ist der eine Koffer wohl zu schwer, der andere leichter gewesen. Ob wir auch umladen müssen? Bei uns sind die Koffer ebenfalls unterschiedlich schwer. In der Summe halten wir die Gewichtsgrenze von 46 kg für zwei Personen ein, aber Angelika bekommt Zweifel: „Wenn es die Schalterdame mit den 23 kg pro Koffer sehr genau nimmt, haben wir auch ein Problem.“ Ich wechsle das Thema und frage den Mann vor uns: „Was transportieren Sie denn da alles?“ „Wir wandern demnächst aus und nehmen bei jedem Flug so viel wie möglich mit.“ „Oh, wo geht es denn hin?“ „Nach Domi!“ „Wohin?“ „Na, nach Domi, in die Dominikanische Republik. Da geht es uns dann anders als hier; da muss ich mich nicht so abschleppen. Ich schnippe einmal mit den Fingern und drei Neger schleppen meine Sachen.“ Angelika und ich sehen uns an und sind uns ohne Worte einig: „Kein Kommentar!“

Als die zwei Koffer mit dem Gewichtstausch endlich abgefertigt sind, kommen die Domi-Auswanderer an die Reihe. Klar, bei den vielen Gepäckstücken dauert das Einchecken längere Zeit. Ich stelle fest: „Da ist es ja gut, dass das am Vorabend stattfindet; morgen früh würde an dem Schalter der Zeitplan völlig durcheinander geraten.“ Als wir dann einchecken, stellt die Frau am Schalter wie erwartet fest, dass ein Koffer „etwas zu schwer“ ist. Sie fragt: „Wie schwer ist denn der andere?“ „Der ist leichter.“ Als sich das auf dem Transportband bestätigt, findet sie eine einfache Lösung: „Ich gleiche jetzt im PC die Gewichtsangaben an, dann ist das so in Ordnung.“ Vermutlich ist sie von den beiden Vorgängen vor uns genervt, möchte sich und uns nach der langen Wartezeit eine weitere Umpackdiskussion ersparen.

Wir bummeln durch die „Ladenzeile“ des Flughafens. In einem Buchladen hole ich drei kleine Notizbücher für das Schreiben von Urlaubserlebnissen. Bei solch einem Beginn benötige ich ja wohl doch welche. Es folgt sogleich ein weiteres Beispiel. Drei Notizbücher habe ich genommen, weil ein Angebot lautet: „Drei für zwei!“ Die junge Frau an der Kasse bekommt das aber nicht geregelt. Bei mehreren Versuchen wird jeweils der Preis für drei Notizbücher ausgewiesen. Schließlich schlage ich vor: „Tippen Sie zwei Exemplare ein, aber geben mir die drei mit.“ So geschieht es. Ich bin nun zufrieden, aber wie wird die Kassiererin jetzt den Minusbestand regeln?

Angelika schaut auf den Parkschein und stellt fest: „Wir haben noch Zeit!“ Also bummeln wir weiter, um die volle Stunde Parkzeit auszunutzen. Als wir dann, wie wir meinen, pünktlich an der Parkuhr sind, staunen wir über den zu zahlenden Betrag: „7,60 €“. Jetzt sehe ich mir den Parkschein an und sage zu Angelika: „Elf Minuten zu spät. Da hast Du wohl die Jahreszahl 18 als Minutenangabe gedeutet.“ Ja, ja, es gibt Stoff zum Schreiben…

2 Donnerstag Reisetag

Der Abflug ist für 07:10 Uhr geplant. Die Dame an der Hotelrezeption fragt. „Wann möchten Sie denn mit dem Shuttle fahren?“ „05:30 Uhr.“ Ich kann Ihnen 05:20 und 05:40 Uhr anbieten.“ Ich sage: „05:40 Uhr.“ Angelika sagt: „05:20 Uhr.“ Wir sehen uns kurz an und wiederholen jeweils die Uhrzeiten. Die Rezeptionsdame ist natürlich amüsiert. Nach kurzer Verzögerung sage ich: „Okay, 05:20 Uhr.“ „Aha“, stellt die Rezeptionsdame fest: „Die Frau setzt sich durch.“ Ich erwidere: „Nein, der Klügere gibt nach!“ Hintergrund für unsere „Diskussion“ sind Erlebnisse aus Oktober des Vorjahres, als wir beim Abflug nach Barcelona vor der Sicherheitskontrollstation „im Stau gestanden“ und unsere Nerven arg strapaziert haben (s. Buch „5 Tage Barcelona, S. 7). „So etwas möchte ich nicht nochmal erleben“, hat Angelika sich damals geschworen.

Der Shuttle-Busfahrer ist pünktlich. Die Fahrt zum Flughafen dauert knapp zehn Minuten. Bei der Sicherheitskontrolle gibt es keinen Stau und kein Problem.

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